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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Schatten über Hogwarts

von Alex2303

So ihr lieben,

pünktlich zum Donnerstag, gibt es den zweiten Teil der Halloweennacht. *muahaha* Gruselstimmung erzeugt? Nicht? Hm... Na da muss ich das noch üben.

Vielen lieben Dank an Kirara, Krissi, Elli, KatyWakewood, dramaqueen1997 und Mirja-Hailey fürs Kommi und Mail schreiben.

@Kirara: Ich weiß, Cliffhanger sind aber sooo schön. *breitgrins*

@Krissi: Freut mich, dass es dir gefallen hat und ein gewisses Kribbeln da war. Der Cliff musste aber sein und es wird nicht der letzte bleiben.
;)

@KatyWakewood: jaah, wenn's am schönsten ist, soll man ja lieber aufhören. Aber jetzt geht's ja schon weiter.

@dramaqueen1997: Na ich hoffe mal, dass die Feier bis jetzt gut angekommen ist.
:) Mit dem Wiedersehen hast du ganz recht, es ist distanziert und ich bin froh, dass das soweit etwas rübergekommen ist.
Der Grabscher von Stephen hatte damit aber weniger zu tun, auch wenn der Hermione anderweitig noch ordentlich verstört hat.

@Mirja-Hailey: Vielen Dank.
:) Wie der Abend endet, mit wem Hermione vielleicht noch kuschelt oder in wessen Bett sie landet, wird sich im folgenden klären.


Liebe Grüße und viel Spaß,

*Nachteule* Alex




۩ ۞ ۩


Mit steigender Unruhe trommelte Blaise in einem leichten Stakkato mit den Fingern auf dem Tisch herum, da Hermione und Draco noch immer nicht zurück waren. Inzwischen wurde bereits das Abendessen serviert, bei deren Menüerstellung sich die Beiden echt übertroffen hatten. Blaise vermutete aber, dass das hauptsächlich auf Dracos Kappe ging, was allein schon an der Aufstellung der Gerichte zu erkennen war. Der Rest am Tisch machte sich dann auch schon freudig über das jeweilige Menü her, wobei sich Harry und Neville tatsächlich schwer mit dem richtigen Besteck taten, was Blaise grinsen ließ.
„Von außen nach innen vorarbeiten“, erklärte er den Beiden knapp, wovon am Ende auch Ginny und Luna ein wenig profitierten, die teils auch etwas hilflos auf das Silber sahen. Ginny interessierte sich zeitweise allerdings mehr für das Gekrabbel auf dem Tisch, wo sie sich kurzerhand eine der prallen, rundlichen, schwarzen Spinnen nahm und diese genauer betrachtete. Aus nächster Nähe war deutlich zu erkennen, dass es sich um etwas zum Naschen handelte. Auf den Anblick der Spinnenpraline machte sich dennoch ein gehässiges Grinsen auf ihren Zügen breit, was nicht unbemerkt blieb.
„Was ist?“, wunderte sich Blaise. „Hm? Och nichts. Ich staune nur, dass Ron noch keinen Kreischanfall bekommen hat“, bemerkte sie belustigt und steckte sich die Spinne in den Mund, die eine Pfefferminzcremefüllung hatte. Blaise spitzte die Ohren.
„Weshalb? Weil er zu doof ist, um mit Messer und Gabel zu essen?“ „Nein. Deshalb“, nahm sie sich ein weiteres Spinnchen und hielt es Blaise vor die Nase. Der schnappte sich dann aber ihre Hand und ließ sich von seiner Hexe mit dem Krabbeltier füttern, was aus einer Trüffelsahnefüllung bestand.
„Ron hat eine wahnsinnige Phobie vor Spinnen. Wenn er eine sieht, geht er schnell mal die Wände hoch und kreischt wie ein kleines Mädchen“, übertrieb Ginny ein wenig, wobei es früher, als er noch jünger war, teilweise wirklich so im Fuchsbau zugegangen war, wenn er eins von den Tierchen zu Gesicht bekommen hatte. Auf die Aussage grinste Blaise durchtrieben.
„Oh, da fallen mir doch gleich viele, schöne Sachen ein“, merkte er teuflisch an, was Harry etwas zu denken gab. „Du willst ihm jetzt aber keinen Streich spielen?“ „Was wenn?“, richtete sich Blaise lauernd an den Helden, der gleich tief Luft holte, aber nicht wusste, was er dazu sagen sollte. Ron verteidigen oder sonst wie in Schutz nehmen? Nach allem, was sich der Rotschopf in den vergangenen Wochen und Monaten, musste man inzwischen ja schon sagen, geleistet hatte, wusste Harry inzwischen nicht einmal mehr, ob er ihn überhaupt noch, auch nur minimal, irgendwie als Freund bezeichnen konnte? Genauso stellte sich ihm die Frage, ob er das nach allem noch wollte? Eine Freundschaft mit Ron?
Es war eine quälende Frage, die er versuchte von sich zu schieben, als er ausweichend zu Blaise meinte: „Ich finde es nicht richtig. Allgemein, wenn man die Schwächen eines anderen für Streiche ausnutzt.“ „Nimmst du den Idioten jetzt wieder in Schutz?“, brauste Blaise leicht auf.
„Merlin, nein! Ich versteh ja, dass du ihm gerne eins reinwürgen willst. Aber das bringt nichts und macht die Situation auch nicht besser.“ „Bringen tut es schon was, nämlich Spaß“, erwiderte Blaise, worauf Harry seufzte. Charlie mischte sich dann aber auch noch dazwischen.
„Harry hat Recht.“ „Och komm schon“, lamentierte Blaise. Charlie schüttelte allerdings mit dem Kopf. „Es tut echt nicht Not, dass wir uns auf so ein Niveau herablassen. Auch wenn Weasley bei den meisten inzwischen unten durch ist, wirft es am Ende nur wieder ein schlechtes Bild auf uns. Müssen wir das haben? Der ist den ganzen Ärger doch echt nicht wert.“ „Jaah, du hast ja Recht“, stöhnte Blaise ergeben, schmollte am Ende aber trotzdem etwas.
„Und ich hatte schon so was Schönes im Kopf.“ „Wenn er nochmal Mist macht, darfst du das gerne wieder ausbuddeln“, schmunzelte Ginny und hielt ihm keck ihre Gabel mit der Garnele hin. Kurz darauf war das Krebstier in Blaise' Mund verschwunden.
Die Acht widmeten sich dann auch weiter ihrem Essen und den Desserts. Mit jedem Gang mehr, fielen die Blicke der Freunde aber immer öfters auf das große Portal, da weder Hermione noch Draco bisher in diesem aufgetaucht waren. Und das bereitete den Freunden dann doch vermehrt Sorgen, sodass sich Blaise noch vor dem Dessert erhob, was er sonst immer mitnahm.
„Ich seh mal, wo die Beiden bleiben.“ „Ich komm mit“, stimmte Charlie ein, der inzwischen papp satt war und Daphne sein Dessert überließ, die freudig lächelnd auf das schöne Sorbet sah. Am Ende wurden die beiden Slytherins dann auch noch von Ginny und Harry begleitet.

۩ ۞ ۩


Beinahe lautlos fiel die schlichte Maske zu Boden, die bis eben noch die blauen Augen umrahmt hatte. Mit dem Verschwinden der Maske veränderten sich aber auch die Augen ihres Gegenübers, die sie noch immer recht bange ansahen. Das Blau wurde heller und nahm schließlich einen weichen Grauton an. Zeitgleich begann auch die Farbe aus seinen Haaren zu weichen, die zu einem hellen Blond wurden, was sie nur zu gut kannte. Und das traf auch auf den Menschen zu, der plötzlich vor ihr aufgetaucht war.
„Was . . . soll das?“, murmelte sie auf seinen Anblick restlos verwirrt. Ungläubig, und trat darüber hinaus noch einen Schritt nach hinten. Die Gestalt vor ihr blieb aber was sie war, was sie zunehmend überforderte, denn sie schüttelte kaum merklich mit dem Kopf.
„Hermione?“, rief Draco sie vorsichtig, der aufgrund ihres Anblicks, seine Chancen ihr die Geschichte zu erklären, bereits den Bach runtergehen sah. Dass sie ihm nicht freudestrahlend um den Hals fallen würde, hatte er befürchtet. Und so, wie sie ihn gerade anschaute, schien sie überhaupt nicht mehr zu wissen, was sie glauben oder denken sollte.
„Lass es mich erklären“, bat er, worauf sich ihr Blick, noch immer unter einem leichten Schock, kurz wieder etwas stärker im Hier und Jetzt einfand. „Das ist vollkommen unmöglich“, murmelte sie dünn, bevor sich ihre Gedanken komplett überschlugen und sie die ganzen Aspekte von damals versuchte, klar und rational zu sehen, damit es Sinn machte. Tat es aber nicht.
„Du . . . du warst damals in der Halle“, murmelte sie noch immer halb weg und sah ihm schließlich direkt in die Augen. „Ich hab dich gesehen und vor allem gehört!“, wurde sie zum Schluss laut und funkelte ihn allmählich aufgebracht an, worauf er schluckte.
„Ja. Nein. Es. . . Ich. . . Es war das, was ihr alle sehen solltet. Mich bei den anderen Slytherins, nur das ich das nicht war. Blaise hat an dem Abend meinen Part übernommen, weil. . . Wenn ich den ganzen Abend von der Bildfläche verschwunden wäre, wäre das viel zu vielen aufgefallen“, versuchte er ihr zu erklären, was sie aber nicht greifen konnte, obwohl sie versuchte, eine gewisse Logik dahinter zu sehen, die mit Vielsafttrank sogar möglich wäre. Nur. . .
Sie hatte die Szene von damals wieder deutlich vor Augen. Draco, der bei Parkinson, Crabbe und Goyle stand und sie hämisch als hässliches Trampeltier bezeichnete. Etwas abseits hinter ihm hatte sie auch Blaise gesehen, der mit einem Teller am Tisch der Schlangen lehnte und es sich schmecken ließ. Soviel zu seiner Erklärung.
Mit Charlie brauchte er ihr dann auch nicht zu kommen, denn den hatte sie etwas später, als sie mit Ben bei ihren Freunden gestanden hatte und Ginny wieder in ihre wilden Mutmaßungen verfallen war, ebenfalls in Dracos Nähe gesehen. Charlie hatte sich damals mit Daphne unterhalten, also kam er auch nicht in Frage. Draco erkannte es. Er sah, dass sie ihm das nicht wirklich glauben konnte, sodass er versuchte, ihr weiter ruhig zu erklären.
„Hör zu, ich . . . ich kann verstehen, dass das im ersten Moment schwer zu glauben und nachzuvollziehen ist. Aber es ist die Wahrheit. Ich hab dir die Briefe geschrieben und die Kette geschickt. Den Zauber dafür, hab ich in dem Buch gefunden, was ich dir geschenkt habe. Ursprünglich sollte Blaise dir die Kette auch schon zum Geburtstag schenken, nur hat er es vergessen und dann hatte Dumbledore ja die Idee mit der Feier. Als du dann auch noch den Stress mit Weasley hattest, meinte Blaise, dass ich dir schreiben und dich später auf die Feier einladen soll, weil. . . Ich hatte damals schon Gefühle für dich“ gestand er ihr und musterte sie auch weiter unsicher. Mittlerweile konnte er nicht mehr in der Mimik der Gryffindor lesen, die ausdruckslos vor sich hin starrte. Da sie nichts sagte, führte er seine Erklärung fort.
„Ich weiß inzwischen nicht mehr wann und wie es passiert ist, nur, dass es irgendwann passiert ist. Es kam langsam, Stück für Stück über längere Zeit, woran Blaise nicht ganz unschuldig ist. Überhaupt, verdanke ich es ihm und Charlie, dass ich nach und nach angefangen habe, die Dinge anders zu sehen und für mich zu hinterfragen, was ich aber nicht so zeigen und leben konnte, wegen dem ganzen Rattenschwanz und. . .“ „Du lügst“, unterbrach sie ihn murmelnd, was ihn in eine leichte Panik versetzte. Er hatte bereits geahnt, dass sie ihm kaum glauben würde, versuchte sie aber dennoch weiter von dieser Sache zu überzeugen und trat kopfschüttelnd zu ihr. Dabei nahm er sich behutsam ihre Hände, die sie ihm allerdings sofort entriss und mit einem wachsenden Funkeln in den Augen ansah, was drohte ihn zu zerreißen.
„Es ist nicht gelogen. Wirklich. Ich. . .“ „Und warum hab ich Blaise dann gesehen, als du mich als hässliches Trampeltier bezeichnet hast?“ Problem, schoss es Draco auf diesen kleinen Hinweis durch den Kopf, in dem sich die Gedanken jagten, während er nach einer raschen Antwort suchte. Hermiones Gedanken waren aber schneller, die ihn sofort mit der nächsten Sache konfrontierte. Und das allmählich mit feuchten Augen, die das Feuer darin eher noch schürten als löschten.
„Davon abgesehen, warum fällt es dir jetzt erst ein, dass du Ben gewesen sein willst? Jetzt, wo ich dir vor ein paar Tagen von ihm erzählt habe? Wie wichtig und besonders das damals für mich war? Du hast vorher nie mit einer Silbe auch nur minimal etwas in der Richtung erwähnt, ganz einfach, weil du gar nichts von ihm wusstest!“, warf sie ein, was gewissermaßen stimmte, was er auch zugab. Ein Fehler.
„Ich hab nicht mehr daran gedacht, weil. . .“ „Na das erklärt ja alles!“, unterbrach sie ihn zynisch, was ihn erneut vehement mit dem Kopf schütteln ließ, bevor er zu einer Erklärung ansetzte. „Das war es doch, was ich dir in der Halle versucht hab zu erklären. Was ich soweit verdrängt habe, dass ich es eben fast vergessen habe und. . .“ „Und warum hast du dann nicht gleich etwas gesagt?“, fiel sie ihm wieder ins Wort. „Warum hast du dann nichts gesagt, als ich dir von ihm erzählt habe?“ „Ich wusste nicht was und. . .“ „Und da musstest du dir erstmal bei Blaise und Charlie Rat holen?“, mutmaßte sie, was sogar stimmte. Hermiones Gedanken gingen allerdings noch einen Schritt weiter, was dafür sorgte, dass es verhängnisvoll in ihren Augen blitzte, worunter sich jedoch ein fürchterlich, bitterer Schmerz mischte.
„Habt ihr euch diesen Mist danach ausgedacht? Mich glauben zu lassen, du wärst Ben, damit du doch noch bekommst, was du willst?“, mutmaßte sie verbittert, da ihr wieder in den Ohren nachklang, dass Ginny mehrfach erwähnt hatte, dass Blaise irgendetwas plane, um sie doch noch mit Draco zu verkuppeln. Das nächste, was ihr einfiel, war Dracos ominöser Aufenthalt in der Verbotenen Abteilung, von dem er ihr nichts weiter sagen wollte. Ron hatte ihr allerdings noch erzählt, in was für Büchern er gelesen hatte. Als er ihr davon berichtet hatte, hatte sie sich nichts weiter dabei gedacht. Jetzt floss diese kleine Information allerdings immer stärker in das sich ihr gerade bietende Bild mit ein, was sie zunehmend schmerzte.
„Nein! Merlin, nein. Es war nicht so wie du denkst“, gab Draco ihr hastig auf ihren Vorwurf zurück. Hermione glaubte ihm aber nicht, sondern murmelte verletzt: „Jetzt ist mir auch klar, warum du in der Verbotenen Abteilung nach Illusions- und Verschleierungszaubern gesucht hast.“ „Ich. . . Was? NEIN!“, schnappte er hastig und überschlug sich im Kommenden halb, um ihr diese Gedanken wieder auszureden.
„Nein, nein, nein, nein. Du siehst das ganz falsch“, meinte er und griff erneut nach ihren Händen, die sie wieder versuchte, ihm zu entziehen, diesmal aber weniger Glück hatte, während Draco meinte: „Das hatte damit rein gar nichts zu tun. Das musst du mir glauben. Ich wollte. . .“ „Hör auf!“, unterbrach sie ihn gequält mit dicken Tränen, die ihr inzwischen über die Wangen kullerten.
„Ich kann nicht fassen, dass du wirklich so weit gegangen bist, um mich rumzukriegen. Oder ging es dir hierbei nur noch um dein gekränktes Ego und den verletzten Stolz?!“, warf sie ihm vor und riss sich schließlich doch noch von ihm los. Zeitgleich wich sie mehrere Schritte zurück und sah ihn unendlich verletzt an. „Warum musst du alles kaputt machen?“, flüsterte sie bitter. Draco konnte auf all das aber nur mit dem Kopf schütteln. Verzweifelt.
„Du missverstehst das. Es ist die Wahrheit. Wirklich. Ich hab das erste Mal überhaupt erst wieder an diese Sache gedacht, als ich die Rose in deinem Zimmer gesehen hab. Ich hab mir aber nichts dabei gedacht, weil du selbst noch gesagt hast, dass es nur ein Andenken wäre und. . . Merlin, ich hab nach allem, was passiert ist, wirklich andere Sachen im Kopf gehabt. Außerdem hab ich echt nicht damit gerechnet, dass dir diese Geschichte noch so viel bedeutet. Immerhin war es letztlich nur ein einziger Abend, der zwei Jahre zurück liegt.“ „Es war nicht nur ein Abend“, fistelte sie ihm verletzt zu. „Und das wüsstest du auch, wenn du wirklich etwas damit zu tun hättest.“ Mit diesen Worten und noch mehr frischen Tränen auf den Wangen, wand sie sich von ihm ab und wollte verschwinden. Draco setzte ihr allerdings sofort nach, ergriff sie bei den Oberarmen und zog sie etwas ruppig zu sich.
„Lass mich!“, schrie sie ihn an, doch er hielt sie fest und sah sie beschwörend an. „Deine Lieblingsblumen sind Lilien. Du hältst eigentlich nichts von Schokolade, außer dieser Ghirarldelli Chocolate. Du liebst die Werke einer Jane Austin. Ganz besonders Stolz und Vorurteil. Du warst mit deinen Eltern schon oft in Frankreich, aber noch nie im Louvre. Du liebst das Meer, würdest eine kleine Hütte in den Bergen dem aber vorziehen. Mit Fünf hattest du dein erstes Haustier. Ein braunes Zwergkaninchen, das Buster hieß. Deine beste und einzige Freundin vor Hogwarts hieß Emily, die, als du acht warst, aber weggezogen ist. Mit neun hast du dir im Skiurlaub in den nördlichen, französischen Alpen das linke Bein gebrochen. Du hattest einen besonders festen und innigen Bezug zu deiner Großmutter Charlotte, weil sie immer viel Zeit mit dir verbracht hat, wenn deine Eltern arbeiten oder auf Seminaren waren“, rasselte er ein paar der Dinge über Hermione runter, die ihm auf die Schnelle einfielen.
„Woher bei Merlin sollte ich das wissen, wenn du es mir nicht geschrieben hättest?“, beschwor er sie. Die Hexe sah ihn aber nur verbissen an, bevor sie ihm doch tatsächlich vorwarf: „Woher? Du bist doch derjenige, der Okklu- und Legilimentik beherrscht!“ Auf die Aussage klappte ihm der Kiefer runter. Hermione setzte aber gleich noch verletzt nach: „Du warst doch schon mehrfach in meinem Kopf. Da kannst du das genauso gesehen haben!“ „Das hab ich nicht. Ich hab nie etwas in der Richtung getan. Ich bin nur nach der Sache mit Smith in deinen Geist eingedrungen, weil ich Angst hatte, dass etwas Schlimmeres passiert ist und. . . Ich dachte, du vertraust mir? Und das wir inzwischen mehr haben?“, gab er ihr letztlich selbst zutiefst verletzt zurück, auf den Vorwurf, dass er diese persönlichen Dinge quasi aus ihrem Geist geraubt haben könnte.
„Für Vertrauen braucht man eine Basis der Wahrheit!“, schrie sie ihn halb an und riss sich von ihm los, womit der bittere Schmerz erneut auf ihren Zügen einkehrte, über die unaufhörlich die dicken Tränen kullerten.
„Ich hab dir nie weh tun und dich so sehr verletzen wollen“, begann sie gequält mit zittrig, brüchiger Stimme „Und du kannst mir glauben, ich habe mich dafür abgrundtief gehasst, dass ich es in den letzten Wochen wieder und wieder getan habe, eben weil du mir sehr viel mehr bedeutest. Aber das, was du hier abgezogen hast, dass ist. . . Ich hasse dich für das hier!“, schrie sie ihn an, drehte sich um und wollte verschwinden. Draco stürzte ihr aber gleich wieder nach und hielt sie erneut fest.
„Hermione. . .“ „LASS MICH LOS!“, schrie sie ihn unbändig an, was diesmal nicht ohne Folgen blieb. Das grenzenlose Chaos in ihrem Innern, der Schmerz in ihrem Herzen, sorgten für einen magischen Hieb, der Draco energisch von ihr stieß. Er wurde gut vier Meter zurückgeworfen und knallte hart auf dem Boden auf, wo er benommen stöhnte und sich den hämmernden Schädel hielt.
Auf den Anblick sah Hermione kurz getrieben unter einem leichten Schock auf ihn, was das Chaos in ihrem Innern für einen Moment noch schlimmer machte und sie aufs Neue ein gefährliches Pochen und Rauschen in den Adern spürte. Dieses ebbte dann aber etwas ab, als sich Draco in eine halb sitzende Position quälte. Damit riss sie sich ganz von ihm los und stürzte in die halbdunklen Gänge davon.
Sie konnte noch immer nicht fassen, dass er das getan hatte. Dass er wirklich so weit gegangen war, ihr derartiges vorzuspielen? Sei es nun, um zu bekommen, was er wollte oder um ihr einfach nur aus Rache eins reinzuwürgen. Seine Beweggründe spielten am Ende ohnehin keine Rolle mehr, da er ihr damit wieder gezeigt hatte, dass er trotz allem eine listige, tückische Schlange war und blieb.
Das für sie Schmerzhafteste an der Sache war, dass sie ihm letztendlich ihr Herz hatte geben wollen, denn sie hatte diese verdammten Gefühle für ihn. Hätte sie es ihm in der Halle gleich gesagt, wäre sie jetzt sicherlich noch mit ihm in dieser und könnte den Abend genießen. So aber. . .
Er hatte damit alles kaputt gemacht und ihr Vertrauen in ihn zerstört. Darüber hinaus, hatte er damit auch erreicht, dass sie ihre Hoffnungen auf ein Wiedersehen mit Ben endgültig begrub, denn er war nicht gekommen und würde vermutlich auch nie mehr zurückkommen. Und selbst wenn, so wusste sie bereits jetzt, dass es nicht mehr das war, was es vor zwei Jahren für sie war. Dafür hatte Draco mit allem, was er in den vergangenen Wochen und Monaten getan hatte, gesorgt. Der Gedanke an all diese liebevollen Gesten und Worte, an sein Lächeln, schnürte ihr nur noch schmerzlicher das Herz zusammen.
Ihre Tränen schienen inzwischen auch schon aus flüssigem Feuer zu bestehen, denn sie brannten ihr fürchterlich auf den Wangen und in den Augen, während sie leicht kopflos durch die Gänge eilte, auf der Suche nach einem Ort der Ruhe. Dabei kam sie einmal mehr in dem Gang von damals heraus, wo sie Ben geküsst und an die Schatten verloren hatte. Doch war sie, wie auch schon das letzte Mal, nicht allein in diesem.
Sie bemerkte erst nach und nach, dass sie gerade ein Pärchen in inniger Zweisamkeit gestört hatte. Diese beschränkte sich allerdings nicht auf wildes Knutschen, nein. Man konnte vielmehr sagen, dass Hermione ungewollt den Höhepunkt der Lust der Beiden miterlebte, die gerade in einem wohligen Aufschrei den süßen, kleinen Tod empfingen.
Als ob diese Tatsache allein nicht schon schmerzlich, und vor allem peinlich genug für die Gryffindor war, zwei Menschen dabei zu beobachten, wie sie sich ihrer Lust und den heißen Gefühlswallungen hingaben, erkannte sie nur einen Moment später, wen sie da störte. Merlin hasste sie. Kein Zweifel, denn es waren ausgerechnet Ron und Lavender. Die mit Abstand allerletzten beiden Menschen auf der Welt, denen Hermione, schon wieder, beim Sex zusehen wollte.
Sie wollte nur noch weg, doch bevor sie sich von diesem Bild abwenden konnte, sah Lavender keuchend über Rons Schulter und ihr Blick gefror zu Eis, als sie Hermione am Zugang stehen sah. Damit verschwand auch das letzte bisschen ihrer Lust. Stattdessen fauchte sie in die Richtung der Schulsprecherin.
„Hast du jetzt überhaupt keinen Anstand mehr, Granger?“ Auf die Namensnennung der Hexe, zuckte auch Ron zusammen, als sich Lavender gerade etwas mehr von ihm löste. Sie strich den Saum ihres Kleides zurecht und raffte ihr viel zu enges Bustier wieder mehr nach oben, in dem der Rotschopf eben noch seine Nase vergraben hatte. Inzwischen sah auch er in die Richtung der Brünetten, die auf den sich ihr bietenden Anblick wie erstarrt schien, während er seine zerknitterte Hose richtete. Als sie sich fing und flüchten wollte, war Lavender bereits energischen Schrittes bei ihr und trieb die noch immer verstörte Löwin wütend in die Enge.
„Was fällt dir ein, uns zu belästigen?“, stieß sie Hermione erbost vor den Brustkorb, die nur Gestammel hervorbrachte, als sie mit dem Rücken gegen die kalte Steinmauer stolperte. „I. . . ich . . . tut mir leid . . . ich. . .“ „Oder hast du es jetzt schon sooo nötig, dir bei anderen einen Anreiz zu holen? Deine dreckigen Spielchen mit den Schlangen reichen dir wohl nicht mehr?!“ Auf die Erwähnung der Slytherins zuckte Hermione unweigerlich zusammen, was es in Lavenders Augen blitzen ließ. Auch bemerkte die Barbie jetzt erst, dass ihre Mitschülerin völlig aufgelöst und durch den Wind war, was jedoch keinerlei Mitgefühl in ihr weckte, sondern pure Häme.
„Was ist denn los? Hat Malfoy dir jetzt doch noch den Laufpass gegeben?“, mutmaßte sie höhnisch, da sie, wie fast alle in der Halle, gesehen hatte, wie Stephen sich die Gryffindor recht provokant erobert hatte. Sie wusste, dass der Ravenclaw Malfoy damit hatte reizen wollen, damit er Granger in den Wind schoss. Und so fertig, wie sie die Löwin vor sich hatte, schien er damit auch Erfolg gehabt zu haben, was sie noch weiter auszuschlachten wusste.
„Hast du echt gedacht, Malfoy würde sich ernsthaft was aus dir machen? Für den bist du doch auch bloß eine weitere, unbedeutende Kerbe in seinem Bett. Überhaupt. . . Wer will schon was mit so einem hässlichen, kleinen, billigen Flittchen wie dir haben?“, warf sie ihr abfällig zu und rümpfte die Nase.
„Zu mehr als einem kurzen Fick, in einer halbdunklen Ecke, taugst du für die Jungs halt nicht, wie ich gehört habe“, höhnte sie weiter, was Ron allmählich stutzig machte, während Hermione ein kalter Schauer durch den Körper schoss, der erneut die bereits bröckligen Mauern ihres Geistes erzittern ließ. Lavender nahm ihr Zittern selbstzufrieden auf, während Ron ganz zu ihnen trat.
„Wovon redest du?“, wollte er von Lavender wissen, die aber nur mit dem Kopf schüttelte und sich wieder besitzergreifend an Ron schmiegte, der keinen Dunst hatte, was hier vor sich ging und warum Hermione so aufgelöst war, an die er sich stattdessen richtete. Und das mit leichter Sorge „Was ist los?“, was Lavender etwas sauer aufstieß. Kurz darauf beschloss sie, Ron ein wenig zu erklären.
„Ganz offensichtlich hat unsere arrogante Miss Ich-bin-etwas-besseres-kann-alles-und-weiß-alles wohl nun doch mal die Quittung für ihre grenzenlose Überheblichkeit bekommen, nicht wahr?“, warf sie Hermione erneut höhnisch zu, die bitter schluckte, als Lavender noch zusätzlich demonstrativ ihre Hand über Rons durchtrainierte Brust gleiten ließ.
„Mit Malfoy hast du zu hoch gepokert, Schätzchen. Tja, wer weit nach oben steigt, fällt auch tief. Aber das geschieht dir ganz Recht. So mies, wie du Ronie die ganze Zeit behandelt hast. Er hätte alles für dich getan, aber er war dir ja nicht gut genug. Du hast ihn in der schweren Zeit nach der Schlacht eiskalt im Stich gelassen, weil du lieber mit Malfoy spielen wolltest. Stattdessen war ich für Ronie da und hab ihm die Schulter und den Rücken gestärkt, wie sich das für eine richtige Freundin gehört!“, rieb sie Hermione noch zusätzlich unter die Nase, die nichts mehr hören, sondern einfach nur noch weg wollte. Dummerweise standen die Beiden ihr gänzlich im Weg. Rons dunkler, vorwurfsvoller Blick, aufgrund von Lavenders Erwähnung, tat noch sein übriges, dass der Schmerz in ihrem Innern noch stärker hochkochte. Zu allem gab es aber noch eine Steigerung, die Lavender ihr mit sichtlicher Genugtuung unter die Nase rieb, als sie sich noch etwas anzüglicher an Ron drückte.
„Und das weiß auch mein Ron zu schätzen. Immerhin sind wir bereits seit dem Sommer zusammen“, enthüllte sie ihr, was Hermiones Augen kurz etwas größer werden ließ, mit denen sie verletzt zu Ron sah. Der hatte dazu allerdings nichts zu sagen, sondern schaute etwas zerknirscht auf Lavender. Mehr nicht. Er stritt es nicht vehement ab, wie man es von ihm erwarten würde, was für Hermione noch ein zusätzlicher kleiner Schlag war. Die Tatsache, dass Ron sie offensichtlich, als sie noch zusammen waren, bereits mit Lavender betrogen hatte. Dass allein war schon ein deftiger Brocken, der noch einen zusätzlichen, bitteren Geschmack annahm, da er ihr damals dreist unterstellt hatte, sie hätte zu der Zeit bereits etwas mit Draco gehabt. Draco, dem sie einfach nur eine gute Freundin hatte sein und ihm helfen wollen, da er es, ihrer Meinung nach, verdient hatte. Draco, den sie plötzlich nach ihr rufen hörte und damit wieder zusammenzuckte. Ihr Blick, wie auch der der anderen beiden Löwen, flog in den Gang, aus dem sie gekommen war, bevor Lavender wieder spitz auf sie sah.
„Offensichtlich sucht dich das Frettchen. Scheinbar ist er doch noch nicht ganz mit dir fertig und du darfst für ihn zum Abschied nochmal die Beine breit machen. Das ist doch immerhin etwas. Ein nettes, kleines Abschiedsnümmerchen. Muss doch ein tolles Gefühl sein, so unbedeutend und ungeliebt zu sein?“, bohrte Lavender noch mehr in der Wunde, sodass komplett etwas bei Hermione aussetzte. Sie stieß die Blonde energisch von sich, die mit ihren hohen Pumps in den Fugen hängen blieb und mit einem Kreischen nach hinten kippte. Dabei versuchte sie noch, sich an Rons Umhang festzuhalten, der in einem geräuschvollen Ratsch jedoch nachgab und sie schmerzhaft auf ihrem Hintern landete.
Hermione bemerkte nichts mehr davon, sondern verschwand in den Schatten eines angrenzenden, kleinen Seitenganges. Aber auch in diesem war sie nach ein paar Schritten nicht mehr allein. Eine vierte Person hatte das Treiben interessiert beobachtet und vor allem belauscht und versuchte nun, die verstörte Löwin zu sich zu ziehen.
„Hallo Hermione“, säuselte Stephen ihr zu und bekam sie am linken Handgelenk zu fassen. Dabei packte er allerdings so fest zu, dass er das kleine Rosenbouquet halb zerdrückte, was Hermione einen spitzen Schmerz durch den Unterarm jagte, der der dumpfen Panik in ihrem Kopf noch mehr Nahrung gab. Als sie dann auch noch Stephen mit seinem schmierigen Lächeln sah, der sie mit dem anderen Arm versuchte zu fassen, um sie fest an sich zu drücken, brannte endgültig eine Sicherung bei der Hexe durch.
„LASS MICH!“, schrie sie in ihrer wilden Panik und Angst, holte aus und donnerte ihm dermaßen heftig eine, dass sich seine wohlproportionierte Nase leicht verschob und schließlich sein schneeweißes Hemd mit reinblütigem Blut besudelt wurde, was er sich etwas erschrocken vor Augen hielt. Als er wieder richtig aufblickte, sah er nur noch den flatterenden, schwarzen Umhang der Hexe, die vollkommen kopflos in Richtung Innenhof stürzte. Getrieben von ihren aufzüngelnden Ängsten und dem Schmerz, hatte sie bloß noch einen Gedanken. Weg.

۩ ۞ ۩


Beinahe zeitgleich schlug Draco bei Ron und Lavender auf, die noch immer auf dem Boden hockte und sich den schmerzenden Steiß rieb. Ron stand unbeeindruckt neben ihr und überlegte, Hermione zu folgen. Dieser Gedanke verflüchtigte sich allerdings komplett im Nichts, als Draco gehetzt bei ihnen ankam.
„PACK IHN!“, donnerte aus heiterem Himmel die dunkle Stimme in Rons Kopf, der er ohne weiter nachzudenken gehorchte und sich wütend auf Draco stürzte. „Was hast du ihr angetan?“, schrie er den Blonden an, als er ihn am Kragen packte und voller Wut gegen die Steinwand donnerte, sodass es krachte. „Scheiße“, zischte Draco und kniff kurz die Augen zusammen, als er sich den Kopf stieß. Als er wieder blinzelte, hatte er das purpurfarbene, wutverzerrte Gesicht Rons direkt vor der Nase. Jackpot.
„Du mieses Schwein. . .“, knurrte der Rotschopf, bevor er ihn mit einer Hand losließ, ausholte und Draco die Faust ins Gesicht schlagen wollte. Der war aber einen Tick schneller und trat Ron rasch gegen das Schienbein, sodass er aufheulte und sich seine eben noch geballte Faust stattdessen um sein nun ramponiertes Bein legte, als er in die Knie zusammenbrach.
Draco verschwendete allerdings keine Sekunde damit, weiter auf den Rotschopf zu achten, sondern spähte in die beiden Gänge, in denen Hermione verschwunden sein könnte. Als er in den linken stürzen wollte, traf ihn auf halber Strecke jedoch etwas schmerzhaft ins Kreuz und warf ihn zu Boden. Als er sich stöhnend auf den Rücken drehte, sah er Ron, der noch immer mit leicht schmerz-, aber auch wutverzerrtem Gesicht, mit dem Zauberstab auf ihn deutete. Nur einen Moment später sah Draco aus diesem einen roten Lichtblitz schießen, dem er mit einer schnellen Rolle auswich und dabei seinen Zauberstab zog. Gerade noch rechtzeitig, denn Ron versuchte bereits mit dem nächsten Fluch nachzusetzen, den Draco knapp abwehrte. Der violette Lichtblitz krachte in die Steinwand und hinterließ in dieser ein fast Medizinball großes Loch.
„Scheiße“, murmelte Draco geschockt, denn das war kein einfacher, harmloser Verteidigungs- oder vielleicht Angriffszauber mehr, sondern schwarze Magie der übelsten Sorte. Und mit dieser setzte Ron sofort nach, sodass Draco Mühe hatte, die Angriffe zu blocken. Lavender beobachtete es mit wachsendem Schrecken und robbte rücklings immer weiter von den Beiden weg, hinter den Schutz einer Mauer. Weder Löwe noch Schlange bemerkten es, wo sich Draco dann eine kurze Lücke auftat, die er sofort nutzte und Ron mit dem Expelliarmus entwaffnete. Zeit zum verschnaufen blieb ihm allerdings nicht, denn Ron stürzte sich, selbst ohne Zauberstab, auf ihn.
„Was hast du mit Hermione gemacht?!“, schrie er ihn erneut an, als er Draco wieder am Kragen zu fassen bekam und nun doch noch einen Treffer landete, dem ihm der Blonde postwendend zurückgab und sich die Beiden kurz auf dem kalten Steinboden kugelten, bis aufgeregtes Geschrei um sie herum losbrach. Dem folgten mehrere Hände, mit denen die beiden Kämpfenden voneinander weggerissen wurden.
Ron wurde mehr schlecht als recht von Harry ihm Zaum gehalten, dem Ginny dann noch mit ihrem Zauberstab nachsetzte, den sie Ron bereits gefährlich in die Nase bohrte, während Blaise und Charlie Mühe hatten, Draco zur Ruhe zu bewegen, in dessen Augen es gefährlich loderte.
„Hast du sie noch alle?!“, schrie Ginny ihren Bruder an, da es nicht das erste Mal war, dass er grundlos auf Draco losgegangen war. Da Ron aber bereits eine blutenden Nase und ein beginnendes, anschwellendes rechtes Auge hatte, schien Draco seinerseits zumindest zwei gute Treffer gelandet zu haben. Der Blonde sah allerdings auch etwas ramponiert aus, mit der aufgeplatzten Unterlippe und dem Riss in der rechten Augenbraue, aus denen ihm das Blut sickerte.
„ICH?“, kreischte Ron empört und deutete schließlich anklagend auf Draco. „Frag doch den Penner!“ „Ich frage aber DICH!“, schrie Ginny ihn wieder an, während Charlie begann, sich um Dracos Blessuren zu kümmern. „Wo ist Hermione?“, erkundigte sich Blaise, denn von der Hexe fehlte jede Spur. Draco schüttelte dann auch gleich mit dem Kopf.
„Ich weiß es nicht. Sie . . . sie hat das total falsch verstanden und ist dann einfach weggerannt“, stammelte er etwas hilflos, was auch Ginny und Harry hörten. „Was meinst du?“ „Was wohl?“, klinkte sich Ron ätzend dazwischen und warf Draco erneut einen mordlüsternen Blick zu.
„Ich hab euch die ganze Zeit gesagt, dass der Penner ihr etwas antun wird! Hat er jetzt ja offensichtlich hingekriegt. Sie ist total verheult in uns rein gerasselt!“, erklärte Ron aufgebracht, was Ginny und Harry verwirrte. Noch schlimmer wurde es, als Draco „Ich bin das total falsch angegangen“ vor sich hinmurmelte.
„Was?“, wollte Harry wissen, während Ginny erneut nach ihrer Freundin fragte. „Wo ist sie hin?“ „Ich weiß es nicht.“ „Besser wir suchen sie. Nach allem, was bis jetzt war, da. . .“, ließ Charlie den Satz beunruhigt offen, womit sich die Fünf auf den Weg machten, dem Ron ebenfalls nachsetzte, kaum dass er seinen Zauberstab wieder bei der Hand hatte.
Die Freunde waren dann allerdings gerademal in der Nähe der Brücke, über die man auch zur Haupttreppe kam, als Charlie wie angewurzelt stehen blieb und mit immer größeren Augen auf einen roten Punkt sah, der die Ländereien runter hetzte. Und zwar in Richtung Verbotener Wald.
„Leute!“, rief er die Anderen und deutete auf den rot-schwarz wehenden Stoff, der letztlich tatsächlich im Unterholz des Waldes verschwand. „Sag jetzt nicht, dass das. . .“, murmelte Ginny unter Schock. „Ich fürchte doch“, erwiderte Blaise mit staubtrockener Kehle. Kurz darauf hetzte Draco als erster zurück in Richtung Innenhof, den seine Freunde noch riefen.
„WARTE!“ „Mist“, fluchte Charlie, bevor er und Blaise ihm folgten. Harry richtete sich dann nur noch rasch an Ginny „Sag McGonagall Bescheid!“, bevor er den drei Schlangen hinterher eilte, um ihre Freundin schnellstmöglich zurück ins sichere Schloss zu holen. Ginny verschwendete dann auch keine Zeit mehr, sondern rannte zurück in die Große Halle, während Ron Harry nachsetzte.
Am Rand des Waldes hatten Blaise und Charlie Draco dann endlich ein, der allerdings nicht auf sie achtete oder stehen blieb, sondern in dem unheilvollen Dunkel verschwand. Etwas hinter ihnen erreichten auch Harry und Ron den Wald, wo Ron es nicht lassen konnte, Draco die Schuld an allem zu geben.
„Ich hab's euch gesagt! Die ganze Zeit hab ich es euch schon gesagt! Das hier ist einzig und allein Malfoys schuld! Er hat ihr irgendetwas angetan!“, fauchte er, was Harry komplett ignorierte. Was wirklich passiert war, darüber konnten sie sich später Gedanken machen. Jetzt war es erstmal wichtiger, Hermione zu finden, bevor ihr etwas passierte. Dummerweise hatte er inzwischen auch die drei Schlangen vollkommen aus den Augen verloren, vermutete sie aber nur etwas vor sich, wo er nun auch begann, nach seiner Freundin zu rufen.
Von diesen Rufen bekamen Draco, Blaise und Charlie jedoch nichts mit, da sie bereits viel zu weit weg waren und sich in dem verschlungenen Unterholz noch tiefer im Wald verloren. Während Charlie nach Hermione rief, fragte Blaise halb außer Atem: „Was ist passiert?“ „Deine blöde Idee ist nach hinten losgegangen. Sie hat mir nicht geglaubt und es total missverstanden. . .“

۩ ۞ ۩


Noch immer vollständig von ihrer Angst und der wilden Panik beherrscht, stürzte Hermione kopflos tiefer und tiefer in den dunklen Wald. Dass sie in diesem war, realisierte sie nicht einmal, da ihr einziger Gedanke aus Flucht bestand. Nur wohin? Es gab nichts mehr, wohin sie konnte. Sie konnte nur noch rennen. Weglaufen vor ihrem Schmerz, der Angst und Kälte.
Weder bemerkte sie, dass die knorrigen Äste, die an ihren Haaren zerrten, diese total zerzausten, noch, dass sie ihr auf das tränenüberströmte Gesicht klatschten und dieses immer stärker zerkratzten. Mit ihrem Kleid blieb sie auch immer wieder hängen, hetzte allerdings achtlos weiter, sodass es immer stärker einriss. Auch das kurze Rucken am Hals bemerkte sie nicht, als sie erneut irgendwo hängen blieb und damit der Umhang von ihren Schultern gerissen wurde. Mittlerweile hatte sie auch beide Schuhe verloren und stolperte mit inzwischen blutenden Füßen über die spitzen Steine, sowie das teils dornige Gestrüpp.
Sie spürte den äußerlichen Schmerz ihres Körpers nicht, sondern nur das unbarmherzige Feuer, was in ihrem Innern brannte und alles zu zerreißen drohte. Dabei ähnelte es gefährlich dem, von Voldemorts Fluch. Nur dass es nicht dieser war, der ihr das Herz so unermesslich schmerzen und brennen ließ.
Sie hetzte weiter, immer weiter, bis sie irgendwann so heftig mit dem Fuß an einer Wurzel hängen blieb, dass sie der Länge nach stürzte. Sie spürte in der Sekunde einen spitzen Stich im Knöchel, der nur einen Herzschlag später von mehreren Schlägen gegen ihren gesamten Körper abgelöst wurde, als sie haltlos einen steinigen, steilen Hang hinunterrollte, bevor sie halb bewusstlos zwischen faulendem Laub und kleinerem Geröll liegen blieb.
Benommen glitt ihr tränenverschleierter Blick durch das Unterholz, was still da lag. Jedoch nicht lange. Es dauerte keine fünf Minuten, in denen sich ihr Bewusstsein minimal etwas klärte und die wilde, ungezügelte Panikattacke einer vollkommen anderen, berechtigten Panik wich, als sich in dem Unterholz etwas zu regen begann.
Was genau es war, konnte sie nicht mehr sagen, da sie Mühe hatte, die aufsteigenden Schatten der Bewusstlosigkeit niederzuringen. Zwischen diesen Schatten erschien aber ein anderer, der mit vier stechend gelben Punkten behaftet war und sich der schwer verletzten Hexe mit klickenden Geräuschen näherte. Dabei ließ der Schatten das Laub rascheln, als abwechselnd acht lange, speerartige Gebilde den Boden berührten.
„Fleisch. Frisches Fleisch“, glaubte Hermione etwas verworren zu hören, als sich ihr dieses Etwas noch weiter näherte. Dabei wurde das Klicken immer lauter, bis sie sah, was es war, was diese seltsamen Geräusche von sich gab. Es waren zwei rasiermesserscharfe Kneifzangen, an denen ein zähflüssiges Sekret herabtropfte, als sich das dunkle Geschöpf direkt über ihr postierte.
„Fleisch“, hörte sie das Geschöpf nur noch gierig, als es die klickenden Kiefer in ihrer Taille versenkte. Hermione blieb daraufhin sofort die Luft weg, als sich an der Stelle ein noch heißeres Feuer auszubreiten begann, was ihr gänzlich die Sinne nahm.

۩ ۞ ۩


„Hermione!“, riefen Draco, Blaise und Charlie abermals durch den dichten Wald, bekamen aber keine Antwort. „Verdammt, sie muss hier irgendwo sein“, keuchte Blaise allmählich leicht außer Atem. So viel mehr Vorsprung hatte sie doch nicht, dass sie ihnen davon laufen konnte? Zumal Blaise sich sicher war, dass sie drei weitaus besser in Form waren, als die Hexe. Dennoch fehlte von ihr jede Spur, bis Draco etwas flattriges Schwarzes zwischen den Ästen auffiel. Kurz darauf war ihm klar, was es war. Nämlich sein Umhang, den er ihr im Schloss übergelegt hatte.
„Sie ist auf alle Fälle hier vorbei“, murmelte Charlie, womit sich die Drei wieder in Bewegung setzten und es auch weiter mit ihren Rufen versuchten, bis sie irgendwann vor sich Bewegungen im Geäst wahrnahmen und stehen blieben. Mit diesen Regungen verbunden, konnte man aufgeregte Klicklaute hören, die bei genauerem Hinhören an menschliche Worte erinnerten. Allerdings war es nur ein Wort, was die Freunde hörten.
„Menschenfleisch.“ Daraufhin sahen sie sich kurz an, bevor sie sich rasch wieder in Bewegung setzten und den fragwürdigen Geräuschen näherten, die ihren Ursprung an einem schräg abfallenden Hang hatten. Als sie einen Blick hinab warfen, wich allen drei die Farbe aus den Gesichtern, denn dort unten wuselten mindestens drei halb ausgewachsene Acromantula. Zwischen den schwarzen, haarigen Spinnen, war nur zu deutlich roter Stoff auszumachen, der bereits zu einem Teil von den klebrigen Spinnenfäden eingewoben war.
„NEIN!“, brüllte Draco in aufsteigendem Schock und pfefferte die ersten Schockzauber auf die Spinnen, bevor er den Hang runterrutschte, dem Blaise und Charlie folgten. Die Spinnen, in ihrem Tun gestört, ließen für einen kurzen Moment von ihrem derzeitigen Opfer ab, auf das sich stattdessen Charlie stürzte, während Draco und Blaise versuchten, die Riesenspinnen zu vertreiben. Diese klickten aber nur noch aufgeregter und zorniger mit ihren Zangen, da man ihnen ihre Beute versuchte, streitig zu machen.
„Verzieht euch!“, keifte Blaise und schickte die nächsten Zauber auf die Spinnen los, während Charlie hastig das noch dünne Netz der Spinnen von Hermiones regloser Gestalt riss. Als er dabei war, bemerkte er erst nach und nach etwas Warmes, Feuchtes an ihrem Körper. Als er sich die Hand schließlich vor Augen hielt, sah er das tiefrote Blut daran kleben. Nur eine Millisekunde später tastete sein Blick die Erscheinung der Hexe ab, wo er an ihrer Taille zwei tiefe Einstiche erkannte, aus denen das Blut sickerte.
„Scheiße“, entwich es ihm geschockt, bevor er hastig versuchte, die Wunde zu schließen. Erfolglos. Es hörte nicht auf und sorgte dafür, dass die Gryffindor immer blasser wurde, nach deren Puls er hastig tastete. Dieser war nur noch schwach zu spüren, raste dafür aber umso heftiger, sodass er sich sein Sakko auszog und die beiden Hemdärmel kurzerhand abriss, die er ihr auf die Wunde drückte, damit sie nicht noch mehr Blut verlor. Kurz darauf, versuchte er mit ihr zu disapparieren. Doch auch das klappte nicht, was bedeutete, dass sie noch innerhalb der Appariergrenze des Schlosses waren.
„Fuck!“, stieß Charlie fluchend aus und sah schließlich zurück auf seine Freunde, die immer mehr Mühe hatten, die achtbeinigen Biester auf Abstand zu halten. Die wurden zu allem Überfluss auch noch mehr, weshalb er ein Leuchtsignal in den Himmel schickte, um auf ihre Position aufmerksam zu machen. Er hoffte, dass irgendjemand zu ihnen unterwegs war, denn lange ging das nicht mehr gut. Weder für Hermione, noch für sie, denn die Viecher machten auch weiterhin nicht den Eindruck, als würden sie freiwillig auf ihren Mitternachtssnack verzichten.
Er hatte Glück. Nur etwas später zischte von weiter oben ein roter Lichtblitz hervor, der eine der Spinnen traf, die gerade versuchte, sich aus den Ästen herabzulassen, nun allerdings zurückgeworfen wurde. Kurz darauf tauchten Harry und Ron unten bei ihnen auf, wo Harry ohne nachzudenken seinerseits alle nur erdenklichen Zauber auf die Spinnen schleuderte. Unter anderem auch den Expelliarmus, da der, wie er wusste, wirkungsvoll gegen die Kneifzangen dieser Viecher war. Jedoch nur gegen die.
„Sp. . . Sp. . . Spinnen“, stammelte Ron auf den Anblick der krabbelnden Meute und sackte wie paralysiert neben Charlie zusammen. Der warf dem Rotschopf einen wütenden Blick zu, bis ihm Ginnys Erzählung vom Abendessen wieder einfiel, dass der Idiot anscheinend eine Arachnophobie hatte. Super! Etwas Besseres konnte ihnen jetzt kaum noch passieren.
Doch es wurde besser und ihre Angreifer noch mehr, sodass Draco, Blaise und Harry immer weiter zurückwichen und damit einen engen Halbkreis um Charlie, Hermione und den wimmernden Ron zogen, während Charlie auch weiter Leuchtsignale in den Himmel jagte, bevor er abwechselnd seinen Stab gegen die Spinnen aber auch auf Hermione richtete, um sie irgendwie zu halten. Doch egal welchen Heilzauber er auch versuchte, keiner zeigte Wirkung, was er auf das Acromantulagift schob. Es schien die heilende Magie zu blockieren.
„Verdammt, wie kriegt man diese verfluchten Viecher klein?!“, keuchte Blaise und schleuderte eine zurück, die sich gerade auf Harry stürzen wollte. „Gar nicht!“, meinte dieser und wehrte einen weiteren Angriff der Kneifzangen ab. „Das einzige, was die fürchten, ist ein Basilisk.“ „Großartig! Und den einzigen, den Hogwarts hatte, hast du abgemurkst!“, meckerte Blaise und schickte eine regelrechte Salve an diversen Schockzaubern los. Ohne Erfolg.
„Das bringt alles nichts. Unsere Zauber scheinen die nicht einmal zu kitzeln!“, warf er schließlich noch keuchend ein, denn für jede Spinne, die sie zurückwarfen, kamen mindesten zwei neue nach, was auch Harry und Draco erkannten, die sich immer hilfloser dem schwarzen Mob gegenüber sahen.
Sie gingen ein. Die Viecher würden sie in ein paar Minuten komplett überrannt haben. Zeit, die gerade Hermione nicht mehr hatte, wie Draco mit einem raschen Blick auf das beinahe leichenblasse Mädchen in Charlies Armen feststellte, der noch immer versuchte, ihre Blutungen abzudrücken.
Sie würden gegen die achtbeinigen Monster verlieren und sterben. Alle. Und warum? Seinetwegen. Er hätte Hermione nie aus den Augen verlieren dürfen. Er hätte nie auf Blaise' bescheuerten Rat hören sollen. Er hätte alles so akzeptieren sollen, wie es war, dann wären sie alle sicher im Schloss und könnten zusammen einen schönen Abend verbringen, aber nein. . . Er hatte es ihr am Ende sagen müssen. Er hatte erneut alles auf eine Karte gesetzt und wieder verloren. Aber war er das nicht gewohnt? Zu verlieren? Nicht zu bekommen, was er sich wünschte? Sei's drum. Dann war es eben so. Da konnte er auch noch den Rest, den er hatte, verspielen, denn er war nicht gewillt mitzuerleben, wie seine Freunde und Hermione Spinnenfutter wurden.
Mit einem entschlossenen Funkeln in den Augen entließ er einen grellen Blitz aus seinem Zauberstab, der eine Schneise der Verwüstung unter den Spinnen zog. Der Zauber schlitzte den dunklen Kreaturen die Bäuche auf und trennte ihnen die Beine ab. Dabei gaben sie spitze, kreischende Töne von sich, die mit krampfhaften Zuckungen verbunden waren, bevor sich die getroffenen Geschöpfe nicht mehr regten und grün-gelbliches Sekret aus ihren zerfetzten Leibern floss.
Auf den Anblick hielten Harry und Blaise kurz geschockt inne und sahen zu Draco, der bereits die nächste Salve auf das Getier feuerte, das mit dem ersten, verheerenden Angriff, wieder etwas mehr zurückgewichen war.
„Was hast du. . .“, begann Blaise zu stammeln und wurde schließlich bleich, als Draco laut „Sectumsempra“ sprach, mit dem er die nächsten Spinnen filetierte. „Bist du vollkommen lebensmüde?!“, schnappte Blaise nach Luft, als er das komplette Ausmaß dieser Tatsache vor Augen hatte. „Sie werden dich dafür wieder einbuchten!“, hielt er seinem Freund entsetzt vor Augen, der wütend fauchte: „Willst du gefressen werden?“ „N. . . nein.“ „Dann benutz verdammt nochmal Flüche!“ „Ab. . . aber. . .“, stammelte Blaise noch kurz hilflos und sah unter leichtem Schock zu, wie Draco auf noch ganz andere Zauber, unter anderem ein schwarzes Feuer, zurückgriff, um ihnen Luft zu verschaffen.
Harry stimmte mit dem Sectumsempra dann auch sofort ein, da Draco Recht hatte. Es ging nicht anders. Hier hieß es sie oder die Spinnen. Und er hatte keine Lust, nach allem was war, jetzt tatsächlich als Spinnenfutter zu enden. Und das begann auch Blaise einzusehen, der am Ende ebenfalls wütend alle ihm bekannten Flüche gegen die Spinnen schleuderte.
Damit erkämpften sie sich zwar etwas Luft, jedoch bei weitem nicht genug, dass sie die Möglichkeit fanden zu verschwinden. Mit der schwerverletzten Hexe und dem zur Salzsäule erstarrten Ron ohnehin nicht. Sie waren aufgeschmissen, denn irgendwann tauchte eine sehr viel größere Spinne auf, als die, die sie hier gerade mit aller Mühe zurückdrängten.
„Oh Mama“, entwich es Blaise auf den Anblick geschockt. „Offensichtlich“, bemerkte Harry mit trockener Kehle, der sich wieder daran erinnerte, dass Hagrid seinem Aragog, vor Merlin wusste wie vielen Jahren, ein Weibchen besorgt hatte. Und die schien nicht wirklich erfreut darüber zu sein, was sie hier mit ihren Kinderchen angestellt hatten.
Wütend klickte sie mit ihren riesigen Kneifzangen und versuchte die jungen Zauberer anzugreifen, die geballt alles auf die Riesenspinne warfen, was sie hatten. Doch bei dem ausgewachsenen, alten Tier, zeigten nicht einmal die schwarzen Flüche die gewünschte Wirkung. Sie schienen eher an dem dicht beharrten Körper des Tieres abzuprallen, welches zwar etwas zurückwich, aber nicht wirklich schwer getroffen schien.
„Wir sind erledigt“, murmelte Blaise, dem sich bereits gefährlich eine der etwas kleineren Ausgaben näherte und schließlich versuchte, auf ihn zu stürzen. Er bemerkte es zu spät und zuckte bereits unter dem drohenden Angriff der Kneifzangen weg, als die Spinne von weiter oben von einem Fluch getroffen und weit zurückgeworfen wurde. Als die Jungs aufsahen, erkannten sie Allan und Tonks, die hastig zu ihnen nach unten stürzten und in die Angriffszauber einstimmten, sodass sie für ein paar Sekunden mehr Luft hatten.
„Appariert in den Krankenflügel. Schnell! Minerva hat die Banne um das Schloss und den Wald gelöst!“, befahl Tonks und sah sich rasch um, wo erst Charlie mit Hermione verschwand, dem schließlich Harry folgte, der sich noch schnell den paralysierten Ron schnappte. Kurz darauf waren auch Blaise und Draco weg, dem die beiden Auroren folgten und einen seeehr wütenden Spinnenmob zurückließen.

۩ ۞ ۩


Nervös lief Ginny im Krankenflügel auf und ab, da sie Harrys Patroni Botschaft mitgehört hatte. Acromantula. Ein Nest voller Acromantula! Verdammt, wo waren die Jungs da nur reingeraten? Und Hermione? Was war mit ihrer Freundin? Wo blieben sie? Seit dem Auftauchen von Harrys Patroni schien bereits eine Stunde vergangen, obwohl es kaum zehn Minuten waren. Wieder sah sie nervös zu ihrer Direktorin, die selbst Schneisen lief, als es das erste Mal laut Plopp machte.
Sofort riss Ginny den Kopf herum und erkannte Charlie, der blutbesudelt war und auf den Armen die bleiche, reglose Gestalt Hermiones liegen hatte, mit der er sich rasch zu Madam Pomfrey begab.
„Merlin, NEIN!“, schrie Ginny auf den Anblick entsetzt und wollte zu ihm. Dabei rannte sie voll in Harry rein, der nur etwas später mit Ron direkt vor ihrer Nase auftauchte. Es knallte und die drei fielen zu Boden. Unter diesen Laut mischte sich noch das rasch aufeinanderfolgende viermalige Plopp der anderen.
Blaise und Draco waren total abgekämpft und sanken zu Boden. Blaise zumindest, während sich Draco fertig mit zitternden Händen auf den Knien abstützte, bevor sein Blick durch die hohen Räumlichkeiten huschte. Kurz darauf blieb er an einem der Betten hängen, an dem Madam Pomfrey und Charlie standen und hektisch hantierten.
„Nein“, murmelte er dünn und wollte nach der Hexe sehen, Minerva jagte ihre Schüler aber sofort wütend aus dem Krankenflügel. Kaum draußen, prasselte eine unbeschreibliche Schimpfkanonade auf die Siebtklässler nieder.
„Sind Sie eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Was, bei Merlin, haben Sie sich dabei gedacht, in den Verbotenen Wald zu verschwinden? Ist Ihnen Halloween noch nicht unheimlich genug? Fehlt Ihnen nach allem der Nervenkitzel?“, sah sie vornehmlich kurz zu Harry und Ron, da die Beiden, nebst Hermione, in den letzten sieben Jahren stets ein Garant für das Brechen von Schulregeln und Ärger waren.
„Ich kann nicht fassen, wie leichtsinnig und dumm Sie sich alle verhalten haben. Merlin, Sie könnten Tod sein! Was haben Sie sich dabei gedacht?“, verlangte Minerva zu wissen, worauf sich Harry, Blaise und Ginny etwas unsicher ansahen, bevor Ginny noch leicht aufgelöst meinte: „Wir haben Mione in den Wald laufen sehen. Die Jungs wollten sie nur zurückholen.“ „Warum sollte Miss Granger so etwas Dummes tun?“ „Fragen Sie doch den!“, wachte Ron allmählich aus seinem Schockzustand auf und deutete, noch immer recht bleich und zittrig, dafür aber mit umso wütender funkelnden Augen auf Draco. Dieser stand stumm und vollkommen bleich etwas abseits und starrte, seit McGonagalls Rauswurf, ins Nichts, woran auch Rons Worte nichts änderten.
„Dieses Arschloch hat sie doch nur zu offensichtlich in den Verbotenen Wald getrieben!“ Auf den Vorwurf, verloren sich die Blicke von Harry, Ginny, Minerva, Allan und Tonks auf dem Blonden. Blaise widersprach den Anschuldigungen allerdings gleich energisch und stellte sich vor Draco.
„Du hast doch ein Rad ab! Draco hatte nichts damit zu tun!“ „Ach nein? Warum ist Hermione dann total verheult in mich und Lavender reingerasselt? Sie ist ja nur zu offensichtlich vor dem und seinen miesen Machenschaften geflohen!“ „Was war los?“, wollte nun auch Ginny wissen, denn dass während Dracos und Hermiones Abwesenheit etwas passiert war, war unbestreitbar. Stellte sich nur die Frage, was?
„Du hast gesagt, sie hat irgendwas falsch verstanden“, erinnerte sich Harry, dessen Fokus nun auch vermehrt auf Draco lag, von dem aber kein Ton kam. Er starrte auch weiter ausdruckslos eine der Wände an, was Harry ganz langsam wütend machte, denn irgendwas war hier definitiv faul.
„Draco!“, rief er ihn lauter, hatte dann aber Blaise verstärkt vor der Nase. „Verdammt, lass ihn“, murrte er sauer, allerdings waren weder Harry, noch Ginny gewillt, die Sache so schnell auf sich beruhen zu lassen. Nicht zuletzt auch wegen Hermione.
„Nein. Was war los, verdammt? Was ist passiert, dass Hermione so kopflos in den Wald rennt?!“, brauste nun auch Ginny etwas auf, deren Temperament sich von der unangenehmen Seite zu melden begann, denn sie funkelte Draco zunehmend wütend an, was sich letztlich auf Blaise übertrug, der auch weiter versuchte, seinen Freund von den immer angriffslustigeren Löwen abzuschotten.
„Er hat gar nichts gemacht. Das Ganze ist einfach nur ein Scheiß Missverständnis.“ „Missverständnis?“, wurde Ginny laut und war schlagartig auf 180. „Wie kann es sein, dass Hermione wegen einem Missverständnis jetzt schwer verletzt da drin liegt?!“, deutete sie anklagend auf den Krankenflügel, worauf Blaise schluckte. Ron setzte dem dann noch genüsslich eins drauf.
„Weil es genau das ist, was der Penner die ganze Zeit geplant hat. Er hat Hermione doch nur für sich ausgenutzt, um ihr am Ende etwas anzutun. Ich hab's euch immer wieder gesagt. Ich. . .“ „Halts Maul, Weasley!“, donnerte Blaise ihm wütend dazwischen. Ron ließ sich den Mund aber nicht verbieten, sondern meinte weiter: „Grundlos treibt der Arsch sich doch nicht in der Verbotenen Abteilung rum. Einmal Todesser, immer Todesser!“, schrie er, wofür Blaise ihn am liebsten einen Kopf kürzer gemacht hätte.
„Wenn du nicht sofort dein Schandmaul hältst, mach ich dir einen Knoten in deinen verfluchten Hals, du dreckiges. . .“ „Schluss!“, fuhr Minerva ihren Schülern erbost dazwischen, bevor sie alle mit einem bösen Blick bedachte, als zwei Eulen durch die hohen Fenster schwebten und sich mit jeweils einem blauen Brief bei Tonks und Minerva niederließen. Als Tonks das Siegel auf dem Brief sah, wurde sie sofort bleich, denn es war einer aus dem Ministerium.
Sofort riss sie diesen auf, wie auch Minerva, und überflog rasch den Inhalt, der nichts anderes sagte, als dass Draco aufs Gröbste gegen seine Auflagen verstoßen hatte, da er diverse schwarzmagische Flüche vor nicht mal einer Viertelstunde ausgeübt hatte. Als Tonks die Auflistung der Flüche sah, wechselte ihre Gesichtsfarbe kurz ins Grüne, bevor sie am letzten Absatz ankam.

. . . Aufgrund der überaus großen Schwere dieses Vergehens, erlischt mit sofortiger Wirkung die Bewährung auf fünf Jahre. Sie werden hiermit umgehend dazu aufgefordert, Draco Lucius Malfoy in Sicherungsverwahrung zu nehmen, und ihn der zuständigen Leitung der Strafaufsicht auszuhändigen, sobald diese in Hogwarts erscheint. Sollten Sie sich dem widersetzen, nimmt es sich die Rechtsleitung des Zaubergamots vor, entsprechende Haft- sowie hohe Geldstrafen auszusprechen!

Mit freundlichen Grüßen

Belinda Zemeckis


Tonks hatte den Brief noch gar nicht richtig zu Ende gelesen, wobei Allan ihr noch über die Schulter gesehen hatte, als dieser heiß zu glühen begann, ähnlich Minervas, die man scharf dazu aufforderte, den zuständigen Personen der Strafverfolgung den Zugang zu Hogwarts zu gewähren.
Beide Frauen ließen die erhitzten Briefe sofort los, die sich prompt in zwei glühende Eisenschellen verwandelten und ohne Vorwarnung um Dracos Handgelenke legten. Der Zauber dieser, zwang ihm die Gelenke zusätzlich nach hinten, was er ohne die kleinste Regung über sich ergehen ließ. Ganz anders Blaise und Tonks, die entsetzt darauf starrten.
„Was . . . was soll die Scheiße?!“, stammelte Blaise, bevor er panisch zu Tonks sah, die bei Draco war und ihn kurz grob schüttelte, da sie nicht fassen konnte, was er nur zu offensichtlich getan hat.
„BIST DU WAHNSINNIG?“, schrie sie hysterisch. „Wie konntest du die ganzen Flüche anwenden? Merlin, du hast doch ganz genau gewusst, dass es verboten ist! Verdammt, Draco!“, schüttelte sie ihn erneut bei den Schultern, doch er reagierte nicht. Als sie versuchte ihm in die Augen zu sehen, merkte sie jetzt erst, dass er mental scheinbar gar nicht mehr bei ihnen war, denn seine Augen waren leer. Schon irgendwie leblos.
„Was . . . was passiert jetzt?“, stammelte Blaise, obwohl er es ahnte, denn auch er kannte Dracos Auflagen nur zu gut. Allen voran, was die Sache mit den Flüchen anging. Als er zu Minerva und Tonks sah, las er eine erschlagende, bittere Frustration in ihren Zügen, was ihn vehement mit dem Kopf schütteln ließ. Kurz darauf zog er Draco zu sich, weg von Tonks, was sich Harry und Ginny mit einem etwas mulmigen Gefühl besahen. Ron nahm es wiederum schadenfroh grinsend in sich auf, da der Blonde nur zu offensichtlich gehörig in Schwierigkeiten war.
„Nein“, warf Blaise den beiden Frauen erneut kopfschüttelnd entgegen, die sich vollkommen hilflose Blicke zuwarfen, da keine von beiden das tun wollte, was man von ihnen verlangte zu tun. Nur was waren die Alternativen? Sich den Forderungen zu widersetzen, brachte ihnen nur noch mehr Ärger ein, als ohnehin schon. Allen voran Draco.
„Das könnt ihr nicht machen. Man, es war Notwehr!“, sprach Blaise aus, was Tonks bereits gedachte, den entsprechenden Leuten mitzuteilen. Die Frage war nur, ob sie sich ein zweites Mal davon überzeugen und Milde walten ließen, zumal Draco diesmal ja richtig gegen seine Auflagen verstoßen hatte? Jetzt hier, war es nicht nur eine kleine Schlägerei, wie damals in Hogsmeade. Jetzt hatte er tatsächlich Flüche angewandt, die selbst unter normalen Bedingungen durch das Ministerium verboten waren.
„Blaise“ „NEIN! Ihr könnt ihn denen nicht überlassen. Die werden ihm sonst was antun!“ „Ich fürchte, uns bleibt im Augenblick nichts anderes übrig“, gab ihm Minerva bedauernd zurück und kassierte kurzerhand Blaise' Zauberstab ein, bevor er etwas Dummes machte.
„Was soll das?“ „Zu Ihrer eigenen Sicherheit.“ „MEINER? Verdammt, was ist mit Draco? Lassen Sie sich gefälligst dafür was einfallen!“, fauchte Blaise, als Minerva und Tonks zu ihm traten, um mit Draco erstmal im Direktorenbüro zu verschwinden.
„Wir werden versuchen, es ihnen zu erklären.“ „Erklären? Denen? Für die ist das doch ein gefundenes Fressen!“ „Und es wird nicht besser, wenn wir uns dem verweigern“, mahnte Minerva, was Blaise nicht hören wollte und hilflos zu Tonks sah. „Das kannst du nicht zulassen. Es war Notwehr. Die Viecher hätten uns sonst überrannt, bevor ihr dagewesen wärt“, gab er ihr nochmal verzweifelt zu verstehen. Letztlich verlor er dennoch gegen die beiden Frauen, die sich mit seinem apathischen Freund auf den Weg machten.
Am Ende blieb er mit Ron allein im Gang zurück, da Ginny und Harry sich wieder in den Krankenflügel geschlichen hatten, in dem auch noch Charlie war. Dippet war ebenfalls verschwunden. Nur Ron. . . Nur dieser rote Teufel war noch da und funkelte Blaise mit einem breiten Grinsen unschlagbar zufrieden an, sodass bei dem Slytherin eine Sicherung durchbrannte.
Er stürzte sich ohne Vorwarnung auf den Rotschopf, um ihm das verfluchte Grinsen aus dem Gesicht zu prügeln. In dem Moment war er doch ganz froh, dass McGonagall ihm den Zauberstab weggenommen hatte, denn er hätte sonst noch etwas ganz anderes gemacht. Etwas Unverzeihliches.

۩ ۞ ۩







*muahaha* Ich höre schon die ersten Unverzeihlichen Flüche in meine Richtung schießen. *kopfeinziehundwegrenn*


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