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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Vertrauen

von Alex2303

Hallo ihr lieben,

mal wieder eine Woche später als beabsichtigt, aber ich denke, dafür hat es sich gelohnt. Bin soweit zufrieden mit mir.
:)

Danke an Mirja-Hailey und dramaqueen1997 fürs Kommi schreiben.

@Mirja-Hailey: Immer her mit dein Vermutungen. Ich bin neugierig, auf wen dein Verdacht fällt, was Lucius und Co. angeht.

@dramaqueen1997: Wann ist Hermione nicht stur?
:D Aber zum Schluss hat sie es zumindest etwas eingesehen, dass sie lieber hätte auf ihre Schlange hören sollen.
Was Ron angeht, da haben Harry und die Anderen ja ihre eigene Vermutung, warum er auch weiter seinen Hass auslebt und teils schon damit abgeschlossen, immerhin haben sie anfangs noch versucht mit ihm zu reden. Hinzu kommt, dass sie alle mehr oder weniger mit sich beschäftigt sind. Harry hat ja auch so seine Probleme mit der Damenwelt.
;p



Dann wünsche ich euch viel Spaß mit dem nächsten Chap und ... Ja, es würde mir wirklich sehr viel bedeuten und mich freuen, wenn der Rest der 66 Abonnenten mir vielleicht mal ein kurzes Statement zu allem da lässt.
*liebguck*

Liebe Grüße, fühlt euch gedrückt,

*Nachteule* Alex




۩ ۞ ۩


Mit sichtlich schlechter Laune stocherte Lavender in ihrem Abendessen herum, bevor ihr Blick erneut auf Ron fiel, der neben ihr saß. Der Rotschopf war aber noch mehr als sonst damit beschäftigt, den gemischten Tisch der Schlangen, allen voran Malfoy, mit Blicken zu lynchen.
Sie hatte keine Ahnung was nach Verwandlung passiert war, da sie zu Pflege magischer Geschöpfe gemusst hatte. Rons Laune war beim Mittagessen aber noch schlechter, als am Morgen. Und so, wie er jetzt guckte, da musste ihm ein dicker Flubberwurm über die Leber gekrochen sein und daran war zweifellos Granger schuld.
Lavender wusste, dass Ron der blöden Ziege noch immer nachlief, warum auch immer. Und es kotzte sie maßlos an. Eigentlich hatte sie sich ja etwas richtig Schönes für die hässliche Kuh überlegt, was dafür sorgen würde, dass Ron sie endgültig in den Wind schoss und sie auch so bei allen unten durch war. Nur brauchte sie jemanden, der ihr beim Gerüchte streuen half, und den hatte sie nicht. Nicht mehr.
Sie hatte zwar versucht Parvati von ihren Beobachtungen zu erzählen, doch die Inderin ging in keinster Weise darauf ein, sondern rügte Lavender stattdessen, sie solle aufhören Giftpfeile auf Hermione zu schießen. Genauso hatte sie ihr nahegelegt, Ron abzuservieren, da sein Verhalten bereits auf sie abfärbte. Zudem musste ihr doch selbst klar sein, dass er nichts von ihr wollte und sie nur ein Ersatznagel für Hermione war.
Das war ein Stachel, der unglaublich tief und schmerzhaft in ihr steckte, zumal sie wusste, dass Pavarti Recht hatte, was Ron anging. Dennoch war sie nicht gewillt, ihn ein zweites Mal an die Streberin zu verlieren. Die blöde Ziege verdiente ihn nicht, da sie überhaupt nicht für ihn da war, im Gegensatz zu ihr. Sie hatte sich nach der Schlacht seinen Kummer und sein Leid angehört und ihn zudem versucht zu trösten und aufzubauen. Sie hatte ihm den Rücken gestärkt und das sollte der Dank sein? Nein. So leicht würde sie nicht aufgeben. Wie hieß es nicht auch immer? Im Krieg und der Liebe war alles erlaubt. Und sie würde für ihre Ziele kämpfen. Sie würde um Ron kämpfen.
Eine ungeahnte Möglichkeit bot sich ihr, als ein jüngerer Schüler aus Ravenclaw zu ihr an den Tisch trat und ihr einen Zettel reichte. „Soll ich dir geben“, meinte er leicht verschüchtert, bevor er sich wieder zu seinen Klassenkameraden begab und die Große Halle verließ. Lavender nahm es etwas verwundert auf und sah schließlich auf die Notiz.

Du willst Ron, ich will Hermione.
Triff mich auf dem Astronomieturm.


Verwirrt sah sie auf die beiden Sätze und danach in der Halle nach jemandem, der ihr vielleicht einen kurzen Blick zuwarf. Allerdings schenkte ihr niemand Beachtung. Auch Ron nicht, der noch immer, mehr als verstimmt, zu seinen ehemaligen Freunden sah, die sich angeregt unterhielten. Seinen Braten hatte er mittlerweile auch schon zu Püree verarbeitet, so sehr säbelte er in dem Fleisch herum. Lavender war sich ziemlich sicher, dass er sich vorstellte es wäre Malfoy.
„Ich geh schon mal“, meinte sie dennoch zu ihm, erhielt aber keine Antwort. Ja, er sah sie nicht einmal an, was sie noch zusätzlich deprimierte. Am Ende verschwand sie aus der Halle in Richtung des Astronomieturmes. Da keine Zeit auf dem Zettel stand und ihr ein jüngerer Schüler die Notiz gegeben hatte, vermutete sie, dass die Person, die sich mit ihr treffen wollte, bereits auf dem Turm war. So war es auch.
Als sie im Halbdunkel des anbrechenden Abends auf die freie Fläche trat, entdeckte sie an der Brüstung einen brünetten Jungen, den sie allerdings nirgendwo so richtig hinzustecken wusste. Dem Emblem auf seiner Schuluniform nach, gehörte er aber zu den Adlern.
„Schön, dass du Zeit hattest“, begann er freundlich. Lavender wusste aber nicht so richtig, was sie von der Sache halten sollte. „Was sollte das mit der Nachricht?“ „Oh, war sie nicht deutlich genug? Ich dachte du wärst so sehr daran interessiert, dass Ron dich mehr beachtet und dir sein Herz schenkt?“ „Das will ich auch!“ „Siehst du. Und ich habe ein reges Interesse daran, dass Hermione sich mir zuwendet. Eine Verbindung zu ihr kann einem schließlich recht nützlich sein. Sieht man ja an Malfoy“, resümierte er ein wenig ungehalten.
„Dummerweise scheint sie gerade mit ihm so etwas wie eine Beziehung zu haben, was mir ein einziges Rätsel ist. Hinzu kommt, dass dein Herzallerliebster trotz allem seine Finger nicht von Hermione lassen kann“, raunte ihr Gegenüber ein wenig unheilvoll und trat letztlich auf Lavender zu, die ihn verwirrt ansah. In sich ein immer stärker werdendes Gefühl von Bitterkeit, da sie nur zu gut wusste, dass Ron die Hexe ihr nach wie vor um Längen vorzog.
„Was meinst du?“, fragte sie dennoch. „Ich rede davon, dass er ihr heute Vormittag ziemlich gierig die Zunge in den Hals gesteckt hat.“ „Das hat er nicht!“, schnappte Lavender aufgebracht, die das nicht glauben konnte. Glauben wollte. Zeitgleich krampften sich ihre Eingeweide ein wenig zusammen, als sich ein Geschwür aus Eifersucht, Wut, aber auch Schmerz in diesen breitmachte.
„Bedauerlicherweise doch. Aber wenn es dich beruhigt, Hermione war nicht sehr begeistert davon. Trotzdem kann er es nicht lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dich das ziemlich kränkt, so sehr, wie du um seine Aufmerksamkeit und Zuneigung buhlst. Aber er will dich nicht. Nicht wahr? Er will Hermione zurück, da sie ihm langfristig sehr viel mehr bieten kann, als ausschließlich schnöden Sex“, wurde er leicht abfällig und musterte sie von oben herab, was den Stachel, dass sie Ron nicht genügte und nie genügen würde, nur noch tiefer trieb.
„Hermione will ihn aber nicht, was auch nicht weiter verwunderlich ist. Er kann ihr nirgends auch nur ansatzweise das Wasser reichen. Nur kapiert er das nicht, was man ihm vielleicht noch stärker deutlich machen sollte. Dann würde er dich sicher auch mehr beachten und etwas mehr auf dein Verlangen eingehen. Das willst du doch?“, fragte er. „Natürlich. Ich liebe ihn“, gab sie ihrem Gegenüber die bitter, ehrliche Antwort, was ihn zufrieden lächeln ließ.
„Das ist doch schön. Da sollte es doch auch eine Möglichkeit geben, dich mit deinem Ron zu vereinen. Ich hätte da auch schon eine Idee, wie wir beide bekommen, was wir wollen.“ „Wirklich?“, sah Lavender hoffnungsvoll zu dem Ravenclaw, der nickte und sie plötzlich leicht lauernd ansah.
„Vorher aber verrat mir, wie weit du gehen würdest, um deinen Ron zu bekommen? Was würdest du tun?“ „Alles“, antwortete sie unbedacht, worauf er zufrieden grinste und ganz zu der Löwin aufschloss.
„Ich hab mir das so gedacht, dass wir Hermiones Beziehung zu Malfoy einen ordentlichen Knacks versetzen.“ „Und wie? Ich hab doch schon fiese Gerüchte gestreut, nur interessiert das niemanden weiter.“ „Gerüchte sind in dem Fall zu wenig, Süße. Da bedarf es schon Taten, die von verschiedenen Leuten zur Kenntnis genommen werden sollten, denn ich schätze von den Löwen wird keiner weiter dem glauben, was du sagst. Hab ich Recht?“, bohrte er wissend, worauf sie schwieg und bitter die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste.
„Dacht ich mir. Mir kamen nämlich auch schon ein paar deiner obskuren Gerüchte zu Ohren. Nicht unbedingt kreativ und vor allem logisch, aber daraus kann man trotzdem noch was machen. Gerade weil es nicht so ganz stimmig ist, wird es den Rest umso mehr schockieren, wenn sie sehen, dass die Gerüchte tatsächlich der Wahrheit entsprechen.“ „Was?“, sah sie ihn verdattert an.
„So etwas würde Granger nie machen.“ „Hermione nicht. Das stimmt. Du aber.“ „Was?“, wurde Lavender ein wenig blass um die Nase und schüttelte heftig mit dem Kopf. „Das würde ich nicht! Ich . . . ich will nur Ron“, gab sie halb verzweifelt von sich. „Für den du alles tun würdest. Waren das nicht eben deine eigenen Worte?“ „Ja schon, aber doch nicht. . .“ „Nicht was?“, unterbrach er sie kalt und taxierte sie warnend mit seinen blauen Augen.
„Du willst mir doch nicht erzählen, dass du plötzlich ein Problem damit hättest? Soweit ich weiß, hast du vor deinem Ronie doch auch sehr viele andere glücklich gemacht. Nicht wahr?“, säuselte er und strich ihr sanft mit den Fingerspitzen über die Wange. Lavender lief bei der Geste jedoch ein kalter Schauer über den Rücken.
„Aber um dich zu beruhigen, so wild wie deine Gerüchte sind, musst du es gar nicht treiben. Das bekommen wir zwei Hübschen mit den richtigen magischen Mitteln auch alles allein bewerkstelligt. Und dabei können wir auch noch etwas unseren Spaß haben. Das klingt doch ganz nett. Du bist doch für Spaß zu haben?“, fragte er, worauf sie schwieg und den Kopf verbissen zur Seite wegdrehte.
Sie wollte Ron für sich. Sie wollte, dass er aufhörte der prüden Streberin nachzurennen. Aber das. . . Sowas konnte sie nicht machen. Ron würde sie bis an ihr Lebensende verabscheuen, wenn er das heraus fand. Eine andere Idee hatte sie aber auch nicht.
„Hm. Anscheinend doch nicht“, resümierte der Ravenclaw auf ihr Schweigen leicht bedauernd, bevor er noch spitz nachsetzte: „Offensichtlich ist dir doch weitaus weniger an deinem Ron gelegen, als du dachtest, wenn dir dein Stolz so sehr im Weg ist. Typisch Löwen. Tja, dann kann ich dir leider auch nicht weiterhelfen. Dann wirst du wohl damit leben müssen, dass Ron Hermione auch weiter nachschmachtet.“ Mit diesen Worten ließ er von ihr ab und machte sich wieder auf den Weg. Allerdings kam er nicht sehr weit, als Lavender sich nach einem kurzen Moment umdrehte und nach ihm rief.
„Warte!“

۩ ۞ ۩


Im Turm der Schulsprecher brüteten Hermione und Draco über ihren Hausaufgaben, auf die sie sich nur mäßig konzentrieren konnten. Beiden gingen die unterschiedlichsten Dinge durch den Kopf. So überlegte Draco, wie er dem Wiesel am besten zeigte, dass er sich von Hermione fernzuhalten hatte. Denn auch, wenn sie sich nicht weiter zu ihrem Gespräch mit dem Idioten geäußert hatte, war es für Draco nur zu deutlich gewesen, dass da mehr passiert war. Dummerweise hatte sich auch Daphne nichts entlocken lassen, außer, dass die beiden Löwen gestritten hatten. So wie Weasley in letzter Zeit aber tickte, würde es Draco doch arg wundern, wenn da nicht noch mehr war.
Hermiones Gedanken drehten sich in einer angrenzenden Bahn, denn sie dachte über Rons Worte nach. Nicht den Stuss, den er über Draco gesagt hatte, sondern mehr die Tatsache, dass sich Draco in der Verbotenen Abteilung aufgehalten hatte. Der Blonde hatte ihr nichts in der Richtung gesagt, allerdings glaubte sie auch nicht, dass Ron sich das bloß aus den Fingern gesogen hätte. Da hätte er sich etwas weitaus Kreativeres einfallen lassen können, als Illusionszauber, um Draco etwas anzuhängen.
Nichtsdestotrotz beschäftigte sie die Frage zunehmend, was genau der Slytherin gesucht haben könnte? Genauso kränkte es sie ein ganz klein wenig, dass er scheinbar zu Stolz war, sie um Rat oder Hilfe zu fragen. Am Ende konnte sie ihre Frage darüber nicht mehr für sich behalten und richtete sich an ihn.
„Du Draco. . .“ „Hm?“, brummte er leise über seiner Arithmantikaufgabe, deren Zahlencode keinen Sinn ergeben wollte, da ihm das Wiesel zu sehr im Kopf herumspukte. „Was hast du eigentlich in der Verbotenen Abteilung gesucht?“ „Was?“, sah er ein wenig ertappt auf. Merlin, er hatte doch wirklich aufgepasst, damit sie nichts von seinen Recherchen mitbekam. Das wäre äußerst unpraktisch für sein ganzes Vorhaben.
„Ron meinte, er hätte dich dort gesehen. Stimmt es?“, fragte sie etwas unsicher, da sie nicht wollte, dass er es irgendwie missverstand. Draco musterte sie auf die Frage auch kurz etwas perplex, bevor er überlegte, es zu verneinen. Das wäre das Einfachste. Andererseits wollte er sie nicht anlügen. Bei seinem Glück fiel das irgendwann nur wieder negativ auf ihn zurück.
„Es stimmt. Wobei es mich überrascht, das Weasley den Weg in die Bibliothek gefunden hat. Ich dachte immer die Hohlbirne kann gar nicht lesen“, scherzte er, um etwas vom Thema abzulenken. Hermione warf ihm daraufhin auch schmunzelnd eines der Couchkissen zu, bevor sie wieder ernst wurde und auf ihre einleitende Frage zurückkam.
„Was wolltest du denn dort?“ „Was recherchieren.“ „Und? Erfolg gehabt?“ „Nicht so richtig.“ „Was genau hast du denn gesucht? Vielleicht kann ich dir helfen“, bot sie sich freundlich an, was ihn ins Trudeln brachte. Lügen wäre in dem Moment vielleicht doch besser gewesen.
„Eher nicht“, meinte er ausweichend, was sie ein wenig deprimierte. „Willst du meine Hilfe nicht?“, fragte sie geknickt, was ihn noch mehr ins Schwimmen brachte. Immerhin wollte er sie nicht kränken. Erst Recht wegen dieser Sache.
„Das ist es nicht. Es ist nur. . . Es ist ein Geheimnis“, gestand er ihr, was das Traurige aus ihren Zügen wischte. Anstelle dessen trat jedoch die Neugier, was er auch nicht gebrauchen konnte. „Ein Geheimnis?“, spitzte sie und rückte, wie befürchtet, interessierter auf. „Was?“, fragte sie mit funkelnden Augen. Draco überlegte da aber schon krampfhaft, wie er aus der Sache wieder rauskam, ohne ihr etwas von seinen Plänen zu verraten. Dann kam ihm aber eine pikante, leicht riskante Idee.
Er sah die Hexe verschmitzt an und fragte: „Vertraust du mir?“ „Das weißt du doch“, gab sie ihm ruhig, wenn auch etwas verwundert zurück. Draco war mehr als zufrieden mit der Antwort, denn er schmunzelte sie noch mehr an.
„Dann frag mich nicht weiter.“ Daraufhin blinzelte Hermione perplex. So hatte sie sich das jetzt nicht gedacht. Mit der Frage hatte Draco sie allerdings ausgetrickst, was ihre Neugierde, aber auch eine leichte Unruhe, mehr schürte, wenn er nun versuchte, ein Geheimnis daraus zu machen.
„Es ist aber nichts Schlechtes? Also keine verbotenen Zauber?“, hakte sie nach, was ihn leicht deprimierte. „Du vertraust mir nicht“, stellte er fest, dem sie sofort widersprach. „Doch! Natürlich vertrau ich dir. Es ist nur. . . Ich will mir einfach nur sicher sein, dass es nichts ist, was gegen deine Auflagen verstößt. Die Verbotene Abteilung heißt schließlich nicht grundlos so“, erinnerte sie ihn. „Ich vertraue dir. Wirklich. Aber du weißt genauso wenig wie ich, was tatsächlich alles unter die Verbote der Strafverfolgung fällt. Denk da einfach dran, okay?“, bat sie ihn, was ihn wieder lächeln ließ.
„Ich recherchier im Moment lediglich für einen kleinen Zauber, an dem ich bastel. Wirkungsgrad, Fläche und so weiter. Es ist aber nichts Schwarzmagisches oder so. Keine Sorge. Nur hab ich im normalen Bereich der Bibliothek nichts dazu gefunden. In der Verbotenen leider auch nicht“, resignierte er ein wenig.
Er war sich sicher, dass sich in der Bibliothek des Manors etwas Passendes finden würde, nur kam er dort im Moment nicht ran. Allerdings spielte er vermehrt mit dem Gedanken, seine Mutter deswegen anzuschreiben. Sie könnte in Absprache mit Lupin dann die Bücher holen, die er brauchte.
„Und du willst wirklich nicht, dass ich dir helfe?“, blieb sie neugierig. „Nein. Aber ich verspreche dir, du wirst die Erste sein, der ich den Zauber präsentiere, wenn das alles so klappt, wie ich mir das denke. Bis dahin musst du dich gedulden und mir vertrauen“, bat er mit einem kleinen Lächeln, dem sie glaubte und Ruhe gab.
„Okay.“

۩ ۞ ۩


Am Mittwoch stand neben Kräuterkunde und Geschichte der Zauberei auch Verteidigung gegen die Dunklen Künste auf dem Lehrplan. Dracos absolutes Lieblingsfach in diesem Jahr. Gleich nach Muggelkunde.
Draco konnte Dippet nach wie vor nicht ab, auch wenn er ihm am Sonntag unbewusst ein wenig den Kopf aus der Schlinge gezogen hatte, was Tonks’ blöde Idee anging, dass er eine Aussage zu den Listen machen sollte. Das hätte ihm doch gleich ein Rückfahrticket nach Askaban eingebracht. Darauf konnte er verzichten, wie auch auf Dippets Anwesenheit. Lupin wäre ihm als Professor in Verteidigung gegen die Dunklen Künste 1000-mal lieber, aber als Leiter der Aurorenzentrale war er weitaus besser eingesetzt. Dippet machte seine Sache zwar auch nicht schlecht, dennoch blieb er Draco mehr als unsympathisch. So nahm Draco es auch mit gesteigerter Vorsicht und Skepsis auf, als Dippet verkündete, dass er in den kommenden Stunden mit ihnen das stumme duellieren trainieren wollte.
„. . . Viele von Ihnen haben sich an den Kämpfen im Schloss beteiligt und in diesen bereits ihre Fertigkeiten, Stärke, Mut und Entschlossenheit bewiesen. Aber auch ein Fünkchen Glück und nicht selten auch die Überheblichkeit und Selbstsicherheit Ihrer Gegner, wird zu Ihrem Erfolg und Sieg beigetragen haben“, erklärte Dippet und sah kurz zu Harry, bevor er mit seinen Erläuterungen fortfuhr.
„Dies sollten Sie sich auch immer vor Augen halten. Es kann einem sehr leicht zum Verhängnis werden, wenn man seinen Gegner unterschätzt. Selbst der Unscheinbarste kann Großes bewirken“, meinte er weiter und hatte den Blick nun auf Neville liegen, der leicht rot wurde.
„Diese Schlacht ist zwar geschlagen und der Krieg beendet, dennoch wird es immer wieder Situationen geben, in denen Sie sich schützen müssen. Oft sind es da bereits die ersten Zauber, die den entscheidenden Ausschlag geben. Diese Wirkung lässt sich zudem noch weiter steigern, wenn Ihr Gegner nicht weiß, was auf ihn zukommt. Deswegen werden wir das in den nächsten Tagen und Wochen trainieren. Zudem wird es denjenigen von Ihnen, die eine spätere Aurorenlaufbahn anstreben, bereits eine gute Übung sein“, sah er wieder zu Harry, dessen Augen zu leuchten begannen.
„Bevor wir aktiv mit kleinen Duellen beginnen, möchte ich erst einmal sehen, wie es mit Ihren Fertigkeiten im stillen Zaubern aussieht“, führte Allan fort und ließ seine Schüler diverse Zauber stumm ausführen, was, wie er erwartet hatte, kaum jemand wirklich beherrschte, denn die Meisten murmelten die Zauber leise. Bei anderen, bei denen es weitestgehend klappte, waren die Schildzauber jedoch recht schwach und würden einem Angriff kaum standhalten.
Am Ende waren es gerade mal fünf seiner Schüler, die in diesem Bereich bereits recht gut gestellt waren. Von drei der Fünf hatte er nichts anderes erwartet, da sie mit ihren Leistungen ihren Mitschülern doch um einiges voraus waren.
Bei Draco, Blaise und Charlie vermutete er, dass es durch ihre strenge, konservative Erziehung kam. Besonders deutlich stach Draco hervor, der letztlich ja noch eine ganz andere Ausbildung durchgemacht hatte. Hermione war ohnehin außerordentlich begabt und talentiert. Es war nicht nur ihr Fleiß allein, denn bestimmte Dinge konnte man einfach nicht antrainieren. Zumindest nicht in einem solchen Maß. Und dann war da natürlich Harry, dem diese Art der Magie in die Wiege gelegt schien.
So ließ er alle für den Anfang erst einmal das stille Beschwören verschiedener Schildzauber üben, denn mit dem duellieren wollte er erst beginnen, wenn alle ein halbwegs annehmbares Level erreicht hatten. Andernfalls würden einige sicher den Mut verlieren, wenn sie chancenlos gegen ihre Mitschüler antreten mussten. Zum Ende der Stunde gab Dippet seinen Schützlingen noch auf, dass sie das stille Beschwören und Zaubern auch weiter üben sollten, damit sie zeitnah zur Praxis übergehen konnten.
„Miss Granger, Mr. Malfoy? Warten Sie bitte einen Moment“, hielt er das Schulsprecherpaar noch kurz zurück, das einen verwirrten Blick miteinander tauschte. „Was gibt es denn? Wir müssen dann noch zu Verwandlung“, begann Hermione. Dippet nickte. „Es dauert nicht lange. Denke ich. Setzen Sie sich noch kurz“, wies er die Beiden auf die vorderste Bankreihe, dem lediglich Hermione nachkam. Draco musterte seinen Professor auch weiter mit Misstrauen und Vorsicht. Dieser richtete sich dann auch mehr an den Blonden.
„Ich weiß, dass Sie mir meinen Fehltritt aus der ersten Stunde noch immer übel nehmen, und dazu haben Sie auch jedes Recht. Dennoch kann ich nicht mehr, als mich erneut dafür zu entschuldigen.“ „War’s das?“, murrte Draco, dem Hermione einen sanft tadelnden Blick zuwarf, den er allerdings ignorierte und stattdessen Dippet wieder verstärkt anfunkelte, der mit dem Kopf schüttelte.
„Nein. Ich wollte mich außerdem kurz mit Ihnen über Ihr kleines Magieproblem unterhalten. Am Sonntag kam es ja wieder zu einer . . . Reaktion“, merkte Allan behutsam an, da Dracos Gefühlswandlungen noch immer einem Minenfeld glichen. Das hatte sich am Sonntag erst wieder überdeutlich gezeigt.
„Zwar hatten wir gehofft, dass sich dieses Problem mit etwas Zeit legt, dem scheint allerdings nicht so zu sein.“ „Wer ist wir?“, hakte Hermione nach, die ein wenig unruhig auf ihrem Platz hin und her rückte. Sie hatte noch deutlich McGonagalls Worte im Kopf, dass sie Draco in Behandlung schicken würde, wenn das mit seinen Ausbrüchen nicht aufhörte.
„Professor McGonagall, Tonks und ich“, erklärte Dippet und steigerte ihre Unruhe damit ins beinahe Unermessliche. Der Gedanke, dass er das Schloss auf unbestimmte Zeit verlassen könnte, versetzte ihr einen dumpfen Stich ins Innerste.
„Ich denke, Ihnen ist selbst klar, dass das nicht so weitergehen kann?“, sah Allan wieder zu Draco, der recht reserviert meinte: „Ich komm klar.“ „Darum geht es nicht. Auch wenn Sie es nicht wollen oder beabsichtigen, bleibt dennoch die Gefahr, dass Sie ihre Mitschüler dadurch verletzen. Ihre Freunde. Wollen Sie das?“ „Natürlich nicht!“, pampte Draco ihn an, was Allan leicht lächeln ließ.
„Etwas anderes hätte mich auch gewundert. Und. . . Nun, worum es mir eigentlich ging war, dass ich Ihnen gerne bei diesem Problem helfen möchte. Ihnen beiden“, fügte er noch rasch an und sah zu Hermione, bevor Draco dazu kam, das Angebot auszuschlagen. Allans Erklärung sorgte jedoch kurz für Verwirrung.
„Warum uns beide?“, stutzte Hermione, die erneut ein Gefühl der Unbehaglichkeit überkam. „Tonks erwähnte, dass Sie ebenfalls ein kleines Defizit in diesem Bereich haben.“ „Woher. . .“, wurde Hermione leicht blass um die Nase, während Draco urplötzlich begann Löcher in die Luft zu starren. Als die Hexe zu ihm sah, dämmerte es ihr.
„Draco. . .“, begann sie lauernd, der kurz unverständliches Zeug vor sich hin murmelte, bevor er meinte: „Es könnte sein, dass ich Tonks was in der Richtung gesagt hab, nachdem Smith dich angegriffen hat“, gestand er ihr, was sie ein bisschen gekränkt in sich aufnahm. Dann aber begann sie in dieser Sache eine Chance zu sehen, dass Draco sich endlich bei diesem Problem helfen ließ. Und zwar mit ihr zusammen. Vermutlich hatte Dippet sie deshalb mit in das Gespräch einbezogen, der dann auch wieder das Wort ergriff.
„Sie haben beide aufgrund des Krieges und Ihrer Erlebnisse in diesem, nur zu offensichtlich eine mentale Grenze überschritten, die einen recht wilden und vor allem ungezügelten Magieteil in Ihrem Innern entfesselt hat. Ich würde Ihnen gerne dabei helfen, diesen in den Griff zu bekommen. Dass Sie beide sehr begabt und talentiert sind, was Ihre Magie betrifft, muss ich Ihnen nicht sagen. Sie beweisen es mir und meinen Kollegen immer wieder aufs Neue, weshalb ich mir auch ziemlich sicher bin, dass Sie lernen können, diese Ausbrüche zu beherrschen und für sich zu nutzen. Zudem glaube ich, dass Sie beide bei erfolgreicher Kontrolle durchaus in der Lage wären, stablose Magie zu wirken.“ „Wirklich?“, platzte es verblüfft aus Hermione raus, die sofort große Augen bekam, in denen es immer stärker zu leuchten begann, allein auf den Gedanken. Draco begnügte sich damit, skeptisch eine Augenbraue nach oben zu ziehen, während Allan Hermione lächelnd zunickte.
„Ja. Also? Was sagen Sie?“, fragte Allan und sah die Beiden freundlich an. Das Hermione von der Vorstellung Feuer und Flamme sein würde, hatte er schon fast gewusst, so wiss- und lernbegierig wie die Hexe war. Sie war stets darum bemüht, ihre Fähigkeiten auszubauen, sich zu verbessern und zu steigern. Draco wiederum. . . Der Funke schien bei ihm nicht wirklich übergesprungen zu sein. Allerdings hoffte Allan, dass die Gryffindor diesen noch entzünden würde, denn die Hexe sah bereits gebannt zu ihrem Freund.
„Draco?“, fragte sie noch immer enthusiastisch und zog damit seine Aufmerksamkeit auf sich. Der Slytherin musterte sie kurz recht nachdenklich und nahm dabei hauptsächlich die grenzenlose Begeisterung und Freude in ihren Augen wahr, die er in dieser Form bisher nur zwei-, dreimal gesehen hatte. Warum, konnte er verstehen, denn für die Gryffindor musste es etwas ganz Besonderes sein. Die Aussicht darauf, gewissermaßen eine neue Stufe im Bereich der Magie zu erklimmen. Und das war es irgendwo auch. Stablose Magie beherrschten die wenigsten Magier. Nicht einmal ER hatte das drauf gehabt. Und wenn Draco ganz ehrlich zu sich selbst war, reizte ihn das natürlich auch gewaltig. Nur schmeckte es ihm nicht, dass er sich Dippet dann verstärkt aussetzen musste. Er traute ihm nicht. Nicht nur wegen der Geschichte am Jahresanfang, da war noch mehr. Draco konnte den Finger nicht darauf legen, aber er hatte das unbestimmte Gefühl, dass Dippet irgendetwas verbarg. Was und wie aber. . .
„Mr. Malfoy?“, riss Dippet ihn aus seinen Gedanken, den er wieder ansah. „Ich denk drüber nach“, meinte er ausweichend, was seinem Professor genügte, denn er nickte lächelnd. Im Anschluss schrieb er noch eine kurze Notiz, die er den Beiden reichte.
„Für Professor Quent. Nicht, dass Sie mir Ärger bekommen. Es hat ja nun doch ein wenig länger gedauert“, meinte er halb entschuldigend, als Hermione sich das knappe Schreiben nahm. „Melden Sie sich einfach bei mir, wenn Sie sich entschieden haben“, gab er den Beiden noch zu verstehen, bevor sie sich auf den Weg zu Verwandlung machten. Hermione noch immer absolut gefesselt von der Vorstellung, die hohe Kunst der stablosen Magie zu erlernen. Draco sah es eher etwas nüchtern, was man ihm auch anmerkte.
„Findest du das nicht reizvoll?“ „Doch. Mich stört allerdings Dippet“, gab er ehrlich zu, was Hermione innerlich seufzen ließ. „Er hat sich doch nochmal entschuldigt.“ „Sicher. Nur ist es weniger das, als. . . Ich weiß nicht, aber ich trau ihm nicht so richtig. Ich hab bei ihm irgendwie das Gefühl, dass da noch was ist.“ „Das bildest du dir ein“, entgegnete sie ihm ruhig, doch er schüttelte mit dem Kopf und sah Hermione eindringlich an.
„Ist dir noch nie aufgefallen, dass er immer dabei ist, wenn bei uns etwas schief läuft? Tonks hat mir heute Morgen auch noch gesagt, dass er dann mit auf die Beerdigung kommt.“ „Er unterstützt Tonks doch nur. Allein würde sie das doch gar nicht schaffen, bei allem was hier passiert ist. Es ist doch nichts Verwerfliches dabei, wenn er ihr hilft. Und dass er und Tonks dann mitkommen. . . Nach der Sache mit Madam Rosmerta kann ich es schon verstehen. Wenn ich ehrlich sein soll, beruhigt es mich auch ein wenig, dass sie uns begleiten“, wurde Hermione leiser und rieb sich etwas über den Oberarm. Die Begeisterung, aufgrund von Dippets Erklärung, hatte sich damit wieder gänzlich verflüchtigt.
„Trotzdem“, meinte Draco nur noch, auf was Hermione nicht weiter einging, zumal sie am Zimmer für Verwandlung angekommen waren und leise klopften. Nur einen Moment später wurden sie etwas barsch hereingebeten und reichten der Professorin die Notiz. Diese las sie kurz, nickte und wies die Beiden stumm auf ihre Plätze, bevor sie in ihren Erläuterungen fortfuhr.

۩ ۞ ۩


Mehr als zufrieden betrachtete er den Inhalt seines Päckchens, was ihm die Eule gerade mit der Frühstückspost gebracht hatte. Er hatte ja nicht gedacht, dass sein Vater ihm den Trank so schnell ohne größere Fragen zu stellen schickte. Aber wen wunderte es, wenn er ihm unter die Nase rieb, dass er aufgrund der Unfähigkeit seines Partners in Zaubertränke drohte, ungerechterweise ein Troll zu bekommen? Das ging natürlich gar nicht. Wie sah das denn aus?
Diese kleine Lüge, in Verbindung mit der Tatsache, dass sein Vater sehr erpicht darauf war, dass er einen guten Abschluss erlangte, damit er eine der Topstellen im Ministerium bekam, hatte ihm jetzt mehr als dienlich in die Hände gespielt. Wenn man etwas erreichen wollte, musste man auch an einer Sache dranbleiben und die notfalls etwas fördern, war stets die Devise seines Vaters. Vitamin B war bei so etwas dann auch nie verkehrt. Erst recht, wenn es von der vielversprechendsten Sorte war, was er sich mit einem Blick rüber zu dem gemischten Tisch der Helden besah.
Es war schon erstaunlich, wie sich die Dinge seit Beginn des neuen Schuljahres entwickelt hatten. Vor nicht ganz zwei Monaten hätten 90% der Schüler die Schlangen, Malfoy vorn weg, am liebsten noch in der Luft zerfetzt und die Reste dem Kraken im Großen See zum Fraß vorgeworfen. Jetzt aber? Jetzt waren es die Wenigsten, die noch an so etwas dachten, was nicht zuletzt an Granger und Potter lag. Daran, dass sie sich mit den Schlangen zusammengerauft hatten. Ganz besonders die Löwin.
Er selbst glaubte ja nicht wirklich daran, dass Malfoy tatsächlich ein ernsthaftes Interesse an der Gryffindor hatte, wie andere immer stärker zu munkeln begannen. Dass sie nicht nur ein freundschaftliches Verhältnis pflegten, sondern inzwischen doch irgendwie mehr zusammen waren, wie augenscheinlich auch die kleine Wieselin und Zabini. Ihn selbst würde es doch aber arg wundern, wenn da tatsächlich mehr war.
Die Schlangen waren keinesfalls dumm. Malfoy war nicht dumm. Der Blonde wusste nur zu gut, dass ihm eine engere Bindung zu den Löwen nur zum Vorteil gereichte. Da bot es sich natürlich an, der Kriegsheldin ein wenig den Hof zu machen. So konnte er sich problemlos seine schmutzige Weste reinwaschen. Aber wirklich so etwas wie Liebe? Nein.
Zum einen war er sich recht sicher, dass Malfoy so etwas wie echte Liebe gar nicht kannte und zum anderen war die Löwin auch nicht unbedingt das, was man als begehrenswert bezeichnen würde. Sie passte absolut nicht in Malfoys früheres Schema, was seine Gespielinnen anbelangte.
Zwar konnte die Gryffindor ganz ansehnlich sein, wenn sie wollte, wo er bereits jetzt recht gespannt war, wie sie zu der Feier erscheinen würde. Nur war es eher die Seltenheit und eine Ausnahme, wenn sie sich doch mal etwas zurechtmachte. Auch so. Welcher Typ hatte bitteschön ernsthaftes Interesse an einem Mädchen, das bis obenhin zugeknöpft war und sich lieber mit Büchern beschäftigte? Selbst in seinem Haus wäre ein solches Verhalten extrem.
Nein, er war sich sicher, dass Malfoy nur seinen Nutzen aus dieser Bindung zog. Genauso sicher war er sich, dass es ein gehöriger Schlag gegen den Stolz der Schlange sein würde, wenn diese erfuhr, dass der prüde Bücherwurm lieber noch mit anderen etwas Spaß hatte, als ausschließlich mit ihm. Das Gleiche galt für Weasley, wobei es ihm ohnehin ein einziges Rätsel war, was die beiden Löwinnen, Granger und Brown, je an diesem Typen gefunden hatten? Aber das konnte ihm genauso egal sein, wie die Sache mit Malfoy.
Sobald dieser sein Liebchen wie eine heiße Kartoffel fallengelassen hatte, würde er zur Stelle sein und sie auffangen. Dann würde er allen beweisen, wie falsch die Gerüchte waren und Hermiones Ruf damit wiederherstellen, von dem er dann genauso zehren konnte. Sein Plan war perfekt und schrie geradezu danach, in die Tat umgesetzt zu werden. Die erste Gelegenheit dazu bot sich ihm bereits heute, denn Professor Vektor war erkrankt, weshalb sie dann zwei Freistunden hatten. Hermione würde diese sicherlich wie immer allein in der Bibliothek verbringen, sodass er sich ausgiebig mit Brownie beschäftigen konnte, die Weasley mal wieder sehnsuchtsvoll anschaute, der seinerseits ausschließlich damit beschäftigt war, Malfoy mit Blicken zu filetieren. Die Schlange selbst schien aber auch nicht gerade bester Laune an diesem Morgen zu sein, denn er ramschte wütend die Zeitung zusammen und warf sie auf den halbleeren Teller.
„Unmöglich“, bemerkte Harry sauer, der seinerseits den Tagespropheten schloss, nachdem er den Artikel über die Beisetzung Madam Rosmertas zu Ende gelesen hatte. „Man sollte meinen, sie hätten was aus Kimmkorns Abgang gelernt“, murrte Hermione. „Leg dich nie mit einer Hermione Granger an?“, witzelte Blaise leicht, dem die Hexe einen dunklen Blick zuwarf.
„Das es Persönlichkeitsrechte und eine Privatsphäre gibt, und was es heißt, diese zu verletzen! Dass sie überhaupt die Dreistigkeit gehabt haben, die Trauerfeier aufzusuchen und dann auch noch mit ihren Fragen zu stören, ist ja wohl unterste Schublade. Dann noch die Bilder!“, fauchte sie und schlug mit der Hand auf eines, was aufgenommen wurde, noch bevor sie die Pressefuzzies bemerkt hatten.
Sie hatte eng bei Draco gestanden und seine Hand gehalten, bevor sie ihren Kopf auf seine Schulter gelegt hatte, da ihr die ganze Beisetzung verstärkt an die Nieren gegangen war. Sie hatte die Tatsache wieder überdeutlich vor Augen gehabt, dass Madam Rosmerta nur ihretwegen unter die Erde gebracht wurde. Draco hatte ihr dann den Arm richtig um den Rücken gelegt, sie etwas mehr an sich gedrückt und ihr einen kleinen Kuss auf den Schopf gehaucht, was der Tagesprophet gleich richtig auszuschlachten wusste und wilde Spekulationen entfachte, die in die unmöglichsten Richtungen gingen. Allen voran in eine, die gar nicht mehr so falsch war, nur war das eben privat. So etwas wie Privatsphäre schien man ihr, Harry, sowie Draco nach dem Krieg jedoch nicht gönnen zu wollen.
Zudem hatte die Presse einer anonymen Quelle entnommen, dass ein Mordanschlag auf sie und Draco verübt worden war, der am Ende irgendwie Madam Rosmerta getroffen hatte. Merlin sei Dank hatte Remus den frechen Haufen dann wenigstens vom Friedhof schmeißen können, wenngleich sie auch weiter die Dreistigkeit hatten, ihnen bis zum Eberkopf zu folgen, wo der alte Aberforth noch einen Leichentrunk abgehalten hatte.
Sie hatten im Anschluss noch eine Weile beisammen gesessen, geredet und auf Madam Rosmerta getrunken. Dabei hatte Aberforth mehrmals leicht schuldig angemerkt, dass er sich nach ihr hätte erkundigen sollen, als sie vergangene Woche zu nachtschlafender Stunde noch diesen seltsamen Besuch hatte. Nur hatte er sich nichts weiter dabei gedacht und auch nichts Genaues erkannt, weswegen seine Aussage Remus auch nicht wirklich half. Später am Abend hatten sie sich über den Geheimgang wieder zurück ins Schloss begeben.
„Seht es mal ein wenig positiv“, begann Charlie ruhig und ließ den Blick unauffällig durch die Halle wandern, wo einige, nicht gerade wenige ihrer Mitschüler, doch vermehrt ihre Nasen in die Zeitung steckten und diese dann auch austauschten, bevor sie etwas geduckt die Hälse lang machten und tuschelnd zu ihrem Tisch sahen.
„Auch wenn es ziemlich respektlos war die Beerdigung zu stören und es für Lupins Arbeit jetzt auch nicht gerade praktisch ist, dass der Tagesprophet ein paar Details genannt hat, haben sie von uns allen am Ende aber ein Bild nach außen getragen, was vielleicht noch etwas stärker zum Nachdenken anregt.“ „Und was siehst du für ein Bild?“, murrte Hermione. Charlie lächelte leicht.
„Ich sehe eine Gruppe junger Menschen verschiedener Herkunft, mit vermeintlich unterschiedlichen Interessen, aus unterschiedlichen Schubladen. . .“, brachte er an, was Hermione zu Dracos Verhandlung so kräftig betont hatte. „. . . die ruhig beisammen stehen, sich gegenseitig Halt geben und einer gutmütigen Frau, die allseits bekannt und geschätzt war, die letzte Ehre erweisen.“ Daraufhin schwieg der komplette Tisch.
„Es wird seltsam werden ohne sie“, resümierte Ginny ein wenig melancholisch. „Das Drei Besen und Madam Rosmerta waren mitunter das Herzstück in Hogsmeade. Ich weiß nicht, seit wann sie die Schänke geführt hat. Sie war ja schon da, als mein Vater noch zur Schule ging“, meinte Charlie weiter, worauf Harry für sich nickte, denn das traf auch auf seine Eltern zu.
„Hoffen wir, dass Lupin bald Erfolg hat und die Verantwortlichen dran kriegt“, warf Blaise noch in den Raum, bevor er sich erhob, dem die Anderen folgten, da sie zu Zaubertränke mussten.

۩ ۞ ۩


Verunsichert sah Lavender auf die kurze Notiz, die sie direkt nach dem Frühstück erreicht hatte. Er wollte sich gegen 9:40 Uhr mit ihr im Pokalzimmer im dritten Stock treffen, wofür sie eigentlich keine Zeit hatte, da sie zu Pflege magischer Geschöpfe musste. Hinzu kam, dass ihr die Sache nach wie vor nicht geheuer war. Genauer gesagt, ihr Part bei dieser Unternehmung.
Dennoch war der Drang, der Wunsch, Ron dann endlich für sich zu haben, seine volle Aufmerksamkeit, Zuneigung und Liebe zu haben, am Ende dennoch größer, als all ihre Bedenken und vor allem ihr Stolz und Selbstwertgefühl. Sie schluckte all das runter und eilte zu ihrem Treffpunkt, wo er bereits wartete. Zu ihrer Verblüffung mit einem Slytherin Umhang.
„Wo hast du den denn her?“, deutete sie auf das Kleidungsstück. Ihr Gegenüber schwang jedoch nur kurz seinen Zauberstab und verpasste seiner Krawatte eine grün-silberne Färbung. „Eine kleine, farbliche Änderung ist ja nun wirklich nicht das Problem. Mach die Tür zu“, wies er sie an, dem sie zögerlich nachkam und näher trat.
„Was willst du? Ich muss dann noch zu Pflege magischer Geschöpfe“, erklärte sie ihm. Er schüttelte aber nur mit dem Kopf und lächelte sie kühl an. „Nun, das wirst du heute ausfallen lassen müssen.“ „Was?“ „Du hast mich schon verstanden. Zumal es dem Halbriesen ohnehin nicht auffallen wird, wenn du fehlst.“ „Ja aber. . .“ „Ah!“, unterbrach er sie mit leicht erhobenem Zeigefinger. Kurz darauf stieß er sich vom Pult ab und trat auf sie zu.
„Ich habe heute Morgen alles bekommen, was wir brauchen. Die letzte und entscheidende Zutat, hab ich mir vorhin noch schnell während Zaubertränke organisiert. Hier“, reichte er ihr einen kleinen Becher, auf den sie mit leichten Bauchschmerzen sah.
„Können wir das nicht auf heute Nachmittag verschieben? Oder morgen?“, bat sie nervös, als ihr Blick auf das schokobraune Gebräu fiel. „Jetzt sag mir nicht, du kneifst?“, fragte er leicht böse. „Nein, nur. . .“ „Nur was? Die Gelegenheit jetzt könnte nicht besser sein. Wir haben zwei Freistunden, die Hermione mit Sicherheit mal wieder allein in der Bibliothek verbringt. Wenn uns also ein paar Leute rein zufällig sehen, wird sie es nicht abstreiten können, da sie keinen Gegenbeweis hat. Du verstehst, worauf ich aus bin?“, fragte er und legte den Kopf schief. Lavender nickte, wurde dadurch das blöde Gefühl in ihrem Bauch aber nicht los, was er sah.
„Stell dir einfach vor, ich wäre Ron.“ „Mit Slytherin Umhang? Warum willst du dich überhaupt in einen Slytherin verwandeln?“ „Oh, ich werde nichts von dem Trank nehmen. Immerhin soll man nur dich sehen. Darüber hinaus wäre es ungünstig, wenn ich mich in eine bestimmte Person verwandle, denn die würde man eher noch fragen als Hermione. Von daher reicht es vollkommen, wenn ich mir die Haare und den Umhang zeitweise etwas umfärbe. Und Slytherin als Anfang, da wir ja nicht wollen, dass unser Spielchen sofort wie ein Lauffeuer die Runde macht. Auf die Schlangen würde trotz allem keiner im Moment näher zutreten. Erst Recht nicht in so einer pikanten Angelegenheit. Die anderen werden tuscheln. Und das ist es doch, was wir wollen?“ „Schon.“ „Also. Trink den. Die fünfte Klasse hat jetzt Zauberkunst. Wenn sie zu ihrer nächsten Stunde müssen, kommen sie hier vorbei. Dabei werden sie ein klein wenig etwas zu sehen und hören bekommen“, grinste er durchtrieben, während Lavender weinerlich das Gesicht verzog. Sie kam sich schäbig vor. Nicht wegen Granger. Die Ziege war ihr vollkommen egal. Allerdings hatte sie das Gefühl, Ron zu betrügen, was sie irgendwo ja auch tat, würde sie den letzten Schritt gehen.
„Was ist jetzt? Wenn du noch länger wartest, sind die alle durch und wir können die Sache in den Wind schreiben. Dann wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich Ron wieder auf Hermione wirft und ihr die Zunge in den Hals steckt. Wenn Malfoy ihn am Ende dabei erwischt, dürfte das ziemlich hässlich für deinen Schatz ausgehen. Das willst du doch nicht?“ „Nein“, brachte sie leise hervor und sah nochmal auf den Trank, den sie schließlich nahm, schluckte und kurz darauf leicht würgte. Nur einen Moment später setzte die Verwandlung ein und machte aus der wohlproportionierten Blondine eine zierliche Brünette, der die Kleider eine Nummer zu groß am Körper hingen.
„Merlin, Granger hat ja überhaupt nichts auf den Rippen“, stieß Lavender aus, als sie auf ihre Bluse sah. Ihr Gegenüber nahm es amüsiert zur Kenntnis. „Perfekt. Wobei. . . Nächstes Mal schmink dich vorher ab. Hermione trägt keinerlei Make-up“, merkte er noch an und dirigierte Lavender schließlich vor das Pult, an das sie mit dem Hintern stieß.
„Und jetzt?“, sah sie ihn wieder etwas Bange an. Er lächelte kühl. „Jetzt, meine liebe Hermione. . .“, säuselte er und schwang den Zauberstab, wodurch sich die Tür einen Spaltbreit öffnete und so einen Einblick ins Innerste zuließ. „. . . werden wir den Fünftklässlern eine kleine Show bieten, die sie nicht für sich behalten werden“, hauchte er und ließ seine Hand über ihr Bluse wandern, die schließlich über ihrer Brust zum Ruhen kam, die er etwas stärker umfasste, was sie zischen ließ.
„Na na, das ist aber nicht das, was die Anderen hören sollten.“ „Ich dachte, ich . . . wir. . .“, stammelte sie und schnappte prompt nach Luft, als er begann ihre Bluse aufzuknöpfen, bis ihr BH zum Vorschein kam, der nicht wirklich gut ausgefüllt war. Kurz darauf packte er sie an den Hüften und hievte sie auf das Pult, was ihr ein Quieken entlockte. In den Augen eine leise Panik, als er mit seiner Hand unter ihrem Rock verschwand, nach der sie rasch griff und ihn zurückhielt, worauf er knurrte.
„Was?“ „Ich dachte wir knutschen nur und machen ein bisschen rum?“ „Oh, das werden wir auch. Für den Anfang.“ „Für den Anfang?“, wiederholte sie beinahe eine Oktave höher, während sich sein Blick unheilvoll verdunkelte.
„Ich dachte, das wäre klar? Immerhin soll diese Sache doch richtig einschlagen.“ „Ja aber . . . aber. . .“, stammelte sie überfordert. „Wenn es nicht klappt? Wenn sie Granger trotzdem nicht. . .“ „Oh, es wird klappen. Vertrau mir. Sobald genug Leute das gesehen haben, was du bereits propagiert hast, wird man alles in einem ganz anderen Licht sehen. Dein Ron wird dann nicht einmal mehr in seinen Albträumen an Hermione denken, sondern nur noch an dich.“ „Meinst du wirklich?“, blieb sie dennoch unschlüssig und sah ihn leicht verschämt an.
„Natürlich. Und jetzt halt den Mund und lass dich darauf ein. Es soll schließlich echt aussehen“, raunte er und verschloss forsch ihre Lippen mit seinen, bevor er seine Händen erneut lustvoll auf Wanderschaft schickte.

۩ ۞ ۩


Nach Zaubertränke machte sich Hermione auf den Weg in die Bibliothek, um nochmal über ihren Aufsatz in Alte Runen zu schauen. Im ersten Stock angelangt, hielt Draco sie allerdings kurz an.
„Willst du schon wieder zu deinen Büchern?“, stänkerte er leicht. „Ich wollte meinen Aufsatz nochmal durcharbeiten.“ „Der ist doch schon fehlerfrei“, grinste er neckisch. „Da war aber ein Absatz, bei dem ich mir noch immer nicht so richtig sicher bin, ob ich da nicht doch etwas falsch übersetzt habe und. . .“ „Hermione, komm schon. Du weißt, dass alles richtig ist. Gönn dir mal ein bisschen Ruhe.“ „Die meiste Ruhe hab ich in der Bibliothek.“ „Jaah. Willst du wissen, was ich unter Ruhe verstehe?“, begann er lauernd. „Vermutlich eine Runde auf dem Besen drehen?“ „Das ist zur Entspannung. Ruhe ist was anderes. Möchtest du wissen was?“, schmunzelte er und hielt ihr die Hand hin, damit sie bestimmte Dinge auch mal lernte, als solche zu verinnerlichen. Wie erhofft war ihre Neugier groß genug, denn sie nahm seine Hand und ließ sich von ihm in den zweiten Stock in den Ostflügel führen.
„Wo willst du hin?“ „Wir sind gleich da“, versprach er und gelangte schließlich an eine schmucklose Tür, die er öffnete und die Gryffindor hinein schob, die sich interessiert in dem großen, hohen Raum umsah, der allerdings recht leer war. Ein paar Schränke und Kisten standen an den Wänden, genauso wie Stühle übereinander gestapelt waren.
Sie vermutete, dass es sich um eine Art Lager handelte, denn ein paar der Gegenstände waren mit weißen Tüchern verhangen, um sie vor Schmutz zu schützen. An eines dieser großen Dinger trat Draco heran und zog das weiße Laken behutsam weg. Darunter kam ein glänzendes, schwarzes Schmuckstück zum Vorschein, auf dem sein Blick kurz gebannt lag, während er mit den Fingern über den edlen, schwarzen Lack strich. Dabei leuchtete es vorfreudig in seinen Augen, die letztlich wieder zu ihr blickten. Erwartungsvoll.
„Wow“, entwich es Hermione überrascht. „Ich wusste gar nicht, dass wir so etwas im Schloss haben. Ist das ein Musikzimmer?“ „Nicht wirklich. Früher wurde zu Festlichkeiten allerdings oft durch die Schüler, die es konnten, auch musiziert. Seit den Fünfzigern ist das aber nicht mehr der Fall, weswegen die ganzen Schätzchen hier eher ein tristes Dasein fristen.“ „Woher weißt du das?“, erkundigte sich Hermione und trat näher.
„Von Flitwick. Er kümmert sich um alles hier und stimmt die Instrumente immer mal nach, wenn sich doch mal etwas verzogen hat. Sein ganzer Schatz aber ist der hier“, strich Draco erneut mit seinen langen Fingern behutsam über den noch zugeklappten Deckel, der die schwarz-weißen Tasten verbarg.
„Dürfen wir da überhaupt hier sein?“, fragte Hermione ein wenig unsicher. Draco schmunzelte. „Eigentlich nicht, aber ich hab einen Freibrief von Flitwick“, erklärte er, öffnete den hinteren Deckel behutsam, bevor er auf dem tiefrot gepolsterten Schemel Platz nahm und den Tastendeckel hochklappte. Kurz darauf begann er mit der rechten Hand eine einfache Melodie zu klimpern, während er Hermione einen interessierten Blick zuwarf.
„Mein Ort der Ruhe.“ „Oh!“, entwich es der Hexe, die auch gleich zart rot wurde, bevor sich auf ihren Lippen ein sanftes Lächeln breit machte. Kurz darauf nahm sie neben ihm Platz und beobachtete wieder seine Hand, die gleichermaßen elegant wie flink über die glänzenden Tasten huschte und dem Schmuckstück dadurch zauberhafte Klänge entlockten. Leicht verträumt, aber auch ein wenig besinnlich.
„Das ist wundervoll“, hauchte sie und sah ihn wieder gebannt an. Er lächelte. „Bist du oft hier und spielst?“, fragte sie nach einer Weile. „Wenn ich Ruhe brauch oder nachdenken muss, also. . . Ja. Des Öfteren“, schmunzelte er sie wieder an, bevor er richtig mit beiden Händen zu spielen begann und damit den Raum noch stärker mit den sanften Klängen erfüllte. Hermione schloss daraufhin verträumt die Augen und legte den Kopf ein wenig in den Nacken, um die Melodie tief in sich aufnehmen zu können, der trotz allem etwas leicht Melancholisches anhaftete. Genauso etwas Sehnsuchtsvolles.
Nach einer Weile öffnete sie die Augen wieder und sah zurück auf Draco, der tief in sein Spiel versunken schien, denn er hatte die Augen dabei geschlossen, was sie mehr als überraschte. Dass er die richtigen Tasten selbst blind fand. Das schien ihr ein untrügliches Indiz dafür, dass er wirklich mehr als oft spielte. Schließlich ließ er sein Spiel in einer sanften Endnote abklingen, die scheinbar auch weiter durch den Raum hallte, bevor er die Finger ganz von den Tasten nahm und sie wieder ansah.
„Jetzt kennst du mein kleines, schmutziges Geheimnis“, lachte er, wofür sie ihn verspielt in die Seite buffte „Idiot“, selbst aber auch leise lachte, bevor sie ihn doch wieder etwas neugierig ansah. „Wer hat dir das Spielen beigebracht?“ „Flitwick.“ „Flitwick?“, wiederholte sie überrascht. Draco nickte und sah wieder auf die Tasten, die aufs Neue einen leisen Reiz auf ihn ausübten, dem er nicht sonderlich lange widerstehen konnte und kurz darauf mit der rechten Hand wieder eine einfache Melodie anspielte.
„Er hat mich im zweiten Jahr erwischt, als ich mich an das Baby hier gesetzt und versucht hab, etwas nachzuspielen.“ „Hat er da nichts gesagt?“ „Doch. Natürlich. Er hat mich angemahnt, dass ich hier nichts zu suchen habe und so. Ich bin aber immer wieder gekommen, weil die Klänge für mich einen viel zu großen Reiz hatten.“ „Ich hätte nie gedacht, dass du etwas für Musik übrig hast“, war Hermione doch ein wenig überrascht, worauf er schief grinste.
„Ich sag ja. . . Mein kleines, schmutziges Geheimnis. Flitwick hat mit der Zeit gemerkt, dass ich hieran ehrliches Interesse habe und mir dann die ganzen Grundgriffe und alles beigebracht. Mit Noten hat er es zwar auch versucht, aber da raucht mir selbst heute noch der Kopf. Damit kann ich nichts anfangen.“ „Das heißt, du spielst nach Gehör?“ „So sieht’s aus.“ „Und wie kam es? Dein Interesse hierfür?“, erkundigte sie sich neugierig, was ihm wiederum ein wenig sauer aufstieß, da die Geschichte hinter seiner Liebe zum Flügel weniger schön war.
„Uhm. . . Meine Mutter. Sie hat mir, als ich kleiner war, immer mal was vorgespielt“, begann er und schlug etwas in Gedanken ein paar der Tasten an, die eine Melodie annahmen, die Hermione an ein Kinderlied erinnerten. Ein Schlaflied.
„Ich weiß noch, ich fand es faszinierend, wie sie so einem großen Monstrum solche schönen Klänge entlocken konnte. Ich hab dann selber auf die Tasten gehauen, nur klang das wie Katzengejammer“, grinste er schwach. „Wie alt warst du da?“, erkundigte sich Hermione vorsichtig, da sie mehr und mehr etwas Gedrücktes in seinem Blick erkannte.
„Vier, fünf Jahre vielleicht“, murmelte er und spielte gedankenverloren einen einfachen Akkord, den ihm seine Mutter beigebracht hatte. Es war der erste und gleichzeitig auch der letzte, denn danach hatte sie nie wieder für ihn gespielt. Nicht zuletzt hatte er es nach dem Abend auch nicht mehr gewagt, sie darum zu bitten.

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