Sie sah, wie Draco in sich gekehrt durch die GÀnge schlurfte, dann aber den Kopf hob, da er jemanden schluchzen hörte. Damit klÀrte sich sein Blick, als er dem GerÀusch folgte und sie alleine in einem leeren Klassenzimmer sitzen sah.
„Ron“, murmelte sie, als sie die Szene zuordnen konnte. Die Siegesfeier, bei der Lavender sich ihm an den Hals geworfen und damit dieses was-auch-immer, angefangen hatte. Schließlich sah sie zu ihrem Draco, wĂ€hrend der andere ziemlich bitter auf das weinende MĂ€dchen schaute.
„Du hast mich wieder gefunden.“ „War ein blöder Zufall. Ich hab Ruhe gebraucht und wollte alleine sein. Um die Uhrzeit war normalerweise niemand auf den GĂ€ngen. Dachte ich zumindest.“ Damit sah er auf das Bild vor sich, was sie ihm gleich tat und ĂŒberrascht erkannte, dass er Anstalten machte, zu ihr zu kommen, dann aber rasch die Hand von der TĂŒr nahm, als man Schritte hörte. Kurz darauf huschte er hinter eine der RitterrĂŒstungen, denn Harry erschien im Gang, der stattdessen zu ihr ins Klassenzimmer trat.
Aufgrund der GerĂ€usche von draußen, hatte sie rasch die Kanarienvögel aus dem Nichts beschworen und sich fahrig die TrĂ€nen weggewischt, um sich nichts anmerken zu lassen. Als Harry versuchte mit ihr zu reden, bekam Draco hinter der RĂŒstung recht deutlich mit, was passiert war. Schlimmer wurde es dann noch, als Ron lachend mit Lavender auftauchte und Hermione ihm letztlich verhasst die Vögel auf den Hals hetzte, bevor sie in den dunklen GĂ€ngen verschwand, wo Draco ihr, aufgrund der Anderen, nicht ungesehen folgen konnte.
„Als ich gehört hab, was schon wieder los war, hĂ€tt ich Weasley am liebsten in 1000 StĂŒcke gerissen.“ „So wie du guckst, hĂ€ttest du vermutlich noch was ganz anderes gemacht“, korrigierte sie ihn leise, worauf er murrte: „Du willst nicht wissen was, glaub mir. Ehrlich gesagt, will ich diese Dinge nach wie vor mit ihm machen“, knurrte er, was sie schwach lĂ€cheln ließ.
„In jedem Fall war das der Auslöser fĂŒr die Briefe und alles Folgende. Aber das hat dir Blaise ja bereits gezeigt.“ „Ja. Und dafĂŒr bin ich dir und Blaise unwahrscheinlich dankbar, auch wenn es jetzt so blöd gelaufen ist. Es hat mir damals unwahrscheinlich geholfen und mich aufgebaut“, hauchte sie ihm zu und bekam dafĂŒr einen kleinen Kuss auf die Stirn. Als sie wieder nach vorn sah, sah sie etwas, was sie kannte und an das sie sich zwei lange Jahre geklammert hatte. Nun trieb es ihr die TrĂ€nen aus den Augen, als sie sich mit ihm, Ben, in dem leeren Gang stehen und kĂŒssen sah.
Draco kuschelte sich in dem Moment etwas in ihren Schopf und legte die Lippen an ihr Ohr, in das er leise hauchte: „Du hast mir an dem Abend einen Grund gegeben weiterzumachen. Du hast mir wieder Hoffnung und Kraft gegeben. Kraft fĂŒr die Dinge die kommen mussten. Hoffnung auf das Leben. Darauf, dass ich dich irgendwann vielleicht wiedersehen darf. Und zwar ohne Schatten. Hoffnung darauf, dass das Schicksal mir diese Möglichkeit lĂ€sst und es einen Weg fĂŒr mich gibt. Dass die Chancen darauf verschwindend gering waren, war mir bewusst. Ich wollte diesen kleinen Hoffnungsschimmer aber nicht aufgeben, auch wenn ich Phasenweise kurz davor war.“ „Was meinst du?“ „Ich glaube, ich hab dir das schon mal gesagt, aber ich hab mich in diesem Jahr sehr oft auf dem Astronomieturm wiedergefunden. Nicht selten auch schon auf der BrĂŒstung, wo ich zeitweise mit meinen Gedanken so weit weg war, dass ich mich nicht einmal mehr daran erinnern konnte, wie ich ĂŒberhaupt dorthin gekommen war. Der Gedanke daran, dass Voldemort, wenn ich es so beende, keinen Grund mehr hĂ€tte, meiner Mutter, oder zumindest Blaise und Charlie, zu schaden, war so reizvoll und erschien mir zeitweise wirklich als die einzig richtige Lösung. Mir war klar, dass es an der Gesamtsituation nichts geĂ€ndert hĂ€tte. Der Krieg wĂ€re so oder so gekommen. Vielleicht anders, aber er wĂ€re gekommen. Dieses kleine Spielchen, was er mit mir gespielt hat, hĂ€tte nichts geĂ€ndert. Ich war fĂŒr ihn doch nichts mehr, als ein Bauernopfer. Er wusste bereits in dem Moment, als er mir diese Aufgabe ĂŒbertragen hatte, dass ich sie nicht erfĂŒllen könnte. Ich hab es damals deutlich in seinen Augen gesehen. Ein diebisches, durchtriebenes und absolut tödliches Blitzen, was nur eines gesagt hat. ,Ich weiß, dass du scheitern wirst. Dass du zu schwach bist und versagen wirst. Und wenn es soweit ist, wirst du um einen schnellen Tod betteln. Du wirst darum betteln, dass ich die, die du liebst, verschone, bis ich dich soweit habe, dass du darum flehen wirst, sie schnell zu töten.` Soweit wollte ich es absolut nicht kommen lassen. Es wĂ€re so einfach gewesen, einen Schritt nach vorn ins Leere zu machen. Damit hĂ€tte ich meinen Frieden gehabt und ihm zeitgleich die Chance genommen, in meinem Kopf nach diesen Menschen zu suchen. Er hĂ€tte dort irgendwann nĂ€mlich nicht nur meine Mutter, Blaise und Charlie gefunden, sondern auch dich. Ich hab es als einzige Chance gesehen, zu verhindern, dass er euch schadet. Aus irgendeinem Grund hab ich es aber trotzdem nie geschafft, diesen einen letzten Schritt zu tun. Manchmal da. . . Da hatte ich dieses beklemmende GefĂŒhl, dass mich etwas oder jemand zurĂŒckhĂ€lt. Und das immer lange genug, bis ich wieder halbwegs klar im Kopf war und mir auch noch anderer Dinge bewusst wurde. Zum einen, dass es feige war, dass es nichts brachte und vor allem, dass ich mein Versprechen brechen wĂŒrde“, meinte er. Zeitgleich hatte sie dieses Versprechen auch wieder in den Ohren, was er ihr an dem Abend gegeben hatte. Dass er alles tun wĂŒrde, um sie wiederzusehen. In einer friedlichen Zeit.
Damit legte sie den Blick zurĂŒck auf die Bilder vor sich, wo er nicht nur um die nĂ€chste Ecke huschte, sondern dort, hinter einer Statue, gleich noch in einen schmalen Gang verschwand, von dem ihr Blaise schon erzĂ€hlt hatte. Dort lehnte er sich mit leicht getrĂŒbter Miene an die kalte Steinwand, als sich leise eine Stimme neben ihm meldete.
„Und?“ Hermione erkannte Charlie da erst. Ben, vielmehr Draco, sah zu seinem Freund. Auf den Lippen ein schwermĂŒtiges LĂ€cheln, was ihr deutlich machte, dass ihm dieser Abschied unheimlich schwer gefallen war. Schließlich schob er die Maske hoch, womit sich die Wirkung des Zaubers im Nichts verlor und sie nochmal deutlich sah, wie Ben zu Draco wurde.
„Sie hat mich gekĂŒsst“, flĂŒsterte er, worauf Charlie zu einem breiten Grinsen ansetzte, dieses aber nicht vollendete, da Draco scheinbar nicht so glĂŒcklich ĂŒber diese Tatsache war, was auch Hermione verwirrte. „Ist doch schön. Oder nicht?“, hakte Charlie nach, wĂ€hrend sich Draco fahrig durch die Haare strich und damit die Maske ganz ab nahm, bevor er sich an der Wand zu Boden sinken ließ.
„Was ist? Ich dachte, du freust dich darĂŒber?“, wunderte sich Charlie. Und damit war er nicht alleine. Auch Hermione zog fragend die Augenbrauen kraus, sodass sich eine tiefe Falte auf ihrer Stirn abzeichnete.
„Das tu ich ja auch. Gott, Charlie das. . .“, fand er keine Worte und fing stattdessen an zu lĂ€cheln. Sein LĂ€cheln war jedoch zwiespĂ€ltig. Auf der einen Seite strahlte es pure Lebensfreude und unbĂ€ndiges GlĂŒck aus, auf der anderen tiefen Kummer und Schmerz.
„Aber?“, hakte sein Freund nach, ließ sich neben Draco in die Hocke sinken und begann ihn mit zunehmender Sorge zu mustern. Als Hermione genauer auf ihn sah, erkannte sie in den grauen Augen einen feuchten Schimmer, den er versuchte zurĂŒckzudrĂ€ngen. Nebenher spielte er gedankenverloren mit der schlichten Maske, die ihm dieses Erlebnis ermöglicht hatte.
„Mehr als das wird es nie geben“, murmelte er leise, was Charlie fragend schauen ließ, bevor ihm dĂ€mmerte, was mit seinem Freund los war. „Hör auf schon wieder daran zu denken. Wir werden schon noch eine Lösung finden. Irgendwie. Das wird schon gut ausgehen. Dieser Psycho wird nicht kriegen was er will. Wir werden ihn irgendwie kleinkriegen. Er wird wieder verschwinden. Und diesmal fĂŒr immer. Und dann. . .“, begann Charlie zu grinsen, als sein Blick auf Dracos Jackett und damit die kleine Rose fiel, die er sich als Erkennungszeichen angesteckt hatte. Diese machte er ihm ab und hielt sie Draco auch weiter grinsend vor die Nase.
„Sieht ganz so aus, als hĂ€ttest du einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, gab er ihm zu verstehen, womit der gedrĂŒckte Ausdruck ein wenig aus Dracos ZĂŒgen wich und sich stattdessen etwas Weiches, Seliges hinein stahl, als er sich die Rose nahm. Hermione verstand jedoch nicht ganz und richtete sich an ihren Draco, zumal sich das Bild aufzulösen begann.
„Was hat Charlie gemeint?“ „Ăhm. . .“, sah sich Draco leicht verlegen und fuhr sich ĂŒber den Hinterkopf. „Ich hab dir doch am nĂ€chsten Tag die Rose geschickt“, erinnerte er sie, worauf sie nickte und glaubte, sich ihre Frage selbst beantworten zu können.
„Dann war sie das?“ „Nein, das . . . das war meine.“ „Deine?“ „Hm. Dieser Zauber funktioniert in beide Richtungen. So wie du sehen konntest wie ich fĂŒhle, konnte ich umgekehrt deine Empfindungen an einer zweiten Rose ablesen. Ich wollte einfach wissen, ob ich ĂŒberhaupt ein derartiges Interesse bei dir wecken konnte. Ob du mich . . . na ja, wirklich mögen könntest, wenn das alles von Anfang an anders gelaufen wĂ€re“, murmelte er verunsichert, worauf sie schwieg. Was sollte sie dazu auch sagen?
Schließlich richtete sie den Blick wieder auf das Bild vor sich, wo sie wieder alle drei vor Augen hatte. Draco mit den Nerven völlig am Ende. In der Hand hielt er einen Brief, auf den er aber nicht sah, sondern mit den Augen völlig leer vor sich hin starrte. Blaise lief wie ein Tiger im KĂ€fig auf und ab und murmelte unverstĂ€ndliches Zeug vor sich hin, was zum Großteil verhasste Verfluchungen waren.
„Was war los?“, richtete sich Hermione unsicher an Draco, der lediglich auf den Brief schielte, den sich Hermione nĂ€her betrachtete. Auf dem Pergament stand nicht viel. Gelinde gesprochen eigentlich nur ein Satz. Und das in blutroter Schrift.
Diesmal dauerte es nur einen kurzen Moment, bis sich der Nebel zu einem Bild formte und ihr das Wohnzimmer zeigte. Im ganzen Raum herrschte ein gewisses Chaos aus KleidungsstĂŒcken und Flaschen, was sie beide in ihrem Suff verbreitet hatten. Mittendrin sah und hörte sie sich selbst albern kichern und ein RĂ€tsel erzĂ€hlen. Draco lĂŒmmelte belustigt mit seinem Whiskey Glas in der Hand ĂŒber der Lehne der Couch und musterte sie aufmerksam, als sie lallend erzĂ€hlte, dem er mit schwerer Zunge noch etwas beifĂŒgte, was sie grinsen ließ.
Schließlich stolperte die betrunkene Hermione ĂŒber ihre FĂŒße und landete prompt auf seiner Brust, als er versuchte ihren Sturz abzufangen. An diese Szene hatte sie sich bereits einmal dunkel erinnert. Mit den frischen Bildern kamen nach und nach aber auch die restlichen Erinnerungen wieder stĂ€rker an die OberflĂ€che.
Es war wie mit der auf dem Bahnhof von Kings Cross. Ihre eigenen Erinnerungen begannen die sich gerade abspielenden zu ĂŒberholen, sodass sie mehr und mehr wusste, was kam. Ihre förmliche, leicht lallende, alberne Unterhaltung ĂŒber Ron, die schließlich zu der bedeutungsschweren Frage gefĂŒhrt hatte, warum sie sich mit so wenig zufrieden gab?
Mit allem was sie hörte und sah, erinnerte sie sich auch wieder an den bitteren Schmerz, der in ihr aufgebrochen war, aufgrund der Tatsache, dass sie Rons AnsprĂŒchen nicht genĂŒgte und des irrationalen Gedankens, dass sie niemand auf diese besondere Art und Weise lieben könnte. Eine FehleinschĂ€tzung, der sie erlegen war, als ihr der wohl unwahrscheinlichste Gedanke, die unwahrscheinlichste Möglichkeit aller Möglichkeiten ĂŒberhaupt in den Sinn gekommen war. Die Vorstellung, der Gedanke, mehr noch der versteckte Wunsch, ob Draco sie lieben könnte?
Als sie all das wieder hörte und sah, brach sie in TrĂ€nen aus, die ihr unkontrolliert ĂŒber die Wangen rannen, als sie noch zusĂ€tzlich dieses Leuchten in seinen Augen sah. Genauso das sanfte, ehrliche und vor allem liebevolle LĂ€cheln, mit dem er sie bedachte, bevor sie ihn doch tatsĂ€chlich kĂŒsste!
Dieser Kuss hatte auch nichts SchĂŒchternes an sich, sondern ließ eine tiefe Sehnsucht in ihr hervorbrechen. Ja sie glaubte jetzt sogar wieder diese Spannungen zwischen ihnen zu spĂŒren. Das Verlangen nach mehr. Nach ihm. Seiner NĂ€he. Seiner WĂ€rme. Seiner Zuwendung. Es war eine fĂŒr sie scheinbar unstillbare Sehnsucht, die dann wirklich so weit ging, dass sie ihm an die WĂ€sche wollte. Oh Merlin, sie hatte nur zu offensichtlich mit ihm schlafen wollen!
Auf diese Erkenntnis schoss ihr das Blut in einem völlig unkontrollierten Rauschen durch den Körper und ließ ihr Herz dermaßen aufgeregt pumpen, als wĂ€re diese Szene nicht vergangen, sondern wĂŒrde gerade wirklich passieren. Dieses GefĂŒhl war so intensiv. So real, da es fĂŒr sie immer weniger nur Bilder waren, sondern reale, persönliche EindrĂŒcke.
„Nicht so, SĂŒße“, hielt er die Hand ihres Erinnerungs-Ichs fest, wĂ€hrend sie selbst die HĂ€nde noch immer fassungslos auf ihrem Gesicht liegen hatte und ihre TrĂ€nen schließlich wegstrich, als sie sich auch wieder an seinen Anstand erinnerte. Dass er ihren desolaten Zustand nicht ausgenutzt und sie stattdessen mit sanften Gesten, Worten und hauchzarten KĂŒssen wieder zu beruhigen vermocht hatte.
Er hatte ihr auf dem Weg nur zu deutlich vermittelt, wie ernst es ihm war. Wie wichtig sie ihm wirklich war, was er ihr dann auch nochmal sagte, als sie bereits recht dösig auf seiner Brust lag und sich ergeben an den warmen Körper kuschelte, womit ihre eigenen Erinnerungen abrissen, da sie eingeschlafen war.
Draco blieb allerdings noch liegen und betrachtete sie mit einem seligen LĂ€cheln auf den Lippen, mit denen er sie auch weiter zĂ€rtlich auf die Stirn und SchlĂ€fe kĂŒsste. Seine HĂ€nde glitten dabei durch ihre Haare, ĂŒber den RĂŒcken und die Oberarme, wo er sie streichelte. Mit der Zeit fielen aber auch ihm die Augen verstĂ€rkt zu. Allerdings blinzelte er dann nochmal kurz angestrengt und rappelte sich schließlich umstĂ€ndlich auf.
Er lud sie sich auf die Arme, wo sie ihm im Schlaf ihre Arme um den Nacken schlang und sich auch weiter an ihn schmiegte. Am Ende verschwand er leicht taumelnd auf der Treppe in ihrem Zimmer und legte sie ins Bett. Dort blinzelte sie nochmal, rief nach ihm und streckte ihre Hand nach ihm aus. Daraufhin beugte er sich lĂ€chelnd zu ihr und hauchte ihr einen kleinen, sanften Kuss auf die Lippen, mit denen sie versuchte ihn bei sich zu halten. Allerdings nickte sie mitten in ihrem Kuss weg. Er deckte sie dann nur noch zu, schloss die VorhĂ€nge und verließ ihr Zimmer mit einem glĂŒcklichen LĂ€cheln auf den Lippen.
Damit tauchte sie wieder auf. Auf den Wangen heiße TrĂ€nen, aufgrund dieser Erinnerung. Sie konnte nicht fassen, dass sie all das tatsĂ€chlich vergessen hatte! Diese Sehnsucht, das Verlangen und Kribbeln. Die Liebe und FĂŒrsorge, die er ihr an dem Abend entgegengebracht hatte. Genauso die Tatsache, dass er trotz allem nie aufgegeben hatte. Nicht einmal, nachdem sie ihn vor einigen Wochen abgewiesen hatte. Und jetzt?
WehmĂŒtig blickte sie die Treppe zu ihren SchlafrĂ€umen hinauf, die sie letztlich stillschweigend in Angriff nahm. Sie trat an seine TĂŒr, die nur angelehnt war. Dahinter brannte Licht, sodass sie beinahe lautlos die TĂŒr aufschob. Sie fand ihn nur mit seiner langen, grauen Schlafhose bekleidet vor, wĂ€hrend er sich mit einem Handtuch die Haare trocken rubbelte. Als er sie bemerkte, hielt er inne, sodass sich ihre Blicke ineinander verhakten. In dem weichen Grau konnte Hermione eine leise Unsicherheit lesen, die sie nicht dort sehen wollte, weshalb sie zu ihm trat.
Sie nahm sein Gesicht in die HĂ€nde, stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen sanften, liebevollen Kuss. Kurz darauf schlang sie die Arme um seinen Nacken und schmiegte sich an seine Brust, die eine angenehme WĂ€rme abstrahlte.
„Du bist und bleibst ein kleiner Idiot“, flĂŒsterte sie und strich ihm mit der Rechten durch die halbnassen Haare, bevor sie ihm wieder in die Augen sah. „Versprich mir was.“ „Was?“ „Keine LĂŒgen oder Verschleierungen mehr. Erst Recht nicht, um mich vor meiner eigenen Dummheit zu schĂŒtzen. Ich will, dass du ehrlich zu mir bist, auch wenn's manchmal wehtut oder unangenehm ist. Wenn was ist, reden wir darĂŒber. Okay?“ „Okay.“ Daraufhin nickte sie und sah ihn wieder mit einem glĂŒcklichen LĂ€cheln an. In den Augen noch immer ein feuchtes Schimmern, denen letztlich zwei kleine TrĂ€nen entwichen, die er ihr behutsam wegkĂŒsste, was ihr erneut kleine und große Schauer durch den Körper jagte und diesen wohlig kribbeln ließen. Es fĂŒhlte sich an, wie flĂŒssiges GlĂŒck, was ihr durch die Adern rauschte. Und damit war sie nicht allein.
۩ ۞ ۩
SpĂ€t am Abend kehrten Adele und Geoffrey Parkinson von der Benefizveranstaltung, zugunsten der Kriegsopfer, bei der sie auch ein kleines SĂŒmmchen gelassen hatten, in ihr Landhaus in Frankreich zurĂŒck. Dass dieses Geld hauptsĂ€chlich MuggelstĂ€mmigen zugutekam, war besonders Geoffrey nach wie vor ein kleiner Dorn im Auge. Aber was tat man nicht alles, um sich in der Gesellschaft wieder einen gewissen Platz und Ansehen zu verschaffen? Mit kleineren Spenden ließ sich das im Allgemeinen schnell und simpel regeln, wenngleich diese Art ihr noch bestehendes Vermögen bereits arg geschmĂ€lert hatte.
Allerdings hatte Geoffrey auf der Gala recht gute Kontakte knĂŒpfen können und darĂŒber hinaus ein paar potenzielle, gut betuchte heiratswillige Herren fĂŒr sein Töchterchen ins Auge gefasst. Zwar waren sie bereits ein paar JĂ€hrchen Ă€lter als Pansy, aber da musste sie durch, wenn sie ihren Stand sichern wollte.
HĂ€tte sie sich im Mai nicht so vorlaut verhalten, stĂŒnden ihre Chancen auf eine andere Konstellation weitaus besser. So aber musste er sehen, dass er ĂŒberhaupt eine vernĂŒnftige Partie fĂŒr sie fand und die VertrĂ€ge entsprechend aushandeln. Aber damit wĂŒrde er sich spĂ€ter nĂ€her befassen. Jetzt brauchte er erstmal einen guten Whiskey und verschwand in dem kleinen Salon. In diesem war er jedoch nicht allein.
Er sah im Halbdunkel jemanden in einem der Sessel sitzen, auf den er sofort seinen Zauberstab richtete. Doch noch bevor er dazu kam, einen Zauber zu sprechen, traf ihn ohne Vorwarnung ein giftgrĂŒner Blitz mitten in die Brust und nahm ihm schlagartig sĂ€mtliche Sorgen.
Adele hörte im Nebenzimmer das dumpfe Poltern und rollte bereits mit den Augen, da ihr Gatte offensichtlich wieder irgendetwas umgeworfen hatte. Genervt betrat auch sie den Salon und fand ihren Mann regungslos mit verwirrtem, leerem Blick auf dem Boden liegend.
„Geoffrey?“, entwich es ihr verunsichert, was zu einer dumpfen Panik wurde, als sie realisierte, dass ihr Mann tot war. Nur einen Augenblick spĂ€ter zĂŒckte sie ihren Zauberstab, der ihr noch in der gleichen Sekunde aus der Hand geflucht wurde und klappernd hinter ihr auf das dunkle Parkett fiel, wo er irgendwo in den Schatten des Hauses verschwand.
„Na, na, wer wird denn?“, hörte sie eine ihr nur zu bekannte Stimme und riss unglĂ€ubig die Augen auf, als aus den Schatten des Salons eine hochgewachsene, blonde Erscheinung auf sie zu trat. „Wie kann das. . . Was wollt Ihr?“, stammelte sie und wich Schritt fĂŒr Schritt zurĂŒck, bis sie die Wand im RĂŒcken hatte.
„Wir haben uns lange nicht gesehen und ich bedaure den Grund meines Ăberfalles. Ein wenig zumindest. Jedoch kann ich nicht zulassen, dass ihr meinen PlĂ€nen in die Quere kommt. Das wirst du sicher verstehen, meine Teure.“ „PlĂ€ne? Was . . . was fĂŒr PlĂ€ne?“, stammelte Adele verwirrt und sah sich hektisch nach einer Fluchtmöglichkeit um, was ihren Besucher erheiterte.
„Ich kann dich leider, leider nicht am Leben lassen, aber sei versichert, ich werde mich gut um deine kleine Pansy kĂŒmmern.“ „Was?“, sah Adele geschockt auf den Mann, bevor auch ihr Körper von dem tödlichen, grĂŒnen Licht umhĂŒllt wurde, was sie zu ihrem Gatten schickte.
۩ ۞ ۩
Mit einem Kitzeln in der Nase wurde Draco am nĂ€chsten Morgen noch vor seinem lĂ€rmenden Wecker wach. Als er verschlafen blinzelte, hatte er den Grund dafĂŒr vor Augen, der ihn zwangslĂ€ufig schmunzeln ließ.
Er schloss genießerisch die Lider, zog den warmen Körper noch mehr an sich und vergrub die Nase tief im Nacken der Hexe, um ihr sĂŒßes, blumiges Aroma noch stĂ€rker in sich aufzunehmen. Dabei bedeckte er diesen mit vielen, kleinen, hauchzarten KĂŒssen, was sie schließlich weckte.
Hermione ging ein angenehmes Schauern durch den Körper, als sie diese morgendliche Liebkosung registrierte. Sie lĂ€chelte und kicherte leise „Das kitzelt“, als Draco sich noch weiter vorarbeitete. Am Ende neigte sie den Kopf noch etwas schlĂ€frig zu ihm nach hinten und sah ihn, mit kleinen Augen, glĂŒcklich lĂ€chelnd an.
„Guten Morgen. Du bist schon wach?“ „Irgendwie, ja. Aber ich hab keine Lust aufzustehen“, brummelte er, zog sie wieder fester an sich und kuschelte sich erneut in ihre MĂ€hne, bis Hermione sich zu ihm drehte. Sie gab ihm einen kleinen Guten-Morgen Kuss, was ihn gleich wieder grinsen ließ. „Wie hast du geschlafen?“, erkundigte sie sich, mit einer leichten Sorge, die er mit einem zĂ€rtlichen Kuss vertrieb.
„Ich denke, die Frage ist ĂŒberflĂŒssig.“ „Und dein RĂŒcken?“ „Alles gut. Deine Wundertinktur wirkt in der Tat Wunder und. . .“ Der Rest seines Satzes verlor sich im Rappeln seines Weckers, auf den der Blonde stattdessen stinkig stierte, bevor sich Hermione ĂŒber ihn beugte, um das nervige Ding abzustellen. Dabei bot sie ihm unfreiwillig einen besonders schönen Blick in ihren Pyjamaausschnitt, an dem seine Augen kurz haften blieben, bevor er diese lieber ganz schnell woanders hinschickte, als sie wieder zu ihm sah.
„FrĂŒhstĂŒck?“ „Klingt gut, nur. . .“ „Was?“ „Ich kann dich nicht vielleicht davon ĂŒberzeugen, dass wir heute blau machen?“ „Nein.“ „Hab ich befĂŒrchtet“, seufzte er und verzog missmutig das Gesicht. „Du weißt, dass du dir sowas eigentlich nicht erlauben kannst. Und nach dem Ărger der erst war, da. . .“ „Ja, schon gut“, gab er sich geschlagen und rappelte sich auf. Hermione nahm ihm dann noch den Verband der Nacht ab, bevor sie ihn ins Bad scheuchte.
In der Zwischenzeit machte sie sich selbst fertig und begab sich runter ins Wohnzimmer, um ihre Unterlagen zusammenzusuchen. Dabei glitt ihr Blick ĂŒber den Couchtisch, auf dem noch immer das Denkarium und die beiden Phiolen standen, die sie erstmal in ihre Arbeitsecke rĂ€umte. Kurz darauf tauchte Draco fertig angezogen im Wohnzimmer auf, den Hermione nochmal in sein Zimmer schickte, damit sie sich um die EntzĂŒndungen kĂŒmmern konnte. Die sahen soweit gut aus, dennoch wollte sie auf Nummer Sicher gehen.
Im Anschluss verschwanden die Beiden in die Große Halle, wo der Rest der Freunde bereits anwesend war. Diese musterten die Beiden neugierig. Ganz besonders Blaise, der grinsend zur Kenntnis nahm, dass sie einmal mehr Hand in Hand erschienen. Draco sah man es zudem an, dass er mit sich und der Welt gerade vollkommen im Einklang und glĂŒcklich war.
„Wollt ihr uns vielleicht etwas sagen?“, stichelte er und bekam prompt einen Fußtritt von Ginny, die trocken meinte: „Ignoriert ihn“ und sich ihr Marmeladentoast weiter schmecken ließ. Blaise schmollte. Allerdings nur kurz, bevor er sich zu Draco beugte und ihm ins Ohr flĂŒsterte: „Haben wir einen Grund, am Wochenende eine kleine Party zu schmeißen?“ „Tu was du nicht lassen kannst“, entgegnete Draco ihm gelassen und suchte sich etwas RĂŒhrei und Speck zusammen. Blaise grinste und rieb sich vorfreudig die HĂ€nde, als ihm bereits die ersten Ideen kamen.
Allerdings nahm nicht jeder die Harmonie zwischen den beiden Schulsprechern positiv auf. Neben Stephen und Ron, hatten auch noch andere ihre Blicke teils abfĂ€llig auf der Gryffindor liegen, die glĂŒcklich strahlte und sich schließlich mit ihren Freunden zum Unterricht begab.
Nach der Mittagspause stand auch wieder Verteidigung gegen die Dunklen KĂŒnste auf dem Plan, wo sich Allan diesmal nicht dazwischen pfuschen lassen wollte. Er warf Ron einen warnenden Blick zu, da er Draco bereits wieder gefĂ€hrlich taxierte, bevor er sich an den Blonden richtete.
„Sie und Miss Granger in den Kreis, bitte. Ich möchte gerne sehen, wie Sie sich gegeneinander behaupten.“ „Na das dĂŒrfte interessant werden“, murmelte Blaise, dem Ginny nickend beipflichtete. Aber auch der Rest der Freunde war nicht weniger gespannt, wie das Match ausgehen wĂŒrde, wĂ€hrend Dippet die beiden Kontrahenten noch dazu anhielt, sich mit ihren KĂŒnsten nicht zurĂŒckzuhalten.
„Ich lass dir den ersten Zug“, meinte Draco gönnerisch, was Hermione sĂŒffisant die rechte Augenbraue hochziehen ließ. „Denkst du, das hab ich nötig?“ „Uhm. . . JA!“, feixte Draco frech und bekam prompt den ersten Zauber um die Ohren gehauen, der es in sich hatte. Er sah kurz etwas perplex auf die Löwin, die sĂŒßlich lĂ€chelte, was ihn diebisch grinsen ließ.
„Du willst also wirklich mit den Großen spielen“, murmelte er und setzte seinerseits einen Angriffszauber frei, den sie problemlos parierte und zĂŒgig nachfeuerte, sodass bereits nach wenigen Sekunden ein spektakulĂ€res Duell tobte, das die Freunde noch zusĂ€tzlich anheizten.
Die Löwen feuerten Hermione an, die Schlangen Draco. Allan rollte daraufhin nur mit den Augen, bevor er wieder aufmerksam dem Duell folgte und all die kleinen, feinen Aspekte in sich aufnahm. Allen voran, dass Hermione und Draco selbst ihren Spaß zu haben schienen. Hermione schmunzelte, wĂ€hrend Draco grinste, als beide gleichzeitig einen Angriffszauber absetzten. Die Magieströme kollidierten dabei in der Mitte des Kreises und verbanden sich kurz zu einer schillernden Masse, bevor sich die Magie in einem Hieb neutralisierte und die beiden KĂ€mpfenden von den FĂŒßen riss.
„Mione!“, stieß Ginny erschrocken aus und eilte mit Harry rasch zu ihrer Freundin, wĂ€hrend Blaise und Charlie nach Draco sahen, der sich etwas den Kopf rieb. „Haben Sie sich verletzt?“, erkundigte sich Dippet rasch, seine SchĂŒler verneinten jedoch.
„Alles gut“, murmelte Hermione und sah zu Draco, der zustimmend nickte. „Was war das denn?“, wunderte sich Blaise, als er Draco aufhalf. „Patt, wĂŒrde ich sagen“, meinte Allan. „Aber ein sehr gutes Duell. 10 Punkte fĂŒr Gryffindor und 10 Punkte fĂŒr Slytherin. Und fĂŒr Sie beide merke ich mir schon mal ein Ohnegleichen vor“, nickte er ihnen lĂ€chelnd zu, bevor er sich dem nĂ€chsten Paar widmete, was aus Dean und Ron bestand, der noch immer unheilvoll auf Draco sah. Dieser quittierte Rons Blick seinerseits dunkel, bevor er mit Hermione auf einer der BĂ€nke Platz nahm. Die Hexe sah es.
„Was ist?“ „Nichts. Ich hĂ€tte den Penner allerdings gern nochmal richtig in Grund und Boden geflucht.“ „Ich weiß. Aber mit den FlĂŒchen musst du dich noch etwas zurĂŒckhalten. Dass die Sache aus dem Verbotenen Wald am Ende so glimpflich ausgegangen ist, haben wir Dippet zu verdanken.“ „Hm“, brummte Draco, dem diese Tatsache noch immer nicht so ganz schmeckte, nur hatte sie Recht. Zwar verstand er nicht, was den Ex-Auror dazu getrieben hatte, ihm zu helfen, aber vielleicht tat er ihm ja doch unrecht, auch wenn er ihm die Sache mit dem Unverzeihlichen nach wie vor verdammt ĂŒbel nahm. Schließlich konzentrierte er sich auf das Duell von Ron und Dean. Der Rotschopf sah teils noch immer bedrohlich zu ihm.
„Trotzdem zahl ich dem Penner den Fluch noch heim“, schwor sich Draco. „Aber nicht mit einem Fluch. Mir fĂ€llt da spontan etwas viel Besseres ein“, sah Hermione ihn durchtrieben an, was verstĂ€rkt sein Interesse weckte. „So? Was hat Madam sich denn Fieses ausgedacht?“ „Oh, etwas ganz Besonderes. Und das Beste ist, es ist etwas ganz Harmloses. Harmlos aber effektiv.“ „Was?“, spitzte Draco. Hermione grinste nur noch kurz durchtrieben, bevor sie sein Gesicht in die HĂ€nde nahm, ihn etwas zu sich zog und schließlich zĂ€rtlich kĂŒsste, was Draco kurz komplett aus dem Konzept brachte. Und damit war er nicht der Einzige.
Von den Anderen bemerkte niemand den kleinen Liebesbeweis zwischen den Schulsprechern. Niemand außer Ron, den es gĂ€nzlich ablenkte, sodass Dean ihn hart vor die Brust traf und aus dem magischen Ring schleuderte.
„Sehr gut, Mr. Thomas“, lobte Dippet unter dem Applaus der Ăbrigen, sah dann aber aus den Augenwinkeln, was zwei seiner MusterschĂŒler trieben, was schlussendlich auch auf Ginny und den Rest der Freunde zutraf. Die Rothaarige und Blaise grinsten hĂ€misch um die Wette, wĂ€hrend Harry schmunzelnd mit dem Kopf schĂŒttelte. Dippet rĂ€usperte sich lediglich, sodass Hermione wieder von Draco abließ, der sie noch immer verblĂŒfft ansah.
„Herrschaften, verlegen Sie das bitte auf die Pause“, mahnte Allan und zog sich das nĂ€chste Paar heran. Draco sah auch weiter verblĂŒfft auf Hermione, die, aufgrund von Dippets Mahnung, leicht rote Wangen bekommen hatte. Als Draco von ihr zu Ron sah, der vor Wut schĂ€umte und sich dem Anblick nach am liebsten auf ihn werfen wollte, machte sich ein gehĂ€ssiges Grinsen auf seinen ZĂŒgen breit, mit dem er Hermione wieder ansah.
„Du hinterhĂ€ltiges, durchtriebenes Biest. Ich wusste schon immer, dass in dir eine tĂŒckische, kleine Schlange schlummert.“ „Tja, fĂŒnf Jahre mit den besten Freunden der Oberschlange gehen halt nicht spurlos an einem vorĂŒber.“ „Ich geb dir gleich was, von wegen Oberschlange, Madam.“ „Entschuldige. Was war dir nochmal lieber? Darcilein oder Frettchen?“, stĂ€nkerte sie, wofĂŒr er sie packte und zu kitzeln begann, sodass sie laut quiekte und schließlich herzhaft lachte. Allan fand es weniger lustig, da sie dadurch den Rest ablenkten und Ron, dem Anblick nach, bereits zu neuen Dummheiten verleiteten.
„Okay, raus! Alle beide. Nach Ihrer letzten Stunde melden Sie sich nochmal bei mir.“ „Spielverderber“, nuschelte Draco kaum hörbar, schnappte sich dann aber ganz schnell seine Hexe, der das Lachen plötzlich vergangen war, und verschwand mit ihr auf dem Gang.
„Ich fass es nicht. Ich bin noch nie von einem Lehrer rausgeworfen worden! Das hat in all den Jahren nicht mal Harry geschafft. Oh verdammt, das. . .“ Der Rest ihres Satzes erstickte an Dracos Lippen, mit denen er sie ganz schnell kĂŒsste und umschlang, damit sie ihm nicht weglaufen konnte.
Bereits nach einem kurzen Moment verflĂŒchtigten sich Hermiones Sorgen, als sie in ihren Kuss hinein seufzend gegen ihn sank und ihm die Arme um den Nacken schlang. Draco grinste und löste sich wieder von ihr, bevor er sie spitzbĂŒbig schmunzelnd ansah und seine Stirn gegen ihre sinken ließ.
„So bringt man dich zum Schweigen? Gut zu wissen.“ „Idiot. Was machen wir jetzt?“ „Das solltest du mich besser nicht fragen“, grinste er dreckig und fing sich dafĂŒr einen kleinen Schlag vor die Brust ein, bevor sie ernsthaft meinte: „Wir können ja schon mal mit den Hausaufgaben anfangen“, was ihn aufstöhnen ließ. In der nĂ€chsten Sekunde hatte er ihre Lippen erneut in Beschlag genommen, um sie von diesem unsinnigen Gedanken abzubringen. Er hatte GlĂŒck, denn sie verlor sich beinahe sofort in ihrem Kuss, bis er sich von ihr löste.
„Hausaufgaben“, meinte sie resolut und bekam den nĂ€chsten Kuss, in den sie nun hinein grinste. „So bekomm ich einen Kuss? Interessant“, resĂŒmierte sie schmunzelnd. „Kleines Biest“, grinste er und gab ihr noch einen, bevor er meinte: „Ich hab trotzdem eine bessere Idee, was wir mit unserer Freistunde anstellen.“ „Was?“ „Mitkommen!“, meinte er nur und zog sie mit sich in den ersten Stock, in das Zimmer mit den Instrumenten.
Als sie den Raum betraten, konnte Hermione nicht anders, als zu lĂ€cheln, denn Draco war bereits am FlĂŒgel, von wo er sie mit einer verspielten Melodie ganz zu sich lockte. Die noch drohende Standpauke von Dippet war damit gĂ€nzlich vergessen, denn es gab weitaus Wichtigeres und vor allem Schöneres, als so ein kleines Ărgernis.
۩ ۞ ۩
WĂŒtend rauschte Ron durch die GĂ€nge, nachdem sie ihre letzte Stunde hinter sich gebracht hatten. Von dem, was Quent ihnen erklĂ€rt hatte, hatte er jedoch nichts mitbekommen, da er noch immer das Bild aus seiner Verteidigungsstunde vor Augen hatte. Wie Hermione dieses rĂ€udige, dreckige Frettchen einfach kĂŒsste! DarĂŒber hinaus, war sie erst kurz vor Beginn ihrer letzten Doppelstunde mit dem Penner im Klassenzimmer aufgetaucht. Und das lachend und hĂ€ndchenhaltend. Ron hĂ€tte beinahe gekotzt. Er wollte echt nicht wissen, was sie nach ihrer Knutschaktion drauĂen auf den GĂ€ngen getrieben hatten. Wahrscheinlich hatten sie sich in einem leeren Raum verkrochen und. . . Argh!
Er wollte es nicht denken oder sich vorstellen. Das war einfach nur abartig. Zumal er es nicht verstand. Nach allem, was das Frettchen ihr angetan hatte, warf sie sich dem noch immer in die Arme? Warum? âSie steht unter seinem Einfluss. Er hat vollstĂ€ndig die Kontrolle ĂŒber sie erlangtâ, raunte die dunkle Stimme in Rons Kopf, der wĂŒtend die HĂ€nde zu FĂ€usten ballte. âDu hast zu lange gezögert und gewartet. Jetzt hast du sie endgĂŒltig an ihn verloren. Sie wird dir keinerlei Glauben mehr schenkenâ, strafte die Stimme ihn ab, was seine Wut und den Hass noch weiter schĂŒrte. âSie ist verloren und ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.â âNeinâ, knurrte Ron, der es nicht wahrhaben wollte. âDas werd ich nicht zulassenâ, murmelte er vor sich hin. âDann töte ihn endlich! Nur so verliert sich seine Macht im Nichts. Vernichte ihn! Zerschlage ihn! Er ist stark, aber dennoch angreifbar. Du hast es schon einmal geschafft. Tu es wieder. Diesmal richtig!â, wurde die Stimme immer herrischer und begann dem Rotschopf einmal mehr die Sinne zu vernebeln, als eine Hand nach seinem Arm griff und ihn zum stehen brachte.
âWAS?!â, schnauzte er blindlings die Gestalt an, die sich als Lavender entpuppte. Die Hexe zog bei seinem Ton sofort einen Schmollmund, bevor sie versuchte, ihn aufzumuntern. Sie klammerte sich wie ĂŒblich an seinem Arm fest, als sie meinte: âĂrger dich nicht wegen des blöden Duells. Ich weiĂ, dass du viel besser bist als Dean. Es war echt gemein von den Anderen, dass sie nur ihn angefeuert haben. Da wird man schon mal unruhig und. . .â âKannst du nicht mal deine verfluchte Klappe halten?!â, fauchte er, was sie zusammenzucken lieĂ. Inzwischen hatte sich Ron auch aus ihrem KlammerĂ€ffchengriff befreit und lieĂ noch mehr seine Wut an ihr aus.
âĂberhaupt ist das doch alles nur deine Schuld!â, blaffte er sie an, was sie ĂŒberhaupt nicht verstand und ihn geschockt mit groĂen Augen ansah. âWas? Ja aber. . .â âWie konntest du so dĂ€mlich sein und Hermione auf die Nase binden, dass wir uns schon im Sommer immer getroffen und rumgemacht haben? Damit hast du sie doch nur noch mehr in die Arme des Frettchens getrieben! Verdammt, du hast gesagt, du wĂŒrdest mir helfen, sie und die Anderen wieder zur Vernunft zu bringen und was ist? Sie haben sich immer mehr den Schlangen zugewandt! Ginny ist Zabini total verfallen. Harry lĂ€sst sich von Greengras komplett den Kopf verdrehen und Hermione knutscht jetzt auch noch wild mit dem rĂ€udigen Frettchen rum! Ich will echt nicht wissen, was er in der letzten Stunde mit ihr getrieben hat!â, wĂŒrgte Ron, als sich ihm kurzzeitig entsprechende Bilder auftaten. Lavender kamen auf seinen Wutausbruch die ersten TrĂ€nen.
âWarum sagst du sowas? Ich war die ganze Zeit fĂŒr dich da, hab dich gestĂŒtzt und dir geholfenâ, jammerte sie unter dicken Schluchzern, was Ron vollkommen kalt lieĂ. Stattdessen schnauzte er weiter: âSchönen Dank auch! Auf solche Hilfe kann ich echt verzichten! Wahrscheinlich freust du dich jetzt noch, dass das Frettchen Hermione gĂ€nzlich in seinen FĂ€ngen hat, nicht wahr? Du konntest sie ja noch nie leiden!â, Ă€tzte er und funkelte sie unheilvoll an, sodass sie noch mehr weinte.
âWĂŒrde mich nicht mal wundern, wenn du in Wahrheit die ganze Zeit Malfoy unterstĂŒtzt hast. Hat er dich gut dafĂŒr bezahlt, dass du ihm hilfst, Hermione rumzubekommen? Oder hast du dir am Ende auch noch den Kopf von dem Schlangenhaufen verdrehen lassen, so wie Thomas und Roper? Mit wem von diesem Pack vögelst du noch rum?â Klatsch. Ron hatte seinen letzten Satz kaum entlassen, da landete Lavenders Hand auch schon krachend auf seiner Wange.
âDu bist gemein! Ich hab dir wirklich nur helfen wollen, aber scheinbar ist dir nicht mehr zu helfenâ, schniefte sie bitter, drehte sich um und verschwand schluchzend in den GĂ€ngen des Schlosses. Ron sah ihr kurz verdattert nach, bevor ihn eine neue Woge der Wut ĂŒberspĂŒlte und er abfĂ€llig schnaubte. âTöte Malfoy. Dann bist du mit einem Schlag all deine Sorgen losâ, raunte die dunkle Stimme erneut, deren Worte sich immer tiefer in Rons Geist einbrannten.
۩ ۞ ۩
Sooo, heute melde ich mich auch noch einmal kurz am Schluss zu Wort, denn ich habe noch was Kleines fĂŒr die Sinne.
Nein, diesmal gibt's nicht wie sonst was fĂŒr die Augen, sondern auf die Ohren.
NÀmlich einen schönen Song, den ich durch Zufall entdeckt habe, und der, meiner Meinung nach, hier ganz gut passt und alles sagt.
Eine wunderschöne, rein instrumentelle Interpretation der Piano Guys zu dem Song: A 1000 Years
Ich kann die Jungs und ihre StĂŒcke nur wĂ€rmstens empfehlen.
Macht einfach Spaà und lÀsst einen TrÀumen.
Der Original Song stammt von Christina Perri und den findet ihr hier.
Mit dem Film zu dem Song hab ich allerdings Null am Hut.
Möchte ich nur erwÀhnt haben.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.