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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ängste

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Draco.“ Es war nur ein Flüstern im Wind, welches Hermione, bei dem sich ihr bietenden Anblick, zittrig über die bleichen Lippen kam. Diese begannen zu beben, als sich immer stärker die salzigen Tränen auf ihnen brachen. Diese wollten nicht aufhören zu fließen, während sich ihr Hirn standhaft weigerte zu begreifen, was sie hier Grauenvolles vor Augen hatte.
Sie konnte nicht mehr denken. Nicht mehr atmen, hatte sie das Gefühl, als die Erkenntnis der Dinge, dass das kein böser Traum war, sie wie unter einem Hammerschlag zu Boden warf. Dieser kam durch Blaise, der einen qualvollen Schrei ausstieß „NEIN!!!“, bevor er mit Charlie nach vorn stürzte.
Hermione war auf den Anblick auch weiter wie gelähmt, genauso Ginny, deren Mund in einer Schnappatmung auf und zu ging, ohne dass ein Laut ihre Kehle verließ. Harry ähnlich, dem ebenfalls sein Zauberstab entglitten war, aufgrund des sich ihm bietenden Bildes. In seinen Augen lag pure Fassungslosigkeit, vermischt mit blankem Entsetzen. Dieses wuchs noch stärker an, als die beiden Slytherins ihr Ziel erreichten und sich auf den blutüberströmten Boden fallen ließen. Dracos Blut.
„DRACO!“, schrie Blaise panisch und riss Hermione damit aus ihrer Schocklethargie, in die sie dieser Anblick versetzt hatte. Einer, der sie zwangsläufig an ihren ersten Besuch in Azkaban erinnert hatte. Genauso an einen ihrer Träume. Albträume. Seine bleiche Erscheinung. All das Blut. Diese ganzen Stich- und Schnittverletzungen auf seinem Körper. Es war ein Bild, das ihr drohte die Luft abzuschnüren.
Ihr entwich nur noch ein halb erstickter Laut, der in einem hysterischen Schrei seinen Ursprung hatte, bevor sie ihre Beine in Windeseile zu dem Blonden trugen, dessen Haupt gesenkt war.
Sie ließ sich vor ihm auf die Knie fallen und nahm sein kaltes, bleiches, blutverschmiertes Gesicht zittrig, aber dennoch behutsam, in die Hände. Zeitgleich lösten Blaise und Charlie in aller Hektik, fluchend die Ketten und Fußfesseln von ihm. Daraufhin verlor der bleiche Körper gänzlich seinen Halt und drohte zusammenzusacken.
Blaise fing die reglose Erscheinung seines Freundes allerdings sanft auf und zog ihn mit größter Vorsicht in seine Arme. Dabei stieß er auch weiter alle möglichen Flüche aus, die ihren Weg nicht mehr bis zu Hermiones Ohren fanden. Diese schotteten sich zunehmend ab, sodass sie, neben dem Pfeifen, nur noch das eigene Blut in diesen rauschen hörte.
„Draco?“, zitterte ihre Stimme fürchterlich, während ihre Finger über seine bleichen, blutigen Wangen glitten. Sein Anblick drohte inzwischen durch die immer stärker kommenden Tränen zu verschwimmen, die sie sich nicht einmal mehr wegstrich, sondern dem Blonden stattdessen das schwarze Tuch abstreifte.
Er hatte die Augen geschlossen und zeigte auch so keinerlei Regung, was ihr das Herz bedrohlich in Brand steckte. Ihr war es, als stünde sie in Flammen. Als würde sie ersticken und dabei gleichzeitig in ihren eigenen Tränen ertrinken.
Es war ein Gefühl, wie tausend Tode, was immer mehr Steigerung fand, als Charlie hektisch, wie auch zittrig an Dracos Hals nach dessen Puls suchte. Als er das tat, entwich Hermione ein Schluchzer nach dem anderen, während ihre Hand über den zerschundenen Oberkörper ihres Freundes zu seiner Rechten glitt, die sie verzweifelt festhielt.
Er war kalt. Sein ganzer Körper war eiskalt, was sie gequält zu Charlie sehen ließ, als ihrer Kehle ein verzweifeltes „Tu doch was!“ entwich. Charlie reagierte allerdings nicht gleich, sondern suchte auch weiter nach einem Lebenszeichen seines Freundes.
„CHARLIE!“, schrie Hermione schließlich hysterisch, worauf der Brünette zusammenzuckte, hart schluckte und endlich seinen Zauberstab zog. Er ließ ihn zittrig murmelnd über der Gestalt des Blonden kreisen, auf den Hermione nun mit Argusaugen sah. Dabei behielt sie vornehmlich die unzähligen blutigen Wunden im Blick, die sich aber nicht schlossen und auch sonst keine Veränderung zeigten, sodass es sie schmiss. Ihre Konzentration verlor sich im Kommenden verzweifelt auf den bleichen Zügen ihres Freundes, über die sie zittrig mit den Fingern strich.
„Draco? Wach auf. Bitte, wach auf“, weinte sie und sah erneut zu Charlie. „Charlie, bitte. . .“, schluchzte sie. Der Brünette, auf dem gerade die geballten Hoffnungen der Übrigen lagen, schüttelte jedoch knapp mit dem Kopf und fuhr sich fahrig fluchend mit der Zunge über die trocken gewordenen Lippen.
„Verdammte Scheiße“, zischte er, schloss die Lider und begann in einem anderen Tonus zu murmeln. Mit diesem sprach er neue Zauber, von denen Hermione noch nie etwas gehört hatte, denn es waren nicht die einfachen Standardzauber, sondern andere komplizierte. Vermutlich welche, die er von seinem Vater gelernt hatte. Für Notfälle, womit sie zurück auf Draco blickte, dem sie erneut zittrig über die Wange strich. Ihre Augen ruckten so immer wieder über seinen Körper, der endlich minimale Regungen zeigte, die hauptsächlich daher rührten, dass sich einige wenige der kleineren Wunde schwach schlossen.
Daraufhin sah Hermione zurück zu Draco, den sie auch weiter streichelte. Ihre Hand glitt dabei kurz durch seine, teils blutverschmierten Haare, während Blaise ihn behutsam in seinen Armen rüttelte. Seine dunklen Augen waren mittlerweile genauso verwässert, wie Hermiones.
„Komm schon, Draco. Mach keinen Scheiß. Bitte“, flüsterte er zitterig, wobei ihm die Stimme halb wegbrach und seine Tränen letztlich auf das scheinbar leblose Gesicht seines Freundes tropften.
„Fuck“, stieß Charlie erschöpft aus und ließ seinen Zauberstab sinken, worauf Blaise und Hermione gequält zu ihm schauten. Der Slytherin war inzwischen selbst kalkweiß und keuchte schwer vor Erschöpfung.
„Was . . . was. . .“, brachte Hermione nur Gestammel heraus und sah zu Charlie, der offensichtlich mit seinen Mitteln am Ende war.
„Ich krieg ihn nicht stabilisiert“, meinte er schuldig. „Seine Wunden. Er. . .“ „Dafür haben wir Pomfrey“, meinte Blaise und setzte dazu an, Draco richtig zu umfassen, um ihn endlich in den Krankenflügel zu bringen. Charlie hielt ihn allerdings auf den kleinsten Ansatz panisch zurück.
„Merlin, NICHT! Hör auf! Er hat massive innere Verletzungen und Blutungen. Wenn du ihn so zu Pomfrey schleppst, ist er tot, bevor du im ersten Stock bist!“ Daraufhin schluckte Hermione heftig und sah wieder auf den Blonden, der bereits jetzt so gut wie kein Zeichen des Lebens mehr aufwies. Da war nur der minimale Hauch eines Kondenswölkchens, das ihr verriet, dass er überhaupt noch atmete, denn sehen konnte sie es nicht. Seine Brust hob und senkte sich nicht. Zumindest nicht erkennbar. Seine Atmung schien unwahrscheinlich flach und schwach zu sein, aber er atmete noch.
„Sollen wir ihn hier liegen lassen oder was?“, schnauzte Blaise, zu dem Hermione schließlich sah. Er saß nun wirklich stocksteif da, um den Blonden nicht weiter zu bewegen, wie Charlie gesagt hatte. Dieser beschwor gerade eine warme Decke herauf, die er vorsichtig über die verletzte, stark unterkühlte Erscheinung Dracos legte.
„Natürlich nicht! Aber selbst der Transport mittels Trage durch das Treppenhaus kann schon zu viel sein!“, erklärte er, worauf Hermiones Hirn zu rattern begann.
„Sein Körper muss erstmal stabilisiert werden, damit er überhaupt weiter behandelt werden kann. Und das schaff ich nicht!“ Charlie schien darüber halb am Verzweifeln und damit war er nicht allein.
„Würde es denn mit einem Portschlüssel gehen?“, erkundigte sich Tonks ernst, die die Drei jetzt erst wieder bemerkten. Die Aurorin war, wie Dippet, inzwischen ganz bei den Freunden. Auch auf ihren Zügen fand sich eine starke Verunsicherung und übergroße Sorge wieder, die ihre Haare hatten weiß werden lassen. Dippet wirkte hingegen leicht überfordert, mehr noch geschockt, aufgrund der Szenerie.
Harry und Ginny standen, ähnlich bleich, nach wie vor halb am Zugang und starrten irgendwie ins Leere. Harrys Zauberstab lag auch weiter neben ihm auf dem Boden, genauso Hermiones ein paar Schritte von ihm entfernt.
„Ich . . . ich weiß nicht. Ich weiß nicht, ob er das verkraftet“, stammelte Charlie und fuhr sich fahrig mit der Hand durch die Haare.
„Irgendwas müssen wir aber machen. Verdammt, wenn wir ihn hier lassen, stirbt er auf alle Fälle!“, brachte Blaise die Sache auf den Punkt, worauf sich Charlie fertig mit den Händen kurz übers Gesicht fuhr und letztlich nickte.
„Okay. Der muss aber so vorsichtig wie möglich präpariert werden. Wir dürfen ihn nicht weiter bewegen. Sein Brustkorb ist zum Großteil zertrümmert. Er hat schwere innere Verletzungen und Blutungen. Und so wie es hier aussieht, hat er ohnehin schon viel zu viel Blut verloren“, zog Charlie eine knappe Bilanz, worauf Dippet nickte.
„Ich . . . ich werde mich darum kümmern. Ich. . .“, brach Dippet allerdings ab und sah nochmal fahl auf seinen Schüler, den man kaum noch als lebendig bezeichnen konnte.
Charlie nahm sich inzwischen wieder seinen Zauberstab „Beeilen Sie sich!“ und begann erneut diverse Zauber über den Blonden zu sprechen, als Hermione ein anderer Gedanke kam. Ein schnellerer, wie auch effektiverer.
„Dobby“, murmelte sie, worauf die Jungs sie fragend ansahen. „Was?“ „Dobby!“, meinte Hermione nun aber lauter. Damit klärte sich ihr Blick schlagartig, bevor sie ein drittes Mal, nun wirklich laut und fordernd, nach dem Elfen rief. Schrie.
„DOBBY! Komm her. Bitte!“ Kurz darauf machte es plopp und der Elf erschien, wie gewohnt, in einer Verbeugung. „Miss Hermione haben geru-“, verstummte der Elf jedoch abrupt, als er den Kopf hob und die Traube vor sich entdeckte. Allen voran die halb tote Erscheinung Dracos.
„Was. . . NEIN!“, jaulte der Elf auf und kam mit tellergroßen Augen ganz auf die Freunde zugestürzt. „Master Draco? Junger Herr?“, heulte der Elf, den sich Hermione ran zog.
„Dobby? Dobby! Hör zu“, rüttelte sie das kleine Geschöpf ein wenig bei den Schultern, das dann auch schon heulend zu ihr sah.
„Kannst du mit Blaise und Draco sicher zu Madam Pomfrey apparieren? Er darf nicht bewegt werden. Hast du verstanden? Kannst du das? So vorsichtig wie möglich?“ „Ja. . . JA!“, erwiderte der Elf lautstark, worauf Hermione nickte und sich kurz mit der Zunge über die Lippen fuhr, an denen etwas die salzigen Tränen klebten. Ihr Blick fand sich im Kommenden bei Charlie ein, der zustimmend nickte, sodass sie wieder zu dem Elf sah.
„Dann mach das. Danach kommst du sofort zurück und holst Charlie“, wies sie ihn weiter an, worauf er abermals nickte und ganz zu Blaise trat. Er griff mit einer Hand nach dem Arm des dunkelhäutigen Zauberers, mit dem er Draco halb stützte, bevor der Elf Dracos Hand vorsichtig umfasste, die Hermione bis eben noch fest umschlossen hatte. Kurz darauf ertönte ein Plopp und die drei Gestalten waren weg.
„Zündende Idee“, murmelte Charlie matt, als es erneut plopp machte und Dobby zurück war, um Charlie zu holen. Der griff ohne weiteres nach der Hand des Elfen, der ihn zu Madam Pomfrey brachte, damit er ihr helfen konnte.
Hermione wischte sich dann auch gleich die Tränen weg und stand wankend auf, um ebenfalls in den ersten Stock zu verschwinden. Nach ein paar Schritten versagten ihr ihre Beine jedoch den Dienst.
Ihr eben noch gestochen scharfer Verstand verlor sich schlagartig aufs Neue in einem dumpfen Nebel aus Schmerz, Kummer, Verzweiflung und Angst, als der Schock zurückkam.
Sie begann hemmungslos zu schluchzen und zu weinen, was Ginny und Harry endlich aus ihrer Trance riss, die rasch zu ihrer Freundin traten. Ginny zog sie ohne ein Wort fest in die Arme und ließ sich die Schulter vollheulen.
„Sch. Das wird schon wieder. Madam Pomfrey und Charlie kriegen ihn wieder hin. Ganz bestimmt“, hauchte sie. Das allerdings recht zittrig, da dieses verstörende Bild, von vor nicht einmal 10 Minuten, noch immer überdeutlich vor ihren Augen umher tanzte und ihren Magen seltsam rebellieren ließ.
Harry wusste nicht wirklich, was er sagen oder tun sollte? Auch ihn hatte ein unangenehm flaues Gefühl befallen, was sich noch mehr als ohnehin schon mit seinem schlechten Gewissen vermischte, als er Hermione tröstend über den Rücken strich. Mit seinen Gedanken war er jedoch weiterhin weg.
Er schämte sich maßlos dafür, dass er tatsächlich kurzzeitig in Erwägung gezogen hatte, dass der Blondschopf trotz allem wieder irgendetwas Bösartiges im Schilde führen könnte. Dass er, wie Ron so feindselig vor sich hin spuckte, doch irgendwie wieder gemeinsame Sache mit den Death Eatern machen könnte. Dass er ihnen allen Schaden wollte, obwohl das nach der Schlacht eigentlich völliger Humbug war. Er hatte da bereits überdeutlich bewiesen, wo er stand und trotzdem hatte sich Harrys Vertrauen auf den kleinsten Wink in Nichts aufgelöst und stattdessen seinem schon fast krankhaften Misstrauen erneut den Platz überlassen. Der gewohnten und vermutlich auch bequemeren Vorstellung, dass Malfoy . . . dass Draco, der Böse hier in diesem Spiel war. Das jetzt aber. . . Es ließ ihn aufs Neue schaudern, was er vor ein paar Minuten hatte mit ansehen müssen, womit seine Konzentration zurück auf seine aufgelöste Freundin fiel, die eine so viel bessere Menschenkenntnis hatte, als er.
Sie hatte ihre Bedenken, die Abneigung, wie auch den alten Hass gegen Draco bereits vor Monaten über Bord geworfen und tief vergraben. Harry wusste, dass sie ihm vertraute. Dass sie ihn gern hatte. Sehr gern. Dass sie in ihm genauso einen Freund gefunden hatte, wie in den anderen beiden Slytherins. . . Wie in Blaise und Charlie, korrigierte er sich erneut gedanklich und nahm sich fest vor, ihrem Beispiel endlich mehr, wie auch richtig zu folgen und seine Abneigungen und die Vorurteile gänzlich hinter sich zu lassen. Diese Dinge hatten in der neuen Zeit, einer Zeit nach dem Krieg, nichts mehr zu suchen.
„Hermione? Hey, komm. Das wird schon. Madam Pomfrey weiß was sie tut. Und Ha- Charlie auch“, versuchte er sie zu beruhigen und bekam für seine Wort- und Namenswahl, von Ginny ein kleines Lächeln geschenkt, bevor auch diese sich an ihre aufgelöste Freundin richtete.
„Harry hat Recht. Draco lässt sich nicht so leicht unterbuttern. Das weißt du. Und mit Madam Pomfrey und Charlie da. . . Sie werden sich richtig um ihn kümmern, damit er wieder auf die Beine kommt“, sprach sie ihr aufmunternd zu und half ihr letztlich auf, um mit ihr in den ersten Stock zu gehen. Harry, der ihnen folgen wollte, sah dann nochmal zu Tonks, die gedankenversunken mit Dippet auf dem Boden hockte und irgendetwas betrachtete.
„Tonks?“, rief er die Aurorin, doch sie reagierte nicht, weshalb er unsicher zu ihr trat. Als er näher kam, konnte er erkennen, dass sie einen Teil des angetrockneten Blutes hatte verschwinden lassen und sich stattdessen nachdenklich, mehr noch sehr ernst, ein paar Brandspuren auf dem Boden besah. In der rechten Hand hielt sie etwas, was sich bei genauer Betrachtung als ein Zauberstab entpuppte, der in zwei Teile zerbrochen war. Dracos.
„Tonks?“, rief er sie erneut, sodass sie zu ihm aufsah. Ihre linke Hand ruhte auch weiter auf den Brandmalen. „Was?“ „Ist alles in Ordnung? Also, ich meine . . . ähm. . . Sollten wir nicht langsam gehen?“ Daraufhin seufzte sie.
„So ungern ich das auch sage, aber das hier ist ein Tatort. Noch dazu einer, der verschwindet, sobald wir den Raum verlassen. Ich kann nicht gehen, ehe ich mich nicht gründlich umgesehen habe. Vielleicht haben der oder die Täter Spuren hinterlassen.“ „Stimmt. . . Jaah“, stammelte Harry etwas unschlüssig und kratzte sich verlegen am Hinterkopf, bevor er selbst nochmal auf die Spuren blickte, die Tonks offensichtlich so nachdenklich machten. Neben diesen sah er noch einige leere und zerbrochene Phiolen auf dem Boden liegen.
„Was ist das?“, fragte er schließlich und deutete auf die Brandflecke. „Fluchspuren.“ „Fluchspuren?“, wiederholte Harry verwirrt. Tonks nickte.
„Was . . . was für Fluchspuren? Ich mein . . . ähm. . .“, wusste er nicht, was er sagen sollte, womit die Aurorin ihn etwas zur Seite nahm.
„Das sind Brandspuren eines fehlgeleiteten Todesfluches.“ „Was?“, keuchte Harry auf ihre Erklärung entsetzt und sah zu Dippet. Dieser machte ein ernstes, recht nachdenkliches Gesicht, während er ein paar der Phiolen näher in Augenschein nahm, daran schnupperte und schließlich einsammelte.
„Wie . . . wie jetzt?“, setzte Harry nach. Nicht sicher, ob er tatsächlich wissen wollte, was Tonks ihm dazu zu sagen hatte? Diese sah ihn sehr ernst an.
„Ich denke, du weißt, wie sich der Avada auswirkt, wenn er auf leblose Gegenstände trifft?“ „Wie ein Explosionszauber.“ Daraufhin nickte Tonks und deutete ihm auf die Brandspuren.
„Die ganzen Spuren hier sind eindeutig das Resultat dieses Fluchs.“ „23“, murmelte Dippet, der die stärksten Einschläge in den Stein gezählt hatte, die er sehen konnte.
„Was . . . was heißt das? Was bedeuten diese Spuren?“, wurde Harry sichtlich unruhig, als sich immer mehr der Einzelheiten in seinem Kopf zu einem Bild zusammensetzten.
Draco, der keinen halben Meter von diesen Einschlagspuren entfernt, wehrlos und zudem schwer verletzt festgemacht war. 23 Einschläge, was nichts anderes hieß, als das jemand diesen Fluch genauso oft direkt vor seiner Nase ausgesprochen haben musste. Er hatte die Augen verbunden gehabt. Er hatte damit nicht wissen können, wohin der Zauberstab zielte. Ob jetzt auf den Boden oder auf . . . ihn.
Mit einem Mal wurde Harry hundeübel, als er dieses mögliche Schauspiel ungeahnt vor Augen hatte. Er kam nur noch dazu, sich wegzudrehen und ein paar Schritte zur Seite zu taumeln, als sich die spärlichen Reste seines Essens einen Weg zurück ans Tageslicht suchten.
So stand er zittrig, die Hände auf den Knien abgestützt, da und kämpfte damit, das flaue Gefühl in seinem Körper irgendwie wieder in den Griff zu bekommen.
„Ganz ruhig“, gewahrte er Dippet nach einer Weile in einem dumpfen Echo neben sich, der ihm ein feuchtes Tuch reichte, was er nur zu gerne nahm und sich damit über das plötzlich noch fahlere Gesicht fuhr.
„Ich schätze, Sie sind von selbst darauf gekommen, was diese Spuren bedeuten“, vermutete sein Professor ruhig und sah ihn entschuldigend an. Harry schluckte hart, bevor er kaum merklich nickte.
„Wieso? Ich mein. . . Was . . . was soll das? Warum sollte jemand . . . sollte jemand den Fluch auf den Boden abfeuern, wenn sie. . .“ Wieder schluckte er heftig, um den bitteren Kloß in seinem Hals zu vertreiben.
„. . . wenn sie ihn . . . umbringen wollten?“ „Folter“, warf Tonks nur ein Wort in den Raum, was ihn fast noch blasser werden ließ. Damit war die Hexe bei ihm, um ihm in Ruhe zu erklären.
„Es gibt nicht nur eine Art, einen Menschen zu foltern und zu brechen. Man unterscheidet zwischen einer schwarzen Folter, was die körperliche, und damit mit physischen Schmerzen verbundene Folter ist, und einer weißen, die mehr darauf zielt, die Psyche und den Geist zu quälen. An letzterer kann man schneller zerbrechen, als an einem körperlichen Schmerz, da der Körper da irgendwo noch über die Schutzfunktion verfügt, die einen in die Bewusstlosigkeit driften lässt, wenn es zu viel für den Geist wird. Bei einer weißen Folter kann man das nicht. Der Geist kann sich in dem Fall keinen Fluchtpunkt suchen.“ „Und sie haben . . . haben ihn . . . haben das bei ihm gemacht?“ „Höchstwahrscheinlich, ja. Die Brandspuren sind der deutlichste Beweis. Genauso die Unmengen von Blut. Charlie hat vorhin noch gesagt, dass er viel zu viel Blut verloren hat. Seine Verletzungen sahen zwar übel aus, aber so viel Blut kann er alleine durch die Schnittwunden kaum gelassen haben.“ „Unter Umständen doch“, mischte sich Dippet dazwischen und reichte der Aurorin eine der Phiolen.
„Dem Geruch nach Heil- und blutbildende Tränke. Ich schätze, die Täter haben ihn damit auf einem halbwegs stabilen Level, und so vermutlich auch bei Bewusstsein gehalten. Wenn man ihn tatsächlich noch auf diesem Weg gefoltert hat, dürfte er durch den dadurch entstandenen Adrenalinschock, immer wieder aufs Neue verstärkt Blut verloren haben. Immerhin. . . Was gibt es für eine größere Angst, als die scheinbare Gewissheit, jede Sekunde den Tod zu finden?“, fragte Dippet ruhig, worauf Harry erneut schlecht wurde.
„Das ist. . .“ „Widerlich, abstoßend, krank?“ „Ja!“ „Ich weiß. Es war eine beliebte Methode der Death Eater, um ihre Opfer zu Tode zu quälen.“ „Death Eater? Warte. Sekunde. Soll das heißen, das waren Death Eater?“, spie er entsetzt, worauf Tonks mit dem Kopf schüttelte.
„Nein. Nein, das denke ich nicht. Es ist zwar eine ihrer Taktiken und ähnelt auch so ihrer Handschrift, aber zum einen. . . Wie sollten sie in die Schule gekommen sein? Und zum anderen würde Draco dann definitiv nicht mehr Leben, wenn sie ihn in die Finger bekommen hätten. Sie wissen, dass er sie verraten hat. Und das auf allen nur erdenklichen Ebenen. Mit Verrätern haben sie kurzen Prozess gemacht. Sie hätten ihn vermutlich richtig verstümmelt und zu Tode gequält. Sie wären nicht das Risiko eingegangen, dass man ihn noch lebend findet. Dass man ihn überhaupt findet. Nein, das hier war jemand anderes“, grübelte Tonks, während Harry versuchte, all das irgendwie zu verarbeiten.
„Wer?“, fragte er nach einer Weile mit staubtrockener Kehle, worauf Tonks hilflos mit den Schultern zuckte. „Ich hab keine Ahnung. Es kommen dafür zu viele Leute infrage.“ „Wie meinst du das?“ Daraufhin seufzte sie und warf Harry nur ein Wort zu.
„Rache.“ „Was?“ „Es gibt in der magischen Welt mehr als genug Leute, die durch die Death Eater geliebte Menschen verloren haben. Und es gibt zahllose von ihnen, die dafür Rache wollen. Persönliche Rache, nach dem Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Es sind noch immer einige Death Eater auf der Flucht, wo nun auch noch der Ausbruch aus Azkaban hinzukommt. Genauso die wilden Spekulationen des Daily Prophets, die sich zwar indirekt, aber dennoch überdeutlich auf Draco beziehen. Einen 18-Jährigen, der in den Augen der großen Allgemeinheit, trotz der Beweislage zur Verhandlung und des Urteils des Gamots, scheinbar ungeschoren davon gekommen ist. In den Augen vieler ein perfekter Sündenbock, wenn du mich fragst. Das kam schon zur Verhandlung deutlich rüber. Ich weiß nicht, inwieweit sie dir von der Sache mit Megan erzählt haben?“ „Dass sie Hermione angegriffen hat.“ „Weißt du auch warum?“, bohrte Tonks. Harry zuckte mit den Schultern.
„So weit kam es gar nicht zur Sprache.“ „Ich sag dir warum. Megan ist so eine Person. Sie wollte zur Verhandlung Draco den Mord an ihrem Vater anlasten. Und das vermutlich aus dem einfachen Grund, weil der wirkliche Täter wohl nie gefunden werden würde. Sie hat Hermione dann aus Wut und Frustration attackiert, da sie dem Gamot das Gegenteil beweisen konnte. Dass Draco nichts damit zu tun hatte. Megan fehlt die Genugtuung für ihre Familie. Und das nach wie vor. Wenn ich ehrlich sein soll, hab ich im Moment auch mehr ein Auge auf dieses Mädchen, als auf Draco. Ich trau ihr nicht. Bei Draco weiß ich, dass er keinen Blödsinn macht. Dafür hat Hermione ihn zu gut im Griff. Davon abgesehen, will er seine Ruhe haben. Er will das alles endlich hinter sich lassen, was ich nur zu gut verstehen kann. Er hat einen Großteil seiner Kindheit und jetzt auch Jugend, unter diesen Psychopathen leben müssen. Von dem wie will ich mir keine Vorstellung machen. Was Narcissa mir da teils erzählt hat, da . . . da will ich eigentlich gar nicht näher darüber nachdenken.“ „Und was wollen Sie jetzt wegen der Sache hier unternehmen?“, mischte sich Dippet wieder in das Gespräch ein. Und das recht ernst.
„Ich weiß es noch nicht. Auf alle Fälle Remus Bescheid geben und ich denke, dann heißt es Akten durchsehen.“ „Was ist mit diesem Mann, von dem Sie gesprochen haben? Der in Hogsmeade schon einmal die Schüler angegriffen hat?“ „Gibson? Er käme als Täter infrage, zumal er auch verschwunden ist. Nur bleibt die Frage, wie er ins Schloss gelangt ist? Die Magie über der Schule lässt nur Schüler und Lehrpersonal auf das Gelände. Oder Personen mit einer Sondergenehmigung der Direktorin.“ „Und wenn er über einen Geheimgang gekommen ist? Über den der Heulenden Hütte oder Honeydukes?“, warf Harry ein. Tonks schüttelte mit dem Kopf.
„Die Gänge, die nicht durch die Schlacht beschädigt wurden, wurden nachhaltig mit demselben Zauber belegt. Für fremde Personen ist das Gelände nicht mehr betretbar. Auch nicht über die Geheimgänge“, erklärte Tonks, was Harry brummen ließ.
„Wenn Gibson tatsächlich der Täter war, dann muss er Hilfe gehabt haben. Irgendjemand, der einen Weg gefunden hat, ihn unbemerkt ins Schloss zu holen. Jemand, der Draco frenetisch genug hasst, um ihm Derartiges anzutun. Vermutlich ist es jemand, der Familie oder Freunde, an die Death Eater verloren hat. Und das höchstwahrscheinlich auf recht brutalem und grausamem Weg. Unter Umständen auf die gleiche Art und Weise, wie Draco jetzt gequält wurde“, seufzte Tonks und rieb sich mit dem Handrücken fertig über die Schläfe.
„Wer würde Ihrer Meinung nach da infrage kommen?“, hakte Dippet nach. „Ich weiß es nicht. Aber so wie die allgemeine Stimmung und Lage derzeit ist, könnte es so gut wie jeder gewesen sein.“ „Denkst du wirklich?“ Harry war skeptisch.
Als ob in jedem seiner Mitschüler ein herzloser Mörder stecken würde. Selbst Draco, dem er früher wirklich alles zugetraut hatte, hatte Dumbledore am Ende nicht getötet. Er hatte es nicht gekonnt, mehr noch nicht gewollt, wie Hermione gesagt und er selbst damals ja auch deutlich auf dem Astronomieturm gesehen hatte. Vom Rest seiner Mitschüler wollte ihm da gleich gar niemand für eine derartig grausame Bluttat einfallen. Tonks sah ihn auf seine Frage jedoch recht geschlagen an.
„Mir ist klar, dass du das die vergangenen Tage und Wochen vielleicht nicht so gesehen hast, oder nicht sehen wolltest. Aber ich denke, es ist nur zu offensichtlich, dass der Großteil der Schüler Draco nicht hier haben will, was sie ihm auch zeigen. Durch den Ausbruch ist es sogar noch schlimmer geworden. Hermione hat es dir vermutlich nicht erzählt, aber mit Erscheinen des Artikels und den wilden Mutmaßungen des Daily Prophets, dass Draco etwas damit zu tun haben könnte, ist ein derartiger Druck entstanden, dass sich über ein Dutzend Schüler auf Draco, Blaise, Charlie und Hermione gestürzt haben. Sie haben versucht, die Vier, allen voran Draco, zu verfluchen und zu verletzen. Darunter waren auch Fletchley, Entwhistle und Baldwin, die Draco schon seit dem ersten Tag traktieren und verprügeln, was jetzt am Mittwoch soweit eskaliert ist, dass auch Hermione verletzt wurde, weil sie ihm helfen wollte. Darüber hinaus hat er sich dann wieder über seine Auflagen hinweggesetzt und den Fünf gezeigt, dass er sehr wohl auch austeilen kann.“ Daraufhin schluckte Harry.
„Die komplette Schule ist momentan ein riesiger Hexenkessel, dessen ganzer Druck sich auf Draco ablädt. So gesehen gibt es aus meiner Sicht leider mehr als genug Personen, die dazu bereit wären, ihm derartiges anzutun oder ihn einer solchen Folter durch jemand anderen zu überlassen. Der einzige Punkt, nach dem ich mich im Augenblick minimal richten kann, ist die Sache mit den Scheinhinrichtungen. Dass Draco die Augen verbunden hatte, diente sicherlich nur in zweiter Hinsicht der Verschleierung der Täter. Ich denke, sie wollten ihn damit nur noch mehr der Ungewissheit der Dinge überlassen, denn das man ihn umbringen wollte, ist nur zu offensichtlich. Seine massiven Verletzungen und dann auch noch der Punkt, ihn gerade hier zu verstecken. . . Unter normalen Umständen hätten wir ihn hier nie gefunden, geschweige denn überhaupt gesucht. Dass du die Karte von Remus noch hast und mit Hermione letztlich richtig vermutet hast . . . wir ihn noch rechtzeitig entdeckt haben. . . Das war pures Glück!“, entwich es Tonks matt, allerdings zwang sie sich noch ein kleines Lächeln auf die Lippen, was nicht mehr als Schmerz und tiefe Sorge widerspiegelte.
Sie wirkte auf Harry in dem Moment unendlich müde und auch stark gealtert. Nicht auf eine körperliche, sondern viel mehr mentale Art. Ihm war klar, dass sie diese Geschichte nicht so kalt ließ, wie es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Verständlich, immerhin war Draco ihr Cousin. Und so wie Harry das mitbekommen hatte, dann hatten die Beiden inzwischen eigentlich ein richtig gutes Verhältnis zueinander.
„Wie dem auch sei. Unter Umständen kann er sich an irgendwelche Details erinnern. Vielleicht auch an ihre Stimmen. Die Hauptsache ist erstmal, dass er wieder auf die Beine kommt. Alles andere müssen wir dann nach und nach sehen. Ich denke, mehr können wir hier jetzt auch nicht mehr tun. Lass uns runter gehen. Ich will wissen, was mit ihm ist“, richtete sie sich an Harry, der einfach nur nickte und bloß noch Hermiones, wie auch seinen Zauberstab einsammelte, bevor er mit Tonks und Dippet diesen Horrorraum verließ.
Hinter ihnen schloss sich die Tür von selbst, die sich hoffentlich nie wieder zu diesem dunklen, kalten Gewölbe öffnen würde.

۩ ۞ ۩


Vor dem Krankenflügel lief Blaise Schneisen und würde damit bald Furchen in den Steinboden getrampelt haben. Charlie hatte schon vor einer ganzen Weile aufgegeben, ihn zur Ruhe zu bewegen, zumal er mit sich selbst und seinen Gedanken mehr als genug zu tun hatte.
Etwas neben ihm saßen die Mädchen, wo Hermione noch immer halb in Ginnys Armen versunken lag. Der Brünetten drang hin und wieder noch ein leises Schluchzen und Schniefen aus der Kehle, als Tonks mit Harry und Dippet endlich kam.
Als Tonks die Vier sah, wurde ihr erneut anders, denn Blaise’ Klamotten waren von oben bis unten mit Dracos Blut durchtränkt. Charlies Hemd sah ähnlich aus, genauso Hermione, die sein Blut nicht mehr nur an den Händen, sondern teils auch etwas im Gesicht und den Haaren hatte.
So konnten sie unmöglich hier sitzen bleiben, weshalb Tonks die Drei erstmal säuberte. Keiner von ihnen bemerkte es. Zu sehr waren sie mit ihren Gedanken weg, was die Aurorin dennoch nicht daran hinderte, mit einem leisen „Und?“ unsicher in die Runde zu fragen.
Ihr Blick blieb am Ende bei Charlie kleben, der nur kurz mit den Schultern zuckte, bevor er sich wieder seinen düsteren Vorstellungen hingab und sein Blick ins Leere glitt. Harrys Konzentration fiel zeitnah auf die beiden Mädchen, wo er sich zu Hermiones Linker platzierte und seiner Freundin erneut tröstend über den Rücken strich.
„Hey. Es wird schon alles werden. Bei Madam Pomfrey ist er doch auch in guten Händen. Das weißt du.“ „Ich hätt ihn eher suchen sollen“, schluchzte Hermione ihm bitter dazwischen.
„Ich hätt ihn suchen sollen, als er um Eins noch nicht da war.“ „Mensch, Mione. Woher hättest du das denn wissen sollen? So etwas konnte doch keiner ahnen.“ „Harry hat Recht, Süße. Mach dich nicht so fertig. Er wird schon wieder gesund. Hm?“, drückte Ginny sie noch etwas mehr an sich und hauchte ihr einen beruhigenden Kuss auf den Haaransatz, in den sie sich leicht kuschelte.
Ihr Blick wanderte dann auch mal von ihrer Freundin zu Blaise, der mittlerweile vor Wut und Zorn, schnaubte wie ein Walross, bevor er plötzlich, ohne Vorwarnung, einen lauten Schrei ausstieß. In der nächsten Sekunde krachte seine Faust mit voller Wucht gegen die nackte Steinwand, sodass irgendetwas zerbrach.
„Blaise!“, zischte Charlie und war prompt auf den Beinen, als sein Freund schluchzend in die Knie zusammensackte. Kurz darauf war Charlie ganz bei ihm und zog ihn zu sich, was ihn nur noch mehr schluchzen ließ. Darunter konnte man dennoch recht deutlich seine wütenden Worte hören.
„Ich bring ihn um. Ich bring diesen Bastard um, der ihm das angetan hat.“ Auf diese Worte verzog Ginny gequält das Gesicht und richtete sich leise an Hermione.
„Ich . . . ich bin gleich wieder da“, hauchte sie ihrer Freundin zu, die Blaise’ Anfall genauso beobachtet hatte und kaum merklich mit dem Kopf schüttelte.
„Geht . . . geht schon wieder“, schniefte sie dünn, worauf Ginny unschlüssig nickte, dann aber doch zu den Jungs trat und Blaise nun ein bisschen zu sich nahm, während Charlie seine zermatschte Hand, soweit er konnte, versorgte. Es war ein Bild, dem Harry und Hermione kurz mit Blicken folgten, bevor sich Hermione an die Schulter ihres Freundes lehnte, der sie gleich gänzlich in die Arme schloss.
„Hat Ginny mal mit dir geredet?“, fing Harry nach einer Weile belanglos an, da die inzwischen vorherrschende Stille fürchterlich an seinen Nerven zehrte.
„Worüber?“, blickte Hermione müde, mit feuerroten Augen, zu ihm auf. Nebenher fiel ihr Blick durch eines der hohen Fenster. Sie bemerkte da erst, dass es draußen bereits stockdunkel geworden war. Sie mussten schon seit ein paar Stunden hier sitzen. Dippet und Tonks waren zwischenzeitlich auch mal kurz verschwunden gewesen. Vermutlich Meldung machen und alles. Vor einer Weile war Tonks zurückgekommen und harrte auch weiter mit ihnen der Ungewissheit entgegen.
„Ähm. . . Ist vielleicht jetzt nicht gerade der beste Zeitpunkt aber. . . Wir sind nicht mehr zusammen.“ „Was?“, sah Hermione ihn nun doch etwas verblüfft, wie auch verwirrt an. Harry nickte und erklärte ein wenig unbeholfen.
„Schon seit längerem. Weißt du. . . Wir haben in den Ferien gemerkt, dass diese Spannungen, die wir immer zwischen uns gespürt hatten, mehr nur eine Schwärmerei waren. Als der ganze Stress und die Angst durch den Krieg und das alles plötzlich weg war und wir richtig Ruhe hatten, da . . . da haben wir beide irgendwann gemerkt, dass wir doch nicht so ineinander verliebt waren, wie wir immer dachten. Ich mein. . . Ginny hat für mich geschwärmt, seit sie zehn war. Ich hab sie aber nie weiter beachtet, bis sie angefangen hat, sich mit anderen zu treffen. Ich weiß nicht, wie man das in der Fachsprache nennt, aber Dinge haben ja immer mehr ihren Reiz, wenn man sie nicht haben kann. Wenn man es dann hat, verliert es manchmal seinen Reiz, wenn es nicht so ist, wie man es sich vorgestellt hat. Irgendwie so ähnlich war das wohl bei uns. Dieses Verlangen war plötzlich weg. Wenn wir uns geküsst haben, das hat sich für mich dann ein bisschen so angefühlt, als ob ich meine Schwester küsse. Wir haben angefangen, uns aus dem Weg zu gehen, weil die Situation immer so komisch war. Nach der Party in den Kerkern und Rons wüsten Anschuldigungen da . . . da haben wir uns mal in Ruhe zusammengesetzt und über alles gesprochen. Ich hab ihr meine Sicht der Dinge geschildert und sie mir ihre. Wie sie sich fühlt und so. Ich war ehrlich gesagt erleichtert, dass es nicht nur mir so ging, weil. . . Ich wollte ihr nicht wehtun. Ich mein. . . Ich hab sie ja schon immer gern gehabt. Mittlerweile weiß ich aber, dass es das Gleiche ist, wie bei dir. Dass sie für mich mehr wie eine . . . wie eine kleine Schwester ist. Ich will sie beschützen und ich will, dass es ihr gut geht und sie glücklich ist, genauso wie du. Ihr seid für mich zu meiner Familie geworden und. . .“ Zu mehr kam Harry nicht, da Hermione ihm eine Hand auf die Wange legte, während sie ihm auf die andere einen kleinen Kuss gab, was ihn verwirrt schauen ließ.
„Wofür war der?“ „Für den besten Bruder der Welt“, hauchte Hermione und ließ sich wieder von ihm in die Arme nehmen, in die sie leise sprach.
„Mir ist vor einer Weile schon aufgefallen, dass irgendwas zwischen euch anders ist. Ich hab Ginny dann geraten, dass ihr mal über alles sprechen solltet. Allerdings hat sie das im Nachhinein mit keiner Silbe erwähnt.“ „Wir hatten uns für den Anfang darauf geeinigt, dass es vermutlich besser ist, für alle, dass wir diese Sache jetzt nicht an die große Glocke hängen. Die Stimmung ist derzeit ohnehin eine Katastrophe. Ich hatte ehrlich gesagt etwas die Befürchtung, dass die Anderen Ginny vielleicht angreifen, weil sie mich, in deren Augen, abserviert haben könnte. Wegen eurer Freundschaft zu den Slytherins. Sie haben Ginny, als sie Draco wegen des Artikels über den Ausbruch verteidigt hat, ja auch recht wüst beschimpft und verbal angegriffen.“ Als Harry daran dachte, kam er dennoch nicht umhin, ein wenig zu schmunzeln, was Hermione verwirrte.
„Und was ist daran jetzt lustig?“ „Nichts. Allerdings war es amüsant, wie Nott Entwhistle einen Fluch, Marke Flederwicht, auf den Hals gehetzt hat, als der Ginny beleidigt hat. Eigentlich wollte ich, aber er war schneller.“ „Theo ist im Grunde auch ganz nett“, meinte Hermione und legte den Kopf wieder an Harrys Schulter, der sie auch weiter hielt und ihr beruhigend über den Oberarm rieb.
„Die Jungs scheinen alle nett und . . . und freundlich zu sein, wenn man sie lässt. Astoria und Daphne auch. Wir hatten wirklich viel Spaß, als wir in den Kerkern waren. Sie konnten und . . . und durfte alle scheinbar wegen ihrer Erziehung und der sonstigen Verhältnisse nicht so aus sich raus. Und Draco. . .“ Sie schluckte bitter, da sie unweigerlich wieder dieses fürchterliche Bild vor Augen hatte, als sie seinen Namen nannte.
„Er überrascht mich noch immer jeden Tag aufs Neue. Er kümmert sich um mich und. . .“ Sie seufzte und schloss fertig die Augen, aus denen ihr erneut die Tränen rannen, als sie an die vergangenen zwei, drei Tage zurückdachte. An seine Hilfe, die Fürsorge und alles, was er ihr entgegengebracht hatte.
„Jetzt die letzten Tage erst. . . Da hat er mich, nach meinem kleinen Unfall, die ganzen Treppen bis in unseren Turm hochgetragen, weil mir schwindlig geworden ist und ich nicht mehr richtig laufen konnte. Am nächsten Tag hat er mir ein schönes Frühstück besorgt, Dobby dazu angestiftet, ja darauf zu achten, dass ich keine Bücher lese. . .“ Auf den Kommentar kam Harry nicht umhin blöd zu grinsen, wofür Hermione ihn schwach in die Seite boxte, bevor sie weiter erklärte.
„. . . zum Mittag war er dann wieder im Turm, um nochmal nach mir zu sehen. Bei der Gelegenheit hat er mir noch einen von Charlies Tränken mitgebracht, damit es mir schneller besser geht. Er hat mir am Ende auch recht frech den Schlafzauber aufs Auge gedrückt, damit ich mich auch wirklich ausruhe“, murmelte sie immer leiser werdend und kuschelte sich noch stärker an Harry. In den Augen aufs Neue die Tränen.
„Er ist in Wahrheit eigentlich richtig nett und lieb. Genauso wie Blaise und Charlie. Genauso, wie die Beiden es Ginny und mir die ganzen Jahre über versucht haben zu erklären. Er konnte wegen seiner blöden Familie und allem nur nicht anders. Das hat er mir damals im Mungos ja schon gesagt. Dass er im Grunde gar nichts gegen mich hatte, aber nicht nett zu mir sein durfte und jetzt . . . jetzt. . . Verdammt, wie können ihm die Leute so etwas Schreckliches antun? Er hat doch nie weiter etwas so Schlechtes getan. Er hat keine Unschuldigen getötet, gefoltert oder verletzt.“ „Er hat mir die Nase gebrochen“, warf Harry ein, einfach nur, um sie ein wenig von ihren trüben Gedanken abzulenken, nur war dieser Einwand nicht gerade hilfreich, denn sie fauchte ihn wütend an.
„Und du hättest ihn mit dem Sectumsempra fast umgebracht! Ich denke, damit seid ihr ja wohl mehr als quitt!“ „Na nicht ganz“, widersprach Harry, sodass Hermione bereits kurz vorm Platzen war.
Ihr Freund zog sie jedoch wieder richtig zu sich und flüsterte ihr ruhig ins Ohr: „Immerhin hat er meinem lieben Schwesterchen mehr als einmal das Leben gerettet. Ich denke, dafür bin ich ihm noch ein bisschen was schuldig. Allem voran eine ehrliche Chance. Ohne Hintergedanken und Misstrauen. Ich sollte mir da wirklich mehr ein Beispiel an dir nehmen“, hauchte er und gab ihr noch einen kleinen Kuss auf die Stirn, was Hermione für einen kurzen Moment ein schwaches Lächeln auf die Lippen zauberte.
„Danke, Harry.“ „Wofür denn?“, meinte er und schüttelte mit dem Kopf, bevor er sie wieder ganz fest in die Arme nahm und noch beruhigend anfügte: „Es wird schon alles werden.“
So harrten die Sechs auch weiter der Dinge. Harry bei Hermione, die er warm, wie auch tröstend in seinen Armen wiegte, während Ginny bei Charlie und Blaise blieb, der nach seinem Wutausbruch ziemlich erschöpft mit dem Kopf an Ginnys Schulter lehnte.
Seine rechte Hand hatte Charlie provisorisch geschient, da Madam Pomfrey noch immer mit ihrem eigentlichen Patienten beschäftigt war. Und das inzwischen in einem Zeitrahmen, der von Minute zu Minute mehr an den Nerven der Freunde zehrte. War es nun gut oder schlecht, dass sie schon seit Stunden vor dem Krankenflügel hockten?
Irgendwann ging die Tür unverhofft, wie auch leise auf. Damit waren die Sechs hellwach und alle bei der Schwester, die in jedem einzelnen Gesicht tiefe Sorge las. Ebenso Fragen, die sie den Freunden beantwortete, noch bevor einer dazu kam, diese laut zu stellen.
„Er schläft. Es geht ihm den Umständen entsprechend, aber er ist stabil. Er hat wirklich sehr großes Glück gehabt, dass Sie ihn noch zeitnah gefunden haben. Eine Stunde später und er wäre seinen inneren Verletzungen und Blutungen erlegen. Aber er wird wieder gesund. Keine Sorge. Er hat ein starkes Beruhigungs- und Schmerzmittel bekommen. Damit wird er vermutlich die kommenden Tage durchschlafen. Danach sehen wir weiter. Er braucht jetzt allen voran tiefe Ruhe.“ „Merlin, danke. Danke, danke, danke“, seufzte Blaise leise und kämpfte erneut gegen ein paar Tränen an. Tonks, die hinter ihm stand, drückte ihm die Hände beruhigend auf die Schultern.
„Dürfen wir zu ihm?“, erkundigte sich Charlie, denn es war die nächste Frage, mehr noch Bitte, die den Freunden auf der Seele brannte. Insbesondere Blaise, Charlie und Hermione.
Madam Pomfrey musterte die Freunde daraufhin jedoch wieder etwas streng und meinte schließlich: „Höchstens einer. Er braucht Ruhe“, mahnte sie, was ein kurzes Schweigen zur Folge hatte, bis sich Blaise zu Wort meldete. Und zwar an Hermione gerichtet.
„Geh du.“ „Was?“ „Du hast ihn irgendwo gefunden und. . . Ich denke, er würde sich über deine Gegenwart am meisten freuen“, lächelte er aufmunternd, was sie allerdings ein wenig irritierte.
Am Ende nickte sie dennoch dankbar und verschwand im Krankenflügel. Hinter ihr trat die Medihexe leise schimpfend wieder ein. Als Hermione den Kopf zu der Schwester drehte, sah sie nun doch noch Blaise, den Madam Pomfrey dann aber hinter eine der Schutzwände zog, um seine Hand zu behandeln.
Die Löwin achtete nicht mehr weiter darauf, sondern schlich zu dem einzigen Bett, was derzeit belegt war. Zu der bleichen Gestalt, mit dem verwuschelten Blondschopf. Über diesen beugte sich noch jemand, den sie schließlich als Daniel identifizierte.
„Daniel?“, rief sie leise, worauf er sich zu ihr drehte und ihr ein recht mattes Lächeln zukommen ließ. „Was. . .“ „Charlie hat mir einen eurer Elfen nach Hause geschickt“, erklärte er, noch bevor Hermione ihre Frage ganz stellen konnte. Kurz darauf schloss sie ergeben die Augen und nickte dankbar darüber, dass Charlie noch etwas weiter gedacht hatte.
„Wie . . . wie geht es ihm?“, fragte sie, obwohl Madam Pomfrey ihnen bereits Auskunft gegeben hatte. „Den Umständen entsprechend“, meinte auch Daniel. Merlin, wie sie diese Floskel hasste.
„Ist er . . . ist er wirklich außer Gefahr?“, hakte Hermione unsicher nach, um endlich klare Antworten zu bekommen, auch wenn sie diese teils fürchtete. Diese Furcht wurde kurz noch größer, als Daniel nachdenklich auf seinen zweiten Ziehsohn blickte.
„Daniel?“ Daraufhin sah er sie wieder an. Auf ihren Wangen schimmerten bereits frische Tränen, sodass er sich zu einem kleinen Lächeln zwang.
„Soweit, ja.“ „Soweit?“, bohrte Hermione. Da war doch etwas. Er verschwieg ihr etwas. Daniel seufzte dann auch und zog sich Hermione ein wenig ran.
„Sein Zustand ist noch immer teils kritisch, aber soweit stabil. Er wurde wirklich sehr schwer verletzt. Wenn er nicht so ein starkes Herz und Willen hätte, wäre er schon seit Stunden tot.“ Daraufhin schluckte sie und wankte leicht, gleich so, als hätte man ihr den Wabbelbeinfluch auferlegt.
Daniel sah es und drückte sie behutsam auf einen der Stühle, der neben dem Bett stand. Vor diesen hockte er sich, um mit der Gryffindor mehr auf Augenhöhe zu sein.
„Ich weiß, ihr macht euch Sorgen um ihn. Und im Augenblick kann ich die leider auch nicht so einfach wegwischen, wie ich es mir selbst wünsche. Dafür ist er zu mitgenommen. Man hat Flüche auf ihn gewirkt, die seinen Körper überstrapaziert haben. Aber es waren letztlich keine Flüche, mit denen wir nicht umgehen konnten. Er braucht jetzt vor allem sehr viel Ruhe. Tiefe Ruhe. Ich habe ihm deshalb einen äußerst starken Trank verabreicht, der ihn eine Zeit lang schlafen lassen wird.“ „Wie lange?“ „Ich kann es dir nicht sagen. Zwei, drei, vier Tage. Vielleicht sogar noch länger.“ Daraufhin schluckte sie.
„Wär es dann. . . Wäre es dann nicht besser, wenn du ihn mit ins Mungos nimmst? Wenn sein Zustand immer noch kritisch ist?“ „Nicht so kritisch. Aber ich weiß, was du meinst. Allerdings würde es nichts ändern. Ich kann ihm jetzt nicht mehr weiter helfen. Er braucht Ruhe. Und ob er die hier bei euch bekommt oder im Mungos, macht keinen Unterschied. Einen vielleicht.“ „Welchen?“, horchte Hermione auf. Daniel lächelte.
„Hier hat er euch. Seine Freunde. Und euch wird er brauchen, sobald er zu sich kommt. Wann das sein wird, entscheidet sein Körper ganz allein. Wenn er sich weit genug erholt hat und zu Kräften gekommen ist, wird er auch wieder aufwachen“, lächelte Daniel ein väterliches Lächeln und strich ihr kurz durch das Chaos ihrer Haare.
„Bleib noch ein wenig bei ihm, vielleicht spürt er deine Gegenwart. Ich werde morgen nochmal nach ihm sehen. Okay?“ „Okay“, gab sie ihm knapp zurück und sah schließlich verweint auf Draco, während Daniel sich erhob und zu Madam Pomfrey verschwand.
Ihr Freund lag völlig regungslos da. Da war kein Zucken oder sonst eine minimale Regung. Seine Atmung ging noch immer so flach und dünn, dass sich seine Brust so gut wie gar nicht hob und senkte. Durch die dicke, warme Decke war eine Bewegung ohnehin noch schwerer zu erkennen, weshalb sie sich auf seine Züge konzentrierte.
Sein Gesicht war bleich, schon regelrecht weiß. So weiß, wie eine Porzellanpuppe. Und genauso zerbrechlich wirkte er in der Sekunde auch auf sie, als sie zitternd die Hand nach ihm ausstreckte und ihm behutsam über die fahle Wange strich. Diese war nach wie vor eiskalt.
Seine Lippen, die nur minimal geöffnet waren, hatten eine eisblaue Farbe angenommen, während seine Lider von einem dunklen Schleier überzogen schienen, der sich ebenfalls unter seinen Augen abzeichnete. Sie wirkten selbst im geschlossenen Zustand müde, ausgelaugt, ausgezehrt, ja schon irgendwie ausgebrannt.
„Er hat wirklich sehr großes Glück gehabt. . . Eine Stunde später und er wäre seinen inneren Verletzungen und Blutungen erlegen. . .“,
echoten ihr dumpf die Worte der Schulschwester in den Ohren nach.
Verdammt, er könnte tot sein!, schoss es ihr noch einmal in aller Klarheit durch den Kopf, was sie bitter die Augen schließen ließ, bevor sie versuchte, sich zur Ordnung zu rufen.
„Er wird wieder gesund. Das haben Madam Pomfrey und Daniel gesagt. Nur das zählt. Nur das“, flüsterte sie sich mit geschlossenen Lidern zu und versuchte ihre Worte, wie eine Art Mantra zu verinnerlichen.
Schließlich sah sie zurück auf ihn. Sie legte ihm erneut die Hand auf die zerbrechlich wirkende Wange und strich behutsam darüber, in der schwachen Hoffnung, seinem Körper so etwas Wärme zu spenden.
„Es wird alles gut“, hauchte sie ihm zu und verlor sich mehr in seiner Erscheinung. Der verletzten Brust, die sich kaum hob und senkte. Genauso der flachen Atmung. Aber er atmete. Und das war die Hauptsache.
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Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch