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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Die Liebe einer Mutter

von Alex2303

Hallo ihr Lieben,

ja, ich weiß, es ist noch nicht Donnerstag, aber heute ist sooo schönes Wetter und da will ich euch nicht noch länger zappeln lassen, da ich das Chap bereits von meiner lieben Beta zurück habe.
:)

Vielen, vielen Dank an maggie321, Mirja-Hailey, Rose-trix, Krissi, miss_magic, Elli und KatyWakewood fürs Kommi/Mail schreiben.

@maggie321: Wenn mir nichts mehr dazwischen kommt, wird die Feier in Chap 154 und 155 landen. Momentan sieht es sehr gut aus.
;)

@Mirja-Hailey: Ein bisschen besser ist es doch schon für die Beiden, hauptsächlich die Schlangen, geworden, denn der Großteil der Schüler folgt allmählich verstärkt Hermiones und Harrys Beispiel. Was Lucius und Co angeht, schauen wir mal, was da noch kommt. :p
Meine Blockade ist noch nicht ganz losgelöst, aber es freut mich zu hören, dass es bereits wieder besser geworden ist. Danke :)

@Rose-trix: Ob Draco mit seiner Ahnung, was Dippet angeht Recht hat, oder der Gute wegen allem was war schon Gespenster sieht wird sich noch zeigen.
;)

@Krissi: Freut mich, dass dir meine FF und damit auch das Pair gefällt.
:) Ich bin selber erst durch die Storys anderer dazu gekommen, über die Beiden zu schreiben. Das hat halt so seinen ganz eigenen Zauber und Reiz.
Ronies "Zustand" wird uns noch eine Weile begleiten, und was die anderen Parteien angeht... Von den zwei, drei potenziellen Bösewichten abgesehen, hat sich ja schon einiges für unsere Schlangen zum Besseren gewendet.
;)
Der Ball kommt, wie gesagt, mit Chap 154.

@miss_magic: Freut mich, dass dir meine FF so gut gefällt. Ob das mit den Beiden noch was wird, wird sich schon bald zeigen.

@KatyWakewood: Eigentlich sind ja nur Umbridge und Lucius' Bagage die ganz Schlimmen. *hüstl* Ron dreht einfach nur am Rad und der Rest intrigiert auf unterster Ebene.
:p
Der Ball kommt in zwei Teilen mit der Nr. 154 und 155. An der 154 bastel ich schon ganz eifrig.



Damit bin ich ruhig und wünsche euch viel Spaß mit dem nächsten Chap.

Liebe Grüße, fühlt euch gedrückt,

*Nachteule* Alex






۩ ۞ ۩


. . . Verängstigt, die blaue Plüscheule fest an die schmächtige Brust gedrückt, schlich er über die halbdunkle Galerie in Richtung Haupttreppe. Dort griff er nach dem dunklen Handlauf und tapste noch immer schniefend die Treppe runter. Unten schlug er ein wenig verunsichert den Weg zum Salon ein, in dem noch Licht und der Kamin brannte.
Er wusste, dass seine Mutter abends gern noch etwas in einem Buch las und ein Glas Wein trank. Er hatte es in den vergangenen Wochen, seit er diese fiesen Albträume hatte, mehr als einmal gesehen, denn er war, wie jetzt auch, aus seinem Zimmer zu ihr geschlichen.
Vor der Tür zum Salon blieb er jedoch stehen und linste erst einmal vorsichtig hinein, um sich sicher sein zu können, dass sein Vater von der Tagung noch nicht zurück war, denn er war das letzte Mal sehr böse geworden, als er ihn so spät abends noch wach und vor allem verängstigt wegen ein paar
dummer Albträume im Salon bei seiner Mutter entdeckt hatte. Das wollte er kein zweites Mal haben. Zu seinem Glück und übergroßen Erleichterung, war seine Mutter aber, wie die letzten beiden Tage auch, allein.
„Mama. . .“, begann er vorsichtig, kaum dass er die Tür einen Spaltbreit aufgeschoben hatte. Als seine Mutter ihn so blass und verweint in der Tür entdeckte, legte sie sofort ihr Buch weg und trat zu ihm.
„Was machst du denn hier? Du solltest im Bett sein“, mahnte sie ihn sanft und ließ sich zu ihm in die Hocke sinken. Als sie mit ihm auf Augenhöhe war, erkannte sie die Angst und Unruhe in den feuchten Kinderaugen.
„Waren die dunklen Monster wieder da?“, fragte sie, worauf er nickte und einen Schniefer verdrückte. Narcissa seufzte „Ach Draco“, und nahm sich ihren Jungen ganz ran, der ihr sofort die Arme um den Nacken schlang und sich in diesen kuschelte. Seine Plüscheule war damit vergessen, denn er ließ sie fallen, als seine Mutter ihn ganz umschloss und hoch hob.
„Du weißt doch, dass es nicht echt ist“, beruhigte sie ihn. „Aber die sind unheimlich und gruselig und . . . und. . .“, begann er wieder zu schniefen und hielt sich noch etwas fester. „Dobby!“, rief Narcissa den Elf, der sofort erschien. „Die Madam haben gerufen?“, fragte er in einer Verbeugung. „Mach Draco eine heiße Schokolade.“ „Sehr wohl.“ Damit war der Elf verschwunden und Narcissa mit ihrem kleinen Drachen an der Sitzgarnitur, auf der sie sich, mit Draco auf dem Schoß, niederließ und dem Kleinen beruhigend über den schmalen Rücken strich. Sie spürte, dass er noch immer leicht zitterte.
„Sch. Es ist doch alles gut“, hauchte sie ihm tröstend zu und wiegte ihn ein wenig in ihren Armen, was ihm nach und nach half. Die Nähe und Wärme seiner Mutter. Am liebsten hätte er sie jetzt nicht mehr losgelassen, allerdings tauchte nach ein paar Minuten Dobby mit der Schokolade auf. Und zwar mit extra Sahnehäubchen, da Draco das mochte.
„Deine Schokolade ist da“, hauchte Narcissa ihm zu und gab ihm dabei einen kleinen Kuss auf die Wange. Draco machte aber keine Anstalten, seine Mutter loszulassen. „Ich mag nicht“, murrte er in ihren Nacken. „Dobby hat dir extra viel Sahne drauf gemacht“, wies Narcissa ihn darauf hin, da er sich damit immer ködern ließ. Heute jedoch nicht, was ihr doch etwas mehr Sorgen machte.
„Liebling? Was ist denn?“, fragte sie und neigte den Kopf ein wenig zur Seite, um ihn richtig ansehen zu können. Zwar hatte er die Augen halb offen, diese waren aber leicht glasig und wirkten zudem ein wenig leer. Hinzu kam, dass sie jetzt erst bemerkte, dass er doch etwas schwerer atmete. Als sie ihm die Hand auf die blasse Wange und schließlich die Stirn legte, wusste sie auch warum und hielt ihn gleich wieder mehr fest.
„Dobby!“, rief sie erneut nach dem Elf. „Madam?“, fragte er in einer Verbeugung. „Bring mir die weiche Kaschmirdecke und einen Trank gegen Fieber.“ „Sehr wohl.“ „Ich mag den nicht. Der ist bitter“, nuschelte Draco wirsch und zog bereits jetzt angeekelt die Nase kraus. „Ich weiß. Aber ich will nicht, dass du wieder mehr krank wirst“, gab sie ihm liebevoll zu verstehen, worauf er schwieg und das Gesicht erneut mehr in ihrem Nacken vergrub. Nur wenig später brachte Dobby das Gewünschte. So hüllte Narcissa ihren angeschlagenen, kleinen Drachen in die Kuscheldecke und versuchte ihn schließlich dazu zu überreden, den Trank zu nehmen.
„Na komm. Dann geht es dir morgen wieder besser.“ „Nein“, jammerte er und klammerte sich noch fester, sodass sie keine Chance hatte, ihm das Mittel zu reichen. „Draco. . .“ „Nein“, wimmerte er nun schon leicht und fing wieder stärker an zu zittern, sodass sie die Phiole erst einmal beiseite stellte und ihn mit liebevollen Gesten und Worten versuchte zu beruhigen. Nach einer Weile hatte sie damit auch Erfolg.
„Mami?“, begann er ein wenig erschöpft. „Hm?“ „Spielst du mir was vor?“, fragte er und sah sie mit feuchten Kulleraugen an. Narcissa zog allerdings ein wenig scharf die Luft ein, bevor sie meinte: „Du weißt, dass dein Vater es verboten hat.“ „Er ist aber nicht da!“, merkte der Fünfjährige an, bevor er noch ein paar Krokodilstränen hervor quetschte. Er wusste, dass er bei seiner Mutter damit so ziemlich alles erreichte. Bei seinem Vater verkniff er sich wiederum alles in der Richtung so gut er konnte.
„Draco, ich. . .“ „Biiitte“, flehte er leicht, sodass sie seufzte. „Na schön. Aber nur, wenn du mir versprichst, deinen Trank zu nehmen?“ Auf den Vorschlag musste er gar nicht lange überlegen. Das war es ihm allemal wert, wenn sie ihm nur wieder etwas Schönes vorspielte, weshalb er hastig nickte. „Versprochen!“ Narcissa lächelte aufgrund dieses Enthusiasmus und verwuschelte ihm kurz die Haare, bevor sie mit ihm aufstand und in den grünen Salon, nahe des Wintergartens, verschwand.
Als sie den Raum betrat, entfachten sich die Leuchter an der Wand von selbst und tauchten alles in ein warmes Licht. Dracos ganze Konzentration lag dann aber auf dem schwarzen Flügel, der, so bildete er sich ein, bereits jetzt die ersten Geräusche von sich gab. Kurz darauf sah er erwartungsvoll zu seiner Mutter auf, die ihm ein warmes Lächeln schenkte, bevor sie ihn auf dem mit schwarzen Leder gepolsterten Schemel absetzte. Draco rutschte dann auch gleich ein Stück, damit sich seine Mutter neben ihn setzen konnte, kaum dass sie den hinteren Deckel geöffnet hatte. Nur einen Moment später, begann sie zu spielen, was seine Augen noch mehr zum Strahlen brachte, die schließlich etwas ihren Fingern folgten, die flink über die schwarz-weißen Tasten huschten, bevor er sich etwas an ihre Taille kuschelte.
„Das ist toll“, flüsterte er und sah wieder freudestrahlend zu seiner Mutter auf, die ihn liebevoll anlächelte. „Möchtest du mitspielen?“, fragte sie ihn unverhofft, worauf er große Augen bekam und schließlich eifrig nickte. „Au ja!“ „Leg die rechte Hand neben meine und versuch mal, ob du mit den Fingern alle vier Tasten triffst. Sehr schön. Jetzt versuch sie mal in der Reihenfolge zu drücken“, forderte sie ruhig, was beim dritten Versuch auch klappte und damit ein verspielter Akkord erklang, der den Kleinen noch mehr strahlen und stolz zu seiner Mutter schauen ließ.
„Wenn ich dir zunicke, drückst du die Tasten wie gerade geübt.“ „Okay.“ „Dann. . .“, meinte sie nur noch und begann zu spielen, wo er nicht lange auf seinen Einsatz warten musste. „Gut“, meinte sie, obwohl er seinen Einsatz ein klein wenig verpasst hatte, allerdings bekam er recht schnell einen neuen, bei dem es besser klappte. Dem folgte ein dritter und vierter, mit dem er dann richtig den Dreh raus hatte und nicht einmal mehr das Nicken seiner Mutter brauchte, da er selbst seinen Rhythmus gefunden hatte.
„Sehr gut, mein Schatz“, lobte sie ihn, was seinen Stolz noch steigerte. Sie spielten zusammen eine gefühlte kleine Ewigkeit, bis diese durch eine harsche, erboste Stimme durchbrochen wurde.
„Hatte ich dir nicht verboten, auf dem Ding zu spielen!?“, herrschte Lucius seine Frau an, die wie vom Schlag getroffen hochfuhr, während Draco zusammenzuckte und hinter dem Flügel auf dem Schemel immer kleiner wurde.
„Du bist schon zurück?“, brachte Narcissa ein wenig zittrig hervor und legte die Hand beruhigend auf Dracos Kopf, der sie maßlos verunsichert ansah. Der Blick seiner Mutter war aber auch weiter auf Lucius gerichtet, der wiederum schnaubte: „Anscheinend nicht früh genug. Wo ist er?“, fragte er barsch. „W. . . wer?“ „Frag nicht so dumm. Im Salon steht eine heiße Schokolade. Genauso hab ich dieses Vieh auf dem Boden gefunden“, warf er die Plüscheule in Narcissas Richtung, die ordentlich schluckte, da Lucius Draco für zu alt für diese Art der Spielsachen erachtete. Narcissa hatte die kleine Eule allerdings wieder hervorgeholt, da Draco, seit seinem Geburtstag, massiv unter Schlafstörungen und Albträumen litt, was ihm zudem auch gesundheitlich Probleme machte.
„Er hat schlecht geschlafen und wieder Fieber bekommen, da hab ich ihm. . .“, versuchte sie ihm noch zu erklären, als er näher und damit um den Flügel herum trat, wo sie Draco noch versuchte, hinter ihrem Rücken zu verstecken. Zwecklos. Als Lucius den Kleinen ebenfalls am Flügel entdeckte, verdunkelte sich seine Miene noch mehr. Er holte ohne Vorwarnung aus und verpasste Narcissa eine schallende Ohrfeige, mit der sie der Länge nach auf den Boden fiel.
„MAMA!“, rief Draco erschrocken, während Lucius seinen Zauberstab zog. „Deinen Ungehorsam werde ich dir austreiben“, raunte er dunkel und richtete den Stab auf seine Frau. „Ich werde nicht zulassen, dass du mir den Jungen mit diesem weibischen, gefühlsduseligen Kram verweichlichst. Cruc-“ „NEIN!“, rief Draco dazwischen und riss am Arm seines Vaters, sodass der Fluch Narcissa verfehlte und in eine der Wände krachte, wo er eine der beinahe unbezahlbaren Bodenvasen zerschlug.
Daraufhin fiel Lucius’ Blick wütend auf seinen Sohn, der verängstigt zu ihm aufsah. Nur einen Moment später donnerte er auch dem Kleinen eine, sodass er neben seiner Mutter landete. Die zog ihn sofort schützend zu sich und begrub ihn unter ihrer Erscheinung, als Lucius seinen Zauberstab erneut auf sie richtete und seinem Zorn mit einigen magischen Hieben Ausdruck verlieh.
Draco konnte die ganze Zeit nur hilflos auf das schmerzverzerrte Gesicht seiner Mutter sehen, die immer wieder zuckte und in einem beinahe endlosen Tonus „Es-kommt-nie-wieder-vor“, murmelte. „Dafür werde ich sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommt“, raunte Lucius und richtete seinen Zauberstab auf den Flügel, den er mit einem Bombada ausdruckslos in die Luft jagte, was Mutter und Sohn erneut zusammenzucken ließ.
„Ab morgen nehme ICH vollständig seine Erziehung und Ausbildung in die Hand. Und jetzt schaff ihn endlich ins Bett!“, herrschte er sie an, drehte sich um und ging. Dabei trat er versehentlich auf das Stofftier, auf das er verachtend sah und es mit einem Wink seines Stabes in Flammen aufgehen ließ. Kurz darauf war er ganz weg und die Beiden allein.
„Ma. . . Mama“, stammelte Draco verängstigt und strich behutsam über das blasse Gesicht seiner Mutter, die ihn vollkommen erschöpft ansah. „Alles gut. . .“, meinte sie dünn und versuchte ihn beruhigend anzulächeln, was ihm nur noch mehr die Tränen aus den Augen trieb. Kurz darauf klammerte er sich wieder ganz fest an sie und schluchzte ihr ununterbrochen „Es tut mir leid“, in die Schulter. Seine Mutter hatte aber kein einziges böses Wort für ihn übrig, sondern flüsterte dünn: „. . . nicht deine Schuld“, bevor sie die Erschöpfung gänzlich überrannte.


An diesem Abend hatte Draco gelernt, was es hieß zu hassen. Denn das war es, was er in dem Moment noch zusätzlich neben der Angst, die Lucius stets als Respekt und Gehorsam bezeichnet hatte, für diesen Mann übrig hatte. Er hasste ihn dafür, dass er seine Mutter verletzt hatte, nur weil sie lieb zu ihm war und ihm mit dem Spiel eine Freude hatte machen wollen. Er hasste ihn dafür, dass er mit der Zerstörung des Flügels, auch etwas Besonderes zwischen sich und seiner Mutter zerstört hatte. Ihr gemeinsames Spiel, was von da an nie mehr möglich war. Die Liebe zu dieser Art der Musik, die er in Hogwarts in seinem Frust und der Einsamkeit begonnen hatte zu suchen und dank Flitwick auch wiedergefunden hatte.
Der kleine, alte Mann wusste es zwar nicht, aber er war insgeheim immer Dracos Lieblingsprof, denn dank ihm hatte er nach und nach die Stücke nachspielen können, die seine Mutter bis zuletzt immer, meist heimlich, wenn der Alte nicht da war, für ihn gespielt hatte.
„Draco?“, gewahrte er Hermione vorsichtig neben sich, die ihn ein wenig besorgt ansah, mit ihrem Ruf aber gänzlich aus dieser bittersüßen Erinnerung riss. „Alles in Ordnung?“ „Hm? Ja, klar. Warum?“ „Weil du so aussiehst, als ob dich etwas bedrückt.“ „Nein. Ich war nur etwas in Gedanken. Alles okay“, grinste er wieder, was sie ihm allerdings nicht ganz abnahm.
„Wenn du über irgendwas reden willst, dann. . .“ „Es ist nichts“, würgte er sie ab, was für Hermione deutlich war. Zwar sah sie ihm an, dass ihn etwas bedrückte, was ihr vorhin ja auch schon aufgefallen war, als er kurz von seiner Mutter gesprochen hatte. Nur konnte sie ihn schlecht zwingen, mit ihr zu reden, wenn er nicht wollte. Stattdessen versuchte sie ihn etwas von seinen Gedanken abzulenken.
„Spielst du mir nochmal etwas vor?“, fragte sie vorsichtig, worauf er sie kurz nachdenklich ansah, sodass sie ihre Bitte bereits ein wenig bereute. Dann aber schmunzelte er wieder.
„Ich weiß noch was Besseres. Was hältst du von einem kleinen Duett?“ „Was?“, sah sie ihn perplex an. „Ich kann kein Klavier spielen.“ „Oh, ich denke schon. Ist nur ein kleiner Handgriff. Den kannst du auch“, meinte er und zeigte ihr den gleichen Griff, den ihm damals seine Mutter beigebracht hatte.
„Versuch’s mal“, ermunterte er sie, dem sie mit zartrosa Wangen nachkam. Und ähnlich wie bei ihm damals, begann es in ihren Augen zu leuchten, als die kurze Melodie erklang. Draco konnte auf den Anblick wieder mehr Lächeln. Zudem weckte es in ihm den Wunsch, dieses besondere Etwas, was er mit seiner Mutter geteilt hatte, jetzt hier mit dem Mädchen zu verbinden, dass er liebte.
„Spiel den Akkord auf mein Zeichen einfach an“, wies er sie an und begann seinerseits zu spielen. Nach ein paar Takten nickte er ihr zu, wo sie noch etwas nervös die Tasten anschlug. „Geht doch“, schmunzelte er, was sie ein wenig schüchtern lächeln ließ. Nur etwas später bekam sie ihre nächste Chance. Beim dritten Mal hatte sie den Rhythmus gefunden und strahlte ihn doch ein wenig stolz an.
„Siehst du, du spielst“, schmunzelte er. „Das ist toll“, brachte sie begeistert hervor. „Unser kleines Geheimnis“, meinte er, nichts ahnend, dass eine dritte Person ihn und Hermione bereits seit einer kleinen Weile beobachtete und dem Spiel der Beiden lauschte, von dem sie erst angelockt worden war. Wieder.
Diana wusste nach wie vor nicht, was sie von alldem halten sollte? Von dem Slytherin, der jetzt hier, wo er sich mit der Gryffindor allein wähnte, so ganz anders war, als sie ihn sonst immer in ihrem Unterricht sah. Jetzt sah sie ihn lächeln. Mit den Lippen, vor allem aber mit den Augen, die nichts von der Kälte und Arroganz aufwiesen, die sie sonst immer zu sehen bekam. Stattdessen war da einfach nur Wärme und, sie mochte es kaum für möglich halten, dennoch glaubte sie in diesem Blick Liebe zu erkennen, den er der Hexe zuwarf. Diese lächelte nicht weniger, als sie zusammen mit ihm auf dem Flügel spielte.
Es war ein Anblick, der Wehmut und Schmerz in ihr schürte, was ihr die Tränen in die Augen trieb. Zeitgleich machte sich tief in ihr ein Groll und der Drang breit, diese Harmonie zu zerstören, da er es in ihren Augen nicht verdiente, so etwas zu bekommen. Die Zuwendung und scheinbar auch Liebe der Gryffindor. Dann aber. . . Es war wieder die Musik, die sie zurückhielt und den Zorn in ihrem Innern besänftigte.
Es passte einfach nicht zusammen. Sie konnte sich nicht erklären, wie dieser kalte Todesbote so etwas Schönes erschaffen konnte? Dazu brauchte es Herz und Gefühl. Etwas, was sie ihm nicht zuschreiben konnte. Wollte. Und dennoch. . .
Am Ende schloss sie die Augen, aus denen ihr die Tränen rannen, und hörte nur noch die Klänge des Flügels, die sie bereits einmal auf Reisen geschickt hatten. So auch jetzt wieder. Auf dieser Reise nahmen sie ihre inneren Dämonen mit sich, mit denen sie so erbittert rang und immer wieder die Hände, beinahe krampfartig, zu Fäusten ballte. Am Ende lösten sich diese Fäuste aber, womit sie sich ganz von dem Bild und Spiel abwand.
Als sie den Raum und Gang verließ, strich sie sich die frischen Tränen von den Wangen.

۩ ۞ ۩


Zufrieden besah sich Heiler Thompson seine Unterlagen, bevor sein Blick auf seine Patientin fiel, die wie immer in leicht verschlossener Haltung auf der weichen Ledercouch saß und die Beine angezogen hatte.
Er konnte daran sehr deutlich erkennen, dass das Mädchen noch immer mit vielen Dingen hinter den Berg hielt und mit diversen Erlebnissen kämpfte, die sie während des Krieges mitgemacht hatte. Dennoch war es ein Anfang, dass sie in den letzten Sitzungen begonnen hatte, mit ihm zu sprechen. Ihr Freund schien in der Tat zu ihr durchgedrungen zu sein, denn dass sie erkannt hatte, dass sie sich in ihrem Hass verrannt hatte, war ein erster Schritt zur Heilung. Bis dahin war es aber noch ein langer Weg, auf dem er versuchen würde, sie zu begleiten, solange sie ihn ließ.
„Worüber möchtest du heute sprechen?“, erkundigte er sich schließlich freundlich, bekam aber nur einen recht verhaltenen Blick als Antwort. Er wusste, dass es ihr schwer fiel über alles zu reden, weshalb er sie jetzt auch nicht weiter als nötig drängen wollte. Ein wenig drängen musste er sie aber, da sonst doch nichts von ihr kommen würde.
„Du hast mir gestern gesagt, dass es da einen Vorfall gab, den du nicht verstehst. Möchtest du mir das näher erklären? Vielleicht finden wir zusammen dann eine Erklärung“, lächelte er auch weiter freundlich. Megan presste die Lippen allerdings zu einem dünnen Strich zusammen, da ihr diese Sache doch etwas Bauchschmerzen bereitete und zudem doch ein wenig stärker an ihrem Gewissen kratzte.
„Das war gegen Ende des Vierten im Frühjahr“, begann sie leise. „Wir hatten in dem Jahr Besuch von zwei anderen Schulen.“ „Das Trimagische Turnier. Ich erinner mich“, resümierte Heiler Thompson, worauf sie nickte.
„Ein paar der Bulgaren hatten mit einer Freundin und mir geflirtet. Es war am Anfang auch ganz nett und lustig. Wir hatten Spaß. Nur sind sie dann ziemlich zudringlich geworden und haben uns auch nicht mehr weg gelassen. . .“, wurde sie noch etwas leiser, als sie wieder an die Situation dachte. Heiler Thompson beugte sich daraufhin auch etwas vor, um ihr besser lauschen zu können.
„Haben sie Ihnen und Ihrer Freundin wehgetan?“, erkundigte er sich vorsichtig, worauf sie begann auf ihrer Unterlippe herum zu kauen, bevor sie mit dem Kopf schüttelte. „Nein, Sie. . .“ In dem Moment klopfte es. „Ja, bitte?“, rief Heiler Thompson. Kurz darauf ging die Tür auf und eine junge Assistentsheilerin, mit dunklem Haarschopf, trat zu dem Therapeut.
„Miss Shepherd, was gibt es?“, erkundigte er sich, während Daisys Blick kurz auf Megan fiel, bevor sie sich zu Heiler Thompson beugte und ihm leise etwas zuflüsterte, was sich Megan argwöhnisch besah. Heiler Thompsons Mimik wechselte auf Daisys Worte von überrascht zu freudig.
„Tatsächlich?“, erkundigte er sich noch einmal bei der jungen Frau, die schließlich nickte. „Wäre es in Ordnung, wenn wir das jetzt machen?“, fragte sie vorsichtig und sah wieder zu Megan, die skeptisch eine Augenbraue hochzog. Heiler Thompson sah dann aber auch erfreut zu ihr und bezog sie in das Gespräch mit ein.
„Miss Shepherd hat gute Nachrichten für dich, Megan.“ „Was? Darf ich endlich gehen?“ „Das nicht. Es gibt noch einiges, was wir besprechen und aufarbeiten müssen. Allerdings gibt es jemanden, der dich gerne sehen und mit dir reden möchte.“ „Zacharias?“, fragte sie ins Blaue, da ihr sonst niemand einfiel. Der Heiler schüttelte aber mit dem Kopf und meinte schließlich: „Deine Mutter“, worauf ihr fast die Augen rauskamen.
„Was?“, kam es ihr in einem leichten Schock über die Lippen, als sie zwischen Thompson und der jungen Frau leicht zweifelnd hin und her sah. „Ist . . . ist das ein Scherz?“, fragte sie ungläubig. Zeitgleich spürte sie, wie sich in ihren Augen die Tränen zu sammeln begannen, die ihr schließlich aus diesen kullerten, als Daisy mit einem kleinen Lächeln mit dem Kopf schüttelte und ihr erklärte: „Sie ist vor ein paar Tagen verstärkt aus ihrer Katatonie aufgewacht und jetzt, nach ein paar Folgebehandlungen, soweit klar bei Sinnen. Heiler Harper und ich haben uns auch schon mit ihr unterhalten. Sie hat nach dir gefragt.“ Auf die Aussage sah Megan zittrig zu ihrem Therapeuten, der ebenfalls ein kleines Lächeln auf den Lippen hatte.
„Unsere Sitzung verschieben wir auf später. Du möchtest doch sicher zu ihr, oder?“, erkundigte er sich dennoch, wo Megan nur noch ein zittriges Nicken zustande brachte, da ihre Kehle schlagartig staubtrocken war. Thompson trat dann auch zu ihr und reichte ihr die Hand, die sie etwas zitternd ergriff und auch so zu tun hatte, auf die Beine zu kommen, denn die fühlten sich plötzlich an wie Wackelpudding.
Mit Thompson an der Hand und der Heilerin zu ihrer Rechten, verschwand sie über die Gänge, raus aus der geschlossenen auf die Station für Fluch- und Folgeschäden, was ihr das Herz bis sonst wohin schlagen ließ. Wenn das ein Traum war, sollte sie bitte, bitte niemand wecken, denn das würde sie jetzt nicht ertragen.
Sie spürte, wie sich scheinbar Schnüre um ihr Herz legten und immer fester um dieses zogen, je näher sie der Station und damit der entsprechenden Tür kam. Es war eine Anspannung, die sie kaum mehr ertrug, als sie sich einem Raum näherten, vor der ein Mann stand, den sie bereits einmal gesehen hatte und auch seinen Namen kannte. Harper. Der Heiler, von dem die Frau vorhin gesprochen hatte. Dieser drehte sich dann auch gleich zu der kleinen Gruppe, der er ein knappes Lächeln zuwarf.
„Geh ruhig schon rein“, meinte er zu Megan, kaum dass sie bei ihm waren. Auf den knappen Satz zuckten scheinbar tausend kleine Blitze durch ihren Körper, bevor ihr Blick auf Thompson fiel, der ihr ebenfalls aufmunternd zulächelte und sie durch die angelehnte Tür schob, bevor er sich nochmal an Daniel richtete und kurz mit ihm sprach. Megan bekam davon allerdings nichts mehr mit, da ihr Blick wie festgebrannt auf das weiße Bett geheftet war, in der eine schwarzhaarige Frau lag, die den Blick auf eines der verzauberten Landschaftsfenster gerichtet hatte.
„Mama?“, kam es ihr auf den Anblick zittrig über die Lippen, was nicht mehr war, als ein Flüstern im Wind, so dünn und zerbrechlich war ihre Stimme mit einem Mal. Zeitgleich schienen die Schnüre in ihrem Innern ihr Herz noch mehr zu zerquetschen und drohten darüber hinaus, ihr die Luft zu nehmen, bis die Frau in dem Bett auf den leisen Ruf reagierte und den Kopf in ihre Richtung neigte. Als sich ihre Blicke trafen und Megan dieses liebevolle Lächeln sah, zerrissen die Schnüre um ihr Herz, was sich auf einmal so leicht und frei anfühlte, wie sie es seit diesem verdammten Winterabend ’96 nicht mehr gespürt hatte.
Ohne noch an irgendetwas anderes zu denken, trugen sie ihre wackligen Füße von selbst zum Bett, wo sie sich schließlich in die Arme ihrer Mutter warf, an sie klammerte und hemmungslos zu schluchzen und zu weinen begann. Scheinbar für Stunden, wo sie immer mal die noch recht schwache Stimme ihrer Mutter hörte, die versuchte sie zu beruhigen und ihr dabei durch die Haare und über den Rücken strich.
„Meine Kleine. Es tut mir so leid, dass ich dich im Stich gelassen habe“, entschuldigte sie sich. Megan schüttelte allerdings mit dem Kopf. „‘s is egal. Hauptsache, du bist wieder gesund“, schluchzte sie weiter und kuschelte sich verstärkt in ihre Arme, von denen sie sich einfach nur halten ließ.
„Das hab ich Heiler Harper zu verdanken“, hauchte sie Megan zu, der auf die Aussage wieder einer dieser kleinen Blitze durch den Körper schoss. „Er hat wohl eine neue Therapie an mir angewandt, die sie im Mungos noch nicht kannten“, erklärte sie weiter, während Megan etwas auf die Tür zu besagtem Heiler schielte, von dem sie wusste, dass er ein Schlangenvater war. Hinzu kam, dass sein Sohn eng mit Malfoy befreundet war, was dafür sorgte, dass sich der hässliche Knoten, der sich schlechtes Gewissen nannte, noch stärker und schmerzhafter in ihr zusammenzog. Und das wurde auch nicht wirklich besser, als der Heiler mit einem kleinen Lächeln an das Bett trat.
„Sie haben sicher viel miteinander zu besprechen“, meinte er und sah mit einem bittenden Blick zu Megans Mutter, die kaum merklich nickte, während Megan zwischen ihren Schluchzern ein ehrliches „Danke“ hervor quetschte. Daniel konzentrierte sich auf dieses eine, kleine Wort dann auch kurz mehr auf Megan.
„Sie sollten nicht mir danken, sondern Hermione.“ Auf die Nennung der Hexe, hatte Megan das Gefühl einen Schlag ins Kreuz zu kriegen, was im Kommenden noch schlimmer wurde, als Daniel sich weiter erklärte. „Sie hat mich während der ersten Verhandlungspause darum gebeten, die Behandlung Ihrer Mutter zu übernehmen. Sie hatte gehofft, dass es Ihnen helfen würde, wenn Sie nicht mehr allein sind“, meinte er noch, was in Megan eine tiefe Scham heraufbeschwor, mit der sie noch tiefer in den Armen ihrer Mutter versank, bevor sie kaum merklich nickte. Daniel nahm es ohne weiteren Kommentar in sich auf und verließ schließlich das Zimmer, in dem die nächste Zeit einträchtiges Schweigen herrschte.
Beide Frauen hingen etwas ihren Gedanken nach, wobei die von Megan sich immer stärker um einen bestimmten Kontext drehten. Dieser bestand aus den Namen Harper, Granger und Malfoy. Sie begann nach und nach erst zu begreifen, dass sie es ganz offensichtlich allein Grangers Bitte an den Schlangenvater zu verdanken hatte, dass ihre Mutter wieder richtig zu Bewusstsein gekommen war. Hinzu kam die Tatsache, dass die Gryffindor diese Bitte nicht hätte äußern können, wäre sie während des Krieges durch die Todesser ums Leben gekommen, was Malfoy jedoch verhindert hatte, wie ihr Zacharias erzählt hatte. Malfoy, den sie als Heuchler und Schuldigen für alles ansah. Nur. . . Wie viel Schuld hatte er am Ende wirklich gehabt?
„Mein Kleines“, begann ihre Mutter nach einer Weile wieder mit etwas kräftigerer Stimme. „Es tut mir so leid, dass ich nicht da war. Dass ich in dieser schlimmen Zeit nicht für dich da war. Aber das mit deinem Vater und . . . Bruder. . .“, schluckte sie und verdrückte wieder ein paar Tränen, als der Schmerz kurz zurückkam. „. . . das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen“, entschuldigte sie sich erneut und riss damit ungewollt Megans Wunden ein klein wenig stärker auf, der es einfach nur wehtat, an diesen Abend zu denken, der ihre Familie zerrissen und zerstört hatte.
Ihre Mutter umschloss sie dann aber wieder fester und strich ihr beruhigend durch die Haare, bevor sie ihr einen kleinen Kuss auf den Scheitel hauchte und noch meinte: „Ich bin heilfroh, dass es dir wenigstens soweit gut geht und diese dunkle Zeit endlich vorbei ist. Genauso, dass die Täter, Greyback und diese schreckliche Frau, ihre Strafe bekommen haben.“ „Was für eine Frau?“, stutzte Megan und sah ihre Mutter verwirrt an. Diese lächelte bitter.
„Die, die Papa auf dem Gewissen hat“, erklärte sie, worauf Megan mit dem Kopf schüttelte. „Das war doch keine Frau. Ich mein. . . Ihre Masken und. . .“ „Ich weiß. Ich habe keine Gesichter erkannt, dafür aber leider noch viel zu deutlich dieses hysterische, schrille Gelächter in den Ohren“, erklärte sie. Dabei machte sich sichtbar Gänsehaut auf ihren Armen breit, genauso, wie eine stumme Angst in den braunen Augen aufflackerte, die wieder ein wenig feuchter schimmerten.
„Ich habe gestern kurz mit ein paar der Auroren darüber gesprochen. Sie meinten, dass es wohl nicht viele Frauen bei den Todessern gegeben hat. Im Grunde war da wohl nur Lestrange, die zusammen mit dem Werwolf für die meisten Angriffe und Überfälle verantwortlich war. Und diese schrille Stimme. . . Das war kein Mann“, erklärte sie weiter, was Megan ordentlich schlucken ließ, denn nun, wo ihre Mutter es erwähnte, hörte sie dieses irre Gekreische auch wieder. Zeitgleich drängte sich Hermiones Aussage stärker in Megans Bewusstsein, dass Malfoy Greyback und Lestrange während der Schlacht getötet hätte, wodurch sich der dicke Knoten in ihrem Innern noch stärker zu Wort meldete. Ihre Mutter machte es im Folgenden sogar noch etwas schlimmer.
„So, wie ich die Auroren verstanden habe, wurde diese Truppe wohl während der Kämpfe getötet und dass. . . Es ist beruhigend zu wissen, dass sie niemandem mehr ein Leid antun können und. . .“ „Hör auf!“, unterbrach Megan sie gequält und sah ihre Mutter verheult an. „Hör auf davon zu reden. Bitte! Ich kann das nicht . . . ich. . .“, schluchzte sie. Ihre Mutter nickte und sah sie entschuldigend an.
„Ich bin einfach bloß froh, dass du wieder da bist und . . . und. . . Halt mich fest“, bat Megan schluchzend und vergrub das Gesicht wieder verstärkt in der Schulter ihrer Mutter, die ihrer Bitte nur einen Moment später nachkam.
„Ich bin da. Ich werd dich nicht mehr allein lassen. Nie mehr“, versprach sie und hauchte ihrer Tochter nochmal einen kleinen Kuss auf den Schopf.

۩ ۞ ۩


Zum Wochenende ging es spürbar geschäftiger im Schloss zu, als sonst üblich. Man merkte den Schülern, allen voran den Schülerinnen, die Vorfreude auf Dienstag an, denn es wurde eifrig geschnattert, wer mit wem, wer das beste Kleid hatte, wie die Halle gestaltet sein würde und so weiter.
Draco nahm das Getratsche etwas mürrisch zur Kenntnis, denn je näher der Termin jetzt rückte, desto mehr begann er sich zu fragen, mit wem Hermione nun verabredet war? Ob sie es überhaupt war, denn es deutete bis jetzt nichts darauf hin. So grübelte er auch immer mehr, ob er sie nicht vielleicht doch fragen sollte? Was hatte er schon zu verlieren? Was konnte sie schon sagen, außer Nein? Er nahm sich vor, sie nach dem Gespräch mit McGonagall zu fragen, zu der sie gerade unterwegs waren.
Nach gut zehn Minuten erreichten die Beiden den Wasserspeier, der ihnen kurz darauf den Weg zum Direktorenbüro freigab. Oben wartete McGonagall bereits auf ihre Schulsprecher.
„Setzen Sie sich bitte kurz. Tee?“, erkundigte sich Minerva, wartete aber keine Antwort ab, sondern beschwor ein Tablett mit Kanne, Zucker, Milch und drei Tassen. „Danke“, meinte Hermione und ließ sich mit Draco vor dem Schreibtisch ihrer Direktorin nieder.
„Was gibt es denn?“, erkundigte sich die Gryffindor. „Nur noch ein paar obligatorische Sachen, die ich gerne mit Ihnen abstimmen wollte“, begann Minerva und schob Beiden zwei Pergamente hin, die sie noch rasch aufarbeiteten und kleine Differenzen beseitigten. Das Ganze dauerte nicht mehr als zehn Minuten, sodass Minerva zu ihrem letzten Punkt kam.
„Nun, ich gehe doch recht in der Annahme, dass Sie beide den Eröffnungstanz beherrschen?“, sah sie streng über ihre Brille auf die jungen Leute. „So ein Gestolper, wie es Mr. Potter seinerzeit zum Trimagischen Turnier gezeigt hat, wünsche ich von Ihnen nicht zu sehen.“ „Walzer ist kein Problem“, versicherte Draco ihr, dem Hermione nickend zustimmte. „Und was Harry angeht. . .“, begann Draco feist zu grinsen. „. . . dem hab ich was zum Üben gegeben. Es wäre für ihn besser, wenn er das auch macht.“ „Muss ich mir Sorgen um Harry machen, falls nicht?“, sah Hermione unsicher zu ihrer Schlange, in deren Augen es ein wenig funkelte.
„Wenn er Astoria blamiert, hat er nicht nur mit mir ein Problem. Hat er sie jetzt wenigstens endlich mal gefragt?“ „Keine Ahnung. Ich glaube. Wenn nicht, tret ich ihm nochmal auf die Füße.“ „Mach das. Ansonsten tret ich ihm noch ganz woanders hin.“ „Ich knöpf ihn mir nochmal vor“, versprach Hermione, die mit Draco nur noch ihren Tee austrank, bevor sie sich wieder auf den Weg machten. Auf diesem überlegte Draco, wie er seine Frage am geschicktesten anbrachte. Am besten so, dass sie trotz allem gar nicht nein sagen konnte. Dafür hieß es erstmal die Gesamtsituation auszuloten.
„Und? Aufgeregt?“, begann er unverfänglich. „Etwas. Ich hab noch nie so eine große Feier organisiert. Ich hoffe, dass klappt dann auch alles.“ „Wird es. Wir haben an alles gedacht. McGonagall war doch auch zufrieden“, ermutigte er sie, worauf sie nickte.
„Und davon abgesehen? Freust du dich?“ „Ganz ehrlich? Ein bisschen wünschte ich mir, es wäre schon vorbei.“ „Warum?“, stutzte er verwirrt. So ziemlich jede Schülerin konnte die Feier kaum erwarten und Hermione hätte sie am liebsten schon hinter sich? Hatte sie keine Lust auf die Feier oder am Ende tatsächlich keine Begleitung? Hatte ihr Angebeteter sie nicht gefragt?
„Weil ich etwas sehr Wichtiges nach der Feier zu klären hab“, meinte sie und steigerte damit seine Verwirrung. „Was?“ „Geheimnis“, sah sie ihn ein klein wenig lächelnd an, worauf er skeptisch die rechte Augenbraue hoch zog. „Ist das jetzt die Revanche für meine kleinen Geheimnisse?“ „Vielleicht?“, schmunzelte sie ihn auch weiter an, bevor sie wieder mehr auf den Weg achtete. Draco prustete.
„Da wird dein Begleiter ja ziemlich enttäuscht sein, wenn du die Feier so schnell hinter dich bringen willst. Mit wem gehst du nun eigentlich hi-“ „Stephen!“, unterbrach Hermione ihn zischend, die dann auch gleich wie angewurzelt stehenblieb. Draco stockte ebenfalls und blinzelte kurz perplex. Überrascht, dass sie ihm einen Namen nannte. Nur sagte der ihm im ersten Moment nichts. Stattdessen begann es in seinem Innern ein wenig zu grummeln, da sie offensichtlich doch jemanden für die Feier hatte.
„Wer ist Stephen? Kenn ich den? Was für einer is-“ Der Rest seiner Frage blieb ihm im Hals stecken, als Hermione ihn ohne Vorwarnung recht grob am Kragen seines Hemdes packte und ihn hastig mit sich in das nächstbeste Zimmer zerrte. Dummerweise war die Tür, die sie aufriss und ihn hinein schubste, die einer kleinen Besenkammer, in der beide zusammen kaum Platz hatten.
Als Hermione die Tür schnell hinter sich schloss, trat sie Draco gehörig auf die Zehen, der auch gleich zischte. Auf den Laut wirbelte sie herum, versuchte es zumindest, stolperte allerdings und fiel ihm entgegen. Es krachte kurz, als Draco noch versuchte, sich an einem der Regale festzuhalten, welches jedoch nachgab und damit halb auf die Beiden niederprasselte, die schließlich auf dem Boden landeten. In Hermiones Ohren kam das Gepolter einem Donnerschlag gleich.
„Verdammte Sch-“ „Pscht!“, zischte Hermione auf sein Fluchen und drückte ihm rasch die Hand auf den Mund. Draco sah sie daraufhin allerdings süffisant an, da der Lärm mit Sicherheit auf dem Gang zu hören war. Dennoch lauschte die Hexe klopfenden Herzens auf Geräusche von außen, während Draco ihre Hand weg schob.
„Ich schätze in Hogsmeade hat man das Gepolter nicht gehört“, meinte er spitzfindig und fing sich dafür einen Schlag vor die Brust ein, über die er sich kurz rieb, bevor er fragte: „Was ist denn los?“ „Cornfoot!“, zischte Hermione aber nur, was er nach wie vor nicht verstand und auch weiter nur in eine Richtung dachte.
„Mit dem gehst du zur Feier?“ „Merlin, bist du verrückt geworden? Mit dem würde ich nicht mal in 100 Jahren ausgehen! Der Typ nervt mich einfach nur“, schimpfte sie. Und das auch weiter rittlings auf seinem Schoß sitzend, während Draco begann, ihr ein paar der Spinnweben und Wollmäuse aus den Haaren zu streichen.
„Okayyy, und wir sind jetzt im Besenschrank, weil. . . ?“ „Ich hab ihn auf dem Gang gesehen.“ „Aha. Wir verstecken uns also vor ihm?“, schloss Draco amüsiert. Hermione nickte, und das nun mit leicht roten Wangen, bevor sie ein wenig zu jammern begann.
„Ich hab echt keine Lust, ihm über den Weg zu laufen. Er kaut mir jedes Mal ein Ohr ab und will sich mit mir verabreden. Keine Ahnung, wie oft ich ihm schon gesagt hab, dass ich kein Interesse habe. Aber er kapiert es einfach nicht. Wahrscheinlich muss ich ihn erst vom Astronomieturm schubsen, damit er mich in Ruhe lässt“, knirschte sie mit den Zähnen. Draco schmunzelte leicht.
„Der muss ja echt penetrant sein, wenn du schon Mordgedanken hegst.“ „Der Typ ist eine Klette!“ „Tja, dann sollte ich dem Adler vielleicht mal die Flügel stutzen und ein Brathähnchen aus ihm machen. Was hältst du davon?“, grinste er sie teuflisch an, in was sie schmunzelnd einstimmte, aber ablehnte.
„Das ist echt verführerisch.“ „Aber?“, hakte er nach und schlang ihr die Arme etwas um Taille und Rücken. „Er ist es absolut nicht wert, dass du mir in Schwierigkeiten kommst. Sollte er mich doch nochmal nerven, werd ich eben auf den einen oder anderen Flederwicht zurückgreifen.“ „Das ist doch eher Ginnys Spezialität. Du hast es doch mehr mit hackenden Kanarienvögeln“, erinnerte er sie schmunzelnd. „Die kann ich ja noch zusätzlich auf ihn loslassen“, resümierte sie. „Brutales Weib“, grinste Draco. „Aber so kenn ich dich. Immer feste drauf, auf die armen, kleinen Jungs.“ „Man sollte mich eben nicht bis aufs Blut reizen. Damit hast du ja auch schon Erfahrung gemacht.“ „Und Blaise und Harry und ganz besonders Weasley. Charlie hast du aber noch nicht verprügelt, oder?“ „Stell mich hier nicht so als Gewalttäterin hin!“, empörte sie sich und schlug ihm erneut verspielt vor die Brust.
„Hey, ich sag nichts als die Wahrheit, oder was war das gerade?“ „Mimose.“ „Das nimmst du zurück. Du und Ginny, ihr seid gemeingefährlich, wenn ihr einmal loslegt. DU hast mir die Nase gebrochen“, erinnerte er sie, wofür sie ihm die Zunge rausstreckte. „Werd ja nicht frech, sonst. . .“ „Sonst was?“, reizte sie ihn und reckte provokant das Kinn, was sie in der nächsten Sekunde bereute, als er sie an der Taille zu kitzeln begann.
„NEIN!“, brüllte sie lachend und krümmte sich in seinem Griff, bevor sie versuchte, nach seinen Händen zu greifen, um die auf Abstand zu bringen. Allerdings hatte sie in dem kleinen Kabuff viel zu wenig Bewegungsspielraum, sodass Draco sie bei den Handgelenken zu fassen bekam, die er ihr vorsichtig auf den Rücken zwang und sie schließlich belustigt anfunkelte.
„Na, was machst du jetzt, kleine Löwin? Diesmal hab ich gewonnen!“, meinte er triumphierend, worauf sie schmollte. „Das zählt nicht!“, protestierte sie und wand sich etwas in seinem Griff. „Und wie das zählt!“, lachte er, bevor er sie losließ. Kurz darauf fing er sich wieder einen seichten Schlag ein.
„Idiot.“ „Und wieder werden wir frech, Miss Granger. Aber ich will mal nicht so sein und biete Mademoiselle eine Revanche an.“ „Wie gütig.“ „So bin ich eben“, meinte er ein wenig selbstherrlich und fuhr sich mit der Hand kurz durch die Haare, was sie grinsen ließ.
„Lass uns für die zweite Runde aber lieber hoch gehen. Ich hab hier einen Besenstiel oder sowas im Rücken, das wird langsam unbequem“, bat er und versuchte seine Haltung etwas zu verlagern, damit der Druck verschwand. Hermione nickte und richtete sich schließlich vorsichtig auf, bevor sie ihm die Hand reichte und ihm aufhalf. Kurz darauf spähte sie auf den Gang, konnte aber niemanden mehr sehen, sodass sie sich mit Draco auf den Weg machte.
„Hab ich doch richtig gesehen“, tönte es dann jedoch freudig, als sie mit Draco den Hauptgang betrat. Auf die Stimme fuhr ihr ein eisig kalter Schauer durch den Körper, gleich so, als wäre einer der Geister durch sie hindurch geglitten. Als sie herumwirbelte, sah sie Stephen, der lässig an der Wand lehnte und sie interessiert mit einem freudigen Lächeln musterte.
„Stephen!“, fauchte sie und machte einen Schritt nach hinten, wo sie gegen Dracos Brust stieß, der dem Ravenclaw einen dunklen Blick zuwarf. Der ließ sich allerdings nicht davon stören, sondern stieß sich von der Wand ab und trat näher.
„Darf man fragen, was ihr gemacht habt?“, erkundigte er sich interessiert und deutete auf die Spinnweben, die teils noch etwas auf den Kleidern der Beiden hingen. „Das geht dich nichts an!“, zischte Hermione und klopfte sich nochmal hastig die Klamotten sauber.
„Gut, dann hätte ich eine andere Frage. Wie. . .“ „Was auch immer du willst, die Antwort ist NEIN!“, unterbrach Hermione ihn hastig. Dummerweise begann er sofort wieder mehr zu lächeln, was ihr erneut einen kalten Schauer durch den Körper jagte.
„Tatsächlich? Schön zu hören. Ich wollte dich nämlich nochmal wegen der Feier fragen, ob du wirklich eine Begleitung hast? Da es nicht an dem ist, woll-“ „Vergiss es! Ich werde NICHT mit dir auf den Ball gehen! Weder diesen, noch den Weihnachts-, Frühlings- und ganz besonders nicht den Abschlussball!“, unterbrach sie ihn gereizt. Sie merkte, wie ihr dadurch das Blut mehr durch die Adern rauschte und sie leicht fleckig rot im Gesicht wurde.
„Warum nicht?“ „Ich kann dich nicht leiden! Hab ich dir schon mal gesagt.“ „Ach? Aber ihn?“, deutete Stephen abfällig mit dem Kopf in Dracos Richtung, bevor er Hermione wieder richtig in Augenschein nahm und noch einen Schritt auf sie zumachte.
„Erklär mir warum, weil. . . Ich versteh es nicht. Du sagst, du kannst mich nicht leiden, obwohl ich nie etwas Schlechtes über dich gesagt oder dir getan habe. Ich wollte nur mal in Ruhe mit dir einen Tee trinken, um dich besser kennenzulernen“, machte er ihr ein schlechtes Gewissen, da es stimmte. Dass er mit seinen Worten Erfolg hatte, erkannte Stephen daran, dass sie die Kiefer hart aufeinander presste, sodass er seine nächste Karte ausspielte.
„Stattdessen gibst du dich lieber mit jemandem ab, der dich jahrelang wie den letzten Dreck behandelt, beschimpft und gedemütigt hat? Tut mir leid, aber das versteh ich beim besten Willen nicht.“ „Dinge ändern sich halt“, gab sie ihm kühl zurück, bevor sie noch meinte: „Außerdem ist Draco in Wahrheit kein schlechter Kerl.“ „Stimmt. Du hast dich ja auf die Seite der Guten geschlagen“, bemerkte Stephen abfällig und warf Draco ein schmieriges Lächeln zu, was er mit einem dunklen Blick quittierte.
Stephen konzentrierte sich dann aber wieder mehr auf Hermione, nach der er schließlich die Hand ausstreckte und Anstalten machte, mit seinen Fingern nach einer ihren Locken zu greifen. Er kam allerdings nicht dazu, da Draco seine Hexe rasch an der Mitte umschlang und an sich drückte. Dabei hob er sie noch ein wenig hoch, sodass sie den Boden unter den Füßen verlor, bevor er sich mit ihr zur Seite drehte und Stephen damit gänzlich ins Leere griff.
„Die Pfoten von ihr, Cornfoot“, raunte er ihm warnend zu, während es in seinen Augen gefährlich dunkel blitzte. Den Ravenclaw kümmerte es allerdings nicht. „Ich wollte ihr nur den Fussel aus den Haaren ziehen. So wie ihr ausseht, könnte man glatt meinen, ihr hättet euch wild auf dem Boden gewälzt“, bemerkte er leicht süffisant und nahm interessiert zur Kenntnis, dass Hermione kurz zuckte.
„Es geht dich zwar nichts an, aber wir haben die Dekorationen für die Feier zusammengetragen. Dabei ging es etwas staubig zu“, erklärte Draco gelassen. „Natürlich“, meinte Stephen blasiert und konzentrierte sich erneut auf die Hexe, die Draco mittlerweile mehr hinter sich geschoben hatte. Dort klammerte sie sich vermehrt an ihn, was sich der Ravenclaw spitz besah.
„Dann gehst du jetzt wirklich mit ihm auf die Feier?“, merkte er an, da sie ihm seine Vermutung, bei ihrer letzten Begegnung, mehr oder weniger lautstark bestätigt hatte. Jetzt zuckte sie erneut etwas auf seine Worte zusammen, was ihn hellhörig stimmte.
„Oder doch nicht?“, bohrte er neugierig weiter und taxierte sie durchdringend, was ihr immer unangenehmer wurde. Draco wunderte sich jedoch, warum sie dem blöden Adler nicht sagte, mit wem sie verabredet war? Dann würde er vermutlich endgültig Ruhe geben. Doch da sie schwieg, machte sich auch in ihm erneut die Vermutung breit, dass sie wirklich keine Verabredung hatte. Das, oder sie wollte es vor ihm nicht sagen. Draco hoffte allerdings, dass ersteres der Fall war und sprang schließlich in die Bresche.
„Natürlich geht sie mit mir auf die Feier.“ „Tatsächlich?“, meinte Stephen scheinbar überrascht und sah wieder zu Hermione, die hastig nickte und sich im Kommenden verstärkt bei Draco einkuschelte, der ihr demonstrativ noch den Arm um legte.
„Dann stimmen die Gerüchte und Mutmaßungen also, die im Tagespropheten standen. Du bist wirklich mit ihm zusammen?“, bemerkte Stephen dunkel und begann die Hexe mit seinem Blick ein wenig zu verschlingen, die sich immer unwohler fühlte. Sie verfluchte Stephen tausendfach, dass er dieses blöde Thema hier so vor Draco auswalzte. Das konnte sie echt nicht gebrauchen. Draco blieb allerdings ruhig und spielte das Spielchen mit.
„Eifersüchtig?“, stichelte die Schlange ein wenig gehässig und zog damit Stephens Aufmerksamkeit kurz stärker auf sich. Dieser lächelte leicht spöttisch. „Nein. Ich finde es nur . . . interessant. Diese Kombination“, meinte er und sah zurück zu Hermione, die sich noch fester an Draco drückte und so schon halb in seiner Umarmung verschwand.
„Da bleibt mir ja nur, dir alles Gute zu wünschen. Tja, da hab ich meine Chance auf einen Tee wohl endgültig verloren, oder?“ „Du hast es erkannt“, mischte sich Draco wieder dazwischen, den Stephen kurz argwöhnisch ansah.
„Aber weil ich dich so mag, geb ich dir noch einen kleinen Rat. Ich hab ein Problem damit, wenn man meine Freundin belästigt. Da werd ich ungemütlich“, raunte Draco und taxierte ihn dunkel. „Ist das eine Drohung?“, hakte Stephen ruhig nach und legte den Kopf schief.
„Nur ein netter Hinweis“, meinte Draco süßlich lächelnd. „Du entschuldigst uns also? Wir haben noch etwas vorzubereiten.“ Mit diesen Worten drehte er sich mit Hermione um, um wieder in ihren Turm zu verschwinden. Im Gehen konnte er es allerdings nicht lassen, seine Löwin noch kurz etwas mehr zu sich zu ziehen, da sie sich auch noch immer fest an ihn klammerte, und ihr einen kleinen Kuss auf den Schopf zu hauchen. Stephen nahm die Geste säuerlich zur Kenntnis und sah den Beiden noch kurz düster nach.
„Genießt es, solange ihr es noch habt“, raunte er und machte sich schließlich auf die Suche nach einer strohdummen, verliebten Blondine.

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Oben im Schulsprecherturm angelangt, schauderte Hermione noch immer ein wenig und rieb sich fröstelnd über die Oberarme.
„Wolltest du dem Idioten nicht diverse Flederwichte und Kanarienvögel um die Ohren hauen?“, spitzte Draco, als sich die Hexe auf die Couch plumpsen ließ, neben der er schließlich Platz nahm.
„Schon. Nur. . .“ Sie seufzte. „Wie sieht das denn aus, wenn ich als Schulsprecherin Leute verfluche, nur weil sie nervig und unheimlich sind? Er macht ja nie etwas, was das rechtfertigen würde.“ „Er belästigt dich.“ „Aber nur mit Worten“, meinte sie, wobei er das letzte Mal, als Harry dann dazu gekommen war, doch schon gefährlich zudringlich geworden war. Darüber hinaus gab er ihr aber keinen triftigen Grund für eine solche Handlung. Leider.
„Aber ich denke, er hat es jetzt verstanden. Danke, dass du da so mitgespielt hast.“ „Immer wieder gern“, grinste Draco und überlegte schließlich, wie er seine eigentliche Frage von vorhin nochmal anbringen konnte, denn eine richtige Antwort hatte er trotzdem nicht bekommen. Schließlich kam ihm ein Gedanke.
„Aber wo wir gerade dabei sind, würdest du deinem Retter noch einen Tanz, außer dem Eröffnungstanz freihalten?“ „Was meinst du?“, stutzte Hermione, in deren Innern sich erneut ein mulmiges Gefühl breitmachte. Und das wurde auch nicht besser, als Draco mit den Schultern zuckte und ausweichend meinte: „Ich weiß ja nicht, ob dein eigentlicher Begleiter damit einverstanden ist, wenn du nochmal mit mir tanzt?“ Auf die Aussage schluckte sie ordentlich und senkte letztlich verbissen das Haupt, was sich Draco verwundert ansah. Konnte es sein. . .? Hatte ihr Freund sie tatsächlich noch nicht gefragt? Dem würde er den Arsch aufreißen, wenn er ihn in die Finger bekam.
„Was ist?“, fragte er für den Moment, bekam aber keine Antwort außer einem Kopfschütteln, was ihn ein wenig mehr aufscheuchte und anstachelte, seine Mutmaßung zu äußern. „Jetzt sag mir nicht, du hast noch keine Einladung bekommen?“ „Nein“, gestand sie ihm, was einen dumpfen Zorn in ihm schürte. Dieser verflüchtigte sich dann aber kurz und machte einer gesteigerten Verwirrung Platz, als sie leise meinte: „Er ist jetzt auch nicht hier.“ „Wie, er ist nicht hier?“, verstand Draco überhaupt nichts mehr und wurde so auch leicht aufgekratzt, als sich in Hermiones Züge verstärkt Wehmut stahl. Dann aber kam ihm ein Gedanke.
„Konnte Krum sich den einen Tag nicht freischaufeln, oder lässt McGonagall ihn nicht in die Schule?“ „Wie kommst du denn jetzt auf Viktor?“, fragte Hermione irritiert und sah ihn auch so an. Draco zuckte unschlüssig mit den Schultern.
„Na ich dachte. Du warst doch im Vierten schon mit dem zusammen und Blaise meinte vor einer Weile mal zu mir, dass er wohl auch bei den Weasleys auf der Hochzeit letztes Jahr dabei war“, erklärte Draco zunehmend verwirrt, was sogar noch mehr wurde, als Hermione mit dem Kopf schüttelte.
„Das ist richtig, aber. . . Mit Viktor verbindet mich nur eine gute Freundschaft, auch wenn es schön war, ihn auf der Hochzeit wiederzusehen. Da ist nichts“, erklärte sie ihm, was Draco restlos nervös machte. „Aber. . . Wenn du nicht auf Krum wartest, auf wen dann?“, bohrte er, dem Hermione versuchte auszuweichen. Sie wollte das jetzt hier nicht mit ihm besprechen. „Das willst du nicht wissen“, meinte sie leise, was ihn ein wenig eklig stimmte.
„Oh doch, will ich!“ „Können wir das nicht lassen und. . .“ „NEIN! Wer ist dieser Typ?“, verlangte Draco zu wissen, was ihr mehr und mehr im Herzen stach. Sie hatte diese Unterhaltung umgehen wollen. Sie hatte ihn nicht wieder kränken und verletzen wollen, indem sie ihm von diesem Jungen erzählte. Nur ließ er ihr kaum mehr eine andere Wahl. Tief in sich, verstand sie ihn. Dass es irgendwo an ihm nagte und alles nur. . .
„Du kennst ihn vermutlich nicht einmal“, versuchte sie erneut dem auszuweichen. Sein Blick war inzwischen aber so hart wie Granit, mit dem er sie beinahe durchbohrte, als er erneut seine Frage hervor presste. „Wer?“ Auf dieses eine Wort, dieses tiefe Verlangen nach einer Antwort, seufzte sie bitter und schloss kurz die Augen. Als sie ihn wieder ansah, glitzerte es bereits leicht feucht in ihren.
„Ich . . . ich war vor zwei Jahren mit ihm auf dem Halloweenball. Sein Name ist Ben.“

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Am schwierigsten fand ich, das Tauchen technisch zu bewältigen und dabei auch noch zu spielen. Ich durfte nie vergessen, dass Harry Kiemen hat, also gar nicht atmet. Also hatte ich sorgsam darauf zu achten, dass ich keine Luftblasen ausatmete. Um mich herum konnte ich überhaupt nichts erkennen, ich hörte nur Jamies völlig unwirkliche Stimme. Ein absolut bizarres Erlebnis, aber ich fand es echt toll.
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