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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Nur du und ich

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Als Hermione am nächsten Morgen aufwachte, stand die Sonne bereits höher und begann das Zimmer immer stärker auszuleuchten. Sie streckte sich, oder versuchte es zumindest, wobei sie sich der Tatsache nun erst wieder ganz bewusst wurde, wo sie geschlafen hatte. Mit wem sie sich seit längerem wieder ein Bett teilte und von wem sie demzufolge so fest umschlungen gehalten wurde.
Er hatte sie, wie schon letzte Nacht, nicht wieder losgelassen und auch noch immer halb das Gesicht in ihrem Schopf vergraben. Als sie den Kopf etwas in den Nacken legte, um ihn ansehen zu können, erkannte sie, dass er noch schlief. Und das vermutlich recht fest, aber allen voran auch ruhig. Ebenso fiel ihr positiv auf, dass er nicht mehr ganz so blass war.
Schließlich legte sie ihm die Hand auf die Wange, die sich normal warm anfühlte. Seine Stirn das gleiche, was sie lächeln ließ. Im Kommenden strich sie ihm noch etwas über die Wange und betrachtete seine schlafende Erscheinung, die irgendwie etwas kindlich Unschuldiges an sich hatte, was ihr noch mehr ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
Am Ende machte sie sich lang und hauchte ihrem noch etwas angeschlagenen Slytherin einen sanften Kuss auf die Stirn, bevor sie sich behutsam aus seiner Umarmung löste, um die Vorhänge zu schließen und Frühstück zu besorgen. Als sie am Fenster war, um die schweren Stoffe zuzuziehen, regte er sich.
„. . . Nicht“, murmelte er tranig, worauf sie inne hielt und zu ihm blickte. Überrascht, dass sie ihn wohl doch noch geweckt hatte.
„Was?“ „Die Vorhänge. Lass sie offen.“ „Aber im dunkeln schläft es sich besser“, verstand sie nicht, worauf er mit dem Kopf schüttelte. „Is mir egal. Ich will’s nich dunkel haben. Das hat ich lange genug“, nuschelte er noch immer etwas schlaftrunken mit kleinen Augen. Hermione beschlich daraufhin eine Ahnung was er meinte. Mehr noch das Warum. Da war die Dunkelheit durch die Todesser, Askaban und jetzt die Sache im Raum der Wünsche, sodass sie von den Vorhängen ab ließ und stattdessen wieder zu ihm ans Bett trat, auf dem sie sich niederließ.
„Wie fühlst du dich?“, erkundigte sie sich stattdessen, worauf er sie kurz müde ansah, bevor er meinte: „Besser.“ „Ja?“ „Hm.“ Daraufhin lächelte sie zufrieden, was sich ein bisschen zu einem neckischen Schmunzeln wandelte. „Du siehst auch nicht mehr so verkatert aus.“ „Ich seh selbst mit Kater noch gut aus“, konterte er gespielt empört, mit einem gewitzten Grinsen. „Selbstverständlich, Mr. Malfoy.“ „Höre ich da Sarkasmus?“ „Mitnichten. Wie käme ich denn dazu?“ „Ja. Eindeutig Sarkasmus.“ „Sagt mir der Großmeister dessen.“ „Das fasse ich jetzt mal als Kompliment auf.“ „Dann hast du wieder einen Grund, dein Ego ein bisschen zu streicheln.“ „Das hat schon Entzugserscheinungen.“ Daraufhin lachte sie hell auf und sah ihn schließlich zufrieden, aber auch erleichtert an. Wenn er schon wieder so doof quatschen konnte, ging es ihm allmählich wirklich langsam besser.
„Wie sieht’s aus? Kann ich den werten Mr. Malfoy denn für ein schönes Frühstück begeistern?“ „Kommt ganz drauf an.“ „Worauf?“ „Hm. . . Auf die Gesellschaft, zum Beispiel?“ „Nach wem steht dir denn der Sinn?“, fragte sie lächelnd, worauf er kurz schwieg und ernsthaft überlegte, ob er ihr das so offen sagen konnte oder sagen sollte? Andererseits. . . Nach letzter Nacht. . .
„Nach dir“, brachte er vorsichtig hervor und wartete darauf, dass die Welt über ihm zusammenbrach. Hermione blinzelte dann zwar überrascht, bevor sie wieder warm lächelte. „Lässt sich einrichten. Noch irgendwelche speziellen Frühstückswünsche?“ „Nicht wirklich“, entwich es ihm erleichtert, worauf sie nickte.
„Okay dann. . . Ich frag Dobby, ob er uns was zurecht macht. In der Zwischenzeit kannst du ja duschen und dann schau ich nochmal nach deinem Rücken. Einverstanden?“ Er nickte, worauf sie sich erhob und gehen wollte, nur hielt er sie nochmal kurz zurück.
„Hermione!“ „Hm?“ „Uhm. . . Nochmal danke. Für alles.“ Daraufhin ließ sie ihm lediglich ein offenes, furchtbar warmes Lächeln als Antwort da und verschwand schließlich aus seinem Zimmer. Ein Zimmer, was ihm schlagartig wieder zu groß, zu dunkel und vor allem zu leer erschien, obwohl ihr Geruch noch so deutlich in diesem schwebte. Unter anderem auch seinem Kissen und der Decke anhaftete. Dennoch fehlte ihre direkte Präsenz. Sie fehlte auf quälende Art und Weise, wie die Luft zum atmen, weshalb er rasch im Bad verschwand sich duschen.

۩ ۞ ۩


Als Hermione mit sich und allem fertig war, huschte sie zurück zu ihrem Slytherin, der aber nicht mehr in seinem Zimmer war.
„Draco?“ Keine Antwort, weshalb sie runter ins Wohnzimmer verschwinden wollte, als die Tür zum Bad ging und sie ihn erneut, nur mit einem Handtuch um die Hüften, vor sich hatte.
„Merlin!“, entwich es ihr, bevor sie sich mit hochrotem Kopf umdrehte. „Kannst du dir nicht was mit ins Bad nehmen?“, schimpfte sie peinlich berührt und starrte verlegen auf einen Punkt an der Decke. Draco beobachtete es amüsiert und schlich sich hinter sie.
„Nimmst du dir in deinem Zimmer Klamotten mit ins Bad?“, hauchte er. Und das so nah an ihrem Ohr, dass sie noch recht deutlich die Hitze spüren konnte, die durch die heiße Dusche von seinem Körper ausging. Genauso roch sie sein After Shave und. . . Merlin, irgendwie verursachte das gerade weiche Knie bei ihr und ließ ihren Geist in einem betörenden Nebel zergehen.
Hatte er schon immer so gut gerochen? In Askaban war es stark untergegangen, aber er hatte auch da einen gewissen Eigenduft an sich gehabt, den sie jetzt zusammen mit dem After Shave noch stärker in sich aufnahm. Es war eine angenehme Frische, die sie an einen früh sommerlichen Morgen erinnerte. Einen, dem noch der Tau der Nacht anhaftete. Ein junger, unberührter Tag, der einem alles versprach und voller Magie lag. Ein Eindruck, ein Gefühl, was kurzzeitig sogar noch stärker wurde, als er ihr mit den Fingern über den Nacken strich.
„Jetzt sag mir nicht, ich mache dich nervös?“, hauchte er ihr neckisch ins Ohr und strich wie zufällig mit den Lippen hauchzart darüber, was ihr heiß-kalte Schauer durch den Körper jagen ließ.
„Dir geht’s eindeutig schon wieder zu gut“, sah sie tadelnd, aber noch immer mit rosa Wangen, zu ihm nach hinten, was ihn zufrieden grinsen ließ. „Dank dir“, gab er ihr ehrlich zurück. In den Augen ein Funkeln, was ihr noch etwas mehr die Schamesröte ins Gesicht trieb. Diese wuchs nochmal um eine Nuance, als er sich zu ihr beugte und ihr einen sanften Kuss auf die Wange hauchte. Kurz darauf war sie mit einem wirsch gemurmelten „Zieh dir ‘ne Hose an“ draußen, was ihn lachen ließ.
Es war schon erstaunlich, wie leicht sich diese kleine Löwin in gewissen Bereichen aus der Fassung bringen ließ. Zudem beruhigte es ihn, dass er von seinem Charme und der natürlichen Ausstrahlung trotz allem wohl doch nichts weiter eingebüßt hatte. Merlin sei Dank.
So wie es aussah, schien Blaise mit seiner Vermutung auch Recht zu behalten. Uninteressiert war sie keinesfalls. Er war ihr nicht egal. Das hatte sie ihm die Nacht erst wieder gesagt und auch bewiesen, indem sie einfach nur für ihn da war. Sie hatte ihm nochmal deutlich gesagt, dass sie ihn gern hatte. Mehr noch lieb hatte. Das war zwar nicht ganz das was er wollte, aber eine mehr als gute Basis. Und so wie sie eben reagiert hatte, so würde sie sicher nicht reagieren, wenn sie Potter im Handtuch vor sich hatte.
Er reizte sie mit seiner Erscheinung, auch wenn sie sich das selbst wohl nicht so ohne weiteres eingestehen würde und vielleicht auch nicht konnte. Aber da war etwas und das musste auch sie spüren. Ein leises Knistern. Eines, was er behutsam schüren würde, bis da wieder dieses heiße Feuer war, was sie im Vollsuff am ersten Abend miteinander geteilt hatten. Genauso nach der verkappten Geburtstagsparty. Er würde nicht aufgeben, bis er hatte was er wollte.
Jetzt kam er ihrer Aufforderung aber erstmal nach und zog sich ein paar Boxershorts samt Jogginghose über, bevor er sich an seine Tür begab und diese vorsichtig öffnete. Diesmal hatte sich seine kleine Hexe aber an ihre Zimmertür gelehnt, sodass sie ihm bedauerlicherweise nicht wieder in die Arme fiel. Ihr Anblick entschädigte ihn dennoch für die kleine Enttäuschung. Sie hatte noch immer Farbe im Gesicht und sah ihn auch etwas schüchtern an. Allerdings kam er ihr nun wieder entgegen und lächelte einfach nur warm, um sie nicht noch mehr aus dem Konzept zu bringen. Kurz darauf fand sie zu ihrer eigentlichen Fassung zurück und versorgte seine Blessuren.
„Sieht schon sehr viel besser aus“, gab sie ihm über die Schulter zu verstehen, worauf er den Kopf zu ihr nach hinten neigte. Zeitgleich sah sie auf und schenkte ihm ihr gewohnt warmes, liebevolles Lächeln.
„Ist in ein paar Tagen sicher ganz weg“, meinte sie aufmunternd, worauf er stoisch nickte. So belastend der Ursprung dieser Dinge für ihn auch war, so fand er darin dennoch etwas Gutes. Diese Sache hatte ihn, auf unkonventionelle Art und Weise, noch ein bisschen näher zu ihr gebracht. Näher an ihr mitfühlendes Herz, was ihr ganzes Wesen bestimmte.

۩ ۞ ۩


Nach dem Frühstück verschwanden beide im Wohnzimmer, da Draco keine Lust hatte im Bett zu liegen. Erst recht nicht alleine, weshalb er es sich auf der Couch gemütlich machte, wo er von seiner kleinen Hexe noch ein Kissen und die kuschelige Decke bekam, bevor sie sich mit ihrem Buch über Zaubertränke an seinem Kopfende platzierte. Und das so, dass er mit dem Kissen, und damit seinem Kopf, schon fast auf ihrem Schoß lag, was nur ein paar Minuten später der Fall war, als er sich etwas drehte und fragend zu ihr aufblickte.
„Findest du nicht, dass du deinem Köpfchen wenigstens am Wochenende eine kleine Pause gönnen solltest?“ „Hm? Tu ich ja. Nur haben wir heute Freitag“, erklärte sie ihm verschmitzt lächelnd, worauf er blöd guckte. „Freitag?“ „Hm“, murmelte Hermione, die Nase schon wieder etwas mehr in ihrem Lehrbuch, während sich ihre andere Hand geistesabwesend in seinem Schopf einfand, als sie ihm ruhig erklärte.
„Ich hab mich vorhin bei McGonagall für heute entschuldigt.“ „Du schwänzt?“, entwich es ihm ungläubig. Hermione meinte aber auch weiter ruhig: „Ich habe meine Prioritäten nur etwas verlagert.“ Verlagert? Prioritäten? Hatte er was mit den Ohren? Das war doch nicht die Hermione, die er kannte. Dementsprechend starrte er sie noch immer rege überfahren an, worauf sie nun doch mal mit hochgezogener Augenbraue über den Rand ihres Lehrbuches hinweg auf ihn schielte.
„Was?“ „Wer bist du und was hast du mit Hermione Granger gemacht?“ Daraufhin rollte sie mit den Augen, bevor sie doch tatsächlich sagte: „Es gibt wichtigere Dinge als lernen“, was ihn noch blöder aus der Wäsche gucken ließ. Drehte sich die Welt gerade rückwärts? War Merlin auferstanden?
„Nochmal. Wer bist du und was hast du mit Hermione Granger gemacht?“, musste er erneut fragen. Hermione und schwänzen war eine Konstellation, die den Gesetzen der Logik aufs Gröbste widersprach. Das ging nicht. So etwas gab es nicht! Das war. . . „AU!“, zischte er, als sie ihm einen doch etwas deftigeren Schlag gegen den Oberarm verpasste. Als er zu ihr aufblickte, maß sie ihn mit schräg gehaltenem Kopf.
„Wieder wach?“ „Die ganze Zeit.“ „Wirklich? Ich hatte gerade mehr den Eindruck, du hättest dein Hirn ausgeschaltet.“ „Ha ha. Ich war nur etwas mit der Tatsache überfordert, dass eine Hermione Jean Granger, Vorzeigeschülerin, Schulsprecherin, Liebling der Lehrer, Kriegsheldin, wie auch sonst durch und durch überkorrekt, so etwas Frevelhaftes tut, wie ihren geheiligten Unterricht zu schwänzen.“ Dafür schlug sie ihn nochmal.
„AU!“, entwich es ihm erneut, was sie durchtrieben grinsen ließ. „Dir geht es wirklich schon wieder zu gut, mein Lieber“, wiederholte sie, dem er gleich widersprach und ein leidendes Gesicht aufsetzte. Zeitgleich führte er innerlich einen Freudentanz nach dem anderen auf, aufgrund der zwar simplen, dafür aber umso überschwänglicheren Tatsache, dass sie ganz offensichtlich schwänzte, um ihm etwas Gesellschaft zu leisten.
„Da muss ich dir widersprechen. Ich fühl mich gerade ganz schlecht. Aus einem mir unerfindlichen Grund, tut mir furchtbar die Seite weh“, deutete er wehleidig auf die Stelle, wo sie ihn geschlagen hatte. „Tatsächlich? Hm, seltsam. Ich kann gar nichts sehen“, tat sie desinteressiert. „Das heißt nicht, dass es nicht weh tut.“ „Hach, was machen wir denn da?“, meinte sie theatralisch. „Ich weiß nicht. Pusten soll ja manchmal helfen.“ Oder küssen, dachte er sich insgeheim, was allerdings ein Wunschgedanke blieb. Das warme Lächeln, mit dem sie ihn dann aber bedachte, war ein durchaus entschädigendes Trostpflaster. Mehr noch, als sie ihr Buch beiseite legte, ihm einen Arm um den Oberkörper schlang und so mit ihrer rechten Hans nach seiner Rechten griff, wo sie ihre Finger mit seinen verflocht. Ihre andere Hand fand sich auf seiner Stirn wieder, über die sie mit den Fingerspitzen sanft strich, bevor diese weichen Finger ein kleines Stück nach hinten wanderten und seinen ohnehin recht zerwühlten Haarschopf noch mehr in Unordnung brachten.
„Danke“, meinte er auf ihre Regungen ruhig, was sie mit dem Kopf schütteln ließ. Mit ihren Fingern strich sie auch weiter durch seinen Schopf.
„Wenn ich eines durch diesen Krieg und das damit verbundene Dunkel gelernt habe, dann das, dass es weitaus Wichtigeres gibt, als immer nur zu arbeiten und zu lernen.“ Für einen Außenstehenden mochte diese Aussage keine wirkliche Bedeutung haben, kannte man Hermione Granger aber, dann wusste man auch, dass ihr ihre Leistungen und alles was damit zu tun hatte, sonst immer so ziemlich über alles gegangen waren. Sie nun sagen zu hören, dass sie die für sie sonst so wichtigen Dinge vernachlässigte, für ihn, ließ ihm irgendwo das gequälte Herz aufgehen.
„Davon abgesehen, werde ich den einen Tag auch nicht so viel verpassen“, setzte sie noch trocken hinten an, worauf er kurz lachte. Natürlich. „Du bist einmalig, weißt du das?“, gab er ihr lächelnd zu verstehen, was sie peinlich berührt schmunzeln ließ. In ihren warmen Augen lag auch weiter eine unbeschreibliche Sanftmut und Güte. Etwas Liebevolles, was ihn unweigerlich an einen Engel in seiner vollkommenen Reinheit denken ließ.
„Versuch noch ein bisschen zu schlafen. Das wird dir gut tun. Wenn etwas ist, weck ich dich“, gab sie ihm ruhig zu verstehen, allerdings hatte er seine Zweifel, dass das nötig war, solange sie da war. Am Ende kam er ihrem Vorschlag nach und drehte sich zur Seite, wo er ihre Oberschenkel vermehrt als Kopfkissen zu seinem eigentlichen Kissen missbrauchte. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis die warme, beruhigende Atmosphäre ihr übriges tat und ihn zurück in tiefen Schlaf schickte.
Hermione musterte ihn noch eine Weile ruhig lächelnd, bevor sich auf ihre Züge ein leichter Ernst stahl. So schickte sie letztlich auch einen Patronus zu Tonks, um ihr von den Dingen zu berichten, die ihr Draco in der Nacht erzählt hatte. Unter Umständen konnte sie mit dem wenigen doch irgendetwas anfangen.
Die Aurorin tauchte gut eine halbe Stunde später dann auch bei ihr auf, wo sich die beiden Frauen leise unterhielten, um den Blonden nicht zu wecken, auf den Tonks immer mal sah, wie er da so ruhig neben Hermione lag, die ihm nebenher im Unterbewusstsein durch die Haare, über die Schläfe, Wange, den Hals und den Weg zurück, strich.
„Das ist wirklich nicht viel“, seufzte Tonks leise, als Hermione geendet hatte. „Was hast du erwartet? Er hatte die Augen verbunden.“ „Ja, ich weiß“, knirschte Tonks mit den Zähnen und sah erneut zu ihrem Cousin, der zwar noch immer blass um die Nase war, im Großen und Ganzen aber schon wieder besser aussah. Letztlich legte sie ihre Konzentration zurück auf Hermione.
„Versuch ihn später nochmal darauf anzusprechen. Vielleicht fällt ihm doch noch irgendein prägnantes Detail ein. Auch was die Todesser angeht. Du hast gesagt, dass er da abgebrochen hat, weil es ihm zu viel war. Unter Umständen hat er sich im Unterbewusstsein doch noch an etwas erinnert und versucht das zu verdrängen.“ „Ich versuch’s, nur. . .“ „Ja, ich weiß. Langsam, Stück für Stück.“ Daraufhin nickte Hermione, während Tonks sich aus ihrem Sessel erhob.
„Ich recherchier noch ein bisschen. Wir sehen uns später.“ Damit war die Aurorin weg und Hermione mit ihrem Slytherin, samt Lehrbuch, erneut alleine, was sie sich dann wieder nahm. Die rechte Hand auch weiter gedankenverloren in Dracos Schopf, als gegen Mittag erneut das Portrait auf ging.
„Hier steckst du! Wir haben uns schon Gedanken gemacht“, rief Blaise in gewohnter Lautstärke, als er und Charlie den Raum betraten. Hermione neigte den Kopf daraufhin rasch in die Richtung der Beiden und legte schnell den Zeigefinger über die Lippen, um ihnen zu signalisieren, leise zu sein, bevor sie neben sich deutete.
Die beiden Jungs sahen sich kurz etwas verwirrt an, traten schließlich aber ganz zu ihr an die Couch. Als sie über die Lehne linsten, entdeckten sie ihren Freund schlafend, worauf sich Blaise gleich mal ordentlich auf die Zunge biss und noch schnell ein geflüstertes „Sorry“ heraus brachte.
„Wie geht’s ihm? War irgendwas?“, begann Charlie, kaum dass sich die Beiden in die Sessel hatten fallen lassen. „Sagt ihr es mir. Irgendwelche Katastrophen?“ „Soweit ich das mitbekommen habe, nicht wirklich. Hat er sein Zimmer wieder verwüstet?“, fragte Charlie ernst, wie auch besorgt, bevor sein Blick nochmal über den Schlafenden glitt, bevor er sich wieder ganz bei Hermione einfand.
„Teils. Ich bin die Nacht vorsichtshalber gleich bei ihm geblieben, damit ich ihn wecken kann. Irgendwann ist er auch unruhig geworden, allerdings musste diesmal nur das Fenster und der Spiegel dran glauben, als ich ihn wach hatte.“ „Hat er dich erkannt?“, bohrte Charlie weiter, worauf sie nickte. „Der Rest der Nacht war ruhig. Und heute Morgen. . .“ Sie musste grinsen, als sie wieder an ihre Neckereien dachte. „. . . hat er schon wieder ein bisschen blöde Sprüche klopfen können.“ „Also nichts weiter, bis auf den kleinen Zwischenfall?“, rekonstruierte Charlie. „Könnte man sagen“, bestätigte sie ihm und sah nochmal auf den Blonden, der auch weiter ungestört, tief und fest schlief, was ihr zeigte, dass er noch immer recht erschöpft war. Allerdings war und blieb er ruhig, was sie als gutes Zeichen deuten wollte. Sie hatte wirklich gut an ihrer Entscheidung getan, heute hier zu blieben. Es schien ihm tatsächlich zu helfen und zu beruhigen. Die Nähe zu einem Freund.
„Wie sehen eigentlich seine Verletzungen aus?“, riss Charlie sie aus ihren Gedanken, worauf sie zu ihm sah. „Besser. Ich schätze noch ein paar Tage, dann sollte soweit alles weg sein.“ „Hm“, machte Charlie und kramte plötzlich ein Päckchen aus seinem Umhang, welches er magisch vergrößerte und öffnete.
„Paps hat nochmal ein paar Sachen vorbei gebracht. Salben, Tinkturen und vor allem Traumlos- und Beruhigungstränke. Die sind aber wirklich extrem stark. Er meinte, Draco soll sie höchstens im Notfall nehmen. Also falls es wieder so ausarten sollte wie letztens. Wenn er im Moment ruhig schläft, ist es erstmal gut. Wegen seiner Schrammen. . .“, deutete Charlie ihr auf eine größere Dose. „. . . nimm mal die. Die dürfte ein bisschen besser sein, als die Salbe von Pomfrey. Dann sollte morgen oder übermorgen vielleicht schon alles richtig weg sein. Teils regeneriert es auch schon geschädigtes Gewebe und . . . uhm. . . Du kannst es damit auch mal an deinem Arm versuchen. Unter Umständen hilft es etwas“, erklärte sich Charlie etwas leiser, wie auch vorsichtig. Hermione sah ihn so auch kurz etwas verwirrt an, bevor ihr Blick auf ihren linken Unterarm fiel und sie ein wenig abwesend nickte.
„Okay dann. . . Wir verschwinden erstmal, nicht dass uns Dippet irgendeine Strafarbeit aufbrummt“, riss Blaise den Aufbruch an. Das allerdings mit einem Grinsen, als er nochmal auf seinen blonden Freund sah, der nach wie vor vollkommen ruhig schlief, wo Hermione ihm im Unterbewusstsein auch weiterhin kleine Streicheleinheiten zukommen ließ. Auch fand Blaise es recht vielsagend und vielversprechend, dass die sonst so pflichtbewusste Gryffindor für seinen Freund den Unterricht schwänzte. So weit er sich erinnern konnte, hatte sie das nie für Potter oder Weasley getan. Und das alleine ließ seiner Ansicht nach recht tief blicken.
„Könnt ihr mir später noch eine Kopie eurer Unterlagen vorbeibringen?“, bat Hermione, worauf Blaise noch mehr grinste. Eben durch und durch pflichtbewusst. „Sicher“, meinte Charlie schmunzelnd, womit die Beiden verschwanden und Hermione wieder mit ihrem Blonden alleine blieb. Der schlief auch weiter ruhig bis in den frühen Abend hinein, was ihr nochmal deutlich zeigte, dass er noch immer nicht wirklich fit war.
„Ausgeschlafen?“, witzelte sie, als er sie ein wenig tranig anblinzelte und auch kurz orientierungslos um sich blickte. Seine Konzentration blieb dann auch am Fenster hängen, wo die Sonne bereits Anstalten machte, hinter den Wipfeln des Verbotenen Waldes zu verschwinden, was ihn irritierte.
„Wie spät ist es?“ „Kurz vor sechs.“ Daraufhin glotzte er blöd. „Was?“ „Kurz vor sechs“, gab sie ihm nun grinsend zu verstehen. „Gut geschlafen?“ „Ähm . . . ja“, gab er ein wenig verwirrt von sich, bevor er unsicher zu ihr auf schielte. „Hab ich irgendwas gemacht?“ „Keine Katastrophen, wenn du das meinst“, beruhigte sie ihn und strich ihm erneut durch die Haare.
„Hast du Hunger?“ „Etwas.“ Daraufhin nickte sie. „Ich auch. Ich guck da bloß nochmal nach deinen Schrammen. Charlie hat mir heute Mittag dafür noch eine andere Salbe vorbei gebracht. Danach können wir runter essen gehen.“ „Ich würd’s vorziehen hier zu essen“, murmelte er leise und legte den Blick etwas abwesend zur Seite, was sie seufzen ließ. Sie hoffte, dass er sich jetzt nicht anfing zu verkriechen, wenngleich sie es verstehen konnte. Die Ereignisse waren ja auch noch relativ frisch, weswegen sie ihm seinen Willen ließ.
„Dobby“, rief sie kurzerhand nach dem Elfen, der prompt in einem Plopp erschien und sich vor den beiden Magiern verbeugte. „Miss Hermione haben gerufen?“ „Könntest du uns etwas vom Abendessen hoch bringen?“ „Aber gewiss. Was wünschen Miss Hermione und Master Draco?“ Daraufhin sah sie den Blondschopf an, der bloß mit den Schultern zuckte, weshalb sie es Dobby überließ.
„Irgendetwas. Aber ein bisschen Obst wäre schön.“ „Kommt sofort.“ Damit war der Elf wieder weg. Zeit, die die Gryffindor nutzte, um sich nochmal um ihren Slytherin zu kümmern. Der ließ die Prozedur, wie schon zuvor recht abwesend und in sich gekehrt, über sich ergehen. Hermione beobachtete hingegen zufrieden die Wirkung von Charlies Salbe, die die Rötungen noch stärker minderte und stellenweise das Gewebe tatsächlich auch richtig heilte. Sie würde Charlies Rat dann auch noch befolgen, was ihre Blessuren anging. Allerdings später, wenn sie allein war.
Zwar wusste Draco um diese Wunde, nur wollte sie diese einfach niemanden sehen lassen. Sie wollte nicht, dass jemand darauf starrte. Dass die drei Jungs und Ginny darüber im Bilde waren, war ihr schon genug. Es graute ihr richtig davor, dass noch andere diese Verstümmelung, mehr noch Brandmarkung die es für sie war, sehen könnten. Die Blicke, die man ihr dann vielleicht zuwerfen würde. Nein. Es war ihr lieber, ihre Freunde dachten sich ihren Teil wegen des Verbands, wo sie zum Glück beizeiten aufgehört hatten zu fragen, was sie darunter versteckte. Schließlich kamen die Beiden zurück ins Wohnzimmer, wo Dobby ihnen nicht nur etwas gebracht hatte, sondern schon ein halbes Buffet.
„Merlin, Dobby. Wer soll das denn alles essen?“, sah Hermione mit großen Augen über die Speisenauswahl, die der Elf auf einem extra Tisch arrangiert hatte. Es war von allem etwas dabei, was sie sonst auch in der Großen Halle vorfanden. Draco grinste und sah zu Hermione.
„Das kommt eben dabei heraus, wenn man sie frei lässt oder ihnen keine klaren Anweisungen gibt“, neckte er sie. Hermione rollte daraufhin kurz mit den Augen. Am Ende bedankte sie sich bei dem Elf, der sich mit einer tiefen Verbeugung verabschiedete und ihnen einen guten Appetit wünschte.
„Und jetzt?“ „Essen“, grinste Draco und sah interessiert über die Auswahl, als sich das Portrait öffnete und zwei Köpfe vorsichtig hinein linsten. „Oh man, das riecht lecker“, steckte Blaise prompt die Nase in den Wind, als er seine Freunde an der Frontseite des Kitchenettes entdeckte. Als Draco ihn sah, beugte er sich zu Hermione, um ihr „Der Müllschlucker ist soeben eingetroffen“ ins Ohr zu flüstern, was sie kichern ließ. Am Ende sah sie zu den Beiden.
„Helft ihr uns? Dobby hat es ein bisschen zu gut gemeint“, deutete sie auf die warmen und kalten Speisen, ebenso die Desserts und den Obstkorb. Es war eine Frage, die Draco ein wenig murren ließ, wo er Blaise dann auch schon einen warnenden Blick zuwarf, ja wieder zu verschwinden, den sein Freund gekonnt ignorierte. Nur einen Moment später trat er grinsend zu Hermione.
„Klar!“, lachte er und sah mit einem durchtriebenen Grinsen zu seinem Freund, dessen Augen weit nach oben wanderten, bevor er resignierte und sich die Vier erstmal an Dobbys Buffet bedienten. Als sie fertig waren, hatte sich das Speisenarsenal gerade mal halbiert, wo sie sich, Blaise noch mit einem Schokopudding in der Hand, wieder im Wohnzimmer niederließen. Hermione auf der Couch, Draco neben ihr, der ernsthaft mit dem Gedanken spielte, sich, wie schon den ganzen Nachmittag, wieder richtig an die Gryffindor zu kuscheln. Nur störten ihn da gerade seine beiden Freunde ein bisschen. Allen voran Blaise, der lässig in einem der Sessel lümmelte, genüsslich seinen Pudding verspeiste und ihn selten dämlich angrinste. Er heckte schon wieder etwas aus und Draco war nicht gewillt herauszufinden was.
„Hier“, reichte Charlie Hermione dann noch ein paar Pergamente, ebenso wie er Draco welche gab, die er sich stutzig nahm. „Was ist das?“ „Deine Unterlagen. Zumindest die, die Hermione nicht hat. Luna hat dir eine Kopie ihrer Muggelkunde Unterlagen gemacht“, grinste Charlie, worauf Draco die Augen verdrehte.
Der Mist! Als er besagten Mist grob durchblätterte, fand er auf der letzten Seite ein Smiley, welches zu lächeln begann und ihm schließlich eine Sonnenblume hin hielt. Darunter in Lunas verspielter Schrift: Gute Besserung, was ihn etwas lächeln ließ. Wenn man die kleine Lovegood erstmal richtig kannte, war sie zwar immer noch verrückt, aber auch furchtbar liebenswürdig und vor allem ehrlich und offen.
Doch so sehr ihn diese kleine Notiz auch freute, weckte sie zeitgleich eine gewisse Unsicherheit und Unruhe in ihm, mit der er zu seinen Freunden sah.
„Wissen sie es?“ „Was?“ „Was passiert ist?“, fragte er, worauf sich die Drei kurz ansahen. Blaise’ Grinsen verschwand damit, ebenso wie er seine lässige Haltung fallen ließ und sich richtig hinsetzte.
„Nein. Tonks war der Ansicht es ist besser, erstmal keinen Aufriss zu machen in der Hoffnung, dass die Täter dann Fehler machen. Wir haben erzählt, dass du auf einer maroden Treppe weggebrochen und in einen darunter liegenden Gang gestürzt bist, damit Ruhe bleibt, da sich die Anderen schon wieder sonst was zusammengesponnen haben“, begann Hermione, worauf er bitter das Gesicht verzog.
„Lass mich mal raten was“, murmelte er leise, worauf sie ihn bedrückt, wie auch schuldig ansah. Charlie und Blaise das gleiche. „Sie haben sich alle das Maul darüber zerrissen, dass ich irgendwas Mieses vor hab. Oder?“, sah er zu Hermione, die traurig nickte. Er senkte daraufhin den Blick, bevor er deprimiert mit dem Kopf schüttelte und leise, wie auch recht trübsinnig fragte: „Haben sie euch die Geschichte dann überhaupt geglaubt?“ „Ich denke schon. Harry war wohl recht deutlich und laut.“ „Potter?“, stutzte Draco und sah sie ein wenig entsetzt an. Hermione nickte, nahm seine Hand und erklärte ihm weiter.
„Als du am Morgen nicht aufgetaucht bist, hatte ich Ginny gefragt, ob sie dich vielleicht irgendwo gesehen hat. Neben Harry haben es leider auch noch ein paar andere mitbekommen. Halt, dass wir dich suchen. Na ja, Harry war es etwas suspekt und da. . .“ „Da hat er sich natürlich gleich wieder auf die Vorstellung gestürzt, dass ich in dunkle Machenschaften verstrickt bin. Bietet sich ja auch hervorragend an, wo ich laut Weasley auch den Ausbruch aus Askaban initiiert und durchgeführt hab!“, schnaubte er sauer, in seinem Innern begann sich jedoch eine erschlagende Frustration und Bitterkeit breitzumachen, die sich nach und nach auch in seinen Augen widerspiegelte. Und das mehr und mehr, je länger seine Freunde schwiegen.
„Wahrscheinlich war er maßlos enttäuscht, dass er nicht Recht hatte“, murmelte Draco nach einer Weile leise, worauf Blaise scharf die Luft einzog, während Hermione noch etwas diesbezüglich sagen wollte. Draco kam ihr aber zuvor.
„Wer weiß es alles?“ „Was?“ „Wer außer euch weiß was. . .“, brach er ab, womit sich sein Blick ein wenig in der Leere des Raumes verlor. „Tonks, Dippet, Harry und Ginny. Der Rest der Profs ist sicher auch informiert aber. . . Außer uns waren nur die Vier mit im Raum der Wünsche“, gab Hermione ihm ruhig zurück, worauf er sie wieder ansah. Verwirrt.
„Der Raum der Wünsche? Heißt das, ich war die ganze Zeit noch in der Schule?“ Hermione nickte. „Ja. Hätten wir Harrys Karte nicht gehabt, hätten wir dich vermutlich nicht gefunden.“ „Karte?“, verstand er auch weiter nicht, sodass Hermione tief Luft holte und sich mit dem Handrücken kurz über die Stirn rieb. Zeitgleich suchte sie nach einem entsprechenden Anfang.
„Harry hat im Dritten von den Zwillingen eine magische Karte bekommen, die das Gelände von Hogwarts mit ihren ganzen Räumen und den vielen Geheimgängen zeigt. Man sieht auf ihr alle Personen, die sich im Schloss aufhalten. Die Karte lässt sich auch nicht belügen. Sie zeigt die wahren Namen von Personen in Animagusgestalt oder wenn jemand Vielsafttrank genommen hat. Auf alle Fälle haben wir auch auf der Karte nach dir gesucht. Auf die Art und Weise hätten wir dich eigentlich recht schnell finden müssen, haben wir aber nicht. Tonks und Dippet haben dich dann fälschlicherweise auch noch eine ganze Weile im Verbotenen Wald gesucht, weil wir deine Tasche dort gefunden haben.“ „Wahrscheinlich wollten sie uns damit vom Schloss ablenken“, murmelte Charlie nachdenklich, als er jetzt nochmal alles hörte. Es war ein Gedanke, den Hermione nur benicken konnte „Vermutlich“, bevor sie sich wieder ganz auf Draco und ihre Erklärung konzentrierte.
„Als wir dich auch weiter nicht gefunden haben, haben sich Blaise und Harry über die Karte gestritten, dass sie nicht richtig funktionieren würde. Harry hat darauf beharrt, wo uns dann wieder eingefallen ist, dass es wirklich einen Raum gibt, der nicht von der Karte gezeigt wird.“ „Der Raum der Wünsche?“, schlussfolgerte Draco müde, worauf sie wieder nickte.
„Genau. Harry hat im Sechsten ja ständig nachgesehen wo du dich aufhältst, allerdings hat er dich nur selten auf der Karte entdeckt. Oder er hat deinen Namen ganz plötzlich verschwinden sehen. Irgendwann ist ihm dann aufgefallen, dass du offensichtlich im Raum der Wünsche verschwindest. Weil der Raum immer anders ist, kann ihn die Karte einfach nicht erfassen.“ Daraufhin lachte Draco bitter für sich.
„Dann muss ich Potter auch noch dankbar für sein fortwährendes Misstrauen sein.“ „So darfst du das nicht sehen“, versuchte Hermione ihm seine Gedanken gleich wieder auszureden, wo Blaise für einen kurzen Moment nicht an sich halten konnte und verächtlich schnaubte, da es dennoch so gewesen war. Harrys neu aufgeflammtes Misstrauen hatte ja erst dafür gesorgt, dass er zusammen mit ihnen nach Draco gesucht hatte, und nicht, weil er sich auch nur minimal vielleicht Gedanken um den Blonden gemacht hatte. Das wusste Blaise. Das wusste Charlie. Das wusste Draco und allen voran auch Hermione.
„Sicher war Harry am Anfang misstrauisch. Aber als wir dich gefunden haben und er erkannt hat, dass er sich geirrt hat da. . . Es tat ihm leid, dass er dir ohne nachzudenken gleich wieder alles Schlechte zugeschrieben hat. Er. . .“ „Auf sein falsches Mitgefühl und geheucheltes Interesse oder Mitleid kann ich verzichten!“ „Draco. . .“ „WAS?!“, entwich es ihm lauter als gewollt, irgendwo aber auch verzweifelt.
„Man, was soll ich denn noch machen, wenn ohnehin jeder auf den kleinsten Verdacht denkt, was er denken will?! Wenn mir selbst hier in der Schule irgendein Spinner das Genick brechen will? Wenn heraus käme, was wirklich war, würde sich vermutlich jeder darüber das Maul zerreißen und bedauern, dass ich bei diesem kranken Spiel nicht krepiert bin!“ „Das würden sie nicht“, versuchte Hermione ihm zu widersprechen, doch er hörte nicht und schnauzte sie auch weiter an. Mittlerweile stand er, da sich in seinem Innern zunehmend ein dicker Knoten aus Wut, Verzweiflung, Schmerz und Frustration zu bilden begann, der sich mehr und mehr anspannte und drohte gewaltvoll zu platzen.
„Klar würden sie! Denkst du ich hab das scheiß Getuschel nicht gehört, als Dippet mich in seiner Einführungsstunde als Versuchskaninchen benutzt hat? Schade, hat nicht geklappt“, schnarrte er provokant und wiederholte damit besagtes Getuschel aus ihrer Stunde, worauf Hermione schluckte.
„Ich hab das alles satt! Warum können mich diese Arschlöcher nicht einfach in Ruhe lassen? Mehr will ich doch gar nicht! Verdammt, ich hab keine Unschuldigen getötet oder sonst wie gefoltert!“, schrie er, worauf es einen Hieb gab und gut ¾ der Bücher aus dem deckenhohen Regal hinter der Couch aus ihrem Ruheplatz flogen. Zeitgleich zerbarst das Fenster, während die Flammen des Kaminfeuers verrückt spielten und gefährlich nach oben in den Abzug züngelten, bevor sie in sich zusammenbrachen und von der einen Sekunde auf die andere zur Gänze erstickten.
Alle vier waren auf die Explosionen zusammengezuckt und blickten nun geschockt auf das Chaos. Allen voran Draco, der klopfenden Herzens mit einer dumpfen Panik vor sich hin starrte, bevor er sich mit einem wirsch gemurmelten „Scheiße“ von seinen Freunden weg drehte, die Treppen zu ihren Schlafräumen hoch stürzte und dort die Tür zu seinem Zimmer donnernd ins Schloss warf. Mit dem Knall zuckten die Drei erneut zusammen und sahen sich letztlich unsicher an. Blaise stöhnte leise und sank in einem ebenso leise gemurmelten „Fuck“ noch mehr in seinem Sessel zusammen. Mit der Hand fuhr er sich über die Augen, bevor er recht hilflos auf seine beiden Freunde sah.
„Was machen wir jetzt?“

۩ ۞ ۩


„Scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße“, fluchte Draco in seinem Zimmer, kaum dass er die Tür hinter sich zugedonnert hatte. Versiegeln ging nicht, da er nicht einmal mehr einen Zauberstab hatte, sodass er sich lediglich an die schwere Holztür lehnte und letztlich daran herabgleiten ließ. Als er auf dem hellen Eichenparkett saß, fuhr er sich gestresst durch die Haare und verschränkte die Finger im Nacken.
Er versuchte sich irgendwie wieder zur Ruhe zu zwingen, die aber nicht wirklich in seinem Geist Einzug halten wollte. In seinem Kopf tobte nach wie vor ein wahnsinniges Chaos aus dunklen Bildern, Eindrücken und Emotionen, die bis tief in sein Innerstes reichten. Es war verrückt, aber es war ihm, als ob er nicht nur sein Blut viel zu schnell durch seine Venen rasen spürte, sondern auch seine Magie, die dumpf und unregelmäßig in seinem Körper pulsierte und darüber hinaus noch immer versuchte, gewaltsam nach außen vorzudringen. Es war ein unangenehmes Spannen, Ziehen, schon fast Reißen, das in seinen Adern pochte.
„Krieg dich wieder ein“, schimpfte er auf sich selbst und versuchte das ganze Chaos in seinem Kopf irgendwie in kleine Schubladen und Schachteln zu verpacken, die er wegschließen konnte, so wie früher auch. Nur gelang es ihm nicht. Absolut nicht. Er konnte all das nicht mehr wegschließen. Jedes Mal, wenn er es zu einem Teil geschafft hatte, drängte irgendein anderer Teil wieder hervor.
Irgendwann, scheinbar nach Stunden, hatte er alles wenigstens etwas unter Kontrolle und damit unter einem dünnen, bröckeligen Schleier verborgen, womit sich in seinem Kopf eine dumpfe Leere breit machte, die dafür sorgte, dass sein Kreislauf bis auf einen Punkt runter tourte, den er als völlige Erschöpfung einzuordnen wusste.
Damit hob er den Kopf und starrte erschlagen, wie auch sinnlos vor sich hin ins Nichts. Ein Nichts, was ein gefährliches Dunkel heraufzubeschwören begann, welches ihn erneut drohte zu verschlingen. Eine Dunkelheit, die einen dumpfen Schmerz in ihm zurück ließ, vor dem er nicht weglaufen konnte. Eine Dunkelheit, die ihn in seine persönliche Hölle riss und zu einer Schattengestalt machte. Zu einem Geist, und auf ein Ende zu trieb. Auf eine Schlucht ohne Boden.
Er hatte wie so oft schon das quälende Gefühl, nie einen Platz zu finden, an dem ihn die ersehnte Ruhe erwartete. Einen Platz, an den er gehörte. Er hatte das Gefühl, dass ihm alles zwischen dein Fingern zerrann. Dass sich um ihn ein schwarzes Meer zu bilden begann, welches ihn ohne das kleinste Licht verschluckte und damit die Zeit nahm, die er noch hatte. Die er eigentlich nicht verlieren wollte und doch versank er auch weiter in den Untiefen einer beklemmenden Leere und Einsamkeit.

۩ ۞ ۩


Hilf ihm. Mit dieser einfachen Bitte hatte Blaise Hermione mit sich, ihren Gedanken, aber allen voran einem verstörten Draco, alleine gelassen. Er braucht dich, hatte er noch gemeint. Auch, dass sie ihm am besten helfen könnte. Mal wieder.
Als ob es einen so gravierenden Unterschied machen würde, wenn Blaise mit ihm redete oder Charlie, oder halt sie selbst. Wahrscheinlich hielt Blaise sie einfach für feinfühliger oder wortgewandter oder sonst was. Nur wusste sie dennoch nicht, was sie sagen oder überhaupt machen sollte? So wie sie Draco einschätzte, würde er nicht über die Sache reden wollen. Und dann war ja auch noch das Andere. Das Chaos.
Er hatte es jetzt das erste Mal selbst bewusst mitbekommen, wie sehr seine Magie außer Kontrolle geriet. Schlimmer noch, denn anders als die Male zuvor, war er richtig klar im Kopf und voll bei Bewusstsein. Aber so panisch wie er geguckt hatte, war ihm das selbst unheimlich. Nachvollziehbar. Wer verlor schon gerne die Kontrolle über die Dinge? Erst recht über etwas nicht gerade ungefährliches, wie pure, ungezügelte Magie?
Am Ende holte sie tief Luft und klopfte leise an seine Tür. Eine Reaktion blieb wie erwartet aus. „Draco?“, rief sie, doch durchzog den Flur und sein Zimmer auch weiter eine tiefe Stille. „Darf ich rein kommen?“, fragte sie, doch es blieb still, worauf sie die Hand auf den Türknauf legte und diese leise aufschob.
Dass er keinen Zauberstab mehr hatte, kam ihr jetzt unweigerlich zugute, denn sie hatte keine Zweifel daran, dass er seine Tür sonst mit allen möglichen Zaubern verrammelt und verbarrikadiert hätte. So war sie offen geblieben und ließ ihr Einlass in das, durch die anbrechende Dunkelheit, zwielichtige Zimmer. Er lag auf dem Bett, den Rücken zur Tür, die Beine leicht angewinkelt, wie auch den linken Arm unter das Kissen geschoben.
„Draco?“, rief sie ihn leise, doch er zuckte sich nicht. Dass er schlief bezweifelte sie. Dafür war er nicht lange genug alleine, dem sie auch weiter entgegen wirken wollte. Sie wollte ihn mit seinen düsteren Gedanken nicht alleine lassen. In seinem momentan ohnehin recht labilen Zustand, war das pures Gift.
Sie schlich zu ihm ans Bett und ließ sich auf der Bettkante nieder, von wo sie ihn für einen kurzen Moment einfach nur musterte, bevor sie die Hand nach ihm ausstreckte und vorsichtig auf seine Schulter legte. Auf die sanfte Berührung krampfte er sich allerdings zusammen.
„Verschwinde“, warf er ihr leise, wie auch furchtbar erschöpft, entgegen, was sie konsequent ignorierte. „Es tut mir leid wegen vorhin“, gab sie ihm ruhig zu verstehen, worauf er etwas zusammenzuckte und damit das Glas auf dem Beistelltisch zersprengte.
„Scheiße“, zischte er fertig und krümmte sich noch mehr zusammen. Kurz darauf begann er zu zittern und krallte die rechte Hand energisch in die Decke, an der er ein wenig herum riss, was sich Hermione bitter besah.
Der ganze Tag war eigentlich recht gut verlaufen. Katastrophen waren ausgeblieben und er hatte, soweit sie das beurteilen konnte, wohl auch über den Mittag und Nachmittag ruhig schlafen können. Sie hatten sich sogar gegenseitig etwas neckisch geärgert. Sie hatte gedacht, dass es ihm soweit schon wieder besser ging. Ein nur zu offensichtlicher Trugschluss.
Wie auch? Immerhin konnte man nicht einfach einen Schalter umlegen und alles war wieder wie zuvor. Das wusste sie selbst nur zu gut. Zumal diese Dinge auch noch viel zu frisch waren, als dass er sie schon hätte verarbeiten können. Verdammt, er hatte ihr die Nacht doch erst recht abwesend von allem erzählt. Er hatte vorhin selbst noch ein paar neue Details bezüglich dieses Vorfalles erfahren. Eben auch wo es war, was die Anderen dachten, die Lügen, die seine Freunde erzählt hatten, um die erneut aufgeflammten, böswilligen Verdächtigungen und die damit verbundene Verachtung, den Hass, im Keim zu ersticken. Sie hatten versucht, diesen Dingen den Nährboden zu entziehen und dennoch keimte irgendetwas. Trotz der Lüge, die Harry so sehr versucht hatte, den Anderen glauben zu machen.
Ihr Blick wanderte mit ihren Gedanken erneut über seine zitternde Erscheinung, bevor sie nochmal die Hand nach ihm ausstreckte, die diesmal behutsam ihr Ziel in seinem Schopf fand. Allerdings reagierte er, auf die nach wie vor sanfte Berührung, genauso wie kurz zuvor. Er zuckte zusammen und zerlegte damit seinen Spiegel, was Hermione nun vollkommen ignorierte und sich stattdessen gänzlich auf den Blonden konzentrierte, der einen immer gequälteren Eindruck machte. Er kämpfte nur zu offensichtlich mit sich, den neu hervorgetretenen Dämonen und allem, was sie mit sich brachten. Ein schier aussichtsloses Unterfangen.
„Draco?“, hauchte sie, worauf er versuchte, sich von ihr abzuwenden. „Geh weg. Ich . . . ich will dich nicht verletzen“, brachte er immer leiser, immer zittriger und auch verängstigter heraus, bevor er schmerzlich die Augen schloss und das Gesicht noch etwas mehr im Kissen verbarg.
Hermione besah es sich bitter, während sich durch ihr Innerstes ein dumpfer Stich, aufgrund seiner wenigen Worte, zog. Der recht grausigen Tatsache, dass er die Einsamkeit, und die damit verbundene Kälte, einem Freund vorzog, um diesen vor Schaden zu bewahren. Das er freiwillig auf etwas Wärme, Zuwendung und Halt verzichtete aus Angst. Angst um ihr Wohlergehen. Es war eine Entscheidung, die ihm selbst tiefe, blutende Wunden bescheren würde, würde sie seiner Bitte nachkommen, was sie aber nicht tat. Sie würde nicht den Fehler machen, ihn mit seinen Dämonen allein zu lassen, selbst wenn er versuchen sollte, sie aus seinem Zimmer zu schmeißen.
Sie ahnte wie es in ihm aussah. Sie wusste wie es war, scheinbar gegen Windmühlen zu kämpfen. Wie kraftraubend, frustrierend und bitter das war und so die Frage über das Warum immer lauter werden ließ.
Warum das alles? Warum kämpfen, wenn es doch ohnehin keinen Sinn zu haben schien? Wenn sich selbst der winzigste Funke einer Möglichkeit unwillkürlich in der Dunkelheit verlor? Einer Dunkelheit, die drohte einen zu verschlingen und zu zerstören?
„Draco.“ „Hau ab. Ich . . . ich kann nicht. Ich kann das nicht . . . nicht kontrollieren. Ich. . .“, zitterte er, während Hermione zu ihm kroch und sich teils hinter ihn, teils auf seinen Rücken legte. Im Kommenden griff sie nach seiner rechten Hand, die sich gefährlich in die Decke krampfte. Zeitgleich schepperte es mehrmals um sie herum. Da war das Fenster, was es zersprengte, ebenso wie sich das Bücherregal entleerte und seine Unterlagen zusammen mit ein paar Spiegelsplittern kreuz und quer durch den Raum schossen.
„Scheiße.“ „Sch“, hauchte sie ihm beruhigend auf seinen zittrigen Fluch zu, und zog sich noch mehr zu ihm. Sie schirmte ihn so etwas von dem tobenden Chaos ab und vergrub das Gesicht ein wenig in seinem Schopf. Die Lippen an seinem Ohr.
„Ruhig. Es ist okay. Es ist alles in Ordnung. Es kommt alles wieder in Ordnung. Ruhig atmen, hörst du? Entspann dich. Denk an etwas Schönes. So wie bei deinem Patronus“, hauchte sie und puhlte behutsam seine Hand aus der Decke, nach der sie dann richtig griff und sie einfach nur hielt, wobei er ihr anfänglich fast die Finger zerdrückte.
„Es wird alles wieder gut. Das wird aufhören. Alles“, versprach sie ihm und strich ihm beruhigend mit dem Daumen über die Hand. Im Anschluss hauchte sie ihm einen kleinen, sanften Kuss auf den Hals.
„Ich bin für dich da. Und Blaise und Charlie auch. Mach dir keine Gedanken wegen allem, hörst du? Lass dir Zeit. Rede mit uns, wenn du das willst. Wenn du was hast oder brauchst. Es ist keine Schande Hilfe anzunehmen oder Schwäche zu zeigen, wenn es einem mal nicht gut geht. Also lass es raus und unterdrück es nicht. Davon wird es nur schlimmer“, legte sie ihm Nahe und schmiegte sich noch mehr an ihn.
Sie konnte so nach kurzer Zeit spüren, dass sein Zittern langsam nachließ und letztlich ganz aufhörte, was auch auf den Wirbel um sie herum zutraf. Seine verkrampfte Hand lockerte sich, sodass ihr wieder mehr das Blut in die Fingerspitzen floss, die sie nur kurz ein paar Mal krümmte, um die Taubheit und das unangenehme Kribbeln zu vertreiben, bevor sie erneut nach seiner griff und sie behutsam umschlossen hielt.
„Besser?“, hakte sie nach einer kleinen Weile nach, worauf er kaum merklich nickte und schließlich den Kopf etwas drehte, damit er sie ein Stück weit ansehen konnte. Hermione lümmelte sich auf seine Regungen mehr über seine Schulter und ließ ihm auf diesem Weg ein warmes, aufmunterndes Lächeln zukommen.
„Das wird alles wieder. Mach dir keinen Stress“, gab sie ihm erneut zu verstehen und kuschelte sich wieder richtig an ihn. Wie lange sie so beieinander lagen, konnte Hermione nicht mehr wirklich sagen. Allerdings war es zwischenzeitlich draußen richtig finster geworden. Allmählich hielt auch vermehrt die Kälte in seinem Zimmer Einzug, die Hermione so lange es ging ignorierte. Irgendwann begann sie aber zu frieren, sodass sie sich kurz an ihren Blonden richtete.
„Draco? Ich fix bloß schnell das Fenster. Ich bin gleich wieder da“, versprach sie, allerdings rührte er sich nicht, worauf sie sich noch etwas mehr aufrappelte und auf ihn sah. „Draco?“ Stille. Im nächsten Moment erkannte sie auch warum. Er schlief. Und das scheinbar schon länger, sodass sie sich vorsichtig ganz von ihm löste und sich erstmal um das Fenster, wie auch sonst das Chaos kümmerte, wodurch er kurz wach wurde und erschöpft blinzelte.
„. . . erms?“, nuschelte er mehr schlafend als wach, worauf sie sich ruhig an ihn richtete. „Sch. Es ist alles gut. Ich bin hier. Schlaf weiter.“ Draco folgte allerdings ihren Bewegungen mit kleinen, müden Augen, als sie zur Tür schlich. „Geh nich. . .“, nuschelte er, worauf sie sich nochmal zu ihm drehte und ihm beruhigend zulächelte.
„Ich zieh mich bloß um. Okay?“ „Hm“, gab er auch weiter schlaftrunken von sich und trat, zog und wühlte recht umständlich an der Decke herum, auf der er bis eben noch lag, um richtig unter dieser verschwinden zu können. Sich kurz aufzurappeln glich einer zu großen Anstrengung. Dafür fühlte er sich einfach zu matschig. Auch so spannte jeder einzelne Muskel unangenehm. Das einzig Gute im Moment, war die völlige Stille in seinem Kopf, die ihn bereits nach wenigen Sekunden wieder so dösig werden ließ, dass er aufs Neue wegnickte.
Als Hermione frisch geduscht zurück kam, lag er auf dem Bauch, die Decke in einem halben Knäuel über seiner Erscheinung, wie auch das Gesicht zur Hälfte im Kissen vergraben. Dass er schon wieder recht fest schlief, wunderte sie immer weniger, da der leise Gedanke in ihr, dass ihn diese unkontrollierten Magieausbrüche offensichtlich ordentlich schlauchten, immer lauter wurde.
Am Ende trat sie lautlos zu ihm, nahm sich das Chaos, was sich eine Decke schimpfte, drehte eine Weile daran herum, bis sie wieder ihre richtige Form hatte, und legte sie ihm über, bevor sie, dennoch ein klein wenig zögerlich, ebenfalls unter die Decke kroch und sich neben ihn legte. Kurz darauf blinzelte er sie recht matt, wie auch mehr schlafend, als alles andere, an. Sie lächelte schüchtern und hätte beinahe ein überraschtes Keuchen ausgestoßen, als er zu ihr aufrückte, sie an der Mitte umschlang und sie wie einen Teddy fest zu sich zog, bevor er das Gesicht vermehrt in ihren Schopf kuschelte. Damit erstarb wieder jegliche Bewegung und sie nahm nur noch seine ruhigen, gleichmäßigen Atemzüge wahr.
„Draco?“, hauchte sie leise, doch er reagierte nicht. Schlief so bereits wieder, was sie seufzen ließ. Auch wenn er versuchte es zu verbergen, wenn er richtig wach war, so zeigte sich in diesem Dämmerzustand, wenn sein Unterbewusstsein eine stärkere Präsenz und Kontrolle über ihn hatte, umso deutlicher, dass er jemanden brauchte. Dass er die Nähe und Wärme eines anderen Menschen brauchte. Vorzugsweise ihre, wie es schien.
Es war ihr manchmal noch immer etwas seltsam, dass sie inzwischen eine so tiefe Verbundenheit zu ihm hatte. Eine, die eine derartige Nähe, wie jetzt gerade, zu etwas selbstverständlichem machte. Die Tatsache, dass er ihre Gesellschaft suchte, was ihr umgekehrt nach allem genauso ging.
Sie war gerne in seiner Nähe. Sehr gerne, obwohl ihr gerade dieser Aspekt noch vor einem Jahr genauso unerträglich gewesen wäre, wie die Gesellschaft Voldemorts oder Bellatrix’ oder Greybacks ertragen zu müssen. Hätte ihr damals jemand gesagt, dass sie einmal freiwillig das Bett mit ihm teilen würde, hätte sie diesen jemand ins Mungos einweisen lassen, mit Verdacht auf akuten Hirnschaden. Durch den Krieg, und alles was in ihm passiert war, gerade zwischen ihnen, hatte sich aber so vieles verändert. Zwischen ihnen hatte sich irgendetwas entwickelt, was sie noch immer nicht so recht zu beschreiben wusste.
Sie vertraute ihm inzwischen so sehr wie sie Harry vertraute, weswegen sie bei ihm auch eine so tiefe Ruhe fand, die dafür sorgte, dass ihre eigenen dunklen Träume blieben wo sie waren. Nämlich weit, weit weg. Ein Aspekt, der ihr schon mehrfach aufgefallen war. Am überdeutlichsten war es durchgekommen, als sie ihn in Askaban besucht hatte und dann doch tatsächlich in diesem modrigen Loch weggenickt war.
Er hatte sie in die Arme genommen und einfach nur festgehalten, genauso wie sie es sich tief im Innern gewünscht hatte. Sie hatte Sicherheit, Ruhe und Frieden in seinen Armen gefunden. Wärme und Zuwendung. Genauso hatte sie sich beschützt gefühlt. Beschützt, wie er es schon zuvor getan hatte. Im Manor, während der Schlacht. . . Jetzt war es an ihr ihn zu beschützen und diese tiefe Ruhe zu geben. Inneren Frieden. Sicherheit und Wärme, die er nach allem dringend brauchte.
So neigte sie den Kopf etwas zur Seite, um ihn im schwachen Licht des Mondes betrachten zu können. Er schlief nun aber vollkommen ruhig und schien nicht weiter zu träumen. Ihre Gegenwart schien ihm wirklich ungemein zu helfen, was sie warm lächeln ließ.
Sie strich ihm noch ein paar Haarsträhnen aus der Stirn und den Augen, bevor ihre Finger etwas über seine Wange wanderten und ihn auch hier streichelten. Nur einen Augenblick später murmelte er irgendetwas Unverständliches vor sich hin und zog sie im Anschluss noch fester zu sich. Mit dieser Geste kuschelte sie sich nun auch richtig an ihn, mit der festen Gewissheit vor Augen, von den dunklen Schatten der Vergangenheit verschont zu bleiben. Etwas, was gleichermaßen auf sie, wie auch Draco, zutraf.

۩ ۞ ۩



Heute gibt's von mir noch was auf die Ohren.
Und zwar von Bush - Letting the Cables Sleep

Der Song hat irgendwo Pate für einen Teil des Chaps gestanden.
:)


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