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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Normalität

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Es blieb am Ende natürlich nicht bei einem Glas. Dafür trug Blaise Sorge. Mittlerweile war Hermione auch klar, warum Draco problemlos so viel wegsteckte. Die drei Slytherins waren nur zu offensichtlich in einem mehr als guten Training, was das Trinken anbelangte. Dennoch blieb es im Rahmen.
Hermione hielt sich eisern an ihrem zweiten Glas fest, während Harry mit dem Fünften ein recht erheitertes Gesicht machte, so weit aber noch nüchtern war. Die vier Jungs waren inzwischen einfach nur lockerer, wie auch gelassener und blühten in ihrer Diskussion übers Quidditch regelrecht auf. Auf den Gesichtern trugen sie immer mehr ein dämliches Grinsen, was Hermione aber freute. Dass sich ihre drei Schlangen jetzt doch noch recht schnell mit Harry zusammengerauft hatten und vollkommen ungezwungen redeten, lachten wie auch scherzten. Gleich so, als wäre es nie anders gewesen.
So ging ihr auch vermehrt das Herz auf, wenn sich gerade Harry und Draco doch mal ein blödes Grinsen zuwarfen. Es war ein furchtbar harmonisches Bild und zeigte ihr deutlich, dass sich eben immer wieder Dinge aufs Neue ändern und entwickeln konnten, wenn man ihnen die Chance dazu ließ. Denn das sich Harry und Draco jemals friedlich, wie auch grinsend, gegenüber sitzen würden, hätte sie früher für genauso unmöglich gehalten, wie die aufrichtige Freundschaft, die sie inzwischen mit dem Blonden verband.
Am Ende verabschiedeten sich ihre Gäste fürs Erste wieder, was auch ganz gut war, denn sonst würden sie tatsächlich hier im Wohnzimmer versacken. Und zwar mit drohendem Kater. Harry hatte bereits ein klein wenig einen kleben, denn er strauchelte ordentlich, als er wieder auf seinen Beinen stehen musste.
„Da müssen wir ja noch etwas mit dir üben, Potty. So geht das nicht“, lachte Blaise gewitzt, als er ihren Freund kurz stützte, bevor die Vier gingen, um sich langsam für Slughorns Party zurecht zu machen. Harry würde vermutlich erstmal einen oder zwei Kaffee brauchen, damit er den Abend ohne kleine große Katastrophen überstand. Kaum dass sie weg waren, ließ sich Draco bäuchlings auf die Couch fallen, was sich Hermione neckisch besah.
„Jetzt sag mir nicht, du machst nach den sieben Gläschen schon schlapp? Blaise hatte noch zwei mehr.“ Auf die kleine Spitze saß er schneller als Hermione auch nur gucken konnte und hatte seine freche Löwin in einem fließenden Griff zu sich auf den Schoß, in seine Arme gezogen, wo er ihr neckisch ins Ohr flüsterte: „Wer von uns beiden hat sich denn so sehr an sein zweites Gläschen geklammert, was im Übrigen noch immer nicht leer ist?“ „Öhm. . .“ Mehr kam nicht, da er sie nur eine Sekunde später an der Taille zu kitzeln begann, worauf sie kurz quiekte und sich schließlich lachend in seinem Griff wand.
„Oh, hör auf. . . Das ist unfair. . . Merlin, NEIN! Nicht da. . . Nicht da. . .“, prustete sie noch mehr und lag plötzlich unter ihm auf der Couch. Draco stützte die Hände rechts und links neben ihrem Kopf auf dem weißen Leder ab und sah sie auch weiter neckisch grinsend an.
„So, meine Liebe. Wer macht jetzt bitteschön schlapp? Ich hab fünf Gläschen Vorsprung“, schnurrte er, während sich Hermione eine verirrte Haarsträhne aus der Stirn blies. „Du, Blaise und Charlie, ihr seid ja auch im Training.“ „Ich kann ja ein bisschen mit dir trainieren.“ „Lass mal. Ich hab mir eigentlich geschworen dieses Zeug nie wieder anzurühren. Ich hab auch ohne meinen Spaß“, grinste sie ihn wieder breit an, denn er sah inzwischen recht wüst um den Kopf herum aus, wie sie sicherlich auch. Sie strich ihm ein paar der wilden Haarsträhnen aus der Stirn, wodurch aus seinem frechen Grinsen ein sanftes Lächeln wurde, in welches sie automatisch einstimmte.
„Ich freu mich, dass du dir und Harry diese Chance gegeben hast“, begann sie wieder vollkommen ruhig. Die Stimme durchzogen von einem sanften, warmen Hauch, den er noch zusätzlich spürte, als sie mit den Fingern über seine Wange strich. Auf den Lippen auch weiter ein liebevolles Lächeln.
„Es wird alles besser, Draco. Nach und nach, wenn man den Dingen ein wenig ihre Zeit, wie auch eine Chance lässt.“ „Vielleicht.“ „Nicht nur vielleicht. Oder hättest du dir in den letzten Jahren vorstellen können, jemals mit Blaise, Charlie, Ginny, Harry und mir friedlich zusammen zu sitzen, Feuerwhiskey zu trinken und herumzualbern?“ Daraufhin lachte er etwas, bevor er wieder auf die Löwin in seinen Fängen blickte.
„Ehrlich gesagt nicht, nein. Oder. . . Mit dir und Ginny hätte ich es mir schon vorstellen können, aber nie und nimmer mit Po. . . mit . . . mit Harry“, schlug er Schneisen, um sich diese Namenssache schnell abzugewöhnen. Erstens wusste er, dass Hermione es nicht leiden konnte und zweitens war Potter. . . Harry, korrigierte er sich auch in Gedanken, letztlich auf ihn zugekommen und hatte ihn freundlich mit dem Vornamen angesprochen. Im Grunde nur eine Kleinigkeit, aber machten nicht gerade die kleinen Dinge manchmal den Unterschied?
„Siehst du? Das ist doch schon mal etwas. Der Rest dürfte dann auch nicht mehr so schwer werden, sobald sich herum spricht, dass du und Harry, wie Blaise so schön gesagt hat, ein wahrlich historisches Friedensabkommen geschlossen habt. Frieden zwischen einem Löwen und einer Schlange.“ „Ich hab doch aber auch mit dir Frieden geschlossen. Und das schon viel, viel länger“, schmunzelte er sie an, was sie ihm gleich tat.
„Ja. Allerdings zählt Harrys Meinung bei den Anderen bedeutend mehr als meine.“ „Töricht, möchte ich sagen.“ „Weil?“ „Wer hat ihm denn immer den Arsch gerettet und den Kopf aus der Schlinge gezogen, wenn er sich mal wieder planlos in eine Katastrophe manövriert hat? Die Leute sollten mehr auf dich und deine Meinung geben. Harry wäre nicht da wo er jetzt ist, wenn er dich nicht an seiner Seite gehabt hätte.“ „Denkst du?“ „Ja“, gab er ihr fest überzeugt zurück, worauf sie matt lächelte.
„Er hat Voldemort letztlich aber besiegt. Den größten, dunklen Magier unserer Zeit“, warf sie ein, was ihn mit dem Kopf schütteln ließ. „Er hat den letzten entscheidenden Zauber gesprochen, stimmt schon. Du hast ihn aber erst an diesen wichtigen Punkt gebracht, was die wenigsten sehen. Ohne dich hätte er es gar nicht bis da hin geschafft und. . . Was ich damit eigentlich nur sagen will ist, . . . Du solltest dein Licht nicht so unter den Scheffel stellen und auch nicht zulassen, dass andere es tun.“ „Deine Meinung?“, lächelte sie. „Meine Meinung“, gab er ihr ruhig zurück, was ihr Lächeln noch strahlender machte, bevor sie sich halb aufrappelte und ihm einen sanften Kuss auf die Wange hauchte. „Danke.“ „Nichts zu danken“, gab er ihr lächelnd zurück, worauf sie sich ganz aufsetzte.
„Ich geh erstmal duschen.“ „Hm“, brummte er ihr nach und ließ sich wieder richtig auf die Couch fallen. Er schnappte sich eines der weichen Cocktailkissen und vergrub müde das Gesicht darin. Nur fünf Minuten, dachte er sich. Nur fünf. . .

۩ ۞ ۩


„Hallo Schatz“, säuselte Remus, als er durch den Kamin trat und sich seiner Frau annahm. „Hey!“, strahlte Tonks und fiel ihm um den Hals, auf dem sie sofort Küsse verteilte. Kurz darauf legte sich ihr Blick auf die Trageschale, die Remus in der Hand hatte. In dieser saß Teddy und strahlte seine Mama freudig an. Dabei wechselte seine Haarfarbe immer mal wild hin und her, ebenso wie er die kleinen Händchen nach Tonks ausstreckte.
„Hallo mein Süßer. Komm mal her“, hauchte sie und nahm sich ihren Wonnepropen, der prompt noch mehr strahlte, sodass sich kleine Grübchen bei ihm bildeten. „Warst du lieb bei deiner Oma?“, fragte sie ihn und hielt sein kleines Händchen. Remus nahm derweil auf der Couch Platz, dem Tonks folgte. Teddy auch weiter im Arm. Sie konnte ihren Blick kaum von ihrem Sohn lösen, richtete sich dann aber dennoch an Remus. Fragend.
„Gibt’s was Neues?“ „Kommt darauf an was du unter neu verstehst?“ „Die Todesser? Megan? Gibson? Nate?“, warf Tonks ein paar Namen ein, worauf Remus seufzte und die Sache von hinten aufrollte.
„Nate liegt nach wie vor im Koma, von Gibson haben wir auch noch keine Spur gefunden, die Schülerin redet nicht und was die beiden Todesser angeht, die wir kurz nach ihrer Flucht aufgegriffen haben, denen ist unser Verhör nicht bekommen.“ „Inwiefern?“, hakte Tonks nach und schaukelte Teddy nebenher etwas.
„Sie sind tot.“ „Wie?“, sah Tonks überrascht, wie auch leicht verschreckt, auf. Remus nickte. „Ja. Ein Fluch. Den letzten Untersuchungen nach wohl ein Unbrechbarer Schwur. Wer auch immer ihnen zur Flucht verholfen hat, hat damit verhindern wollen, dass sie irgendetwas weitergeben. Als wir sie anfangs verhört haben, haben sie wie erwartet nichts gesagt. Da die Unruhe in der Bevölkerung durch den Ausbruch aber gesteigert ist, hat uns Kingsley die Anwendung von Veritaserum nahegelegt. Wir konnten es ihnen unbemerkt unter ihr Wasser mischen. Als wir beim nächsten Verhör wieder unsere Fragen gestellt haben und sie wegen des Serums antworten mussten, sind sie mehr oder weniger an ihren Worten erstickt.“ „Oh.“ „Hm. Dahingehend sind wir so schlau wie vorher.“ „Was ist mit den Ländereien, die euch Draco genannt hat?“, bohrte Tonks weiter. Remus seufzte.
„Verlassen. Ich bin mit Narcissas Hilfe problemlos auf die Grundstücke gekommen. Wir haben aber keine Spuren gefunden. Das Manor das gleiche. Wo auch immer sie sich versteckt halten, die Ländereien der Malfoys sind es nicht. Bis jetzt zumindest.“ „Hast du Leute abgestellt, die alles im Auge behalten?“ „Wie stellst du dir das vor?“, brauste Remus ein wenig auf.
„Ich hab im Augenblick ja kaum genug Personal, um die Flüchtigen zu verfolgen. Für die Observation von über einem Dutzend weitläufiger Ländereien, hab ich erst recht niemanden zur Verfügung.“ „War ja nur ein Gedanke“, murrte Tonks leicht, während Remus seufzte.
„Entschuldige. Es ist im Moment nur alles ziemlich angespannt.“ „Weiß ich doch“, beruhigte Tonks ihn und tätschelte ihm etwas den Arm, worauf er wieder ruhig erklärte.
„Wir haben lediglich verschiedene Alarmzauber auf die Grundstücke gesprochen. Diese verhindern zwar nicht, dass sie die Grundstücke betreten, wenn sie es aber tun, wissen wir wo sie sind.“ „Das wäre zumindest ein Anfang.“ „Hm“, brummte Remus und sah etwas auf seine Hände, bevor er Tonks wieder mehr in Augenschein nahm.
„Und wie sieht’s bei dir aus? Neue Erkenntnisse?“ „Nicht wirklich. Die Schüler spinnen sich alle ihre eigene Geschichte zusammen, wo ich dir sicher nicht sagen muss, wie die aussieht“, knurrte Tonks düster. Remus nickte.
„Ich kann’s mir denken. Und sonst?“ „Ich komm mit meinen Recherchen nicht wirklich vorwärts. Allan hilft mir zwar soweit er kann, wirklich eine Idee hat er aber auch nicht. Von Draco kann ich im Augenblick auch keine Hilfe erwarten.“ „Geht’s ihm immer noch nicht besser?“, erkundigte sich Remus besorgt. Tonks zuckte mit den Schultern und nahm sich Teddy noch etwas mehr ran, mit dem sie kuschelte.
„Körperlich hat er sich eigentlich schon wieder recht gut erholt. Ich war heute mit ihm, Hermione und Allan auch in der Winkelgasse einen neuen Zauberstab für ihn holen. Das hat sich allerdings etwas schwierig gestaltet“, murmelte Tonks ein wenig in sich gekehrt. Remus musterte sie fragend.
„Was ist an einem Zauberstabkauf schwierig?“ „Dracos Magie. Er hat sie nicht mehr unter Kontrolle. Sie entlädt sich von selbst, wie bei Spontanzaubern kleiner Kinder. Das aber in einem Ausmaß, was beängstigend ist“, schauderte Tonks etwas, als sie das Chaos von neulich, wie auch die Erlebnisse aus dem Krankenflügel, wieder vor Augen hatte.
„Ist es wirklich so schlimm?“, erkundigte sich Remus. „Schlimmer als schlimm, glaub mir. Er hat vor ein paar Tagen nachts, aufgrund eines Albtraumes, hunderte von Explosionen im Schloss ausgelöst.“ Auf die Aussage bekam Remus große Auge. „Was?“ Tonks nickte nur düster.
„Es kommt aus dem Unterbewusstsein. Er hat unkontrollierte Panikattacken. Die hatte er schon im Krankenflügel, als er noch bewusstlos war. Heute auch wieder. Als wir bei Minerva im Büro waren, hat er den Leuchter ungewollt in die Luft gejagt. Und das nur, weil er etwas angefressen war, dass Allan uns begleiten würde. Draco hält nichts von ihm. Als wir dann bei Ollivander waren, hatte jeder Zauberstab, den er probiert hat, eine explosive Wirkung zur Folge. Mr. Ollivander meinte schließlich, dass seine Magie unruhig wäre. Zerrissen. Dass kein Einklang mehr besteht“, seufzte Tonks und sah bitter, wie auch deprimiert zu ihrem Wolf.
„Das war letztlich einfach alles zu viel für ihn, Remus. Sein Vater, die Todesser, dann Askaban und jetzt diese Sache aus dem Raum der Wünsche. Genauso Megans Angriff auf ihn. Das alles hat ihn innerlich kaputt gemacht. Dass er soweit überhaupt noch klar im Kopf ist, grenzt für mich an ein kleines Wunder“, murmelte sie und strich dabei ihrem Sohn liebevoll durch die türkisen Haare, dem sie schließlich einen kleinen Kuss auf den Schopf hauchte, bevor sie weiter sprach.
„Er hat Hermione jetzt nachts zwar ein wenig erzählt, was wohl im Raum der Wünsche passiert ist, allerdings war es nichts, was ich durch die hinterlassenen Spuren nicht schon wusste oder vermutet habe. Es waren mindestens zwei Personen bei ihm, die Rache, mehr noch Gerechtigkeit, für die Opfer der Todesser wollten. So müssen sie sich ungefähr ausgedrückt haben. Und dabei haben sie die gleichen Methoden auf ihn angewandt, wie die Todesser auf ihre Opfer. Inzwischen weiß ich auch, wie man ihn ungesehen von den Kerkern bis in den siebten Stock bekommen hat. In dem Geheimgang, der bis in den fünften Stock führt, haben wir Blutspuren gefunden, die von Draco stammen, aber leider keine Spuren der Täter“, seufzte sie. Remus ließ alles sacken und schwieg nachdenklich, sodass man nur noch das Knistern der Flammen, wie auch das Glucksen Teddys hörte.

۩ ۞ ۩


„Draco? Hey“, rüttelte Hermione ihn sanft bei den Schultern, kaum dass sie fertig war. Inzwischen war es auch schon sieben. Slughorn und die Anderen warteten sicher bereits auf sie.
„Draco?“, rief sie nochmal und legte ihre Hand schließlich an seinen Kopf, was sich als böser Fehler herausstellte, denn er zuckte nicht nur zusammen, sondern fuhr verschreckt hoch. Noch in der gleichen Sekunde gab es einen Knall, unter dem das große Fenster zerbarst und das Bücherregal auseinander flog. Hermione konnte dem kaum folgen, da Draco sie blindlings am Handgelenk gepackt hatte und dieses nun brachial fest, wie auch von sich weg hielt.
„Sch“, hauchte die Hexe beruhigend, nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatte. Dracos Augen ruckten daraufhin leicht getrieben zu ihr, mit denen er kurz blinzelte und damit die Panik darin einer geschlagenen Frustration wich.
„Nicht schon wieder“, seufzte er leise, ließ sie los und vergrub stattdessen das Gesicht fertig in den Händen. Hermione besah es sich mitfühlend und nahm neben ihm auf der Couch Platz. Kurz darauf zog sie ihn zu sich in die Arme und hielt ihn einfach nur fest.
„Mach dir keinen Stress. Das gibt sich nach und nach alles wieder. Lass dir Zeit“, hauchte sie und begann ihm nebenher beruhigend über den Rücken zu streichen, während Draco geschlagen ins Nichts blickte.
„Hab ich. . . Hab ich dich verletzt?“, fragte er nach einer Weile des Schweigens unsicher, worauf Hermione ein gedrücktes Lächeln über die Lippen huschte, mit dem sie ihn noch etwas fester umschloss. Die Lippen beruhigend an seinem Ohr.
„Nein. Mach dir keine Gedanken. Es ist alles gut. Wirklich“, meinte sie. Draco lachte allerdings bitter vor sich hin. Gar nichts war gut. Er war gemeingefährlich für seine Freunde. Er könnte sie auf den kleinsten Wink hin verletzen ohne, dass er es wollte, geschweige denn verhindern konnte. Als er diese Tatsache vor Augen hatte, machte er sich auch schon von Hermione los, die ihn besorgt ansah.
„Geht’s?“ „Hm“, brachte er nur knapp hervor und lehnte sich wieder zurück. Hermiones Gesamterscheinung fiel ihm da erst ins Auge, und damit auch wieder ein, dass sie zu Slughorn runter wollten. Etwas, was ihm nicht nur vergangen war, aufgrund der Sache eben, sondern zudem auch nicht behagte. Und das aus einem ganz einfachen Grund.
Er hatte Angst. Er hatte nach allem wirklich Angst, sich in einem Raum mit mehreren Leuten aufzuhalten, die er nicht zu seinen Freunden zählte. Das, in Verbindung mit seinen momentanen Ausbrüchen, waren keine wirklich guten Voraussetzungen, um anderen Menschen gegenüber zu treten.
„Sei nicht sauer, aber ich . . . ich denke, ich bleibe lieber hier“, meinte er schließlich, worauf sie ihn nachdenklich ansah. „Ist es wegen der Explosion? Du. . .“ „Nein!“, fiel er ihr rasch ins Wort, bevor sie sich zu viele Gedanken deswegen machte.
„Nein, ich. . . Ich bin ehrlich gesagt nur noch ziemlich müde. Erst das bei Ollivander und dann Blaise’ Besuch und der Whiskey. . .“, versuchte er sich rauszureden. Hermione blieb jedoch ein wenig skeptisch. Es war nicht, dass sie ihm nicht glaubte, dass er durch alles erschöpft war. Im Gegenteil. Man sah es ihm an, dass er nicht wirklich auf der Höhe war. Nicht umsonst war er so schnell eingeschlafen. Dennoch meinte sie den eigentlichen Grund für seine Zurückhaltung in diesem explosiven Problemchen zu sehen.
„Na schön, dann. . . Ich schick Harry einen Patronus, dass wir nicht mehr kommen.“ Wir?, horchte er auf. Sie würde mit ihm hier bleiben? Konnte er das von ihr verlangen? Er wollte ihr den Abend nicht versauen.
„Du musst meinetwegen nicht hier bleiben“, meinte er schließlich und musterte ihre Erscheinung nochmal von oben bis unten. Sie trug ein knielanges, dunkles, violettes Kleid, mit dünnen Trägern, was wieder sehr raffiniert, aber trotzdem elegant geschnitten war. Darüber hatte sie sich noch einen dünnen, weißen Cardigan gezogen. Ihre Haare fielen ihr in weichen Locken über den Rücken, die sie ein wenig nach hinten und nach oben drapiert hatte. Dazu noch etwas Schmuck und dezentes Make-up. Sie sah hübsch aus.
„Ich werd mich, denke ich, dann ohnehin gleich hinlegen“, meinte er weiter, was Hermione noch immer nicht so recht überzeugte. „Sicher?“ Er nickte. „Sicher. Amüsier du dich ein bisschen. Blaise wird dich schon unterhalten“, grinste er nun ein wenig, in was sie verschwörerisch einstimmte. „Sofern er nicht zu sehr mit Ginny beschäftigt ist.“ Daraufhin grinste der Blonde dreckig. Hatte es dieser Schwerenöter also hinbekommen, mit der kleinen Weasley richtig anzubandeln?
„Ich sehe, du bist im Bilde?“, vermutete Hermione auf sein Grinsen richtig. „Nicht weiter schwer. Ich bin nur überrascht, dass Po. . . dass Harry so schnell die Segel gestrichen hat.“ „Ginny und Harry haben wohl schon vor einer Weile gemerkt, dass es zwischen ihnen doch nicht so ganz das war, was sie sich anfangs eingeredet haben. Sie haben sich freundschaftlich, wie auch einvernehmlich, getrennt. Nicht so hässlich wie ich und Ron.“ „Was hast du bei so einem Hohlkörper wie Weasley erwartet? Er hat Erstens kein Feingefühl und Zweitens wusste er noch nie, wann es genug ist und er verloren hat. Mir fällt da spontan die oberpeinliche Aktion aus dem Vierten ein, als er Delacour gefragt hat, ob sie mit ihm zum Weihnachtsball geht.“ Auf die Erinnerung konnte Draco nicht anders, als zu lachen und auch Hermione schmunzelte etwas.
Jetzt im Nachhinein war es ihm recht geschehen, obwohl sie damals ein ganz klein wenig Mitleid mit ihm hatte. Aber wirklich nur ein wenig, denn zeitgleich war es ihr auch eine Genugtuung gewesen, dass er niemanden hatte, da er am Ende tatsächlich noch die Frechheit besessen hatte, sie als Notnagel zu betrachten. Zu guter Letzt hatte Ron ihr ja auch noch den Abend versaut, mit seiner blöden Eifersuchtsattacke.
„Da hast du Recht.“ „Oh warte. Das muss ich mir rot im Kalender eintragen, dass du mir mal zustimmst, dass Weasley ein Hohlkörper ist“, lachte er noch mehr und wurde dafür sanft in die Seite geboxt. „Blödmann“, schmunzelte sie allerdings, kam dann aber wieder auf ihr eigentliches Gespräch zurück.
„Und du willst wirklich nicht mitkommen?“, hakte Hermione nochmal nach und guckte etwas trübsinnig, was Draco wanken ließ. Seine Verunsicherung war aber stärker, wenngleich er wirklich gerne den Abend mit ihr verbracht hätte. Allerdings würde es nicht Slughorns letzte Veranstaltung sein. Und bis zur nächsten hatte er sich sicher mit allem auch wieder richtig im Griff. Die Angst, genauso diese blöden Spontanzauber.
„Nächstes Mal. Versprochen. Amüsier du dich ein bisschen und halt mir Blaise vom Hals. So wie ich ihn kenne, rauscht er hier an, wenn er mitbekommt, dass ich nicht mit bin.“ „Krieg ich hin“, lächelte sie und erhob sich schließlich. Sie fixte nur noch das Fenster und Bücherregal, bevor sie sich mit einem „Dann Gute Nacht“ von ihm verabschiedete und aus dem Portrait verschwand.
Damit brach Dracos Scheinfassade in sich zusammen. Sein eben noch vorhandenes Lächeln verschwand, während er sich erschöpft zurück auf die Couch sinken ließ. Als er lag, starrte er sinnlos an die Decke und verfluchte sich innerlich für seine Schwäche. Die Angst. Er hätte sicher einen schönen Abend mit ihr verbringen können, wäre dieser Scheiß nicht. Da es nun aber leider so war, wie es war, war er sich nur zu sicher, dass er keine wirklich ruhige Minute gehabt hätte. Er hätte den Abend nicht im Mindesten genießen können, sondern sich sicherlich jede Sekunde angespannt umgesehen und auf die anderen Anwesenden geachtet. Er hätte versucht sich selbst zu kontrollieren und damit unter Kontrolle zu halten, damit er nicht wieder etwas machte, was er gar nicht wollte.
„Scheiße“, knurrte er und schlug mit der Faust auf das Polster. Als er den Blick zur Seite neigte, sah er Hermiones Kater, der ihn blöd anglotzte. Wobei. . . Blöd war das falsche Wort. Der Kater guckte eher vorwurfsvoll. Konnte das sein? Konnten Katzen so gucken? Na ja, Katze allein war das Fellknäuel ja nicht.
„Was?“, fragte er den Kater schließlich, der im Kommenden zu ihm trat und recht dreist auf die Couch sprang, wo er sich ganz zu Draco gesellte und es sich auf dem Bauch des Slytherins gemütlich machte. Den Kopf so geneigt, dass er den Blonden mit seinen gelbgrünen Augen ansehen konnte. Dieser tat es ihm gleich.
Draco mochte den Kater. Er war ihm sofort sympathisch, als er den ersten Streit zwischen Hermione und dem Wiesel initiiert hatte, dem viele, viele hatten folgen sollen. Für ihn immer wieder aufs Neue ein Augen- wie auch Ohrenschmaus. Und das Jahr für Jahr.
Schließlich begann er den Kater hinter den Ohren zu kraulen, was dieser mit einem Schnurren quittierte und es sich noch etwas bequemer auf der Schlange machte. Es war beruhigend. Diese Geste an sich, wie auch die Geräusche, die der Kater von sich gab. Beruhigend genug, dass Draco nach und nach ungewollt auf der Couch ein weiteres Mal wegnickte.

۩ ۞ ۩


Hermione traf, wie bereits befürchtet, als letzte bei Slughorn ein. Ihre Freunde waren schon alle da und unterhielten sich angeregt, als Blaise grinsend die Reihen verließ und auf sie zu trat. Sein Grinsen verschwand allerdings, als er bemerkte, dass Hermione alleine war.
„Wo ist Draco?“ „Oben. Er kommt nicht.“ Daraufhin machte Blaise, wie Draco prophezeit hatte, Anstalten ihn zu holen, wurde allerdings von Hermione zurückgehalten. „Lass ihn. Der Tag war für ihn lang und auch anstrengend. Er braucht noch Ruhe, dass weißt du“, mahnte sie ihn, was den Slytherin jedoch nicht ganz überzeugte, sodass Hermione ihn noch etwas mehr zu sich nahm und schließlich anfügte: „Ich denke auch, dass er sich unter all den Leuten im Augenblick unwohl fühlt, weil. . . Er hat es vorhin schon wieder gemacht. Als ich ihn geweckt habe, hat sich seine Magie wieder unkontrolliert entladen. Und so wie er geguckt hat, da. . . Ihm macht das Angst, was ich auch nachvollziehen kann. Also lass ihn. Er muss sich selber erstmal wieder finden.“ „Hm“, brummte Blaise nur und verschwand schließlich mit der Löwin zu den Anderen, denen sie nur kurz erklärte, dass Draco doch noch etwas erschöpft war und oben bleiben wollte. Bis auf Charlie nahmen alle das auch als normal hin, während der Slytherin skeptisch eine Augenbraue hoch zog, jedoch nichts sagte, als Blaise ihm einen entsprechenden Blick zuwarf. Damit konzentrierte er sich wieder auf Daphne, mit der er gerade ein Gespräch führte.
Hermione ließ den Blick schweifen und entdeckte, neben ihren Freunde und den Greengras Schwestern, auch noch die Vertrauensschüler aus Ravenclaw und Hufflepuff. Genauso einige andere, die Slughorn als interessant ansah. Warum auch immer. Unter ihnen war, zu Hermiones Leidwesen, Stephen, der prompt lächelnd zu ihr trat, als er sie entdeckte.
„Hermione. Hallo. Ich wusste gar nicht, dass du auch kommst?“, begrüßte er sie mit seinem Zahnpasta Lächeln. „Wusste ich auch nicht“, gab Hermione ein wenig distanziert zurück. „Bist du alleine?“, erkundigte er sich weiter, worauf sie auf ihre Freunde wies, die allesamt gerade beschäftigt waren. Stephen nickte so ein wenig für sich, bevor er wieder zu ihr sah.
„Also bist du allein“, schlussfolgerte er. „Nein. Meine Freunde“, deutete sie ihm nochmal auf die Sechs. „Also ich sehe da, mehr oder weniger, drei Paare“, grinste Stephen und sah sie schmunzelnd an. „Und dich sehe ich alleine.“ Grrr. „Ist Malfoy gar nicht mit? Liegt er noch flach?“ Als ob dich das interessieren würde, dachte sie zynisch, meinte dann aber: „Nein. Es geht ihm soweit besser. Er ruht sich aus.“ „Ist doch gut“, lächelte Stephen wieder sein aufgesetztes Lächeln. Hermione hasste so etwas. Geheucheltes Interesse. Sie wusste mittlerweile sehr gut, wenn jemand wirklich von Herzen lächelte oder wenn es ein aufgesetztes Lächeln war, was man sonst meistens auf Fotos machte. Und Stephens Lächeln jetzt, zählte zu letzterem. Es war ein falsches Lächeln.
„Möchtest du etwas trinken?“ „Danke. Nein. Wenn du mich entschuldigst? Ich muss noch etwas mit Harry besprechen“, würgte sie Stephen recht uncharmant, mit einem ebenso gekünstelten Lächeln ab und trat wieder zu ihren Freunden. Dummerweise waren die alle gerade mehr mit sich und ihren derzeitigen Gesprächspartnern beschäftigt. Allen voran Harry, der offensichtlich ein sehr nettes Gespräch mit Astoria führte, denn er lächelte immer wieder schüchtern, während in seinen grünen Augen ein Leuchten lag. Augen, die recht gebannt auf Astorias Erscheinung hafteten. Etwas, was Hermione bereits während ihres Verteidigungsunterrichts aufgefallen war, als er ihr den Patronus gezeigt und hin und wieder etwas Hilfestellung geleistet hatte. Er hatte sich anscheinend doch ein wenig mehr in die jüngere Greengras verguckt. Aber. . . Warum auch nicht? Hermione gönnte ihm von Herzen alles Glück der Welt. Das hatte er sich mehr als verdient, weswegen sie ihn jetzt auch nicht stören wollte. Stattdessen glitt ihr Blick über den Rest ihrer Freunde.
Blaise war seinerseits gerade schwer damit beschäftigt mit Ginny zu flirten, die ihm entsprechend verruchte Blicke zuwarf und schließlich vielsagend lächelte. Neville tanzte mit Luna und Charlie führte ein ähnliches Gespräch mit Daphne, die herzlich lachte, während der Brünette verschmitzt grinste. Paare, wie Stephen gesagt hatte. Sie war zwar mit ihren Freunden hier, ihre Freunde waren aber alle mehr in ihrer eigenen kleinen Welt. Zwar war da auch noch Ron, aber mit dem wollte sie absolut nicht reden.
Als sie zu ihm sah, zeigte sich ihr zudem ein altbekanntes Bild. Nämlich Lavender, wie sie sich nervig und anhänglich an Rons Arm klammerte, ihn anhimmelte und albern kicherte. Ron wirkte ein wenig genervt, was bei dieser Blondine zwangsläufig passieren musste. Schließlich sah er auf und begegnete Hermiones Blick, den er kurz gefangen hielt und sie ein wenig düster anfunkelte. Etwas, was Hermione ihm gleich tat. Immerhin hatte sie allen Grund sauer auf ihn zu sein, nach seinem widerlichen Angriff auf Draco. Sie verstand noch immer nicht, welcher geistesgestörte Hippogreif ihn da geritten hatte?
Schließlich bemerkte auch Lavender den bösen Blick Rons und drehte sich um. Als sie Hermione sah, rümpfte sie überheblich die Nase, drehte sich wieder ganz zu Ron, nahm sein Gesicht in die Hände und drückte ihm ungeniert ihre Lippen auf. Ron stimmte kurz darauf provokant in ihren Kuss ein, und stellte damit recht deutlich den Austausch von Speichel zur Schau.
Hermione konnte auf dieses subtile Verhalten nur mit den Augen rollen. Wollte er sie damit eifersüchtig machen? Merlin, sie stand über den Dingen und hatte dieses leidige Thema zudem endgültig abgeschlossen. Sollte er rumknutschen mit wem er wollte. Ihr war es egal, womit sie sich den Anderen zuwenden wollte, dabei aber gegen Stephen stieß, der sich wieder zu ihr geschlichen hatte.
„Sieht so aus, als wären deine Freunde schwer beschäftigt“, lächelte er frech, während Hermione mit den Zähnen knirschte. „Offensichtlich.“ „Bowle?“, bot er an und reichte ihr ein Glas, was er bereits vorausschauend bei der Hand hatte. „Danke“, brachte Hermione noch zerknirscht hervor. Sie hätte bei Draco im Turm bleiben sollen, zumal sie solche Partys ohnehin nicht besonders mochte. Sie hätte in Ruhe in Dracos Buch lesen, oder noch etwas mit dem Blonden reden können.
„Der neue Gemeinschaftsraum ist im Übrigen richtig toll geworden“, versuchte Stephen irgendwie ein Gespräch anzukurbeln. „Da hast du wirklich ganze Arbeit geleistet und. . .“ „Wir“, unterbrach Hermione ihn sofort. „Bitte?“ „Draco und ich haben das gemacht. Wir zusammen. Er hat genauso seinen Teil dazu beigetragen, okay?“ Sie konnte nicht anders. Sie konnte nicht anders als den Blonden zu verteidigen und positiv hervorzuheben.
„Sicher. Natürlich. Entschuldige bitte“, lächelte Stephen wieder sein falsches Lächeln, um Hermione zu besänftigen. „Uhm. . . Weißt du denn schon, was du nach der Schule machen willst?“ „Nein. Ich will erstmal meinen Abschluss haben und dann seh ich weiter.“ „Den machst du doch mit Links und verbundenen Augen“, schleimte Stephen. Noch etwas, was sie nicht leiden konnte. Schließlich plapperte er weiter, da Hermione keine Anstalten machte irgendetwas zu erzählen.
„Also ich werde vermutlich im Ministerium anfangen. Mein Vater ist auch dort und hat gute Kontakte.“ „Schön für dich.“ „Hm“, machte Stephen und überlegte sichtlich, wie er weiter vorgehen konnte. Er tat Hermione fast schon etwas leid. Aber nur fast, schließlich hatte sie ihn vor ein paar Tagen erst angepflaumt, dass er sie doch bitte in Ruhe lassen sollte. Hartnäckig war er. Das musste sie ihm dennoch lassen.
„Also wenn du Interesse hättest irgendwie im Ministerium zu arbeiten, dann. . .“ „Nein. Ich verbinde alles andere als gute Erinnerungen mit dem Ministerium. Ich will nichts mit alldem zu tun haben. Und selbst wenn, denke ich, muss ich dir nicht noch extra sagen, dass ich selbst mehr als gute Kontakte zu Kingsley Shaklebolt und Remus Lupin habe?“, erinnerte sie ihn bewusst daran, wen er hier vor sich hatte. Zwar legte sie absolut keinen Wert darauf, von anderen irgendwie als Widerstandskämpferin, Mitglied des Phönix Ordens oder sonst wie als Kriegsheldin angesehen zu werden, hier erschien es ihr aber mehr als angebracht. Stephen nickte dann auch gleich.
„Ja, klar. Weiß ich doch auch. Aber ein bisschen extra Vitamin B ist auch nie verkehrt“, schmunzelte er zwinkernd. „Natürlich.“ Hermiones Stimme tropfte nur so vor Sarkasmus, den Stephen geflissentlich überhörte.
„Aber sag mal, was anderes jetzt.“ Noch mehr?, dachte sich Hermione verzweifelt und sah hilflos zu ihren Freunden, die nach wie vor mehr in ihrer eigenen, kleinen Seifenblase waren und nichts weiter um sich herum bemerkten. Nicht einmal Blaise! Der vertrieb doch sonst immer alles und jeden, der ihr zu nahe kam oder es sonst wie wagte sie zu belästigen. Diesmal lag seine Konzentration aber zu 100% auf Ginny, die er breit angrinste, in den Augen ein diebisches Funkeln. Merlin, Hermione wollte nicht wirklich wissen über was die Beiden gerade sprachen. Konnte doch nur etwas Unanständiges sein, womit sie kurz an ihrer Bowle nippte.
„Hast du schon einen Begleiter für den Halloweenball?“, platzte Stephen da aber heraus, worauf sie sich verschluckte und schwer hustete, sodass ihr der Ravenclaw kurz auf den Rücken schlug und lachte. „Langsam, langsam.“ „Wie kommst du jetzt darauf?“, krächzte sie leicht. „Der ist erst in vier Wochen!“ „Also viele haben sich schon verabredet“, rechtfertigte Stephen seine Frage. Hermione wiederum schwante unheilvolles.
„Ich finde, man sollte bei so etwas nicht zu lange warten, sonst sind die ganzen netten und hübschen Mädchen schon weg.“ Oh nein. Nein, nein, nein, nein. „Aha.“ „Also. Bist du schon verabredet?“ LÜG!, schrie eine Stimme in ihrem Kopf, der sich in der gleichen Sekunde jedoch schon verneinend nach rechts und links neigte. Stephens Miene wurde daraufhin heller.
„Dann. . . Würdest du mir die Ehre erweisen, mich auf die Feier zu begleiten?“ NEEEIN! „Ich. . . äh. . .“ „Ich würde mich wirklich wahnsinnig darüber freuen“, lächelte er wieder, während Hermione leicht flau, um nicht zu sagen übel wurde und sie kurz die Augen schloss, um sich zu sammeln.
„Das. . . Danke für das Angebot, Stephen. Aber ich. . . Nein“, brachte sie knapp heraus und schaute ihn wieder an. Wie befürchtet, sah er sie nun ein wenig wie ein geschlagener Hund an. „Tut mir leid. Wirklich“, entschuldigte sie sich. Stephens Blick begann sich im nächsten Moment kaum merklich zu verändern. Er wurde bohrend.
„Wer?“ „Was?“ „Wer ist der Glückliche?“, erkundigte er sich etwas deutlicher. Auf den Lippen nun ein kühles Lächeln. „Niemand. Ich. . . Ich hab mich mit noch niemandem verabredet.“ „Aber du wartest auf jemand bestimmtes, dass er dich fragt, richtig?“ Volltreffer. Hermione schluckte, während Stephens Augen sie immer stärker taxierten, als könne er so mehr erfahren und in ihr lesen.
„Wer?“ „Kennst du nicht.“ „Ah. Malfoy?“, schoss er ins Blaue, was Hermione zucken ließ. Wie kam er denn jetzt auf Draco? Stephen sah sich seine Vermutung daraufhin bestätigt, womit seine Augen ein wenig dunkler wurden und leicht unheilvoll blitzten.
„Warum der? Stehst du auf dieses Bad Boy Image und Getue? Magst du es, wenn man dich schlecht behandelt?“, erkundigte er sich weiter. Dabei schwang etwas leicht Bedrohliches in seiner Stimme mit. Etwas, was Hermione allmählich unheimlich wurde.
„Was? Nein! Merlin, wie kommst du auf so etwas?“ „Wie ich darauf komme? Ich bin nicht blind, Hermione. Jeder weiß, wie mies er dich die ganzen Jahre über behandelt hat. Euer Gekeife auf den Gängen kann man schon als legendär bezeichnen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ihr das Wort Hass neu definiert habt“, erklärte er kühl aber auch ruhig. Gefährlich ruhig, für Hermiones Geschmack, die Draco auch gleich wieder verteidigte.
„Das waren dumme Kinderstreitereien. Dumme Worte. Die Muggel würden dazu Mobbing sagen. Das ist nichts so Ungewöhnliches, wie ihr das alle ständig seht. Und was mich und Draco angeht, wir haben uns ausgesprochen. Okay? Er hat sich aufrichtig bei mir entschuldigt und ich habe seine Entschuldigung angenommen. Wir stehen über diesen Dinge. Als Freunde“, warf sie zurück und reckte Stephen ein wenig provokant das Kinn entgegen.
„Und wie du weißt, mag ich es nicht, wenn man schlecht von meinen Freunden spricht. Du entschuldigst mich?“ Damit stolzierte sie hoch erhobenen Hauptes zu besagten Freunden, und landete bei Charlie, da sie der Ansicht war, ihn am wenigsten zu stören.
„Hilf mir“, flüsterte sie dem Brünetten zu, der sie fragend ansah, dann aber hinter Hermione blickte und Stephen entdeckte, der ihr mit seinem Blick beinahe ein Loch in den Rücken brannte. Der Blick des Slytherins wurde daraufhin unheilvoll, wie auch kalt, als er sich stimmlich an Hermione richtete. Stephen ließ er dabei nicht eine Sekunde aus den Augen.
„Was hat er gemacht?“ „Er nervt mich. Und offen gestanden ist mir sein Blick unheimlich“, flüsterte sie und unterdrückte den Reflex, den Kopf nach hinten zu neigen, denn sie spürte diesen Blick noch immer, der ihr Gänsehaut von der üblen Sorte bescherte. Charlie sah es und nahm sie ganz in ihre Mitte, wo er sie kurz darauf zu Daphne schob. Im Anschluss trat er auf den Ravenclaw zu.
„Ich glaube, Blaise hat sich letztens nicht deutlich genug ausgedrückt? Du lässt unsere Freundin in Ruhe“, gab er ihm kalt zu verstehen, den Blick durchdringend, die Hände tief in den Hosentaschen. Stephen tat es ihm gleich.
„Willst du mir drohen, Harper? Ich habe mich nur nett mit ihr unterhalten.“ „Und Hermione möchte sich aber nicht näher mit dir unterhalten. Ich würde dir raten das in Zukunft zu beherzigen. Du machst dir keine Freunde, wenn du sie weiter belästigst.“ „Danke für den Hinweis. Allerdings habe ich auch keinerlei Verlangen danach, mit dir, Zabini oder gar Malfoy Freundschaft zu schließen“, lächelte er süßlich. „Da haben wir etwas gemeinsam. Ich denke aber, Harry und Neville sehen es auch nicht gerne, wenn man ihre Freundin belästigt.“ Auf den kleinen Seitenhieb zuckte etwas in Stephens Augen, die kurz zu Harry huschten, der gerade mit Astoria lachte. Charlie sah es und lächelte ein kleines, triumphierendes Lächeln.
„Ich sehe wir verstehen uns.“ Damit drehte er sich um und trat wieder zu den beiden Mädchen. „Was hast du ihm gesagt?“, bohrte Hermione sofort. Charlie lächelte nun aber wieder gutmütig und nahm sich sein Glas. „Nur, dass er dich doch bitte in Zukunft nicht mehr belästigen soll, weil du das nicht magst und deine Freunde auch nicht.“ „Du hast ihm hoffentlich nicht gedroht?“, hakte Hermione leicht unsicher nach, denn das wäre für die Gesamtsituation ein wenig kontraproduktiv. Andererseits würde sie es begrüßen, wenn Charlie es damit geschafft hatte, dass Stephen ihr vom Hals blieb.
„Was denkst du denn von mir?“, entrüstete sich Charlie ein wenig und lächelte keck. „Du bist eine Schlange, auch wenn man das nicht unbedingt von dir annehmen würde.“ „Autsch. Das kränkt mich“, meinte er theatralisch und hielt sich die Hand aufs Herz. Daphne lachte. Kurz darauf wurde er wieder ernster.
„Nein. Keine Sorge. Ich weiß mich zu benehmen. Wenn er dir aber trotzdem weiter blöd kommt, sollte Blaise vielleicht nochmal in einem etwas anderen Ton mit ihm sprechen. Und jetzt mach dir keine Gedanken weiter. Komm, setz dich“, nahm er Hermione zu sich und ließ sie zwischen sich und Daphne auf der Couch Platz nehmen. Hermione fühlte sich dabei aber etwas unwohl. Offensichtlich hatte sie Charlie doch gestört, den sie entschuldigend ansah. Er lächelte aber wie immer gutmütig und bezog sie ohne weiteres in ihre Gespräche mit ein. Allerdings nicht lange, denn Slughorn hatte die Hexe nun auch entdeckt und trat freudig näher.
„Hermione, meine Liebe. Schön, dass Sie da sind“, meinte er herzlich und noch ehe sich die zierliche Gryffindor versah, zog er sie in eine sehr feste Umarmung, was bei Slughorns Bäuchlein etwas schwierig war. Schließlich ließ er sie wieder los, um sie erneut von oben bis unten zu betrachten.
„Gut sehen Sie aus.“ „Da- danke“, brachte Hermione leicht peinlich berührt hervor, während Horace lächelte. „Darf ich denn Fragen, ob Sie bei Ihrem kleinen Projekt erfolgreich waren?“, erkundigte sich Slughorn etwas zusammenhanglos, wie auch neugierig. Hermione schaute fragend.
„Welches Projekt? Der Gemeinschaftsraum?“ „Oh, nein, nein. Ich sprach von dem Aufspürzauber. Hatten Sie mit Ihrem Brief denn Glück?“, wurde er deutlich, Hermione wiederum betrübt. „Nein, das. . . Er kam zu mir zurück. Ich schätze, der Zauber war nicht stark genug für die Eule, um ihn zu finden“, resignierte sie und ging ein paar Schritte mit ihrem Professor in eine etwas ruhigere Ecke. Es musste schließlich nicht jeder hören, worüber sie sprachen.
„Oh, das tut mir leid. Haben Sie es denn nochmal versucht?“ „Nein, ich. . . Ich wollte, aber dann war da die Sache mit Draco und. . . Ich hatte bis jetzt einfach keinen Nerv weiter dafür.“ Um nicht zu sagen, sie hatte es komplett vergessen, da ihr andere Dinge bedeutend wichtiger waren.
„Verständlich, meine Liebe. Wo ist Draco denn? Ist er nicht mit Ihnen gekommen? Ich habe ihn noch gar nicht gesehen“, ließ Slughorn nochmal den Blick über seine Schüler und sonstigen Gäste schweifen, als Hermione erklärte. „Nein. Er . . . er ist nicht hier. Er war müde und wollte sich schon hinlegen.“ „Oh. Ich dachte, es geht ihm inzwischen wieder besser? So sagte zumindest Minerva“, wurde Slughorn besorgt, während Hermione nickte.
„Im Großen und Ganzen geht es ihm, denke ich, auch wieder gut, nur. . .“ Hermione seufzte. Sicherlich wusste Slughorn über dieses Magie Problem Bescheid.
„Er ist mental nicht wirklich auf der Höhe. Und dann ist da auch noch das mit seiner Magie.“ „Die Spontanzauber?“, bohrte Horace. „Genau die. Ihm ist das selber unheimlich.“ „Nachvollziehbar. Aber ich bin mir sicher, dass gibt sich mit etwas Ruhe nach und nach wieder. In Anbetracht dieser Dinge ist es sicherlich besser, wenn er sich noch eine Weile schont.“ „Hm.“ „Aber um nochmal auf Ihren Zauber zurückzukommen. Ich denke, Sie sollten noch einen Versuch wagen. Immerhin haben Sie nichts zu verlieren.“ „Nein. Ähm. . . Gibt es nicht vielleicht eine Möglichkeit den Zauber zu verstärken?“ „Schwierig. Aber ich meine einmal etwas von einem Trank gelesen zu haben, der etwas in der Richtung bewirkt.“ „Tatsächlich?“ Hermiones Augen leuchteten damit sofort auf, während Slughorn noch überlegte und schließlich nickte.
„Ja, ja. Da war mal etwas. Allerdings habe ich die Zutaten dazu leider nicht alle auf Lager. Ich müsste sie erst bestellen. Aber das soll nicht das Problem sein“, lächelte Horace zwinkernd. „Wirklich?“ Hermione war sofort von der Vorstellung eingenommen, dass es mit der neuen Zutat vielleicht funktionieren könnte. Slughorn nickte.
„Ich helfe gerne wo ich kann und. . . Nun, wenn Sie Erfolg haben, können Sie mir den jungen Mann dann vielleicht auch vorstellen? Wie gesagt, es interessiert mich wirklich brennend, wer hinter diesem Zauber steckt“, deutete er auf die Kette, auf die sie selbst sah und schließlich danach griff.
„Wie ich Ihnen damals schon sagte, ist dieser Zauber sehr alt und in unsere Zeit vermutlich kaum noch jemandem bekannt. Der Zauber an sich ist zudem recht komplex und schwierig an ein Objekt zu binden. Es gehört zum einen sehr viel Gefühl, aber auch Talent dazu, was ich, offen gestanden, eigentlich keinem ihrer Mitschüler zutraue. Merlin, ich selbst würde diesen Zauber nicht einmal so stark anwenden können. Sie, meine Liebe, vielleicht, mit etwas Übung und Glück, aber sonst. . . Wer auch immer hinter diesem Geschenk steckt, scheint zum einen äußerst talentiert zu sein, wie auch sehr starke Gefühle in sich zu tragen“, lächelte Slughorn, als Hermione ein wenig rot wurde.
„Ich wünsche Ihnen wirklich, dass Sie diesen jemand wieder finden.“ „Danke, Professor.“

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Schließlich wurde es später und die Reihen etwas lichter, sodass nur noch der starke Siebener Jahrgang da war. Blaise und Charlie hatten sich so auch Zeit genommen, mit Hermione zu tanzen, wie auch Harry, wobei er mehr nur schunkelte, um seiner Freundin nicht auf die Füße zu treten. Hermione war es ganz recht so. Zumal sie dadurch etwas mit ihm sprechen konnte.
„Astoria also?“, fragte sie und schmunzelte, worauf Harry leicht rosa wurde. „Na ja, sie ist ganz nett.“ „Das sah mir vorhin aber nach mehr als nur ganz nett aus“, stichelte sie etwas, worauf er noch roter wurde, was sie schmunzeln ließ. Schließlich nahm sie sich ihren besten Freund noch etwas mehr ran, um ihm ins Ohr zu flüstern.
„Es ist doch schön, wenn du sie magst. Vielleicht auch mehr magst. Du weißt, dass ich dich bei allem unterstützen und hinter dir stehen werde.“ „Und ich bei dir, auch wenn ich anfangs vielleicht mal etwas stur bin“, lächelte er. Hermione tat es ihm gleich. „Sehr stur.“ „Löwen haben eben einen großen Dickkopf“, lachte Harry, in was sie kurz einstimmte und schließlich ihren Kopf auf seine Schulter legte.
„Danke, dass du auf Draco zugegangen bist“, begann sie nach ein paar Minuten des Schweigens. „Er hat dieses Vertrauen und den Zuspruch wirklich gebraucht, damit es ihn nicht weiter auffrisst. Die Gewissheit, dass die Vergangenheit tatsächlich vergangen ist. Dass sich Dinge ändern und man wirklich überall neu anfangen kann. Dass da ein Weg ist. Und dass er Menschen an seiner Seite hat, die diesen Weg auch mit ihm gehen“, sprach Hermione weiter, worauf Harry lächelte und ihr einen kleinen Kuss an die Schläfe hauchte.
„Das war nach allem das Mindeste. Ich hätte viel früher etwas zu allem sagen sollen. Vor allem zu den Anderen. Aber es war für mich auch irgendwie eine völlige Umstellung und . . . neu halt“, seufzte er, während sich Hermione ein bisschen fester an ihn kuschelte.
„Ich weiß. Ihr müsst euch eben erstmal neu kennenlernen.“ „Dabei könntest du mir ja ein bisschen helfen, immerhin weißt du mittlerweile mehr als sonst einer von uns über ihn. Von Blaise und Charlie einmal abgesehen“, schmunzelte Harry, in was Hermione aber nicht einstimmte, sondern sichtlich in sich ging. Sie hatte damit zwangsläufig all die schlimmen Dinge vor Augen, die gewesen waren. Unter anderem auch Dobbys kleines Geheimnis. Harry sah es. Er erkannte, dass sie begann mit ihren Gedanken wegzudriften.
„Was ist?“ „Hm?“, sah sie auf „Nichts“ und lächelte etwas gezwungen. Kurz darauf fiel ihr Blick auf die Standuhr, die ihr sagte, dass es bereits weit nach 23:00 Uhr war. So lange hatte sie gar nicht bleiben wollen. Sie hatte Draco nicht so lange mit sich und seinen Gedanken alleine lassen wollen.
„Ich denke, ich werde langsam gehen“, löste sie sich von Harry, der sie verwundert ansah. „Schon?“ „Ja. Es war für mich auch ein langer Tag. Und du hast doch noch nette Gesellschaft“, zwinkerte sie ihm zu und deutete mit dem Kopf in Richtung Astoria, die gerade mit ihrer Schwester und Charlie sprach. Harry folgte ihrem Blick und kam nicht umhin zu lächeln, bevor er sich seine Freundin nochmal kurz ran nahm und sie in den Armen hielt.
„Dann gute Nacht. Sehen wir uns morgen zum Frühstück oder bleibst du wieder oben?“ „Weiß ich noch nicht. Ich denke schon.“ „Dann bis Morgen.“ Hermione verabschiedete sich so nur noch knapp vom Rest und verschwand letztlich in den Gängen, auf den Treppen.
Bis auf das Licht ihres Zauberstabes und das einzelner Fackeln, lagen die Gänge im Dunkeln. Die Portraits schliefen, wobei einige ihr einen mürrischen Blick zuwarfen, als sie mit dem Licht ihres Zauberstabs die Dunkelheit durchbrach und damit die Bewohner in den Portraits blendete, wie auch weckte.
Es war alles ruhig. Dachte sie zumindest. Irgendwann aber, zwischen dem vierten und fünften Stock, hörte sie, neben ihren Schritten, noch andere auf dem Steinboden wiederhallen, konnte aber niemanden erkennen.
Vermutlich Filch, der seine Runden drehte. Zwar konnte ihr der Hausmeister inzwischen nichts mehr, wenn er sie nach der Sperrstunde auf den Gängen ertappte, allerdings legte sie dennoch keinen Wert darauf, ihm über den Weg zu laufen und sich irgendeine dumme Predigt anzuhören, weswegen sie sich beeilte.
Sie bog in Richtung Große Treppe ab und stieg bis in den sechsten Stock, wo sie in einen Nebengang verschwand, der sie zu der Treppe führte, die in den Südturm mündete. Die Schritte auch weiter hinter sich, was sie allmählich nervös machte.
Sie blickte sich wieder und wieder um, konnte aber niemanden ausmachen. Und dann, ganz plötzlich, verebbten die Schritte in eine andere Richtung, was sie aufatmen ließ. Entweder Filch oder ein anderer Schüler, Ravenclaw oder Gryffindor, der sich endlich in seinen Gemeinschaftsraum begnügte.
Sie lief den Gang weiter, tief in den Südflügel des Schlosses, bis sie die nächste Treppe erreichte, die in den siebten Stock und damit zu ihrem Turm führte. Sie wollte diese gerade in Angriff nehmen, als sie völlig unvorbereitet etwas ins Kreuz traf.
Sie schrie, mehr vor Schreck als vor Schmerz, auf und stürzte der Länge nach auf den harten Steinboden. Dabei verlor sie ihren Zauberstab, der über den Stein rollte und in der plötzlich wieder zwielichtigen Dunkelheit verschwand.
Die einzige Fackel auf dem Gang erlosch und tauchte diesen damit zusätzlich in fast vollständige Schwärze. Da war nur das Licht des Mondes und der Sterne, welches, durch graue Wolken, schwach durch die hohen Fenster drang.

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Emma ist eine natürliche Schönheit – wenn sie also die ,normale‘ Hermine in ihrer Schuluniform spielt, müssen wir ihr Aussehen unter dem Make-up eher herunterspielen. Aber der Weihnachtsball erfordert natürlich das genaue Gegenteil – da konnten wir uns mit dem Make-up richtig austoben.
Amanda Knight, Maskenbildnerin