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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Essentielle Fragen

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Der Rest der Nacht war für Hermione eine einzige Katastrophe. Sie wachte, trotz Charlies Mittel, mitten in der Nacht schreiend, mit frischen Tränen auf den Wangen, wieder auf.
Ihr folgender Albtraum hatte alles sogar noch schlimmer gemacht, denn in diesem war der Krieg wieder ausgebrochen. All die Gewalt, der Terror, das Blut, ihre Freunde mittendrin. Tot. Unter diesen der Blonde, dessen halb verschlossene Augen sie starr und leblos angesehen hatten.
Sie hatte auf den Anblick nach ihm geschrien und war letztlich aus dem Meer aus Flammen, Tod, Verwüstung, Schmerz und Leid aufgewacht. Allein, denn er war selbst nach Minuten nicht gekommen, um sie zu trösten. Warum, war ihr erst später bewusst geworden, denn auf ihrem Zimmer lagen auch weiter dutzende Banne, die jegliches Geräusch in ihren Räumen beließen und diesen nach Außen versiegelte.
Selbst wenn er sie irgendwie gehört hätte, wäre er nie und nimmer an der Barriere über ihrer Tür vorbeigekommen. Und sie selbst hatte, nach dem Desaster am Abend, nicht gewagt zu ihm zu gehen.
Stattdessen hatte sie sich das Plüschtier mit ins Bett genommen und das verweinte Gesicht ersatzweise in dieses gekuschelt, wenngleich ihr ihr Frettchen 100’000-mal lieber gewesen wäre. Doch das ging nicht. Es ging einfach nicht. Sie konnte unmöglich zu ihm gehen. Zu groß war ihre Scham, aber auch die Angst vor seiner Reaktion. Allgemein, wie er ihr nun gegenübertreten würde? Sie wollte sich keine Vorstellung davon machen. Was er jetzt vielleicht dachte? Sie hatte Angst, alles mit dieser unbedarften Handlung zwischen ihnen kaputtgemacht zu haben, denn dieses Gefühl, diese Sache, war nichts, mit dem man spielen sollte. Generell Gefühle.
So hatte sie sich ja auch von einem falschen Gefühl zu Ron verleiten lassen, was letztlich in einem totalen Desaster geendet hatte. Sie wollte das nicht noch einmal. Sie wollte Draco nicht auch noch durch so etwas verlieren, wo sie ihn streng genommen ja noch nicht einmal wirklich sooo lange als ihren Freund bezeichnen konnte.
Aber diesen Freund wollte sie nicht mehr hergeben. Sie wollte ihre Schlangen nicht mehr missen, wie sie ihm gestern gesagt hatte. Sie wollte diese Brücken nicht eingerissen sehen und dennoch hatte sie mit ihrer Aktion, einen Pfeiler mit einer Abrissbirne getroffen, dessen Folgeschäden sie im Augenblick in keiner Weise absehen konnte. Diesen wollte sie sich jetzt auch nicht stellen und wäre am liebsten einfach im Bett geblieben. Sie fühlte sich ohnehin scheiße. Richtig scheiße, denn die zweite Nachthälfte war kaum besser verlaufen als die Erste.
Sie hatte wieder geträumt. Wirr und schmerzlich. Sie hatte erneut im Schlaf geweint, was ihr ihre knallroten Augen sagten, die ein bisschen an Pingpongbälle erinnerten. Darunter lagen dunkle, ungesunde Schatten und Ringe, die sie auch nicht mit einer Creme oder sonstigem Make-up vernünftig wegretuschiert bekam. Hinzu kamen wahnsinnige Kopfschmerzen, die schon was von einer richtig fiesen Migräne hatten. Auch so fühlte sie sich schlapp. Wie erschlagen, oder besser gesagt, wie nach einer Cruciatus Kur, Marke Bellatrix Lestrange. Sie schauderte unweigerlich, als sie an diese Irre dachte und machte sich schließlich fertig.
Sie flüchtete regelrecht aus ihrem Gemeinschaftsraum, um den Blonden so lange wie möglich zu meiden und aus dem Weg zu gehen, bis sie eine Idee hatte, was sie wegen dieser Sache tun sollte. Tun konnte. Sagen konnte!
Dass ein aus-dem-Weg-gehen so ziemlich unmöglich war, war ihr selbst klar, immerhin hatte sie so gut wie jede Stunde mit dem Kerl zusammen Unterricht. Ganz davon zu schweigen, dass sie sich einen Turm teilten. Sie wusste, dass sie sich so nur eine Gnadenfrist von wenigen Stunden schuf, die sie dennoch mitnahm.
In der Großen Halle verschwand sie dann auch an den runden Tisch der Löwen. Sie hielt den Blick tief gesenkt, um keine der Schlangen zu sehen, die sie im Gegenzug sehr wohl sahen und sich dementsprechend über ihre völlig verkaterte Erscheinung wunderten. Das wurde nicht wirklich besser, als sie sich zu Harry setzte, der sie, wie Ginny, Neville und Luna, mehr als verwirrt ansah.
„Was ist denn mit dir los? Du siehst furchtbar aus“, warf Harry ein. Weil ich ein furchtbar schrecklicher Mensch bin, dachte Hermione, meinte dann aber zu ihrem Freund: „Schlecht geschlafen“, der auf diese Antwort, wie auch ihr gebrochenes Stimmchen, skeptisch die Augenbrauen kraus zog.
„Sicher?“, bohrte Harry, worauf sie nickte und sich ein wenig Tee einschenkte, als Ginny fragte: „Wie geht’s Draco?“ Daraufhin wäre ihr um ein Haar die Kanne aus der Hand gefallen.
Stattdessen verschüttete sie die Hälfte und stieß mit dem Kannenhals kräftig gegen ihre Tasse, die nur so klirrte. Es war eine Reaktion, die Ginny noch mehr verwirrte und letztlich dafür sorgte, dass sie zu den Jungs rüber sah. Sie hatte sich ja schon gehörig gewundert, dass der Blonde ohne Hermione in die Halle gekommen war. Das aber. . .
„Jetzt sag mir nicht, ihr habt euch gestritten?“, erkundigte sich Ginny, worauf Hermione mit dem Kopf schüttelte und bitter „Schlimmer“, murmelte. Keiner der Vier verstand es jedoch, denn was konnte schlimmer sein, als ein Streit?
Schließlich sah Ginny zurück zu den Slytherins, insbesondere den Blonden, der selbst ziemlich bedrückt aussah und schon die ganze Zeit lustlos, wie auch abwesend, in seinem Tee rührte. Dass etwas passiert war, stand außer Frage. Nur was?

Bei den Schlangen hatte Draco Blaise und Charlie beizeiten mit einem resoluten „Später“abgewürgt, da sie ihn, auf seinen Anblick und die Tatsache, dass er ohne Hermione zum Frühstück kam, bereits mit Fragen bombardiert hatten. Er hatte aber absolut keine Lust diese Dinge in der vollen Halle zu besprechen, zermarterte sich selbst allerdings immer mehr das Hirn darüber, was gestern Abend falsch gelaufen war?
Er hatte dieses Knistern zeitnah gespürt, das sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, wie irgendwann wohl auch die Gryffindor. Als er es bemerkt hatte, hatte er angefangen zu überlegen, wie er diese Spannungen am besten nach außen tragen und auf der Welle dessen reiten konnte?
Letztlich hatte er sich dafür entschieden, die Hexe einfach wählen und das Tempo bestimmen zu lassen. Er hatte lediglich mit einer kleinen Geste, die nichts, aber auch alles sein konnte, etwas nachgeholfen, um dieses Knistern noch mehr zu konzentrieren. Dass sein kleines Streicheln ein Volltreffer war, hatte er keine Sekunde später an ihrer ganzen Körperhaltung erkennen können.
Sie war unter seiner Berührung ein wenig erzittert, ebenso wie sich eine leichte Gänsehaut auf ihren nackten Armen gebildet hatte. Er hatte sehen können, was sie tief im Hinterkopf wollte, aber trotz allem nicht wirklich damit gerechnet, dass sie die letzten Schritte dann tatsächlich von sich aus tat. Und dann?
Merlin, es war für ihn ein Feuerwerk der Sinne und Gefühle gewesen. Ihre Lippen auf seinen. Ihre Hände, die ihn streichelten. Ihr Körper, der sich lustvoll gegen seinen drängte und schmiegte. Er wollte sich keine Vorstellung davon machen, was passiert wäre, hätte sie seine Schulter nicht gestreift. So aber. . .
Ihr Hirn hatte sich im dümmsten Moment wieder auf einer Schiene zugeschaltet, die er einfach nicht begreifen konnte. Wie aus diesem Verlangen, dieser Sehnsucht, eine solche Panik hatte werden können? Vor allem jetzt! Sie war das Wiesel doch los! Single. Keine Verpflichtungen. Keine Verantwortungen. Da war niemand, auf den es Rücksicht zu nehmen galt. Keiner, den sie hätte verletzten können, also was war falsch gelaufen?
Er konnte sich das Hirn darüber zermartern, wie er wollte, er kam partout nicht darauf. Und mit Blaise und Charlie konnte er auch erst nach dem Unterricht in den Kerkern ungestört über alles reden. Vielleicht hatten die Zwei ja eine Idee.
Damit rauschte es an der Decke, was ihnen sagte, dass die Eulen kamen. So landete, neben den Eulen mit dem Daily Prophet, auch noch eine mit einem Päckchen bei Charlie, das er sich kurz besah, bevor er es zu Draco schob, was anderweitig in der Halle mit regem Misstrauen beobachtet wurde.

„Ron? Hey, Ron!“, stieß David den grimmigen Löwen an, der genervt zu dem Jüngeren blickte. Dieser deutete ihm allerdings auf die Slytherins, mehr noch die Paketübergabe, was den Rotschopf hochfahren ließ.
„Was denkst du, ist das?“, erkundigte sich David, als die Schlangen noch kurz redeten und Malfoy letztlich etwas träge auf Harpers Worte nickte, der den Blonden mahnend ansah. Kurz darauf ploppte es neben Malfoy, was Ron ernsthaft an seinem Verstand zweifeln ließ, denn neben der Schlange war Dobby aufgetaucht, der sich doch tatsächlich vor der Kakerlake verbeugte!
Besagte Kakerlake übergab dem Elfen das Paket mit ein paar knappen Worten, womit sich der Elf abermals verneigte und wieder in einem Plopp verschwand.
Das konnte doch nicht wahr sein?! Dobby stand doch auf ihrer Seite! Harry hatte ihn doch mittels eines Tricks von den Malfoys befreit! Was bei Merlins löchriger Unterhose hatte der Elf dann noch mit dem Frettchen zu schaffen? Jetzt sollte ihm noch einer sagen, der Elf war die ganze Zeit vielleicht doch nicht so frei gewesen, wie sie angenommen hatten? War er den Malfoys etwa auch weiterhin auf eine gewisse Art ergeben? Es schien so.
„Vermutlich hat er sich über Umwege etwas besorgen lassen, was seinem Ansinnen dient. Seinem Plan“, flüsterte die Stimme in Rons Kopf aufs Neue unheilvoll, dessen Blick sich daraufhin gefährlich verfinsterte und schließlich auf Harry legte.
Verdammt, er musste mit dem Schwarzhaarigen reden, nur wie? Wie, nach der Aktion gestern Abend? Harry war dermaßen sauer auf ihn, er konnte sich nicht daran erinnern, dass es je zuvor so schlimm war. Dann noch seine Schwester und auch Neville. Sie hatten sich alle gegen ihn verschworen und hielten zu den Schlangen, samt Frettchen.
„Es ist seine Magie, die auf sie wirkt und sie beeinflusst. Sie macht sie blind für seine eigentlichen Handlungen. Und es wird noch schlimmer werden. Sie werden sich noch mehr von ihm einnehmen lassen, bis es zu spät ist. So weit darf es nicht kommen! Wenn doch, wird es ihr Untergang sein. Euer aller!“

„Und? Was Neues?“, fragte Ginny und linste über Hermiones Schulter auf den Daily Prophet, den ihre Freundin hastig überflog.
Schlagzeile war nach wie vor der Ausbruch. Allerdings hatten Remus und seine Leute bereits einen minimalen Erfolg erzielen können, denn sie hatten zwei der zwölf Flüchtigen gestern irgendwie aufgreifen und wieder in Gewahrsam nehmen können. Von diesen erhoffte man sich nun natürlich Auskunft, was, dessen war sich Hermione sicher, nicht ohne Veritaserum ablaufen würde.
Zwischen all dem fand sich dann noch ein Artikel, der Kingsley in seiner Position scharf angriff. Die Schiene, die er fuhr, wäre zu weich. Dass man hatte stärker mit den Death Eatern durchgreifen müssen. Sie am besten alle liquidieren sollen.
So wurden in diesem Absatz auch verstärkt Vermutungen laut, dass Draco etwas mit dem Ausbruch zu tun hatte, was Hermione nur mit dem Kopf schütteln ließ, den sie schließlich zu den Schlangen neigte.
Sie sah so noch, wie der Blonde stinksauer die Zeitung zusammenknüllte und auf seinen Teller warf. Kurz darauf nahm er seine Tasche und verschwand aus der Halle, dem mehrere Dutzend Augenpaare gefährlich folgten, bevor sie tuschelten.
„Das kann ja noch was werden“, seufzte Ginny, dem sie im Stillen beipflichtete. Hermione hatte keine Zweifel daran, dass diese ganzen Eskapaden, die sie gestern von ihren Mitschülern bereits zu sehen bekommen hatten, im Kommenden auch nicht abreißen würden.

۩ ۞ ۩


Die folgenden Stunden waren nicht nur wie angestemmt, sondern auch furchtbar angespannt. Und das aus vielerlei Gründen.
Der Großteil der Löwen ließ die Schlangen nur zu deutlich spüren, was sie von ihnen hielten. Allen voran den Blonden, dessen Laune dadurch im Kommenden noch stärker in ungeahnte Tiefen schoss und er somit wieder mit tödlichen Blicken um sich warf.
Es waren Blicke, die Hermione diesmal auch nicht zu lindern wusste, da sie sich selbst, aufgrund ihres Fauxpas, nicht zu ihm wagte. Durch den Abstand, den sie plötzlich aber zu ihm hielt, fühlten sich die Übrigen nur noch mehr in ihrer Ansicht bestätigt, womit sich der Kreis schloss und gefährlich immer enger zog.
Zum Ende des Unterrichts kassierte Blaise seinen brodelnden Freund ein und verschwand mit ihm und Charlie zügig in Richtung Kerker, während Ginny Hermione bei der Hand nahm und ihrerseits mit sich in den Gryffindor Turm zerrte, da sie endlich wissen wollte, was mit ihrer Freundin los war. Dass sie den Blonden auf einmal mied, war nur zu deutlich.
„Also. Was ist passiert? Was ist mit dir und Draco los?“, setzte sie ihr prompt das Messer auf die Brust, kaum dass Hermione auf Ginnys Bett Platz genommen hatte. Dort ließ sich die Hexe fertig nach hinten fallen und stöhnte in ihre Hände.
„Ich hab einen riesen Fehler gemacht, Ginny.“ „Aber du hast dich nicht mit Draco gestritten?“, erkundigte sich der Rotfuchs dennoch, da es ihr einfach nur suspekt war.
„Nein. Ich wünschte, es wäre so. Einen Streit, könnte ich ja noch leichter wieder geradebiegen.“ „Was war denn dann?“, fragte Ginny erneut und ließ sich neben ihr auf dem Rand des Bettes nieder, von wo Hermione gequält zu ihr sah.
„Ich weiß nicht warum, aber ich hab . . . hab ihn gestern Abend geküsst“, gestand sie ihr, worauf sich Ginny nicht rührte, da sie nichts Schlimmes daran sah. „Richtig geküsst. Auf die Lippen!“, wurde Hermione dann deutlicher, sodass sich nun doch etwas in Ginnys Mimik regte.
„Ohhh!“ „Ja“, seufzte Hermione fertig, während Ginny weiter vermutete: „Und er fand’s scheiße?“ „Nein. Er hat . . . er hat mitgemacht“, erklärte sie niedergeschlagen und hätte sich dafür am liebsten gegeißelt. Ginny begann allerdings dreckig zu grinsen.
„Und? Küsst er so gut, wie man es ihm nachsagt?“, erkundigte sie sich, worauf sich Hermione empörte „Boah, Ginny!“ und ihrer Freundin das Kissen an den Kopf warf.
„Kannst du nicht einmal ernst bleiben?“ „Du siehst mich ernst. Todernst“, grinste sie auch weiter anrüchig. „Oh ja. Höllisch ernst!“, giftete Hermione.
„Ach komm. Ich find das jetzt nicht so schlimm. Ich würde mir an deiner Stelle mehr Gedanken darüber machen, wenn er dich angeekelt weggeschubst hätte oder so.“ „Wäre mir, ehrlich gesagt, aber lieber gewesen“, murmelte die Brünette bedrückt und ließ sich wieder in ihr Kissen plumpsen. Ginny horchte auf.
„Warum? Ich mein. . . Ich kann nicht glauben, dass es dir tatsächlich lieber wäre, er würde dich zurückweisen.“ „Doch.“ „Warum?“ Ginny verstand die Welt nicht mehr. So wie sie die Zwei gestern beim Tanzen aufs Neue hatte beobachten können. . .
Sie hatten so schön miteinander harmoniert. Hermione hatte wirklich selig gelächelt und glücklich gewirkt. Richtig tief glücklich. Draco ähnlich. Die Beiden hatten, wenn man es als Außenstehender betrachtete, wie ein frisch verliebtes Pärchen gewirkt. Hermiones Kussaktion unterstrich die Sache Ginnys Meinung nach sogar noch mehr, denn man küsste jemanden nicht einfach so! Erst recht nicht Hermione.
„Weil ich ihm nicht weh tun will. Und ich will auch nicht, dass er mir weh tut“, schniefte Hermione leicht, worauf die Rothaarige verwundert blinzelte.
„Warum solltest du ihm weh tun? Oder er dir?“, hakte sie nach. Hermione seufzte und blickte aus leeren Augen an die Decke.
„Weil ich das einfach nicht gewollt hab. Ich weiß nicht, warum ich ihn geküsst habe. Was ich mir dabei gedacht habe. Irgendwie hab ich gar nicht gedacht. Fakt ist, dass es ein riesen Fehler war.“ „Warum? Du bist jetzt doch auch wieder Single. Du betrügst niemanden. Und du magst Draco doch auch sehr. Das kannst du nicht abstreiten, so wie ich euch gestern wieder gesehen habe“, lächelte Ginny aufmunternd, während Hermione fertig die Augen schloss.
„Natürlich mag ich ihn. So wie er jetzt ist, will ich ihn auch nicht mehr hergeben. Ich hab ihn lieb, ja. Aber jemanden mögen oder lieb haben, ist etwas völlig anderes, als jemanden zu lieben“, erklärte sie und sah Ginny bitter an.
„Wenn ich aus dem Desaster mit Ron eins gelernt habe, dann zu unterscheiden, was Freundschaft und Liebe ist.“ „Ich hoffe, du vergleichst Draco jetzt nicht mit meinem hohlen Bruder?“, sah Ginny sie gleichermaßen skeptisch wie auch warnend an, was Hermione bitter lächeln ließ.
„Tu ich nicht, nein. Keine Sorge. Das wäre ein Vergleich zwischen Feuer und Eis.“ „Sehr richtig. Aber warum denkst du, dass da nicht vielleicht doch etwas ist? Ich mein. . . Du bist niemand, der einen Menschen einfach so mal schnell küsst. Wie kam es überhaupt dazu?“, erkundigte sich Ginny, was Hermione seufzen ließ, als sie die Szenerie nochmal vor Augen hatte.
Sie schloss die Lider und schilderte ihrer Freundin letztlich alles bis ins Detail. Als sie das tat, zogen durch ihren Körper abermals kleine Schauer und hinterließen an den unmöglichsten Stellen ein leichtes Kribbeln, für welches sie sich verfluchte. Als sie Ginny am Ende wieder ansah, grinste diese dreckig.
„Da habt ihr euch gegenseitig schön aufgestachelt und ein erotisches Knistern erzeugt. Besonders du. Deine Streicheleinheiten dürften ihn nicht kaltgelassen haben. Apropos. Du hast gesagt, er hätte mitgemacht. Dich also zurückgeküsst. Wie hat es sich angefühlt?“, spitzte Ginny die Ohren, während Hermione gequält das Gesicht verzog, da es ihr schon irgendwie gefallen hatte. Und das mehr als ihr lieb war.
„So schlecht?“, vermutete Ginny auf ihre Miene. „Nein. Es. . . Es war ganz okay“, versuchte Hermione neutral zu bleiben. Reichte dem kleinen, roten Teufel natürlich nicht.
„Ganz okay? Und was ist ganz okay, auf einer Skala von eins bis zehn?“, bohrte Ginny, was Hermione innerlich knurren ließ, als ihr inneres Stimmchen neckisch „Eine 13!“ rief, sodass Hermione stöhnte.
„Merlin, es war absolut berauschend! Zufrieden?“ „Ja“, grinste Ginny kurz, wurde allerdings gleich wieder ernst. „Aber wenn es dir so sehr gefallen hat, und ich nehme stark an, dass das auch auf Draco zutrifft, warum sträubst du dich dann so gegen die Vorstellung? Ich mein. . . Ihr harmoniert so schön miteinander. Das war gestern Abend wieder überdeutlich zu sehen. Ihr mögt euch.“ „Mögen ist aber eben nicht genug!“, brauste Hermione ein wenig auf und saß damit.
„Sicher. Aber es ist ein Anfang.“ „Ein Anfang von etwas, das ich nicht will! Ich will nicht wissen, wohin das führt! Ich will nicht noch so eine Katastrophe, wie mit Ron! Für mich ist Draco einfach nur ein lieber Freund. Und das soll auch so bleiben!“ Daran hatte Ginny gehörig ihre Zweifel und stocherte mit einem „Trotzdem hast du ihn geküsst“ weiter in der Wunde, was Hermione an den Rand des Wahnsinns und der Verzweiflung trieb.
„ICH WEISS! Und ich bereue es! Ich wollte das nicht! Ich bin nicht in ihn verliebt! Ich hab ihn lieb, aber ich hab mich nicht in ihn verliebt! Kannst du das nicht verstehen?“, wurde die Hexe immer verzweifelter. In den Augen allmählich die Tränen.
„Doch, natürlich“, beruhigte Ginny sie, obwohl ihr etwas ganz anderes auf der Zunge lag, denn sie verstand es nicht. Warum sich Hermione so gegen die Vorstellung sträubte, vielleicht mehr mit dem Blonden zu haben? Dass sie durch die Geschichte mit Ron ein wenig das Feuer scheute, konnte sie verstehen. Dass sie so etwas nicht noch einmal wollte. Nur war Draco nicht Ron. Die Zwei waren so verschieden wie Feuer und Eis, wie Hermione bereits gesagt hatte. Und das versuchte sie ihr auch nochmal zu verdeutlichen.
„Draco ist aber nicht Ron! Du kannst die Sache mit Ron überhaupt nicht mit Draco vergleichen. Draco ist verantwortungsbewusst, im Gegensatz zu meinem Bruder. Er hat genauso ein Monsterhirn wie du! Er weiß, seit der kurzen Zeit, die wir wieder hier sind, und du dich mit ihm verstehst, mehr über dich, als was Ron in den ganzen Jahren in Erfahrung gebracht hat. Ich find es ein bisschen unheimlich, trotzdem ist es so. Als Beispiel nenn ich dir nur mal das mit der Schokolade. Er macht sich seine Gedanken um dich und hat dir so ein wirklich supersüßes Geburtstagsgeschenk mit der Spieluhr gemacht. Auf so eine Idee wären unsere Jungs nie gekommen. Darüber hinaus ist er sehr attraktiv, das kannst du nicht abstreiten. Und ein guter Küsser ist er auch, das hast du gerade selbst zugegeben. Ihr seid euch sympathisch. Mehr als sympathisch. Meiner Meinung nach sind das mehr als genug Aspekte, die dafür sprechen, der Sache eine Chance zu geben. Eben auch wegen des Kusses. Du sagst, du weißt nicht, warum du das getan hast. Auf alle Fälle hast du es ganz sicher nicht aus einer dummen Laune heraus getan. Du bist nicht Lavender. Da muss etwas dahinter gesteckt haben. Etwas, was du wegen deiner Beziehung zu und mit Ron nicht sehen kannst oder sehen willst. Aber Draco ist nicht Ron! Und er hat dich doch auch zurückgeküsst, was bedeutet, dass er es auch wollte. Dass er scharf auf dich ist, hab ich dir in den Kerkern schon gesagt. Also warum ist dir das trotzdem so ein Graus?“, hakte Ginny abermals nach. Hermione sah sie auf ihre Worte einfach nur gequält an, denn alles was Ginny sagte, stimmte irgendwo und fraß sich tief in ihr Innerstes.
Die Sache mit Ron hatte sie in gewisser Hinsicht tatsächlich zu einem Gefühlskrüppel gemacht. Eigentlich sollte sie sich freuen, dass sich gerade Draco vielleicht doch etwas mehr für sie interessierte. Tat sie aus diversen Gründen aber nicht, die sie Ginny schließlich leicht fertig nannte.
„Weil ich zum einen denke, dass das nicht echt ist.“ „Was? Glaubst du wirklich, Draco spielt dir bloß etwas vor?“, wunderte sich Ginny und zweifelte ein wenig am Verstand ihrer Freundin. Diese schüttelte mit dem Kopf.
„Nein. Also. . . Wegen des Kusses und allem. . . Ich hab die Befürchtung, dass er sich selbst da einfach nur in etwas verrannt hat. Dass er in mir vielleicht etwas sieht, was gar nicht da ist.“ „Okay, das musst du mir jetzt erklären. Was soll er anderes in dir sehen, als dich selbst?“ Daraufhin seufzte Hermione und überlegte, wie sie Ginny ihre Gedanken am besten schildern konnte?
„Ich denke, er könnte sich wegen allem, was war, einfach nur sehr stark auf mich fixiert haben.“ „Wie meinst du das?“, stutzte Ginny, im Gesicht ein übergroßes Fragezeichen.
„Wegen Azkaban. Sie haben ihn dort wirklich bestialisch zugerichtet. Ich will mir gar keine nähere Vorstellung machen, was genau und wie. Fakt ist, dass ihn das traumatisiert hat.“ „Hm“, machte Ginny etwas in sich gekehrt, bevor sie Hermione mit leicht schräg gehaltenem Kopf ansah.
„Aber was hat das jetzt mit dir zu tun? Mit eurer Beziehung zueinander?“ „Alles! Ich hab mich in der Zeit, neben Blaise und Charlie, um ihn gekümmert und bemüht. Ich hab mich für ihn eingesetzt und bin dann auch regelmäßig in diesem Loch gewesen, um ihn aufzumuntern und Mut zu machen. Ich bin dadurch für ihn doch irgendwo zu einem festen Bezugspunkt geworden. Er weiß, dass ich für ihn da bin. Dass er sich auf mich verlassen und stützen kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich seine Wahrnehmung auf mich deshalb ein wenig verklärt hat. Das alles ist ja auch noch nicht so lange her. Kaum drei Wochen und da. . . Ich denke, er könnte für sich, in unsere Freundschaft, einfach nur etwas mehr hineininterpretiert haben. Dass ich ihn gestern dummerweise geküsst habe, macht das nur noch schlimmer.“ „Glaubst du wirklich?“, blieb Ginny skeptisch, worauf Hermione mit den Schultern zuckte.
„Ich könnte es mir gut vorstellen, ja. Dass das jetzt gerade mehr nur eine Phase ist, die ein wenig stärker zum Vorschein kommt und er sich irgendwann doch wieder mehr besinnt. Ich will das Verhältnis, was wir jetzt haben, nicht auf Messers Schneide stellen und riskieren, dass es dann so endet, wie mit Ron. Ich will ihm nicht mit falschen Gefühlen begegnen. Hoffnungen wecken, die letztlich gar keine sind und uns beiden am Ende nur wehtun.“ „Hm“, brummte Ginny und setzte sich mit verschränkten Armen im Schneidersitz auf das Bett, während sie ihren eigenen Gedanken nachhing.
„Er mag dich trotzdem.“ „Dass es nicht so ist, hab ich auch nicht gesagt.“ „Dass mein ich nicht.“ „Sondern?“ „Während der Schlacht. Er hat dich gesucht. Kurz nachdem ihr in den Raum der Wünsche verschwunden seid, bin ich mit ihm zusammengeknallt. Er wollte wissen, wo du bist. Ich wollte es ihm nicht sagen, weil ich ihm zu dem Zeitpunkt noch nicht weiter getraut habe, hatte mich allerdings schon halb verplappert. Er hat sich dann bei mir bedankt, was ja schon das erste Komische war, und euch dann gesucht. Später genauso, als wir mit der Irren und Greyback zu tun hatten. Er war da und hat sich um dich gekümmert. Er hat dich gerettet. Dreimal!“, resümierte Ginny, worauf die Brünette kurz schwieg und etwas in sich ging.
„Mag sein. Er hat aber auch dir, Luna, Tonks, Alicia, Ernie und noch einigen anderen das Leben gerettet“, wandte Hermione ein, worauf Ginny zwar nickte, ihr dann jedoch mit dem nächsten Hinweis kam.
„Und Arizona? Er hat dort wirklich alle Hebel in Bewegung gesetzt, dass du wieder gesund wirst. Er hat so gut wie gar nicht geschlafen und dann auch den Fluch gelöst. Dabei wäre er selbst fast draufgegangen. Da konnte er noch kein Trauma durch Azkaban haben. Wie erklärst du dir das?“, erinnerte sie Hermione, die erneut schwieg und über diese Dinge nachdachte, bevor sie glaubte, auch darauf eine logische Antwort zu haben.
„Damit, dass er einfach nicht das war, was wir immer gesehen haben. Er meinte ja auch zu mir, dass er das nicht gewollt hatte, aber aufgrund seiner Familie, seines Vaters, nicht anders konnte. Du weißt doch selber noch, dass Blaise und Charlie uns immer gesagt haben, er wäre nicht so schlimm, wie wir ihn sehen. Diese Tatsache war anscheinend doch realistischer, als wir glauben wollten. Und wegen des Fluchs. . . Vielleicht hatte er einfach nur ein besonders schlechtes Gewissen wegen allem. Und das er den Fluch gelöst hat und nicht Daniel oder Blaise oder Charlie, lag am Ende doch auch nur daran, dass nur er die Möglichkeit durch die Verbindung zu IHM hatte. Und er war der Einzige von euch, der Okklumentik beherrscht hat“, erklärte Hermione sachlich, wie auch an und für sich logisch. Ginny brummte dennoch.
Das stimmte zwar alles, allerdings war der Blonde auch so die ganze Zeit äußerst fürsorglich und liebevoll mit ihr umgegangen. Ihr war der Gedanke damals zwar völlig verquer gewesen, aber für sie hatte es nicht selten so ausgesehen, als ob sich ein Freund, ein richtiger Freund, um seine Freundin, das Mädchen was er liebte, kümmerte.
„Trotzdem. Ich glaub das nicht. Also, dass er durch den Mist in Azkaban was zurückbehalten hat schon, aber nicht, dass er sich dadurch so sehr in falsche Gefühle reingesteigert haben könnte. Ich denke schon, dass da was bei ihm ist.“ „Bei mir aber nicht“, kam Hermione bitter auf den eigentlichen Knackpunkt zurück und sah ihre Freundin mit Tränen an.
„Das kommt vielleicht noch. Du bist durch den Zirkus mit Ron sicher auch noch ein bisschen übersensibel“, wandte sie ein. Hermione schüttelte jedoch mit dem Kopf.
„Das hat nichts mit Ron zu tun. Die Beziehung mit Ron war einfach nur. . . Ein Fehler.“ „Ein Riesengroßer“, bauschte Ginny ein wenig auf.
„Und Draco könnte ich auch so nicht lieben, weil. . .“, schniefte sie und wischte sich die Tränen mit dem Handrücken weg.
„Weil?“, hakte Ginny nach, worauf Hermione sie gleichermaßen gequält, wie auch bitter ansah. „Weil ich immer noch in Ben verliebt bin.“ „Ohhh“, entwich es Ginny, die gleich scharf die Luft einsog. Diese Sache hatte sie überhaupt nicht bedacht.
„Jetzt, wo ich weiß, dass er noch lebt und mich nicht vergessen hat, da . . . da will ich ihn wiederfinden. Ich will ihn zurückhaben. Ich will wissen, wer er wirklich ist. Was für ein Mensch er ist. Ich will dieses Gefühl, was er in mir geweckt hat, wieder haben, weil das. . . Das war wirklich Liebe. Keine Schwärmerei, keine Oberflächlichkeit, keine Verliebtheit. Ich habe mich damals richtig in ihn verliebt. Er hat mit seinen Briefen etwas in mir berührt und geweckt und. . .“, brach sie ab und sah auf ihre Kette, die sie schließlich umfasste.
„Du weißt noch der Zauber auf der Kette?“ „Der dich beschützen und dir Glück bringen soll?“ „Genau. Slughorn hat damals gesagt, dass dieser Zauber wahnsinnig stark an den Anhänger gebunden wurde, was wohl nur mit sehr starken Gefühlen möglich ist. Dass dieser Zauber ziemlich kompliziert wäre und es eigentlich so gut wie unmöglich ist, ihn so stark an ein Objekt zu binden, wie es bei der Kette der Fall ist. Das ist für mich der deutlichste Beweis, dass hinter all dem ein Mensch steckt, der mich wirklich aufrichtig liebt. Dass es diesem Menschen ernst mit mir ist. Dass er mich richtig glücklich machen kann. Draco hab ich inzwischen zwar sehr, sehr gern. Und wenn er früher vielleicht schon so zu mir gewesen wäre, wie er jetzt ist, wäre ich sicher mehr als geschmeichelt darüber, dass er sich für mich interessiert. Vermutlich würde ich dann auch nicht Nein zu ihm sagen. So aber. . . Was ich jetzt für ihn empfinde, ist für mich einfach nur eine Freundschaft, wie zu Blaise und Charlie, die ich hoffentlich nicht kaputt gemacht habe“, flüsterte sie ihre letzten Worte und senkte gequält das Haupt, worauf Ginny sie zu sich zog und einfach nur weinen ließ.
Sie verstand das Dilemma ihrer Freundin. Ihre scheinbare Zerrissenheit. Da war auf der einen Seite Draco, den sie, Ginnys Meinung nach, doch um einiges mehr mochte, als sie gerade bereit war zuzugeben. Vor Ginny, aber auch sich selbst.
Sie versuchte sich nur zu offensichtlich vor einer vermeintlichen Enttäuschung und Schmerz zu schützen. Aber auch vor einem gewissen Selbsthass, da auf der anderen Seite auch noch der geheimnisvolle Junge war, der sich vor knapp zwei Jahren mit seinen liebevollen Briefen und der Fürsorge für ihre Freundin, so tief in deren Herz gestohlen hatte, das er noch immer sehr stark ausfüllte.
Ginny konnte es verstehen, bei dem Zirkus, den Hermione vor zwei Jahren mit Ron durchlebt hatte. Sie war völlig niedergeschlagen und am Boden zerstört gewesen. Ein Scherbenhaufen, den ihr Schatten, ihr Geist, ihr vielleicht dunkler Prinz, zusammengekehrt und Stück für Stück, behutsam wie auch liebevoll, wieder zusammengesetzt und aufgebaut hatte. Es war da vollkommen klar, dass sie diesen Menschen wiederfinden wollte. Die Frage war und blieb nur wie?
Der Krieg war vorbei und er hatte sich, anders als versprochen, noch immer nicht bei Hermione gemeldet. Dass er diesen überlebt hatte, dafür war die Magie der Rose der beste Beweis. Genauso, dass er Hermione nicht vergessen hatte und sie selbst noch immer im Herzen trug. Nur warum kam er nicht? Konnte er vielleicht nicht? War er während des Krieges irgendwo in Gefangenschaft geraten und noch nicht gefunden und befreit worden? Möglich.
„Ich kann ja mal mit Draco reden, wenn du willst?“, schlug Ginny ihr letztlich auf ihre Ängste hin vor, worauf Hermione mit dem Kopf schüttelte.
„Das muss ich selber irgendwie klären. Ich weiß nur nicht wie. Ich hab keine Ahnung, wie ich ihm gegenübertreten soll? Was ich ihm sagen soll?“ „Vielleicht erstmal ganz normal wie immer. Dass dir der Kuss letztlich unangenehm war. . . Ich denke, so schlau ist er, um das verstanden zu haben. Immerhin hast du ja eine Entschuldigung rausgewürgt und ihn quasi damit sitzen lassen.“ „Ja“, schniefte Hermione gequält, die sich für die Sache am liebsten unter der Erde verbuddeln würde.
„Und wegen Ben. . . Uhm. . . Ich würde sagen, wir warten da erstmal die Post ab“, meinte Ginny weiter, worauf Hermione bitterlich zu schluchzen begann, was ihre Freundin überhaupt nicht kapierte.
„Hey, das wird schon.“ „Nein. Ich. . . Der Brief. . . Es hat nicht funktioniert, Ginny. Die Eule hat ihn mir gestern Morgen zurückgebracht. Der Aufspürzauber hat nicht geklappt.“ „WAS? Aber . . . aber ich dachte. . .“, stammelte die Rothaarige und versuchte den Blick ihrer Freundin zu erhaschen, die, noch immer schluchzend, mit dem Kopf schüttelte und sich die Tränen an ihrer Robe abwischte.
„Ich hab es gestern Abend erst gemerkt. Nach der Sache mit . . . mit Draco.“ „Mist“, murrte Ginny. Das machte die Sache um einiges komplizierter. Sie hatte keine Ahnung, wie sie den Kerl sonst finden sollten? Entweder er meldete sich wieder oder aber nicht. Und wenn er das nicht tat. . . Merlin, Hermione konnte doch schlecht den Rest ihres Lebens auf ein richtiges Lebenszeichen von ihm warten und auf Rückkehr hoffen.
„Was willst du dann jetzt machen?“ „Ich weiß es nicht“, schniefte sie. „Weiter warten, bis er sich vielleicht meldet?“, fragte Ginny skeptisch. Daraufhin zuckte die Brünette mit den Schultern, bevor sie schwach nickte.
„Wie lange willst du das aushalten? Seit dem letzten Brief und Lebenszeichen sind knapp 1 ½ Jahre vergangen.“ „Ich weiß. Aber der Krieg ist erst seit knapp fünf Monaten zu Ende. Vielleicht ist er verhindert oder so.“ Um nicht zu sagen gefangen, dachte Ginny.
„Na schön, aber. . . Du kannst nicht ewig warten. Ich denke, das ist dir auch klar? Ich finde, du solltest dir ein Zeitfenster stecken, wie lange. Sonst kommst du nie zur Ruhe“, mahnte Ginny sie und strich ihr etwas durch den leicht zerwühlten Schopf, während die Brünette über diesen Vorschlag nachdachte.
„Wie lange wäre angemessen?“, fragte sie dünn, mit beinahe tonloser Stimme. „Ich weiß nicht. Vielleicht bis Neujahr oder so?“, schlug Ginny ihr vor.
„Neues Jahr, neues Glück, neues Leben, neue Liebe?“ „Hm“, murmelte Hermione matt. Das wären noch reichlich drei Monate. Vermutlich sogar mehr, denn sie würde ja auch noch bis Ende Juni in Hogwarts sein. Bis sie ihren Abschluss hatte. Danach würde sie die Schule verlassen. Den Ort, an dem sie sich begegnet waren.
„Ich würde gerne bis zu unserem Abschluss warten wollen“, murmelte Hermione ihre Gedanken dann doch noch laut, was Ginny seufzen ließ, da sie diese Zeitspanne als zu lang empfand, aber nichts weiter dazu sagte. Immerhin war es Hermiones Entscheidung.
„Okay. Dann bis zu unserem Abschluss. Wenn er bis dahin aber nicht wieder aufgetaucht ist, solltest du ihn endgültig loslassen. Auch wenn es dir schwerfällt. Es bringt nichts, an vielleicht Verlorenem ewig festzuhalten. Du weißt doch auch noch, was Blaise zu dem Thema gesagt hat? Man sollte sein Leben nicht ungelebt an sich vorbeiziehen lassen.“ „Werd ich nicht, keine Angst“, lächelte Hermione matt und ließ sich noch kurz von Ginny halten und trösten.
„Und wegen des Briefs. . . Versuch es einfach nochmal. Einmal ist keinmal. Vielleicht war die Eule einfach nur überfordert. So kannst du dir am Ende auch nicht vorwerfen, nichts getan zu haben.“ „Dann muss ich einen neuen Sud ansetzen“, murmelte Hermione, mit allmählich wieder festerer Stimme. Ginny grinste und strich ihr erneut durch den Schopf.
„Ist für dich doch kein Problem.“ „Nein, aber ich glaube, ich mach das dann lieber bei Slughorn. Nicht das Draco wieder meckert, dass unser Wohnzimmer zwei Tage lang nach Troll stinkt.“ Daraufhin lachte Ginny.
„Der Gestank war aber auch abartig. Vielleicht hat Slughorn auch noch eine Idee, wie man den Zauber verstärken könnte?“ „Möglich.“ „Dann lass uns keine Zeit verlieren“, zwinkerte Ginny ihr zu, um sie etwas von ihren Sorgen und dem Kummer abzulenken. Kurz darauf waren sie im Gemeinschaftsraum, nachdem sich Hermione ein wenig frisch gemacht hatte. Dort trat Sally unsicher zu ihnen.
„Kann ich mal mit dir reden?“, richtete sie sich an Hermione, die sich zwar wunderte, dann aber nickte. „Sicher. Was gibt es denn?“ „Es ist wegen Draco.“ Ohhh, falsches Thema, dachte sich Ginny und sah unruhig zu ihrer Freundin. Diese blinzelte verdattert.
„Hat er irgendwas gemacht?“ „Nein. Also. . . Es geht eigentlich weniger um ihn. . . Obwohl, eigentlich doch.“ „Was denn nun?“, hakte Ginny nach, während Hermione ihre Mitschülerin ein wenig zur Seite nahm und sich setzen ließ, da sie recht nervös und unruhig wirkte.
„Also, was ist los? Gab es Ärger oder so?“ „Könnte man sagen. Weißt du. . . Ich hab letzte Woche zufällig mit Ernie mitbekommen, wie David, Jacob, Kevin, Justin und Adrian ihn ziemlich brutal zusammengeschlagen haben.“ Auf die Erklärung schüttelte es Hermione, ebenso wie Ginny blöd guckte.
„Nochmal. WAS?“ „Sie haben ihn blutig geprügelt. Als Ernie noch dazu gekommen ist, haben sich die Fünf verzogen. Wir wollten ihn dann eigentlich in den Krankenflügel bringen weil. . . Er sah wirklich schlimm aus. Er wollte aber nicht. Er meinte, es ging und hat sich dann selber mit ein paar Heilzaubern beholfen und. . .“ „Wann?“, unterbrach Hermione ihre Mitschülerin scharf.
„Mittwochnachmittag.“ Damit war Hermione vollkommen klar, wo er diese Einblutung her hatte. Dieser Idiot! Warum zum Henker hatte er ihr das nicht gesagt?
„Er wollte auch nicht, dass wir jemandem etwas sagen.“ „Warum?“, bohrte nun Ginny, die es genauso wenig verstand, wie Hermione.
Sally zuckte nur mit den Schultern, ehe sie bitter meinte: „Er sagte, es wäre seine Sache, um die er sich selber kümmern würde. Auch, dass ihm wohl keiner glauben und sie ihm ohnehin nur das Wort im Mund umdrehen würden.“ Auf die Erklärung sahen sich Ginny und Hermione kurz an, bevor Hermione mit dem Kopf schüttelte, wenngleich sie seine Gedanken ein klein wenig nachvollziehen konnte.
„Weswegen ich dir das jetzt doch sagen wollte. . . Nach dem letzten Ärger wegen des Ausbruchs. . .“ „Damit hat er nichts zu tun!“, nahm Hermione ihn sofort in Schutz und war bereits leicht auf 180. Sally nickte. Und zwar verständig.
„Das weiß ich. Ich glaube ihm, dass er damit nichts zu tun hat. Die Anderen aber nicht. Und gerade die Fünf. . . Ehrlich gesagt hab ich die Befürchtung, dass sie dadurch jetzt noch weiter gehen. Ich hab vorhin nur so halb mitbekommen, wie David und Jacob was, von wegen einer Abreibung getuschelt haben. Einem Plan. Ich denke, das ging um Draco und. . .“ „Ich hab schon verstanden. Danke Sally. Und du sagst, du und Ernie habt das letzte Woche gesehen?“ „Ja, warum?“ „Um es McGonagall zu melden. Dafür brauchen wir Zeugen. Wo die Zwei jetzt hin sind, weißt du nicht?“ „Nein. Sie sind dann in den Gängen verschwunden.“ „Schlecht“, meinte Ginny und sah zu Hermione, deren Hirn bereits auf Hochtouren arbeitete. Draco war vermutlich in den Kerkern bei Blaise und Charlie. Dort kamen die Idioten nicht hin. Besser, sie ging ihm entgegen, damit er gewarnt war.
„Geh zu Tonks und sag ihr Bescheid wegen dieser Idioten. Ich geh in die Kerker.“ „Okay.“ Damit verschwanden beide in den Gängen des Schlosses. Hermione zunehmend aufgebracht, wegen ihres Idioten.

۩ ۞ ۩


„Okay, sag an. Was ist los?“, bohrte Blaise, kaum dass sie sich in Charlies Zimmer verzogen hatten. Dort ließ sich der Blonde ein wenig geschlagen aufs Bett fallen, während seine Freunde in den beiden Sesseln Platz nahmen.
„Sie hat mich geküsst“, meinte Draco kurz und schmerzlos, worauf seine Freunde für einen Moment blöd guckten. „Kein Scherz diesmal?“, hakte Blaise nach. „Nein. Diesmal war sie nüchtern.“ „Ist doch gut. Wo ist dann das Problem?“, erkundigte sich Charlie.
„Das Problem ist, dass sich irgendein Teil ihres Hirns auf einmal wieder zugeschaltet hat, den ich ihr am liebsten rausreißen würde! Sie ist von mir weg, als hätte sie sich mörderisch die Finger verbrannt und hat mich genauso panisch angesehen wie letztens. Als ich etwas sagen wollte, hat sie eine Entschuldigung hervor gestammelt. Dass sie das nicht wollte, und nicht wusste warum. Als ich nochmal versucht hab was zu sagen, ist sie regelrecht in ihr Zimmer geflohen und hat sich darin verbarrikadiert. Und zwar mit allen nur erdenklichen Zaubern, von denen die Hälfte schwarzmagisch war. Ich hab mir sogar die Finger an ihrer Tür verbrannt, als ich mit ihr reden wollte“, murrte er, dem ein gedrücktes Schweigen folgte, in dem die Drei ihren Gedanken nachhingen.
„Das ist. . .“, begann Charlie, wusste am Ende aber nicht, was er dazu sagen sollte. „Ungünstig“, meinte Blaise und sah letztlich zu Draco.
„Deswegen geht sie dir aus dem Weg?“ „Yep“, brummte der Blonde und knietschte das Kissen in seinen Händen gefährlich zusammen.
„Wie soll ich bitteschön mit ihr über diese Sache reden, wenn sie nicht mit mir reden will?“ „Im Augenblick vielleicht erstmal gar nicht“, warf Charlie ein, zu dem die Beiden schließlich sahen.
„Warum nicht? Hermione will ihn. Sie weiß es bloß noch nicht richtig. Irgendwas gärt aber immer stärker in ihrem Unterbewusstsein“, warf Blaise ein.
„Stimmt schon. Aber wenn sie wieder so panisch war, da. . . Ich denke, es könnte sie überfordern, wenn du ihr jetzt ein Gespräch aufzwingst. Sie hat dich geküsst, hast du gesagt?“, sah Charlie zu Draco, der einfach nur nickte und diesem Gefühl nachhing. Kurz darauf sah der Brünette zu Blaise.
„Draco sollte ihr Zeit lassen, alles zu verarbeiten und zu verstehen. Hermione weiß selbst, dass sie das nicht ewig vor sich herschieben kann. Früher oder später wird sie von sich aus auf dich zukommen“, sah er zurück zu Draco.
„Sie wird diese Sache klären wollen. Vorher wird sie aber erstmal gründlich über alles nachdenken. Und wenn sie das tut, wird sie anfangen sich Fragen zu stellen. Je mehr Fragen umso besser. Zeig ihr einfach auch weiter, dass du ihr ein Freund bist. Wenn da kein Druck ist, wird es ihr leichter fallen den richtigen Weg zu finden. Wenn sie jetzt gerade nicht mit dir reden will, versuch ihr mittels Notizen klarzumachen, dass für dich alles in Ordnung ist. Dass du ihr nicht böse bist“, meinte Charlie.
Blaise war zwar nicht ganz so zufrieden mit diesem Plan, da er mehr auf Angriff setzte, allerdings hatte Charlie Recht. Auf lange Sicht war es sicher vernünftiger auch besser, Hermione nicht unter Druck zu setzen.
„Lass sie selbst das Tempo bestimmen. Damit fährst du vermutlich am besten“, meinte Charlie nochmal, worauf der Blonde nickte. Am Ende sah Charlie noch kurz nach seiner Schulter und behandelte diese etwas nach, bevor sich Draco verabschiedete, da er Hermione im Turm abgreifen wollte, ehe sie sich wieder wegschloss.
Als Vorwand, für ein neutrales Gespräch, bot sich eine abschließende Besprechung wegen des neuen Gemeinschaftsraums an, den sie am Samstag freigeben wollten. Vor der Arbeit und ihren Pflichten als Schulsprecherin würde sie sich garantiert nicht drücken. Wenn eines sicher war, dann das!
Als er im vierten Stock ankam, flog ihm unverhofft ein Fluch um die Ohren, den er mit Mühe abwehrte. Diesem folgten rasch zwei weitere, die aus einem toten Winkel kamen. Den Ersten bekam er noch gehändelt, der Zweite riss ihm jedoch den Zauberstab aus der Hand.
„Scheiße“, zischte er und sah die nächsten Farbblitze auf sich zuschießen, denen er aus- und damit immer weiter zurückwich, bis er mit dem Rücken an eine Wand stieß.
„Aufhören!“, rief er in den scheinbar leeren Gang, als neue Flüche aus dem Nichts in seine Richtung schossen. Diesen konnte er noch kurzzeitig ausweichen, bevor ihn einer an der ohnehin lädierten Schulter traf und gewaltsam gegen eine der Steinwände schleuderte.
Er schlug hart gegen diese und brach im Kommenden gänzlich zusammen. Noch im gleichen Moment blitzten Sterne in allen möglichen Farben vor seinem inneren Auge auf, über die sich ein tiefschwarzer Schatten zu legen drohte, gegen den er rebellierte und sich stöhnend auf den Rücken drehte.
Mit Mühe und Not rang er die drohende Bewusstlosigkeit nieder und blinzelte letztlich in den Gang. Er sah noch immer unscharf, was sich auch weiter mit allerlei Lichtblitzen und Sternen vermischte. Dennoch konnte er erkennen, wie aus dem Nichts ein paar Füße auftauchten.
Illusionszauber, dachte er und blinzelte ein paar Mal, um seine Angreifer klar zu sehen, obwohl er bereits ahnte, wer ihn hier aufs Neue attackiert hatte. Seine Vermutung bestätigte sich nur etwas später, als die Fünf nah genug waren und höhnisch, wie auch überheblich auf ihn herab blickten. Allen voran Entwhistle, der ihm schließlich mit aller Kraft auf den Brustkorb trat, worauf es knackte und dem Blonden ein kurzer Schrei entwich. Dieser ging in dem halb erstickten Keuchen beinahe zur Gänze unter.
„Wer ist jetzt die Made?“, höhnte der Ravenclaw und holte ein weiteres Mal mit dem Fuß aus, der sein Opfer diesmal in der Seite, halb in die Nieren, traf.
„Packt ihn!“, wies er seine Freunde an, die nicht lange fackelten.

۩ ۞ ۩


Holzkopf! Er war so ein sturer Holzkopf. Stur und zu stolz, um sich helfen zu lassen. Wenigstens mit ihr hätte der Idiot reden können. Aber nein. Der werte Herr war sich offensichtlich mal wieder zu fein. Argh!
Hermione war sauer. Stinksauer und rauschte dementsprechend geladen durch die Gänge. In den Augen ein zorniges Funkeln.
Wenn sie ihn in die Finger kriegte, konnte er was erleben, da würden ihm diesmal nicht einmal Blaise und Charlie helfen können. Ob die Beiden von der Sache mit den Fünf wussten? Sicher nicht, da Blaise garantiert mit ihr darüber gesprochen hätte.
Sie fragte sich unweigerlich, wie lange das vielleicht schon ging? Sicherlich seit Beginn des Schuljahres, immerhin hatten die Fünf sie gleich am ersten Unterrichtstag belegt, weswegen sie sich dann auch noch mit dem Blonden gestritten hatte. Und das nur, weil sie ihm hatte helfen wollen.
Blöde Reinblüter und ihr Stolz. Kerle im Allgemeinen! Was war denn bitte so schlimm, sich von einem Freund helfen zu lassen? Gut. Schön. Es war ihm da sicherlich in die Nase gestiegen, dass er sich von einer Frau hatte schützen lassen müssen. Das hatte Ginny ihr im Nachhinein auch noch gesagt. Dass sie ihn damit gewaltig in seinem männlichen Ego und dem Stolz verletzt und gekränkt hatte. Trotzdem konnte er doch mit ihr reden, wenn er Probleme hatte und. . .
„. . . jetzt hast du nicht mehr so die große Klappe, Frettchen?“ Auf den Satz, mehr noch das Frettchen, horchte sie auf, denn es gab nur eine Person in der ganzen Schule, die so genannt wurde. Nämlich ihr Frettchen. Damit huschte sie um die nächste Ecke und sah, was Sally ihr beschrieben hatte.
Da waren die fünf Unruhestifter zusammen mit Draco, den die beiden Löwen, David und Jacob, an den Armen gepackt, die Hände auf den Rücken verdreht, aufrecht hielten, während Kevin, flankiert von Justin und Adrian, vor ihm stand. Draco wirkte bereits stark angegriffen. Er hatte eine Platzwunde an der Augenbraue, wie auch Unterlippe und hing mehr im Griff der zwei Löwen, als dass er wirklich stand.
„Hast du echt geglaubt, dass du mit allem einfach ungestraft davon kommst?“, motzte Kevin und riss Hermione so aus ihrem kurzzeitigen Schock aufgrund des Bildes, was sich ihr bot. Kevin packte Draco dann auch schon am Kragen. Die Rechte hatte er dabei zur Faust geballt und leicht zum Schlag ausgeholt, als er ihn unheilvoll anfunkelte.
„Was hast du dir diesmal Schwarzmagisches von deinen verlausten Kumpanen schicken lassen? Spuck’s aus. LOS!“, brüllte er, worauf Hermiones Blick von Draco zu dem Ravenclaw flog. Ihre Augen begannen auf den Anblick gefährlich dunkel zu glitzern, als sie ihren Zauberstab zog und wütend, mit wehendem Umhang, auf das Grüppchen um Draco zu trat.
„LASST IHN SOFORT LOS!“, schrie sie gleichermaßen herrisch, wie zornig durch den Gang und schleuderte Kevin, ohne eine Reaktion abzuwarten, von Draco weg. Auf ihren Ausruf hob der Blonde den Kopf und sah eine Hermione Granger auf sich zukommen, der man gerade besser nicht im Weg stand. Ihre Haare waren aufgebauscht und die Augen funkelten dunkel vor Zorn, was ihn an eine Rachegöttin denken ließ.
„Verpiss dich, Granger!“, schnauzte Justin und versuchte, sie mittels Fluch zu verjagen. Doch da kannte er die Hexe schlecht. Sie wehrte problemlos die Zauber von ihm und Adrian ab und trat konsequent näher.
„Ich hab gesagt, ihr sollt ihn LOS LASSEN!“, brüllte sie aufs Neue und wollte im Kommenden David und Jacob angreifen, als sich Kevin sauer aufrappelte und ihr einen Schleuderfluch entgegenwarf, den sie nur noch aus dem Augenwinkel erfasste.
Dieser traf sie in die Seite und warf sie mit ähnlicher Wucht, wie Draco erst ein paar Minuten zuvor, gegen eine der Wände. Dort krachte sie gegen einer der alten Ritterrüstungen, mit der sie zusammenbrach und letztlich zwischen den zersprengten Einzelteilen regungslos liegen blieb.
Kevin besah es sich schnaubend und massierte sich leicht die Schulter, bevor er sich wieder ganz zu Draco drehte, dessen Blick fassungslos auf der Hexe lag. Seine Augen wurden immer größer, als er noch zusätzlich etwas erkannte, was ihn rot sehen ließ. Kevin packte ihn unterdessen erneut am Kragen und zerrte ihn ruppig ein Stück zu sich.
„Und jetzt REDE!“, keifte der Ravenclaw, worauf sich Dracos Blick in einem Ruck bei ihm einfand. Seine Augen wurden mit einem Schlag um mehrere Nuancen dunkler, in denen die schiere Mordlust aufflammte. Es war ein Blick, den Kevin nicht mehr verarbeiten oder gar begreifen konnte.

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