Was im Verborgenen liegt - Das Wir gewinnt
von Alex2303
Grüße,
Was mir letztens eingefallen ist... Meine kleine FF hatte jetzt am 20.10.2014 2-Jährigen Geburtstag. o.O Damit ist sie kein Baby mehr sondern ein Kleinkind. :D
Ich dachte mir in Anbetracht der Tatsache, kann ich ja mal eine kleine Bilanz ziehen.
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Dafür an euch alle erstmal ein herzliches Danke und... Vielleicht traut sich noch der eine oder andere zu einem kurzen Statement ? Ich würde mich wirklich sehr freuen. :)
Liebe Grüße und fühlt euch gedrückt,
*Nachteule* Alex
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Wütend, frustriert, fassungslos. So konnte man Rons Gemütslage am besten beschreiben, der mehr oder weniger hilflos hatte mit ansehen müssen, wie nicht nur Ginny, mal wieder wie eine billige, kleine Nutte aufgetakelt, in Richtung Kerker verschwunden war. Nein, diesmal waren ihr neben Harry und Neville auch Dean und Sally gefolgt. Luna hatten sie, wie befürchtet, auch noch mit im Schlepptau und Hermione war zu 100% auch schon unten. Er hatte zwar noch versucht Harry und Neville den Kopf zu waschen, da bei Ginny ohnehin schon alles verloren war. Aber auch die Beiden hatten ihm nicht einmal im Ansatz zugehört. Als er dann noch zu Dean gesehen hatte, hatte der nur mit den Schultern gezuckt und doch tatsächlich gemeint: „Sie sind doch eigentlich ganz nett.“ Ron glaubte noch immer gewaltig etwas an den Ohren zu haben. Dean, gerade Dean, der als Muggelstämmiger mit am Meisten um sein Leben hatte fürchten müssen, ging nun freiwillig in die Schlangengrube ? Was lief hier bitteschön falsch ?
„Merlin, kannst du dich nicht endlich hinsetzen oder zumindest in eurem Schlafsaal deine miese Stimmung ausleben ? Dein Geknurre und ständiges hin und her Gerenne nervt !“, zischte Parvati, die sich nicht wirklich auf ihr Buch konzentrieren konnte und dieses lautstark zuklappte. Ron funkelte sie da aber auch schon sauer an.
„Falls du es nicht mitbekommen hast, aber Harry ist gerade dabei sich mit den Schlangen zu verbrüdern !“ „Ja na und ? Lass ihn doch. Wenn sie sich verstehen. Es ist doch seine Sache.“ „DIE sind der FEIND !“ „Oh bitte“, stöhnte Parvati und verdrehte genervt die Augen, bevor sie wieder zu Ron sah.
„Weißt du, langsam nervst du einen nur noch mit deinem blöden Gefasel. Komm mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie haben sich im Grunde nichts weiter zu Schulden kommen lassen. Und für das, was andere getan haben, können sie ja wohl nichts. Malfoy ist der Einzige, der ein Mal wirklich Scheiße gebaut hat. Wobei er das eigentlich auch schon wieder gerade gebogen hat, also hör auf, dich wie ein gestörter, rachsüchtiger Vollidiot aufzuführen.“ „Wie hast du Ronie gerade genannt ?“, fuhr nun auch Lavender etwas hoch, die sich dazu verpflichtet fühlte, ihrem Freund den Rücken zu stärken. Und sei es gegen ihre beste Freundin. Parvati sah dann aber auch gleich ungehalten zu der Blonden.
„Einen gestörten, rachsüchtigen Vollidioten. Genauso benimmt er sich nämlich.“ „Er macht sich nur Sorgen um die anderen !“, verteidigte Lavender sein Verhalten auch weiter, obwohl sie ja ihre eigene Vermutung für seinen Sturkopf hatte.
„Denkst du nicht, dass Harry und der Rest alt und erfahren genug sind, um auf sich selbst aufzupassen ? Davon mal abgesehen wüsste ich nicht, was für einer Gefahr sie sich aussetzen, wenn sie zu einer Party gehen ?“ „Das sind Schlangen !“, pochte Ron erneut auf seinen festen Grundsatz, sodass Parvati ihn wieder verstärkt böse anfunkelte.
„Nein. Sie sind Menschen wie wir. Eine Tatsache, die durch die Haussymbolik nur immer wieder so stark in den Hintergrund gerückt wird. Es gibt aber kein Wir und Die. Dafür, dass es das nicht gibt, haben wir schließlich alle gekämpft, oder nicht ? Dafür, dass wir alle gleich sind. Also warum, bei Merlins letztem Willen, führst du dich auch weiter so feindselig auf ? Warum ziehst du auch weiter diese dummen Grenzen, wo Harry, Hermione und die anderen diese aufheben wollen ? Was bringt dir das bitteschön ? Oder sonst irgendwem von uns ?“, ließ Parvati die Hand ausschweifend durch den Raum gleiten, um die übrigen Anwesenden mit einzubeziehen. Ron schnaubte jedoch nur, als Parvati ihn erneut ins Auge fasste.
„Warum hasst du so sehr ? Kannst du nur glücklich sein, wenn du jemanden zum Hassen und Verachten hast ? Fühlst du dich nur dann zufrieden, wenn du jemanden als Feind ansehen kannst ?“ „Die Schlangen sind der Feind ! Sie werden es immer sein !“, spuckte Ron schon fast, worauf Parvati missbilligend die Nase kräuselte und ihn schließlich von oben herab betrachtete.
„Du bist zu bemitleiden, weißt du das ?“ „Weshalb denn ? Weil ich mich nicht von den Schlangen und ihrem scheinheiligen Getue einlullen lasse ?“, schnaubte Ron erneut, den Parvati gefährlich mit ihren dunklen Mandelaugen taxierte, als sie weiter sprach.
„Du bist total zerfressen und blind in deinem Hass und darüber hinaus auch noch eifersüchtig.“ „Ach ja ?“, knurrte Ron. „Ja. Du warst sonst immer ein Teil von Harry und Hermione. Ihr habt zu Dritt seit der ersten Klasse alle nur erdenklichen Erfahrungen und auch Abenteuer durchlebt, die euch immer, jedes Jahr, die geschlossene Aufmerksamkeit der gesamten Schule gesichert haben. Etwas, was dir jetzt offensichtlich fehlt. Diese Aufmerksamkeit, deswegen stichelst du gegen die Slytherins. Du versuchst mit allen Mitteln Streit zu provozieren, um dich selbst in den Mittelpunkt zu spielen. Du benimmst dich streng genommen genauso, wie sie sich früher benommen haben. Du hast nichts dazugelernt“, warf sie ihm vor, bevor sie noch weiter meinte: „Davon abgesehen, schmeckt es dir nur zu offensichtlich nicht, dass Harry und Hermione inzwischen lieber ihre Zeit mit den Schlangen verbringen, als mit dir. Du bist eifersüchtig auf das Verhältnis, was sie jetzt mit Malfoy, Zabini, Harper und den anderen haben. Darauf, dass du kein fester Bestandteil mehr in ihrem Leben bist. Daran aber, bist du ganz allein schuld. Du und dein fürchterliches Verhalten, was du die ganze Zeit hier an den Tag legst. Ich kann Harry, Hermione und die anderen da voll und ganz verstehen, dass sie dich und dein dummes Getue und Gerede einfach nicht mehr ertragen können. Zumal Harry neulich ja auch recht deutlich gesagt hat, was er von dir und deinen Anfeindungen hält. Du scheinst zudem ja nicht einmal mehr davor zurückzuschrecken, wild irgendwelche Flüche auszusprechen und das ist einfach nur noch widerlich. Dass du auch weiter irgendwo Krieg führen willst. Du selbst solltest doch mit am besten wissen, dass so etwas nichts Gutes zur Folge hat.“ „Parvati hat Recht“, mischte sich dann noch Liz aus Ginnys Klasse mit ein, der auch noch eine Handvoll der übrigen Anwesenden nickend beipflichteten. Etwas, was sich Ron zornig besah.
„Vielleicht sollte man ihnen wirklich noch eine Chance geben“, murmelte dann aber auch Seamus aus heiterem Himmel, zu dem Ron fassungslos sah, da der Ire bis jetzt eigentlich mehr seiner Meinung war, dass man den Schlangen um Malfoy nicht trauen konnte.
„Das ist jetzt nicht dein ernst ?!“, fauchte Ron. Seamus aber zuckte mit den Schultern. „Sieh mal, sie haben heute doch auch fair und gut gespielt.“ „Was hat das denn damit zu tun ?!“, verlangte Ron zu wissen. „Fairness“, meinte Parvati dann aber.
„Das ist ein Wort, was sie früher scheinbar nie gekannt haben. Weder sportlich noch menschlich, ganz anders jetzt. Sie sind alle wie ausgewechselt, sodass es nur fair ist, ihnen eine ehrliche Chance zu geben. Wenn du das nicht kannst oder willst, ist das dein Problem. Wenn es dich glücklich macht sie zu hassen, dann tu es. Sei weiterhin so engstirnig, verbohrt und voreingenommen, aber geh uns mit dem ganzen nicht länger auf die Nerven !“, zischte Parvati und wandte sich zum gehen um, wo ihr Lavender noch etwas eingeschnappt hinterher rief: „Wo willst du hin ?“ „Zu Padma. Mir ist das alles hier echt zu dumm mit euch“, funkelte sie die Blonde nun auch etwas sauer an, da sie Rons Hirngespinste unterstützte.
„Warte, ich komm mit“, rief ihr Sophie dann noch nach und trat zu Parvati, die geschlossen den Gemeinschaftsraum der Löwen verließen. Den eingeschnappten Blick von Lavender im Nacken, ebenso den wütenden von Ron, zu dem Seamus dann aber auch nochmal trat.
„Komm, lass die Sache doch einfach gut sein. Der Krieg ist vorbei. Und er sollte es wirklich in allen Bereichen sein“, appellierte der Ire und legte Ron die Hand freundschaftlich auf die Schulter, die der Rothaarige jedoch wütend abschüttelte. Seamus nahm es ausdruckslos hin und schlich sich zurück zu Logan, um weiter mit ihm Karten zu spielen.
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„Ernie !“, entwich es Ginny als erste. Und das teils überrascht, teils peinlich, da sie und Blaise hier auf dem Gang fast übereinander hergefallen wären. Dem Hufflepuff schien die Situation ähnlich peinlich zu sein, in die er da gerade hereingeplatzt war, denn seine Züge umspielte ein leichter Rothauch.
„Sorry, ich. . . Ich wollte euch nicht stören. Ich wollte . . . also. . . Gutes Spiel. Ihr habt wirklich verdient gewonnen“, sah er nun zu Blaise, der überrascht blinzelte. „Ähm. Danke. Das. . .“, wusste er nicht, was er sagen sollte. Ernie wiederum hatte noch etwas zu sagen, was ihm doch merklich auf der Seele brannte.
„Und ich . . . ich wollte mich noch für die Idioten aus meinem Haus entschuldigen. Für ihr unfaires Verhalten und das miese Foul von Smith.“ „Was meinst du ?“, stutzte Ginny. Ernie indes sah sie ernst an. „Ich hab gesehen, wie er den Klatscher mit voller Absicht in Malfoys Richtung geschlagen hat. Den Sucher anzugreifen ist laut Reglement schließlich nicht grundlos verboten.“ „Smith also ?“, knurrte Blaise, den sofort die Wut packte. Ernie nickte.
„Ich hab ihn nach dem Spiel deswegen schon zur Rede gestellt, aber es war ihm egal. Er meinte dann noch, dass Malfoy selbst schuld wäre, wenn er in seine Schussbahn fliegen würde.“ „Dieser miese. . .“ „Nicht aufregen, Blaise“, hielt Ginny ihn gleich wieder zur Ruhe an und griff nach seinen Händen, die er bereits zu Fäusten geballt hatte.
„Draco geht’s doch schon wieder gut“, beschwichtige sie ihn und gab ihm zudem noch einen beruhigenden, kleinen Kuss auf die Wange, sodass sich seine Anspannungen wieder etwas lösten. Ernie ergriff daraufhin dann auch wieder vorsichtig das Wort.
„Es tut mir wirklich leid, wie das heute abgelaufen ist. Wie gesagt, sie benehmen sich teils wie die letzten Idioten. Justin und Zacharias schüren das sogar noch.“ „Bei uns ist es Ron“, gab Ginny resigniert von sich, worauf Ernie betreten nickte und sich schließlich mit ein paar abschließenden Worten noch mal kurz an Blaise richtete, bevor er sich schleichen wollte.
„Also, wie gesagt. Es tut mir leid, dass das teils so hässlich abgelaufen ist.“ „Ist doch nicht deine Schuld“, resümierte Blaise. Ernie aber zuckte mit den Schultern. „Ich fühl mich irgendwo aber für mein Haus und deren Taten mitverantwortlich.“ „Das bist du nicht“, beruhigte Ginny ihn, der dann auch noch eine Idee kam, die sie Blaise leise zuflüsterte, da sie ihn da nicht übergehen wollte.
„Frag Ernie doch, ob er Lust hat mit uns mitzufeiern.“ „Was ? Wieso ?“, sah Blaise sie ein bisschen geschockt an. Ginnys Blick aber war recht durchdringend, sodass er dann doch wieder nachdenklich auf den Hufflepuff sah, der sich bereits umgewandt hatte, um zu gehen.
„Ey, Macmil-. . . Ernie, warte mal“, rief er ihn dann doch zurück, was Ginny bereits zufrieden lächeln ließ. Dieses Lächeln wuchs dann sogar noch etwas an, als Blaise zu ihm trat. „Hättest du Lust mit reinzukommen ? Wir schmeißen legendäre Partys“, grinste Blaise, was gleich noch mehr wurde, je dümmlicher der Hufflepuff ihn anglotzte.
„Ich. . . Was ? Warum ?“ „Warum nicht ?“, hielt Ginny dagegen und schmiegte sich wieder etwas an Blaise, der ihr zufrieden einen Arm um die Taille legte. Ernie jedoch sah sich noch immer etwas in einer falschen Realität.
„Harry, Neville und Dean sind auch da. Du hättest da auch jemandem mit dem du dich unterhalten kannst. Und der Rest ist auch furchtbar nett. Wirklich.“ „Ich . . . äh. . .“ „Du kannst ja auch deine Freundin mitbringen. Du hast doch eine ?“, erkundigte sich Blaise dann mal in der Richtung, was Ernie etwas Farbe in die Wangen trieb. Blaise nahm es grinsend zur Kenntnis.
„Na ja. Ja. . . Hannah, aber. . .“ „Kommt doch vorbei“, setzte Ginny wieder an. „Ich weiß nicht“, murmelte Ernie auch weiter unsicher. „Passwort ist Cordis Conversio. Überleg’s dir. Eine Bedingung hätte ich nur, wenn ihr wirklich kommt.“ „Was ?“, sah Ernie irritiert auf, der noch immer nicht so richtig glauben konnte, dass er gerade in die Kerker zu einer Party eingeladen worden war. Blaise derweil erklärte seine Bedingung.
„Wir pflegen unsere Partys mit Stil zu schmeißen, wenn du verstehst was ich meine.“ Damit nahm er Ginnys Hand, die sich an der Hand von Blaise einmal zur Veranschaulichung um die eigene Achse drehte. „Formeller Dresscode.“ „Ah. . . Okay“, gab Ernie aber noch immer leicht überfordert von sich. Ginny wiederum lächelte zufrieden und gab Blaise noch einen Kuss auf die Wange.
„Dann lass uns mal zu den anderen gehen.“ „Aber ich dachte wir wollten in den Sch-. . . AU !“, zischte er, als sie ihn etwas stärker in die Seite zwickte. „Als Gastgeber kannst du nicht einfach die ganze Zeit in der Versenkung verschwinden.“ „Charlie und Draco sind doch auch noch da“, maulte Blaise ein wenig, da er lieber anderes machen wollte.
„DU bist aber Teamkapitän. Und als solcher solltest du zumindest zeitweise anwesend sein“, räumte sie ihm ein anderes, kleines Fenster ein, was ihn wieder zufrieden grinsen ließ, bevor er sich zu ihr beugte und ihr ins Ohr flüsterte: „Dir ist schon klar, dass ich dich heute Abend nicht mehr gehen lasse, und dass du diesmal auch nicht bei Charlie schlafen wirst.“ „Darauf leg ich auch keinerlei Wert“, schmunzelte sie und nahm ihn schlussendlich an die Hand, um drinnen zu verschwinden.
„Bis nachher“, warf sie Ernie noch zu und zwang ihn mit dieser Aussage schon halb zum Kommen. Drinnen war die Stimmung so ausgelassen wie schon lange nicht mehr, was sich auch bei den Jüngeren deutlich zeigte, die sich fasziniert das Treiben um sich besahen. So hatten sich ein paar der Älteren, angeführt von Charlie, Daphne und Astoria, die Jüngeren genommen, um auch mal spaßeshalber mit ihnen zu tanzen, damit sie richtig warm wurden und halt auch ihren Spaß hatten.
Während die Jungen, die sich die beiden Schwestern auserkoren hatten, die jungen Frauen ein wenig peinlich berührt, aber doch irgendwie dümmlich angrinsten, schmolz die Schülerin in Charlies Händen schon bald davon, während sie ihn anhimmelte. Am Ende aber spielten sie freudig Partnertausch, wie letztens auch auf der Party, sodass sich die Jüngeren mit sich selbst beschäftigten. Charlie widmete sich wieder ganz Daphne, während Harry ein wenig verlegen zu Astoria trat und sie schüchtern um den nächsten Tanz bat.
„Du solltest auf deine Füße aufpassen“, grinste Charlie ihr frech zu, was Harry noch mehr erröten ließ. Astoria aber lächelte. „Offensichtlich gibt es da etwas, was ich dir diesmal beibringen darf ?“, erkundigte sie sich und sorgte damit dafür, dass Harrys Gesichtsfarbe die einer Tomate annahm. „Wenn bei mir nicht eh schon alles verloren ist.“ „Das glaube ich nicht“, lächelte Astoria, schunkelte im Moment aber mehr nur mit dem Retter der Zaubererwelt.
Von all dem blieben jedoch zwei Personen unbeeindruckt, die sich von der heiteren Stimmung auch nicht anstecken ließen. Hermione saß in einer Ecke und hatte ihren Blick noch immer fast ausschließlich auf Draco liegen, der auch weiter an der Bar auf einem der Barhocker saß und sich sein Glas immer wieder aufs Neue füllte.
„Frag ihn doch, ob er mit dir tanzt“, hörte sie Luna unverhofft neben sich, zu der sie ein wenig erschrocken sah. „Was ?“ „Draco. Er sieht so traurig aus. Vielleicht würde er gerne mit dir tanzen ?“ „Ich denke, das ist im Augenblick keine so gute Idee, Luna“, seufzte Hermione und sah geschlagen zu der Blonden, die sie nachdenklich mit ihren großen Kulleraugen musterte.
„Warum seid ihr beide in letzter Zeit so traurig ?“, fragte sie stattdessen. „Das ist ein bisschen kompliziert“, murmelte Hermione und sah auf das Glas in ihren Händen. „Erklär’s mir“, forderte die Ravenclaw ruhig und setzte sich zu Hermione. Diese gab ihr aber keine Antwort weiter, sondern begann deprimiert am Strohhalm ihres Drinks zu spielen. Luna musterte sie so auch nur noch kurz, bevor sie die Strategie wechselte, indem sie zu Draco schlich. Der schwenkte sein Glas in sich gekehrt und sah dabei zu, wie sich der goldbraune Whiskey immer mal an den Eiswürfeln brach, bevor er den nächsten Schluck nahm.
„Hallo Draco.“ „Luna“, murmelte er lediglich matt zur Begrüßung. „Hast du Lust mit mir zu tanzen ?“ „Nein.“ „Mit Hermione ?“, bohrte sie lauernd und erreichte damit, dass er nun doch mal zu ihr schaute. Verwirrt aber auch etwas misstrauisch. Luna aber lächelte mitfühlend.
„Was ist los ? Du wirkst schon seit Tagen so niedergeschlagen. Als wäre jemand gestorben“, erklärte sie nun wieder ruhig und schob sich noch etwas mehr zu ihm, wo sie ihre Hand beruhigend auf seine legte, die das Glas hielt. Damit aber brach er den Blickkontakt zu ihr wieder ab „Es ist nichts“ und kippte den Rest des Whiskeys hinter, bevor er das Glas wieder füllte.
„Warum tut ihr beide euch selbst so weh ?“ „Keine Ahnung was du meinst“, murmelte Draco verbissen und fixierte schließlich einen Punkt an der Wand, in der Hoffnung, dass Luna sich dann wieder trollte. Nicht gerade nett der Blonden gegenüber, aber ihm war nicht wirklich nach reden zumute. Erst Recht nicht über dieses Thema.
Luna musterte ihn so auch nur noch kurz bedrückt, bevor sie sich auf die Zehen stellte und ihm einen kleinen Kuss auf die Wange hauchte. Im Anschluss flüsterte sie noch: „Was auch immer es ist, was euch bedrückt, ihr solltet nicht zulassen, dass es euch noch mehr entzweit.“ Welch bittere Ironie, dachte sich Draco, während Luna ihm noch kurz die Schulter tätschelte „Trink nicht so viel, das macht es nicht besser“ und sich zurück zu Neville begab, um mit ihm etwas zu tanzen.
Draco folgte ihr so nur noch kurz mit Blicken, bevor dieser durch den Raum huschte und er nach und nach das Bild, was sich ihm bot, etwas in sich aufnahm. Die Tatsache, dass sie eigentlich alle recht ausgelassen und glücklich wirkten, was ihn einerseits freute, auf der anderen kotzte es ihn einfach nur an. Es kotzte ihn an, dass er der Einzige war, dem dieses Glück verwehrt blieb. Dass er erneut allein zurückblieb. So viel mehr, als noch vor einer Woche. Vor seinem blöden Geständnis.
Merlin, ihm war echt nicht nach Feiern zumute. Sich zu betrinken. Ja, danach war ihm, auch wenn Luna sicherlich Recht hatte, dass es das nicht besser machte. Dennoch. Heute Abend würde der Whiskey sein bester und einziger Freund sein. So viel stand schon mal fest.
So wurde es etwas später und die Stimmung noch gelöster, als sich der Zugang zum Gemeinschaftsraum der Schlangen doch nochmal öffnete. In diesem Ernie mit Hannah Abbott, die sich verunsichert umsah, wie auch ihr Freund. Hermione entdeckte die Beiden als Erste und wunderte sich bereits über ihr Erscheinen, was sie dann auch zum Ausdruck brachte.
„Ernie und Hannah ?“, murmelte sie, sodass sich der Rest auf der Couch, bestehend aus Harry, Astoria, Ginny und Blaise, dann auch mal auf den Eingang konzentrierten. Als die Rothaarige die Neuankömmlinge sah, stürzte sie sich auch gleich lächelnd auf die Beiden, während Blaise den anderen die Sache kurz erklärte.
„Ernie !“, rief Ginny begeistert und zog die Zwei ganz rein, die sich noch immer nicht so richtig trauten. „Ähm. . . Hey“, brachte Ernie ein wenig nervös hervor und sah nochmal durch den Raum, wo er dann auch Dean mit Tracey tanzen sah. Genauso Neville und Luna.
„Ihr seid gekommen ! Das ist toll. Los, kommt“, zog sie die Hufflepuffs zu ihrer Ecke, damit sie erstmal einen Bezugspunkt hatten, der da unter anderem aus Harry und Hermione bestand. „Habt ihr euch doch in unsere düsteren Katakomben gewagt ?“, scherzte Blaise, der Ernie gerade ein Butterbier und Hannah einen bunten Cocktail geholt hatte, was beide ein wenig schüchtern annahmen.
„Ähm. Ja. Sieht so aus. Oh ! Danke. Und auch nochmal für die Einladung. So dunkel sieht es bei euch aber gar nicht aus“, plapperte Ernie etwas unbeholfen und versuchte sich in einem Lächeln, während Blaise sich wieder in das schwarze Leder fläzte. Im Kommenden zog er Ginny zu sich auf den Schoß, da es auf der Couch nun etwas eng wurde. Gefiel ihm.
„Nicht wahr ? Und um gleich mal mit den Schauergeschichten aus der Gruft aufzuräumen. Keine Folterkeller, keine Skelette und vor allem. . .“, sah er nun extra provokant zu Harry. „. . . keine Zugänge zu irgendwelchen schrecklichen Kammern mit tödlichen Schlangenmonstern.“ „Das wird mich wohl ewig verfolgen, oder ?“, resümierte Harry. „JA !“, grinste Blaise wiederum breit und zog sich seine Hexe noch etwas mehr ran, die sich ein wenig auf seinem Schoß rekelte.
„Das ist sehr gefährlich, was du da gerade machst“, flüsterte er ihr ins Ohr. Ginny aber grinste durchtrieben. „Vielleicht mag ich es ja, dich ein bisschen zu quälen, um zu sehen, wie weit und lange du dich beherrschen kannst ?“, flüsterte sie zurück. „Du kleines, sadistisches Biest.“ „Hast du nicht immer getönt, du wärst Masochist ?“, konterte sie, was Blaise erneut ein dreckiges Grinsen auf die Züge zauberte, als sich in seinem Kopf gerade nicht jugendfreie Phantasien breit machten. Ernie und Hannah wiederum besahen sich die Beiden fasziniert.
Zwar hatten sie alle bereits mitbekommen, dass sich da ziemlich ungewöhnliche Konstellationen begonnen hatten, unter den Löwen und Schlangen zu bilden. Das alles aber aus nächster Nähe zu sehen, zu hören, diese Spannungen schon fast zu spüren, war doch noch etwas anderes.
„Ihr. . . ihr seid also wirklich zusammen ?“, erkundigte sich Hannah vorsichtig, was Ginny mit einem kecken Lächeln quittierte. „Ich dachte, das wäre inzwischen offensichtlich ?“ „Na ja, wir hatten alle so unsere Vermutungen, es jetzt aber so deutlich zu sehen, ist doch ein bisschen etwas anderes“, erklärte sich Hannah und lächelte schließlich ein wenig entschuldigend. Ernie derweil schüttelte für sich mit dem Kopf, bevor er sich an Harry wandte.
„Ich hab echt immer gedacht, dass du und Ginny später wieder zusammen kommt. Ich mein. . . Ihr wart es ja eine Zeit lang.“ „Ja. Es war für uns beide am Ende aber nicht das, was wir uns gewünscht hatten. Wie wir es uns vorgestellt hatten“, erklärte Harry. „Zum Glück !“, lachte Blaise dazwischen. „So wie es jetzt ist, ist es 1000-mal besser.“ „Das bei euch ging aber trotzdem recht . . . schnell“, merkte Hannah an, die es nicht anders zu beschreiben wusste. Ginny aber schüttelte mit dem Kopf.
„Wir waren schon seit Jahren sehr, sehr gute Freunde und. . . Wenn ich mal ehrlich sein darf. . .“, sah sie zu Blaise, der ihr seinerseits einen verliebten Blick zukommen ließ, bevor sich Ginny mit ihrer Erklärung wieder auf die anderen konzentrierte. „. . . für mich war da schon lange eine gewisse Spannung da. Ein Reiz, der bis jetzt, aufgrund der früheren äußeren Umstände, aber nie wirklich eine Chance hatte zum Keimen zu kommen. Harry und mich hat zwar auch immer etwas Spezielles verbunden, letztlich aber haben wir beide gemerkt, dass das am Ende doch nur mehr so etwas wie geschwisterliche Gefühle sind, die wir füreinander haben. Eigentlich kein Wunder, weil. . . Harry war eigentlich so gut wie jeden Sommer bei mir und meiner Familie. Wir sind da schon irgendwo wie Geschwister aufgewachsen und er hatte anfangs ja auch kein Interesse an mir“, mokierte sie noch leicht, worauf sich Harry an seinem Butterbier verschluckte. Blaise nahm es neckisch grinsend zur Kenntnis, während Ginny weiter sprach.
„Ich hatte früher nie die Chance Blaise auf diesem Weg näher zu kommen, und da der andere Junge, in den ich mich verliebt hatte, mich nicht sah oder sonst wie als Mädchen zur Kenntnis nahm, da hab ich mich eben dann auch mit anderen getroffen. Immerhin wäre es ziemlich blöd, andere Chancen ungenutzt an mir vorüberziehen zu lassen, die auf den zweiten Blick vielleicht auch ein Volltreffer sind, nur weil das, was ich mir wünsche unerreichbar ist“, schoss Ginny noch ab und stellte zufrieden fest, dass Hermione zusammenzuckte und dann auch mit einem gemurmelten: „Entschuldigt mich kurz“, im Gewusel des Gemeinschaftsraumes verschwand. Blaise hatte den stillen Seitenhieb gegen die Löwin ebenfalls als solchen zur Kenntnis genommen und zog sich seine Löwin dafür im Kommenden wieder etwas ran.
„Bist du dir sicher, dass du wirklich Löwe und nicht Schlange bist ?“, flüsterte er und küsste sie kurz. „Ich denke in jedem von uns steckt ein kleiner Löwe. . .“, küsste sie ihn nun ihrerseits. „. . . aber auch eine Schlange“, endete sie mit verruchtem Blick.
So nahm der Abend auch weiter seinen Lauf, wo von den Hauselfen zeitnah auch ein sehr üppiges Büffet hergerichtet wurde, sodass keine der Schlangen, oder ihre Gäste, in die Große Halle zum Abendessen mussten. Es wurde auch weiter getanzt und gelacht und, mit zunehmender Stunde, auch immer mehr Alkohol konsumiert, wo Charlie und Astoria dann schon ein Auge darauf werfen mussten, die Jüngeren von den guten Sachen fernzuhalten, die sie gegen 21:00 Uhr kurzerhand dann auch begannen, in ihre Schlafsäle zu scheuchen, was nicht ganz ohne Gemaule vonstatten ging.
Mit steigendem Alkoholpegel wurden einige dann auch ein wenig kühner. So auch Dean, den man irgendwann in einer Ecke mit Tracey knutschen sah, während Theo Gentlemen blieb, dafür aber etwas ausschweifender mit Sally tanzte. Ernie und Hannah wiederum waren, nach anfänglichem Unwohlsein, dann doch nach und nach aufgetaut, was man vielleicht auch etwas dem guten Freund Alkohol zuschreiben konnte. Aber auch der Tatsache, dass sich Blaise sehr viel Mühe damit gab, sich, und damit allgemein sein Haus, von der charmantesten Seite zu zeigen. Im Hinterkopf spitzelte er allerdings auch auf eine spezielle Belohnung seitens seiner Löwin, die er sich nicht vor der Nase wegnehmen lassen würde.
Irgendwann beschäftigte er sich dann aber doch etwas mehr mit Ginny, die er unter anderem auf dem Parkett forderte und so mit Charlie und Daphne diesmal in den Wettstreit trat, da Draco zurzeit absolut nicht in Stimmung für derartige Späße war. Den einzigen Spaß, den er im Augenblick hatte, war die Flasche Whiskey, die sich langsam aber stetig leerte. So bemerkte er auch nicht, dass sich ihm Hannah vorsichtig näherte, die von Ernie dazu ermutigt wurde, dem Blonden eine Frage zu stellen, die ihr schon lange, sehr, sehr lange quälend auf der Seele lastete. Es war eine Frage, die sie beantwortet haben musste, um gänzlich zur Ruhe zu kommen. Um ihren inneren Frieden zu finden. Es war eine Frage, die wenn überhaupt, nur er ihr jetzt noch beantworten konnte.
„Ähm. Ma-. . . Draco ?“, korrigierte sie sich schnell und wartete angespannt darauf, dass er sich zu ihr drehte. Draco hatte sie aber noch nicht wirklich zur Kenntnis genommen, sondern starrte auch weiter sinnlos vor sich hin, während er das Glas mit dem Whiskey etwas schwenkte.
„Draco ?“, versuchte Hannah es erneut und zuppelte im Anschluss vorsichtig an seinem Hemdärmel, um sich verstärkt bemerkbar zu machen. „Was ?“, murrte Draco, ohne auf den Störenfried zu sehen. Hannah wiederum wurde unsicher.
„Ich . . . ich wollte dich etwas fragen.“ „Geh Blaise auf die Nerven“, murrte er und machte sein Glas wieder leer, was nur etwas später erneut voll war. „Äh. . . Ich, also. . . Er kann mir da nicht wirklich helfen und. . .“ „Dann eben Charlie“, unterbrach Draco sie und nippte an seinem Drink.
„Der kann es auch nicht. Ich. . . Du bist der Einzige, der mir . . . mir eine Antwort geben kann und. . .“ „Merlin, Morgana und Callisto“, stöhnte Draco fluchend vor sich hin und drehte sich endlich mal zur Seite, um den ungebetenen Besuch zur Schnecke zu machen. „Kann man sich hier nicht mal mehr in Ruhe betrin-. . . Abbott ?“, stutzte Draco dann aber, als er die Hufflepuff erkannte, die ihn total verunsichert ansah.
„Was machst du denn hier ?“ „Ich . . . äh. . . Blaise hat Ernie eingeladen und er hat . . . er hat mich mitgenommen.“ „Aha“, kam es Draco aber nur trocken über die Lippen. Kurz darauf sah er über den Schopf der Blonden hinweg, wo er Macmillan in einer der Sitzecken entdeckte. Damit aber wanderte seine Augenbraue nur noch mehr nach oben, bevor er seinen Blick wieder auf das Mädchen vor sich legte.
„Blaise ?“, fragte er nochmal, falls er sich doch verhört hatte. Hannah aber nickte und strich sich nervös eine Haarsträhne hinters Ohr. „Was willst du dann von mir ?“, wandte er sich murrend wieder von Hannah ab und stattdessen erneut seinem Whiskey zu. Hannah aber verunsicherte ihr Vorhaben zunehmend, da Draco nur zu offensichtlich schlechte Laune hatte. Warum, war ihr ein kleines Rätsel, immerhin hatten die Slytherins das Spiel haushoch gewonnen.
„Das war übrigens ein sehr gutes Spiel. Ihr habt wirklich verdient gewonnen und. . .“ „Verzieh dich“, murrte Draco aber nur, dem absolut nicht der Sinn nach irgendeiner oberflächlichen, nichtssagenden Unterhaltung stand. Er hatte keine Lust, überhaupt mit irgendjemanden zu reden. Er wollte sich einfach nur betrinken. Seinen Frust ertränken. Ja, das wollte er. Er wollte alles, wirklich alles im Alkohol ertränken und damit kurzzeitig auch alles vergessen. Nur ließ Hannah ihn nicht.
„Ich . . . ich will dich wirklich nur kurz etwas fragen und. . .“ „Was auch immer es ist, die Antwort ist NEIN. Und jetzt lass mich in Ruhe“, knurrte er nun schon etwas und versuchte die Hufflepuff schließlich auszublenden. Hannah derweil tippelte nervös von einem Bein auf das andere und sah letztlich unsicher zu Ernie zurück. Der versuchte ihr mit Gesten und Blicken Mut zu machen, sodass sich Hannah erneut auf Draco konzentrierte, tief Luft holte und schließlich ohne Vorwarnung einfach mit ihrer Frage herausplatzte.
„Wer von denen hat meine Mutter ermordet ?“ Auf die Frage verschluckte sich Draco gehörig an seinem Whiskey, der ihm dann auch gleich höllisch in der Kehle brannte, während er hustend nach Atem rang. Hannah wiederum geriet ins stammeln.
„Ich . . . ich wollte . . . also . . . ich dachte du hast vielleicht. . .“ „Was dachtest du ?“, fauchte Draco, dem von der einen Sekunde auf die andere die Galle hochkochte, da sie ihn völlig aus der Kalten mit diesen Dingen überfiel. Dinge, die er in den hintersten Teil seines Geistes gedrängt und weggeschlossen hatte.
„Was ?“, zischte er sauer und funkelte Hannah zudem verhasst an. Diese wurde unter seinem kalten Blick sichtlich immer kleiner und spielte nervös an ihren Fingern, bevor sie eingeschüchtert vor sich hin stammelte: „Ich . . . ich dachte du . . . sie . . . also. . .“, bekam sie dennoch keinen vernünftigen Satz zusammen. Draco hatte zudem auch genug und wollte weg, was sich aber aus zweierlei Gründen schwierig gestaltete. Zum einen wirkte der ganze Whiskey bereits stärker als er gedacht hatte, denn es drehte sich alles ordentlich um ihn. Auch gaben ihm die Beine etwas nach, als er wieder stand, sodass er sich kurz am Tresen der Bar abstützte. Zum anderen war es nun aber auch Hannah, die ihn rasch am Oberarm festhielt, damit er ihr nicht davon lief.
„Draco, warte bitte. Ich. . .“, brach sie plötzlich leicht in Tränen aus, weswegen er kurz innehielt. Deswegen und weil er Probleme mit dem Stehen und Laufen hatte, was ihn dennoch nicht daran hinderte, sich seinen Arm recht ruppig zurückzuerobern. Kurz darauf fuhr er sich etwas fahrig mit der Hand übers Gesicht und durch die Haare, bevor er sie wieder sauer ansah.
„WAS willst du ?“, knurrte er gefährlich. „Mich dafür verantwortlich machen ? Okay. Tu es ! Befriedige deinen inneren Drang und gib mir die Schuld. Schrei mich an, schlag mich, verfluch mich, wenn es dich glücklich macht, aber lass mich dann endlich mit dem Scheiß in Frieden !“, zischelte er, worunter sich allerdings eine erschlagende Frustration mischte, die Hannah auch glaubte in den vor Wut funkelnden Augen zu sehen, in die sie eine gefühlte Ewigkeit blickte. Draco derweil wurde es zuviel, sodass er einen zweiten Versuch startete zu verschwinden, nur ergriff Hannah ihn erneut. Diesmal bei der Hand, die sie letztlich warm mit ihren beiden umschloss, sodass er sie wieder ansah.
„Ich weiß, dass du mit diesen Taten nichts zu tun hattest“, begann sie ruhig und fixierte seinen Blick so fest sie konnte, während sie ebenso ruhig weiter sprach und sich erklärte. „Und ich gebe dir auch nicht die Schuld daran, aber ich. . . Ich will es wissen. Ich will wissen wer es war. Ich will wissen wer meine Mutter getötet hat. Ich will wissen, ob derjenige für diese Tat bestraft worden ist. Ich will wissen, ob meine Mom ihren gerechten Frieden gefunden hat, verstehst du das ?“, sah sie ihn langsam flehend an, worauf er kurz schwieg, dann aber geschlagen meinte: „Ich weiß es nicht. Merlin, ich war damals doch genauso wie du in der Schule ! Woher soll ich bitte wissen wer. . .“, brauste er wieder leicht auf, brach dann aber ab, worauf Hannah betreten nickte und seine Hand wieder losließ.
„Ich verstehe“, murmelte sie und senkte bekümmert den Blick. „Ich hatte nur gedacht, dass du . . . dass du vielleicht irgendwie etwas . . . mitbekommen haben könntest. Dass sie . . . dass sie vielleicht mal etwas gesagt haben. Darüber gesprochen haben“, wurde sie sehr leise, während sich Draco geschlagen mit dem Rücken an die Bar lehnte.
Er hatte von den ganzen Gräueltaten viel zu viel mitbekommen, als dass er das erneut vor Augen haben wollte. Nochmal durchleben wollte. Leider, leider hatte Hannah mit ihrer Frage einige, nicht gerade wenige dieser Wunden, gerade aufs Neue aufgerissen.
„Bellatrix, Rodolphus, Rabastan, Greyback und Rockwood“, murmelte er dann aber fünf Namen, worauf Hannah ihn wieder ansah. Dracos Blick aber ging ins Leere. „Ich kann dir nicht sagen, wer genau es war, aber ich schätzte einer der Fünf. Sie waren für die meisten Überfälle verantwortlich. Und so, wie ich es damals aus dem Tagespropheten gelesen habe, das war ihre Masche. Näheres weiß ich aber nicht. Was ich dir nur noch sagen kann ist, dass Rockwood in Askaban versauert, sofern er nicht schon Dementorenbesuch hatte, und dass die anderen Vier bereits seit der Schlacht im inneren Kreis der Hölle schmoren“, erklärte er leise, wie auch leicht tonlos, worauf Hannah nickte und zu einem schwachen Lächeln zurück fand.
„Das heißt sie wurden bestraft.“ „Ja.“ „Das ist . . . beruhigend“, meinte Hannah dann noch und sah ihn wieder an. Auf den Lippen auch weiter ein vorsichtiges Lächeln. „Danke.“ „Wofür ?“, stutzte Draco, dessen Blick sich im Kommenden etwas verwirrt bei ihr einfand. „Einmal für die Auskunft und . . . und dafür, dass du am Ende zu uns gestanden und das Richtige getan hast. Für mich im mehrfachen Sinne.“ „Was meinst du ?“ „Na ja. Wenn ich Hermione damals zu deiner Verhandlung richtig verstanden habe, dann hast du doch Greyback und diese Frau bekämpft. Das ist das Eine. Das andere ist, dass du Ernie während der Schlacht vermutlich das Leben gerettet hast“, erklärte sie weiter, worauf Dracos linke Augenbraue kurz etwas nach oben wanderte, bevor er über Hannah hinweg nochmal zu Ernie schielte, zu dem sich gerade Harry und Astoria setzten. Kurz darauf fiel sein Blick zurück auf Hannah.
„Seid ihr zusammen ?“ „Was ?“, errötete Hannah leicht, was Draco eine deutliche Antwort war, die Hannah mit ihrem Gestammel zu bestätigen wusste. „Ja. Ja, ich denke man kann das so bezeichnen. Weißt du, er war für mich da, als das mit . . . mit meiner Mom war und. . . Es hat sich durch alles irgendwie dann so entwickelt. Wir haben eigentlich auch nie weiter darüber gesprochen. Na ja, Jungs sind da ja auch nicht so offen, dass sie einem direkt ihre Gefühle gestehen würden. Ich kenn zumindest keinen“, scherzte Hannah dann noch, worauf Draco verbissen das Gesicht verzog und sich wieder ganz der Bar zudrehte, wo er den letzten Rest Whiskey aus der Flasche in sein Glas kippte, sodass es schon fast übergelaufen wäre. Nur einen Moment später stürzte er es in einem Zug in sich hinein, was Hannah erneut etwas irritierte.
„Alles okay ?“, fragte sie dann doch mal. „Nein. Und ich wär dir wirklich sehr verbunden, wenn du mich jetzt endlich in Ruhe lassen würdest“, murrte Draco noch kurz, bevor er sich etwas über den Tresen beugte und nach einer weiteren Flasche Whiskey suchte.
„Sicher ?“, fragte Hannah jedoch unsicher. „Ja ! Freu dich des Lebens, des Friedens und tanz mit Macmillan, aber lass mich BITTE in Ruhe !“, wurde Draco deutlich, worauf sie nickte. Verunsichert. Dennoch trat sie dann nochmal etwas näher zu ihm und legte ihm freundschaftlich die Hand auf die Schulter.
„Nimm dir das alles nicht so an. Das dumme Gerede der anderen. Sie werden auch noch verstehen, dass sie sich irren und falsch verhalten“, versuchte Hannah ihn aufzumuntern und von seinen trüben Gedanken abzulenken. Nur, dass es nicht seine Mitschüler mit ihrer verhassten Haltung waren, die ihm gerade ordentlich aufs Gemüt schlugen, sondern die Dinge, die waren. Die Dinge, die Hannah wieder in seinem Geist geweckt hatte. Dinge, Erinnerungen, Bilder, die er nicht in seinem Kopf haben wollte, weswegen er die neue Flasche öffnete, um all das was war, zur Gänze in dem guten Ogdens Whiskey zu ertränken. Hannah aber besah es sich verunsichert.
„Trink nicht so viel. Das ist nicht gut“, meinte auch sie schon fast fürsorglich, ließ ihn dann aber dennoch mit sich selbst und dem Whiskey allein, den er wieder ins Glas füllte. Nur blieb er das nicht sonderlich lange, denn kaum dass Hannah weg war, da trat das nächste Mädchen zu ihm, welches das Schauspiel seit ein paar Minuten vom Eingang des Gemeinschaftsraumes beobachtet hatte, nachdem sie von ihrem kleinen Spaziergang durch das Schloss am Ende doch wieder in die Kerker zurückgefunden hatte. Seinetwegen.
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All unsere Freunde fanden es unheimlich, so nahe am Friedhof zu wohnen, doch wir mochten das. Ich habe noch immer viel für Friedhöfe übrig - sie sind eine großartige Fundgrube für Namen.
Joanne K. Rowling