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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Die Büchse der Pandora

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„. . . Sag mal“, begann Blaise leise und zog Draco zu sich heran, der gerade vom Muggelkundeunterricht wieder zu den Anderen stieß, und mit ihnen auf dem Weg zum Mittagessen war.
„Was ist denn mit Mione los? Sie wirkt ein bisschen neben der Spur“, flüsterte Blaise, dem die leichte Verschlossenheit der Löwin, aber auch ihre seltsame Reaktion am vergangenen Abend, aufgefallen war. Nicht zuletzt war da auch die Tatsache, dass seine Freunde gestern das Abendessen versäumt hatten.
Draco murrte nur: „Frag mal deine Freundin.“ „Ginny?“ „Hm. Du solltest sie etwas an die Leine nehmen“, raunte er unheilvoll, was Blaise immer weniger verstand.
„Was hat sie denn gemacht?“ „Hermione mit dem Thema Sex genervt“, suggerierte Draco Blaise gedanklich ein, da er nicht laut über dieses Thema sprechen wollte, denn Hermione war nur ein paar Schritte vor ihm. Ginny ging neben ihr und kaute ihr erneut ein Ohr ab. Unter anderem, was gestern los war?
„Ja und?“, wunderte sich Blaise, bevor er diebisch grinste. „Jetzt sag noch, es ist euch peinlich?“ Daraufhin schlug Draco ihm hart auf den Hinterkopf und funkelte ihn wütend an. Blaise grummelte.
„Kein Grund gleich sauer zu werden. Oder lief's noch nicht so gut?“ „Es lief gar nichts und wird so schnell auch nichts laufen!“, zischte Draco, bevor er leise anfügte: „Hermione schlägt das viel zu sehr auf den Magen.“ „Warum?“ Auf dieses eine kleine Wort, diese kleine Frage, warf Draco Blaise einen derart schneidenden Blick zu, dass er damit hätte Diamanten spalten können, sodass sein Freund doch mal ruhiger und ernster wurde.
„Was war denn nun?“ „Crabbe, Goyle und Lucius. Das war!“, zischte Draco erneut gedanklich, woran sich Blaise jetzt erst wieder erinnerte und den Kloß, der sich in seiner Kehle zu bilden begann, schnell runterschluckte.
„Sorry, hat ich vergessen“, gab er ihm kaum hörbar zurück und sah kurz zu der betroffenen Löwin. „Hat sie mal mit dir darüber geredet?“, erkundigte sich Blaise im Geiste, da dieses Thema vor den Anderen besser ganz ungehört blieb. Draco schüttelte mit dem Kopf.
„Es kam ein-, zweimal zur Sprache, aber sie hat jedes Mal abgeblockt. Gestern Abend auch wieder. Sie will die Sache nicht nochmal durchkauen, sondern am liebsten vergessen. Ich hab ihr zwar noch nahe gelegt, vielleicht mit Ginny oder Luna zu reden, aber sie will nicht. Irgendwo kann ich es sogar verstehen“, seufzte Draco und sah betrübt zu seiner Freundin, die ein verkrampftes Lächeln auf den Lippen trug und abermals Ginny beruhigte.
„Blöde Situation.“ „Du sagst es“, murmelte Draco. „Irgendwann wird das Thema aber hochkochen. Ich mein. . . Sex gehört immerhin zu einer Beziehung dazu“, dachte Blaise den Rest im Stillen. Draco knurrte. „Es kommt nicht nur darauf an. Und so wichtig ist mir das auch nicht, wenn es sie quält.“ Daraufhin lächelte Blaise dünn. Er glaubte Draco, nur verschwand dadurch das Problem nicht.
„Sicher. Aber auf Dauer ist das kein Zustand, zumal. . . Wie war das noch an eurem ersten Abend? Sie wollte dir schließlich an die Wäsche.“, erinnerte er seinen Freund gewitzt. Dieser schnaubte. „Sie war sturzbesoffen! Da hat überhaupt nichts mehr in ihrem Kopf funktioniert!“ „Ja, schon klar. Aber solche Situationen werden mit der Zeit wieder kommen. So intensiv, wie ich euch hab kuscheln sehen“, grinste Blaise breit und wurde erneut Opfer des bösen Blickes.
„Du würdest doch auch gern“, mutmaßte Blaise. „Aber nicht unter solchen Voraussetzungen.“ „Das kann eure Beziehung später gehörig belasten. Ob du willst oder nicht, die Sache wird irgendwann ganz sicher zum Problem werden.“ „Ich weiß. Aber ich hab keine Ahnung, was ich machen soll! Sie will mit niemandem reden, auch nicht mit mir und ich. . . Ich weiß absolut nicht, wie es tatsächlich in ihr aussieht, dass sie so ein albernes Gespräch so sehr aus der Fassung bringt“, resignierte Draco leicht, bevor er noch anfügte: „Ich kann mich zwar in vieles hineinversetzen, was sie mitnimmt, aber nicht das. Ich weiß absolut nicht, was sie wirklich braucht oder will. Was ihr richtig helfen könnte, den Mist hinter sich zu lassen.“ Daraufhin schwiegen die Beiden kurz, da sie inzwischen auch in der Großen Halle angelangt waren. Die Freunde nahmen alle Platz und suchten sich etwas vom Mittagessen heraus. Hermione begnügte sich mit einem Salat, was ihrem kargen Frühstück ähnelte. Sie hatte nach wie vor einfach keinen Appetit, was Draco im Gegenzug auf den Magen schlug, als sich Blaise mit einem kleinen Tritt wieder bemerkbar machte. Als Draco fragend zu ihm sah, vernahm er nur wenig später erneut die Gedanken seines Freundes.
„Vielleicht ziehst du deine Mutter mal ins Vertrauen?“ Auf den Vorschlag sah der Blonde ihn kurz zweifelnd an. „Warum um alles in der Welt meine Mutter?“ „Sie ist eine Frau, die auch nicht gerade in einer glücklichen Ehe gesteckt hat, nicht?“, stieß Blaise ihn auf das Offensichtliche. „Ich denke, sie könnte sich da eher noch in die Sache hineinversetzen, als Ginny, und dir einen Rat geben.“ „Da könntest du Recht haben“, ging Draco ein wenig in sich, dem mit dem Hinweis auch erst nach und nach richtig bewusst wurde, dass seine Mutter vermutlich noch einiges mehr hatte wegstecken müssen, als Lucius normale Ausbrüche. Dinge, die er nie mitbekommen hatte und bis dahin auch nicht in Betracht gezogen hatte. Sie könnte es in der Tat verstehen, nur. . . Wollte er vielleicht alte Wunden bei ihr aufreißen? Sie hatte in ihrem Leben doch schon genug durchgemacht und gelitten.
Am Ende fiel sein Blick auf Hermione, die ein ausgelassenes Gemüt an den Tag legte. Allerdings sah er, dass es nur äußere Fassade war, damit der Rest nichts merkte. Um tatsächlich unbeschwert zu sein, dafür verhielt sie sich zu unruhig.
Sie strich permanent ihre Haare zurück, obwohl da oft nichts war, was sie hätte hinters Ohr kämmen können. Zudem spielte sie nervös mit ihrer Gabel, ohne diese wirklich zum Essen zu nutzen. Genauso sah er, dass sie mit dem rechten Fuß ununterbrochen auf dem Fußboden herum tippelte. Ihr Lächeln wirkte verkrampft und auch ihre Augen fanden sich nicht richtig bei ihren Gesprächspartnern ein, sondern fixierten andere Punkte, neben oder hinter ihnen. Sie war nach wie vor mit den Nerven runter, auch wenn es außer ihm und Blaise niemand bemerkte, an den er sich nochmal gedanklich richtete.
„Kannst du sie mit den Anderen nach dem Unterricht für vielleicht eine halbe Stunde beschäftigen? Ich werd Tonks dann einen kleinen Besuch abstatten.“ „Klar, kein Thema“, sah Blaise zu ihm rüber und nickte kaum merklich, während Dracos Blick wieder auf die Gryffindor fiel, die noch immer so zwanghaft lächelte.
Am Ende setzte er sein Vorhaben direkt nach Verteidigung gegen die dunklen Künste in die Tat um, mit dem Versprechen, dass er nicht lange bei Tonks bleiben würde. Er verschwand mit seiner Cousine dann auch gleich in deren Räumlichkeiten, denn sie hatte eine bessere Idee, als ein einfaches Kamingespräch. Sie öffnete Narcissa kurzerhand über ihren Kamin den Zugang zum Schloss, sodass Draco in Ruhe mit ihr klären konnte, was er klären wollte. Narcissa ließ es sich allerdings nicht nehmen, ihren Sohn erst einmal fest in die Arme zu schließen und ihn erleichtert zu betrachten.
„Gut siehst du aus“, meinte sie lächelnd und nahm sein Gesicht in die Hände, wo sie ihm mit den Daumen über die Wangen strich. „Und wie geht es dir? Läuft alles gut?“ „Mehr oder weniger“, begann er, und deutete seiner Mutter, sich zu setzen, dem sie etwas verunsichert folgte und ihm gegenüber Platz nahm.
„Was ist los?“, erkundigte sie sich ruhig. Draco wusste allerdings nicht so richtig wo und wie er ansetzen sollte. Er wollte nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen und zu viel preisgeben. „Es geht um Hermione.“ „Hattet ihr Streit?“, mutmaßte Narcissa besorgt, worauf er leicht lächelte. „Nein. Es läuft zwischen uns eigentlich alles gut, nur. . .“, brach er ab und überlegte erneut, wie er es am besten formulieren konnte?
„Wie viel hast du damals im Manor mitbekommen, als sie gefangen war?“, fragte er, worauf ihn seine Mutter eine Weile stumm musterte. Draco nahm es als Anlass, ein wenig genauer zu werden.
„Sie leidet selbst jetzt noch unter bestimmten Dingen.“ „Das ist nicht verwunderlich“, murmelte Narcissa schuldbewusst. „Wenn es etwas gibt, was ich tun kann, dann. . .“ „Mir einen Rat geben“, unterbrach er sie und sah sie gleichermaßen bittend, wie auch verzeihend an.
„Crabbe, Goyle und Lucius. . . Sie. . . Sie haben sie noch auf einer ganz anderen Ebene verletzt. Ich hab es zu spät mitbekommen, als sie über sie hergefallen sind“, wurde er immer leiser und ballte die Hände vor Wut zu Fäusten, zwang sich aber zur Ruhe. Narcissa nickte.
„Ich habe sie darüber spotten hören“, entgegnete sie ihm dünn. „Dass sie darunter leidet, ist nur zu verständlich.“ Nun war es an Draco zu nicken, bevor er seine Mutter etwas befangen ansah. „Ich will ihr helfen, das hinter sich zu lassen, aber ich weiß nicht wie. Sie will mit niemandem darüber sprechen, auch nicht mit mir und. . . Blaise meinte, du könntest vielleicht. . . Nun ja, mir einen Rat geben, weil. . .“, brach er ab und biss sich auf die Zunge. Er wollte seiner Mutter keinen neuen Schmerz zufügen. Aber er wollte auch Hermione helfen, und dieser Wunsch überwog letztlich.
„Es tut mir leid, wenn ich jetzt etwas Falsches sage, aber. . . Lucius hat sich früher auch mit Gewalt genommen, was er wollte, oder?“, sah er seine Mutter schuldbewusst an, die ergeben die Lider niederschlug und dünn lächelte, was Draco eine deutliche Bestätigung war, mit der er sich fertig zurücklehnte und ein wenig in den Couchkissen versank.
Dass Lucius seiner Mutter sehr oft Schmerzen zugefügt hatte, wusste er, denn er war leider oft genug dabei gewesen. Vor allem, als er noch kleiner war und Narcissa sich vor ihn gestellt hatte, um ihn vor den Wutanfällen dieses Monsters zu schützen. Darüber hinaus wurde ihm jetzt erst vermehrt bewusst, dass er vermutlich bei einem dieser Gewaltakte gezeugt wurde, was ein fürchterliches Gefühl von Ekel in ihm heraufbeschwor. Und zwar auf sich selbst.
Narcissa erkannte es. Sie kannte ihn gut genug, um ihm seine Gedanken an der Nasenspitze abzulesen. Nicht zuletzt auch, da dieses Thema vor reichlich einem halben Jahr schon einmal so bitter an die Oberfläche gekommen war. Schlussendlich wechselte sie den Platz und ließ sich neben ihm auf der Couch nieder, wo sie sich eine seiner zur Faust geballten Hände nahm.
„Hör auf, dir etwas vorzuwerfen. Lucius ist ein schrecklicher Mensch, aber das hat jetzt rein gar nichts mit dir oder mir zu tun. Ich habe diese Schwangerschaft anfangs verflucht und wollte zeitweise auch nichts mehr, als zu sterben. Aber wie ich dir schon einmal sagte, hat sich für mich alles geändert, als ich dich das erste Mal in den Armen liegen hatte. Auch wenn fast jeder in dir als erstes Lucius sieht, bist du genauso ein Teil von mir, den ich über alles liebe. Und diese Liebe hast du mir so oft zurückgegeben, als du noch klein warst. Genauso jetzt. Du hast nichts von Lucius in dir, Draco. Gar nichts. Im Gegenteil. Du hast dich zu einem liebevollen, mutigen jungen Mann entwickelt, auf den ich mehr als Stolz bin“, lächelte sie und strich ihm sanft über die Wange, sodass er zu ihr aufblickte.
„Du hast ein furchtbar warmes und mitfühlendes Herz in dir. Dass du deiner Freundin in dieser Sache mit allen Mitteln helfen willst, zeigt das nur noch deutlicher.“ „Tut es . . . tut es wirklich weh, wenn ein Mädchen das erste Mal. . .“, brach er ab, da aus Narcissas aufmunterndem Lächeln ein etwas bekümmertes wurde.
„Es ist für einen Moment unangenehm, verliert sich aber schnell in der Leidenschaft und dem Verlangen nach dem Menschen, den man liebt.“ Daraufhin lachte Draco bitter. Liebe! Was man Hermione angetan hatte, war das genaue Gegenteil. Sie verband mit dieser Sache rein gar nichts Schönes, sondern die abscheulichsten Gefühle, die man in sich tragen konnte. Vor allem auf sich selbst, was er heute Morgen recht deutlich gesehen hatte.
„Was kann ich tun, damit es ihr besser geht und sie das vergisst?“, erkundigte er sich schließlich bei seiner Mutter, die erneut schwieg und ihn lange Zeit ansah. Dabei ging sie etwas in sich, um ihm die richtige Antwort auf seine Frage zu geben. Nur konnte auch sie nicht komplett nachempfinden, wie es tief in der Gryffindor aussah, denn im Gegensatz zu dem Mädchen, waren ihre ersten Erfahrungen von Glück und Liebe erfüllt.
„Sie wird es vermutlich nie ganz vergessen können, aber du kannst ihr den Großteil des Schmerzes nehmen, auch wenn es seine Zeit brauchen wird.“ „Wie?“, fragte er, worauf sie lächelte. „Sei ihr auch weiter dieser liebevolle Freund, der du ihr bis jetzt gewesen bist. Bedräng sie nicht und zeig Verständnis, wenn sie sich manchmal vielleicht seltsam benimmt. Hör ihr zu, wenn sie irgendwann doch das Bedürfnis hat, mit dir darüber zu reden. Früher oder später wird es kommen, aber bis dahin belaste sie nicht mit Fragen oder ähnlichem. Lass ihr deine Schulter, an die sie sich lehnen kann, wenn sie es wünscht. Gib ihr die nötige Wärme und Geborgenheit, die sie braucht. Ein Gefühl von Sicherheit. Sei einfach für sie da. Das wäre zumindest, was ich mir an ihrer Stelle wünschen würde, damit die dunklen Erinnerungen so weit wie möglich verblassen. Vielmehr kannst du leider nicht tun. Sie muss es letztlich akzeptieren und tief in sich selbst mit allem abschließen. Du kannst diesen Weg aber mit ihr gehen und ihr den Rücken stärken. Gib ihr die Liebe und Wärme, die sie braucht. Und wenn ihr irgendwann an diesen intimen Punkt kommt, sei behutsam mit ihr. Nimm dir Zeit, damit sie sich an die Situation gewöhnen und das nötige Vertrauen fassen kann. Gib ihr ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, damit sie auch genießen kann. Am Ende wird euch die Leidenschaft und das Verlangen mitreißen, glaub mir“, lächelte sie aufmunternd und strich Draco wieder über die Wange.
„Ich bin furchtbar stolz auf dich. Und Hermione. . . Sie kann sich wirklich glücklich schätzen, dich an ihrer Seite zu haben. Ich habe sie als starke, selbstbewusste, junge Frau erlebt und mit deiner Hilfe, da. . . Sie wird das hinter sich lassen. Da bin ich mir sicher. Ihr schafft das zusammen“, lächelte sie und hob den Blick, der beiläufig auf das Fenster fiel. Hinter diesem schneite es dicke Flocken, was Narcissa ein wenig melancholisch stimmte. Schließlich sah sie Draco wieder an.
„Ich würde mich sehr freuen, wenn du und Hermione mich Weihnachten besuchen würdet.“ „Muss ich mal mit Tonks reden, ob das wegen der Auflagen geht.“ „Es wäre sehr schön, weil. . . Ich würde gerne eine Beziehung zu ihr aufbauen“, sah sie Draco etwas unsicher an. Dieser lächelte.
„Ich besprech das mit ihr. Aber wo wir gerade bei Weihnachten sind. . . Kannst du mir einen Gefallen tun?“ „Sicher. Brauchst du Hilfe bei einem Geschenk?“, vermutete sie. „So was in der Richtung“, meinte Draco nur, stand auf und verschwand an Tonks' Sekretär, wo er sich Pergament und Tinte nahm. Er notierte rasch ein paar Bücher, bevor er das Pergament Narcissa reichte.
„Ich weiß nicht, ob es geht, aber kannst du mal mit Lupin reden, ob er dich ins Manor lässt? Ich brauch ein paar Bücher aus der Bibliothek. Die ich in Hogwarts gefunden habe, waren nur mäßig hilfreich“, erklärte er, während Narcissa die Liste durchging und nickte.
„Ich denke, das sollte kein Problem sein. Bis wann brauchst du sie?“ „Offen gestanden, so schnell wie möglich. Bis Weihnachten ist es ja nicht mehr lange und ich komm mit dem blöden Zauber gerade nicht wirklich voran.“ „Ich werde gleich zu Remus gehen und mit ihm darüber sprechen.“ „Danke.“ „Nicht doch“, lächelte sie, erhob sich und schloss ihn noch einmal ganz fest in die Arme.
„Ich wünsche dir viel Glück mit deinem Vorhaben und freue mich auf Weihnachten. Mach bis dahin keine Dummheiten.“ „Was denkst du denn von mir?“, empörte sich Draco leicht. „Du weißt, was ich meine“, mahnte sie ihn sanft und verschwand durch den Kamin, nachdem sie ihm zum Abschied einen Kuss auf die Wange gehaucht hatte.
Draco selbst begab sich, nach einem kurzen Abstecher zu Sprout, direkt in seinen Turm, in dem er Hermione allein antraf. Hatte er Blaise nicht gesagt, er sollte ein Auge auf die Löwin haben? Diese tauchte gerade aus dem Denkarium auf, in dem sie sich weitere Erinnerungen von Draco angesehen hatte, um das Problem Umbridge endlich zu beseitigen. Sie hatte ihn noch nicht bemerkt und machte sich ein paar Notizen, als er sich über die Lehne der Couch beugte und ihr einen Kuss auf die Wange hauchte.
Sie zuckte zusammen und riss den Kopf erschrocken herum, sah dann aber nicht Draco als erstes, sondern einen Blumenstrauß, der recht dominant eine rote Sonnenblume in der Mitte hatte. Als sie den Blick verdutzt hob, sah sie Draco, der sie über die Blumen hinweg schelmisch angrinste.
„Schon wieder am Arbeiten? Gefällt mir gar nicht.“ Mit diesen Worten beugte er sich erneut zu ihr und nahm diesmal ihre Lippen in einem sanften Kuss in Beschlag, was die Hexe lächeln ließ. Als er ihr die Blumen reichte, wuchs dieses Lächeln sogar noch etwas an, bevor sie ihn ein klein wenig skeptisch musterte.
„Hast du was ausgefressen?“ „Nein“, entgegnete er ihr unschuldig, grinste aber breit, was sie misstrauisch stimmte. „Darf ich meiner Freundin mit ein paar Blumen keine Freude machen?“, zog er sie auf, worauf sie zart rot wurde. „Doch. Natürlich. Vielen Dank. Hast du mit Tonks alles geklärt?“ „So halb“, meinte er ihr und nahm schließlich neben ihr Platz.
„Was gefunden?“ „Kleine Details, aber nichts Ausschlaggebendes“, seufzte sie, lehnte sich zurück und sah stattdessen wieder mit einem Lächeln auf die Blumen, über deren Blütenblätter sie behutsam strich. „Hast du sie wieder verzaubert, damit sie ewig halten?“ „Vielleicht“, schmunzelte er. Sie lachte.
„Wenn du so weiter machst, weiß ich bald nicht mehr wohin mit den Blumen.“ „Du hast doch gerne etwas Grünes oder Buntes in deinem Zimmer.“ „Stimmt. Deswegen kommen die auch in deins.“ „Warum in meins? Gefallen sie dir nicht?“ „Doch. Aber ich bin doch schon mehr in deinem Zimmer, als in meinem. Oder hier im Wohnzimmer. Da würden sich ein paar Blumen doch auch nicht schlecht machen.“ „Die nächsten“, versprach er und zog sie über den Nacken sanft zu sich, um sie in einen kurzen Kuss zu verwickeln, der am Ende zu einem langen, recht atemraubenden wurde. Als sie sich wieder lösten, sank Hermione angenehm ausgelaugt gegen ihn und kuschelte sich in seine Arme.
Am liebsten wäre sie so bei ihm liegen geblieben, allerdings hatten sie 17:00 Uhr noch eine Trainingsstunde bei Dippet, den sie auch nicht versetzen wollte. Nicht zuletzt, da es für Draco wichtig war, den sie dann auch wieder schubsen musste.

۩ ۞ ۩


Es war nicht gut. Es war ganz und gar nicht gut. Ihr rannte die Zeit weg. Zudem schien irgendetwas im Busche zu sein. Sie hatte erst kürzlich im Ministerium beobachtet, wie sich dieser dreckige Werwolf mit Ogden und Marchbanks unterhalten hatte. Und es war ihr nicht wie ein kleiner Plausch vorgekommen. Sie hatten ernst gewirkt. Zwar konnte es alles Mögliche gewesen sein, die Wahrscheinlichkeit aber, dass es etwas mit ihr zu tun hatte, erschien ihr nicht unrealistisch.
Seither jagten sich ihre Gedanken noch mehr als zuvor, doch sie kam zu keinem brauchbaren Ergebnis. Sie kam einfach nicht an Malfoy ran, solange er im Schloss war. Und nach der Sache zu Halloween, sah sie ihre Chancen auch immer weiter schwinden, ihn über irgendwelche Verstöße doch noch in die Finger zu bekommen. Ihren Berufungsantrag, nach seiner Fluchanwendung, hatte das Gamot einstimmig abgelehnt. Einstimmig! Vor ein paar Monaten hatte das noch ganz anders ausgesehen. Aber jetzt? Es war zum Haare ausreißen!
Sie musste handeln. Jetzt, bevor die kleine Kakerlake doch noch dazu kam, zu plaudern. Inzwischen war es ihr auch vollkommen gleich, was es kostete. Sie hätte ohnehin gleich die richtig harte Schiene nehmen sollen. Keine Risiken mehr, auch wenn dafür der Großteil ihres Vermögens draufging. Wenn sie allerdings in Azkaban landete, würde ihr das Gold auch nichts mehr nützen.
Mit diesen Gedanken huschte sie durch die Dunkelheit der Nacht, in die wohl unangenehmste Gasse Londons. Die Kapuze ihres Umhanges hatte sie tief ins Gesicht gezogen, damit sie nicht doch von jemandem gesehen wurde. Letztendlich kam sie unbehelligt an dem heruntergekommenen Laden in der Knockturn Alley an, in dem sie hoffte zu bekommen, was sie wollte. Und das möglichst noch heute als morgen!
Sie trat an den Tresen und wartete darauf, dass sich der alte Borgin zu ihr begnügte. In der Zeit glitt ihr Blick abfällig über die Auslagen, mit ihren ganzen schwarzmagischen Artefakten. Viele davon zweifellos tödlich, aber leider zu auffällig für ihr Vorhaben.
Der Bengel durfte es nicht kommen sehen und das würde er auch nicht, wenn sie das Pulver bekam. Er wäre tot, sobald er es einatmete, was zwar auch auf die Leute in einem Umkreis von 10 Metern zutraf, aber das war ihr gleich. Hauptsache, er war weg und damit hoffentlich auch das Schlammblut.
Die Chancen darauf standen gut, da er inzwischen enger mit ihr verkehrte. Und so wie sie es mitbekommen hatte, traf das mittlerweile wohl auch auf Potter zu. Der Junge, der nicht sterben wollte. Es wäre ihr genauso eine Genugtuung, ihn tot zu sehen. Niemand kam ihr ungestraft in die Quere. Niemand! Schließlich erschien Borgin, hielt dann aber inne und musterte Dolores misstrauisch.
„Wurde auch Zeit!“, herrschte sie ihn an. Er trat näher. „`n Abend die Dame“, begann er mit bedacht. „Was führt Sie so spät zu mir?“ „Ein Anliegen.“ „So?“ Borgin legte den Kopf schief, nicht sicher, was er davon halten sollte. Umbridge funkelte ihn lediglich kühl an, bevor sie ihm ein üppig gefülltes Säckchen über den Tresen schob, was er sich zaghaft nahm und öffnete. In diesem befanden sich grob geschätzt 100 Galleonen, auf die der Mann verblüfft sah, bevor er die alte Hexe verwirrt ansah.
„Eine Anzahlung.“ „Anzahlung?“, stutzte er. Umbridge nickte. „Wie ich schon sagte, ich habe ein Anliegen.“ „Nun, das besprechen wir vielleicht besser in meinen Nebenräumen“, wies er ihr auf den zerfledderten, dreckigen Vorhang, was sie schnauben ließ. Am Ende folgte sie dem Wink, da sie nicht plötzlich von anderen Kunden überrascht werden wollte. Es würde nur ein fragwürdiges Licht auf sie werfen, wenn man sie in diesem Loch antraf.
„Schließen Sie ab!“, zischte sie Borgin noch zu, als sie ins Hinterzimmer trat, von wo sie das Klack der Eingangstür hörte. Nur einen Moment später kam Borgin zurück und wischte rasch mit einem dreckigen Tuch über die fleckig speckige Couch, auf die er Umbridge deutete. Diese blickte nur missbilligend auf das versiffte Mobiliar. Sie würde den Teufel tun und hier Platz nehmen oder sonst etwas anfassen. Am Ende holte sie sich noch die Krätze.
„Nun, was kann ich für Sie tun, Mrs. Umbridge?“ „Ich bin an einem speziellen Pulver interessiert. Gemahlene Lunge eines Nundu, um genau zu sein.“ Daraufhin sah Borgin sie entgeistert an.
„Das Zeug ist kreuzgefährlich und steht auf dem roten Index verbotener. . .“ „Ja, ja, ja. Sie erzählen mir nichts Neues. Könnten Sie etwas davon auftreiben?“, unterbrach Dolores ihn genervt.
„Ich könnte es versuchen, allerdings ist Ihre Anzahlung dafür nicht einmal einen Knut wert!“ „Ich sagte ja auch, es wäre eine Anzahlung. Also? Wie sieht es aus?“ „Kaum ein Händler ist so verrückt, es zu vertreiben und. . .“ „Können Sie oder können Sie nicht?“, unterbrach Dolores ihn erneut und durchbohrte ihn mit ihren Augen.
„Nicht, mit diesen Mitteln“, warf er das Säckchen auf den Tisch vor sich, aus dem sich ein paar der Goldstücke lösten und über das zerfurchte Holz kullerten. „Ich verstehe“, meinte sie süßlich lächelnd und ließ ihren Blick über den hinteren Bereich schweifen. In diesem stapelten sich noch mehr schwarzmagische Dinge, von denen wahrscheinlich nicht wenige äußerst unangenehme Nachwirkungen hatten. Unter anderem fiel ihr ein Armreif mit Saphirbesatz auf, der hinter dickem Glas verwahrt war. Sehr edel gearbeitet und mit Sicherheit tödlich.
„Ich vermute mal, der Armreif dient nur zu Ausstellungszwecken?“, bohrte sie, worauf er schluckte. „Andernfalls wäre ich wohl gezwungen, mich einmal näher mit der Abteilung für schwarzmagische Artefakte zu unterhalten“, rieb sie ihm genüsslich unter die Nase und nahm zufrieden auf, dass er blasser wurde.
„Nur ein Ausstellungsstück“, quetschte er hervor. „Gewiss doch. Und ich erkundige mich jetzt auch nur rein hypothetisch, nach Nundulungenpulver und ob so etwas unter der Hand gehandelt würde?“ „Anfragen in dieser Richtung sind äußerst rar.“ „Aber die Beschaffung wäre möglich?“ „Durchaus. Aber teuer. Sehr, sehr, seeehr teuer.“ „Teurer, als ein Aufenthalt in Azkaban?“, hakte sie süßlich lächelnd nach, worauf Borgin erneut schluckte.
„N-nein. Aber Unterhändler sind rar gesät und würden nur gegen Vorkasse arbeiten.“ „Wie hoch müsste diese Vorkasse aussehen?“ „Nun. . .“, krächzte Borgin, nicht sicher, was er sagen sollte. „Für 5 Gramm wären 4'500 Galleonen das unterste Minimum.“ „5 Gramm?“, zischte Dolores empört. Borgin nickte.
„Etwas aufgewirbelt reicht es allemal, um den gewünschten Effekt zu erzielen“, versicherte ihr Borgin. Umbridge presste allerdings verkniffen die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Aber anders ging es wohl nicht mehr, um die Pest zu beseitigen.
„Besorgen Sie es!“ „Wie meinen?“, stutzte Borgin. „Sie haben mich schon verstanden. Und ich würde Ihnen raten, diskret vorzugehen. Andernfalls könnte es sein, dass Sie in nächster Zeit noch ganz anderen Besuch bekommen, der weitaus weniger zum Plaudern aufgelegt ist, als ich“, funkelte sie ihn an und sah zufrieden, dass er einknickte, worauf sie sich wieder in den Vorraum begab, um dieses stinkende Loch endlich zu verlassen. Borgin folgte ihr.
„Warten Sie! Die Vorkasse! Eine solche Summe kann ich nicht aufbringen und. . .“ „Wollen Sie mir weismachen, dass Sie so schlecht an ihrem kleinen Geschäft verdienen?“ „Seit einigen Monaten schon. Liegt hauptsächlich am Ministerium!“, zischte er und funkelte sie böse an, sodass sie schnaubte.
„Schön! Ich werde eine Transaktion in Ihr Verlies einleiten. Aber ich rate Ihnen, mich nicht zu enttäuschen. Das ist noch niemandem bekommen“, drohte sie ihm, worauf er brummend nickte und sie letztlich aus seinem Laden entließ. Als er ihr nachsah, fragte er sich einmal mehr, ob es diesen ganzen Ärger mit solchen Kunden Wert war? Der alte Malfoy hatte ihm da schon gereicht.
Als er resigniert wieder im Innern des Gebäudes verschwand, erhob sich aus dem Schatten einer kaputten Straßenbeleuchtung ein Rabe und verschwand hinter Umbridge in der Nacht.

۩ ۞ ۩


Freudig nahm Draco am nächsten Tag zum Mittag das Paket entgegen, was ihm die weiße Schleiereule seiner Mutter brachte. Sie hatte die Bücher also holen können. Er hoffte, dass er damit endlich mit dem Zauber weiterkam. Für den Moment zitierte er sich allerdings Dobby heran, mit der Bitte, das Paket in sein Zimmer zu bringen, was neugierig von den Anderen am Tisch aufgenommen wurde.
„Was war das?“ „Ein paar Bücher, um die ich meine Mutter gebeten habe“, erklärte er wahrheitsgemÃ¤ß und sah schmunzelnd zu Hermione. „Die gefallen dir sicher auch.“ Damit hatte er bereits gewaltig die Neugier in ihr geschürt, denn in ihren Augen begann es vorfreudig zu funkeln. „Sind die auch so alt?“ „Nicht ganz, aber da stehen auch recht interessante Zauber drin“, meinte er, als ein jüngerer Schüler etwas unschlüssig zu ihnen an den Tisch trat.
„Chrm. . . Von Professor McGonagall“, räusperte er sich und gab Hermione eine Notiz, die sie verwundert nahm. Draco runzelte die Stirn. „Was will sie?“ „Das wir nach dem Essen zu ihr ins Büro kommen“, sah sie Draco ratlos an. „Habt ihr was ausgefressen?“, erkundigte sich Blaise. „Nicht, dass ich wüsste“, murmelte Draco, zu dem Hermione wieder sah.
„Bist du mit dem Essen fertig?“ „Was? Nein. Ja. So halb“, murrte Draco und nahm noch schnell, aber würdevoll, etwas zu sich, bevor er sich fünf Minuten später mit Hermione erhob und auf den Weg machte.
„Was gibt es denn so dringendes, Professor?“, fragte Hermione, kaum dass sie eingetreten waren. Sie sah sich ihre Frage in der nächsten Sekunde bereits halb beantwortet, als sie erkannte, dass Minerva nicht alleine war.
Hermione stockte unweigerlich in ihrer Bewegung und versteifte sich, während Dracos Laune ungeahnt in dunkle Untiefen schoss. Sein Blick verhärtete sich bedrohlich, in dem ein alles verzehrendes, kaltes Feuer aufloderte.
„Danke, dass Sie gleich kommen konnten. Setzen Sie sich“, wies Minerva die Beiden freundlich aber bestimmt an, der die Blicke ihrer Schulsprecher nicht entgangen waren. Allen voran Dracos, denn irgendwie schien die Luft in dem Raum schlagartig kälter und so dick, dass man sie mit einem stumpfen Buttermesser hätte schneiden können.
Murrend kam Draco dem nach, ließ den Blick dabei aber keine Sekunde lang von seiner ehemaligen Mitschülerin, die, wie er zufrieden feststellte, fast sofort unter seinem Blick einknickte und ihre Augen auf einen anderen Punkt fixierte. Auf den Lippen trug sie ein unsicheres Lächeln, dass Draco zum Kotzen animierte. Am Ende sah er zurück zu McGonagall, auf eine hoffentlich gute Antwort wartend. Diese überlegte bereits, wie sie anfangen sollte.
Da sie zögerte, fragte Draco barsch: „Was macht die hier?!“ Er gab sich keinerlei Mühe, seinen Unmut zu verbergen und warf Pansy einen verhassten Blick zu, unter dem sie sich ein wenig wand, denn sie rutschte kaum merklich auf ihrem Stuhl hin und her.
„Mr. Malfoy, bitte“, mahnte Minerva ihn. Das aber ohne die übliche Schärfe in ihren Worten, was ihm deutlich machte, dass ihr die Anwesenheit Parkinsons auch nicht so genehm war. „Ich kann verstehen, dass Sie etwas . . . überrascht sind.“ „Mir fällt da spontan etwas anderes ein“, schnalzte Draco süffisant, was Minerva überging und gleich zum Thema kam.
„Sie haben der Presse sicherlich entnommen, dass die Eltern von Miss Parkinson einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.“ „Ja. Und? Was macht sie deswegen hier?“, zischte Draco, den Hermione nun leise mahnte „Draco. . .“ und sich seine Hand griff. Ihr Freund schnaubte nur, während Minerva in ihrer Erörterung fortfuhr.
„Wie mir Miss Parkinson erklärte, hatte ihr Vater wohl ein Problem damit, sie wieder nach Hogwarts zu lassen und auch so gänzlich andere Pläne mit ihr, als ihr den Schulabschluss zu ermöglichen.“ „Natürlich“, schnalzte Draco sarkastisch und fing sich dafür nun doch einen strengeren Blick von Minerva ein, sodass er, vorerst, den Mund hielt.
„Aufgrund der nun herrschenden Umstände, hat mich Miss Parkinson angeschrieben und erbeten, nachträglich wieder am Unterricht teilnehmen zu dürfen, um. . .“ „WIE BITTE?“, brauste Draco auf und auch Hermione machte große Augen, bevor sie überfordert zu der Slytherin sah, die sich ein verkrampftes Lächeln auf die Lippen zwang.
„Ich habe mich diesbezüglich bereits mit den Kollegen beraten und wir haben der Bitte zugestimmt. Wir. . .“ „Die Schule läuft seit 2½ Monaten wieder!“, brachte Draco an, der glaubte, etwas an den Ohren zu haben, und Pansy einen funkelnden Blick zuwarf. „Das können Sie nicht machen! Sie. . .“ „Mr. Malfoy!“, wurde Minerva nun doch laut, während Snape zufrieden in seinem Portrait grinste, da Draco, wie erwartet, nicht so leicht mitspielte, den er dann auch noch unterstütze.
„Du kannst es ihm nicht verübeln, Minerva“, rieb er seiner ehemaligen Kollegin gehässig unter die Nase, die ihm ebenfalls einen warnenden Blick zuwarf, bevor sie sich wieder ganz auf ihre Schulsprecher konzentrierte und ihre Brille zurechtrückte.
„Was den Stoff angeht, so hat Miss Parkinson diesen bereits im Vorjahr zu einem Großteil aufgenommen. Lediglich in Verteidigung gegen die dunklen Künste hat sie Nachholbedarf, da der Lehrplan nicht unserem eigentlichen entsprach. Zudem habe ich ihr nahegelegt, auch Muggelkunde zu besuchen“, sah sie streng zu der Slytherin, die auch weiter tapfer lächelte, während Draco das Gefühl hatte, in die Untiefen der Hölle zu stürzen. Monroe reichte ihm schon, da brauchte er nicht auch noch dieses Sumpfhuhn!
„. . . Alles andere würde sie beherrschen, wie sie mir versicherte“, fügte Minerva an. „Daran hab ich meine Zweifel“, schoss Draco schnippisch, was Minerva die Augen schließen und innerlich bis drei zählen ließ, bevor sie fortfuhr.
„Wir haben uns als Schule dazu verpflichtet jedem. . .“, sah sie Draco nun scharf an, der angefressen schnaubte. „. . . die Möglichkeit einzuräumen, dass vergangene Schuljahr zu wiederholen. Die Tatsache, dass der Schulbetrieb bereits wieder läuft, ist ein Manko, aber kein Weltuntergang. Ich habe mit Miss Parkinson soweit bereits alles besprochen. Worum ich Sie beide bitten möchte, ist, dass Sie Miss Parkinson heute und Morgen vielleicht noch etwas unter die Arme greifen, da ja doch einiges an Veränderungen stattgefunden hat.“ „Das ist ein schlechter Scherz!“, zischte Draco und funkelte die Direktorin zornig an, was sie mit einem strengen Bick quittierte.
„Ich beliebe nie zu Scherzen, Mr. Malfoy. Sie als Schulsprecher haben sich auch um gesonderte Aufgaben zu kümmern.“ „Sie können die nicht wieder in die Schule lassen! Sie wird keine Gelegenheit auslassen, um Streit und Ärger zu provozieren!“, deutete er anklagend auf Pansy, deren Züge so wirkten, als hätte sie in eine eklig saure Zitrone gebissen, bevor sie das Haupt senkte und leise zu schluchzen begann.
„Darüber haben wir bereits gesprochen. Seien Sie versichert, es wird nicht dazu kommen. Miss Parkinson kennt die Konsequenzen, falls doch“, sah McGonagall streng zu dem Mädchen, das schließlich mit ein paar Tränchen auf den Wangen zittrig meinte: „Es tut mir leid, was ich getan und gesagt habe. Aber ich dachte immer, es wäre richtig. Und im Mai, da. . . Ich hatte Angst. Und mein Vater. . .“, brach sie ab und schnäuzte sich. „. . . er hat auch weiter an den alten Werten festgehalten, auch wenn er es nach außen nicht hat durchblitzen lassen. Er wo-wollte. . .“, hickste sie. „. . . mir nicht gestatten, die Schule wieder zu besuchen, wo hier nun doch wieder . . . Muggelstämmige sind und. . .“ „Spar dir das!“, zischte Draco ihr dazwischen. „Den Mist kauf ich dir nicht ab.“
Daraufhin sah sie bitter zu ihm auf und meinte: „Du solltest doch am besten wissen, was uns unsere Familien immer eingebläut und aufgezwungen haben.“ „Was dich im Nachhinein auch nicht davon abgehalten hat, dieser Linie weiter zu folgen und andere wie Dreck zu behandeln. Soweit ich weiß, haben sich deine Eltern nach der Schlacht doch erstmal nach Frankreich verpisst, sodass du hättest untertauchen oder dir sonst wie Hilfe holen können. Nichts hast du gemacht! Und als Daphne sich vor einer Weile mit dir getroffen hat, ist dir auch nichts Besseres eingefallen, als sie, Ginny und vor allem Hermione zu beschimpfen!“, fauchte er aufgebracht, worauf sie zusammenzuckte und betreten den Blick senkte.
„Das tut mir schrecklich leid, wirklich“, schluchzte sie wieder. „Ich weiß, dass ich einen Haufen Fehler gemacht habe und ich eine einfältige, dumme Kuh war. Ich will mich ändern. Ich will das alles nicht mehr. Ich hab eingesehen, dass ich mich falsch verhalten habe. Deswegen will ich doch wieder in die Schule“, hickste sie weiter, was Draco nur schnaufen ließ. Minerva wiederum hatte genug und konzentrierte sich erneut ganz auf ihre Schulsprecher.
„Professor Flitwick hat Miss Parkinsons Gepäck bereits in die Kerker gebracht. Ihren Stundenplan hat sie von mir bekommen. Sie wird wie gewohnt mit Ihnen und Ihren Mitschülern mitlaufen. Für heute und Morgen werden Sie sich ihrer Mitschülerin annehmen, sodass etwaige Fragen Klärung finden. Sie können gehen“, schloss Minerva, was deutlich machte, dass sie nicht mehr mit sich diskutieren ließ. Draco schnaubte und ballte wütend die Hände zu Fäusten, bevor er unheilvoll auf Pansy sah. Schließlich erhob er sich mit Hermione, dem Pansy, noch etwas schniefend, folgte.
„Einen Moment noch, Draco“, hielt Snape ihn an, sah dann aber zu Hermione. „Miss Granger, wären Sie so gut, mit Miss Parkinson schon einmal das Büro zu verlassen? Ich möchte Draco noch kurz in privater Angelegenheit sprechen, wenn er einmal hier ist. Die Magiegeschichte“, erklärte Snape kurz angebunden im freundlichen aber bestimmten Ton, worauf Hermione nickte und mit der Slytherin vor die Tür trat.
„Was?“, fragte Draco nur und sah ungehalten zu Snape. Dieser musterte seinen Patensohn eindringlich. „Halt die Augen und Ohren offen. Ich traue Parkinson nicht“, mahnte er ihn, was Minerva stöhnen ließ. „Severus, bitte.“ „Keine Sorge. Ich werde nicht zulassen, dass sie wieder irgendwas kaputt macht“, versprach Draco. „Mehr war es auch nicht.“ Mit diesem Satz trat Draco vor die Tür, wo die beiden Mädchen noch warteten und sich Hermione gleich an ihn richtete.
„Und? Hatte er einen Rat für dich?“ Draco schüttelte mit dem Kopf. „Nichts, was ich nicht ohnehin schon wüsste“, murmelte er und sah zu Parkinson. „Wo die Kerker sind, weißt du ja noch. Genauso die restlichen Klassenzimmer.“ Mit diesen Worten wollte er bereits mit Hermione verschwinden, die ihn kurz anhielt.
„McGonagall hat doch gesagt, wir sollen sie mitnehmen.“ „Wozu?“, schnarrte Draco bissig und sah böse zu Pansy, die betreten den Blick gesenkt hielt. Hermione zog sich ihren Freund daraufhin etwas ran und flüsterte ihm ins Ohr.
„Wir können sie nicht alleine im Schloss herumlaufen lassen. Was denkst du was los geht, wenn sie ohne Erklärung von den Anderen gesehen wird? Es würde mich nicht wundern, wenn der Rest sich ihr gegenüber ähnlich garstig verhält, wie Anfang des Jahres zu dir. Davon abgesehen, sind ihre Eltern seit kaum einer Woche tot. Vermutlich ist sie deswegen auch noch ziemlich neben der Spur, also schluck deine Wut einmal runter!“, wurde sie zum Schluss etwas böse. Draco sah sie jedoch recht blasiert an, bevor er flüsterte: „Ich glaube kaum, dass sie um ihren Vater trauert, wenn er so zu ihr war, wie sie gerade rumgejammert hat.“ „Und ihre Mutter?“, warf Hermione funkelnd ein, was ihn mit den Zähnen knirschen ließ. „Sei lieb“, bat sie und richtete sich letztlich an Parkinson.
„Wir begleiten dich runter in die Kerker. Dann kannst du dich in deinem Schlafsaal noch etwas ausruhen. McGonagall wird zum Abendessen vielleicht auch noch etwas dazu sagen, dass du da bist, sodass sich die anderen Schüler nicht wundern“, gab Hermione ihr versucht neutral zu verstehen, obwohl es ihr nicht so leicht fiel, wie sie gedacht hatte, denn in ihrer Stimme schwang eine deutliche Kühle mit.
„Danke, aber. . . Wenn es euch nichts ausmacht, würde ich dann gleich gerne mit euch in den Unterricht gehen. Ich will . . . will mich irgendwie etwas ablenken“, bat sie und versuchte sich wieder an einem Lächeln. Hermione nickte.
„Schön. Dann solltest du dich aber auch umziehen. Mit dem Kleid und den Schuhen wirst du nicht am Unterricht teilnehmen“, deutete die Löwin auf das schwarze Schlauchkleid, was ein gutes Stück über Pansys Knien endete. Genauso die hohen Pumps.
„Sicher“, lächelte die Slytherin und machte Anstalten hinter Draco und Hermione zu laufen. Der Blonde schob dem aber gleich einen Riegel vor und dirigierte Pansy vor sich, da er sie ganz sicher nie im Rücken haben wollte. So kamen sie stillschweigend unten an, wo Pansy die Beiden noch bat zu warten, bis sie umgezogen war, was Draco schnauben ließ. Als sie weg war, richtete sich Hermione nochmal an ihn.
„Hör zu, ich bin auch nicht begeistert davon, dass sie wieder hier ist. Aber McGonagall hat Recht. Wenn sie sich ändern will, sollten wir das auch unterstützen. Dass sie darum gebeten hat, wieder in die Schule zu kommen, ist, denke ich, ein guter Ansatz. Ich glaube schon, dass es ihr ernst damit ist. Also sei nicht so stur.“ „Ich trau ihr nicht“, suggerierte er Hermione diesmal ein, die kurz perplex blinzelte, als sie seine Stimme tief im Kopf widerhallen hörte. Als sie daraufhin etwas sagen wollte, meinte Draco: „Denk was du sagen willst. Ich will nicht, dass sie irgendwas belauscht.“ Auf den Hinweis verdrehte Hermione die Augen, tat dann aber, was er verlangte. Nur war da plötzlich eine ganz andere Frage, die ihr auf der Zunge brannte.
„Wie zum Henker machst du das?“ Daraufhin schmunzelte er sie verschmitzt an. „Würdest du auch gerne können, was?“, neckte er sie und bekam die Faust in die Seite, bevor Hermione nickte. „Ist das sowas wie Gedanken lesen?“ „Nein. Nicht wirklich. Es ist eine abgewandelte Form der Legilimentik, beruht aber mehr auf der wortlosen Kommunikation.“ „Telepathie also?“, mutmaßte Hermione, worauf er nickte.
„Quasi. Ich kann dir meine Worte oder Gedanken in den Geist senden und im Gegenzug aufnehmen, was du mir offen darlegst. Ich kann damit aber nicht tiefer in dein Bewusstsein eindringen, so wie bei der Legilimentik, wobei das Verständnis für die und Okklumentik eine gewisse Grundvoraussetzung für diese Art der Mentalmagie ist, um den Gedankentransfer zu leiten. Auf die Dauer wird das aber ziemlich anstrengend, deswegen mach ich es nicht weiter.“ „Das ist trotzdem. . .“ „Cool?“ „Bringst du's mir bei?“, sah sie ihn mit funkelnden Augen an, was ihn schelmisch grinsen ließ.
„Nur, wenn du mit mir wieder an diesem Patronus Nachrichten Zauber arbeitest. Kam die letzte Zeit ja recht kurz.“ „Stimmt. Und dann noch die Stunden mit Dippet“, begann Hermione ein wenig zu schmollen, da sie so schon kaum Zeit für anderes hatten. Von ihren normalen Aufgaben ganz zu schweigen. Und jetzt auch noch Parkinson, auf die Draco wieder zurück kam.
„Was ich dir nur sagen wollte. . . Tritt Parkinson nicht zu leichtfertig gegenüber. Ich weiß, dass du und Harry ein schon fast krankhaftes Helfer- und Gutmenschensyndrom habt, wofür ich euch auch echt dankbar bin. Aber nicht jeder Mensch ist gewillt, sich zu ändern. Und was Parkinson angeht. . . Blaise, Charlie und ich kennen sie um einiges besser als ihr. Sie ist nicht grundlos in Slytherin gelandet.“ „Mag sein. Aber. . . Sie hat sich vorhin doch auch entschuldigt.“ „Hat sie dich dabei irgendwie angesehen?“, hielt Draco ihr nochmal ruhig vor Augen, worauf sie schwieg. „Dann weißt du, wie viel es bedeutet.“ Daraufhin senkte sie etwas betreten den Blick, den Draco wieder auf sich zog, als er ihr die Hand auf die Wange legte.
„Ich will nur, dass du vorsichtig bist. Wir haben echt schon genug Probleme. Irgendwelche intriganten Spielchen von dieser Ziege können wir da nicht auch noch gebrauchen.“ „Ich bin ein großes Mädchen, das weißt du.“ „Oh ja“, grinste Draco, dessen Blick kurz unauffällig über Hermiones Schopf huschte, bevor er sich schmunzelnd zu ihr beugte und sie zärtlich küsste. Hermione nahm es freudig auf und erwiderte seinen Kuss lächelnd. Als sie sich wieder von ihm löste, erkannte sie Pansy am Aufgang zu den Treppen. Und so wie sie guckte, stand sie schon ein paar Sekunden da.
Draco nahm es gehässig auf, denn er hatte sie kommen sehen. Leider blieb der erhoffte erste Ausraster aus, mit dem er Hermione gleich hätte beweisen können, dass sie noch immer dieses scheinheilige Miststück war. Dass es dennoch gewaltig in ihr brodelte, konnte er an dem unheilvollen Funkeln in ihren Augen sehen, aber sie beherrschte sich. Scheinbar hatte sie gelernt, ihre Ausbrüche etwas zu zügeln. Die Frage war, wie lange blieb das so? Da würde er sich mit Blaise und Charlie noch etwas einfallen lassen. Für den Moment warf er ihr nur einen kalten Blick zu und nahm sich provokant Hermiones Hand, der die Situation ein wenig unangenehm war, wusste sie doch um Pansys frühere Schwärmerei für Draco.
„Wenn irgendwas unklar ist. . . Charlie und Astoria sind Vertrauensschüler. Bei Fragen kannst du dich auch an sie wenden. Hermione und ich haben noch andere Sachen zu tun. Und jetzt beeil dich, wir müssen zu Zaubertränke“, gab er ihr harsch zu verstehen, worauf sie nickte und zu den Beiden trat. Draco schob sie dann auch gleich wieder vor sich, als sie zu Slughorn verschwanden. Dort klopfte Draco kurz und trat schließlich ein. Slughorn nickte ihnen knapp zu, da er bereits Informationen hatte, schaute dann aber überrascht, als Pansy ebenfalls erschien. Und damit war er nicht allein.
Der Großteil der Schüler hörte auf zu arbeiten und glotzte die Slytherin unverhohlen an. Blaise entglitt sogar sein Messer, was dumpf auf dem kalten Steinboden landete, bevor sein Blick zu Draco flog und er den Mund bereits offen hatte.
„Frag nicht. Ich erklär's euch später“, suggerierte er ihm und Charlie ein, die schließlich wieder perplex auf die ungeliebte Slytherin sahen, die ordentlich schluckte, aufgrund all der Blicke. Sie begann sich daraufhin das erste Mal zu fragen, ob ihr Plan wirklich so eine gute Idee war, denn sie sah sich nicht nur in der Höhle eines Löwen, sondern mehr der eines wütenden Drachen.
„Oh, ich hatte nicht damit gerechnet, dass Sie gleich wieder am Unterricht teilnehmen. Professor McGonagall hat Sie für heute doch noch freigestellt. Oder nicht?“, erkundigte sich Slughorn verwirrt. Pansy zwang sich ein Lächeln auf die Lippen, als sie scheu meinte: „Doch. Aber ich wollte lieber gleich wieder richtig mitmachen.“ „Nun, das ist vorbildlich. Allerdings haben wir bereits angefangen“, resümierte Slughorn und überlegte, was er jetzt mit der Hexe machen sollte? Diese sah sich auch weiter unsicher um. Dabei fiel ihr Blick unter anderem auf Theo und Tracey, die beide doch tatsächlich mit Löwen zusammenarbeiteten und ihrem Blick zudem auswichen.
Draco nahm es süffisant auf und genoss, dass sich Parkinson unter den Blicken der Anderen wand, als er anfing die Zutaten zu schneiden, die Hermione gerade geholt hatte. Wenn sie sich ran hielten, konnten sie den heutigen Trank auch noch brauen.
„Nun, ich denke, es ist wahrscheinlich das Beste, wenn Sie heute erstmal mit Miss Granger und Mr. Malfoy zusammenarbeiten“, hörte er Slughorn dann wieder und drückte prompt zu sehr auf, sodass ihm die Affodillwurzel vom Schneidbrett schnipste und in den Kessel von Entwhistle und Cornfoot flog. Keiner der Beiden hatte es bemerkt und Draco würde den Teufel tun und es ihnen sagen. Mit denen hatte er ohnehin noch eine Rechnung offen, gerade aber ein ganz anderes Problem und das hieß Parkinson. Diese starrte er unheilvoll an und erntete selbst einen geschockten Blick, aufgrund von Slughorns Vorschlag. Am Ende blieb ihr jedoch nichts anderes übrig, als sich dem zu beugen und zu den Schulsprechern zu treten.
„Ich sag das nur einmal, Parkinson. Lass die Griffel von dem Trank, ansonsten hack ich dir die Pfoten ab!“, zischte Draco und bekam dafür von Hermione auf den Fuß getreten. Er zuckte nicht mal mit der Wimper und ignorierte auch vollkommen den bösen Blick seiner Freundin. Stattdessen durchbohrte er Pansy beinahe mit seinen Eisaugen, die ergeben die Hände hob, bevor sie in etwas Abstand zu den Beiden Platz nahm und besagte Hände in den Schoß legte. Sie spürte aber auch weiter Dracos Blick gefährlich auf sich, den sie konsequent mied, da sie wusste, zu was er fähig war.
Der Slytherin schnaubte nur noch kurz, bevor er versuchte, sich auf seinen Trank zu konzentrieren. Das ging ganze 10 Minuten gut, bis er am Nebentisch Entwhistle „O oh“, murmeln hörte. Als er aufsah, konnte er noch sehen, wie der Trank von ihm und Cornfoot giftig grün hochkochte.
Die Affodillwurzel!, fiel es ihm siedend heiß wieder ein. Nur eine Sekunde später zerrte er Hermione zu sich, die zu keiner Reaktion mehr fähig war, als er sie ohne Vorwarnung zu Boden warf und damit unter sich begrub. Noch im gleichen Moment gab es einen Knall, als der Kessel der beiden Ravenclaws explodierte und die Zwei, wie auch Parkinson, mit der grünen Brühe besudelt wurden.
Pansy quiekte schrill, sprang von ihrem Stuhl und versuchte, sich das Zeug aus den Haaren und vom Gesicht zu wischen. Das leidliche Ergebnis dessen war, dass sie überall dicke, blaue Pusteln bekam, aus denen, nachdem sie geplatzt waren, rattenschwanzähnliche Haare wuchsen. Cornfoot und Entwhistle das Gleiche.
„Du liebe Güte!“, überschlug sich Slughorn und war sofort bei den Dreien, die er rasch zu Madam Pomfrey schickte. Und das teils gehässig vom Rest der Klasse beobachtet. Blaise und Ginny grinsten gemein um die Wette und auch Charlie hatte eine sichtliche Genugtuung in den Augen, was Daphne mit einem enttäuschten Seufzen aufnahm und nach hinten schaute, wo Draco und Hermione unversehrt wieder zum Vorschein kamen.
„Sie haben nichts abbekommen?“, erkundigte sich Slughorn bei den Beiden, obwohl es offensichtlich war. Sie schüttelten mit dem Kopf. „Hab den Trank noch hochkochen sehen“, erklärte Draco knapp. Slughorn nickte und richtete sich an den Rest seiner Schüler. „Gut, wenn sonst niemandem etwas fehlt, schließen Sie ihre Arbeiten dann bitte langsam ab.“

۩ ۞ ۩


Die letzten beiden Stunden Zauberkunst verliefen ruhig. Parkinson tauchte in diesen auch nicht mehr auf, da Madam Pomfrey vermutlich noch mit den Rattenschwänzen beschäftigt war. Die Ruhe war dennoch vorbei, denn die Freunde wollten wissen, was Parkinson plötzlich hier machte, sodass sich Hermione und Draco mit ihnen in den Gemeinschaftsraum im dritten Stock begaben und ihnen das wiedergaben, was McGonagall gesagt hatte.
Blaise und Charlie stimmten Draco gleich in seiner Meinung zu, die ebenso Unterstützung von Ginny fand. Aber auch Theo und Tracey waren von allem nicht so begeistert. Hermione, Harry, Neville, Luna und Astoria versuchten hingegen neutral zu bleiben, während Daphne ein wenig auf verlorenem Posten stand, denn sie bat um Nachsicht.
Die drei Schlangen blieben aber bei ihrer Meinung und schärften dem Rest ein, sich nicht von Parkinson einlullen zu lassen. Daphnes schwacher Kommentar, dass es Pansy nach der Ermordung ihrer Eltern, sicher nicht gut ging und die Rüge, die Jungs sollten nicht schon wieder mit so scharfer Munition schießen, prallte an ihnen ab wie eine Feder. Sie blieben bei ihrer Meinung und debattierten noch etwas zu dem Thema.
Die Verursacherin dieses Themas hatte sich inzwischen, restlos bedient, in den Kerkern eingefunden, wo sie sich ausgelaugt auf die Couch fallen ließ. Sie hatte keine Ahnung, wie sie das überleben sollte und fragte sich zum gefühlt hundertsten Mal, seitdem sie das Zaubertränke Klassenzimmer betreten hatte, was sie sich hierbei gedacht hatte? Es würde doch ein Spießroutenlauf ohne Ende werden!
Dass Malfoy, Zabini und Harper sie angiften würde, war ihr klar gewesen. Allerdings hatte sie irgendwo darauf gesetzt, dass Theo und Tracey noch etwas klar im Kopf waren. Dem schien nicht wirklich so zu sein. Einzig und allein Daphne könnte sie etwas zu sich ziehen, immerhin hatte ihr die Verräterin Hilfe angeboten. Sobald sie hier auftauchte, würde Pansy ihr Glück versuchen. Darüber hinaus bekam sie vielleicht auch etwas aus ihr herausgekitzelt, damit sie den Sauhaufen hochgehen lassen konnte.
Für den Moment musste sie sich allerdings damit begnügen, zu beobachten. Was ihr dabei bereits auffiel, war, dass ihr Gemeinschaftsraum komplett leer war. Kein einziger Slytherin war hier, was sie doch wunderte, denn irgendwer war sonst immer da. Und seien es die Erstklässler. Sie überlegte dann kurz, sich etwas im Schloss umzusehen, nur behagte es ihr nicht so recht, alleine herumzulaufen. Die Reaktionen ihrer ehemaligen und nun wieder Mitschüler, hatten ihr gereicht.
Irgendwann wurde es jedoch später und damit Zeit für das Abendessen, sodass sie sich in Richtung Große Halle begab. Als sie an dieser ankam, traf sie jedoch der nächste Schock, denn die Haustische waren weg. Schlimmer noch, denn die Schüler, die sich bereits in der Halle aufhielten, saßen nicht mehr streng nach Häusern getrennt an den runden Tischen, sondern bunt gemischt. Das war ein Albtraum! Merlin, wo sollte sie denn jetzt hin?
Ihr Blick glitt hilflos über die Köpfe und erfasste schließlich die verräterische Bande. Sie saßen alle an einem Tisch und debattierten. Vermutlich über sie. Etwas schräg hinter ihnen, konnte Pansy Theo und Tracey an einem anderen Tisch ausmachen. Und zwar, wie in Zaubertränke schon, mit den Löwen Roper und Thomas. Ebenfalls am Tisch saßen Patil und Finnigan. Genauso die beiden Dachse, DACHSE!, Macmillan und Abbott. Sie war in der Hölle gelandet! Definitiv. War es das tatsächlich wert?
Merlin, sie könnte jetzt bei Lucius sein und sich an ihn kuscheln. Sie könnte sich etwas von ihm ablenken lassen und den wirklich angenehmen Dingen des Lebens widmen. Sie hatte sich das echt nicht gut überlegt. Und jetzt war es für einen Rückzieher zu spät, denn Lucius sah ganz neue Möglichkeiten für sie, wenn sie im Schloss war. Sie war Draco damit nah genug, um ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Nur würde der sich keine Lücke erlauben, wenn sie in seiner Nähe war. Das hatte sie heute bereits gesehen. Und dann noch das Schlammblut.
Ihr wäre in den Kerkern fast das Kotzen gekommen, als sie gesehen hatte, wie die Beiden knutschten. Merlin, sie war schon drauf und dran gewesen, ihren Zauberstab zu ziehen und das Schlammblut leiden zu lassen. Irgendwie hatte sie sich aber beherrschen können, nur um sie jetzt wieder einträchtig neben Draco sitzen zu sehen.
Sie hasste dieses dreckige Gryffindor Miststück für alles, was sie war. Vor allem dafür, dass sie Draco am Ende um den kleinen Finger gewickelt hatte. Sie war Schuld an allem. Sie hatte ihn verdorben. Sie hatte ihn zum Verräter gemacht. Nur ihretwegen hatte er am Ende gegen sie gearbeitet und dafür gesorgt, dass ihre Strukturen, ihre erhabenen alten Werte, zerstört wurden. Und dafür würde sie bluten. Sie würde das Schlammblut töten. Nein, nicht nur töten. Sie sollte leiden und schreien. Draco sollte sein kleines Schlammblut schreien hören und dann . . . dann. . .
Nicht jetzt und nicht hier, Pansy, mahnte sie ihr inneres Stimmchen, wie schon in den Kerkern, zur Ruhe. Sie rang den Drang, den Zauberstab zu ziehen und auf das Schlammblut zu richten, mit Mühe nieder, als sie Draco gerade anlachte und dieser ihr obendrein ein so warmes und liebevolles Lächeln schenkte, sowas hatte sie noch nie von ihm gesehen. Nie!
Beherrsch dich! Du hast es gewusst, gebot ihr erneut ihre innere Stimme, sodass sie ihren Blick von dem Pack losriss und sich stattdessen in der Halle umsah, auf der Suche nach einem Platz. Nur saß kaum einer der Slytherins allein. Sie hatten sich alle irgendwo mit anderen Häusern vermischt, ganz egal wie alt sie waren.
Am Ende biss sie in den sauren Apfel und verzog sich an einen halb leeren Tisch, an dem ein paar Jüngere mit zwei Ravenclaws saßen. Diese musterten die ältere Slytherin verwirrt, die am liebsten gebrüllt hätte. Aber das wäre jetzt hier in der vollen Halle ziemlich in die Hose gegangen. Stattdessen funkelte sie die Kinder wütend an und zischte: „Ist was?“, bevor sie sich etwas zu Essen nahm. Das ganze aufmerksam von Draco beobachtet.

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