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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Licht & Schatten

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Merlin, Tonks hatte echt Nerven so rumzubrüllen. Draco klingelten noch immer die Ohren von ihrem Gemecker. Er hatte ja nicht wirklich damit gerechnet, dass sie heute noch bei ihm aufschlagen würde. Aber aufgrund der Dinge, die Charlie und Harry ihr erzählt hatten, eben auch, was er verbotenerweise gemacht hatte, war sie keine halbe Stunde später bei ihm im Turm aufgekreuzt. Immerhin hatte sie noch genug Feingefühl besessen und ihn ins Wohnzimmer runter gezerrt, damit Hermione nicht wach wurde, während sie ihn zur Sau machte dafür, dass er diese Art der Mentalmagie an Hermione angewandt hatte.
Doch anders als Harry, war sie nicht wütend darüber, dass er in Hermiones Kopf war, sondern aufgrund seiner allgemeinen Blödheit. Und ja, er musste ihr leider Recht geben, denn er hatte nicht bedacht, dass diese Art der Magie unter die Verbote des Ministeriums fallen könnte.
An und für sich war es zwar keine schwarze Magie und auch kein Fluch. Mentalmagie war jedoch, wie Harry schon gesagt hatte, weitestgehend verboten. Normalerweise konnte man jemandem diese Magieanwendung zwar nicht nachweisen, nur traf das im Augenblick leider nicht auf ihn zu, wie er sich nochmal mit einem mürrischen Blick auf dieses blöde Bannarmband vor Augen hielt. Irgendwie angeschlagen hatte es zwar nicht, nur hieß das nichts.
Am Ende hatte Tonks resigniert, da sie es ohnehin nicht mehr ändern konnten. Sie hoffte jetzt einfach nur, wie Draco auch, dass diese Magie nicht unter die Verbote fiel. Bevor sie gegangen war, hatte sie sich dann aber dennoch die Eindrücke von Draco geben lassen, die er in Hermiones Geist in sich aufgenommen hatte, um selbst nochmal einen Blick über das Geschehene zu werfen.
Draco hoffte inständig, dass er wirklich nur die reine Sache mit Smith extrahiert hatte und nicht noch die anderen Eindrücke aus dem Manor. Es tat echt nicht Not, dass Tonks das noch zusätzlich sah. Zumal sie angedeutet hatte, dass sie wohl mit McGonagall zusammen diese Dinge betrachten wollte.
Dracos Blick fiel bei dem Gedanken daran kurz auf Hermiones Wecker, wo es bereits weit nach 21:00 Uhr war. Mittlerweile war es gut zwei Stunden her, als sie Hermione aufgespürt hatten und diese zusammengebrochen war. Sie schlief noch immer, allerdings alles andere als ruhig. Warum war klar. Dracos kleine Behandlung schien ihr auch nicht sonderlich gut getan zu haben, denn sie begann mit der Zeit noch stärker im Bett zu wühlen, zu murmeln und zu wimmern.
Zwar versuchte Draco sie mit sanften Gesten und Worten zu beruhigen, nur wollte es nicht funktionieren. Die Hexe kam nicht wirklich zur Ruhe. Viel zu sehr schienen sie die Erinnerungen an das Durchlebte zu vereinnahmen. Und das schließlich so sehr, dass sie in einem gequälten Aufschrei hoch schrak und senkrecht im Bett saß.
Mit panisch weit aufgerissenen Augen, aus denen ihr verstärkt die Tränen rannen, starrte sie keuchend, klopfenden Herzens in die Leere des Raumes. Draco besah es sich ein wenig unsicher, bevor er ihr vorsichtig die Hand auf die leicht zitternde Schulter legte. Hermione fuhr unter der sanften Berührung aber wie unter einem Schlag zusammen und riss getrieben den Kopf herum. Die braunen Augen, in die Draco dann blickte, starrten ihn gleichermaßen getrieben, wie auch zu Tode geängstigt an.
„Hermione ?“, rief er sie behutsam, womit der Eindruck ein wenig wich, als sie ihn erkannte. Dennoch huschte ihr Blick kurz ruhelos durch ihre Räumlichkeiten, die sie nur schwer erfasste. „Hermione ?“, rief Draco sie nochmal und rückte schließlich ganz zu ihr auf, um sie zu sich zu ziehen.
Zwar zuckte sie bei seiner Berührung erneut zusammen, ließ sich dann aber ganz von Draco in die Arme schließen, in denen sie aufs Neue erschöpft in einem leisen Seufzen versank.
„Du hast geträumt“, gab er ihr ruhig zu verstehen, als sie mit dem Kopf an seiner Schulter lag und sich ihre Finger haltsuchend ein wenig in sein Hemd krallten. „Sch“, hauchte er, da sie noch immer zitterte. Nebenher rieb er ihr sanft über den schmalen Rücken, während sich seine andere Hand in ihrem wüsten Schopf verlor, wo er sie leicht kraulte.
So blieb Hermione eine ganze Weile ruhig in seinen Armen liegen und ließ dieses Gefühl der Ruhe, Sicherheit und Wärme, was er ihr gab, auf sich wirken, bevor sie leise fragte: „Was’ passiert ?“ „Du bist unten im zweiten Stock zusammengeklappt, kurz nachdem wir dich gefunden haben“, erklärte er ihr ruhig und hatte dabei die Lippen gefährlich nah an ihrer Stirn liegen, über die er kaum spürbar strich.
Hermione indes seufzte fertig auf, als sie sich wieder daran erinnerte, was passiert war. Damit schlich sich schlagartig eine ähnliche Kälte in ihre Knochen, wie schon zuvor, die dafür sorgte, dass sie erneut zu zittern begann.
„Sch“, hauchte Draco ihr wieder zu, was nur minder half, denn sie drängte sich noch etwas mehr an ihn. „Ich hab dich. Ich pass auf dich auf“, gab er ihr beruhigend zu verstehen und wiegte sie ein wenig in seinen Armen, bis sich ihre verkrampften Finger etwas lösten.
„Geht’s ?“, erkundigte er sich dennoch und versuchte ihren Blick einzufangen, der sich stellenweise in der Leere des Raumes verlor. Aus ihren Augen kullerten so auch noch immer im Stillen die Tränen. „Hermione ?“, setzte er nochmal an, sodass sie ihn nun wieder ansah und auch ein wenig stärker fixierte, bevor sie nickte. „Alles gut“, fistelte sie leise und strich sich etwas fahrig die frischen Tränen beiseite. Draco nahm es leicht säuerlich auf.
Gar nichts war gut ! Das musste aufhören. Alles ! Angefangen bei Smith, dem es das Maul zu stopfen galt. Etwas, was Charlie und Harry hoffentlich bereits bei McGonagall in die Wege geleitet hatten. Sobald Draco Gelegenheit dazu hatte, würde er sich selbst auch noch um den Penner kümmern. Jetzt aber. . .
Sein Blick und seine Gedanken kehrten von Smith wieder ganz zu der Hexe zurück, deren Blick erneut leicht apathisch im Nichts verschwand, während sie sich geistesabwesend den verletzten Arm fest gegen den Körper drückte und an dem Verband kratzte.
Draco konnte sich denken warum, weshalb er sich ihre Hand nahm und sie dadurch aus ihrer Starre und den dunklen Gedanken ins Hier und Jetzt zurückholte. Sie sah ihn an. Fragend, aber auch unendlich verletzt. Gequält und gedemütigt. Das konnte er tief in ihren Augen sehen. Diesen Schmerz, weswegen er sie wortlos richtig zu sich zog und fest in die Arme schloss, in denen sie sich zwar kurz versteifte, dann aber ergeben versank.
„Smith wird für all das büßen, das schwör ich dir“, versprach er. Hermione zuckte auf diesen einen kleinen Satz, auf diese Worte, die voller Hass unheilvoll im Raum schwebten, erneut zusammen. „Sch“, hauchte Draco auf ihre Regung nur eine Sekunde später wieder vollkommen sanft, ruhig und liebevoll, dass es Hermione noch unheimlicher wurde. Dieser so hefige Emotionswechsel binnen einer Millisekunde.
Sie wusste nur zu gut, dass Draco kreuzgefährlich sein konnte, wenn er wollte. Sie hatte ihn mehr als einmal so erlebt. Sie hatte es gesehen. Diese unheilvolle, tödliche schwarze Seite, die tief in seinem Innern versteckt war. Sie wusste, dass seine Worte keine leere Drohung waren. Dafür trugen sie viel zu sehr die Schwere von etwas Mordlüsternem in sich. Die Tatsache, dass er nur einen Herzschlag später wieder dieses sanfte, liebevolle seiner Selbst gezeigt hatte, unterstrich es nur noch zusätzlich.
Er würde nicht lange fackeln, wenn er die Chance dazu bekam. Nur, dass ihm das das Genick brechen würde. Und das war das Allerletzte, was sie wollte. Sie wollte ihn unter keinen Umständen wieder verlieren. Sie brauchte ihn. Das war ihr im Laufe der vergangenen Woche, in der sie sich trotz der an und für sich physischen Nähe doch so fern waren, bitterlich klar geworden. Deshalb löste sie sich nun auch wieder aus den warmen Armen, in die sie sich lieber weiter gekuschelt hätte, und sah ihn kopfschüttelnd mit neuen Tränen auf den Wangen an.
„Tu das nicht. Deine Auflagen. . . Wenn du Ärger machst, bringen sie dich weg und dann . . . dann. . .“, verfiel sie erneut stärker in ihre Tränen und begann schmerzlich zu schluchzen, als sich ihr allein auf die bloße Vorstellung, was dann war, das Herz fürchterlich zusammenzog und zu zerreißen drohte. Ihm durfte nichts passieren. Er durfte nicht verschwinden. Er durfte sie nicht allein lassen.
„Draco, bitte“, schluchzte sie halb verzweifelt. „Du darfst nicht . . . nicht. . .“ „Sch. Ganz ruhig“, mahnte er und schloss sie erneut fest in die Arme, wo sich ihre Finger ein weiteres Mal energisch in sein Hemd krallten, während sie ihm in die Schulter weinte.
„Ich pass schon auf. Ich. . .“ „Nein“, unterbrach sie ihn allerdings zitternd und drängte sich noch etwas mehr an ihn. „Ich will das nicht. Ich will nicht, dass sie dir . . . dass sie dich. . .“ „Werden sie nicht“, hauchte er beruhigend und drückte ihren Kopf tröstend noch etwas mehr an seine Brust.
„Bitte lass mich nicht allein“, murmelte sie nach einer kleinen Weile unter ihren Tränen kaum hörbar. Draco hatte es dennoch vernommen und zog sie zum Beweis noch ein wenig fester zu sich, obwohl das kaum noch möglich war.
„Werd ich nicht.“ „Versprochen ?“ „Versprochen. Ich werde immer bei dir sein. Du wirst mich nicht mehr los“, drohte er ihr leicht gewitzt, sodass sie unter ihren Schluchzern kurz lachte. Erleichtert. Glücklich, aufgrund dieser Drohung.
Schließlich schmiegte sie sich wieder stärker an ihn und ließ sich halten, trösten, beruhigen und wärmen. Sie kam nach und nach, mit diesem Versprechen, wieder stärker zur Ruhe, wodurch sich nun auch ihr Geist allmählich klärte und ihr jetzt erst nach und nach ein paar Dinge in den Kopf stiegen, die sie wunderten. Allen voran die Frage, woher er wusste, wer auf sie losgegangen war und wohl auch, wie sehr man sie verletzt hatte ? Gesagt hatte sie es ihm nicht. Und Smith war auch schon eine gefühlte Ewigkeit weg, als sie irgendwie die Kraft gefunden hatte sich aufzurichten, um in ihren Turm zu verschwinden. Allerdings hatten ihre Freunde sie dann nur etwas später entdeckt.
„Woher weißt du eigentlich wer . . . dass es Smith war ?“, fragte sie dünn, als ihre Tränen allmählich aufgehört hatten zu fließen und auch ihr Herz zur Ruhe gekommen war. Draco derweil, biss sich auf ihre leise Frage gehörig auf die Zunge. Aber da musste er jetzt wohl oder übel durch. Er hoffte nur, dass sie nicht irgendwie wütend deswegen wurde.
„Das . . . uhm. . . Werd nicht sauer, aber als wir dich gefunden haben, da. . . Weil wir nicht wussten was passiert ist . . . ob du vielleicht verflucht wurdest, da. . . Ich hab da einen Mentalzauber auf dich angewandt. So etwas ähnliches wie Legilimentik“, gestand er ihr, worauf sie den Kopf hob und ihn ein wenig entsetzt ansah „Du hast was ?“, weshalb er rasch weiter sprach.
„Harry hat mich deswegen schon zur Sau gemacht, aber ich musste einfach wissen, was passiert ist, falls es etwas Gefährliches ist. Also. . . Flüche. Ich schwöre, ich hab sonst nichts weiter gemacht. Ich hab nicht in deinen Gedanken rumgeschnüffelt oder so. Es ging mir nur darum herauszufinden, was passiert ist, um dir zu helfen“, erklärte er ihr und hoffte, dass sie verstand. Hermione sah ihn für den Moment noch etwas geschockt an, bevor dieser Eindruck einer erschlagenden Frustration wich und sie den Blick senkte.
„Es tut mir leid. Ich weiß, dass ich dazu kein Recht hatte und. . .“ „Schon okay“, unterbrach sie ihn leise und kuschelte sich im Anschluss wieder an ihn, was ihn zwar erleichterte, ein leicht mulmiges Gefühl blieb dennoch in ihm zurück.
„Bist du sauer ?“, fragte er, worauf sie kurz schwieg, dann aber meinte: „Nein.“ „Aber ?“, hakte Draco nach, da dieses eine Wort beinahe übermächtig im Raum schwebte. Hermione indes seufzte und barg das Gesicht letztlich wieder stärker an seiner Brust.
„Es ist nur. . . Smith“, schniefte sie und schloss fertig die Augen, aus denen ihr erneut vereinzelt die Tränen kullerten, während sich zeitgleich aufs Neue diese quälende Kälte durch ihren Körper zog und ihn zittern ließen.
„Er hat es gesehen. Die Narbe und ich . . . er. . .“, murmelte sie fertig und begann wieder mehr zu weinen, als die anderen Eindrücke zusätzlich hochkochten. „Sch. Mach dir deswegen keine Gedanken. Er wird nichts verraten, keine Sorge. Ruh dich jetzt erstmal aus. Wenn etwas ist, ich bin hier, falls du etwas brauchst“, versprach er und rieb ihr wieder etwas über den Rücken, was Hermione verstärkt in sich aufnahm.
Im Grunde da. . . Es gab im Augenblick eigentlich nur eine Sache, die sie brauchte und wollte und die hatte sie für den Moment auch. Er war hier bei ihr und hielt sie warm in seinen Armen. Er spendete ihr Trost und Sicherheit, wie schon so oft in dem vergangenen halben Jahr, seit sie ihm nach dem Tod Dumbledores wieder begegnet war.
„Kannst du. . .“ begann sie nach einer Weile leise, in der sie erneut etwas mehr zur Ruhe gekommen war. Eine trügerische Ruhe, wie sie wusste. Die Ruhe vor dem Sturm, der zweifelsfrei kommen würde, sobald sie die Augen etwas länger schloss.
„Hm ?“ „Ich . . . uhm. . .“ „Was denn ? Sag schon“, drängte er sie sanft, da sie sich nur zu offensichtlich scheute, ihre Bitte zu äußern. Hermione kaute dann noch kurz auf ihrer Unterlippe herum, bevor sie leise fragte: „Kannst du hier blieben ? Ich . . . ich will nicht allein sein“, murmelte sie immer leiser werdend gegen seine Brust, an die sie sich erneut verstärkt kuschelte.
„Ja, na klar. Wir können auch. . .“, hielt er jedoch in seinen Worten inne, als ihm die Bedeutung ihrer Bitte nochmal etwas genauer durch den Kopf ging. Sie hatte nicht gefragt, ob sie bei ihm bleiben konnte, was er ihr gerade noch vorschlagen wollte, sondern dass er bei ihr bleiben sollte.
Das jetzt hier war anders, als die anderen Male. Sonst war sie immer zu ihm gekommen und hatte ihm Ruhe, Wärme und Sicherheit gegeben. Jetzt war es genau andersherum. Jetzt wollte und brauchte sie diese Dinge bewusst von ihm, ähnlich wie in den ersten Nächten, in denen sie die Kriegsgeschehnisse aus dem Schlaf gerissen und um diesen gebracht hatten. Da war er auch bei ihr geblieben. In ihrem Reich. Dem Raum, der ihr persönlicher Rückzugsort war. Ein sicherer Fluchtpunkt.
„Was ?“, sah Hermione fragend zu ihm auf, da er gestockt hatte. Draco schüttelte allerdings mit dem Kopf und lächelte sanft. „Nichts. Willst du noch etwas essen ? Ich kann Dobby Bescheid geben, dass er uns schnell was Kleines fertig macht.“ „Nein. Ich . . . ich will bloß noch schnell duschen und . . . uhm. . .“, brach sie wieder ab. Draco indes nickte.
„Okay, dann. . . Da husch ich auch nur noch fix unter die Dusche.“ „Hm“, murmelte sie und machte sich, ungern, von ihm los, damit er sich für die Nacht fertig machen konnte. Kaum aber, da sie ihn nicht mehr spürte, schlug erneut eine eisige Kälte auf sie nieder, die sie mit Hilfe der heißen Dusche bekämpfen wollte. Nur gelang es ihr nicht, egal wie lange sie unter dem Schauer verweilte. Ihr Körper schien innerlich einmal mehr, nur noch aus Eis zu bestehen und ließ sie unablässig zittern. Auch befiel sie seit langem wieder verstärkt das quälende Gefühl, von oben bis unten mit Dreck besudelt zu sein, weshalb sie sich den Schwamm schnappte und begann, sich energisch über die Haut zu schrubben, sodass diese noch zusätzlich zu dem heißen Wasser feuerrot schimmerte. Am schlimmsten war es an ihrem linken Arm. In diesem glaubte sie einmal mehr einen reißenden Schmerz zu spüren, der nicht mehr abflauen wollte und sich stattdessen begann, durch ihren ganzen Körper zu ziehen. Immer stärker, immer heftiger, bis er scheinbar die Intensität des Cruciatus erreicht hatte.
Als das der Fall war, sackte Hermione schluchzend und wimmernd in der Duschwanne zusammen. Sie zog die Knie fest an die Brust und schlang die Arme verzweifelt um ihre Knie, auf der nur etwas später ihre Stirn ruhte. So blieb sie hocken und ließ dem Schmerz in ihren Tränen freien Lauf, während das heiße Wasser auch weiter von oben auf sie niederprasselte, bis sie irgendwann, scheinbar weit weg, Draco rufen hörte.

Draco hatte sich eigentlich beeilen wollen, dann aber doch fast eine Viertelstunde mit allem zugebracht. Allerdings war er sich ziemlich sicher, dass Hermione auch noch nicht fertig war. Dennoch beeilte er sich, wieder zu ihr zu kommen. Jedoch behielt er Recht, denn er hörte in ihrem Zimmer auch weiter die Dusche rauschen. Konnte also noch ein paar Minuten dauern, weshalb er an ihr Bücherregal trat und sich kurz interessiert die Titel besah, bevor er eines der Bücher heraus nahm und es sich damit erstmal auf dem kleinen Zweisitzer in der Ecke gemütlich machte. Er saß dann auch noch gar nicht lange, als Krummbein angeschlichen kam, der offensichtlich nur darauf gelauert hatte, sich wieder bei Draco breitzumachen.
„Na Dicker“, warf Draco dem Kater gewitzt zu. Der sah aber nur kurz zu dem Blonden, zu dem er sonst eigentlich immer kam. Jetzt aber wackelte der Knieselmischling nur kurz mit den Ohren, bevor er den Kopf in Richtung Badezimmer neigte und an dieses schlich. Kaum an der Tür, begann er an dieser zu kratzen und schließlich lauthals zu miauen.
„Hermione kommt doch gleich. Oder willst du mitduschen ?“, grinste Draco bei der Vorstellung. Krummbein reagierte allerdings nicht, sondern begann letztlich die Tür mit seinen Krallen zu traktieren und noch lauter zu miauen, was schon fast etwas von einem Klageruf hatte. Draco begann das Verhalten des Katers dann auch ein wenig zu verunsichern, denn so seltsam hatte er sich zuletzt benommen, als Hermione vor gut zwei Wochen von dem Unbekannten angegriffen worden war. Ob der Kater spürte, dass es ihr gerade auch nicht so gut ging ?
Als Draco dann mal einen Blick auf die Uhr warf, stieg die Unruhe in ihm noch etwas mehr, denn die Hexe war seit gut einer halben Stunde im Bad. Und die Dusche lief immer noch. Selbst für eine Frau war das schon ungewöhnlich lange, wenngleich Draco eine ziemlich bittere Ahnung hatte, warum Hermione so lange brauchte. Er wusste was sie am meisten schmerzte, auch wenn sie nie etwas sagte oder zeigte, oder sich sonst in irgendeiner Art und Weise einen schwachen Moment gönnte. Dennoch war diese Sache nach wie vor stark präsent. Und dank des Idioten Smith jetzt sogar wieder mehr.
Schließlich legte Draco das Buch beiseite und trat zu dem Kater an die Badezimmertür, an die er erst sacht klopfte und die Hexe rief, aber keine Antwort erhielt. Vielleicht hatte sie ihn durch das Rauschen nicht gehört, sodass er nun stärker klopfte und lauter rief.
„Hermione ? Ich will dich nicht stören, aber. . . Ist alles in Ordnung ?“, fragte er und lauschte auf die Geräusche hinter der Tür, die nach wie vor ausschließlich aus dem Rauschen des Wassers bestanden. „Hermione ?“, rief er noch etwas lauter und war so auch schon drauf und dran die Tür zu öffnen, als sie ihm doch noch Antwort gab.
„Ich . . . ich komme !“, gab sie ihm zurück. Das aber ein wenig hektisch und zittrig, wie er fand. Ob er nach ihr sehen sollte ? In dem Moment verstummte jedoch das Rauschen, was ihm sagte, dass sie zu einem Ende kam, weshalb er sich wieder von der Tür entfernte und etwas ratlos am Fußende des Bettes Platz nahm, von wo sein Blick ein wenig ziellos durch den Raum glitt. Letztlich blieb dieser an Hermiones Schreibtisch haften, wo noch immer seine beiden Blumensträuße standen, auf die er mit einem matten Lächeln sah. Der Frischezauber tat wirklich gut seine Wirkung. Sie standen in voller Blüte und zeigten keinerlei welken Ansatz. Wenn er den Zauber richtig hinbekommen hatte, würde das auch noch sehr, sehr lange so bleiben.
Vielleicht sollte er ihr nochmal ein paar Blumen schenken ? Nur so, um ihr ein kleines Lächeln abzugewinnen und eine Freude zu machen. Ein paar Sonnenblumen machten sich da sicher gut, begann er zu sinnieren, als er zwischen seinen beiden dicken Sträußen, noch eine dritte kleine Glasvase mit einer einzelnen Blume entdeckte, die ein wenig verloren wirkte.
Ein wenig verwundert stand er auf und trat näher an den Tisch heran, sodass er jetzt auch erkannte, um was für eine Blume es sich handelte. Es war eine einzelne, weiße Rose, die bereits leicht in Mitleidenschaft gezogen aussah, denn die Blütenränder wiesen eine schwach welke, gelb-bräunliche Färbung auf.
Verwirrt aufgrund des Anblickes streckte er die Hand zögerlich nach der Rose aus, und strich behutsam mit den Fingern über die Blüten, bevor sein Blick kurz auf die Badezimmertür fiel, hinter der Hermione noch immer verborgen war. Im Anschluss sah er wieder auf die Rose, die er eingehend betrachtete. Während er das tat, regten sich die Blütenblätter schwach und öffneten sich schließlich noch etwas mehr, worauf er die Augenbrauen kraus zog.
Als er noch näher nach der Blume sehen wollte, öffnete sich dann aber die Tür zum Bad. Sein Kopf flog in Richtung der Hexe, die ziemlich unsicher, die Arme fest um den Körper geschlungen, vor ihm stand.
„Tut mir leid, ich. . . Ich hab gar nicht so auf die Zeit geachtet. Ich. . .“ „Ist schon gut“, gab Draco ihr zurück und trat zu ihr, wo er ihr eine der noch nassen Strähnen behutsam hinters Ohr kämmte, was sie schwach belächelte.
„Dein Kater hat sich allerdings schon Sorgen gemacht und wollte die Tür niederwetzen“, erklärte Draco, worauf sich ihre Mundwinkel nochmal schwach nach oben verzogen, als sie auf ihren treuen Kater blickte, der zu ihren Füßen saß und mit dem Kopf etwas an diesen entlang strich. Die Gryffindor ließ sich dann auch gleich in die Hocke sinken und nahm sich ihr rotes Fellknäuel, welches versuchte sie abzuschlecken.
„Ich bin schon sauber, mein Dicker“, erklärte sie ihm matt und strich dem Kater kurz über den Kopf, der noch einen Moment mit der Hexe schmuste, bevor er zu Draco sah und diesem schon fast fordernd entgegen miaute. Draco glaubte aber auch so verstanden zu haben, was der Kniesel von ihm wollte. „Rechts oder links ?“ „Was ?“ „Welche Seite ?“, schmunzelte Draco und sie verstand. „Links“, gab sie ihm mit einem kleinen, schüchternen Lächeln zurück und ließ Krummbein runter, der es sich aber gleich am Fußende bequem machte, während die beiden Magier unter die Decke schlüpften. Unter dieser schnappte sich Draco auch gleich seine kleine Hexe, schloss sie fest in die Arme und zog sie ganz zu sich. Hermione war es mehr als lieb, denn es war genau das, was sie brauchte, um die Kälte und den Schmerz in ihrem Innern zu bekämpfen und vielleicht auch ein wenig zu vertreiben.
„Danke“, flüsterte sie ihm nur noch leise zu und schloss schließlich die Augen, kaum dass das Licht verloschen war. Draco aber musterte sie noch eine Weile nachdenklich im Licht des Mondes, bevor er sich dann doch etwas in ihren Schopf kuschelte. Über diesen hinweg fiel sein Blick jedoch nochmal auf die einzelne Rose, die er in dem Dunkel zwar nur schwach ausmachen konnte. Dennoch war deutlich zu erkennen, wie sich der Blütenkopf noch etwas stärker öffnete.
Es irritierte ihn, letztlich aber schüttelte er mit dem Kopf und vergrub die Nase zur Gänze in den Haaren der Hexe.

۩ ۞ ۩


„. . . als erstes reiß ich ihm die Zunge raus, damit er nicht mehr zum Quatschen kommt. Dann werd ich ihm jeden Knochen brechen, an seinen Eiern aufhängen und in siedendes Öl tauchen. Und wenn sich seine Haut schön pellt, werde ich. . .“ „Blaise. . .“, stöhnte Theo, dem gerade gehörig das Frühstück verging, denn er schob seinen Teller von sich.
„Behalt deine Mordphantasien für dich oder warte wenigstens damit, bis ich mit dem Essen fertig bin.“ „Sensiblen Magen ?“, hakte Ginny nach, die nebenbei Blaise beruhigend über den Rücken strich, damit er wieder runter tourte. Sie hatte ja schon von vornherein geahnt, dass es eine ganz schlechte Idee war, Blaise von allem in Kenntnis zu setzen. Nur wäre es früher oder später ohnehin rausgekommen. Und da Blaise nun mal Blaise war, hatten sie gehörig zu tun, ihn wieder von seinen Mordplänen abzubringen.
„Eigentlich nicht, aber ich weiß in was für eine Richtung das noch geht, und das will ich echt nicht zum Frühstück haben“, jammerte Theo, während Blaise gefährlich mit den Zähnen mahlte und seinen Blick mörderisch durch die Halle schweifen ließ. Die dunkeln Augen des Slytherins blieben schließlich an einem Tisch weiter hinten, an der nur eine Handvoll Schüler saßen, hängen. Einen von ihnen taxierte er besonders intensiv und machte Dracos Killerblick damit gefährlich Konkurrenz.
Sein Opfer hatte den Blick der Schlange offensichtlich auch auf sich gespürt, denn er schaute kurz auf, sodass sich das dunkle Braun von Blaise mit dem hellen Blau von Smith verhakte. Der Hufflepuff schluckte dann auch gleich und senkte rasch das Haupt, um den abertausenden Dolchen zu entgehen, die Blaise ihm entgegen schleuderte.
„Sieht so aus, als hätte McGonagall ihn ordentlich zur Sau gemacht“, stellte Harry befriedigt fest, der ebenfalls kurz in die Richtung des Hufflepuffs sah. Blaise aber grunzte: „Das ist nicht genug ! Der hat ‘ne fette Abreibung verdient !“ „Aber nicht durch dich“, mahnte Ginny ihn an, zu der er etwas stinkig sah. Seine Freundin sagte ihm aber das gleiche, wie schon vor einer Stunde.
„Das fällt am Ende nur negativ auf euch alle zurück. Die anderen würden dann nur wieder denken was sie wollen.“ „Weißt du wie egal die mir sind ?“ „Sicher. Trotzdem. Halt die Füße still“, gebot Ginny ihm, bevor Harry noch versprach: „Ich knöpf mir Smith dann noch vor. Immerhin hab ich als Held einen Freibrief für fast alles“, grinste Harry breit. Blaise wiederum schnaubte, gab sich soweit aber zufrieden.
„Hau ihm von mir ordentlich eine rein. Und von Draco“, forderte Blaise. Harry nickte daraufhin nur und widmete sich wieder seinem Frühstück. Gedanklich driftete er allerdings erneut zu Hermione und damit den Dingen, die Draco grob angerissen hatte. Er hatte mit Ginny gestern Abend noch lange in ihrem Zimmer gesessen und mit ihr über die Zeit nach dem Krieg gesprochen. Hauptsächlich eben auch über Hermiones ganzes Verhalten. Ihnen waren da erst diese vielen kleinen und großen Anzeichen wirklich aufgefallen, die der Hexe damals angehaftet hatten, die sie aber schlicht und ergreifend übersehen hatten.
Sie war stark in sich gekehrt gewesen, schon fast verschlossen. Besonders in der Zeit, nachdem man Draco wieder in Askaban eingesperrt hatte. Das hatte sie noch weiter runtergerissen. Auch hatte Harry sie in der Zeit nie wirklich lächeln oder gar lachen sehen. Befreit. Wenn, dann war es immer irgendwie gezwungen gewesen. Aufgesetzt für den Moment, in dem jemand zu ihr sah. Sie hatte, wie Charlie gestern auch erwähnt hatte, sichtbar abgenommen, was durch ihre meist etwas schlabbrigen, übergroßen Kleidungsstücke auf den ersten Blick gar nicht so richtig auffiel, dennoch war es so. Sie hatte ständig übermüdet gewirkt, Ringe unter den Augen gehabt, die sie mit etwas Puder kaschiert hatte. Genauso war und blieb sie, trotz des sonnenreichen Sommers, blass.
All das hätte er sehen müssen. Irgendwie. Doch er hatte es nicht gesehen. Den ganzen Sommer über war er blind für ihren Kummer und ihre Sorgen gewesen. Es waren alles Dinge, die sich erst wieder begonnen hatten zu geben, als sie ins Schloss zurückgekehrt waren. Doch nicht die Umgebung des Schlosses war es, die sie hatte aufleben und damit auch wieder leben lassen, sondern die Nähe, die sie seitdem zu dem Blonden hatte.
Er tat ihr, so paradox es trotz allem noch immer ein wenig war, gut. Sie lebte bei ihm wieder auf, genauso, wie sie die nötige Ruhe bei ihm zu finden schien. Wärme und Halt, weshalb er jetzt wohl auch weiterhin bei ihr war. Sie suchte seine Nähe nicht nur, sondern brauchte diese offensichtlich auch mehr als sonst etwas. Das hatte er gestern auch wieder sehr deutlich gesehen, als sie sich an ihn geklammert hatte, während sie vor ihm, ihrem langjährigen Freund, zurückgeschreckt war, als er nach ihr hatte sehen wollen. Nicht so Draco.
Harry seufzte ein wenig aufgrund dieser Dinge, die ihn während der ersten Doppelstunde Zauberkunst beschäftigt hatten und auch weiter beschäftigten, als er sich auf dem Weg hoch zu Trelawney in ihr Turmzimmer machte.
Auf der einen Seite bekümmerte es ihn schon etwas, dass er seiner lieben Freundin all diese Dinge, die sie gerade wohl brauchte, nicht geben konnte. Auf der anderen war er mehr als froh, dass es dennoch einen Menschen zu geben schien, den sie weit genug an sich heran ließ und der ihr so auch helfen und sie stützen konnte. Dass das am Ende ausgerechnet Draco war, hatte zwar etwas sehr Eigentümliches an sich, aber das Schicksal ging ja oft genug recht fragwürdige und seltsame Wege. Doch solange diese Wege zu dem gewünschten Ziel führten, konnten sie so seltsam sein wie sie wollten. Sie. . .
„Na da schau an“, murmelte Harry, als er bei dem Anblick des Schülers vor sich aus seinen Gedanken gerissen wurde. Er hatte ja noch eine Aufgabe zu erledigen, fiel es ihm nun auch wieder an, sodass er mit zwei ausgreifenden Schritten bei der dunkelblonden Gestalt war und den Jungen in einem Ruck mit sich, in eine der Fensternischen zog.
„Hey, was soll der Sch- … Potter ?“, stutzte Zacharias beim Anblick des Helden. Kurz darauf wurde es ihm mulmig, denn Harry taxierte ihn unheilvoll. Warum, war nicht weiter schwer zu erraten.
„Was . . . was gibt’s ?“, stammelte der Hufflepuff sichtlich nervös. Harry musterte ihn aber auch weiter dunkel. „Das weißt du ganz genau. Du kannst echt von Glück reden, dass Ginny Blaise an der Leine hat und ich nicht will, dass die Jungs deinetwegen irgendwie wieder in Verruf kommen. Für das, was du mit Hermione abgezogen hast, wäre es nur gerecht, wenn wir Blaise auf dich loslassen. Kreative Gedanken hat er offensichtlich genug“, raunte Harry. Zacharias derweil schluckte.
„Das gestern war nicht gewollt. Wirklich. Es tut mir leid, dass ich Granger ein bisschen grob. . . argh“, röchelte er kurz. Mehr vor Schreck, als wirklich vor Atemnot, als Harry ihn gefährlich am Kragen packte und gegen die Wand drückte.
„Ein bisschen grob ?“, wiederholte er wütend. „Du hast sie geschlagen und mit Flüchen traktiert und nennst das ein bisschen ? Merlin, du hast echt Nerven.“ „Es tut mir leid. Ich hab. . .“ „Spar dir das. Ich sag dir das jetzt bloß ein einziges Mal. Du lässt Hermione in Ruhe. Du hältst dich von ihr fern und vor allem die Klappe, was ihre Verletzung angeht. Wenn nicht, passiert was, das schwör ich dir.“ „Ich verprech’s. Kein Wort. Ich werde schweigen.“ „Wehe wenn nicht“, knurrte Harry noch und ließ ihn schließlich los. Doch anstatt die Dinge nun auf sich beruhen zu lassen, konnte Zacharias seine Neugier, nach den Ereignissen von gestern Abend, nicht ganz bändigen.
„Stimmt das wirklich, dass sie in der Gewalt von du-weißt-schon-wem war ? Dass er sie. . . argh !“, röchelte er wieder. Diesmal tatsächlich aus Atemnot, denn Harrys Hand schoss schneller nach vorn, als der Gryffindor es selbst für möglich gehalten hätte, und schloss sich diesmal richtig um die Kehle des Hufflepuff.
„Von wem hast du das ?“ „Die Aurorin ! Die Punk Tante !“, krächzte er panisch und löste umständlich Harrys festen Griff. Sein Gegenüber funkelte ihn nun wirklich bedrohlich an, sodass Zacharias immer mehr bewusst wurde, dass er sich gerade selbst in ein Mienenfeld katapultiert hatte.
„Ja, es stimmt. Und weil das leider so ist, werde ich jetzt nicht zulassen, dass ihr nochmal irgendwer irgendwie Schmerz und Leid zufügt. Sie hat während dieses verfluchten Krieges genug gelitten und den obendrein fast nicht überlebt !“, fauchte Harry wütend, in dem die Emotionen und Erinnerungen an das Vergangene, erneut verstärkt hochkochten. Die Schuld, die ihn selbst an ihrem Leid traf. Einmal, da er es nicht geschafft hatte, ihr und Ron auszureden, ihn zu begleiten, auch wenn er es allein nie geschafft hätte. Mehr noch aber, fraß ihn aufs Neue die Tatsache auf, dass er die schlimmste Zeit ihres Lebens, diese Gefangenschaft, mit zu verschulden hatte.
„Wenn du irgendwem. . .“ „Ich schweige. Ich schweige !“, versprach Zacharias hastig auf die leise Drohung Harrys. Dieser nickte und ließ schlussendlich ganz von dem Hufflepuff ab, der sichtlich erleichtert ausatmete.
Nochmal Schwein gehabt, dachte er sich, als sich Harry ohne Vorwarnung doch nochmal zu ihm umdrehte und mit aller Gewalt die Faust mitten in Zacharias’ Gesicht krachen ließ. Nur eine Sekunde später sackte der Hufflepuff mit leicht schiefer Nase und ordentlich Nasenbluten in sich zusammen.
„Ich denke, wir verstehen uns, nicht ?“, erkundigte sich Harry mit noch immer leicht geballter Faust. Smith nickte dann auch schon hastig und schluckte. Merlin, mit Potter würde er sich sicherlich nicht anlegen, immerhin stand so ziemlich jeder hinter ihm. Und in Anbetracht der Dinge, die er erfahren hatte, einmal von der Aurorin und nun auch noch von Potter, fühlte er sich ohnehin scheiße wegen seiner Tat. Ein Schlag von Potter, schien ihm da noch das mildeste Urteil zu sein, denn so wie Zabini ihn am Morgen angesehen hatte, wollte Zacharias wirklich nicht wissen, was sich diese Schlange für ihn überlegt hatte. Hatte Potter nicht noch gesagt, er wäre sehr kreativ mit seinen Ideen gewesen ?
Besser, er machte ab jetzt einen riesen Bogen um die Schlangen und Granger.

۩ ۞ ۩


In den Räumen der Schulsprecherin herrschte derweil Ruhe, sah man von den leisen Schnurrlauten des Kniesel Katers ab, der auch weiter selig am Fußende des Bettes schlummerte. Neben ihm lag auch Hermione noch im Schlaf, wenngleich sie weniger Ruhe und Frieden in diesem fand, als ihr Kater.
So hatte sie die meiste Zeit in der Nacht äußerst unruhig in ihrem Bett gewühlt und war auch dreimal recht getrieben aufgewacht. Im Blick eine dumpfe Panik, die Draco jedes Mal aufs Neue mit beruhigenden Gesten und Worten vertrieb, dadurch am Ende aber selbst kaum zur Ruhe kam, um etwas zu schlafen.
Mittlerweile war er auch schon wieder eine Weile wach und strich seiner angeschlagenen Löwin, die halb auf seiner Brust lag und sich verstärkt an diese kuschelte, etwas über den Rücken oder durch die Haare.
Vor einer Stunde erst, waren ihre leichten Krampfanfälle wieder in sich zusammengebrochen. Seither schlief sie ruhig, sah aber dennoch extrem abgekämpft und erschöpft aus. Ihre Züge waren blass und wurden noch zusätzlich von dunklen Augenringen gezeichnet.
Draco fragte sich, wie lange sie noch so ruhig schlafen würde, bis die dunklen Schatten in ihrem Geist sie aufs Neue vereinnahmten und quälten ? Dieser Gedanken löste sich dann allerdings recht schnell im Nichts auf, denn Hermione begann brüchig zu murmeln und blinzelte schließlich ein wenig tranig vor sich hin.
„Hey“, hauchte Draco ihr leise zu und erhaschte einen kurzen Blick auf ihre Augen, die noch immer ziemlich rot und auch leicht verquollen waren. Nach so einer Nacht kein Wunder. Sie schien noch immer total erschlagen und allen voran erschöpft zu sein.
„Wie fühlst du dich ?“, erkundigte er sich, bekam aber nicht gleich eine Antwort, da Hermiones Blick matt durch ihre Räumlichkeiten glitt, in denen sie das Licht der Sonne blendete. Sie kniff die Augen deshalb fest zusammen und barg das Gesicht verstärkt an Dracos Brust, um es dunkel werden zu lassen.
„Warum is’so hell ?“, nuschelte sie leicht kratzig. Draco konnte daraufhin nur mitfühlend lächeln und strich ihr erneut über den Rücken, während er mit einem Schlenker seines Zauberstabes die dicken Vorhänge vor das deckenhohe Fenster dirigierte.
„Besser ?“, fragte er kurz darauf und vergrub die Hand nebenher in ihrem zerzausten, aufgebauschten Schopf, wo er sie ein wenig zu kraulen begann. Nur einen Augenblick später wurde er dafür mit einem wohligen Seufzen belohnt.
„Wenn du jetzt auch noch schnurrst, kannst du deinem Kater ernsthaft Konkurrenz machen“, lachte er und wurde zur Strafe sanft in die Seite gezwickt, bevor die Löwin den Kopf erneut hob und ihn mit kleinen, leicht zusammengekniffenen Augen ein wenig tadelnd ansah. Dabei kräuselte sie auch noch die Nase, die anscheinend ein wenig zu jucken schien. Draco brachte der Anblick aber nur wieder mehr zum Grinsen.
„Kleine Kratzbürste“, stänkerte er noch kurz, bevor er ihr nochmal etwas durch die chaotische Löwenmähne strich. „Siehst immer noch ziemlich müde aus“, meinte er dann aber wieder ruhig, mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen. Hermione nickte lediglich und bettete, zur Bestätigung, ihren Kopf kurz darauf zurück auf seine warme Brust und lauschte ein weiteres Mal dem ruhigen bum-bum darunter.
„Brauchst du was ?“ „Nein“, murmelte sie matt und schloss für einen Moment die Augen. Selbst mit den zugezogenen Vorhängen schien es ihr noch zu hell, denn ihre Augen schmerzten fürchterlich. Zudem verspürte sie ein dumpfes Pochen im Kopf und ein unangenehmes Spannen in der Muskulatur.
„Wie spät ist es eigentlich ?“, fragte sie nach ein paar Minuten noch immer recht müde. „Kurz vor zehn“, gab Draco ihr ruhig zurück, während er kleine Kreise auf ihren Rücken malte. Das konnte er noch ganze zehn Sekunden lang, bis sich irgendetwas in Hermiones schweren Kopf wieder eingeklinkte und sie panisch hochfuhr.
„ZEHN ? 10:00 Uhr morgens ?“ „Na nachts sicher nicht.“ „Merlin, warum hast du mich nicht geweckt ? Wa-“, stöhnte sie plötzlich schmerzvoll auf und sank wieder in sich zusammen. „Weil ich genau das vorausgeahnt hab“, gab er ihr etwas altklug zurück, bevor er sich das leise wimmernde Mädchen richtig heranzog und warm in die Arme schloss.
„Wenn es dir auch nur annähernd so schlecht geht wie du aussiehst, dann sei vernünftig, bleib liegen und ruh dich aus. Du hast letzte Nacht alles andere, als erholsamen Schlaf gehabt und wegen der Profs, denen haben die Anderen sicher Bescheid gesagt, also ruh dich aus“, mahnte er sie sanft und drückte ihren Kopf behutsam auf seine Brust, bevor er erneut begann, sie ein wenig zu kraulen, was nun mehr etwas von einer kleinen Massage hatte. Hermione gab sich dem sanften Druck seiner Finger dann auch gleich ergeben hin und schloss erneut kurz die Augen, um das fürchterliche Schwindelgefühl, was von einer aufsteigenden Übelkeit begleitet wurde, niederzuringen.
„Wahrscheinlich hast du Recht“, murmelte sie matt. „Braves Kätzchen“, neckte er sie noch etwas, bevor er sich wieder stärker auf den Druck seiner Finger konzentrierte. Nach kurzer Zeit begann die kleine Geste auch verstärkt ihre Wirkung zu tun, denn das Schwindelgefühl ebbte ab und nahm, Merlin sei Dank, auch die Übelkeit zum Großteil mit sich.
„Danke“, seufzte sie wohlig und kuschelte sich noch stärker an seine Brust, denn die war so schön warm. Irgendwie beruhigte sie das. Genauso das sanfte, regelmäßige bum-bum, vermischt mit dem milden, frischen Duft von frühsommerlichem Tau. So ließ es sich wirklich aushalten und so blieb sie auch eine gefühlte Ewigkeit im Stillen mit Draco liegen, bis er sich nach einer Weile erneut leise zu Wort meldete.
„Hermione ?“ „Hm ?“, murmelte sie bereits wieder im Halbschlaf und blinzelte ihn matt an. „Was hältst du von ein bisschen Frühstück ? Oder lieber Brunch ?“ „Ich hab eigentlich gar keinen Hunger“, entgegnete sie ihm und nahm stattdessen ihre Kuschelposition erneut ein. „Du solltest wirklich etwas essen. Und wenn es nur etwas Obst ist. Danach legst du dich am besten wieder hin“, meinte er fürsorglich.
Nur wenn du dich dazu legst, ging es ihr nicht nur durch den Kopf. Stattdessen lag ihr die kleine Forderung bereits auf der Zunge, die sie allerdings recht schnell wieder runterschluckte. Das war unpassend. Mehr als unpassend. Zumal sie nicht wollte, dass er ihretwegen noch mehr schwänzte, immerhin musste er vorsichtig sein. Er durfte sich keine Fehler erlauben, denn die konnten ihm das Genick brechen. Und das war das Allerletzte, was sie wollte, weshalb sie sich nun auch ungern von ihm löste, damit er aufstehen konnte.
Keine zehn Minuten später tauchte Dobby mit einem Tablett voller Frühstücksleckereien auf, was er ihr ans Bett stellte und sich auch gleich besorgt bei der Hexe erkundigte. Hermione beruhigte den treuen Elf, dass es ihr schon wieder besser ging und sah schließlich etwas missmutig auf Draco, der dann auch wieder in ihrem Zimmer erschien. Und zwar angezogen.
„Ich muss nochmal zu McGonagall was klären“, begann er und nahm nochmal kurz auf dem Rand des Bettes Platz. „ Iss ein bisschen und leg dich dann wieder hin“, meinte er weiter und legte ihr die Hand erst auf die blasse Wange und schließlich auf die Stirn. Diese war warm. Viel wärmer, als sie sollte, sodass er nochmal verstärkt ihren Blick suchte, der auch weiter recht matt war. Müde.
„Versuch noch, ein bisschen zu schlafen, okay ?“ „Hm“, nickte sie schwach und ließ ihn gedrückt ziehen. Kaum dass er aus ihrem Zimmer raus war, fiel ihr Blick auf das an und für sich schöne Frühstück. Hermione drehte sich bei dem Anblick und Geruch aber nur verstärkt der Magen um, weswegen sie das Tablett mit den Leckereien, ungefähr fünf Minuten nachdem Draco weg war und es somit nicht mehr sehen konnte, im Kitchenette abstellte. Im Anschluss verschwand sie nochmal duschen und rang den Zwang mit aller Macht nieder, sich ein weiteres Mal wund zu schrubben, oder ihren Blick auch nur irgendwie auf ihren Arm fallen zu lassen.
Am Ende verbrachte sie fast wieder eine halbe Stunde unter dem Schauer. Dass es nicht noch mehr wurde, lag schlicht und ergreifend daran, dass sie das heiße Wasser total erschöpfte und ihr, neben dem neu aufflammenden Schwindelgefühl, dann auch noch die Beine zittrig wurden.
Wieder angezogen und in einen der dicken Weasley Pullover gemummelt, schlich sie runter ins Wohnzimmer. Dort prasselte der Kamin bereits und füllte den Raum mit einer angenehmen Wärme aus. Mehr Wärme, als derzeit oben in ihrem Zimmer herrschte. Zwar empfand sie es sonst immer als angenehm, wenn es im Schlafzimmer schön kühl war. Jetzt aber, war ihr das zu kalt. Sie fror noch immer oder schon wieder, trotz der heißen Dusche.
Draco hatte Recht. Sie sollte sich wirklich noch etwas ausruhen, weswegen sie es sich auf der Couch mit der Kuscheldecke gemütlich machte. Nur etwas später tauchte Krummbein bei ihr auf, sprang auf die Couch und begann ein wenig mit ihr zu schmusen, bevor er sich an ihre Taille und den Bauch schmiegte.
Ihr Kater schien zu spüren, dass sie nicht wirklich auf der Höhe war, denn für gewöhnlich war er alles andere, als ein Schmusekater. Eher ein kleiner Streuner. Andererseits war er ja auch schon recht alt und suchte nun vielleicht auch mehr die Ruhe und etwas Wärme. Vorzugsweise die von Draco, die Hermione jetzt auch viel lieber gespürt hätte. Aber da er nicht mehr hier war, blieb ihr lediglich Krummbein als Ersatz zum Kuscheln, den sie ein wenig streichelte, wobei ihr zeitnah die Augen zufielen.
Als sie diese ein wenig erschöpft wieder öffnete, war da ein sanfter, warmer Druck auf ihrer Stirn, der sich als eine weiche Hand entpuppte, die zu ihrer Schlange gehörte.
„Draco ?“, murmelte sie leise und schlagartig heiser. „Sorry, ich wollte dich nicht wecken“, gab er ihr ähnlich leise zurück und musterte sie mit gesteigerter Sorge. Sie war noch blasser, als vor einer Stunde. Offensichtlich hatte sie sich gestern in dem eiskalten Gang etwas weggeholt, denn ihre Temperatur war gestiegen.
„Wie fühlst du dich ?“ „Weiß nich. Mir is kalt und. . . Es spannt irgendwie alles“, murmelte sie fertig halb in die Decke und stellte zudem resigniert fest, dass ihr Kopf schon wieder furchtbar zu pochen begann, an den sie sich gleich fasste.
„Was hast du denn gemacht, nachdem ich weg bin ?“, irritierte es Draco ein wenig. Er war kaum eine Stunde weg gewesen, wenngleich er es begrüßt hätte, McGonagall hätte ihn nicht so lange in Beschlag genommen, denn er hatte mit ihr eigentlich nur nochmal wegen Smith reden wollen. Draco war dann ja auch rege Überrascht, hören zu müssen, dass der Penner noch hier war und auch nicht der Schule verwiesen werden würde, da er angeblich von einer anderen Person beeinflusst und magisch manipuliert worden war. Wer’s glaubte.
Die darauf folgende Diskussion hatte die meiste Zeit seiner Anwesenheit aufgefressen, ohne sichtlichen Erfolg. Und das hieß für Draco nichts anderes, als das er sich Smith später selbst noch einmal vorknöpfen würde, um ihn zum Schweigen zu bringen. Im Folgenden hatte er mit der Direktorin dann nur noch abgeklärt, dass er fürs Erste bei der Löwin bleiben würde, denn die war nach der Sache alles andere, als auf der Höhe, auch wenn sie es nicht freiwillig zugeben würde. Und so, wie sie jetzt aussah, schien es sogar noch etwas schlimmer geworden zu sein.
„Nichts. Ich war bloß nochmal duschen, weil’s mir so kalt war“, erklärte sie ihm und rollte sich letztlich noch etwas stärker unter der Decke zusammen. Draco sah, dass sie trotz der warmen Decke und des prasselnden Feuers zitterte.
„Scheint so, als hättest du dich erkältet. Ich mach dir mal einen Tee.“ „Hm“, murmelte sie matt und schloss wieder die Augen, während Draco aufstand und ins Kitchenette verschwand, wo ihm das unberührte Frühstückstablett entgegen lachte. Sollte ihn das wundern ? Nein. Und nach den jüngsten Erkenntnissen war er auch nicht sonderlich überrascht, dass sie keinen Appetit hatte.
So machte er ihr jetzt nur einen schönen Tee mit Honig zurecht, bevor er mit diesem und noch einem kalten Umschlag zurückkam. Den Umschlag legte er ihr auf die pochende Stirn, den Tee stellte er wiederum erstmal beiseite. Stattdessen verwandelte er den Löffel in ein Fieberthermometer.
„Mund auf.“ „Ich hab kein Fieber. Ich bin bloß müde“, versuchte sie ihn schwach abzuwiegeln. Draco ließ aber nicht mit sich reden und nahm auf dem Rand der Couch Platz. „Das zu entscheiden überlass mal dem Ding hier. Also, Mund auf“, forderte er, worauf sie seufzte und sich seinem Willen ergab. Keine Minute später hatte Draco das Ergebnis, was ihm nicht sonderlich gefiel.
„Und was sagt der Teelöffel ?“, fragte sie matt mit ihrem Kratzstimmchen und verfiel so kurz in einen trockenen Husten. „39,3°â€œ, gab Draco ihr mit einem letzten Blick auf das kleine Glasröhrchen mit der Galinstan-Füllung ernst zurück. Die Hexe stöhnte indes leicht auf „Großartig“, bevor sie wieder stärker in den Polstern versank.
„Das erklärt einiges“, murmelte Draco wiederum für sich und sah zurück auf seine kranke Hexe, die sich ihre Decke noch etwas fester um den Körper schlang.
„Madam Pomfrey hat sicher ein paar Tränke gegen Erkältung auf Lager“, meinte er aufmunternd und strich ihr etwas durch die noch immer zerzausten Haare. „Ich geh schnell runter, zwei, drei holen. Bleib schön liegen, okay ? Ich beeil mich, versprochen“, erklärte er, worauf sie einfach nur nickte. Viel mehr Optionen hatte sie ja nicht, als sich für den Moment in die dicke Decke zu kuscheln, die ihr trotz allem nicht wirklich Wärme spenden wollte. Dabei musste sie dann auch wieder recht schnell weggenickt sein, denn als sie das nächste Mal blinzelte, war Draco zurück.
„Hey. Etwas besser ?“, erkundigte er sich. „‘s geht schon“, murmelte sie dünn, musste dann aber wieder etwas husten, da ihr Hals noch mehr kratzte. Draco besah es sich ein wenig grimmig. Dafür würde er Smith bluten lassen, soviel war mal klar. Für den Moment aber, schob er seine Rachegedanken beiseite und reichte der Hexe eine kleine Phiole.
„Heute Abend vor dem Schlafen und morgen zum Frühstück sollst du nochmal einen nehmen“, erklärte er, bevor er nochmal im Kitchenette verschwand, eine Wasserkaraffe samt Glas holen, während Hermione artig den recht bitteren Trank schluckte. Kaum dass der weg war, reichte Draco ihr auch schon ein Glas Wasser nach, was sie dankend annahm.
„Versuch noch ein bisschen zu schlafen. Madam Pomfrey meinte, das ist trotz allem die beste Medizin“, gab er ihr ruhig zurück und nahm wieder auf dem Rand der Couch Platz, von wo Hermione ihn müde betrachtete.
„Du solltest dann auch besser zurück in den Unterricht gehen“, murmelte sie matt, mit einer Spur von Wehmut. Draco sah sie auf die Aussage jedoch gekränkt an. „Willst du mich loswerden ?“ „Nein, natürlich nicht !“, widersprach sie ihm hastig, da nur zu deutlich die Schwermut in dieser kleinen Frage mitschwang. Dabei verfiel sie erneut in einen kratzigen Husten, der sie etwas stärker beutelte, sodass Draco nicht anders konnte, als sie zu sich zu nehmen und sicher, wie auch warm zu halten, bis sie sich halbwegs beruhigt hatte. Als das der Fall war, lehnte Hermione noch ein wenig erschöpfter mit dem Kopf an seiner Brust, die so schön kuschlig warm war, dass sie sich, entgegen der Vernunft, wieder mehr an ihn kuschelte.
„Ich will nicht, dass du Ärger bekommst, wenn du . . . wenn du noch mehr vom Unterricht schwänzt“, begann sie dünn. Draco aber konnte wieder etwas lächeln. „Werd ich nicht. Keine Angst. Ich hab deswegen ja auch nochmal mit McGonagall gesprochen. Dass ich ein bisschen ein Auge auf dich habe, solange du krank bist. Ich werd dich hier doch nicht alleine lassen.“ „Ich will dich auch nicht anstecken. . .“, argumentierte sie schwach, was zwar die Wahrheit war, nur wollte sie sich deswegen trotzdem nicht von ihm lösen, was er auch merkte und sie beruhigte.
„So leicht haut mich nichts um. Das solltest du wissen. Also mach dir meinetwegen keine Gedanken. Wenn doch was ist, kann ich ja auch noch einen Trank nehmen. Du solltest dich jetzt auf alle Fälle aber weiter ausruhen“, gebot er ihr, worauf sie ihn etwas erschöpft ansah.
„Du bleibst ?“ „Ja. Solange du willst“, lächelte er und strich ihr eine wirre Haarsträhne aus den Augen. Hermione konnte auf seine Worte nicht anders, als zu nicken, während sich in ihrem Kopf erneut die kleine Bitte auftat, die sie vor ein paar Stunden noch rechtzeitig wieder hatte von ihrer Zunge nehmen können. Jetzt aber flutschte sie ihr raus.
„Kannst du dich dann mit zu mir legen ?“, fistelte sie dünn und erschrak beim Klang ihrer Bitte, mit der sie wieder total verunsichert zu ihm aufblickte. Ihre Schlange aber lächelte. Lächelte dieses liebevolle Lächeln, was sie schon ein paar Mal von ihm geschenkt bekommen hatte. Ihr Blut donnerte daraufhin noch heißer durch ihre Venen und ließ ihr Herz zeitgleich noch etwas stärker pumpen, sodass es in ihrem Innern ein leicht flaues Gefühl erzeugte. Nicht das Unangenehme, was man zur Übelkeit zählte, sondern mehr so, als befände sich ihr Körper in einem leichten Schwebezustand.
„Leg dich hin“, gab Draco ihr schließlich mit sanfter Stimme zu verstehen, dem sie widerstandslos, schon fast wie hypnotisiert, Folge leistete. Kurz darauf ließ sich der Blonde dann auch neben ihr nieder und öffnete einladend die Arme, dem sie nicht widerstehen konnte. Sie rückte sofort ganz zu ihm auf und schmiegte sich erneut an seine warme Gestalt, die das Kältegefühl um so vieles besser vertrieb, als die dicke Decke.

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