Was im Verborgenen liegt - Ratlos
von Alex2303
*vorsichtigumdieckeguck*
Hey. In der dritten Woche hat es endlich mal wieder geklappt. Sorry dafür, aber das Real Life will auch was von mir.
Vielen Dank an dramaqueen1997 und Mirja-Hailey fürs Kommi schreiben.
Das letzte Chap scheint ja nicht so gut angekommen zu sein, hab ich den Eindruck. Oder? :/
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
*Nachteule* Alex
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Es war bereits früher Abend, als Draco mit höllischen Kopf- und Gliederschmerzen wieder zu sich kam. Am Schlimmsten war der Schmerz in seinem rechten Arm, der scheinbar in Flammen stand und ihm ein leises, schmerzliches Stöhnen entlockte. Auf den Laut waren Blaise und Charlie sofort auf den Beinen und bei ihrem Freund, um nach ihm zu sehen.
„Draco? Hörst du uns? Wie fühlst du dich?“ „Beschissen. Merlin, was’ passiert?“, murmelte er und fasste sich mit der linken Hand schwerfällig an den wummernden Schädel. Dabei schob er sich unbewusst die kalte Kompresse von der Stirn, die ihm Charlie gleich wieder auflegte, bevor die Beiden versuchten ihm zu erklären, was passiert war.
„Ihr habt euch ‘ne ziemlich üble Vergiftung zugezogen.“ „Was?“, verstand Draco nicht, dessen Hirn sich wie Mus anfühlte, und sofort aufs Neue zu hämmern begann, als er versuchte seine Gedanken und Erinnerungen zu ordnen. Er stöhnte kurz auf und sank noch etwas mehr in sein Kissen.
„Scheiße“, fluchte er keuchend und kniff die Augen zusammen. „Ruhig“, mahnte Charlie. „Das sind noch die Nachwirkungen.“ „Was’n das für Teufelszeug?“, murmelte er dünn und blinzelte schließlich wieder, wobei ihm zunehmend das kalte, weiße Licht in den Augen stach.
„Scheiße, man. Mach das Licht aus“, murmelte er wirsch, noch bevor Charlie ihm auf seine Frage antworten konnte. Blaise dimmte die Lampen dann auch gleich runter und veränderte zudem die Farbe etwas, sodass der Raum in einem etwas schummrigen, dafür aber wärmeren Gelblicht ausgestrahlt wurde.
„Besser?“ „Hm.“ „Pumilio.“ „Was für’n Zeug?“ „Pumilio. Eine Mischung aus den Giften von drei Blattsteigern. Wirkt stark ätzend auf allen organischen Stoffen und in wenigen Sekunden tödlich, wenn man es schluckt.“ „Ich leb aber noch.“ „Merlin sei Dank. Ihr habt echt riesiges Glück gehabt, dass Neville die Getränke umgekippt hat.“ „Getränke?“, fragte Draco nach wie vor verwirrt. Er hatte immense Schwierigkeiten, sich an irgendetwas zu erinnern, sodass Blaise richtig ausholte.
„Das Butterbier in den Drei Besen. Wir waren Mittagessen. Neville hatte sich dank Ginny bekleckert. Als er zurückgekommen ist, ist er gestolpert und hat dadurch den Großteil der Getränke umgekippt. Zum Glück auch eure, bevor ihr daraus trinken konntet.“ „Unsre?“, stutzte Draco, da Blaise in der Mehrzahl gesprochen hatte. Sein Freund nickte und machte einen Schritt zur Seite, sodass der Blonde das zweite Bett sah, in dem Hermione lag. Und das noch immer bewusstlos.
Als er sie so blass dort liegen sah, versuchte er sich gleich etwas mehr aufzurappeln, stützte sich dabei allerdings auf dem verletzten Arm ab, durch den sofort ein flammender Schmerz schoss. Genauso durch seine Brust, an die er sich mit einem schwerfälligen Keuchen mit der heilen Hand fasste, während Charlie zischend fluchte.
„Merlin, bleib liegen!“ „Was is. . .“ „Es geht ihr soweit gut“, beruhigte Charlie ihn sofort. „Sie hat, wie du, aber fiese Verätzungen durch das Gift davongetragen. Als ihr euch mit dem Zeug vollgesaut habt, hat sich das Gift durch eure Klamotten direkt in die Haut gefressen und ist so zum Teil in euren Blutkreislauf gelangt. Die Heiler konnten dem mit ein paar Bezoaren aber gleich entgegenwirken. Marcus ist kurz nach uns dann auch im Mungos aufgetaucht und hat den Heilern gesagt, was das wohl für ein Gift ist, sodass sie euch gleich richtig behandeln konnten. Die Giftstoffe wirken aber trotzdem noch sehr stark nach und belasten den Kreislauf, also bleib liegen“, mahnte Charlie, dem Draco ausnahmsweise gehorchte, denn er hatte das Gefühl, jeden Moment wieder ohnmächtig zu werden.
Es kostete ihn fast seine ganze Kraft, letztlich gelang es ihm aber, das Schwindelgefühl und die dunklen Schatten niederzuringen. Als sich das Zimmer um ihn nicht mehr drehte und er auch keine schwarzen Punkte mehr umherhuschen sah, glitt sein Blick zurück zu Hermione, die unter anderem beide Hände dick verbunden hatte. Lediglich die Fingerspitzen waren etwas zu sehen.
„Was’ mit ihren Händen?“ „Hm? Sie hat sich das Zeug auch an die Hände geschmiert. Paps hat ihr da aber eine dicke Schicht Murtlap aufgetragen. Auf eure übrigen Wunden auch. Er meinte, dass heilt wieder vollständig aus, wenn ihr das konsequent mit einer speziellen Wundtinktur nachbehandelt.“ „Das’ gut“, murmelte Draco matt und schloss kurz die Augen, was sich seine Freunde unsicher besahen.
„Draco?“ „Hm?“ „Alles okay?“ „Bestens“, murrte er mit einer schwachen Spur von Sarkasmus. Charlie konnte daraufhin nur mit dem Kopf schüttelten, bevor er meinte: „Ruh dich aus. Versuch zu schlafen, dann können die Heiltränke besser wirken. Wir reden mo-“, brach Charlie ab, als leise die Tür geöffnet wurde. Nur einen Moment später steckte Tonks etwas unsicher ihren Kopf durch den Spalt. Als sie die Freunde sah, noch dazu, dass Draco wach war, trat sie leise ein und begab sich ganz zu ihnen.
„Wie geht’s dir?“, erkundigte sie sich besorgt. Draco schnaubte. „Blendend!“ „Siehst auch aus wie das blühende Leben“, grinste Tonks schwach, wurde aber gleich wieder ernst und sah zu Charlie. „Wie sieht’s aus? Was haben die Heiler gesagt?“ „Es ist soweit alles in Ordnung. Sie werden wieder ganz gesund.“ „Oh, Merlin sei Dank“, stieß Tonks erleichtert aus und sah zurück auf ihre beiden Sorgenkinder. Hermione schlief, die sie auch nicht unnötig wecken wollte, zumal sie sich von Draco eher ein paar Hinweise auf die rosa Kröte erhoffte.
„Draco, hör zu. Wir haben die Vermutung, dass Umbridge etwas mit dieser Sache zu tun haben könnte.“ „Wie kommt ihr denn auf die Schrulle?“, hakte Blaise nach, während Draco etwas schwerfällig die Augenbrauen kraus zog. Tonks erklärte den Dreien dann rasch die Geschichte mit Smith, genauso, was nach ihrem Verschwinden noch in den Drei Besen vorgefallen war.
„Madam Rosmerta ist tot?“, stieß Blaise etwas geschockt aus. Tonks nickte. „Ja. Harry hat dann noch die Vermutung geäußert, dass man sie vielleicht manipuliert hat. Vermutlich mit dem Imperius, denn mal ehrlich. . . Was hätte sie für einen Grund, dir und Hermione zu schaden? Ich kann mir darauf keinen Reim machen. Bei Umbridge sieht die Sache schon wieder etwas anders aus. Immerhin wollte sie dich mit allen Mitteln in Askaban halten. Genauso hat sie sich nachweislich mit Smith getroffen und ihm vermutlich auch magisch den Floh ins Ohr gesetzt, dass er dich beim Quidditch vom Besen holen soll. Er hat uns im Nachhinein auch noch gestanden, dass sie ihn zu der Falschaussage, damals zu deiner Verhandlung, bequatscht hat“, sah sie zu Draco, dem gewaltig der Kopf schwirrte, aufgrund all dieser Infos.
„Wieso?“, verstand er nicht. Tonks zuckte mit den Schultern. „Ich hatte gehofft, dass dir dazu vielleicht etwas einfällt? Hast du eine Idee, warum die Alte es auf dich und Hermione abgesehen haben könnte?“ „Was? Nein. Merlin, woher denn? Ich hab keine Ahnung, was in ihrem kranken, rosa Hirn vor sich geht“, murmelte er wirsch und presste sich die linke Hand an den immer stärker hämmernden Schädel.
„Dann denk nach! Dass dieser Mordversuch auf euch schief gegangen ist, war pures Glück. Genauso, dass wir dich vor ein paar Wochen noch rechtzeitig gefunden haben und. . .“ Auf den Kommentar krachte etwas im Hintergrund und ließ Blaise, Charlie und Tonks zusammenzucken. Als sie sich dem Geräusch zuwandten, lachte ihnen ein Trümmerberg entgegen, der mal einer der Schränke gewesen war. Die Frage was mit diesem passiert war, stellte sich gar nicht erst. Blaise und Charlie begnügten sich stattdessen damit, Tonks ein wenig sauer anzufunkeln, bevor sich Charlie auf Draco konzentrierte. Der keuchte inzwischen immer stärker und presste beide Hände an seinen Kopf, der ihm zu platzen drohte.
„Draco? Komm, ganz ruhig“, mahnte Charlie bevor er zu Blaise sah. „Hol Paps“, wies er ihn an. Kurz darauf war der Dunkelhaarige verschwunden. Stattdessen trat Tonks etwas näher an das Bett und sah ein wenig unsicher auf Draco, bevor ihr Blick zu Charlie glitt. Als er es bemerkte, funkelte er sie wütend an.
„Musste das jetzt sein?“, zischte er. „Tut mir leid, aber wir müssen dieser Sache so schnell wie möglich auf den Grund gehen und das vor allem klären, bevor es zu einem weiteren Attentat und noch mehr Toten kommt. Wenn Draco irgendeine Idee oder Vermutung hat, dann muss ich das wissen.“ „Aber nicht jetzt! Merlin, sie wären durch das Gift fast draufgegangen. Irgendwelcher Stress ist da das Letzte, was sie gerade gebrauchen können!“ „Charlie hat Recht“, mischte sich Daniel dazwischen, den Blaise bereits auf dem Gang angetroffen hatte.
„Ihre Vitalwerte sind im Augenblick alles andere als gut. Was auch immer du von ihnen willst, muss warten.“ „Das kann nicht warten. Diese ganze Geschichte artet immer mehr aus. Inzwischen haben wir bereits die erste Tote.“ „Verstehe. Mir ist klar, dass du deinen Job machen und wegen des Vorfalls Fragen stellen musst. Aber nicht jetzt und hier!“, wurde Daniel ein wenig böse, während Tonks ihm etwas entgegensetzen wollte.
„Aber wir. . .“ „Kein Aber! Du machst deinen Job, ich meinen. Und als behandelnder Heiler verbiete ich eine jetzige Befragung. Merlin, du siehst doch, dass er absolut nicht auf der Höhe ist!“, stieß Daniel sie nochmal mit der Nase auf das Offensichtliche und deutete auf Draco, dem inzwischen der kalte Schweiß auf dem kalkweißen Gesicht glänzte.
„Die Beiden brauchen Ruhe! Auch wenn wir die Vergiftung so schnell behandeln konnten, sind sie trotzdem enorm geschwächt. Das sollte dir eigentlich klar sein“, funkelte Daniel sie auch weiter etwas böse an, was seine Wirkung nicht verfehlte, denn Tonks wurde sichtlich etwas kleiner, während ihre Haare einen wilden Farbwechsel durchmachten.
„Ihr Kreislauf ist durch das Gift trotz allem stark angegriffen! Wenn du so dringend mit ihnen reden musst, komm morgen nachmitttag, oder besser Abend wieder, dann sehen wir weiter. Bis dahin sollte sich ihr Kreislauf weitestgehend stabilisiert haben.“ „Du behältst sie hier?“ „Natürlich!“, brauste Daniel ein wenig auf.
„Ich werde sie in dem Zustand ganz sicher keinem unnötigen Stress und Anstrengungen durch das Apparieren aussetzen! Davon abgesehen, hab ich sie die Nacht lieber etwas im Auge, falls es doch noch Komplikationen gibt“, führte er an, um Tonks nochmal stärker zu verdeutlichen, dass das hier nach wie vor ernst war.
„Du solltest jetzt besser gehen. Und ihr beide auch“, sah er im Anschluss zu Blaise und Charlie, die davon nicht ganz so angetan waren. Aber da Daniel, wie er eben gesagt hatte, ein Auge auf ihre Freunde haben würde, traten sie zu Tonks, die nochmal kurz vornehmlich auf Draco sah, der kaum noch die Augen offen halten konnte.
„Okay“, meinte sie dann nur noch und verließ letztlich mit Blaise und Charlie den Raum, um mit den Beiden via Flohnetzwerk, in ihre privaten Räumlichkeiten im Schloss zurückzukehren. Daniel sah ihr nur noch kurz kopfschüttelnd nach, bevor er sich zu Draco beugte und ihm beruhigend die Hand an den Kopf legte.
„Versuch zu schlafen. Die Ruhe wird dir gut tun. Morgen sieht das alles schon wieder besser aus“, versprach Daniel mit einem kleinen Lächeln, zu dem Draco noch kurz erschöpf sah, bevor er dem Rat des Heilers nachkam und die Augen schloss. Es dauerte keine fünf Minuten, bis er wieder eingeschlafen war.
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Als Blaise und Charlie bei Tonks raus waren, verschwanden sie jedoch nicht runter in die Kerker, sondern hoch in den siebten Stock zu den Löwen, da sie sich sicher waren, dass Ginny und der Rest auf Kohlen saßen. Und so war es am Ende auch. Zwar wunderten sich ein paar der Löwen, dass die Beiden das Passwort zu ihrem Turm kannten, doch sagte keiner etwas dazu. Zumal Harry, Ginny und Neville sofort zu ihnen traten, als sie die Zwei sahen.
„Wie geht’s ihnen?“, begann Ginny ohne Umschweife. Blaise’ Blick glitt allerdings kurz durch den Gemeinschaftsraum der Löwen, bevor er leise meinte: „Vielleicht besprechen wir das lieber in deinem Zimmer. Tonks hat uns vorhin nämlich noch was gesagt, was nicht für die breite Masse bestimmt ist“, fügte er knapp an, worauf Ginny schluckte, nickte, und mit den vier Jungs in ihrem Zimmer verschwand, was stellenweise rege interessiert beobachtet wurde.
Unter anderem war es auch Ron, der dem Grüppchen mit unheilvollem Blick folgte. Lavender neben ihm rümpfte einfach nur die Nase, bevor sie versuchte, die Aufmerksamkeit des Rotschopfes etwas stärker auf sich zu ziehen. Ron hörte ihrem Geplapper allerdings nicht zu, da er gänzlich in seinen eigenen Gedanken versunken war.
Er fragte sich, was das jetzt schon wieder sollte? Genauso, was am Nachmittag in Hogsmeade vorgefallen war? Er hatte den Schlangenhaufen gegen Mittag mit seinen Freunden in den Drei Besen gesehen, wo sie ziemlich laut ihren Spaß hatten. Was und wie, hatte er leider nicht weiter verfolgen können, da Lavender gemault hatte, dass es hier zu voll war und sie doch lieber zu Madam Puddifoots gehen sollten.
Es hatte ihn da schon gewurmt, dass er die Meute nicht hatte belauschen können. Mittlerweile sogar noch um einiges mehr, denn irgendetwas Schwerwiegendes musste in den Drei Besen vorgefallen sein. Andernfalls wären nicht plötzlich Auroren in Hogsmeade aufgetaucht. Was passiert war, hatte er allerdings nicht in Erfahrung bringen können. Nur so viel, dass seine Freunde irgendwie in die Sache involviert waren. Und bei der Geheimniskrämerei, die sie jetzt schon wieder machten, konnte es in der Tat keine Kleinigkeit sein.
Zwar könnte er Harry fragen was los war, allerdings hatten Seamus und Dean das bereits versucht. Harry hatte jedoch geschwiegen, wie auch Neville und Ginny. Und so schlecht, wie die Drei derzeit auf ihn zu sprechen waren, würden sie ihn nicht ins Vertrauen ziehen.
Das Einzige, was er aus den Gesprächsfetzen in Hogsmeade noch mitbekommen hatte, nachdem die Auroren die Drei Besen versiegelt hatten, war, dass Hermione und das Frettchen wohl hauptsächlich von dieser Sache betroffen waren. Nur was war das für eine Sache? Hatte das Frettchen mittlerweile begonnen, seine Pläne auszuführen? Hatte er irgendeinen Zauber auf Hermione angewandt?
„Du hättest ihn töten sollen, als du die Gelegenheit dazu hattest!“, raunte die dunkle Stimme in Rons Kopf vorwurfsvoll. „Ganz offensichtlich hat er inzwischen Phase zwei seines Planes begonnen, nun, da er das uneingeschränkte Vertrauen der Anderen genießt und niemand mehr seine Handlungsweise hinterfragt“, rieb ihm die Stimme auch weiter unter die Nase, was ihn mit den Zähnen mahlen ließ.
Inzwischen gingen ihm auch die Ideen aus, was er noch gegen das Frettchen machen könnte, da sich Harry nicht einmal mehr Gedanken über Malfoys fragwürdige Aktivitäten in der Verbotenen Abteilung machte. Früher wäre er dem mit Feuereifer nachgegangen, aber jetzt? Jetzt verteidigte und rechtfertigte er alles, was das Frettchen tat! Jetzt waren sie Freunde.
Ron kam unweigerlich das Kotzen bei dem Gedanken, bevor ihn eine blinde Wut ergriff. Darüber, dass das Frettchen Harry und den anderen den Freund mimte, während er im Hintergrund weiter an seinen widerlichen Plänen arbeitete.
„Du musst ihn beseitigen. Ein für allemal. Jedes weitere Zögern bringt dich und deine Freunde dem Untergang näher. Das heute scheint nur der Vorlauf gewesen zu sein. Ein Test, mit dem er offensichtlich bereits mehr als genug Schaden angerichtet hat. Es wird noch weiter ausarten“, raunte die Stimme. Kurz darauf hatte Ron ohne Vorwarnung erneut diese unheilvollen, dunklen Bilder eines aufs Neue zerstörten Hogwarts’ vor Augen.
Über ihm am dunklen Nachthimmel zeichnete sich bedrohlich das Dunkle Mal ab, während inmitten der Trümmer des Schlosses, das Dreiergespann der Schlangen, in ihren tiefschwarzen Roben, umher wandelte. Etwas hinter den Schlangen, konnte Ron im Flammenspiel des Feuers, neben den normalen Trümmern, noch etwas anderes ausmachen, was nicht wirklich nach Stein oder Holz aussah. Dafür war die Anordnung zu grotesk. Was es wirklich war, konnte er jedoch nicht erkennen. Dafür war er zu weit weg. Ganz anders die Schlangen, die sich diesem seltsamen Gebilde noch etwas mehr näherten.
Am Ende war es Zabini, der sich ein wenig nach vorn beugte und etwas aus dem seltsamen Trümmerberg fischte. Kurz darauf konnte Ron etwas deutlicher die schemenhaften Konturen dieses Dinges sehen, was viel zu sehr einem schlanken, menschlichen Körper ähnelte, als allem anderen. Dieser Eindruck wurde noch etwas deutlicher, als er sich dem dämonischen Trio noch ein Stück näherte.
Wen auch immer Zabini da gepackt hatte, es musste eine Frau, oder eher noch ein Mädchen sein, denn er hatte sie an den langen Haaren gegriffen und hielt ihren Kopf samt Körper mühelos hoch. Neben ihm stand Malfoy, der nur noch einen kurzen Blick mit ihm tauschte, bevor er sich auf die Gestalt in Zabinis Gewalt konzentrierte. Dass die weiße Schlange ein Messer in der Hand hatte, erkannte Ron jetzt erst.
Zu spät, um das Folgende zu verhindern, denn Malfoy trennte mit einem einzigen Schnitt den Kopf vom Rumpf, der in einem dumpfen Bum zu Boden fiel. Es war ein Laut, der Ron das Blut in den Adern gefrieren ließ, während die Schlangen abfällig grinsten, bevor Zabini den Kopf achtlos von sich, etwas in Rons Richtung, warf und sich die Drei das nächste Opfer vornahmen.
Rons Blick klebte jedoch wie gebannt auf dem abgetrennten Kopf, der kaum fünf Meter von ihm entfernt auf dem Boden lag. Von diesem konnte er, bis auf die Haare, zwar nichts weiter erkennen. Allerdings musste er das nicht und wollte es auch nicht, denn die langen, fuchsroten Haare sprachen ihre eigene Sprache. Eine, die ihm die Kehle zuschnürte. . .
„Widerlich“, moserte Lavender mit gerümpfter Nase und holte Ron damit aus der Dunkelheit seiner schlimmsten Albträume zurück ins Hier und Jetzt.
Er sah Lavender ein wenig getrieben und auch recht blass an, die ihren Blick allerdings auf etwas anderes gerichtet hatte. Nur einen Moment später wurde Ron bewusst, wem sie diesen angewiderten Blick zuwarf, denn er hörte sie reden.
Er riss den Kopf herum, um erleichtert festzustellen, dass Ginny so lebendig war, wie sie es sein sollte. Nur hielt diese Erleichterung keine fünf Sekunden vor, denn er sah sie, wie schon in den vergangenen Wochen, umringt von den beiden Schlangen. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, zog seine Schwester dieses Monster Zabini zu sich, indem sie sein Gesicht in die Hände nahm und ihn letztlich kurz küsste. Noch in der gleichen Sekunde flammte erneut dieses tödliche Bild der Enthauptung vor Rons geistigem Auge auf und sorgte dafür, dass er sich in einer blinden Wut verlor.
„DIE PFOTEN VON IHR!“, schrie Ron wie wahnsinnig, als er vorstürzte und den verdutzen Blaise von seiner Schwester wegriss, die perplex blinzelte. Nur eine Sekunde später schnappte sie entsetzt nach Luft, als Ron Blaise ohne Vorwarnung direkt ins Gesicht schlug.
„Du widerlicher Bastard!“, keifte Ron und warf sich auf den noch immer etwas verdatterten Slytherin, der vor dem kommenden Schlag geradeso noch die Armen hochreißen und sich so etwas schützen konnte.
„Das werd ich nicht zulassen! Ich. . .“ „BIST DU WAHNSINNIG?!“, schrie Ginny aufgebracht dazwischen und versuchte Ron von Blaise wegzuziehen. Bei dem folgenden Gerangel fing sie sich aber selbst einen kleinen Schlag ein, mit dem sie der Länge nach auf den Boden knallte.
Ron hatte es nicht einmal bemerkt. Stattdessen schlug er weiter wie wahnsinnig auf Blaise ein, der noch immer die Arme schützend vor dem Kopf hatte, dadurch aber nicht wirklich zu einer Regung kam. Kurz darauf waren Harry, Neville, Dean und Seamus jedoch zur Stelle und zerrten Ron etwas umständlich von dem Slytherin runter, zu dem Ginny gleich kroch und nach ihm sah.
„Lasst mich los! Verdammt, LASST MICH LOS!“, schrie Ron hasserfüllt und wand sich im Griff seiner früheren Freunde, die ihn zu viert im Augenblick nur schwer gebändigt bekamen. „ES REICHT!“, schrie Harry, der Ron schließlich am Kragen zu fassen bekam und ihn mit aller Gewalt gegen die Wand drückte.
„Hast du sie noch alle? Man, was soll der Scheiß jetzt wieder?!“, verlangte Harry zu wissen. Rons Blick lag aber auch weiter beinahe manisch auf Blaise, bei dem nun auch Charlie war, und sich um seine und Ginnys Blessuren kümmerte.
„RON!“, schrie Harry erneut, um die Aufmerksamkeit des Rotschopfes auf sich zu lenken, was nur mäßig funktionierte. Dafür starrte inzwischen jeder im Gemeinschaftsraum auf die ehemaligen Freunde, die sich in den vergangenen Wochen bereits begonnen hatten zu entzweien. Mittlerweile schien ein endgültiger Bruch bevorzustehen.
„HÖRST DU NICHT? Drehst du jetzt komplett am Rad? Erst Draco, jetzt Blaise! Merlin, was stimmt bei dir nicht? Wieso kannst du nicht endlich mit dem Scheiß aufhören?!“, schaukelte sich Harry selbst immer weiter hoch und funkelte den Rotschopf zornig an, der nach wie vor wutschnaubend auf das Schlangenpack sah. Ginny hockte daneben und strich diesem Monster doch tatsächlich zärtlich über die Wange, sodass er erneut versuchte, sich loszureißen.
„Hier geblieben!“, fauchte Harry und riss ihn zurück, sodass er nun doch zu dem Schwarzhaarigen sah. In Rons Augen loderte inzwischen noch mehr der Hass, der sich ein wenig mit einem wahnsinnigen Funkeln vermischte, als er Harry anschrie.
„Ich werd nicht zulassen, dass dieser Bastard meiner Schwester etwas antut! Ich. . .“ „Fängst du schon wieder mit dem Schwachsinn an?“ „Das ist kein Schwachsinn! Nur, weil ich mich nicht wie ihr von DENEN. . .“, deutete er anklagend auf die beiden Schlangen. „. . . hab einlullen lassen und. . . ARGH!“, schrie Ron, als ihm etwas Geflügeltes an den Kopf klatschte, und das Gesicht zu zerkratzen begann.
Harry musste sich auf den Anblick nicht umdrehen, um zu wissen, dass Ginny einen ihrer ekligsten Quälgeister auf Ron losgelassen hatte. Mal wieder. Diesmal würde er aber nicht die Güte besitzen, Ron von diesem zu befreien, der sich mit Händen und Füßen versuchte, gegen die Erscheinung zu wehren. Was Harry überraschte war, dass niemand Anstalten machte, Ron zu helfen. Von Lavender einmal abgesehen, die mit ihren Gegenzaubern alles andere, als erfolgreich war.
Die übrigen Anwesenden beobachteten es still. Niemand lachte oder sagte etwas. Anscheinend schien keiner zu wissen, wie sie sich verhalten sollten. Stattdessen fanden sich immer mehr Blicke bei Ginny ein, in deren Augen es vor Zorn nur so loderte, bevor sich eine gewisse Genugtuung in diese stahl, je mehr der Flederwicht Ron das Gesicht zerkratzte. Am Ende drehte sie sich zu Blaise, der dank Charlie wieder heil war und einen ähnlichen Blick aufgelegt hatte, wie Ginny.
„Habt ihr unten noch ein bisschen Platz für mich? Ich halt das hier mit DEM keine Sekunde länger aus“, knurrte Ginny und sah nochmal unheilvoll zu ihrem Bruder, dem Lavender gerade versehentlich ein paar Pusteln ins Gesicht gehext hatte, da der Flederwicht für sie zu flink war. Ginny nahm es mit einer noch größeren Zufriedenheit auf, die gleich mehr wurde, als Blaise sie zu sich in die Arme zog und ihr einen kleinen Kuss auf die Schläfe hauchte.
„Klar kannst du zu uns runter. Wir haben genug Platz. Wenn du willst, kannst du auch gleich richtig bei uns einziehen“, schmunzelte er, bevor er ihr noch leise zuflüsterte, sodass es nur Ginny hören konnte: „Dann hätte ich dich immer ganz nah bei mir.“ „Ich komm darauf zurück“, lächelte sie ihn wieder etwas an und verschwand schließlich mit den beiden Schlangen.
Damit schien auch die Wirkung ihres Zaubers ein wenig nachzulassen, denn einen Augenblick später hatte Lavender Glück und erwischte den Quälgeist. Ron sah jedoch dementsprechend aus, den sie auch gleich hätschelte und auf Ginny und ihr widerliches Verhalten schimpfte. Womit sie nicht gerechnet hatte war, dass Parvati sich dazwischen mischte.
„Sag mal, wo hast du eigentlich deine Augen? Der Einzige, der sich daneben benommen hat, war ja wohl Ron! Ehrlich gesagt staune ich, dass Ginny nur ihren Flederwicht auf ihn losgelassen hat.“ „Mir wäre ja noch was ganz anderes eingefallen“, setzte die sonst so ruhige Sally etwas gehässig nach, dem Parvati nickend beipflichtete.
Lavender klappte auf die Aussage der Kiefer runter, da sich ihre langjährige Freundin gegen sie aussprach. Dem folgte dann noch ein spitzer Spruch von Dean, der auf Rons Verhalten auch nur noch mit dem Kopf schütteln konnte.
„Echt mal, Ron. Langsam wird es idiotisch. Ich versteh ja, dass du Ginny beschützen willst. Nur benimmst du dich allmählich wie ein Psychopath.“ „Das nimmst du sofort zurück!“, fauchte Lavender, während Ron keifte: „Auf wessen Seite steht ihr eigentlich? Die haben. . .“ „Gar nichts haben sie!“, fuhr Dean Ron über den Mund und funkelte ihn warnend an.
„Sie sind ganz anders, als wir immer angenommen haben. Wenn du dir mal fünf Minuten die Mühe machen würdest, deine blöden Vorurteile beiseite zu schieben, würdest du das auch merken. Sie sind wie wir. Sie. . .“ „Das sind Schlangen!“, unterbrach Ron ihn und wurde gleich von Parvati belehrt.
„Nein. Sie sind Menschen, wie wir. Sie sind unsere Mitschüler und keine Monster, so wie du sie auch weiter hinstellen willst.“ „Genau!“, stimmte Dean ihr zu und erreichte damit, dass es in Ron noch mehr zu brodeln begann.
„Ihr Einfluss wächst. Ihre Macht auf die Anderen nimmt zu“, flüsterte die Stimme unheilvoll. „Ihr spinnt doch alle!“ schimpfte Lavender und schnappte sich letztlich Ron. „Komm Ronie. Ich bring dich zu Madam Pomfrey“, hätschelte sie ihn, da sie seine Wunden allein nicht behandelt bekam.
Als sie seine Hand nahm, riss er sich allerdings knurrend los und stapfte wütend vorn weg, dem sie kurz verletzt hinterher schaute, bevor sie ihm folgte. Dean beobachtete es kopfschüttelnd, bevor er zu Harry sah, der seinerseits einen unheilvollen Blick aufgelegt hatte.
„Was willst du jetzt machen? Ich mein. . . Ron scheint ja überhaupt nicht begreifen zu wollen.“ „McGonagall. Das mach ich“, raunte Harry und verschwand zusammen mit Neville zur Direktorin. Irgendwann war Schluss mit lustig.
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Unten in den Kerkern, trafen die drei auf Daphne und Astoria, die mehr oder weniger auf Blaise und Charlie gewartet hatten, denn auch sie hatten im Nachhinein den Tumult in Hogsmeade mitbekommen. Von ihren Freunden hatte zu dem Zeitpunkt aber schon jede Spur gefehlt und eine vernünftige Antwort auf das, was passiert war, hatte ihnen niemand geben können. Nur, dass etwas passiert war, was gerade Daphne Bauchschmerzen bereitete, aufgrund des Theaters mit Pansy.
Sie hatte sich deswegen dann schon gar nicht mehr in die Drei Besen getraut. Zum einen war es ihr peinlich und zum anderen, hatte sie schon ein wenig Angst vor den Reaktionen der anderen. Allen voran Charlies, da er ihr am Morgen ja nochmal gesagt hatte, was er von alldem hielt. Deswegen hatte sie noch eine ganze Weile in dem Geschäft ausgeharrt, wo letztlich Astoria gekommen war, da sie auch noch etwas brauchte.
Ihre Schwester hatte ihr dann wieder ein wenig Mut zugesprochen und am Ende mit dem Kleid geholfen. Seitdem warteten die beiden Mädchen auf die Rückkehr von Blaise und Charlie. Dass die Zwei Ginny dann noch in der Mitte hatten, die wie ein Rohrspatz schimpfte, ließ Daphne nochmal schlucken.
„. . . eine Mischung aus Furnunculus und Wabbelbeinfluch“, grummelte sie. Blaise neben ihr grinste. „Für sadistische Aktionen bin eigentlich ich zuständig. Du solltest mir etwas übrig lassen.“ „Da bleibt nicht mehr viel übrig, wenn ich mit dem fertig bin“, knurrte sie und stellte sich auch weiter alle möglichen Grausamkeiten vor, die sie an Ron ausüben würde. Dass sie die Aufmerksamkeit des ganzen Gemeinschaftsraumes genoss, bemerkte sie jetzt erst, denn neben den Schwestern, wurde sie auch von den beiden Treibern, Preston und Channing, verwirrt gemustert.
„Was’ denn bei euch los?“, erkundigte sich Channing. „Ginny schmiedet Mordpläne. Mehr nicht“, lachte Blaise, der es einfach nur lustig fand, wie sehr sein kleiner, roter Teufel brodelte. Ganz besonders hatte es ihm das Funkeln in ihren Augen angetan. Da würde er später noch schön seinen Spaß haben, wenn sie noch etwas länger so drauf war.
„Muss man sich Sorgen machen?“, erkundigte sich Astoria vorsichtig, während Daphne etwas auf ihrer Unterlippe herumkaute. „Nur wenn du Ronald Weasley heißt“, beruhigte Charlie sie und sah kurz zu Daphne, die sichtlich ausatmete, da die jüngste Weasley nicht ihretwegen so geladen war. Als sie Charlies Blick dann aber begegnete, der nachdenklich auf ihr lag, schluckte sie doch wieder etwas.
„Dann. . . Könnt ihr uns sagen, was heute Mittag los war? Wo wart ihr auf einmal? Und was war das für ein Trubel um die Drei Besen?“, hakte Astoria nach. Nur den Bruchteil einer Sekunde später, verschwand der ausgelassene Eindruck aus Blaise’ Zügen. Aber auch Charlie und Ginny schauten düster drein, was den Schwestern nicht so ganz behagte.
„Was habt ihr denn?“ „Lasst uns zu mir gehen“, wies Charlie sie lediglich an, um die Beiden über das Geschehene aufzuklären. Als sie die ganze Geschichte wiedergegeben hatten, herrschte ein unheilvolles, gedrücktes Schweigen unter ihnen, als sie alle etwas ihren Gedanken nachhingen. Daphne noch ein wenig mehr, als die Anderen, denn ihr kam noch jemand in den Sinn, der an dem Nachmittag wütend genug auf Hermione und vor allem Draco war, um etwas seeehr Dummes zu tun. Nur würde sie wirklich so weit gehen? Früher hätte Daphne diese Frage entschieden mit Nein beantwortet. Zumindest was Draco anging. So sehr, wie Pansy sie am Ende aber auch noch verbal angegriffen und sogar gedroht hatte, da war sich Daphne dieser Dinge absolut nicht mehr sicher.
„Und ihr denkt wirklich, dass diese Frau etwas damit zu tun hat?“ „Tonks vermutet es, aber es gibt keine Beweise. Und Madam Rosmerta kann niemand mehr fragen“, erklärte Charlie ein wenig verbissen. „Aber warum? Was hätte sie denn davon?“, warf Astoria die Frage in den Raum, über die der Rest der Freunde sich bereits gehörig den Kopf zerbrochen hatte.
„Das ist und bleibt die Frage. Tonks wollte morgen nochmal mit Draco und Hermione reden. Vielleicht fällt ihnen ja etwas dazu ein.“ „Und wenn . . . wenn es jemand anderes war?“, begann Daphne vorsichtig und zuppelte etwas am Saum ihres Pullovers. „Wer?“, fragte Blaise, den sie entschuldigend ansah.
„Ich weiß nicht, es ist nur . . . uhm. . . Ihr wisst doch, dass ich mich heute mit . . . mit Pansy getroffen habe und. . .“ „Hast du dem Miststück das Maul gestopft?“, fuhr Ginny ihr etwas fuchtig dazwischen. Daphne schwieg jedoch betreten und senkte schuldig das Haupt, sodass sich Charlie einmischte.
„Jetzt lass sie doch erstmal ausreden.“ „Hmpf“, murrte Ginny und verschränkte bockig die Arme vor der Brust, was Blaise dazu animierte, sie zu sich auf den Schoß zu ziehen, wo sie sich gleich etwas bei ihm anschmiegte.
„Nachdem du und Hermione weg wart, hab ich noch versucht mit ihr zu reden. Halt, dass sie mit alldem aufhören soll. Ich dachte, ich kann sie vielleicht noch irgendwie zur Vernunft bringen. Aber sie ist schon halb ausgerastet, auf den Gedanken, dass Draco Hermione . . . na ja, dass er sie liebt. Sie hat mich dann auch angekeift und beschimpft, dass ich eine Heuchlerin und Verräterin bin, als ich ihr versucht habe, alles was ist, nochmal vor Augen zu halten“, wurde Daphne immer leiser, da es ihr doch etwas mehr wehtat, als sie gedacht hatte. Sie merkte, wie es in ihren Augen zu jucken begann. Allerdings schaffte sie es, ihre Tränen zurückzuhalten. So wie Pansy sie beschimpft hatte, war sie es nicht wert, dass sie ihr und dieser Freundschaft auch nur eine Träne nachweinte. Den Schmerz in ihrem Innern, konnte sie jedoch nicht so einfach ersticken.
„Sie war furchtbar wütend auf Draco und Hermione und. . . Bevor sie abgerauscht ist, hat sie mir noch an den Kopf geworfen, dass wir diesen schändlichen Verrat bereuen würden.“ „Und du denkst jetzt, dass das Parkinson gewesen sein könnte?“, mutmaßte Blaise. Daphne zuckte allerdings mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob sie wirklich so weit gehen würde. Aber so wütend, wie sie war, da. . . Ihr wisst, dass sie manchmal unberechenbar sein kann. Vor allem, wenn es irgendwie um Draco geht“, erinnerte sie Blaise und Charlie, die düster nickten. „Tja, da hätten wir noch jemanden, der infrage käme“, resümierte Blaise unheilvoll.
„Was triffst du dich auch mit der!“, schimpfte Ginny wieder, sodass Daphne erneut schuldbewusst ein wenig kleiner wurde. „Es tut mir leid. Ich dachte nur. . .“ „Jetzt mecker nicht!“, mischte sich Charlie dazwischen, und zog seine Freundin tröstend näher zu sich, die unsicher zu ihm aufblickte. Charlie lächelte allerdings versöhnlich, sodass sie den Kopf dankbar auf seine Schulter sinken ließ.
„Ich hätte auf dich hören sollen“, murmelte sie leise. „Ist schon gut. Es wäre natürlich auch schön gewesen, wenn ich mich geirrt hätte, aber. . .“, ließ er den Satz offen und malte Daphne beruhigend mit dem Daumen kleine Kreise auf den Rücken. Sie konnte in dem Moment nicht sagen, wie dankbar sie ihm dafür war, dass er ihr keine Vorhaltungen machte oder sonst wie in der Wunde bohrte, sondern ihr im Gegenteil mit Verständnis begegnete.
„Ich denke, wir sollten Tonks morgen noch davon erzählen. Ich kann’s mir zwar nicht vorstellen, dass. . .“ „Was? Dass die dumme Kuh Hermione und Draco schaden will?“, zischelte Ginny Charlie dazwischen, der mit den Augen rollte und sie süffisant ansah.
„Nein. Was ich sagen wollte war, dass sie zu dumm ist, um auf die Schnelle so etwas Heimtückisches zu planen. Sie konnte ja kaum wissen, dass wir alle in den Drei Besen Mittagessen wollen“, erklärte Charlie. Daphne kaute auf die Aussage aber nur wieder mehr auf ihrer Unterlippe herum. Schuldig.
„Es könnte sein, dass ich ihr das in meinem letzten Brief geschrieben habe“, gestand sie nuschelnd, sodass Ginny noch mehr schnaubte. „Wirklich ganz toll gemacht, Daphne!“, ätzte sie, wo sich nun aber auch Blaise dazwischen klinkte.
„Es hat doch keiner ahnen können, dass so etwas passiert.“ „Klar doch! Die hat überhaupt keine Skrupel! Oder was war das mit Harry?“, erinnerte sie ihn. Blaise atmete allerdings nur kurz tief durch, bevor er nickte, dann aber meinte: „Sicher hast du Recht. Aber es bringt doch jetzt nichts mehr, wenn wir uns gegenseitig an die Gurgel gehen. Draco und Hermione geht es soweit gut, und wegen Parkinson reden wir morgen mit Tonks. Wenn sie was damit zu tun hat, werden die Auroren ihr das auch nachweisen. Also reg dich nicht weiter auf. Das macht Falten“, griente Blaise gehässig, um sie gänzlich von dieser Thematik abzulenken. Ginny schlug ihm allerdings heftig gegen die Brust.
„Wenn du zu viel Energie hast, die lässt sich anders besser nutzen“, grinste er dreckig und wackelte provokant mit den Augenbrauen. „Aber bitte nicht in meinem Zimmer!“, moserte Charlie, was ein deutlicher Rauswurf war, den Blaise als willkommene Einladung betrachtete und sich Ginny gewitzt über die Schulter warf, die ihn genauso anfauchte, wie Hermione im Sommer.
„BLAISE!“ Er gluckste aber nur und verschwand mit der Rothaarigen aus Charlies Zimmer, dem Astoria dann auch folgte. Als Daphne gehen wollte, hielt Charlie sie jedoch an der Hand fest und zog sie wieder zu sich.
„Ich würde es begrüßen, wenn du heute hier bleibst“, gab er ihr ruhig zu verstehen. Daphne sah ihn allerdings ein wenig gequält, sowie schuldig an. „Charlie, ich. . .“ „Sch“, hauchte er nur und zog sie richtig zu sich, indem er ihr Gesicht in die Hände nahm und sie mit einem sanften Kuss zum Schweigen brachte, der letztlich doch noch dafür sorgte, dass ihr die Tränen aus den Augen kullerten.
„Es tut mir leid“, schniefte sie und vergrub das Gesicht an seiner Schulter. „Ist schon gut“, beruhigte er sie und rieb ihr erneut tröstend über den Rücken, bis Daphne ihn wieder ansah und schließlich ihrerseits küsste. Dankbar und innig, was sich nach und nach in ein gesteigertes Verlangen verwandelte, in dem sich beide verloren.
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Vollkommen desorientiert und mit einen fürchterlichen Spannen und Ziehen im ganzen Körper, allen voran im Kopf, kam Pansy in ihrem Zimmer wieder zu sich. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, war durch die grauen Wolken aber nur schwer auszumachen, wofür sie allerdings dankbar war. Das wenige Licht genügte bereits, um ihre Kopfschmerzen noch weiter zu verstärken. Merlin, was war denn mit ihr los?
„Wieder wach?“, gewahrte sie nur einen Moment später eine ruhige Stimme neben sich, die sich als Lucius entpuppte, der mit einem Buch in der Hand in einem der beiden Sessel saß. Dieses legte er auf ihren Blick beiseite und nahm stattdessen auf dem Rand des Bettes Platz.
„Du solltest in Zukunft etwas weniger Wein zu dir nehmen, Liebes“, begann er zusammenhanglos, worauf sie fragend die Augenbrauen kraus zog, was im Nachhinein keine so gute Idee war, denn dadurch hämmerte es noch mehr in ihrem Kopf, an den sie sich stöhnend fasste. Jetzt sollte ihr noch jemand sagen, sie hatte einen Kater?
„Was ist denn passiert?“, murmelte sie fertig und sah ihn unsicher an. Auf ihre Frage zuckten Lucius’ Mundwinkel kurz missbilligend, bevor er bedauernd meinte: „Das Gespräch mit deiner Freundin ist anscheinend nicht so gut verlaufen, wie ich deinen etwas zusammenhanglosen Erklärungen entnehmen konnte.“ „Erklärungen?“, horchte Pansy ein wenig panisch auf, als sie an das Treffen mit Daphne dachte. Lucius nickte.
„Du scheinst mit ihr wohl über Draco und das Schlammblut in Streit geraten zu sein“, erläuterte er ein wenig ungehalten, worauf sie schluckte. Merlin, das hatte sie ihm doch gar nicht erzählen wollen! „Als ich gestern Abend eingetroffen bin, musste ich feststellen, dass du es mit dem Wein schon sehr gut gemeint hast. Ich vermute, dass du deine Enttäuschung und den Schmerz mit diesem ertränken wolltest“, erklärte er weiter. Pansys Gesicht blieb allerdings verwirrt. Sie wusste noch, dass sie den teuren Whiskey gekauft hatte, um ihn etwas in bessere Stimmung zu versetzen, und dann nach Hause appariert war. Auch, dass sie sich eine Flasche Wein aufgemacht hatte. Der Rest aber. . .
„Wir hatten doch schon vermutet, dass Draco dem Schlammblut verfallen ist. Warum auch immer“, meinte Lucius weiter, was ihr eine feurige Röte in die eben noch so blassen Wangen trieb. Wut und Scham, mit dem sie den Blick senkte und die Lippen verbissen zu einem dünnen Strich zusammenpresste.
„Du hättest deswegen nicht die Beherrschung verlieren dürfen!“, tadelte er sie ein wenig wie ein kleines, dummes Kind, sodass sie noch roter wurde. „Ich weiß“, nuschelte sie schuldbewusst, in der irrigen Annahme, sie hätte ihm alles, was passiert war, in ihrem angeblichen Suff erklärt. Das war es zumindest, was Lucius ihr im Nachhinein in ihren Geist eingepflanzt hatte, nachdem er die eigentlichen Erinnerungen an seinen Ausraster gelöscht hatte.
Als er sich im Laufe des Abends über ihre Dummheit wieder beruhigt hatte, hatte er sie notgedrungen in ihr Zimmer ins Bett levitiert und ihre sichtbaren Blessuren geheilt, bevor er sich an ihren Erinnerungen zu schaffen gemacht hatte, immerhin brauchte er sie noch.
„Aber als ich das dreckige Wiesel so reden gehört habe, da. . .“ „Ich verstehe schon. Nun, es ist äußerst ärgerlich, aber nicht zu ändern. Dass Schlammblut und der kleine Verräter sollten allerdings kein Grund sein, dass du dich beinahe in die Bewusstlosigkeit trinkst. Sie sind es doch absolut nicht wert, dass du dir selbst so sehr schadest“, gab er ihr aufmunternd zu verstehen, was ihr schlechtes Gewissen nur noch schwerer machte.
„Du hast Recht. Und es tut mir leid. Ich mach es wieder gut“, versprach sie ihm reumütig. Und wie du das wirst, dachte er sich grimmig, setzte dann allerdings wieder ein versöhnliches, beinahe liebevolles Lächeln auf.
„Wir reden später darüber und überlegen uns etwas Neues. Jetzt erhol dich erstmal“, gab er ihr rege fürsorglich zu verstehen und strich ihr nebenher kurz durch die Haare, worauf sie dankbar lächelte und sich erschöpft wieder mehr in ihr Kissen kuschelte.
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Zum späten Nachmittag trudelte Tonks zusammen mit Allan und Remus im Mungos ein, die sich zuvor noch mit Charlie und Daphne unterhalten hatte, was Pansy anging. Zwar lag Tonks’ Verdacht auch weiterhin verstärkt auf Umbridge, dem Hinweis mit Parkinson würden sie aber auch nachgehen. Dieses Mädchen hatte schließlich keine Skrupel gehabt, Draco inmitten jeder Menge Leute verfluchen zu wollen, nahm sie sich die Geschichte aus der Winkelgasse vor wenigen Wochen. Dass sich ihre Wut und der Hass auf Draco, mit Ginnys Worten noch gesteigert hatte, war nicht weiter verwunderlich. Für den Moment galt es allerdings, das mit Umbridge abzuklären. Ob es tatsächlich eine greifbare Verbindung, Motive oder sonstige Hinweise gab, an die sie noch nicht gedacht hatten, oder ob sie am Ende nur einer falschen Vorstellung nachjagten.
Mit bei den Dreien war Daniel, dem das frühe Erscheinen der Auroren nicht besonders in den Kram passte. Allerdings waren Draco und Hermione am späten Morgen, als er mit Daisy Shepherd noch einmal nach ihnen gesehen und ihre Verbände gewechselt hatte, schon wieder in einer weitaus besseren Verfassung gewesen, als noch am gestrigen Abend. Aufgrund der schnellen Versorgung, hatten die Heiltränke bereits sehr gut angeschlagen. In Dracos Fall sogar ein wenig zu gut, denn er war schlagartig auf Krawall gebürstet und auf den Beinen, als seine junge Kollegin auch Hermiones Arm neu verbinden wollte, da sie dort ebenfalls eine Verätzung vermutet hatte.
Hermione war es mehr als unangenehm gewesen, die sich dann auch mit einem Anflug leichter Panik vehement gegen Daisys Hilfe gewehrt hatte, weshalb sich Draco letztlich von seiner charmantesten Seite gezeigt hatte. Daniel hatte im Nachhinein erhebliche Mühe gehabt, seiner verschüchterten Kollegin klarzumachen, dass Draco es nicht böse gemeint hatte, sondern Hermione nur schützen wollte, von der er dann auch nicht mehr abgelassen hatte.
So überraschte es Daniel jetzt auch weniger, dass er, wie schon am Morgen, beide in Hermiones Bett vorfand. Wobei die Zwei diesmal wach waren und Draco auf dem Rand des Bettes saß, anstatt neben Hermione zu liegen und zu schlafen.
„Hatte ich dir nicht etwas gesagt?“, mahnte Daniel ihn dennoch, denn sie hatten beide am Morgen noch recht hohes Fieber gehabt. Und er war sich sicher, dass es nach wie vor so war, was bei der kleinsten Überbelastung auch wieder schlimmer werden konnte. Und das galt es zu vermeiden, weswegen er die drei Auroren jetzt auch nicht mit seinen Patienten allein lassen würde. Das Theater gestern Abend hatte ihm gereicht.
„Mir geht’s gut“, muffelte Draco leicht, dessen Blick kurz über die Auroren wanderte und giftig bei Dippet hängen blieb. Der war auch immer überall mit dabei. Zwischenzeitlich war Daniel bei ihm und legte ihm die Hand auf die Stirn, bevor er meinte: „Übertreib’s nicht. Du solltest dich dann wieder hinlegen.“ „Ja doch“, murrte Draco ein wenig kleinlaut und sah zu Tonks, die sich auf Hermione konzentrierte.
„Und wie geht’s dir?“, fragte sie mit einem kleinen Lächeln. „Besser. Es juckt nur noch wahnsinnig“, meinte Hermione. „Das ist aber gut. Es ist ein deutliches Zeichen, dass die Tinktur wirkt und es heilt“, erklärte Daniel, was Hermione gerade wenig hilfreich war, da ihre Handflächen schon die ganze Zeit auf diese unangenehme Art kribbelten, als wären sie eingeschlafen.
„Ich schau heute Abend nochmal. Wenn es soweit gut aussieht, dann lassen wir den dicken Mullverband weg. Das dürfte schon etwas helfen. Vorausgesetzt du versprichst mir, nicht zu kratzen.“ „Geb mir Mühe“, meinte Hermione und sah zurück zu Tonks und den anderen, die ganz zu ihnen traten.
„Hat Draco dir schon irgendetwas gesagt?“, begann Tonks, nachdem sie sich einen Stuhl geholt hatte. Auf die Frage tauschten Hermione und Draco einen kurzen Blick miteinander, bevor die Hexe betreten meinte: „Nur, dass Madam Rosmerta tot ist und ihr Umbridge im Verdacht habt.“ „So sieht’s aus“, murmelte Tonks, zu der Hermione erneut sah. „Weißt du wann die Beerdigung von Madam Rosmerta ist?“ „Willst du hin?“, stutzte Tonks. Hermiones Blick verlor sich auf die Frage kurz bei Draco, der kaum merklich nickte, bevor sie wieder zu Tonks sah.
„Wenn es möglich wäre? Ich mein. . . Draco hat gesagt, dass sie wahrscheinlich manipuliert wurde und. . . Ich fühl mich furchtbar deswegen. Das jemand unseretwegen. . .“, brach sie ab und sah wieder etwas gequält zu Draco, der sich ihre Hand nahm und diese behutsam drückte, bevor sein Blick zu Tonks glitt.
„Weißt du wann?“ „Ähm. . . Ich glaube jetzt am Mittwoch, oder?“, sah sie fragend zu Remus, der nickte. „Bis dahin können wir doch gehen, oder?“, hakte Hermione bei Daniel nach. „Sicher. Diese Nacht behalte ich euch auf alle Fälle aber noch hier. Ihr habt beide noch Fieber, was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass das Gift noch immer nachwirkt. Ich will es nicht riskieren, dass ihr euch in irgendeiner Art überanstrengt“, erklärte er und sah warnend zu Tonks. Die hatte nach der Schelte gestern aber auch so verstanden. Stattdessen zog sie sich einen Stuhl ran und nahm am Bett von Hermione Platz.
„Habt ihr vielleicht eine Idee, warum Umbridge euch schaden will? Hauptsächlich dir?“, sah sie zu Draco, der sich genauso wenig einen Reim auf alles machen konnte, wie schon gestern. „Nein. Absolut nicht. Ich hatte mit der Alten doch gar nichts weiter zu tun.“ „Ich könnte es verstehen, wenn sie mir eins reinwürgen will“, mischte sich Hermione dazwischen.
„Bei dem Ärger, den Harry, Ron und ich ihr im Fünften gemacht haben. Dann noch die Sache letztes Jahr im Ministerium. Ich bin mir sicher, dass sie weiß, dass wir sie damals angegriffen haben. Aber das mit dir ist wirklich seltsam“, sah sie zu Draco. „Ich hab mich den ganzen Sommer über schon gefragt, warum sie so aggressiv gegen dich vorgegangen ist. Sie hat ja wirklich mit allen Mitteln versucht, dich nach Askaban zu bringen, obwohl du sie damals im Fünften gegen uns unterstützt und Lakai für sie gespielt hast, indem. . .“ „Ich hab sie nicht unterstützt!“, fuhr Draco ihr ein wenig sauer dazwischen.
„Das hab ich dir schon mal gesagt. Ich hab dort nur mitgespielt. . .“, betonte er dieses Wort extra deutlich. „. . . um die Idioten vom Raum der Wünsche wegzulocken. Du hast keine Ahnung, wie nah sie euch immer wieder gekommen sind!“, zischte Draco, dem sich Hermione nickend ergab, als sie sich wieder an das Gespräch zu Schuljahresanfang in McGonagalls Büro erinnerte. Von wegen, dass man den Raum nicht finden kann, wenn man ihn nicht finden will, womit ihr ein winzig kleiner Gedanke kam.
„Könnte sie das wissen? Also, dass Draco sie zu der Zeit wohl auch sabotiert hat?“ „Vielleicht, nur warum sollte sie im Nachhinein so einen Aufriss machen? Einfach nur aus Rache?“, blieb Tonks skeptisch und sah zu Remus, der mit dem Kopf schüttelte.
„Ich denke nicht, dass es das ist. Es würde zwar ihr Verhalten zur Verhandlung erklären, aber keinen Mordversuch. Das Risiko, durch so etwas aufzufliegen oder überhaupt Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wäre zu hoch. Zumal sie damals für ihre ganzen Handlungen schon nicht zur Rechenschaft gezogen wurde, da sie es als Fudges Anordnung verkauft hat. Eine Anordnung des Ministeriums. Deswegen können wir sie für ihre Vergehen im vergangenen Jahr auch nicht verantwortlich machen, da sie sämtliche Schuld auf Thicknesse verweist.“ „Der stand doch die ganze Zeit unter dem Imperius von Yaxley“, warf Draco ein. Remus nickte.
„Wir wissen das, aber wie vieles andere auch, braucht es Beweise. Und die haben wir nicht. Weder für ihre Handlungen im letzten Jahr, noch was die Angriffe auf euch betrifft. Zwar deutet vieles auf sie hin und wir kommen bei unseren Überlegungen auch immer irgendwie bei ihr raus, aber es sind leider nur Indizien und Vermutungen. Und auf denen können wir keine Anklage aufbauen, zumal sie es versteht, sich hinter den Vorschriften und Weisungen des Ministeriums zu verstecken. Sie tritt nicht selbst in Erscheinung, sondern manipuliert andere. Erst Smith, von dem wir es wissen und jetzt vermutlich Madam Rosmerta“, resümierte Remus, sodass kurz Schweigen unter den Anwesenden einkehrte.
„Und wenn ihr euch mit Umbridge nun doch irrt und sie gar nichts mit dieser Sache zu tun hat?“, warf Hermione vorsichtig ein. „Ihr sagt selbst, ihr habt nur Indizien. Dass sie sich mit Smith getroffen hat ist zwar seltsam, aber alles andere? Nicht, dass ich es ihr nicht zutraue. Die Frau hat keine Skrupel, ist sadistisch und geht definitiv über Leichen. Aber ich seh da kein richtiges Gesamtbild. Draco passt für mich da einfach nicht rein“, erklärte sie und sah unschlüssig zu Tonks, die ihr ruhig lauschte, bevor sie fragte: „Wer käme denn sonst noch infrage?“ Auf die Frage schnaubte Draco, bevor er Tonks süffisant ansah, als er ihr einen Namen nannte.
„Lucius.“
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Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Während der vier Stunden, die ich in dem verspäteten Zug verbrachte, sprudelten mir alle diese Ideen nur so im Kopf herum.
Joanne K. Rowling