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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Wünsche

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Mittlerweile war es bereits wieder Mittag geworden und die Große Halle füllte sich. Von den Ereignissen der Nacht hatte niemand etwas mitbekommen. So auch nicht der inzwischen rot-grün gemischte Tisch der ehemaligen Hausfeinde.
„Boah, hab ich Hunger“, verkündete Blaise laut, ließ sich auf seinen Stuhl fallen und rieb sich vorfreudig die Hände beim Anblick der ganzen Köstlichkeiten. „Wo warst du denn beim Frühstück?“, lachte Ginny. „Verschlafen“, meinte er nur und lud sich reichlich auf seinen Teller.
„War wohl gestern doch noch zu viel?“, stichelte Harry gewitzt. Blaise winkte ab. „Da gehört mehr dazu, um mich umzuhauen.“ „Natürlich“, bemerkte Charlie trocken und suchte sich selbst etwas zusammen, während Ginny kicherte. Luna sah sich in der Zwischenzeit etwas in der Halle um, bevor sie ihre Konzentration zurück auf den Rest ihrer Freunde legte.
„Habt ihr Hermione und Draco heute schon gesehen?“ „Ich nicht. Warum?“, erkundigte sich Blaise. „Sie waren nicht beim Frühstück“, bemerkte sie, dem Harry zustimmte. „Eigentlich wollte Hermione kommen.“ „Vielleicht wollte Draco noch ein bisschen seine Ruhe haben“, warf Ginny ein. „Denkst du? Er war gestern Nachmittag doch eigentlich ganz gut drauf. Oder?“, sah Harry zu Blaise und Charlie. „Sicher. Aber zu Slughorn ist er trotzdem nicht mitgekommen“, argumentierte Ginny. „Ich kann mir schon denken, dass er sich unter einer großen Anzahl von Personen unwohl fühlt. Wir waren gestern ja unter uns.“ „Kann sein.“ „Dann würde ich sagen, statten wir unseren zwei Hübschen dann einen kleinen Besuch ab. Er kann sich schließlich nicht ewig verkriechen“, legte Blaise fest und machte sich schlussendlich über sein Mittag her.
Gut eine halbe Stunde später standen die Vier vor dem Portrait des Schulsprecherturms, welches einfach nicht aufgehen wollte, denn sie hatten das falsche Passwort, was Blaise stöhnen ließ.
„Offensichtlich ändert Hermione es immer noch jeden Abend“, warf Charlie ein und klopfte schließlich. „Hermione? Draco? Wir sind’s“, rief Charlie gegen das Portrait und versuchte an diesem zu lauschen. Doch er hörte nichts.
„Soll ich ihnen mal einen Patronus rüber schicken?“, schlug Harry vor, doch Ginny schüttelte mit dem Kopf. „Vielleicht wollen sie auch nur ein wenig ihre Ruhe haben. Draco sah gestern trotz allem noch ein bisschen käsig aus. Immerhin haben wir sie schon etwas überfallen“, grinste Ginny, in was Blaise spitz einstimmte. Merlin allein wusste, mit was sein Freund unter Umständen gerade beschäftigt war.
„Dann lassen wir sie eben weiter kuscheln“, grinste er, worauf Harry skeptisch eine Augenbraue hoch zog, allerdings nichts sagte. Damit verschwanden die Vier unverrichteter Dinge vorerst wieder. Wären sie nur etwas später am Turm gewesen, hätte Draco sie gehört, denn er erschien, kaum zehn Minuten nach dem Verschwinden ihrer Freunde, mit Hermione und Dobby im Wohnzimmer. Der noch immer erschöpften Hexe bekam das Apparieren des Elfen jedoch nicht wirklich, denn ihr gaben die Beine nach.
„Hey!“, stieß Draco verschreckt aus, als sie leicht stöhnend in seinem Griff drohte wegzusacken. Er hielt sie allerdings fest, wie auch aufrecht, bevor er sie ganz zu sich nahm, zur Couch trug und auf diese legte. Er selbst nahm auf dem Rand Platz, während Dobby noch etwas näher trat und die Hexe mit einer ähnlichen Sorge musterte wie Draco.
„Brauchst du etwas?“, erkundigte er sich sofort und griff nach der Decke, die am Ende der Couch lag, die er ihr über legte. „Darf Dobby Miss Hermione einen Tee bringen?“, piepste auch Dobby. „Hast du Hunger?“, setzte Draco nach, noch bevor sie dazu kam auf seine erste Frage zu antworten. Als Draco dann auch noch Anstalten machte aufzustehen, um ihr etwas zu holen, hielt sie ihn an der Hand fest.
„Es geht mir gut“, brachte sie noch etwas dünn hervor, worauf er wieder Platz nahm und sie wenig überzeugt ansah. „Sicher? Ich mein. . . Ich. . .“ „Sicher. Es ist ja. . .“ Sie schluckte. „. . . nichts weiter Schlimmes passiert“, setzte sie etwas leiser nach, was Draco schnauben ließ. Hermione sah, wie die Wut in ihm hochkochte, denn er ballte unwissentlich die Hände zu Fäusten, nach denen sie schließlich griff.
„Mir fehlt nichts. Aber sag. . . Wie hast du mich überhaupt gehört? Ich konnte ja nicht . . . nicht rufen.“ „Dein dicker Kater hat dich anscheinend gerochen oder gewittert. Dass du Angst hattest. Er hat mich geweckt und so lange am Portrait gescharrt, bis ich es aufgemacht habe“, erklärte er und drückte ihre Hand etwas, als sie schwach zu lächeln begann.
„Mein kleiner Dicker“, murmelte sie dankbar vor sich hin. Der Kater war wirklich etwas Besonderes. Sie hoffte, dass sie ihn noch lange, lange als Weggefährten haben würde.
„Es tut mir so leid, dass ich dich nicht begleitet habe“, murmelte Draco schließlich, zu dem sie fragend sah. „Wenn Tonks mit ihrer Vermutung Recht hat, dann wollte der mich und. . .“ „Hör auf“, unterbrach sie ihn sofort, noch bevor er dazu kam, sich in irgendeine Sache reinzusteigern. Draco sah sie dennoch schuldig an, sodass sie die Hände nach ihm ausstreckte, um ihn zu sich zu ziehen.
„Ich will nichts davon hören. Verstanden? Ich . . . ich will mich jetzt einfach nur etwas an mein Frettchen kuscheln“, meinte sie versucht neckisch, aber auch etwas schüchtern, um ihn ganz von seinen Gedanken abzulenken. Draco schloss daraufhin ergeben die Augen.
„Wenn Mylady es wünscht.“ „Tut sie“, entgegnete sie ihm, was ihm ein kurzes Lächeln auf die Lippen zauberte. Kurz darauf sah er sie wieder an und kam ihrem Wunsch nach. Er ließ sich neben ihr auf der Couch nieder und schloss die Gryffindor behutsam in die Arme, die ihr Gesicht an seiner Brust barg und sich ergeben an ihn kuschelte. Als sie es tat, konnte sie nur zu deutlich spüren, wie seine Lippen hauchzart über ihre Stirn wanderten und viele, kleine, beruhigende Küsse platzierten, bevor er das Gesicht selbst etwas in ihrem Schopf barg.
„Versuch noch ein bisschen zu schlafen.“ „Hm“, murmelte sie und ergab sich der Ruhe, Wärme, wie auch Sicherheit, die er ihr mit seiner Nähe versprach.

۩ ۞ ۩


Dieses elende Miststück! Was fiel ihr ein, auf einmal solche zicken zu machen? Hatte sie plötzlich ein schlechtes Gewissen bekommen? Eher unwahrscheinlich, da er nur zu gut wusste, wie sehr sie auf Vergeltung und Rache aus war. Daran hatte sich trotz allem nichts geändert. Sie wollte die kleine Ratte bluten sehen, leiden sehen, sterben sehen. Genauso den alten Malfoy. Den vermutlich sogar noch um einiges mehr, nur war der seit dem Ausbruch verschwunden. Aber das sollte nicht sein Problem sein. Er hatte sich jetzt einzig und allein um den Junior Todesser und das Schlammblut zu kümmern. Und dafür musste er wieder ins Schloss. Egal wie. Er brauchte sie. Noch.
Vermutlich war es dann auch das Beste, wenn er sich ihrer entledigte, sobald er die Beiden hatte. Familie hin, Familie her. Sie hatten ohnehin nie ein auch nur ansatzweise gutes Verhältnis zueinander gehabt. Das jetzt war auch nur eine Zweckgemeinschaft, da sie beide das Gleiche wollten.
Er war damals, nach der Schlacht und der Inhaftierung der Todesser, rege überrascht gewesen, als sie so unverhofft bei ihm aufgetaucht war. Auch hätte er sie unter normalen Umständen niemals wiedererkannt. Eine Erklärung bezüglich ihrer Veränderung hatte er allerdings nicht bekommen, was ihm letztlich auch egal war, als sie mit ihrer Bitte, die sie mit ein paar Galleonen zu unterstreichen wusste, an ihn herangetreten war.
Ihm war ihr Vorhaben recht gewesen und ihr Geld hatte er auch gern genommen dafür, dass er sie nach Askaban brachte und sie so ihrer Rache frönen konnte. Aufgrund des Vielsafttrankes hatte nicht einmal der alte Forge etwas bemerkt, wobei es ihm sicher egal gewesen wäre. Er wollte von allem nichts wissen, sehen oder gar hören. Denn so lange er für alles blind und taub blieb, konnte ihm das Ministerium auch nicht ans Bein pissen.
Wieder warf er einen Blick auf seine Uhr und grunzte säuerlich. Es war fast 22:00 Uhr. Wenn sie ihn provozieren wollte, war sie auf einem mehr als guten Weg. Er war schließlich noch nie dafür bekannt gewesen, geduldig zu sein. So griff er erneut nach seinem Flachmann und nahm einen großzügigen Schluck des Feuerwhiskeys, der ihm prompt in der Kehle brannte.
Hoffentlich tauchte sie bald auf, sodass er mit ihr über ihren Zugang ins Schloss gelangte, denn er hatte keine Ahnung, wie er sonst in dieses kommen sollte. Es erschien ihm der einzige Weg, denn die Wahrscheinlichkeit, dass er seine Zielobjekte nochmal in Hogsmeade zu fassen bekam, war gleich Null. Zumal er dann auch Gefahr lief entdeckt zu werden, denn das Aurorenbüro hatte zu allem Überfluss eine Fahndung nach ihm gestartet. Das machte die Angelegenheit ohnehin noch schwerer.
Er grunzte erneut und nahm einen weiteren Schluck Feuerwhiskey, als es in der dunkelsten, hintersten Ecke plopp machte, was ihm verriet, dass sie endlich da war. Ärgerlich steckte er den Flachmann weg und drehte sich zu der Hexe.
„Verrätst du mir, was dieses plötzliche Gezicke soll? Wir hatten eine Vereinbarung!“, schnauzte er sie an, was sie ihrerseits mit einem Schnauben quittierte. „Ganz genau. Es geht um Malfoy. Und zwar nur um diesen verdammten Reinblüter! Also, was sollte das letzte Nacht?“, zischte sie und näherte sich ihm gefährlich. Ihren Zauberstab hatte sie bereits warnend erhoben, der auf sein Gesicht deutete. Gibson schnaubte.
„Was das sollte? Merlin, wie blöd bist du? Das Gör zieht doch nur zu offensichtlich im Hintergrund die Fäden. Die kleine Schlampe ist dem hörig! Die hat sich sogar in Askaban von ihm durchnehmen lassen. Am Ende hat sie auch noch dafür gesorgt, dass das Urteil nochmal abgewandelt wurde und er aus Askaban raus kam. Genauso ist dieses kleine Biest Schuld daran, dass ich meinen Job los bin und jetzt auch noch nach mir gefahndet wird!“ „Das ist dein Pech und tut zudem nichts zur Sache. Es ging einzig und allein um Malfoy! Darum, dass er von der Erdoberfläche verschwindet!“, zischte sie erneut, was Gibson verächtlich schnauben ließ.
„Hätte schon lange der Fall sein können, aber du wolltest ja unbedingt dein kleines Rachespielchen durchziehen.“ „Er hat nichts anders verdient, als genauso 1000 Tode zu sterben. Allein!“, warf sie ihm entgegen. „Jaah. Und das hat auch wunderbar geklappt“, höhnte Gibson, was sie zur Weißglut trieb. „Wahrscheinlich hat sich die kleine Schlammbluthure wieder eingemischt. Nicht?“, fragte er, worauf in den dunklen Augen seiner Cousine etwas gefährlich blitzte.
„Was hast du da gerade gesagt?“, hakte sie nach, während sich ihr Blick bedrohlich verdunkelte und etwas ähnlich Boshaftes annahm, wie zuletzt bei dem Junior Todesser. Gibson brauchte einen Moment, bis er verstand, was sie so sehr erzürnte. Als das der Fall war, begann er dreckig, wie auch verholen zu grinsen.
„Ach ja. Jason. Ich vergaß“, meinte er gehässig und entlockte ihr ein gefährliches Knurren. „Wie kannst du dieses Wort in den Mund nehmen, nach allem was DIE getan haben?!“, fauchte sie vor Zorn. Ihr Zauberstab zitterte gefährlich, was ihr Gegenüber herzlich wenig kümmerte. Stattdessen grinste er noch fieser.
„Ich hab nie verstanden, was du an dem Versager gefunden hast? Aber wer weiß. . . Vielleicht war er auch einfach nur gut im Bett? Viel mehr hat er während seines mickrigen Daseins ja nicht auf die Reihe gekriegt.“ „Noch ein Wort und ich vergess mich“, zischte sie. Inzwischen lag ihr Zauberstab gefährlich unter seinem Kinn an der Kehle. Doch auch das ließ ihn nur grinsen.
„Wer wird denn, Cousinchen?“, raunte er und streckte die Hand nach ihr aus, die sie ihm wütend beiseite schlug und wieder einen Schritt zurück machte.
„Angst?“, fragte er, worauf sie mit dem Kopf schüttelte und schnaubte. „Verschwinde aus meinem Leben und wage es nicht, mich noch einmal zu belästigen.“ „Ich dich belästigen? Du bist zu mir gekommen, wenn ich dich daran erinnern darf? Du wolltest meine Hilfe, um dich zu rächen und jetzt wirst du mir gefälligst helfen, wieder ins Schloss zu kommen“, raunte er und trat gefährlich näher, was sie im Gegenzug um die gleiche Schrittzahl zurück weichen ließ.
„Vergiss es.“ „Diese Option steht leider nicht zur Verfügung. Das hättest du dir früher überlegen müssen. Einmal ein Spiel begonnen, kann man nicht einfach mittendrin aufhören. Lass dir gesagt sein, du bist nicht die Einzige, die ein Interesse am Tod des Reinblüters hat. Die Leute, in deren Auftrag ich arbeite, sind um einiges ekliger als ich. Sie sind dazu imstande, dir dein neues, kleines Leben zur Hölle zu machen, also zick hier nicht weiter rum. Du wirst mir den Zugang wieder öffnen, damit ich mich um die kleine Kröte und seine Schlammblutfreundin kümmern kann. Andernfalls, meine liebe Sarah, wirst du mit allem auffliegen und selbst in Askaban landen. Wie es dort zugeht, ist dir ja bestens bekannt. Und mit einer jungen Frau tun sich einem da noch weitaus mehr Spielmöglichkeiten auf“, grinste er dreckig und fuhr sich mit der Zunge kurz über die Lippen, was sie schlucken ließ. Am Ende schüttelte sie mit dem Kopf.
„Vergiss es. Ich werde kein unschuldiges Mädchen dem Tod überlassen, nur weil sie einmal eine falsche Entscheidung getroffen und sich von diesem Bastard hat einlullen lassen.“ Daraufhin lachte er kehlig, wie auch schallend, sodass es verzerrt von den Steinwänden der kleinen Seitengasse der Knockturn widerhallte.
„Jetzt sag mir nicht, du hast so etwas wie ein Gewissen entwickelt? Dieses kleine Miststück ist alles andere als unschuldig und unbescholten. Ich hab den Auftrag, sie zusammen mit dem Todesser beiseite zu schaffen. Und davon lasse ich mich auch nicht von deiner plötzlich wiederentdeckten Moral abhalten. Du wirst mir dabei helfen“, knurrte er gefährlich und zog seinen Zauberstab, um sie mittels Imperio gefügig zu machen, denn er hatte genug von dem ganzen Geschwafel. Allerdings waren seine Reflexe durch den ganzen Alkohol stark vermindert, sodass die Hexe eine Millisekunde eher zum Zug kam.
„Stupor!“, feuerte sie in seine Richtung und traf ihn direkt vor der Brust. Er wurde zurückgeworfen und krachte durch den Schwung des Zaubers in einen der Gerümpelhaufen, in dem er regungslos liegen blieb. Die Hexe rang auf alles nach Atem und zweifelte das erste Mal wirklich an ihren Entscheidungen.
Merlin, sie hätte ihn nie aufsuchen sollen. Sie hätte aus England verschwinden sollen, so wie sie es ursprünglich geplant hatte, kaum dass der Sieg errungen und Sicherheit eingekehrt war. Doch dann hatte sie die ganzen Artikel im Tagespropheten gelesen, die ihren Wunsch nach Rache und Vergeltung für ihre Lieben wieder in ihr geweckt hatten. Der Wunsch nach Gerechtigkeit, wo ihr das Schicksal schließlich in die Hände gespielt hatte, als sie durch einen dummen Zufall herausgefunden hatte, dass ihr verhasster Cousin eine Anstellung in Askaban bekommen hatte.
Sie wusste um seine sadistische Natur. So war er schon immer gewesen. Ein schwarzes Schaf in der Familie, von daher war sie sich sicher, dass er ihr gegen ein kleines Entgelt Türen und Tore öffnen würde, damit sie bekam was sie wollte.
Sie hätte es dabei belassen sollen. Sie hätte nicht auf seine Forderungen eingehen und sich von ihm bequatschen lassen sollen. Aber ihr Drang nach Vergeltung war erneut stärker gewesen. Nicht zuletzt auch aufgrund der jüngsten Ereignisse, die ihr doch als zu große Zufälle erschienen, um nichts miteinander zu tun zu haben, wie man ihnen weismachen wollte. Das jetzt aber. . . Sie konnte nicht zulassen, dass Unschuldige in diese Sache mit hineingezogen wurden, auch wenn die Hexe selbst Schuld hätte. Was gab sie sich auch mit diesem Bastard ab? Sie stand entweder unter seinem Einfluss, unter irgendeinem Zauber. Oder aber, was sie mehr befürchtete, sie war ihm vollkommen verfallen, was einiges erklären würde. Dennoch konnte man sie nicht für ihre Naivität und so sicher auch Gutmütigkeit bestrafen. Liebe machte ja bekanntlich blind und nicht selten auch dumm, sodass man Dinge tat, oder sich zu Handlungen verleiten ließ, die jeglicher Vernunft spotteten.
So hatte die Geschichte von letzter Nacht nun vielleicht wenigstens etwas Gutes. Die Gryffindor Hexe hatte dadurch hoffentlich endlich erkannt, was für ein gravierender Fehler es war, dem Todesser die Hand zu reichen und ihm Vertrauen zu schenken.
Auf diesen Gedanken glitt ihr Blick erneut über die reglose Gestalt in dem Schutthaufen. Sie fragte sich, wie lange der Zauber ihn noch außer Gefecht setzen würde? Überhaupt, was sie jetzt mit ihm machen sollte? Er würde keine Ruhe geben, dessen war sie sich sicher. Ob sie sein Gedächtnis löschen sollte? Zumindest alles, was mit ihr zu tun hatte?
Sie hoffte inständig, dass er niemandem von ihrer Existenz erzählt hatte. Das wäre äußerst fatal. Nicht umsonst hatte sie ihr altes Leben abgeworfen. Und zwar mit allem was es hieß zu leben. Sie existierte nicht mehr. Sie war während des Krieges und Todesser Regimes gestorben, wie auch alle anderen, die ihr lieb und teuer waren. Nur ihr verhasster Cousin hatte sich irgendwie alldem entziehen können. Er hätte es verdient in diesem Krieg zu sterben, nicht aber ihre Lieben, womit sie näher trat, um ihm die Erinnerungen der letzten Monate, die mit ihr verwoben waren, zu nehmen und sie in seinem Geist erneut sterben zu lassen. Als sie dann aber näher bei ihm war, schrak sie geschockt zurück, als sie erkannte, was der Stupor angerichtet hatte.
„Frank?“, zitterte ihre Stimme, als ihr Blick nochmal über den kräftigen Leib vor ihr huschte, durch den sich eine der Metallstangen gebohrt hatte, die in dem Gerümpelhaufen lagen. Diese hatte ihn regelrecht gepfählt. Er musste sofort tot gewesen sein, denn seine Augen waren vor Schreck noch offen und starr gen Himmel gerichtet.
Übelkeit keimte in ihr auf, als sie den blutigen Leichnam betrachtete, die sie nur mit Mühe und Not niederringen konnte. So schnell konnte es manchmal gehen, wenn man sich etwas wünschte. Es war nicht, dass es ihr um ihn Leid täte, nein. Sein Anblick war aber dennoch alles andere als angenehm, weshalb sie sich schnell abwandte und im Nichts verschwand. Sie konnte hier nichts mehr tun und etwas über sie erzählen, konnte er nun auch niemandem mehr. Denn nun existierte sie für wirklich niemanden mehr.

۩ ۞ ۩


Er konnte nicht schlafen. Seit gefühlten 100 Stunden starrte Draco nun schon auf den dunkelgrünen Betthimmel über sich, ohne dabei wirklich zur Ruhe zu kommen. Dafür geisterte ihm zu viel im Kopf rum. Davon abgesehen war er auch nicht wirklich müde. Nicht mehr. Er war am Nachmittag neben Hermione ähnlich schnell eingeschlafen, wie die Hexe selbst und hatte dadurch den fehlenden Schlaf der Nacht zum Teil wieder reingeholt. Jetzt aber. . .
Er stöhnte und wälzte sich erneut auf die Seite, wo er mit der Hand über die freie Fläche strich, da wo Hermione vorletzte Nacht gelegen hatte. Sie war jetzt nicht hier, sondern in ihrem Zimmer. Draco hatte es nicht gewagt sie zu fragen, zu bitten, ob sie nicht wieder bei ihm bleiben konnte. Nicht zuletzt auch wegen des Vorfalls gestern Abend. Er war sich nicht wirklich sicher, ob es ihr vielleicht unangenehm war, die ganze Nacht einen Kerl mit im Bett zu haben? Hermione hatte in der Richtung auch nichts geäußert, sodass er lediglich seine Tür einen Spalt offen gelassen hatte, um ihr zu zeigen, dass sie zu ihm konnte, wenn sie wollte. Er selbst wollte sich ihr aber nicht aufdrängen, obwohl er eigentlich nichts mehr wollte als, wie ihm Wohnzimmer auf der Couch, mit ihr zu kuscheln und sie ganz fest im Arm zu halten.
Er brauchte das. Er brauchte sie. Diese Nähe und Wärme und Ruhe. Sicherheit. Es war albern. Merlin, er war doch kein kleines Kind mehr, dass sich vor den Schatten unter seinem Bett fürchtete und dennoch. . . Dennoch waren es die Schatten der Nacht, Dunkelheit und Kälte. Einsamkeit, die ihn drohte zu umhüllen und erneut in diese dunklen Untiefen seines Geistes zu reißen, um ihn dort gefangen zu halten und zu quälen.
Er fröstelte unweigerlich, als ohne Vorwarnung wieder die vergangenen Eindrücke vor seinen Augen aufblitzten. Lucius, die Todesser, Askaban und vor allem die Sache letztens setzten ihm aufs Neue zu, sodass er sich auf den Bauch drehte und das Kissen frustriert über den Kopf zog.
„. . . Draco?“, hörte er nach ein paar Minuten unverhofft ein leises Stimmchen vorsichtig rufen. „Schläfst du?“, fragte die Stimme weiter, die zu Hermione gehörte, die er schließlich auch bildlich sah, als er sich aufrappelte und das Kissen vom Kopf zog. Er erkannte die Gryffindor dann auch wie sie da, ein wenig verloren, wie auch ziemlich unsicher, in seiner Tür stand und von einem Bein auf das andere trat.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken. Ich. . .“ „Schon okay. Ich hab noch nicht geschlafen“, entgegnete er ihr ruhig, worauf sie nickte und etwas am Saum ihres Tops zu nesteln begann.
„Alles in Ordnung?“, fragte er aufgrund ihres Anblickes. „Ja. Ich . . . uhm. . .“, wurde sie leiser und nuschelte schließlich irgendetwas Undefinierbares vor sich hin, worauf er fragend die Augenbrauen kraus zog. Als er zu einer Frage ansetzen wollte, huschte Krummbein an der Hexe vorbei ins Zimmer der Schlange und sprang recht ungeniert auf Dracos Bett, wo es sich der dicke Kater mal wieder am Fußende bequem machte, zusammenrollte und schlief. Die Beiden besahen es sich verwundert, bevor Dracos Blick zurück auf die Hexe fiel. Wissend. Kurz darauf stahl sich ein Lächeln auf seine Züge.
„Komm her“, meinte er lediglich und erlöste sie damit von der Scham ihrer Frage, ob sie bei ihm schlafen konnte? Er schlug die Decke beiseite, kaum dass die Gryffindor einen Fuß nach vorn gesetzt hatte. Als sie zu ihm aufs Bett kroch, sah sie ihn dennoch etwas unsicher an, was er mit einem sanften Lächeln wegzuwischen wusste und ihr schließlich einladend seine Arme anbot, in die sie sich mit einem erleichterten Lächeln kuschelte.
„Danke“, flüsterte sie gegen seine Brust, während Draco ihr noch kurz beruhigend über den Rücken rieb und einen kleinen Kuss auf die Stirn hauchte, bevor er sich, selbst glücklich und zufrieden mit diesem Arrangement, etwas in ihren Schopf kuschelte. Nun konnte ihn der Schlaf gerne gefangen nehmen.

۩ ۞ ۩


Mit einem Grunzen flog die morsche Tür hinter den Carrow Geschwister und Lucius wieder ächzend ins Schloss und zog damit die Aufmerksamkeit der übrigen acht Todesser auf sich.
„Und?“, fragte Antonin Dolohov, mit einem schon fast wissenden Blick. Amycus schnaubte. „Alle mit Alarmzaubern gesichert. Wirklich alle!“, spuckte er und sah verächtlich zu Lucius, der sich recht unbehaglich unter dem Blick von seinesgleichen fühlte.
„Ich verstehe auch nicht, wie sie das Grundstück in Lancashire finden konnten. Es war weder registriert noch ortbar!“ „Für das Ministerium vielleicht, aber nicht für deine lieben Hinterbliebenen“, raunte Antonin kühl, mit deutlicher Verachtung in der Stimme, bevor er sich aus dem zerfledderten Sessel erhob. Lucius schnaubte aufgrund dieser Offensichtlichkeit, meinte dann aber noch: „Sie können uns dort dennoch nichts. Der Blutbann. . .“ „Spielt keine Rolle!“, schnappte Antonin und funkelte den alten Malfoy finster an.
„Wenn sie wissen wo wir sind, bringt es uns auch nichts, dass wir vor ihnen vorerst durch den Blutbann geschützt sind. Früher oder später würden sie eine Möglichkeit finden uns dort festzusetzen.“ „Sollen wir stattdessen lieber in diesem Loch hier verrotten?“, grunzte Crabbe Sr. und trat gegen einen der morschen Stühle, der gefährlich ächzte.
„Wir haben hier nichts! Noch nicht mal genug zu essen!“ „Ist das deine einzige Sorge?“, ätzte Alecto Carrow und musterte den früher so fettleibigen Crabbe kurz von oben bis unten. „Sei froh, dass du nicht mehr so fett bist“, ätzte sie weiter, worauf sich der inzwischen wirklich hagere Crabbe auf sie stürzen wollte, von Goyle aber zurückgehalten wurde, was ihn nicht daran hinderte, die Carrow zu beschimpfen.
„Du musst reden. Du hattest doch sonst auch immer mehr Ähnlichkeit mit einem Schwein, als mit einer Frau!“ „Duuu. . .“, knurrte sie gefährlich und hatte bereits ihren Zauberstab erhoben, wurde dann aber von Antonin entwaffnet, den sie prompt anfauchte.
„Was fällt dir ein!?“ „Mir? Merlin, schaltet den kümmerlichen Rest eures Hirns ein. Wir können es uns nicht leisten gegenseitig aufeinander loszugehen. Wir brauchen einen Plan. Und für den Anfang auch einen geeigneten Unterschlupf. Also strengt euer Hirn an. Was für Möglichkeit haben wir noch, wo das Ministerium nicht hin denkt? Oder sonst wer?“, sah Antonin erneut dunkel zu Lucius, der es vorzog zu schweigen.
„Crabbe, Goyle? Irgendwelche versteckten Landsitze?“ „Nah!“, grunzte Crabbe Sr., aber auch Goyle schüttelte mit dem Kopf. „Keine, von denen der kleine Verräter nicht auch wüsste“, knurrte er, den Blick mörderisch auf Lucius gerichtet, der sich in eine der hintersten Ecken zurückgezogen hatte.
„Was ist mit dem Landsitz des alten Nott? Er lebt nicht mehr“, warf Yaxley ein. Antonin schüttelte mit dem Kopf. „Sein Sohn aber. Und der ist, soweit ich weiß, auch in Hogwarts. Ergo auch in Kontakt mit ihm!“ „Und die Greengras Sippe?“, murrte Travers. Doch auch hier schüttelte Antonin mit dem Kopf.
„Sie waren dem Lord nie ergeben. Sie würden uns jetzt noch weniger helfen als zuvor schon“, resümierte er, worauf angespanntes Schweigen einkehrte, welches Lucius, scheinbar nach Stunden vorsichtig brach.
„Ich wüsste da vielleicht jemanden, der uns behilflich sein könnte.“ „Wer?“, schnarrte Jugson. „Eine junge Dame. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie ein offenes Ohr für mich hätte.“ „Wer?“, knurrte nun auch Antonin. Der alte Malfoy sagte aber nichts, sondern lächelte durchtrieben.
Sie würde ihnen behilflich sein. Mit den richtigen Argumenten und Versprechungen. Dessen war er sich sicher. Und er wusste auch schon, wie er sie überzeugen könnte.

۩ ۞ ۩


Es war spät am Morgen, als die Sonne allmählich durch das hohe Fenster des Schulsprecherturms ihr Licht warf und Draco, neben noch etwas anderem, in der Nase kitzelte. Als er noch immer etwas verschlafen die Augen einen Spaltbreit auf schob, hatte er einen explodierten braunen Haarschopf direkt vor der Nase, die er kurz kräuselte, als ihn aufs Neue eine der Strähnen kitzelte und drohte einen Nieser zu entlocken. Allerdings rang er diesen nieder und hob den Kopf, um etwas mehr zu sehen. Er löste die linke Hand von der schlanken Taille der kleinen Hexe, die inzwischen mit dem Rücken an seiner Brust lag und noch immer selig schlummerte.
Im Anschluss beugte er sich leicht über die zierliche Gryffindor und strich ihr ein paar der wilden Locken zurück in den Nacken, um einen Blick auf ihre Züge zu erhaschen. Sie waren sanft und lieblich und spiegelten in der Sekunde in seinen Augen vollkommene Unschuld und Reinheit wieder, was ihn lächeln ließ. Darüber hinaus weckte ihr Anblick einen leisen Drang in ihm, dem er am Ende nicht widerstehen konnte.
Er beugte sich vorsichtig etwas mehr zu ihr und begann kleine hauchzarte Küsse auf ihre Wange und den Nacken zu hauchen. Es war eine Geste, die die Hexe lächeln ließ, weshalb er sie leise rief.
„Hermione?“ Eine Antwort blieb jedoch aus. Sie murmelte nur kurz unverständliches Zeug, bevor sie wieder mehr zu ihm rückte, sodass sie erneut gänzlich mit dem Rücken an seiner Brust ruhte. Draco konnte auf die Regung nicht anders, als dämlich zu grinsen. Schließlich legte er sich auch wieder hin und umschlang die Hexe aufs Neue mit beiden Armen. Er zog sie noch etwas fester an sich und kuschelte sich in ihren Schopf, um auch noch ein wenig zu schlafen.
Allerdings wollte der Schlaf nicht mehr kommen. Zudem regte sich die Hexe keine halbe Stunde später stärker in seinen Armen und drehte den Kopf und Oberkörper etwas mehr in seine Richtung. Sie blinzelte ein paarmal müde und gähnte herzhaft.
„Ausgeschlafen?“, grinste Draco, den sie kurz verwundert ansah, bis sich ein zarter Hauch rosa auf ihren Wangen breit machte, als ihr wieder bewusst wurde, wo sie war und wer sie da so fest umschlungen hielt.
„Guten Morgen“, murmelte sie noch immer etwas schlaftrunken und drehte sich gänzlich zu ihm. „Gut geschlafen?“ „Hm“, lächelte sie. „Und du?“ „Auch.“ „Das ist schön“, lächelte sie noch etwas mehr, während Draco ein Gedanke im Kopf umher geisterte. Es war eine Frage, ein Vorschlag, den er ihr vor einer Weile schon einmal unterbreitet hatte.
„Ähm. . . Hör mal. Ich hab dir das schon mal gesagt und wenn du nichts dagegen hast, also. . . Na ja, was würdest du davon halten, wenn du. . . Nicht falsch verstehen. Also. . . Ich dachte mir. . .“ „Draco“, unterbrach sie ihn ruhig, wie auch lächelnd, da er nicht zum Punkt kam. „Ich fress dich schon nicht. Also, worum geht es?“ Er seufzte und sah sie schließlich mit einer Mischung aus Unsicherheit und bittender Hoffnung an.
„Wenn es okay für dich ist, dann . . . dann bleib nachts bei mir. Du willst offensichtlich nicht allein sein und ich will es auch nicht“, erklärte er und wartete darauf, dass der Himmel ihn für diese frevlerische Bitte erschlug. Natürlich passierte nichts. Nichts außer, dass Hermione etwas schüchtern zu lächeln begann und schließlich nickte, worauf ihm eine tonnenschwere Last vom Herzen fiel, die sich in den wenigen Sekunden, zwischen seiner Bitte und ihrer Zustimmung, dort breit gemacht hatte.
„Ich denke, das wäre im Augenblick für uns beide sehr von Vorteil“, meinte sie schmunzelnd, was ihn noch mehr Lächeln ließ, bevor er nickte. „Krummbein gefällt es bei dir inzwischen ja auch schon besser als bei mir“, scherzte sie und sah auf ihren dicken Kater, der seinerseits die beiden Magier vom Fußende verschlafen, wie auch etwas dümmlich anglotzte. Schließlich stand er auf, streckte sich und wackelte, hoch erhobenen Schwanzes, aus dem Zimmer. Draco lachte.
„Ich glaube, jetzt ist er eingeschnappt.“ „Wohl eher hungrig. Wie spät ist es denn?“, richtete sie sich wieder an ihre Schlange. Draco drehte den Kopf kurz nach hinten, um einen Blick auf seinen Wecker zu erhaschen.
„Zehn nach zehn.“ „WAS?“, schrie Hermione und saß prompt. Draco klingelten die Ohren. „Merlin, nicht so laut.“ „Wir sind zu spät! Viel zu spät!“ Damit wollte Hermione aus dem Bett springen, um sich schnell fertig zu machen. Draco bekam sie allerdings beim Arm zu fassen und zog sie gleich wieder zu sich.
„Hey, jetzt mach mal keine Hektik. McGonagall versteht es sicher, wenn wir heute noch etwas ausruhen.“ „Ja aber, aber. . . Was ist mit den Anderen? Sie werden sich wundern wo wir sind und. . .“ „Werden sie nicht. Du hast am Freitag doch schon gefehlt, weil du mir Gesellschaft leisten wolltest. Sie werden auch weiter davon ausgehen, dass ich trotzdem noch ein bisschen meine Ruhe haben will und du auch weiter ein Engel bist und bei mir bleibst. Darüber hinaus solltest du auch mal an dich denken. Gönn dir noch etwas Ruhe. Das wird dir niemand zum Vorwurf machen. Wir können dann ja noch etwas lernen, wenn du dich damit besser fühlst. Einverstanden?“, sah er sie ruhig an. Hermione blieb aber etwas unschlüssig, sodass Draco nachsetzte.
„Wir haben jetzt ohnehin schon fast den halben Unterricht verpasst. Die andere Hälfte bringt uns auch nicht um. Also. Lass uns hier bleiben und. . . Ja, du wolltest mir doch auch noch diesen Zauber zeigen. Dieses Patronus Ding.“ „Patronus-Nachrichten.“ „Genau. Also was sagst du?“, lächelte er aufmunternd, womit sie sich geschlagen gab.
„Vermutlich hast du Recht.“ „So gefällt mir das. Dobby!“ „Master haben gerufen?“, erschien der Elf prompt in einem Plopp, sowie der obligatorischen Verbeugung. „Ja. Sei so gut und bring uns ein bisschen Frühstück hoch. Wir haben verschlafen“, meinte Draco überflüssigerweise, worauf die Ohren des Elfen etwas wackelten, als er leise kicherte und letztlich mit einem „Sehr wohl“ wieder verschwand.

۩ ۞ ۩


Wieder! Draco und Hermione hatten sich, wie schon gestern, auch heute in keinster Weise blicken lassen. Und das bereitete Blaise schon etwas Bauchschmerzen, da es Draco soweit am Samstag eigentlich wieder gut ging. Er hatte nicht den Eindruck erweckt, dass er sich jetzt verkriechen würde. Zumal Hermione dem sicher entgegen wirken würde. Trotzdem fehlte von beiden jegliche Spur. Weder waren sie beim Frühstück, noch beim Mittagessen, vom Unterricht mal zu schweigen, sodass er sich nun mit Charlie, Ginny und Harry aufs Neue auf den Weg zum Südturm machte. Vor diesem angekommen, standen sie erneut vor einem verschlossenen Portrait, da sie kein Passwort hatten.
„Hermione, Draco? Seid ihr da? Wir sind’s!“, rief Blaise laut gegen das Portrait. Kurz darauf wurde ihnen von innen geöffnet. Vor ihnen Hermione, die ihre Freunde entschuldigend anlächelte.
„Ist alles in Ordnung bei euch?“, erkundigte sich Ginny, kaum dass Hermione sie vorbei ins Innere gelassen hatte. „Sicher.“ Dort stand Draco noch immer mit gezücktem Zauberstab. „Was treibt ihr denn?“, fragte Blaise auf den Anblick. „Wir haben nur ein paar Sprüche geübt“, gab ihm der Blonde ruhig zurück und steckte den Stab weg. Am Ende ließen sich die Sechs nach und nach auf der Couch und den Sesseln nieder.
„Wir haben euch gestern schon vermisst. Und heute!“, meinte Ginny, worauf sich Hermione kurz auf die Zunge biss. Draco meinte: „Ja, ähm. . . Mir war nicht so nach . . . nach Menschenauflauf und. . . Na ja. . .“ „Du kannst dich nicht ewig hier im Turm verkriechen“, unterbrach Blaise ihn ruhig, worauf Draco muffelte.
„Das weiß ich selber! Ich wollte einfach nur noch ein bisschen meine Ruhe haben. Ist ja wohl nicht zu viel verlangt?“, zischelte er. Und das nun wirklich sauer, worauf ein paar Bücher aus dem Regal purzelten, auf die die Übrigen verwundert sahen. Harry und Ginny zumindest. Blaise, Charlie und Hermione legten ihren Blick wiederum auf Draco, der die Kiefer hart aufeinander presste.
„Ist das immer noch nicht weg?“ „Was?“, bohrte Harry. „Nichts“, gab ihm Draco leicht gereizt zurück und funkelte Blaise sauer an. Der verkniff sich jeglichen weiteren Kommentar in der Richtung, sondern wechselte das Thema.
„Kann ich dich morgen dann wenigstens mit fürs Training einplanen? Wir haben nächsten Samstag das erste Spiel gegen Hufflepuff. Und das will ich verdammt nochmal gewinnen!“ „Ja doch!“, maulte Draco, dem es allerdings nicht in den Kram passte. Der Gedanke, sich so ungeschützt in dem offenen Stadion umher zu bewegen, ließ ein flaues Gefühl in seinem Innern zurück. Allerdings konnte er sich, wie Blaise schon sagte, nicht ewig im Turm verkriechen.
„Darf ich mitkommen?“, mischte sich Hermione überraschend ein, zu der die Anwesenden verblüfft sahen, da alle nur zu gut wussten, dass sich die Hexe nichts aus Quidditch machte. Noch weniger aus einem Training.
„Ich weiß ja, dass normalerweise niemand aus einem anderen Haus zusehen darf“, entschuldigte sie sich halb, worauf Blaise noch immer etwas vor den Kopf gestoßen, mit diesem schüttelte. „Eigentlich nicht. Aber. . . Willst du wirklich? Ich mein. . . Du magst kein Quidditch“, stellte Blaise fest. Hermione zuckte nur mit den Schultern.
„Tu ich auch nicht. Ich kann in der Zeit auch was lesen.“ „Warum willst du dann. . . ah!“, zischte Harry, als Ginny ihm ordentlich auf den Fuß trat, da sie glaubte zu wissen, warum die Hexe dabei sein wollte. Gleiches traf auf Blaise und Charlie zu. Aber auch Draco dachte sich seinen Teil, der allerdings ein wenig anders aussah, als die Vermutung seiner Freunde. Diese gingen davon aus, dass die Hexe ein Auge auf den Blonden haben wollte, damit nicht wieder etwas passierte. Draco wiederum, der als Einziger die jüngsten Ereignisse kannte, vermutete mehr, dass sie nicht unbedingt alleine sein wollte, was sich ja auch die Nacht irgendwie gezeigt hatte.
„Also für dich machen wir gerne eine Ausnahme“, schmunzelte Blaise schließlich. „Wenn es euch nicht stört?“ „Woher denn?“, winkte er ab und lächelte freundlich. „Da haben wir doch gleich einen Grund uns noch ein bisschen mehr Mühe zu geben. Nicht wahr?“, funkelte er Draco lauernd an, der unterschwellig knurrte, da Blaise schon wieder seine Spitzen schoss. Blödmann!
„Aber du musst schwören, nichts von unseren Spielzügen zu verraten!“ „Keine Sorge. Da ich eure Spielzüge ohnehin nicht verstehe, kann ich die auch schlecht verraten, oder?“, schmunzelte die Hexe. „Gab es sonst noch etwas? Im Unterricht? Hat einer von euch vielleicht seine Unterlagen dabei, damit ich sie mir kopieren kann?“ „Sicher. Warte mal“, meinte Charlie und begann zu kramen, während Blaise seine Aufzeichnung über Alte Runen zusammensuchte, da Charlie den Kurs nicht hatte.
„Danke“, meinte Hermione und vervielfältigte die Aufzeichnungen, die sie dann auch entsprechend an Draco weiter reichte. „Da können wir dann noch die Hausaufgaben machen.“ „Wie praktisch“, frotzelte der Blonde sarkastisch. Er würde mit der Hexe lieber weiter diesen Nachrichtenzauber üben. Den konnte er sich nun vermutlich erst einmal in die Haare schmieren. Genauso die leise Hoffnung, morgen nochmal mit Hermione zu schwänzen. Wenn Blaise ihn zum Training verdonnerte, musste er wohl oder übel auch wieder in den Unterricht gehen, worauf er absolut keine Lust hatte.
So saßen die Sechs noch etwas beisammen, allerdings nicht mehr lange, da die beiden Slytherins, wie auch Gryffindors, noch ihre Hausaufgaben machen mussten, sodass Draco mit seiner Hexe nun doch wieder alleine war. Merlin sei Dank. So gern er seine beiden Freunde auch hatte, er schätzte diese Zweisamkeit mit der kleinen Gryffindor im Augenblick um so vieles mehr, dass er sie nur ungern teilte.
Die Beiden arbeiteten ruhig den versäumten Stoff auf und erledigten ihre Hausaufgaben. Zum Abendessen weigerte sich Draco allerdings erneut runter in die Große Halle zu gehen, sodass sie sich von Dobby etwas bringen ließen und dann doch noch etwas an dem Patronus Zauber arbeiteten, bis es später und später wurde und die Nacht hereinbrach.
Als sich Draco bettfertig machte, wartete er recht angespannt darauf, ob Hermione seinem Vorschlag tatsächlich nachkam. Er wünschte es sich. Er konnte kaum beschreiben, wie sehr er sich ihre Nähe wünschte. Er wollte sie wieder im Arm halten können. Ihre Nähe und Wärme erneut spüren. Genauso wollte er den süßen Duft einer sonnendurchfluteten Frühlingswiese wieder so intensiv in sich aufnehmen, wie erst in der vergangene Nacht. Merlin, er brauchte das wie eine Droge, um zur Ruhe zu kommen und Frieden in seinem Innern zu finden. Einen, den auch die Hexe suchte, denn sie trat an seine Tür und klopfte kurz an den Rahmen, um auf sich aufmerksam zu machen.
Sie lächelte trotz allem noch etwas schüchtern, obwohl nichts weiter dabei war, mit ihm in einem Bett zu schlafen. Sie wusste, dass es ihm half, genauso wie ihr. Und es war ja auch nicht das erste Mal. Dennoch war es etwas seltsam. Nicht unangenehm seltsam, sondern wirklich nur ein klein wenig seltsam. Und das Seltsame war das leichte Kribbeln in ihrem Innern. Ein Kribbeln, wie eine leise Vorfreude.
Als Draco sie sah, lächelte er selig und deutete ihr näher zu kommen. Sie krochen beide simultan unter die Decke, Hermione ganz zu ihm, wo er keine Sekunde länger widerstehen konnte und sie erneut in die Arme nahm.
„Stört es dich, wenn ich. . .?“ „Nein. Ganz und gar nicht“, hauchte sie und lächelte noch immer etwas schüchtern, bevor sie sich ganz bei ihm einkuschelte. Damit tauchte auch Krummbein wieder bei ihnen auf und suchte sich seinen Platz am Fußende, was die Beiden grinsen ließ. Schließlich gaben sie sich der Nähe und Wärme des anderen vollkommen hin, die ihrem Bewusstsein Frieden bescherte.

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