Was im Verborgenen liegt - Fragmentsplitter
von Alex2303
Hey!!!
Ich hab's geschafft und meine liebe Beta auch. 16:00 Uhr war das Chap zurück. ^^ *YEAH*
Sooo, meine liebe Kate, erstmal Danke für deine Rückmeldung. Ich hoffe, meine kleinen Aussetzer waren trotz allem nicht sooo stark zu spüren? Schwer gefallen sind mir die letzten Chaps dennoch. *schreibblockadeahoi*
Ich denke, hoffe, dass das bei dem hier nun wieder besser ist. Und du hast Recht, die Lage spitzt sich zu. Aber nicht nur für unsere Freunde. ;) Madam Rosmerta wird auch nicht die einzige Tote bleiben. *muahaha*
Da Spoiler ich mich selbst mal ein bisschen. Ich hab zwar lange überlegt, ob Harry sie noch retten kann, aber so ist es besser. Bin schon gespannt, was ihr zu dem hier sagt.
Jetzt bin ich aber ruhig und wünsche euch viel Spaß.
Fühlt euch geknuddelt, liebe Grüße und ein sonniges Wochenende,
*Nachteule* Alex
۩ ۞ ۩
Zum frühen Montagnachmittag hielt Daniel sein Versprechen und entließ die Beiden zusammen mit Tonks über den Kamin in seinem Büro via Flohnetzwerk. Kurz darauf stiegen sie auf der anderen Seite aus Minervas Kamin im Schulleiterbüro, wo sich die Direktorin auch nochmal nach ihren Schützlingen erkundigte. Bis auf ein leichtes Ziehen, Spannen und in Hermiones Fall, ein noch immer recht unerträgliches Jucken an den Händen, ging es den Beiden gut. Minerva nahm es erleichtert auf, mahnte das Schulsprecherpaar aber dennoch zur Ruhe.
So begleitete Tonks ihre Schützlinge noch bis in den Südturm, wo sich Hermione nach einigen Schritten jedoch immer schwerer tat, je länger sie ihr lädiertes Bein belastete. Und das wurde auch nur minder besser, als Draco sie zu sich nahm, damit sie sich auf ihn stützen konnte.
Mit einer gewissen Verzögerung erreichten sie den Südturm, wo sich Hermione als erstes auf das große Sofa fallen ließ und die Füße hoch nahm. Tonks besah es sich ein wenig besorgt, wie auch Draco.
„Vielleicht hättest du doch noch ein, zwei Tage im Mungos bleiben sollen.“ „Auf keinen Fall!“, wehrte Hermione sofort ab. Die beiden Tage hatten ihr gereicht. Ein Krankenhaus war, Merlin wusste, so ziemlich der letzte Ort, an dem sie sich aufhalten wollte. Erst Recht, wenn sie auch noch eine Patientin war. Da war der Krankenflügel hier im Schloss schon schlimm genug.
„Außerdem fehlt mir nichts weiter. Ich bin im Moment halt nur etwas. . .“ „Lahm“, schloss Draco, dem sie zur Strafe einen mürrischen Blick zuwarf. Der Slytherin quittierte es mit einem feisten Grinsen. Hermione konzentrierte sich dann allerdings wieder mehr auf Tonks.
„Habt ihr schon etwas in Erfahrung gebracht?“ „Nicht wirklich. Remus hat sich gestern allerdings noch mit Kingsley wegen dieser Listensache hingesetzt“, sah sie zu Draco, dem damit das Lachen zur Gänze verging. Kurz darauf nahm er neben Hermione Platz, die Tonks aufmerksam musterte.
„Denkt ihr, dass ihr sie damit kriegt?“ „Es wäre wünschenswert. Nur müssen wir bei der Sache mit Bedacht vorgehen. Wenn sie Wind davon bekommt, in was für eine Richtung wir ermitteln, wird sie sicherlich Gegenmaßnahmen einleiten. Hast du sonst noch jemandem davon erzählt?“, sah Tonks wieder ernst zu Draco, der mit dem Kopf schüttelte.
„Nicht. Gut. Und sonst? Ist euch denn noch etwas eingefallen? Vielleicht auch etwas, was uns bei den Todessern weiterhilft?“, nahm sie Draco erneut in Augenschein, der bereits jetzt resignierte. „Tonks, ich hab ehrlich keine Ahnung. Ich hab zwar hin und wieder etwas rumgeschnüffelt und ein paar Sachen belauscht. Ich wüsste aber nicht, was uns davon weiterhelfen soll? Ich zerbrech mir seit gestern Abend permanent den Kopf was noch war, aber ich komm auf nichts.“ „Na ja, vielleicht ist das mit den Listen ja schon das, von dem Umbridge nicht wollte, dass es jemand erfährt. Das kann ihr durchaus das Genick brechen“, resümierte Tonks.
„Ich find das allein trotzdem etwas dünn“, murmelte Hermione nachdenklich. „Weil?“ „Hm? Draco ist doch sicher nicht der Einzige, der es gewusst hat.“ „Mag sein. Nur ist er der Einzige, der letztlich auf unserer Seite gestanden hat und ihr dadurch mit seinem Wissen gefährlich werden kann. Ein Spion in geheimer Mission, könnte man sagen“, witzelte Tonks, während Draco mit den Augen rollte.
„Was? Stimmt doch irgendwo. Du hast gerade selbst gesagt, dass du rumgeschnüffelt und diverse Sachen belauscht hast. Also denk nochmal in Ruhe nach, ob dir nicht doch noch etwas zu allem einfällt. Es muss ja nicht in erster Linie mit Umbridge zu tun haben“, meinte Tonks und verabschiedete sich mit dem Versprechen, nochmal alles mit Allan durchzugehen, was Draco herzlich egal war, der ein wenig genervt vor sich hin starrte.
„Tonks hat Recht“, begann Hermione nach einer Weile ruhig. „Womit?“, sah Draco fragend zu seiner Gryffindor. „Mit deinem Wissen. Du hast in all der Zeit unter den Todessern vermutlich mehr Dinge aufgeschnappt, als denen lieb war und was gut für dich ist. Überleg doch mal. Das fing ja schon mit den Horkruxen an. Nachdem ich dir von den Dingern erzählt habe, ist dir das mit dem Diadem, dem Pokal und seiner Schlange wieder eingefallen. Hinzu kommen die ganzen Hinweise, die du Remus und Kingsley während der Schlacht liefern konntest. Ihre Schwachstellen, die Angriffsstruktur und was weiß ich nicht noch. Das sind alles Dinge, die nie für den Feind, für uns, bestimmt waren. Mit deinem ganzen Wissen und den Fähigkeiten, bist du ihnen am Ende aber genauso zum Verhängnis geworden, wie Snape. Und ich denk da drin. . .“, tippte sie ihm an die Stirn. „. . . verbirgt sich bestimmt noch sehr viel mehr.“ „Mag sein, nur. . .“, seufzte er und legte den Kopf in den Nacken, starr die weiße Stuckdecke über sich betrachtend. „Da ist so viel Dunkles, was ich am liebsten nur vergessen will“, murmelte er dünn, was sie mehr als gut nachvollziehen konnte.
„Versteh ich“, gab sie ihm ruhig zurück und rieb ihm tröstend über den Oberarm. Als er zu ihr sah, setzte sie ein aufmunterndes Lächeln auf, hinter dem Draco eine gewisse Unruhe und einen leisen Schmerz sehen konnte, da sie mitunter an ihre eigenen Erlebnisse dachte.
Draco nahm es kurz stumm in sich auf, bevor er den Arm hob und ihr schließlich beruhigend um Schulter und Nacken legte. Eine indirekte Einladung, sich an ihn zu lehnen, die sie dankend annahm und sich ein wenig bei ihm einkuschelte.
۩ ۞ ۩
„Tinki!“, schallte es durch die oberen Räumlichkeiten des kleinen Herrenhauses. „Miss haben gerufen?“, piepste die Elfe, kaum dass sie im Schlafzimmer ihrer Herrin aufgetaucht war. „Lass mir ein Lavendelbad ein“, grummelte Pansy zwischen ihren Decken und Kissen. „Sehr wohl“, piepste Tinki und verschwand. Pansy starrte allerdings noch kurz auf den nun leeren Fleck, bevor sie sich auf den Bauch drehte und den Kopf stöhnend unter ihrem Kissen vergrub.
Der Wein musste schlecht gewesen sein. Ohne jeden Zweifel. Oder sie brütete etwas aus. So einen höllischen Kater konnte man doch gar nicht haben! Vor allem nicht so lange. Dennoch schmerzte sie noch immer so ziemlich jeder Muskel ihres Körpers. Gestern war sie deswegen nicht mal aus dem Bett gekommen. Aber da hatte sich Lucius wirklich liebevoll um sie gekümmert. Er war, was das anging, noch ein Gentleman der alten Schule. Ganz anders als Draco. Der Verräter hätte sie eiskalt in ihrem Elend allein gelassen und wahrscheinlich noch über sie gelacht.
Leider hatte sich Lucius gestern Abend erstmal verabschiedet, da die Anderen sonst wohl dumme Fragen stellen würden. Allerdings hatte er versprochen, am Abend nochmal vorbeizuschauen. Und da wollte sie wieder etwas ansehnlicher für ihn sein. Immerhin. . . Eine richtige Lady ließ sich nicht gehen, sondern sah immer gut aus, selbst wenn es ihr scheiße ging.
Sie verschwand gute 10 Minuten später im Bad, das bereits durch das heiße Wasser leicht vernebelt war und angenehm nach Lavendel roch. Das hatte ihr immer ganz gut gegen ihre Verspannungen geholfen. Sie hoffte, dass dem jetzt auch wieder so war und versank genüsslich in dem heißen Wasser. So ließ es sich aushalten. Am besten den ganzen Tag.
„Miss?“, piepste Tinki nach einer Weile jedoch in der vollkommenen Stille, was Pansy grummeln ließ. Sie hasste es, wenn man sie beim Baden störte. „WAS?“, zischte sie und sah die kleine Elfe mit funkelnden Augen an.
„Tinki ist untröstlich die Miss zu stören. Aber an der Tür sind zwei Herren aus dem Ministerium.“ „Ministerium?“, fuhr Pansy erschrocken hoch. Tinki nickte. „Auroren“, wurde die Elfe genauer und Pansy um eine Nuance blasser. Merlin, was wollten die denn hier?
„Schick sie weg!“, befahl sie der Elfe, die jedoch unsicher von einem Fuß auf den anderen tippelte. „Die Herren sagten, sie hätten eine Vorladung. Die Miss müsse zu einem Gespräch ins Ministerium.“ „Wieso?“ „Tinki weiß nicht“, wurde die Elfe nervös, was auch auf Pansy zutraf. Sie fragte sich unweigerlich, ob jemand etwas von ihrem Kontakt zu Lucius mitbekommen hatte? Eigentlich unmöglich, denn sie hatte niemandem etwas erzählt. Der Einzige, der es wissen könnte, wäre dieser schmuddelige Borgin. Aber der würde sich vorher vermutlich die Hände abhacken, als etwas in der Richtung ans Ministerium zu verraten. Mit den Todessern war schließlich nicht zu spaßen.
„Miss?“, piepste Tinki unsicher und riss Pansy damit aus ihren Gedanken, die fluchend aus dem Wasser stieg. Was auch immer die Typen wollten, es war besser, sie brachte es in Erfahrung, bevor Lucius hier auftauchte. Im dümmsten Fall lief er ihnen in die Arme. Das wäre der Nagel zu ihrem Sarg, wenn herauskam, dass sie den entflohenen Todessern half. Darauf konnte sie echt verzichten. Sie würde auf gar keinen Fall deswegen nach Askaban gehen. Auch nicht für Lucius.
Sie warf sich rasch etwas über, bevor sie Tinki zu verstehen gab, dass sie die Männer in den Salon schicken sollte. Gleich im Anschluss sollte sie ins Landhaus zu Lucius apparieren, damit er nicht doch hier auftauchte, solange diese Typen da waren. Kurz darauf verschwand sie selbst runter in den Salon und setzte ein recht ungehaltenes Gesicht auf. Als sie den Raum betrat, war sie dann doch etwas überrascht, denn einer der beiden Auroren war der Werwolf Lupin. Ihre Überraschung ließ sie sich allerdings nicht weiter anmerken, sondern kam gleich auf den Punkt.
„Darf ich fragen, was Sie von mir wollen?“, begann sie harsch, ohne ein Wort der Begrüßung und ließ damit deutlich ihren Unmut heraushängen. „Ihnen auch einen guten Tag, Miss Parkinson“, begann Remus, der die Hexe kurz von oben bis unten musterte. „Ich hoffe, wir haben Sie nicht bei etwas Wichtigem gestört?“, erkundigte er sich der Form halber, auch weil er sah, dass die Hexe noch etwas fleckig rot im Gesicht war und halbnasse Haare hatte.
„Was wollen Sie?“, fragte sie wieder und verschränkte abwehrend die Arme vor der Brust. „Wir haben ein paar Fragen an Sie“, führte Remus fort und reichte ihr letztlich ein Papier. „Was für Fragen?“, murmelte Pansy und überflog das Papier, was eine offizielle Vorladung war, die die Unruhe in ihr noch weiter schürte. Sie betete inständig, dass das hier nichts mit Lucius und den Todessern zu tun hatte. Zeitgleich wüsste sie aber auch keinen anderen Grund als diesen, weshalb sie wieder zu Lupin sah.
„Wir ermitteln derzeit in einem Mordfall und zweifach versuchtem Mord“, erklärte Remus, worauf es sie kurz schüttelte. „Mord?“ „Ganz Recht.“ „Ich hab ganz bestimmt niemanden ermordet!“, brauste sie auf, die beiden Auroren blieben aber ruhig, während sich über Remus’ Züge etwas Ernstes legte, was ihr nicht so ganz behagte.
„Sehen Sie. Und gerade darüber sind wir uns nicht ganz im Klaren.“ „Was soll das heißen? Um wen geht es hier überhaupt?“ „Verraten Sie uns vorher bitte, wo Sie sich Samstagnachmittag aufgehalten haben?“, bohrte der andere Auror, der sich nicht einmal vorgestellt hatte.
„Wo soll ich gewesen sein? Zuhause!“ „Da haben wir etwas anderes gehört“, mischte sich Remus wieder ein und musterte Pansy sehr genau, die unweigerlich schluckte. „Unseren Informationen zufolge, haben Sie sich wohl in Hogsmeade mit Miss Greengras getroffen und sind darüber hinaus mit ihr in Streit geraten“, erklärte der zweite Auror.
„Ja, na und? Ich versteh noch immer nicht, was Sie von mir wollen.“ „Wie schon gesagt, wir ermitteln in einem Mordfall und versuchtem Doppelmord“, setzte Remus nochmal an, den Pansy doch ein wenig überfordert ansah. Merlin, sie hatte niemanden ermordet! Das wüsste sie doch. Und was sollte das mit Daphne? Jetzt sollte ihr noch einer sagen, Daphne war tot.
„Hat. . . Ist Daphne tot?“, fragte sie schließlich unsicher. „Miss Greengras geht es gut, was man von Madam Rosmerta, Draco Malfoy und Hermione Granger nicht behaupten kann“, wurde Remus nun deutlich. Pansy blinzelte auf die Namensnennung jedoch perplex. Sie verstand gerade gar nichts mehr und das sah man ihr auch überdeutlich an.
„Wie jetzt?“ „Uns wurde mitgeteilt, dass Sie gegenüber Miss Greengras Drohungen ausgesprochen haben, die sich wohl nicht allein auf die junge Dame, sondern mehr auf Draco Malfoy und Hermione Granger bezogen haben“, erläuterte der andere Auror, was Pansy kurz schnauben ließ. Daphne hatte sich also bei irgendwem ausgeheult. Das zeigte in Pansys Augen nur zu deutlich, wie tief sie bereits gesunken war.
„Ich war wütend! Da sagt man schon mal Sachen, die man nicht meint.“ „Genauso greift man jemanden grundlos in seiner Wut an, nicht wahr?“, ergänzte Remus süffisant, dem sie erneut nicht folgen konnte. „Ich habe niemanden angegriffen“, verteidigte sich Pansy. „Dann waren das vor ein paar Wochen in der Winkelgasse also nicht Sie, die Mr. Malfoy versucht hat vor. . . Ich weiß nicht, zwei Dutzend Passanten zu verfluchen?“, half Remus ihrem Gedächtnis auf die Sprünge, was sie knurren ließ. Die pampige Antwort, die ihr bereits auf der Zunge lag, schien auf dieser jedoch zu verbrennen. Stattdessen machten sich dort andere Worte breit, die ihr in einem kühlen, sachlichen Ton über die Lippen kamen.
„Zugegeben, er hat mich bis aufs Blut gereizt, weshalb mir ein Furnunculus auf der Zunge lag. Das kann mir wohl kaum jemand übel nehmen, so wie er mich behandelt hat“, echauffierte sie sich leicht. „Allerdings verstehe ich nach wie vor nicht, was das mit Ihrem Besuch zu tun hat? Weder habe ich jemanden ermordet, noch sonst wie verflucht, um auf Ihre Verdächtigungen zurückzukommen. Außerdem finde ich es ziemlich dreist, mir einen Mord oder ähnliches zu unterstellen, nur weil ich mir kurz ein wenig Luft gemacht habe. Wenn es nur das ist, was Sie mir vorzuwerfen haben, ist das Gespräch für mich beendet“, funkelte sie die beiden Auroren kalt an, was gerade Remus aufmerksam aufnahm.
„Sie werden sicherlich verstehen, dass wir in einem Mordfall jedem Hinweis nachgehen. Und gerade Ihr mehrmaliges, aufbrausendes Verhalten gegenüber Mr. Malfoy, macht sie nicht gerade unscheinbar. Hinzu kommt, dass man Sie vor kurzem in diversen Geschäften in der Knockturn Alley gesehen hat. Nicht gerade eine Ecke, in der eine junge Frau für gewöhnlich ihre Einkäufe erledigt. Was haben Sie dort geholt? Diverse Trankzutaten?“, mutmaßte Remus, wozu sie sich nicht weiter äußerte.
„Ich denke, das geht Sie nichts an.“ „Das sehe ich etwas anders. Und. . . Nun, wir können diese Unterhaltung auch gern im Ministerium weiterführen“, erklärte er ihr nochmal und wedelte etwas mit der Vorladung, sodass sie resignierte.
„Bei Merlin, ja. Schließlich bekommt man nicht alles zu vernünftigen Preisen in der Apotheke der Winkelgasse. Baumschlangenhaut kostet ein kleines Vermögen. Die Händler in der Knockturn bieten es für weitaus weniger an. Man muss schließlich sehen wo man bleibt, nicht wahr? Und bevor Sie fragen, . . . Ich brauche die Baumschlangenhaut für ein Tonikum, was die Hautpartie klärt und reinigt. Von nichts bekommt man schließlich nicht so eine zarte Haut.“ „Natürlich“, gab Remus ihr süffisant zurück, der kurz einen vielsagenden Blick mit seinen Kollegen tauschte.
„Wenn Sie sonst also nichts weiter von mir wissen wollen?“ „Sie haben uns noch immer nicht beantwortet, wo Sie nach Ihrem Besuch in Hogsmeade waren.“ „Zuhause. Oder. . . Nein, nicht ganz. Ich war nochmal kurz in der Winkelgasse bei Glenturret und habe dort einen guten Dalmore Trinitas für meinen Vater erstanden. Der Herr wird sich sicher an mich erinnern. Wenn das dann alles war?“ „Vorerst.“ „Sie finden sicherlich allein hinaus.“ „Gewiss doch“, gab Remus ihr leicht spitz zurück, was sie mit einem süßlichen Lächeln quittierte, die beiden Auroren an der Tür dann aber noch kurz zurückhielt.
„Aufgrund wessen Todes hatte ich denn nun Ihren impertinenten Besuch zu verdanken?“, fragte sie ein wenig lauernd, worauf Remus und sein Kollege einen kurzen Blick miteinander tauschten, bevor Remus meinte: „Madam Rosmerta.“ „Madam Rosmerta?“, stutzte sie ehrlich überrascht, da sie doch eher Draco oder das Schlammblut vermutet hatte.
„Warum denken Sie, dass ich der Frau etwas antun sollte?“, fragte sie verwirrt. „Madam Rosmertas Tod war hauptsächlich die unglückliche Folge eines versuchten Giftanschlages auf Ihre ehemaligen Mitschüler.“ „Wie tragisch.“ „Ich nehme an, Sie sprechen von Madam Rosmerta?“ „Natürlich. Und Malfoy und Granger leben?“, fragte sie lauernd, mit einer leisen Unruhe.
„Ja. Aber das wird Sie vermutlich weniger freuen.“ „Was denken Sie denn von mir?“, entrüstete sich Pansy. „Ich würde doch nie jemandem den Tod wünschen!“ „Natürlich nicht. Guten Tag“, schloss Remus und drehte sich um, wo er letztlich mit seinem Kollegen die Auffahrt runter ging und in einem plopp verschwand. Pansy sah ihnen noch kurz von der Tür aus nach, bevor sie diese schloss und sich von innen an das mächtige Holz lehnte. Das würde Lucius sicherlich interessieren.
Was Pansy zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, dass Lucius einen Großteil des Gespräches bereits mitverfolgt und letztlich auch gelenkt hatte, da sich Pansy sonst gedroht hätte, in Rage zu reden. Dass, was er gehört hatte, missfiel ihm jedoch gehörig. Für sein Vorhaben brauchte er Draco und das Schlammblut lebendig.
Allem Anschein nach, schien es neben ihm aber noch jemanden zu geben, der ein Interesse daran hatte, die Beiden auszuschalten. Es würde ihn ja nicht einmal wundern, wenn Crabbe und Goyle irgendwie hinter dieser Sache steckten. Den Beiden brannte es am Meisten unter den Nägeln, Draco zu töten. Allerdings war er sich sicher, dass sie sich da lieber sehr viel Zeit für nehmen würden. Nichtsdestotrotz sollte er diese Information mit den Anderen besprechen, denn. . . Wer auch immer gegen das Schlammblut und Draco arbeitete, stand vielleicht auf ihrer Seite.
Mit diesem Gedanken verschwand er runter in den Salon, wo der Rest verweilte und vor Dummheit und Langerweile nicht wusste, was er tun sollte. Viel gab es im Augenblick auch nicht, was sie tun konnten. Lucius war der Einzige, der mit dem Brauen des Vielsafttrankes eine Aufgabe hatte. Und mit dem hatte er auch noch nicht beginnen können, da der Mond noch nicht seine richtige Phase erreicht hatte.
„Es gibt Neuigkeiten“, warf er ohne weiteres in den Raum und sicherte sich damit die Aufmerksamkeit der Übrigen, die ihn skeptisch musterten. „Ach ja?“, grunzte Goyle. „Ja. Meine Kontaktperson hat mich gerade darüber informiert, dass offensichtlich jemand versucht hat, den Verräter und das Schlammblut zu töten.“ „Was soll das heißen?“, fuhr Antonin ein wenig panisch von seinem Platz hoch.
„So, wie ich es verstanden habe, sind sie einem Giftanschlag wohl knapp entgangen. Die alte Wirtin aus den Drei Besen scheint es dafür erwischt zu haben.“ „Das heißt sie leben noch?“, bohrte Antonin weiter, in der Stimme eine Spur von Nervosität. Lucius nickte und konzentrierte sich schließlich auf Crabbe und Goyle.
„Ihr habt nicht zufällig etwas damit zu tun?“ „Woher denn?“, grunzte Crabbe. „Mir würde was ganz anderes einfallen, als die kleine Kröte nur zu vergiften“, setzte Goyle nach. „Aber wer sollte ein Interesse daran haben, Potters Schlammblut zu töten?“, warf Yaxley ein. „Möglicherweise hat sie sich den einen oder anderen Feind geschaffen, als sie Partei für Draco ergriffen hat“, resümierte Lucius nachdenklich.
Dass Draco, trotz seiner Freiheit, nicht unbedingt sicher lebte und willkommen in der magischen Gesellschaft war, konnte sich Lucius lebhaft vorstellen. Zudem löste diese Tatsache eine beinahe diebische Schadenfreude in ihm aus. Nichtsdestotrotz begann er zu überlegen, ob wirklich jemand so weit gehen würde, auch das Schlammblut beiseite zu schaffen, weil sie sich zu ihm gestellt hatte? Auch begann er sich zu fragen, wer keine Skrupel hatte Dritte mit zu verletzen, oder in dem Fall sogar zu töten? Vielleicht gab es doch noch mehr von ihnen, die hatten fliehen können und nun ihren Rachefeldzug bestritten. Zumal. . . Sie wussten ja nach wie vor nicht, wer ihr Befreier war, wenngleich Lucius eine vage Ahnung hatte.
„Vielleicht ist sie ja auch bei Potter und dem restlichen Haufen in Ungnade gefallen“, grinste Travers. „Das scheint mir wiederum eher unwahrscheinlich“, warf Lucius ein. „Meinen Informationen zufolge, haben sie sich im Gegenteil alle sogar verstärkt zusammengeschlossen. Draco scheint sich mitunter selbst mit Potter ausgesöhnt zu haben.“ „Die zwei?“, sah Goyle fassungslos zu Lucius, welcher nickte. „Unglaublich, aber wahr.“ „Woher hast du das eigentlich?“, erkundigte sich Alecto lauernd und brachte Lucius damit in die Bredouille, der sich in der Sekunde für seine genaueren Erläuterungen verfluchte.
„Nun, das. . .“, begann er, als ohne Vorwarnung die Flammen im Kamin hochzüngelten und eine giftgrüne Färbung annahmen. Im Schein des Feuers tauchte kurz darauf ein Kopf mit einer Todessermaske auf, der sich die Sieben geschlossen zuwandten.
„Wie ich sehe, habt ihr es euch heimisch gemacht“, begann die maskierte Gestalt, deren Stimme verzerrt klang. Irgendwie metallisch. Es war nicht die, die Lucius damals in Askaban vernommen hatte. Ganz offensichtlich wollte ihr Gegenüber nicht erkannt werden, was einem Teil ihrer Truppe nach wie vor nicht schmeckte. Dass sie einem Gesichts- und Namenlosen zu dienen und zu gehorchen hatten. Dass sie nicht wussten, woran sie waren.
„Wer bist du?“, begann Amycus leicht knurrend. „Das tut nichts zur Sache und hat euch nach wie vor nicht zu interessieren. Wie weit seid ihr mit euren Plänen?“, fragte der Unbekannte stattdessen, dem Travers soweit alles erklärte, dem er schließlich zustimmte.
„Hört sich ganz passabel an. Der Schock über einen derartigen Angriff wird umso größer sein und die Gemeinschaft aufs Neue verwundbar machen. Ein guter Plan“, resümierte die Gestalt. „Bis dahin solltet ihr euch ruhig verhalten. Ich will mein Vorhaben nicht durch irgendwelche dummen, übereilten Handlungen gescheitert sehen!“, herrschte er sie an und sah mehr in die Runde, wo er letztlich verstärkt bei Crabbe und Goyle hängen blieb.
„Eine Sache noch. Mir kam zu Ohren, dass es einen Angriff auf den kleinen Malfoy gegeben hat. Ich hoffe für euch, dass das keiner von euch war!“, wurde die Gestalt laut und zornig, sodass die Flammen ein wenig stärker nach oben züngelten.
„Ähm. . . Nein. Aber war das nicht auch Teil des Plans, die kleine Kröte zu töten?“, fragte Yaxley verwirrt. Aber auch Lucius wurde hellhörig. Er konnte sich noch ganz gut daran erinnern, wie sein Befreier ihn danach gefragt hatte, wie weit er gehen würde? Ob er dazu bereit war, Draco zu töten?
„Nein“, raunte die Gestalt und sah einen nach dem anderen wütend an, bevor er wieder bei Crabbe und Goyle hängen blieb. „Ich weiß euch dürstet es nach blutiger Rache und die sollt ihr auch bekommen. Für meine Pläne brauche ich den Verräter aber lebendig. Vorerst. Also kommt nicht auf die Idee, ihn zu meucheln, bis ich habe, was ich will. Danach könnt ihr ihn ausweiden, vierteilen oder sonst was, was euch in den Sinn kommt. Vorher gehört er MIR!“, zischte die Gestalt.
„Warum? Also. . . Was habt Ihr mit ihm vor, wenn Ihr ihn nicht töten wollt?“, fragte Yaxley erneut. „Ich brauche sein Blut. Ich brauche das Blut eines Verräters. Und da habe ich beileibe nicht sehr viel Auswahl. Zwar könnte ich es auch mit deiner verlogenen Frau versuchen, . . .“, sah die Gestalt dunkel zu Lucius. „. . . allerdings würde sich der Zauber dann sicher nicht vollständig entfalten, sofern er überhaupt wirkt, immerhin war sie nie ein richtiges Mitglied unseres Kreises. Die kleine Kröte schon. Er hat alles verraten, wofür wir stehen und noch sehr viel mehr. Er hat uns ans Messer geliefert, wie auch Snape. Wenn es mir möglich gewesen wäre, hätte ich sein Blut genommen, doch muss der Verräter noch leben. Das Blut muss frisch sein, andernfalls entfaltet sich der Zauber nicht“, erklärte die Gestalt, was Lucius vermehrt die Ohren spitzen ließ.
Er fragte sich unweigerlich, von was für einem Zauber die Gestalt sprach, denn ihm war nichts dergleichen bekannt, wo man das Blut eines Verräters brauchte, geschweige denn, was so ein Zauber bewirken sollte? Allerdings war auch sein Wissen in Sachen dunkle Flüche und Zauber bei Weitem nicht lückenlos. Es gab Zauber und Rituale, von denen er keine Ahnung hatte. So war es ja auch mit dem Wiedergeburts-Ritual des Dunklen Lords. Viele dunkle Zauber waren nicht mehr als Mythen, oder so riskant, dass niemand so dumm war, sich an diesen zu versuchen, solange man an seinem eigenen Leben hing.
„Solltet ihr ihn vorzeitig in die Finger bekommen, dann schnappt ihn euch, aber tötet ihn nicht. Noch nicht. Sobald ich habe, was ich für das Ritual benötige, könnt ihr ihn haben. Vorher sorgt für das nötige Chaos im Ministerium. Verstanden?!“, herrschte die Gestalt die Anwesenden an. Kurz darauf züngelte das Feuer bis in den Abzug hinauf, bevor es in sich zusammenbrach und verlosch. Zurück blieben die Todesser um Lucius, die sich keinen richtigen Reim auf diese Sache machen konnten.
[align type="center"] ۩ ۞ ۩ [/align]
Wütend warf Dolores die aktuelle Ausgabe des Tagespropheten auf ihren Schreibtisch, kaum dass sie den Artikel um die heimtückische Ermordung Madam Rosmertas gelesen hatte. Es war ihr wie ein Schlag ins Gesicht, denn die beiden Dreckskröten lebten trotz allem noch. Wie?
Merlin, so viel Glück konnten sie doch nicht haben! Vor allem Malfoy. Der kleine Bastard hätte bereits in Askaban verrecken müssen. Sie hätte sich in den ersten Wochen wirklich selbst mit ihm beschäftigen sollen, anstatt es den zuständigen Wärtern zu überlassen. Nur hatte sie kurz nach dem Fall Voldemorts mehr als genug damit zu tun, sich unangreifbar zu machen. Ein Besuch in Askaban hätte nur mehr Probleme mit sich gebracht, als dass er ihr gedient hätte. Zumal sie auch nicht damit gerechnet hatte, dass der verfluchte Orden, allen voran das kleine Schlammblut, sich auf einmal für den Junior Todesser stark machte. Jetzt hatte sie den Salat. Der Bengel war einfach nicht tot zu kriegen.
Zu allem Überfluss begannen ihr nun auch dieser verfluchte Werwolf und Shacklebolt das Wasser abzugraben. Allmählich wurde die Luft für sie dünner und das war nicht gut. Gar nicht gut. Am Ende fanden sie doch noch etwas und zogen ihre Schlüsse. Zwar hatte sie schon seit Langem alles in dieser Richtung vernichtet, aber die Aussage des kleinen Malfoy konnte ihr dennoch gefährlich werden. Das durfte sie unter keinen Umständen zulassen. Nur gingen ihr allmählich die Ideen aus, wenn nicht mal ihr perfekter Plan funktionieren wollte.
Sie hatte doch wirklich an alles gedacht und alles einkalkuliert. Es hätte da doch nur eines kleinen Schluckes bedurft. Wenigstens einer der Beiden hätte jetzt tot sein müssen und nicht die nutzlose Wirtin! Zu allem Überfluss schnüffelte die Aurorenabteilung nun noch mehr herum und würde die beiden Kröten sicher noch stärker abschirmen. Als ob das verfluchte Schloss nicht schon genug Schutz wäre. Nur kam sie dort nach wie vor nicht rein. Sie würde ja sonst was darum geben zu wissen, wie dieser Trottel Gibson es geschafft hatte.
Stattdessen fragte sie sich, ob sie es nochmal mit Smith versuchen sollte? Auf den lahmen Dachs war bis jetzt aber auch kein Verlass gewesen. Weder während der Verhandlung, noch später. Er hatte anscheinend doch zu viel Skrupel, als dass er Malfoy klammheimlich vielleicht mal die Treppen runter stieß, oder ähnliches. Zudem wäre es sehr riskant, ihn jetzt nochmal zu kontaktieren, immerhin wusste er nichts mehr von ihrem Treffen.
Merlin, das war doch zum Verrücktwerden! Sie hatte so gut wie keine Optionen mehr, um noch irgendwie an den Bengel heranzukommen. Selbst über den Rat schien es ihr nicht mehr möglich, ihn zu greifen, solange er keine Fehler machte. Und dass er die nicht machte, da würde das Schlammblut sicherlich darauf achten.
Es war zum Haare ausreißen. Wenn ihr nicht ein kleines Wunder in die Hände spielte, würde der Bengel bis zum Ende des Schuljahres für sie unerreichbar bleiben. Das war viel zu viel Zeit, die ihr zum Verhängnis werden würde. Sie brauchte einen neuen Plan. Einen absolut Vernichtenden.
۩ ۞ ۩
„. . . Komm schon. Du bist doch auch noch nicht so richtig auf der Höhe“, lamentierte Draco am nächsten Morgen, da er keine Lust auf den Unterricht hatte. Bei Hermione sah die Sache wie immer anders aus, denn sie suchte ihre Unterlagen zusammen.
„McGonagall hat doch gesagt, dass wir uns noch ein bisschen ausruhen sollen.“ „Es geht uns aber gut“, argumentierte Hermione und sah ihn ein wenig warnend an, was Draco mit einem matten Blick quittierte.
„Du spielst immer noch lahme Schnecke“, warf er ihr trocken an den Kopf, worauf sie die Backen aufplusterte. „Tu ich überhaupt nicht!“ „Und was war das gestern Abend? Du willst Ginny und den Rest jetzt doch nur beruhigen, wenn du wieder zum Unterricht kommst.“ „Mir fehlt nichts.“ „Du hast noch immer Probleme mit dem Laufen!“ „Im Unterricht sitze ich“, argumentierte sie, was er augenrollend quittierte und kaum verständlich „Stures Weib“ vor sich hin murmelte, als er sich seine Tasche schnappte und aus dem Portrait verschwand.
„Draco!“, rief Hermione ihm nach und eilte ebenfalls aus ihrem Wohnzimmer. Nur war es bei ihr mehr ein humpeln, denn ihr Oberschenkel spannte noch immer recht stark. Hinzu kam, dass sie auch noch etwas Probleme hatte, ihre Feder längere Zeit zu halten und zu schreiben. Für den Fall hatte sie zwar einen Zauber parat, der ihre Feder von selbst schreiben ließ, was aber nicht auf das Laufen zutraf.
Als sie um die nächste Ecke bog, entdeckte sie Draco auch wieder, der an der Wand lehnte und ihr einen süffisanten Blick zuwarf. „Wenn du den Rest des Weges auch so schleichst, ist es besser, wir lassen das Frühstück ausfallen, sonst wird das nichts mehr mit dem Unterricht.“ „Idiot“, brummelte sie ihm auf seinen blöden Kommentar zu und lief letztlich, hoch erhobenen Hauptes, an ihm vorbei. Nur wurde es mit jedem Schritt mühseliger, was sie ums Verrecken nicht zugeben würde. Draco sah es ihr dennoch an und hielt sie schließlich sacht am Arm fest, über den er sie zu sich zog.
„Jetzt sei vernünftig und leg die Füße heute und morgen noch hoch. Die Anderen haben gestern Abend doch gesehen, dass uns nichts weiter fehlt. Ginny hat doch auch noch gesagt, du sollst dich ausruhen. Also hör auf die Starke zu spielen und lass dich mal ein bisschen gehen“, versuchte er nochmal an ihre Vernunft zu appellieren und entlockte ihr so letztlich ein resigniertes Seufzen.
„Na komm, ich bring dich wieder hoch“, gab er ihr ruhig zu verstehen, da er glaubte, eine Einsicht in ihr bewirkt zu haben. Hermione schüttelte jedoch mit dem Kopf. „Es geht schon, außerdem. . . Ich brauch ein bisschen Ablenkung von allem. Wenn ich diese Ruhe hab, denke ich bloß viel zu sehr über das von Samstag nach und. . .“, brach sie ab und schüttelte kurz mit dem Kopf, bevor sie ihn beinahe bittend ansah.
„Ich brauch ein bisschen Normalität. Routine. Verstehst du?“ „Hm“, brummelte er. Er verstand sie schon, dennoch war es ihm lieber, wenn sie noch ein, zwei Tage ihre Ruhe hätten. Am Ende gab sich Draco dennoch geschlagen. Was hätte er sonst auch weiter machen sollen? Die Hexe zurück in ihren Turm bringen? Sie hätte sonst was für Flüche auf ihn losgelassen. Oder schlimmer noch. . . Sie wäre wieder auf die Idee gekommen, ihm die Haare rot zu hexen. Allein bei dem Gedanken wurde ihm schlecht. Dann lieber so.
Zu seiner Schadenfreude, blies Ginny ihrer Freundin beim Frühstück auch nochmal den Marsch, weil sie noch einen Tag hätte blau machen sollen. Dumm war nur, dass sie im gleichen Atemzug auch noch auf ihn losging und ihn rund machte, da er das hätte unterbinden müssen und sie am besten in ihrem Zimmer einsperren und ans Bett fesseln sollen. Das war jetzt bereits das zweite Mal, dass Ginny ihm diesen reizvollen Freibrief gab. Bei der nächstbesten Gelegenheit würde er ihn umsetzen, so viel war klar.
Letztlich kehrte aber Ruhe an ihrem Tisch ein, die Daphne wiederum nutzte, um sich bei Hermione für Pansys ekliges Verhalten zu entschuldigen. Ihr war diese Sache furchtbar unangenehm, was auch nicht besser wurde, als Blaise und Draco erneut zu meckern begannen und auch Ginny ein beleidigtes Gesicht machte.
Daphne konnte nicht sagen wie dankbar sie Merlin war, dass Charlie sich erneut vor sie stellte, genauso wie Hermione die beiden Jungs zur Räson rief, dass sie nicht weiter auf der Sache herumreiten sollten. Daphne hatte nichts falsch gemacht, außer auf das Beste zu hoffen.
Nach dem Frühstück verschwanden sie geschlossen zu Verwandlung. Hinter ihnen lief einer ihrer Mitschüler, dessen blaue Augen starr und kalt auf den Rücken des Blonden fixiert waren, dem er drohte, mit seinem Blick ein Loch ins Kreuz zu brennen. Von den Freunden bemerkte es jedoch niemand, da keiner Ron auch nur noch irgendeine Art der Beachtung schenkte. Ganz anders Lavender, die seit Tagen verzweifelt versuchte, Rons Aufmerksamkeit und Interesse wieder mehr auf sich zu lenken. Vergebens. Ron schien nur noch zwei Personen im Fokus zu haben. Die eine war Hermione, die andere Draco.
Beiden schlich er nach Verwandlung nach, da sie auf dem Weg zu Arithmantik waren, während Ron zwei Freistunden hatte. Lavender ignorierte er auch weiter, die ihm gekränkt und beleidigt mit ihren blauen Augen folgte, wie er dem Schulsprecherpaar hinterher lief und letztlich nach Hermione rief.
Als sie den Rotschopf hinter sich hörte, verdrehte sie die Augen, während es in Draco gefährlich zu rumoren begann. Auf Rons Ruf blieb am Ende auch keiner der Beiden stehen, sodass der Rotschopf etwas schneller wurde und Hermione am Arm packte, aus dem sie sich sofort wand und aufbrausend herumwirbelte.
„Was willst du?“, zischte sie ihn kalt an, was sich auch in ihren sonst so warmen Augen wiederspiegelte. Wut und Verachtung, aufgrund der jüngsten Aktion mit Blaise, von der Ginny ihr am vergangen Abend zeternd berichtet hatte.
„Können wir reden? Es ist wichtig“, bat er eindringlich, durchbohrte im gleichen Moment Draco aber mit Blicken, der sich bedrohlich hinter Hermione aufbaute und Ron seinerseits mit seinen Eisaugen lynchte.
„Ich wüsste nicht, was wir noch zu bereden hätten. Ich hab es satt, Ronald!“ Mit diesen Worten wandte sie sich von ihm ab, doch er packte sie erneut, diesmal fester, am Oberarm und versuchte, sie mit einem „Jetzt warte doch“, mehr zu sich zu ziehen. Allerdings kam er nicht weit, da Dracos Hand dazwischen ging und er seinerseits Ron am Handgelenk umfasste, was er ihm brachial zusammendrückte.
„Die Pfoten von ihr, Weasley“, raunte er ihm warnend zu, was Ron mit einem mörderischen Blick quittierte. „Ich hab nicht mit dir geredet, Frettchen. Verpiss dich!“ „Wie hast du mich genannt, du Penner?“, baute sich Draco noch weiter knurrend auf und schob sich verstärkt vor Hermione, die Ron inzwischen losgelassen hatte.
„Räudiges Frettchen!“, wiederholte Ron das böse F-Wort, mit dem man Draco zur Weißglut treiben konnte, wie Hermione nur zu gut wusste. Zudem spürte sie schon regelrecht, wie sich die Spannungen zwischen den Beiden in den wenigen Augenblicken so sehr aufgeheizt hatten, dass es sicher nicht lange dauern würde, bis entweder Flüche oder Fäuste flogen. In Dracos Fall wäre das sehr ungünstig, weshalb sie sich rasch zwischen die Beiden schob „Schluss!“ und die Hitzköpfe auf Abstand hielt.
„Es reicht mir mit dir!“, funkelte sie Ron sauer an und drehte sich schließlich zu Draco, in dessen Augen es zufrieden funkelte, als Hermione zu ihm meinte: „Lass uns gehen.“ Auf den Wink sah Ron seine Fälle gänzlich davon schwimmen. Doch so leicht würde er nicht aufgeben. Er würde nicht kampflos das Feld räumen. Er würde nicht zulassen, dass Malfoy bekam, was er wollte. Er würde seine Freunde und Familie nicht diesem Schicksal überlassen, auch wenn sie ihn gerade alle dafür hassten. Sie würden irgendwann die ganze Wahrheit sehen. Dafür mussten sie aber leben, weshalb er seiner Freundin erneut nacheilte und sie ein zweites Mal zu fassen versuchte.
„Hermione, warte. Du musst mir zuhören. Nur . . . nur fünf Minuten. Ich. . .“ „Hast du was mit den Ohren, Weasley? Sie will nicht mit dir reden“, knurrte Draco ihm dazwischen und war bereits wieder drauf und dran, die Gryffindor hinter sich zu dirigieren. Weg von Ron, der sich gewaltig auf die Zunge biss, um seinem Gegenüber jetzt hier nicht schon einen Fluch ins Gesicht zu brennen. Stattdessen sah er wieder zu seiner langjährigen Freundin und dem Mädchen, was er liebte und doch nur beschützen wollte.
„Bitte“, kam es ihm leicht flehend über die Lippen, was Hermiones Schale ein wenig knackte, die ihn trotz allem dunkel anfunkelte. „Du hast zwei Minuten. Keine Sekunde länger“, setzte sie ihm ihrerseits ein Zeitfenster, was Rons Herz hüpfen ließ. Draco wiederum glaubte sich verhört zu haben.
„Hermione. . .“, begann er leise, die sich entschuldigend zu ihm neigte. Sie wusste, dass Draco das nicht schmeckte. Allerdings brachte sie es letztlich trotz allem nicht über sich, Ron vollständig den Rücken zu kehren. Sie konnte es einfach nicht. Auch nicht mit der ganzen Scheiße, die er in den vergangenen Wochen verzapft hatte. Sie war es ihm und ihrer langen Freundschaft irgendwo schuldig, ihm wenigstens kurz Gehör zu schenken.„Geh schon mal vor“, meinte sie zu Draco, der mit dem Kopf schüttelte. „Ich komm klar“, versprach sie weiter, doch er rührte sich nicht. Stattdessen beugte er sich zu ihr und flüsterte: „Du weißt doch noch, was Lupin uns gesagt hat? Keine einsamen Spaziergänge.“ „Draco. . .“, seufzte sie auf den Hinweis. „Es ist helllichter Tag.“ „Ich trau ihm nicht“, raunte Draco jedoch ernst und warf Ron erneut einen mörderischen Blick zu, der es ihm gleich tat, diesmal aber die Klappe hielt. Hermione resignierte.
„Ich weiß. Aber ich will das klären.“ „Hm“, brummte er auch weiter verstimmt und schielte nochmal kurz düster zu Ron, bevor er sich wieder auf Hermione konzentrierte. „Wenn du in fünf Minuten nicht im Zimmer bist, hol ich dich“, versprach er und ließ es sich nicht nehmen, Hermione einen kleinen Kuss auf die Schläfe zu hauchen, die es mit einem flüchtigen Lächeln aufnahm, bevor Draco Ron nochmal dunkel taxierte, der kurz vorm Platzen war, aufgrund dieser Geste. Nur einen Moment später war Draco weg und Hermione weitestgehend mit Ron allein auf dem Gang, zu dem sie sich unheilvoll drehte.
„Zwei Minuten. Überleg dir also gut, was du damit machst“, warf sie ihm scharf zu und sah kurz auf ihre Uhr, bevor sie meinte: „Fang an.“ „Ich weiß, du, Ginny, Harry und die anderen glaubt mir das nicht, aber die Schlangen sind nicht das, was sie vorgeben.“ „1:45“, kommentierte Hermione mit einem Blick auf ihre Uhr kalt. „Ich will doch nur, dass es euch gut geht. Ich hab Angst, dass sie euch verletzen. Verdammt, ich trau Malfoy nicht. Er hat immer krumme Dinger gedreht und gelogen und ich . . . ich will euch doch bloß vor denen beschützen!“, brauste er wieder leicht auf, was Hermione auch weiter kalt ließ.
„Es gibt nichts, wovor du uns beschützen müsstest. Der Krieg ist vorbei und sie sind nicht der Feind. Sie waren es nie. 1:20.“ „Ach nein? Malfoy hat also nie gegen uns gearbeitet und uns immer wieder das Leben zur Hölle gemacht?“ „Dumme Kinderstreitigkeiten. 1 Minute.“ „Erzähl ihr von den Büchern. Von den Zaubern“, empfahl ihm die dunkle Stimme.
„Weißt du eigentlich, dass er sich spät abends in der Verbotenen Abteilung rumtreibt?“, warf Ron ein, was sie doch für eine Millisekunde überrascht schauen ließ, bevor ihr Blick wieder so undurchdringlich wurde, wie sonst Dracos’.
„Er wird etwas recherchiert haben.“ „Also hat er dir nichts erzählt? Passt ja. Was sagst du dazu, dass er in Büchern über Illusionierung und Verschleierung gelesen hat? Bücher, die sich mit der Auslöschung von Dingen befassen? Das gehört nicht gerade zum Lehrplan, oder?“, ätzte Ron leicht. Hermione zuckte aber nur mit den Schultern.
„Wie gesagt, er wird etwas recherchiert haben. Deine zwei Minuten sind im Übrigen um“, beendete Hermione ihr Gespräch kurz und schmerzlos und drehte sich zum Gehen um. Ron war jedoch nicht gewillt, sie so einfach ziehen zu lassen, wo er sie seit Langem einmal wieder vollkommen ungestört für sich hatte.
„Verdammt, jetzt warte!“, knurrte er und packte sie recht grob am Oberarm. „Lass das!“, fauchte sie und versuchte rasch mit der freien Hand ihren Zauberstab zu ziehen. Ron ahnte die Bewegung allerdings voraus und packte sie blitzschnell am rechten Handgelenk, bevor er mit ihr herumwirbelte und sie in einer der Fensternischen zwischen seiner Gestalt und der Steinmauer einkeilte.
„Lass mich LOS!“, brüllte sie ihn an, doch er hörte nicht, sondern rückte stattdessen noch weiter auf, sodass sie seinen leicht hektischen Atem auf ihren Zügen spüren konnte. „Jetzt sei nicht so naiv. Es ist doch nur zu offensichtlich, dass er etwas verstecken oder verschleiern will. Oder was denkst du, warum er dir nichts von seinen Recherchen. . .“, schnalzte Ron sarkastisch. „. . . erzählt hat? Das Frettchen plant etwas und dafür benutzt er dich. Er wird dir wehtun. Er wird dich verletzen“, prophezeite er ihr unheilvoll, während sie sich versuchte, aus seinem Griff zu winden.
„Du redest absoluten Schwachsinn. Draco würde mir nie wehtun!“, trotzte sie ihm, was ihn kurz schrill auflachen ließ. Hermione lief auf diesen Laut ein eiskalter Schauer durch den Körper, denn dieses Gelächter erinnerte sie gefährlich an das manisch irre von Bellatrix. Dieses Gefühl wurde nur einen Moment später noch verstärkt, als Ron sie wieder ansah, denn in seinen Augen loderte es bedrohlich.
„Hat er dich echt schon so weit, dass du das wirklich glaubst?“, raunte er unheilvoll, bevor ihn wieder eine blinde Wut packte. Hass. „Merlin Hermione, mach die Augen auf! Der spielt doch nur mit dir. Du bist für ihn doch nur Mittel zum Zweck, damit ihm keiner ans Bein pisst. Auch wenn er dir jetzt den lieben Freund vorspielt, wirst du für ihn immer ein wertloses, dreckiges Schlammblut bleiben!“ „Du bist ein verfluchter Arsch“, presste sie auf seine barschen Worte bitter hervor und hatte dabei ordentlich mit den Tränen zu kämpfen.
„Lass mich endlich los!“, murmelte sie wirsch und versuchte sich aus seinem Griff zu winden, doch er ließ auch weiter nicht locker, sondern drückte sie nur noch mehr gegen die Wand. „Verdammt, ich mein es doch nur gut! Ich will nicht, dass er erst dazu kommt, dich zu verletzen.“ „Der Einzige, der mir wehtut, bist du!“, zischte sie ihn an, holte mit dem Fuß aus und trat ihm mörderisch gegen’s Schienbein.
Auf die Regung stieß er zischend die Luft aus, als ihm ein spitzer Schmerz durch den Körper schoss. Ihre Aktion verfehlte am Ende dennoch gänzlich ihre Wirkung, denn anders als gehofft, ließ er sie nicht los, sondern drückte sie rabiat mit sich noch mehr gegen die Wand. Und das zunehmend zornig.
„Ich werd das nicht zulassen, auch wenn ihr mich dafür alle gerade nicht ab könnt. Ich werde nicht zulassen, dass dieser räudige Bastard bekommt was er will. Ich werde nicht zulassen, dass er sich zwischen uns stellt und dir etwas antut!“ „Du bist doch vollkommen übergeschnappt! Merlin, was ist bloß los mit dir?“, fragte sie nicht nur ihn, sondern stellte sich diese Frage in der Sekunde selbst vermehrt, denn dieser junge Mann vor ihr, war ihr völlig fremd. Fremd, unheimlich und allen voran angsteinflößend.
Dieser Ron schien rein gar nichts mehr mit dem Ron gemein zu haben, den sie von früher kannte. Sie konnte einfach nicht verstehen, was aus ihrem lieben Freund geworden war. Doch wie es schien, war ihr lieber Ron im Laufe des Kriegsjahres ebenso gestorben. Irgendwie. Irgendwann. Sie erkannte es an seinen Augen. Da, wo sich früher Witz und Schalk den Platz mit Wärme und Freude geteilt hatten, spiegelte sich nur noch Kälte, Hass und Zorn wieder.
„Gar nichts. Ich hab mich von dem Schlangenpack nur nicht einlullen lassen, so wie ihr!“, brauste er kurz noch mehr auf, bevor er sich beinahe manisch zu Hermione vorbeugte, sodass sie ein dunkles Funkeln in seinen Augen zu sehen glaubte, als er ihr eindringlich zuraunte: „Du musst mir bei der Sache vertrauen, dann wird alles gut. Dann wird alles so wie früher und wir können wieder zusammen sein. Wir gehören einfach zusammen.“ „Vergiss es!“, fauchte sie entschieden und stemmte sich erneut gegen ihn. Ron knurrte auf die Geste nur wütend.
„Du wirst das alles schon noch verstehen“, raunte er dunkel und ließ ohne Vorwarnung seine Lippen auf ihre krachen. Hermione blieb auf den Angriff sofort die Luft weg, was Ron für sich nutzte und noch mehr nach ihren Lippen drängte, die er letztlich recht rabiat mit seinen aufzwang und ihr Innerstes zu plündern begann. Hermiones Wimmern vernahm er nicht weiter, genauso wenig ihre Gegenwehr, die er mit seinem ganzen Körper erstickte und sie so schon halb an der Wand erdrückte. Er realisierte nichts mehr, außer seinem Verlangen und der Begierde nach ihr, was er gestillt haben wollte.
So bemerkte er auch nicht, dass er mit Hermione auf dem halbleeren Gang doch nicht so unbeobachtet war. Auf Ron ruhte inzwischen ein wütendes paar blaue Augen einer dritten Person, deren Hand bereits zu ihrem Zauberstab zuckte, um dem ungebührlichen Treiben ein Ende zu setzen. Jedoch kam der Gestalt eine blonde, mit grün-silberner Krawatte, zuvor. Diese gab einen Fluch auf Ron ab, der wie elektrisiert zusammenzuckte und damit von Hermione abließ.
Als die Beiden aufblickten und Ron seinen Zauberstab ziehen wollte, bekam er den nächsten Fluch ab, der ihm zudem den Zauberstab aus der Hand riss. Die freie Hand der Schlange ging wiederum in Hermiones Richtung, die ohne nachzudenken nach dem kleinen Rettungsseil griff, was sie aus Rons Fängen zog. Erst als sie etwas hinter der blonden Gestalt war, kam sie wieder vermehrt zu Sinnen und erkannte ihren Retter.
Zwar war die Person blond und eine Schlange, jedoch meilenweit davon entfernt, Draco zu sein, was auch ganz gut war. Hermione hatte keinen Zweifel daran, dass er Ron bereits ins nächste Jahrtausend geflucht hätte. Und zwar in vielen, kleinen Stücken. Stattdessen stand Daphne halb neben, halb vor ihr und hielt ihren Zauberstab noch immer leicht drohend auf Ron gerichtet, der die Slytherin hasserfüllt anfunkelte. Als sich seine Hand in die Richtung seines Zauberstabs bewegte, fluchte Daphne diesen vermehrt in eine andere Ecke, bevor ihr Stab wieder auf Ron zeigte.
„Versuch es einmal und du lernst das Fliegen ohne Besen, Weasley“, drohte sie ihm und hatte dabei diesen Blick einer Eisflamme aufgelegt. Es war ein Blick, den offensichtlich nur echte Schlangen aus traditionellen Reinbluthäusern beherrschten. Rons Blick verlor sich wiederum auf Hermione.
„Du machst einen Fehler!“, warf er ihr zu. „Der einzige Fehler war zu glauben, du wärst endlich zur Vernunft gekommen“, entgegnete sie ihm noch immer leicht zittrig mit frischen Tränen in den Augen. Kurz darauf nahm Daphne sie an die Hand, um mit ihr zu verschwinden.
„Danke“, hauchte Hermione, kaum dass sie Ron hinter sich gelassen hatten. Sie war noch immer etwas neben sich, aufgrund seiner Grobheit und vor allem Dreistigkeit, sie zu küssen. Und das dann auch noch so rabiat, um nicht zu sagen brutal. Merlin sei Dank, hatte es niemand weiter bemerkt. Vor allem nicht Draco, was besser auch so blieb.
„Sag es niemanden“, bat sie Daphne schließlich leise, die sie verwirrt ansah. „Was? Weasleys Überfall?“ Sie nickte. „Ich will nicht, dass Draco das spitz kriegt. Er würde nur etwas Dummes machen.“ „Wo steckt er überhaupt? Er hat doch mit uns Arithmantik.“ „Ich hab ihn vorgeschickt.“ „Warum?“, wunderte sich Daphne noch mehr, als sie um die nächste Ecke verschwanden.
„Weil die Beiden sich vorhin schon fast an die Gurgel gegangen sind. Ärger ist das Letzte, was Draco gebrauchen kann.“ „Schon klar, nur. . . Ich weiß nicht. . . Willst du die Sache mit Weasley melden? Ich mein. . . Blaise hat er ja auch schon grundlos angesprungen.“ „Ich weiß“, seufzte Hermione und sah auf, wo sie nun auch Draco erkannte, der ihr wie versprochen entgegenkam, da sie noch immer nicht am Klassenzimmer aufgetaucht war. Bei ihm war Charlie, der wohl gleich zur Unterstützung mitkam.
„Erstmal nicht“, flüsterte Hermione Daphne leicht bittend zu, die stumm nickte. Nur einen Moment später waren die Jungs bei den Mädchen. „Was war los?“, fragte Draco sofort, noch bevor Hermione oder Daphne etwas sagen konnten.
„N. . . nichts“, stotterte Hermione kurz und sah ihn versucht entspannt an. Funktionierte bei ihm nur leider nicht, denn er sah ihr an, dass das Gespräch nur zu offensichtlich schlecht verlaufen war. Charlie ähnlich, der einen fragenden Blick zu Daphne warf, die nur mit dem Kopf schüttelte.
„Was hat er gemacht?“, bohrte Draco sofort grimmig. Hermione seufzte. „Er hat das Falsche gesagt“, meinte sie ausweichend, was ihm jedoch nicht genügte, weshalb er sich zu Daphne drehte, die nur meinte: „Sie haben sich gestritten.“ „Er kann es nach wie vor nicht akzeptieren, was ich mit euch habe. Mit dir“, hauchte sie die letzten beiden Worte, worauf Draco nur „Degenerierter Einzeller“, murmelte und die Hexe schließlich zu sich nahm, die sich fallen und ergeben in seine Arme schließen ließ. Das tat einfach nur gut. Etwas Wärme und Fürsorge von einem Menschen zu bekommen, der einen liebte.
„Wenn er dir nochmal blöd kommt, reiß ich ihm den Schädel ab und nehm ihn als Quaffel“, prophezeite Draco unheilvoll, worauf Hermione scharf die Luft einsog. Kurz darauf löste sie sich etwas aus seinem Griff und sah ihn beschwörerisch an.
„Das wirst du nicht.“ „Oh doch.“ „Draco, nein“, hauchte sie nachdrücklich und nahm schließlich sein Gesicht in die Hände, über das sie sanft mit den Fingerspitzen strich. „Ich will nicht, dass du Ärger bekommst, also lass ihn. Versprich es“, forderte sie und entlockte ihm ein leises Brummen. „Versprich es mir. Er ist es nicht wert“, setzte sie noch nach, was die Härte aus seinen Zügen wischte.
„Na schön. Aber ich mach mir in meinen Kalender ein Kreuz für Oktober 2003.“ „Idiot“, murmelte sie mit einem kleinen Lächeln und kuschelte sich wieder etwas mehr an ihn. Nur einen Moment später spürte sie seine kräftigen Arme wieder um ihren Körper, von denen sich eine Hand in ihrer buschigen Mähne verlor. Im nächsten Augenblick war da ein sanfter Druck auf ihrem Haaransatz, von dem sie wusste, dass es seine Lippen waren. Auf den Anblick räusperte sich Charlie.
„Ich unterbreche euch nur ungern, aber ich denke, wir sollten langsam gehen. Professor Vektor wird sonst ungemütlich“, erinnerte er die Beiden daran, dass sie eigentlich schon im Klassenzimmer sein mussten.
Heute noch auszuruhen, wäre vielleicht doch nicht so falsch gewesen, dachte Hermione für sich, als sie mit den drei Schlangen im Zimmer verschwand.
۩ ۞ ۩
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel
Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Sie ist eindeutig der Wolf im Schafspelz, also überhaupt nicht so 'pink', wie sie aussieht.
David Barron, ausführender Produzent