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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Verloren

von Alex2303

۩ ۞ ۩


Mit Tränen in den Augen blinzelte sie schwach, wie auch restlos erschöpft, als sich das Dunkel der kalten Märznacht stückchenweise in ein schummrig, schmutziges Grau verwandelte.
„Ben?“, flüsterte Hermione traurig, halb in ihrem Tran suchend. Doch er war nicht hier, genauso wenig wie sonst jemand, der Gefühle für sie hegte. Sie hatte ihn, bis auf diesen einen Abend, nie wieder gesehen und würde es nun auch nie mehr. Sie würde aus dieser Hölle nicht lebend herauskommen, dessen war sie sich sicher.
Schließlich blinzelte sie noch einmal mit den schmerzenden Augen, auf der Suche nach. . . Ja was? Sie war allein. Wieder. Allein in diesem Kerker, in Malfoy Manor, ohne die geringste Chance auf Erlösung geschweige denn, dass sie einen ihrer Freunde wieder sah. Im positiven Sinne, denn sie wollte nicht, dass sie genauso in Gefangenschaft gerieten, denn damit wäre alles aus.
Mit diesem Gedanken im Kopf, rollte sie sich etwas mehr mit der dreckigen Decke zusammen, um die wenige Wärme, die sie zurückhielt, gänzlich an ihren schmerzenden Körper zu binden. Sie schloss die Augen und dachte an das, was vor knapp 1 ½ Jahren seinen Anfang genommen hatte. Ihre Hand schloss sich dabei um den kleinen Anhänger, der ihr als Einziges von ihm und der damit vergangenen Sicherheit geblieben war.
Sie dachte an die ganzen Briefe, die sie geschrieben hatte. An den einen Abend, den sie mit ihm gehabt hatte. An den Kuss, den sie sich erobert hatte, aber auch den Zweiten, den er ihr gegeben hatte. Sie dachte an die Rose, die er ihr geschickt hatte. An den Zauber, der auf ihr lag und ihr verriet, wann er an sie dachte. Der ihr seine Gefühle für sie offenbarte.
Sie hatte, wie sollte es anders sein, nach diesem Spruch gesucht, um ihn richtig verstehen zu können und am Ende tatsächlich einen solchen gefunden. Er hatte auch da nicht gelogen, sondern ihr stattdessen einen tiefen Einblick in sein Innerstes gestattet. Seine Gefühle für sie, die, nahm sie sich die Rose, eine tiefe Zuneigung und so wohl auch Liebe widerspiegelten.
Sie hatte sich die Blume immer wieder fasziniert besehen, gerade am Morgen, da sie meist sehr früh wach geworden war. Die Knospe war bis 6:30 Uhr jedoch verschlossen gewesen, was nur heißen konnte, dass er schlief. Spätestens viertel nach Sieben hatte sie sich aber fast immer geöffnet, was ihr zeigte, dass er scheinbar wach wurde und nicht selten, als Erstes an sie dachte. Sie fand das faszinierend.
Und obwohl sie sich, nachdem Ron durch den vergifteten Met fast gestorben wäre, wieder mit ihm vertragen hatte, ließ Ben sie nicht los. Die Tatsache, dass dieser junge Mann sie ganz offensichtlich liebte und sehr, sehr viel an sie dachte. Auch nachts. Sie hatte es oft beobachten können, wenn sie bis spät abends noch gelesen oder recherchiert hatte. Die Rose hatte häufig bis 1:00 Uhr nachts geblüht, bevor ihn dann wahrscheinlich doch der Schlaf übermannt hatte.
Auch hatte sie bis kurz vor Ende des Sechsten noch regen Briefkontakt mit ihm gehabt. Mit der Zeit hatte sich die Menge der Briefe allerdings begonnen zu dezimieren. Auch waren sie immer kürzer geworden.
Es war weniger der Gedanke, dass er plötzlich kein Interesse mehr an ihr hatte, sondern eher, dass es an den Dingen lag, die um sie herum geschahen. Das Dunkel um die Death Eater hatte sich von Monat zu Monat, ja von Woche zu Woche, immer drastischer ausgebreitet und damit noch dunklere Schatten über Großbritannien geworfen.
Vermutlich, so hatte sie sich gedacht, war es für ihn immer riskanter geworden, sich bei ihr zu melden. Zu gefährlich, was sie dann auch ständig aufs Neue in seinen Briefen zwischen den Zeilen gelesen hatte. Eine stille Warnung, noch dazu dieser eine Satz, den er von Anfang an unter eigentlich fast jeden Brief gesetzt hatte. „Bitte pass auf dich auf.“
Er hatte es immer wieder gesagt. Immer wieder geschrieben. Er hatte damit wohl versucht, sie vor den Dingen zu schützen, die drohten zu kommen und am Ende auch gekommen waren. Ende April, Anfang Mai hatte er abrupt aufgehört ihr zu schreiben. Mehr noch, denn damit war eines Morgens auch Hyperion plötzlich verschwunden gewesen. Und damit auch Ben. Kaum vier Wochen später hatte Malfoy die Death Eater ins Schloss gelassen. Dumbledore war durch Snape umgekommen, womit der ganze Terror der letzten Monate seinen Anfang genommen hatte.
Als sie mit Harry und Ron losgezogen war, um die Horcruxe zu suchen, damit sie IHM das Handwerk legen konnten, hatte sie die Rose mitgenommen. Sie hatte sie, mit allen anderen wichtigen Dingen, in ihrer Handtasche verstaut und abends, wenn die beiden Jungs schliefen, ab und an nach der Blume gesehen.
Seit dem Sommer war sie aber fast nur noch geschlossen, was nichts anderes hieß, als das sie ihm wohl kaum noch im Kopf herumgeisterte. Dennoch war die Rose nicht verblüht, was im Gegenzug bedeutete, dass er, auch wenn er kaum noch an sie dachte, trotzdem weiter diese Gefühle für sie hegte.
Vermutlich, hatte sie begonnen sich einzureden, musste Ben wegen des Krieges und den Death Eatern selber höllisch aufpassen, damit man ihn nicht entdeckte. Er konnte es sich vermutlich genauso wenig leisten, nachlässig mit sich und seinen Gedanken zu sein, wie sie es sich nicht hatte leisten können.
Sie hatte versucht, alles richtig zu machen, war am Ende aber dennoch in dieser Kälte gefangen. Allein, womit sie sich noch etwas mehr zusammenkrampfte und in das wenige Stroh, wie auch die dünne Decke, kuschelte.
Sie hoffte, dass es ihm gut ging. Mehr nach begann sie sich in die Arme dieses Jungen zu wünschen, der sie an diesem einen Abend so furchtbar liebevoll behandelt hatte. Der ihr so viel Wärme und Zuneigung hatte zukommen lassen. Der sie seinerseits unglaublich zärtlich geküsst und fest in den Armen gehalten hatte.
„Ben. . .“, schniefte sie leise. Er fehlte ihr unwahrscheinlich. Auch wenn sie in den letzten Monaten irgendwie etwas mehr zu Ron gefunden hatte, bekam sie diese eine Nacht mit ihm dennoch nicht aus dem Kopf. Sie wollte es ja noch nicht einmal, denn er war der erste Junge, von dem sie einen so liebevollen, gefühlvollen Kuss bekommen hatte. Es hatte sich da alles perfekt angefühlt. Es hatte richtig angefühlt, war für sie nun aber schier unerreichbar geworden. So unerreichbar wie ihre sichere Freiheit.
In der nächsten Sekunde klackte es dumpf und die Kerkertür schwang auf, was sie zittrig aufschielen ließ. In der Tür standen die gleichen Typen wie schon die Tage zuvor und grinsten sie dreckig an.
Dieser Anblick allein genügte, dass ihr beinahe das Herz stehen blieb. Den Gefallen tat es ihr aber nicht, sondern hämmerte in der nächsten Sekunde getrieben weiter, womit sie begann sich zu verkrampfen und zu versteifen, da sie nur zu bitter wusste, was nun wieder kam. Was und wer auf sie wartete.
„Nein. . .“, flüsterte sie heiser, wie auch flehend, was das Grinsen dieser Schlächter noch weiter mehrte, die schließlich ganz in den Kerker traten, um sie ein weiteres Mal gewaltsam zu holen.
Hermione versuchte sich zwar noch in die hinterste Ecke zu zwängen, weg von diesen Monstern. Doch hatte sie beizeiten die Wand im Rücken, genauso wie der dumpfe Schmerz in ihrem Körper sie dermaßen lähmte, dass sie gar nicht mehr hochkam. Einzig und allein ihre Hände krampften sich schier verzweifelt um die Decke, die ihre blanke, misshandelte Gestalt wenigstens etwas vor den dunklen, gierigen Blicken verbarg.
Es war nur ein schwacher Schutz, den sie sich zeitweise bewahren konnte. Mittlerweile waren die Typen auch ganz bei ihr und griffen gewaltsam nach ihren Oberarmen, an denen sie sie hoch zerrten und hinter sich her schleiften. Hermiones Wimmern und Flehen ignorierten sie grinsend. Stattdessen amüsierten sie sich über das Schlammblut, indem sie ihr erklärten, was kommen würde.
„Du kannst dich geehrt fühlen“, schnalzte einer, als sie die Steintreppen verließen und damit im Erdgeschoss ankamen, wo sie die geschwächte Hexe erbarmungslos über den Gang zerrten, durch den auch gerade Malfoy wie ein Schatten schlich.
„Der Dunkle Lord ist endlich eingetroffen“, meinte der Andere, worauf Malfoy wie vom Donner gerührt stehen blieb, als die beiden Todesboten mit Hermione an ihm vorbei gingen. „Dir wird die große Ehre zuteil, IHN zu treffen.“ „Er will sich selbst mit dir amüsieren“, grinste der Andere dreckig, womit Hermione vor Panik, Schrecken und Verzweiflung das Herz abermals ins Stocken geriet. Und damit war sie nicht allein.
Auf die Worte der Death Eater erbleichte Draco schlagartig, dem die Augen drohten aus den Höhlen zu kriechen. Nur eine Sekunde später flog sein Kopf panisch zu den Dreien herum, die beinahe am Salon waren.
„Er hat so seine ganz eigenen Methoden, jeden noch so sturen Kopf zum Sprechen zu bringen.“ „Oh ja“, pflichtete ihm der Andere bei, als plötzlich das dumpfe Poltern von hastigen Schritten zu hören war, die sich recht schnell von ihnen entfernten.
Die zwei Death Eater sahen sich daraufhin nur kurz um, um festzustellen, dass es Draco war, der eilig in die entgegengesetzte Richtung verschwand.

۩ ۞ ۩


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Es gibt einen Grund dafür, warum alle großen Fantasy- und Science-Fiction-Filme im Gedächtnis der Leute geblieben sind. Sie haben eine große Tiefe und nicht nur eine oberflächliche Handlung. Und deswegen werden wir in 50 oder 100 Jahren auch immer noch die Harry-Potter-Bücher lesen und hoffentlich die Filme anschauen.
Michael Goldenberg