Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ein rosaroter Coup

von Alex2303

A/N: *vorsichtig um die Ecke schau*

Hallo ihr Lieben!

Ja, ich bin noch da, auch wenn es, wie ich mit erschrecken festgestellt habe, 3 Monate her ist.


Der eine oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen und aus dem Vorwort der Story entnommen, aber ich war die letzte Zeit nicht untätig, auch wenn es lange lange nicht für ein neues Chap gereicht hat. Das Real-Life hat mich in den letzten Monaten zu sehr geärgert und tut es leider immer noch. Aber um zum Eigentlichen zu kommen.

Ich habe angefangen die Chaps in einem bestimmten Punkt nochmal aufzuarbeiten. Und zwar in Sachen Eigennamen, Ortsangaben und Personennamen.
Personennamen habe ich ja bereits seit Anfang an direkt aus dem Englischen übernommen, da es einfach Blödsinn ist, einen Namen zu übersetzen oder "einzudeutschen". Käse.
Ein Name bleibt ein Name, egal in welchem Land man ist. Und das hab ich nun auch in Sachen Eigennamen und Ortsangaben angefangen anzupassen. Sprich: Azkaban, Diagon Alley, Daily Prophet, Death Eater usw.

Ich hoffe, ihr seid mir deswegen nicht böse und stört euch nicht daran, aber es ist sprachlich die einzig korrekte Variante.
;)

Und noch etwas, da ich leider mit meinem X-Perts Konto langsam verzweifle, da der Server immer öfter nicht will.
Ich weiß nicht, wie lange ich das Projekt hier auf der Seite noch betreuen werde, wenn es immer stärker zur Glücksache wird, dass ich einen günstigen Moment erwische, in dem ich Kapitel einpflegen kann.
Es nervt irgendwann nur noch, wenn ständig Fehlermeldungen kommen, also an euch noch die Info, für die, die es noch nicht wissen.

Ihr findet mich und die FF auch hier. Eine Anmeldung auf der Seite ist nicht nötig um zu lesen oder euren Senf da zu lassen.


Und jetzt halte ich auch die Klappe und wünsche euch viel Spaß mit dem neuen Chap.



Liebe Grüße,

*Nachteule* Alex





۩ ۞ ۩


Nach dem Abendessen, und einige kleine Diskussionen in Sachen Parkinson später, verschwanden Hermione und Draco in ihren Turm, um sich noch etwas Zeit für das Problem Umbridge zu nehmen. Anders ausgedrückt, Hermione nahm sich diese Zeit, da Draco nicht wirklich bei der Sache war und weiter grübelte, was Parkinson mit ihrer Rückkehr bezweckte? Hermione ließ ihn murren und nahm sich die nächste Phiole, die sie in den Spiegel gab und einmal mehr in Dracos Erinnerungen eintauchte.
Wie sonst auch, fand sie sich in diesem schrecklich aufgerüschten rosa Büro wieder. Körperverletzung, hatte Draco diese grässliche Dekoration genannt. Und ein bisschen so guckte der junge Draco auch, als sich Umbridge an ihrem Tisch niederließ und ihre Unterschrift unter ein Pergament kritzelte.
Es war der Ausbildungserlass Nr. 24, der für das Gründen von Gruppen mit mehr als drei Schülern die Erlaubnis der Großinquisitorin benötigte, wie Hermione mit einem flüchtigen Blick feststellte. Draco schob sie zudem mit einem süßlichen Lächeln eine Erlaubnis für das Quidditch Team der Schlangen zu.
Ja, daran konnte sich Hermione noch gut erinnern. Harry, und vor allem Angelina, hatten damals getobt, weil die Erlaubnis für die Gryffindors auf sich hatte warten lassen.
„Vielen Dank, Professor.“ „Gutes Benehmen muss schließlich honoriert werden, nicht wahr?“, säuselte sie, was Draco mit einem Nicken bestätigte und gehen wollte, als Umbridge ihn noch kurz zurückhielt.
„Warten Sie noch einen Moment“, deutete Umbridge ihm auf einen der rosa Ohrensessel mit den Spitzendeckchen über den Lehnen. Draco nahm lächelnd Platz, wobei seine Mundwinkel kurz verräterisch zuckten.
Er hatte nur zu offensichtlich keine Lust, noch länger in dieser rosa Hölle zu verweilen. Hermione konnte es verstehen. Und sie fühlte mit ihm. Dass er sich das alles nicht nochmal antun wollte, verstand sie ebenso. Körperverletzung, wie er schon gesagt hatte.
„Wissen Sie, was der Grund für den neuen Erlass ist?“ Draco zuckte mit den Schultern. „Mir kam vor ein paar Stunden zu Ohren, dass sich Potter in den Kopf gesetzt hat, mit seinen kleinen Freunden die praktische Anwendung von Verteidigungs- und Angriffszaubern zu lernen. Völlig überflüssig und vor allem gegen die strikten Vorschriften des Ministeriums!“, echauffierte sie sich.
„Das dürfte mit Ihrem Erlass ja jetzt hinfällig sein.“ „Sollte es. Allerdings scheint mir Potter ein Querulant, ohne Gleichen zu sein. Zu dieser Idee angestiftet wurde er wohl auch von seiner besserwisserischen Schlammblutfreundin“, spuckte Umbridge, worauf Dracos rechtes Augenlid kaum merklich zuckte.
Sein Kiefer knackte leise, während sich seine rechte Hand ebenfalls kurz verspannte, sodass sie die Sehnen stärker sah. Umbridge bemerkte nichts davon, sondern fuhr ungeniert in ihrer Erläuterung fort.
„Ich habe die berechtigte Befürchtung, dass sie versuchen werden, sich über die Reformen und Regelungen des Ministeriums hinwegzusetzen.“ „Vermutlich“, bestätigte Draco ihr träge, worauf sie nur gewartet hatte. „Da kommen Sie ins Spiel.“ „Ich?“, stutzte der Blonde. Umbridge nickte.
„Sie, genau. Ich will, dass Sie die Augen und Ohren offen halten und mir berichten, wenn Ihnen etwas auffällig erscheint. Sie kennen Potter und seine Handlanger schließlich lange und gut genug. Ich wünsche keinerlei Aufmüpfigkeiten oder sonstigen Ärger durch diesen übergeschnappten Jungen! Am Ende kommt es noch so weit, dass er mit seinen verrückten Ideen und kranken Vorstellungen die übrigen Schüler ansteckt und gegen das Ministerium aufwiegelt!“, empörte sie sich, während Dracos Mundwinkel erneut zuckte. Diesmal wirkte es auf Hermione amüsiert.
„So etwas wird nicht passieren, Professor. Potter ist einfach nur dämlich. Er beherrscht es wie kein anderer, sich immer wieder in Schwierigkeiten zu manövrieren. Man muss nur warten und zusehen, bis er mit dem Kopf irgendwo in der Schlinge hängt und die dann zuziehen.“ „Davon habe ich bereits gehört. Allerdings hat ihm diesen Kopf bis jetzt immer wieder jemand herausgezogen, nicht wahr?“, sah Umbridge ihn schräg an.
„Sein kleines Schlammblut. . .“ Bei dieser Bezeichnung knackte Dracos Kiefer erneut, während zeitgleich kurz etwas Bedrohliches in seinen Augen aufflackerte. Doch so schnell wie es kam, war es auch wieder verschwunden. Nichts, was ein ungeübter Blick erfassen konnte, zudem auch der Umbridges gehörte, die ungeniert weiter spuckte.
„. . . scheint mir der eigentliche Treiber hinter ihren ganzen Unternehmungen zu sein. Offen gestanden verwundert mich das nicht einmal.“ „So?“, hakte Draco nach und musterte Umbridge genau. Diese nickte.
„Sie wissen durch Ihren Herrn Vater doch selbst nur zu gut, dass dieser Abschaum der magischen Welt immer wieder versucht, gegen uns und unsere Werte aufzubegehren. Die Schlammblüter versuchen ihre Stellung und Macht in der magischen Welt auszubauen, um uns zu verdrängen!“ „Das werden sie nie schaffen“, gab Draco der Alten ruhig zurück und lächelte fies. Umbridge nahm es aber nicht auf, sondern erhob sich von ihrem Platz und trat ans Fenster, aus dem sie sah, als sie weitersprach.
„Täuschen Sie sich nicht. Die komplette Schule ist bereits verseucht mit Schlammblütern und Blutsverrätern, über die dieser senile, alte Greis schützend seine Hand hält. Gleichheit. Das ich nicht lache! Dieses Ungeziefer hat nichts mit uns gleich. Sie sind nicht mehr als Schädlinge! Unkraut, das beseitigt werden muss, bevor es uns unsere Ressourcen nimmt und verdrängt, bis wir jämmerlich unter ihnen ersticken!“, zischte sie und drehte sich schließlich wieder zu Draco, der träge nickte. Umbridge wurde einfach nicht müde, diesen Mist von sich zu geben.
„Es beginnt hier in der Schule. Sobald man diesen Abschaum die ersten Zauber lehrt, gewinnen sie an Macht und graben ihre Wurzeln tief in unsere Systeme. Und dieser alte Narr unterstützt es, damit er das Ministerium unterwandern kann. Er züchtet sich eine Horde Rebellen heran, die uns den Untergang bringen werden. Es zeigt sich ja bereits.“ „Was meinen Sie?“, horchte Draco auf und lehnte sich interessiert vor.
Umbridge lächelte säuerlich, als ihr in einer dunklen Ecke ihres Büros etwas Kleines, Graues auffiel. Es war eine Maus, auf die sie ihren knubbelig, kurzen Zauberstab richtete und einen Fluch auf das wehrlose Tierchen abgab. Die Maus quiekte sofort erbärmlich und wand sich unter Qualen.
„Nun, es gibt immer wieder Versuche dieser Individuen. . .“, begann Umbridge ungerührt, den Blick auch weiter auf die Maus gerichtet, sodass Hermione das untrügliche Gefühl nicht los wurde, dass sie sich gerade vorstellte, es wäre ein Mugglestämmiger.
„. . . sich einen Namen zu machen, um andere zu bekehren und für sich einzunehmen. Was denken Sie, was in den sogenannten Mugglestämmigen-Fördervereinen vor sich geht? Hat Ihr Vater Ihnen nichts davon erzählt?“ „Mein Vater erzählt viel, wenn Sie verstehen. Aber was meinen Sie konkret?“, bohrte Draco. Umbridge schnaubte und verstärkte dadurch ihren Zauber, was dem Mäuschen den Rest gab, denn es quiekte und zuckte kurz darauf nicht mehr.
Als Umbridge ihren Zauberstab nochmal schwang, ging das tote Tier kurz in einer grünen Stichflamme auf, die nichts mehr als einen Hauch Asche übrigließ. Im Anschluss sah sie wieder zu Draco, der ihr aufmerksam mit Blicken folgte. Anders als Umbridge, erkannte Hermione noch eine wachsende Vorsicht in den grauen Augen.
„Sie versuchen ihre Stellung auszubauen, indem sie auf ihren karitativen Veranstaltungen wichtige Personen des öffentlichen Lebens anwerben, um sie von ihren Gedanken und Plänen zu überzeugen. Leider lassen sich immer wieder gesunde Hexen und Zauberer von diesem Irrsinn anstecken“, resümierte Umbridge bissig und schien kurz in Gedanken. Dann lächelte sie wieder süßlich.
„Glücklicherweise haben sich derartige Verbände bis jetzt immer zeitnah auf die eine oder andere Art und Weise wieder im Nichts verloren. Allen voran diese grässliche Dunhill Stiftung.“ „Dunhill?“, stutzte Draco und wirkte mit einem Mal nachdenklich. Aber auch Hermione sagte dieser Name etwas, nur wusste sie nicht, in was für einem Zusammenhang sie ihn schon einmal gehört hatte. Umbridge nickte indes.
„Diese Leute hatten bereits gefährlich einen Fuß im Ministerium und wichtige Kontakte zu entsprechend hochrangigen Personen. Allen voran zu der alten Ministerin Millicent Bagnold. Nach dem Fall von Sie-wissen-schon-wem konnten sie ihre vermeintliche Stiftung zur Förderung und besseren Integration Mugglestämmiger und deren Familien in der magischen Gesellschaft noch weiter vorantreiben. Den guten Fudge hat es zu der Zeit immer wieder ins Wanken gebracht, ob er der Stiftung entsprechende Mittel bewilligen und ihre Pläne umsetzen sollte, indem sie unter anderem im Ministerium eine eigene Abteilung bekommen. Dieses Vorhaben war nicht wenigen ein Dorn im Auge“, schnaubte Umbridge.
„Ihnen?“, mutmaßte Draco. „Und auch Ihrem Vater.“ „Nachvollziehbar.“ Umbridge nickte und meinte nun verzückt schmunzelnd: „Allerdings hat sich dieses hässliche, kleine Problem vor zwei Jahren mit einem lauten Knall endgültig erledigt.“ Nun horchte Draco wirklich auf und begann, dem Blick nach, in seinem Hirn zu kramen, was genau Umbridge meinte? Hermione ähnlich. Was war ’93?, grübelte sie. Draco kam ihr zuvor, dessen Augen plötzlich minimal größer wurden.
„Sie sprechen von dieser Explosion am Lake Vyrnwy?“ „Exakt. So weit ich weiß, hatte Ihr Vater mitunter auch reges Interesse an dem Grundstück. So wurden zwei Doxys mit einmal geschlagen.“ „Dann war das gar kein Unfall?“, mutmaßte Draco vorsichtig und auch Hermione horchte auf, denn sie erinnerte sich wieder an diesen Vorfall.
Es war im Sommer vor ihrem dritten Jahr gewesen. Sie selbst hatte mit Bestürzen auf den Unfall reagiert, bei dem es Dutzende Verletzte und auch 14 Tote gegeben hatte. Darunter die beiden Juniorleiter der Stiftung, die in der Tat recht gute Ansätze hatten, die den mugglestämmigen Kindern und deren Familien eine große Hilfe in der neuen Welt gewesen wären. Das alles war nach dem Unfall, der wohl doch keiner war, vom Tisch des Ministeriums verschwunden und nie wieder aufgetaucht.
„Ich bitte Sie. Sie sollten es besser wissen. Um eine derart heftige Explosion herbeizuführen, braucht es schon etwas mehr“, lächelte Umbridge verzückt, was deutlich war. Überdeutlich.
„Es ist immer angenehm mit Ihrem Vater zusammenzuarbeiten und Geschäfte zu machen. Er versteht sich noch auf die guten, alten Werte. Seine nachfolgenden Klagen auf Schadenersatz, wegen Fahrlässigkeit, haben den Seniorchefs dann noch den Rest gegeben. Davon haben sie sich nicht mehr erholt. Darüber hinaus ist seitdem auch niemand mehr auf derartig dumme Gedanken gekommen, Schlammblüter in irgendeiner Form zu fördern oder zu unterstützen. Immerhin sind durch die Nachlässigkeiten der Verantwortlichen auch recht bekannte Persönlichkeiten ums Leben gekommen“, schmunzelte sie.
„Mit anderen Worten, Sie und mein Vater haben diese Sache eingerührt?“, hakte Draco nach. Umbridge gab ihm darauf allerdings keine Antwort, außer einem süßlich zufriedenen Lächeln, was Hermione fast den Boden unter den Füßen wegriss.
Wenn sie das jetzt richtig verstanden hatte, und sie zweifelte nicht im Geringsten daran, dann war die rosa Kröte mit dem alten Malfoy für den Unfall verantwortlich. Merlin, das war. . . Wenn das raus käme, würde sie lebenslänglich in Azkaban einsitzen. Dieser Unfall. . . Anschlag, war heimtückischer Mord!
„Sie verstehen also, dass ich nicht will, dass Potter und sein kleines Schlammblut die Schule und Schüler in diese Richtung beeinflussen? Indem sie so dreist behaupten Sie-wissen-schon-wer, wäre wieder da, schüren sie bewusst die Ängste der magischen Gesellschaft, um sie auf ihre Seite zu ziehen und gegen das Ministerium aufzustacheln. Sie erschleichen sich dadurch mehr Einfluss in der magischen Welt, was dieser alte Tattergreis doch genauso will. Fudge ist sogar der Ansicht, er wollte ihm seinen Sitz abspenstig machen. Sie können sich sicher denken, was für Folgen ein derartiger Machtwandel für die altehrwürdigen Reinblüter nach sich ziehen würde? Auch Ihre Familie wäre massiv davon betroffen“, rieb sie ihm unter die Nase, zweifellos in dem Versuch, ihn stärker für ihr Vorhaben zu gewinnen.
„Es würde zeitnah zu einer zweiten, weitaus gefährlicheren Dunhill Stiftung, mit neuen Gesetzen kommen, die uns vermutlich unterdrücken und diesen Kreaturen noch mehr Einfluss lassen. Derartiges gilt es in jedem Fall zu verhindern! Der Daily Prophet propagiert zwar fleißig gegen Potter und Dumbledore, aber man weiß ja nie, wie sich die Dinge noch entwickeln, also behalten Sie Potter im Auge. Genauso sein Schlammblut! Diese Möchtegern Hexe wird ihn bei seinem Vorhaben vermutlich mit allem unterstützen, was sie hat. Wenn Potter erfolgreich ist, würde es letztlich auch ihren Interessen und denen dieser Blutsverräter dienen!“, herrschte Umbridge ihn noch kurz an, worauf er nickte und sich trollte, womit die nächste Erinnerung kam, auf die sich Hermione nur mäßig konzentrieren konnte, da sie diese richtig aufgekratzt hatte. Dennoch versuchte sie auch dem zu lauschen, nur war es wieder das üblich rassistische Gebaren Umbridges. Einzig und allein die Tatsache, dass Draco ihr ein paar falsche Tatsachen unter die Nase rieb, was Harry und seine Aktionen anging, ließ sie kurz schmunzeln, bevor sie auftauchte.
Ihr Blick fiel sofort auf den Blonden, der noch immer im Sessel versunken war und angestrengt vor sich hin starrte. Das Hermione wieder richtig bei ihm war, hatte er noch gar nicht bemerkt. Erst als sie zu ihm stolperte und ihn bei der Hand ergriff, sah er auf. Fragend.
„Ich glaub, ich hab den Grund gerade gefunden!“, überschlug sich Hermione halb. „Echt?“ Draco war überrascht. Hermione nickte.
„Und was?“ „Sommer ‘93. Lake Vyrnwy. Die Dunhill Stiftung. Die Explosion bei dieser Tagung, die. . . Das war kein Unfall. Umbridge und dein Vater. . .“ „Erzeuger“, knurrte Draco ihr dazwischen, was sie überging.
„Sie waren für diesen Unfall verantwortlich. Wie konntest du das vergessen?!“, schimpfte sie leicht mit ihm. Draco stöhnte.
„Merlin, Hermione. . . Erstens ist das schon wieder drei Jahre her, zweitens hat mich die Alte mit allem möglichen zugeschwafelt und drittens hatte ich echt andere Probleme. Lucius’ Pläne mit dem Ministerium. Schon vergessen? Mir ging es darum, herauszufinden, was er vorhat, damit ich es euch irgendwie unter die Nase reiben kann. Was genau hat sie denn jetzt gesagt? Ich kann mich da wirklich nur grob dran erinnern und. . .“ „Sieh’s dir an!“, zog sie ihn hoch und zum Denkarium, um sich die Sache mit ihm nochmal anzuhören.
Hermione war dabei richtig hibbelig und nahm beim zweiten Mal jede noch so kleine Information wie ein Schwamm auf, während Draco ruhig lauschte und Umbridge dabei genau beobachtete.
Jetzt, wo er alles nochmal hörte, wurden seine Erinnerungen auch wieder lebendiger. Genauso die Erläuterungen von Lucius, als er ‘93 von der Tagung zurückgekommen war.
Spöttisch, aufgrund der Vorkommnisse, denen er letztlich eine Klage nach der anderen hinterhergeschoben hatte, um das Grundstück am See für einen Spottpreis zu bekommen. Warum er dieses Grundstück hatte haben wollen, hatte Draco erst später mitbekommen, denn auf dem Grund des Sees, der um 1880 durch eine Staumauer der Muggle entstanden war, verbarg sich ein versunkenes Dorf. Und dieses verbarg wiederum gewisse Schätze, denn das Dorf war Ende des 13 Jhd. keines der Muggle, sondern ein Magisches.
Die Bewohner hatten es infolge der erstarkten Hexenjagd und Kreuzzüge der Templer mehr oder weniger über Nacht aufgegeben und verlassen. Dass auf dem Grund des Sees dann tatsächlich etwas zu holen war, und das nicht wenig, hatte sich kaum ein halbes Jahr später bewiesen.
So ungern Draco es auch zugab, aber Lucius war stets gründlich in seinen Nachforschungen gewesen und hatte immer nur in Bereichen investiert, wo er mindestens das Fünffache hatte herausholen können.
Neben einigen Kunstgegenständen, die man etwas hatte restaurieren müssen, hatte sich auch eine beachtliche Summe an Gold gefunden und nicht zuletzt, worauf Lucius es wohl wirklich abgesehen hatte, starke, alte, magische Artefakte, an denen er geforscht hatte. Was dabei herausgekommen war, wusste Draco bis heute nicht. Aber es konnte kaum etwas Gutes sein.
Ein schrilles Quieken riss ihn schließlich ganz aus seinen Gedanken und er sah wieder zu Umbridge, die mit ihrem Zauberstab gerade die kleine Maus traktierte und weiter erzählte. Als sie das tat, runzelte Draco mit der Stirn, denn irgendwie. . .
„Was ist?“, fragte Hermione, als er näher auf die Erscheinung der rosa Kröte zutrat und ihren Zauberstab genauer inspizierte. Er war so klein, kurz und knubbelig, wie die rosa lackierten Wurstfinger dieser Frau, die durch ihre kitschigen Ringe schon eingeschnitten wurden.
Als sie ihren Stab wieder wegsteckte, sah Draco ihr ins Gesicht, während sich eine Steilfalte auf seiner Stirn bildete. Schließlich schaute er zu Hermione, die ihn verwundert musterte.
„Lass uns im Anschluss nochmal die Erinnerung von Aberforth ansehen.“ „Ist dir was aufgefallen?“ „Vielleicht“, murmelte Draco und sah nochmal auf Umbridge, die noch immer redete, letztlich aber verstummte, sodass er mit Hermione nur noch den verbliebenen drei Erinnerungsmomenten lauschte, wobei er Umbridge, als sie erneut am Fenster stand, genauer taxierte. Hauptsächlich die Spiegelung, bis er mit Hermione wieder auftauchte, die ihn noch immer fragend ansah, als er die Erinnerungen tauschte.
„Wenn die Gestalt an Madam Rosmertas Tür steht, konzentrier dich mal auf die Glasfront der Tür. Ich würde meinen, da hat sich etwas im Licht gespiegelt.“ „Du denkst, man könnte ihr Gesicht. . .“, machte Hermione große Augen. Er nickte.
„Etwas vielleicht. Es war ja nur kurz, bis Madam Rosmerta die Tür geöffnet hat. Leider ist es auch ziemlich weit weg, aber in der aufgefrischten Version erkennt man zumindest eine Spiegelung. Genauso den Zauberstab“, erklärte Draco und sah Hermione kurz fragend, wartend auf ihre Meinung, an.
„Versuchen wir’s“, murmelte sie, nahm seine Hand und ließ sich mit ihm in die Erinnerung gleiten. Sie beobachteten in dieser alles genau, was am Haus von Madam Rosmerta vor sich ging. Und zu ihrer Überraschung, ließ sich im fahlen Licht des Mondes, tatsächlich etwas auf der dunklen Glasfassung erkennen, bis Madam Rosmerta das Licht hinter der Tür entfachte.
Leider waren die rundlichen Konturen undeutlich und verwaschen, was Hermione bereits fluchen ließ. Draco versank mit ihr dann aber noch ein zweites Mal in der Erinnerung. Diesmal konzentrierten sie sich mehr auf den Zauberstab, der im warmen Schein der Küche ganz gut ausgeleuchtet wurde und Draco letztlich ein diabolisches Grinsen auf die Lippen zauberte.
Der Zauberstab wirkte klein, kurz und knubbelig. Wie der von Umbridge. Darüber hinaus hatte an Zeige- und Mittelfinger der Gestalt, je ein ziemlich dicker Goldring gelegen, der kurz im Licht gefunkelt hatte. Noch ein Indiz mehr, was auf Umbridge deutete. Und mit ihrer kleinen Erläuterung, bezüglich des Unfalls, machte es noch mehr Sinn, was Hermione ihm freudig zu verstehen gab, als sie mit Draco wieder auftauchte.
„Wir sollten mal ganz dringend mit Tonks reden“, grinste Hermione und schickte ihren Otter los, um die Aurorin über ihre Entdeckung zu informieren.

۩ ۞ ۩


Tief in den abgelegenen Wäldern um die Region Northampton, ploppte es einmal in der Stille der Nacht, bevor diese wieder ausschließlich von den natürlichen Waldgeräuschen beherrscht wurde. In den Kronen der Tannen rief ein großer Uhu, der aufmerksam der hochgewachsenen, verhüllten Gestalt mit den Augen folgte.
Diese sah sich kurz um, bevor sie einen Stab zog und das Unterholz in ein kaltes, blau-weißes Licht tauchte. Dabei scheuchte sie ein paar der kleineren Waldbewohner auf, die zurück in das dunkle Geäst flüchteten.
Der magische Besucher ließ sich davon nicht stören, sondern suchte sich seinen Weg über den weichen Boden zu einem kleineren Felsmassiv. Vor diesem lief die Gestalt hin und her und ließ die langen, schlanken Finger über das Gestein wandern, bis sie ein kaum zu erkennendes, von Moos bedecktes Zeichen entdeckte. Eine Rune.
Zufrieden lächelnd strich er über die Stelle und trat schließlich ein paar Schritte zurück, bevor er verschiedene Zauber murmelte und diese auf die Rune wirkte. Als er das tat, hörte man nach und nach ein Knacken und Klicken, was an Schlösser erinnerte, die sich entriegelten.
In Wirklichkeit waren es Banne, die über der Rune lagen, und nun einer nach dem anderen verschwand. Mit dem letzten leuchtete die Rune kurz auf, bevor das Felsmassiv etwas auseinander glitt und einen kleinen Hohlraum freigab. In diesem befand sich, unberührt, noch immer in ein Leinentuch eingeschlagen, gut verwahrt, die Schatulle, die die Gestalt kurz nach der Auferstehung des Dunklen Lords hier versteckt hatte. Weit weg vom Ministerium und anderen gierigen Fingern.
Er nahm sie an sich und verschloss das Felsmassiv wieder, sodass es so aussah wie zuvor. Mit dem Unterschied, dass nun auch die Rune verschwunden war.
Kurz darauf verschwand die Erscheinung in einem Plopp, bevor sie nur einen Herzschlag später in einem kleinen Waldstück von Cornwell wieder auftauchte. Auch hier suchte er nach einer ganz bestimmten Stelle, die für niemanden mehr sichtbar sein sollte. Was genau es war, wusste er nicht, da er die Banne hier nicht selbst gesprochen hatte.
Dass er dem aber recht Nahe war, konnte sie spüren, sodass die Schattengestalt willkürlich ein paar einfache Angriffszauber freisetzte, die irgendwann gegen eine unsichtbare Barriere trafen. Als das der Fall war, begann er zu grinsen und machte sich schließlich daran, die Zauber zu lösen.
Diese waren recht armselig, aber etwas anderes war kaum zu erwarten. Die Banne dienten letztlich auch nur dazu, den Schlüssel zu der Schatulle zu verbergen. Vor Mensch und Tier.
Nach weniger als fünf Minuten hatte die Gestalt die Banne gelöst und blickte nun auf einen hohen Baum, der eine kränkliche Aushöhlung hatte, die hoffentlich den Schlüssel verbarg.
Mit einem Schlenker seines Stabs, flog das kleine Schmuckstück aus Gold zu seinem eigentlichen Besitzer. Dieser nahm ihn zufrieden an sich und betrachtete den Schlüssel, der ihn ein gutes Stück näher ans Ziel brachte.
Wenn der alte Borgin gewusst hätte, was dieser einfache Schlüssel aufschließen konnte, wäre er den Anweisungen sicherlich nicht so ohne weiteres nachgekommen. Allerdings war die Geschichte auch gut, die er ihm damals aufgetischt hatte, damit Borgin den mit Edelsteinen besetzten Schlüssel zeitweise in Gewahrsam nahm.
Zwei der Smaragde und ein Rubin fehlten zwar, aber das war egal. Der Inhalt der Schatulle war weitaus wertvoller, dem sich die Gestalt nun auch näher widmen würde.

۩ ۞ ۩


9000 Galleonen. 9000! Dolores konnte noch immer nicht fassen, dass sie tatsächlich einen derartig hohen Teil ihres Vermögens in das Verlies von Borgin transferiert hatte. Für lächerliche 10 Gramm Nundulungenpulver! Zwar hatten sie anfangs nur von 5 Gramm gesprochen, aber das erschien ihr letztlich zu wenig, wollte sie nicht nur Malfoy mit einem Schlag aus dem Weg räumen, sondern auch das Schlammblut.
Den Brief entsprechend zu präparieren, sodass er explodierte und das Pulver sich um ihn herum verteilte, war nicht das Problem. Sie würde ihn so abschicken, dass er ihn am besten während des Frühstücks erhielt. Zu dieser Zeit standen ihre Chancen mehr als gut, dass es nicht nur den Bengel erwischte, sondern auch den Rest der verlausten Bande. Vielleicht auch noch McGonagall. Das wäre ihr noch eine zusätzliche Freude, so respektlos, wie die alte Gryffindor Hexe ihr begegnet war. Aber das war ohnehin typisch. Schließlich hatte sie dem senilen, alten Dumbledore den Rücken gestärkt.
Sie hoffte jetzt nur, dass Borgin das Zeug so schnell wie möglich beschaffen konnte. Jeder weitere Tag barg ein unkalkulierbares Risiko in sich. Merlin, sie hätte wirklich schon viel früher auf solche Mittel zurückgreifen müssen, aber sie hatte die Angelegenheit unauffällig klären und wie einen Unfall darstellen wollen. Hätte sie geahnt, dass sie nur von Stümpern umgeben ist, hätte sie die Sache gleich selbst in die Hand genommen. Aber so war es ja schon immer. Wollte man etwas richtig gemacht haben, musste man selbst ran!
Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie ihre Assistentin noch nicht einmal bemerkte, die bereits zweimal an der Tür geklopft hatte und diese nun etwas unsicher öffnete. Als das der Fall war, blickte Dolores missbilligend auf. Sie hasste es, wenn man sie störte.
„Was gibt es?“, fragte sie kalt und ließ Ludmilla nähertreten. „Es kam gerade ein Schreiben vom Hohen Rat“, erklärte sie knapp und reichte Dolores den Brief, den sie sich mit einem leicht flauen Gefühl nahm.
Musste sie sich Sorgen machen? Hatten sie etwas herausgefunden? Wenn ja, würden aber vermutlich die Auroren vor ihrem Büro stehen.
Was sollte jetzt aber dieser Brief? Allen voran, da er mit Dringlich versehen war? Was konnte so dringend sein, dass es nicht vielleicht bis morgen warten konnte, zumal es auch schon nach 17 Uhr war? Für gewöhnlich kam da keine Post mehr. Erst recht nicht vom Hohen Rat!
Zögerlich öffnete sie den Brief, mit allem rechnend, da sie mit ihren letzten Anträgen, bezüglich Malfoy, bereits harsch abgeblitzt war. Umso mehr überraschte es sie zu lesen, dass es wohl neue Erkenntnisse in Sachen Malfoy gab, die die bisherige Situation entscheidend ändern würden. Es wären neue, äußerst relevante Beweise aufgetaucht, die man umgehend besprechen wollte. Den Jungen hätte man auch schon ins Ministerium bestellt. War das zu fassen? Nun sollte ihr noch einer sagen, sie kam doch noch in den Genuss, dem kleinen Malfoy selbst das Genick zu brechen?
Beschwingt und zugleich verärgert über diese Neuigkeit, die ruhig vor ihrem Besuch bei Borgin hätte kommen können, warf sie sich ihre formelle Robe über und machte sich auf den Weg zum Saal, um die Sache in trockene Tücher zu bringen, bevor ihr das Schlammblut noch einmal dazwischen pfuschte.
Mit Sicherheit würde sie erneut alles daran setzen, der kleinen Kröte den Hals aus der Schlinge zu ziehen. Und dafür würde sie auch noch bluten. Das Pulver könnte sie letztlich, wenn Malfoy aus dem Weg war, auch noch für diese Missgeburt verwenden. Mit viel Glück erwischte es sogar noch Potter. Für den Moment hieß es aber vorrangig, Malfoy beiseitezuschaffen.
Schließlich erreichte sie den entsprechenden Saal, an dessen Pforte zwei hochgewachsene, kräftige Auroren verweilten und recht dunkel dreinblickten. Hinter sich gewahrte Dolores noch zwei weitere Auroren, die ihr in den Saal folgten und diesen abriegelten. Das eine Paar bezog an der linken Seite Stellung, dass andere an der Rechten.
Neben den Vier Auroren und einem Großteil des Rates, der unter anderem aus den Geschwistern Margret und Marvin, sowie Tiberius, Griselda und noch 20 weiteren Mitgliedern bestand, war auch Justus Meadow anwesend, der den Vorsitz leitete und damit die Urteile sprach. Hier schien also wirklich etwas heiß am Kochen zu sein.
In der Mitte des Raumes, auf dem Vernehmungsstuhl, entdeckte sie, etwas in sich zusammengesunken und apathisch, Malfoy. Links von ihm, hinter der dunklen Marmorbalustrade, hockte zudem der Werwolf Lupin mit seiner verrückten und nervigen Frau, die ihr einen funkelnden Blick zuwarf, der alles sagte.
Vermutlich wollten sie Malfoy doch noch irgendwie den Hals aus der Schlinge ziehen. Aber wenn die Beweislast so groß war, dass sie von jetzt auf gleich eine Verhandlung aufsetzten, würde es ihnen nicht gelingen. Da könnte und würde nicht einmal mehr das Schlammblut Malfoy helfen können, die zudem auch nicht hier zu sein schien, was auch ganz gut war.
Wen Dolores überraschenderweise allerdings noch im Hintergrund entdeckte, war Shacklebolt. Aber auch er würde Malfoy letztlich nicht helfen können, wollte er seinen Sitz nicht verlieren. Das würde ihr zwar sehr gelegen kommen, aber das ließ sich mit etwas Zeit auch anders bewerkstelligen.
„Mrs. Umbridge. Schön, dass Sie unserer Vorladung gefolgt sind“, begann Justus. „Nun, wenn es darum geht, der Gerechtigkeit Genüge zu tun, gibt es keinen Feierabend.“ „Da sind wir ja einer Meinung. Setzen Sie sich“, wies Justus ihr auf die rechte Seite, hinter deren Balustrade sie Platz nahm, während der Vorsitzende seine Unterlagen kurz durchsah. Im Anschluss blickte er auf den Blonden.
„Wie vor ein paar Minuten bereits angesprochen, wollen wir die umfangreichen Fakten und Beweise besprechen und auswerten, die uns in den vergangenen Wochen, aber auch den letzten Tagen, erreicht haben. Sie werden sich auch noch einmal zu den genannten Punkten äußern?“, sah Justus streng zu der Schlange, die knapp nickte.
„Gut. Dann möchte ich die Anhörung beginnen. Es geht um vorsätzlichen Mord, mehrfach versuchter Mord, Anstiftung zum Mord, bewusste Beihilfe zum Massenmord, schwere Körperverletzung, manipulatives Verhalten gegen Dritte, Anwendung der Unverzeihlichen auf verschiedenen Ebenen, direkte Zusammenarbeit mit dem Verbund der Death Eater. . .“ Endlich, endlich, dachte Dolores euphorisch, als Justus einen Punkt nach dem anderen vortrug. Und die Liste wurde noch länger.
Diesmal war Malfoy geliefert. Er würde diesen Raum nicht mehr als freier Mensch verlassen und darüber hinaus in den nächsten Tagen Azkaban auch nicht mehr lebendig. Dafür würde sie diesmal höchstpersönlich sorgen, bevor ihr das Schlammblut nochmal einen Keil zwischen die Beine warf. Sie würde. . .
„Argh. . .“, entwich ihr plötzlich ein keuchendes Zischen. „Ja?“, erkundigte sich Justus und sah streng zu Dolores, die sich kurz verwirrt umsah, aufgrund des tiefen Stechens, was ihr kurz durch den Kopf gegangen war. Doch da war nichts. Am Ende räusperte sie sich.
„Ich . . . ähm. Nichts, alles in Ordnung. Nur ein wenig Kopfschmerzen“, führte sie entschuldigend an. „Es wird nicht lange dauern“, versicherte Justus ihr und fuhr in seinen Ausführungen fort. Dolores lehnte sich derweil zurück und rieb massierend mit der Hand über ihre Schläfe.
Vermutlich war sie überarbeitet. Aber wen wunderte es, bei dem Stress, den ihr der kleine Bastard in den vergangenen Wochen und Monaten schon bereitet hatte? Sie. . .
„. . . wollen Sie denn hier?“, echote es ihr dumpf in den Ohren nach, worauf ihr Kopf hoch ruckte und sie sich verwirrt umsah. „Bitte?“, richtete sie sich an den Rat, der ihr seinerseits einen verwunderten Blick zukommen ließ.
„Möchten Sie etwas sagen, Mrs. Umbridge?“ „Was? Nein, ich dachte, Sie hätten. . . Nicht so wichtig. Entschuldigen Sie, verehrter Vorsitzender“, meinte sie peinlich lächelnd, lehnte sich erneut zurück und schloss kurz die Augen.
Sie war einfach überreizt. Nichtsdestotrotz nahm das Dröhnen hinter ihrer Stirn noch ein wenig zu, was im Folgenden ein leichtes Schwindelgefühl hervorrief.
Als sie die Augen wieder öffnete, griff sie nach dem Wasserglas, das sie rasch leerte, um ihrer Sinne wieder richtig Herr zu werden. Das fehlte ihr jetzt noch, dass die Sache mit Malfoy abgebrochen wurde, nur weil ihr Kreislauf sie ein wenig im Stich ließ. Wenn das alles vorbei war, würde sie sich vielleicht ein paar Tage Urlaub gönnen. Sie würde. . .
„. . . brauche Geld!“ „. . . sprechen von Mord?“ „. . . mir drohen?“ „. . . kleine Gefälligkeit“, echoten ihr plötzlich unkontrolliert Wortfetzen durch den Geist, was sie aufs Neue hochfahren ließ. Das bildete sie sich doch nicht nur ein, oder?
Nervös fiel ihr Blick auf Margret, doch die Rätin schenkte ihr keinerlei Beachtung. Stattdessen sprach sie kurz mit ihrem Bruder, der knapp nickte, bevor sie den Ausführungen von Justus weiter lauschten. Irgendwie verschwammen die Worte des Vorsitzenden für sie aber ein wenig. Stattdessen meinte sie, erneut etwas zu hören, was nicht da war.
„. . . Listen werden dabei helfen. . .“ „. . . beseitigen. . .“ „. . . widerlichen Schlammblüter. . .“ „. . . Vormarsch. . .“ „. . . sabotieren. . .“ „. . . angenehme Geschäfte. . .“ Immer mehr Wortfetzen huschten durch ihren Geist, die sie jedoch nicht greifen konnte. Hinzu kam ein langsam stärker werdender Druck, der neben den Lauten auch Bildfetzen durch ihr Bewusstsein trug.
Diese wurden mehr und rauschten wie ein Zug durch ihre Gedanken, was es ihr unmöglich machte, etwas davon zu erfassen. Stattdessen bekam sie verstärkt Herzrasen und brach schließlich in Schweiß aus.
Ihr Blick fiel gehetzt auf die anwesenden Mitglieder, doch wie schon zuvor, beachtete sie niemand. Das Geschwisterpaar unterhielt sich angeregt, unter anderem auch mit Shacklebolt, der zustimmend nickte und. . .
„Möchten Sie noch etwas zu den Anklagepunkten sagen, Mrs. Umbridge?“ „Wie?“, sah sie irritiert zu Justus, bevor sie sich fing und mit dem Kopf schüttelte.
„Nein, nein. Nur, dass ich hoffe, dass diesmal die Gerechtigkeit siegt und diesem Verbrecher nicht wieder durch die Vorspiegelung von Lügen und falschen Tatsachen, der Kopf aus der Schlinge gezogen wird“, sah sie verächtlich auf die Schlange, die sich noch immer nicht rührte, gleich so, als ginge ihn all das nichts an. Vielleicht hatte man ihn auch ruhig gestellt. Aber das konnte ihr nur Recht sein.
„Dem wird nicht so sein, seien Sie versichert, Mrs. Umbridge“, begann Margret süffisant und taxierte sie gefährlich, dem Dolores sofort auswich.
„Zumal die Beweislast inzwischen erdrückend ist.“ „Dem stimme ich zu“, erwiderte Dolores und sah verzückt lächelnd auf die Schlange, die Justus nun wieder in Augenschein nahm.
„Wie uns erst kürzlich zugetragen wurde, sind Sie über ein paar der Anklagepunkte etwas genauer im Bilde. Insbesondere über das Attentat, das mitunter der Auslöser für nachfolgende Bluttaten war und somit deutlich die Skrupellosigkeit der Täter zeigt?“ Daraufhin nickte der Blonde, während Dolores ein wenig die Augenbrauen kräuselte, da sie dem nicht ganz folgen konnte.
„Verehrter Rat, dürfte ich fragen, um was für ein Attentat genau es geht? Zwar spielt es bei diesem Verbrecher keine Rolle, was noch zu seinen bereits bestehenden Schandtaten hinzukommt, dennoch würde ich mir gerne einen Überblick verschaffen. Ihrer Vorladung lagen leider keine genauen Notizen bei, was sicher der Eile geschuldet war“, lächelte Umbridge entschuldigend. Tiberius sah dann auch gleich zu ihr. Lächelnd, was sie aufs Neue irritierte.
„In einem Punkt möchte ich Ihnen schon einmal zustimmen. Es spielt in der Tat keine Rolle, um was genau es sich handelt, da die Liste an Straftaten lang und grausam genug ist. Dennoch möchte ich Sie erleuchten. Wir sprechen hier von dem Anschlag ‘93 am Lake Vyrnwy. Genauer gesagt, Samstag den 14. 08. 1993, an dem die Dunhill-Stiftung ihre Tagung hatte.“ Auf den Wink wurde Dolores unweigerlich blass um die Nase und begann zu zittern, bevor ihr Blick verstört auf den Blonden fiel. Dieser starrte noch immer auf einen Punkt hinter den Ratsmitgliedern. Auf seine Lippen stahl sich dann aber ein boshaftes Grinsen, was ihr klarmachte, dass die kleine Made irgendwas verraten hatte.
„En-Entschuldigen Sie, verehrter Rat, aber i-ich kann Ihnen gerade nicht ganz folgen“, stammelte sie und versuchte, sich zu sammeln. Selbst wenn Malfoy etwas in der Richtung gesagt hatte, stand es zum einen Aussage gegen Aussage und zum anderen fehlten ihm Beweise. Diese hatte sie zeitnah vernichtet.
„Sollte das nicht offensichtlich sein?“, merkte Margret kühl an. „Sie haben am Nachmittag des 6. 10. 1995, als Sie Ihren Ausbildungserlass Nr. 24 verabschiedet haben, Mr. Malfoy selbst davon berichtet, dass Sie an den Explosionen am Lake Vyrnwy beteiligt und diese teils initiiert haben.“ „Humbug!“, widersprach Umbridge dem harsch.
„Ich habe keine Ahnung, wie Mr. Malfoy dazu kommt, Derartiges zu behaupten und mir zu unterstellen! Noch weniger verstehe ich, warum der ehrenwerte Rat dem Wort eines verlogenen Death Eaters tatsächlich Glauben schenkt?!“, brauste Umbridge auf und stand damit. Ihre Gedanken jagten sich inzwischen gegenseitig, als ihr allmählich klar wurde, dass es hier offensichtlich nicht um Malfoy ging, sondern um sie! Und es wurde noch schlimmer.
„Das tun wir nicht“, beruhigte Margret Umbridge süffisant, bevor sie noch meinte: „Wir glauben dem Wort und den Erinnerungen eines 15-Jährigen, dem Sie noch ganz andere Dinge erzählt haben. Unter anderem, wie man sich wohl einiger lästiger Kollegen entledigt? Mrs. Jenkwitz, Mr. Bower und Mr. Renner, um nur drei zu nennen, die aufgrund Ihrer Behandlung dauerhafte, körperliche Schäden davongetragen haben. Mit den Herrschaften haben wir uns bereits unterhalten. Darüber hinaus sprechen wir hier von noch weitaus skrupelloseren Vergehen, wie die bewusste Beihilfe zum Mord an unzähligen, unschuldigen Kindern und deren Familien! Wie uns bekannt wurde, haben Sie, als Leiterin der Registrierungskommission für Mugglestämmige, den Death Eatern bewusst Listen weitergereicht, auf denen verzeichnet war, in was für Mugglehaushalten es zur Zauberei Minderjähriger kam. Diese Listen haben Sie unter anderem Augustus Rookwood und Cylar Selwyn ausgehändigt. Beides bekannte Death Eater! Sie. . .“ „Ich . . . ich wurde dazu gezwungen!“, fiel Umbridge Margret panisch, wie auch bleich ins Wort, die sie kurz darauf mit ihren Bernsteinaugen beinahe verbrannte, als sich ihre Blicke kreuzten. Dolores merkte es erst, als es zu spät war, doch damit schlug sich die Rätin für einen kurzen Moment eine Schneise in ihren Geist und sah alles, was sie nie sehen sollte.
„So? Dann hat man Sie wohl auch gezwungen, Dementoren, im Sommer ‘95, nach Little Whinging auszuschicken, um Harry Potter anzugreifen? Genauso, wie Sie vom Ministerium gezwungen wurden, im weiteren Verlauf dieses Schuljahres die Schüler mit bestialischen Strafen zu quälen, um nicht zu sagen, zu foltern, an ihnen Veritaserum anzuwenden und Mr. Potter mit dem Cruciatus zu drohen?“ „Ich . . . ich. . .“, stammelte Dolores leichenblass, deren Geist noch immer wie gelähmt war, sodass Margret ungehindert weiter machte.
„Verglichen, mit all Ihren folgenden Gräueltaten, ist das noch der kleinste Anklagepunkt! Wie uns im Verlauf der Ermittlungen noch bekannt wurde, hat Aberforth Dumbledore Sie ein paar Tage vor dem tragischen Tod Rosmertas und versuchten Giftanschlag auf Miss Granger und Mr. Malfoy spät in der Nacht am Haus der Wirtin gesehen. Aus seiner Erinnerung ließ sich deutlich erkennen, dass es Ihr Zauberstab war, mit dem Madam Rosmerta bedroht und im Anschluss wohl auch mit dem Imperius belegt worden ist. Für uns liegt daher der Verdacht nahe, dass Sie der Wirtin aufgetragen haben, sich selbst zu vergiften, nachdem sie Miss Granger und Mr. Malfoy die vergifteten Getränke gereicht hat. Warum Sie das getan haben, steht für uns inzwischen ebenso außer Frage. Sie wollten nur zu offensichtlich verhindern, dass Draco Malfoy den Anschlag am Lake Vyrnwy als solchen preisgibt, der durch Sie und Lucius Malfoy initiiert wurde. Und dafür war und ist Ihnen offensichtlich jedes Mittel recht!“, zischte Margret. Im nächsten Moment fuhr ihr Bruder Marvin fort.
„Nicht nur, dass Sie Personen magisch manipuliert haben, damit sie zu Mr. Malfoys Verhandlung falsch aussagen, um den jungen Mann offensichtlich zum Schweigen zu bringen. . . Sie haben unter anderem Mr. Smith auch später noch beeinflusst und ihm einsuggeriert, Mr. Malfoy zu schaden. Dumm nur, dass Sie dabei von anderen Hogwartsschülern im Café des Prancing Unicorn gesehen und gehört wurden. Um die Sache zu einem Ende und dem aktuellen Punkt zu führen. . . Sie wurden erst vor zwei Tagen in der Nacht, in der Knockturn Alley gesehen. Genauer gesagt, wie Sie bei Borgin & Burke’s im Innern verschwanden. Heute Morgen hatten wir dann das Glück, Mr. Borgin aufzugreifen, der äußerst redselig war, als wir ihn darauf angesprochen haben. Er hat uns geschildert, dass Sie Nundulungenpulver bei ihm geordert haben. Und zwar in entsprechender Menge. Dieses Pulver ist hochgradig tödlich und illegal! Was sie damit vorhatten, kann ich nur vermuten, aber ich denke, ich liege richtig damit, dass Sie es über einen Brief nach Hogwarts einschleusen wollten. Und diesen Brief sollte vermutlich Mr. Malfoy erhalten. Ist es nicht so?“, bohrte Marvin, bekam allerdings keine Antwort. Dolores hatte gerade einen kompletten Aussetzer und starrte aus tellergroßen Augen ins Nichts.
Sie sah weder Tonks und Remus, die ihr gegenübersaßen und sie mit einer unvergleichlichen Genugtuung ansahen, was sich bei Tonks dadurch zum Ausdruck brachte, dass sie ein beinahe sadistisches Grinsen auf den Zügen hatte. Auch hörte sie nicht mehr, wie Margret die umstehenden Auroren mit einem „Festnehmen!“, dazu anhielt, sie in Gewahrsam zu nehmen.
Stattdessen sah sie, wie ihr schönes Kartenhaus zusammenbrach. Und das einzig und allein, da die mittelste Karte aus der untersten Reihe herausgezogen worden war. Es war die Karte, die sie dem kleinen Malfoy unwissentlich vor über drei Jahren zugespielt hatte. Er hatte sie letztlich tatsächlich gegen sie verwendet.
All ihre Bemühungen ihn loszuwerden waren umsonst. All das Geld und die Nerven, die sie in der Sache bereits verloren hatte, waren für die Katz. Mehr noch, denn damit wurde auch alles zu Asche, was sie bisher erreicht hatte. Er hatte ihre Karriere und damit ihr Leben niedergebrannt, wie ein Drache die Wälder Rumäniens. Ein Drache. Genau das war er.
„Blutsverräterischer Abschaum!“, spie sie daraufhin unkontrolliert in ihrem Wahn. Sie zückte ihren Stab, noch bevor irgendjemand im Saal darauf reagieren oder sie festhalten konnte und spuckte „Avada Kedavra!“ in die Richtung des Blonden.
Nur einen Herzschlag später surrte der Lichtstrahl auf ihn zu und hüllte den Slytherin kurz gänzlich ein, ehe der Schein verlosch und die Gestalt auf dem Stuhl etwas in sich zusammenrutschte.
Noch als das der Fall war, prasselten mehrere Zauber auf sie selbst nieder. Unter anderem entriss ihr ein Expelliarmus den Zauberstab, bevor ein Stupefy sie hart vor die Brust und ein anderes am Kopf traf.
Doch das war ihr gleich. Sie war durch das Geständnis Malfoys ohnehin dem Untergang geweiht. Das Einzige, was sie jetzt noch wollte, war ihn mit in die Hölle zu reißen, die wie ein zähflüssiges Sekret ihr Bewusstsein erstickte.
Sie erkannte nur noch aus den Augenwinkeln, dass das Vorzeige-Gryffindor-Schlammblut panisch aus einer der Seitennischen stürzte und nach der Schlange rief.
Sie war also doch hier! Und sie war nicht allein, denn neben ihr manifestierte sich aus dem Nichts noch eine weitere Gestalt.

۩ ۞ ۩


Irgendetwas war im Busch, dessen war sich Pansy sicher. Es hatte sie ja schon verwundert, dass McGonagall mit dem Verräter und seinem Schlammblut kurz nach dem Mittagessen verschwunden war. Anfangs hatte sie sich nichts dabei gedacht, was sich ein wenig geändert hatte, als die Beiden nicht zum Unterricht erschienen waren.
Skurriler war es dann nur noch geworden, als McGonagall in ihrer Klasse aufgetaucht war und zudem noch Potter geholt hatte. Seither waren die Drei nicht wieder aufgetaucht. Und so wie sie das mitbekommen hatte, schienen Zabini und der Rest auch keine Ahnung zu haben, was hier vor sich ging.
Der Haufen hatte sich nach der letzten Stunde dann auch geschlossen in den dritten Stock begeben, dem sie unauffällig gefolgt war. Pansy hatte ursprünglich angenommen, dass sie vielleicht in den Turm der Löwen wollten, dann aber nicht schlecht gestaunt, als sie einen ihr bisher unbekannten Raum angesteuert hatten.
Dieser hatte sich als eine Art Salon entpuppt, mit reichlich Sitzgelegenheiten, ein paar Schachtischen, Bücherregalen, zwei Kaminen, die den großen Raum mit einer angenehmen Wärme ausfüllten und einer kleinen Patisserie Ecke, konnte man schon fast sagen.
In diesem hielt sich nicht nur der verräterische Haufen um Zabini auf, sondern auch noch andere Löwen, Schlangen, Raben und Dachse, die sich unterhielten oder Spiele spielten. Dabei fiel ihr vornehmlich der Löwe Thomas auf, der an einem klobigen, viereckigen Tisch stand, an dem irgendwelche Spieße herausragten, an denen er wild drehte. Ihm gegenüber stand Nott und tat es ihm gleich. Kurz darauf knallte irgendetwas und Thomas riss begeistert lachend die Hände in die Luft.
„Mein Spiel!“, meinte er noch zu Theo, der mit den Zähnen mahlte, bevor er brummte: „Ich will ‘ne Revanche!“ „Kannst du haben. Vielleicht hilft Sally dir ja?“, meinte Dean gewitzt und sah zu der Blonden, die lächelnd neben Theo trat.
Pansy konnte daraufhin nur mit dem Kopf schütteln. Komplett übergeschnappt. Alle! Tracey hockte auch noch dort in der Ecke und beobachtete, was auch immer, interessiert. Pansy ließ sie allerdings links liegen und konzentrierte sich wieder mehr auf ihre eigentliche Zielgruppe, die geschlossen am Kamin saß.
Man schenkte ihr, wie schon gestern, keine Beachtung, wenngleich das kleine Wiesel kurz den Blick hob und böse in ihre Richtung schaute, bevor sie sich wieder auf den Rest konzentrierte. Pansy ignorierte es und trat in die kleine Teeküche. Dort verbargen sich hinter einer Vitrine und unter einigen Glasclochen noch diverse Leckereien.
Pansy nahm sich nur einen Tee, bevor sie sich in der Nähe der Freunde niederließ. Allein dieses Wort zu denken, erzeugte bereits einen gewissen Ekel und Brechreiz in ihr. Merlin, da kam noch reichlich was auf sie zu, wenn sie das durchziehen wollte. Im Moment sah es ja noch etwas duster für sie aus.
Neben dem vielleicht noch vorhandenen Verstand von Nott und Davis, der ihnen offensichtlich schon abhanden gekommen war, hatte sie ja auch ein wenig auf Daphne gesetzt. Dass sie vielleicht zu ihr kam oder ihr ein Gespräch anbot, so wie sie es in ihrem heuchlerischen Brief geschrieben hatte. Doch was war? Nichts! Garantiert hatte Harper da noch seine Pfoten im Spiel. Sicher hatte er sie geimpft, ja nicht mit ihr zu reden, von daher begnügte sie sich auch weiter mit dem Beobachten und Lauschen.
Letzteres gestaltete sich durch den Krach im Raum, der vornehmlich durch Thomas und Nott kam, eher schwierig. Zudem warf ihr das kleine, räudige Wiesel wieder so einen finsteren Blick zu, bevor sie nach ihrem Zauberstab griff. Nur einen Moment später hörte Pansy nicht einmal mehr Wortfetzen, sondern nur noch ein Rauschen.
Das kleine Miststück hatte also einen Zauber über ihre Ecke gelegt. Großartig! So viel zu der Lauschtaktik. Sie würde wohl oder übel doch zeitnah von sich aus zum Angriff übergehen müssen. Und das würde hässlich für sie werden, das war ihr bereits klar, denn nicht nur das Wiesel konnte böse gucken.
Tracey hatte ihr gestern, als sie in ihren Schlafsaal kam, einen ähnlich finsteren Blick zugeworfen, sodass sie es vorgezogen hatte, sich stillschweigend in ihr Kissen zu kuscheln. Daphne hatte sich wiederum nicht blicken lassen, sodass sie auch nicht mit ihr hatte sprechen können.
Es würde Pansy ja nicht wundern, wenn sie sich bei Harper aufgehalten hatte, mit dem sie ein kleines Liebesfest gefeiert hatte. Neben allem anderen, kotzte sie das gerade mit am meisten an. Dass sie hier allein war und von allen gehasst und ausgegrenzt wurde. Hätte sie nur mal fünf Minuten länger über die Folgen ihrer fixen Idee nachgedacht, anstatt sie sofort Lucius zu schreiben, wäre sie jetzt auch bei ihm.
Auf den Gedanken seufzte sie wehmütig und nippte etwas an ihrem Tee, bevor sie fürs Erste die Segel strich. Hier und Jetzt kam sie einfach nicht weiter. Allen voran, wenn die Meute geschlossen aufeinander hockte. Sie musste sie einzeln abgreifen. Angefangen mit Daphne. Ein passender Gedanke, wie sie das machen könnte, kam ihr recht schnell.
Damit stellte sie ihre Tasse ab und verließ mit einem deutlichen Seufzen und hängenden Schultern den Raum. Sich der halben dutzend Augenpaare bewusst, die einmal mehr an ihr klebten.

۩ ۞ ۩


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Harry Potter besitzt eine Geschichte und eine Seele, Pikachu und seine Pokémon-Kollegen sind nur Merchandise ohne Substanz.
Susanne Gaschke, Die Zeit