Was im Verborgenen liegt - Zwist
von Alex2303
Hallo ihr Lieben und weiter geht es.
Erstmal Danke, an pulsar, bloody_princess und dramaqueen für's Kommi schreiben. Ich werde versuchen, wieder etwas regelmäßiger zu posten, kann es aber nicht versprechen. Wie schon gesagt, das Real-Life ärgert mich massiv.
@dramaqueen: Es hat lange gedauert, aber ich hab leider andere blöde Sachen um die Ohren, die wichtiger sind. Darüber hinaus war ich mit dem Chap aber auch nie wirklich zufrieden, das kam dann noch dazu.
Unsere rosa Kröte hat Herzprobleme, weil sie so sehr durch Hermione, Draco, Harry und Co geärgert wurde. ;) Alles andere... Lass dich überraschen.
Zu Umbridges letzter Aktion bleibt nur zu sagen: Kurzschluss in der Dauerwelle. Sie hatte ja nichts mehr zu verlieren. Und wenn sie schon untergeht, dann doch bitte mit einem Knall! *hust*
Was die anderen Sachen angeht, ich verspreche auch weiter für Spannung und viele miese Cliffs zu sorgen.
Heute scheint mir der Server auch mal wieder wohlgesonnen zu sein. So lange es so bleibt, ist es gut, wenn nicht... Ihr wisst ja, wo ihr mich dann findet. :)
Und nun bin ich ruhig und wünsche allen, die hier noch dabei sind, viel Spaß.
Liebe Grüße,
*Nachteule* Alex
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„Es ist alles durch Auroren abgesichert? Was soll da schon passieren?! Ich mache mir völlig unnötig Sorgen?!“, fauchte Hermione aufgebracht in die Richtung von Margret und ihrem Bruder Marvin, denen sie gerade am liebsten die Augen ausgekratzt hätte für ihre dämliche Idee. Dummerweise wurde sie zurückgehalten.
„Sch“, vernahm sie beruhigend an ihrem Ohr, während sich starke Arme um sie legten und sie an eine warme Brust zogen, in der es ruhig pulsierte.
„Du kriegst Falten“, säuselte man ihr mit einem leicht neckischen Unterton zu, was sie im Augenblick nur noch mehr zur Weißglut trieb. Sie riss sich aus der Umarmung los, drehte sich um und schlug wie eine Furie auf ihr Gegenüber ein.
„Du hirnloser, verblödeter Troll! Ich hab dir gleich gesagt, dass diese Idee absolut bescheuert ist und die Alte am Ende durchdrehen wird! Aber du, du hättest dem sofort zugestimmt, ohne mal weiterzudenken. Merlin, Murphys Gesetz gibt es schließlich nicht grundlos! Ich kapier echt nicht, wie du es immer wieder hinkriegst, dein ach so schlaues Hirn derart auf Sparflamme zu drehen, dass du einem Flubberwurm Konkurrenz machen könntest!“ „Ey! Jetzt übertreibst du!“ „Ich übertreibe nicht, wenn, dann untertreib ich höchstens! Argh! Ich könnte dich. . .“ Der Rest ihrer Schimpfkanonade erstickte an ein paar warmen Lippen, die sich sanft aber doch bestimmt auf ihre legten, um sie zum Schweigen zu bringen. Ein Fehler.
Die Hexe machte sich nach dem ersten Überraschungsmoment sofort ruppig los, holte aus und ließ ihre Hand in einem saftigen Schlag auf seine Wange krachen. Dem lauten Klatsch folgten fünf Sekunden absoluter Stille, in der alle Anwesenden perplex auf die beiden jungen Leute starrten.
Hermione atmete hektisch und funkelte ihr Opfer, das sich fassungslos die Wange hielt, noch immer aufgebracht an. Das wilde Gefühlschaos schien sich mit dem Schlag aber komplett entladen zu haben, denn die fürchterliche Angst, und auch Wut, waren verschwunden. Stattdessen machte sich allmählich ein warmes Gefühl der Erleichterung in ihr breit, was sie dazu trieb, sich nun doch wieder in die Arme ihres Freundes zu werfen, an den sie sich verlangend schmiegte.
„Du bist und bleibst ein Idiot“, wisperte sie gegen seine Brust und drehte den Kopf schließlich so, dass sie mit einem Ohr das sanfte Bum-Bum aus seinem Innern vernahm. Nur wenig später fing er sich und legte ihr beruhigend die Arme um.
„Tut’s weh?“, schmunzelte Harry mitleidig, der hinter Hermione aus dem Seitenverschlag gekommen war. „Ich kann dir ja mal zeigen wie weh“, brummte Draco, auf dessen heller Haut sich Hermiones Handabdruck wie eine Verbrennung abzeichnete.
„Du wusstest, auf was du dich mit ihr einlässt“, grinste Harry frech, worauf Draco resigniert stöhnte: „Jaah“, ehe er wieder auf die Löwin blickte.
„Tut’s dir wenigstens leid?“, murrte er. Wie befürchtet, schüttelte die Hexe mit dem Kopf, bevor sie ihn angrinste, sich lang machte und zärtlich küsste. Draco brummte daraufhin halb gegen ihre Lippen: „Hast du dir gar nicht verdient.“ „Oh, ich wollte dir das eigentlich als Versöhnungsangebot unterbreiten, aber wenn du nicht willst. . .“, tat sie belanglos und befreite sich aus seinen Armen, um zu Harry zu gehen.
„Hiergeblieben!“, knurrte Draco und zog sie am Handgelenk wieder zu sich, sodass sie etwas ungelenk gegen ihn stieß, bevor er sie aufs Neue ganz fest in die Arme schloss. Es ließ sie lächeln, was noch mehr wurde, als er kleinlaut murmelte: „Ich nehm es an.“
„Was werdet ihr jetzt mit der machen?“, richtete sich Harry an Remus und deutete mit dem Kopf halb auf Umbridge, die inzwischen zwei der Auroren richtig in Gewahrsam genommen hatten.
„Wir werden sie im Anschluss noch eingehend verhören. Wir müssen wirklich sicherstellen, dass es nicht noch eine zweite Person gibt, die anstelle Umbridges das Pulver entgegennimmt.“ „Sie hat trotz allem auch weiter einige Sympathisanten und Gleichgesinnte im Ministerium“, ergänzte Kingsley. Margret nickte.
„Darüber hinaus bleibt die Frage, wie tief sie ihre Wurzeln noch gegraben hat? Das kann ich allein unmöglich alles aus ihren Gedanken entnehmen, sodass wir da noch etwas intensiver nachhaken müssen.“ „Solange dieses Miststück nie wieder aus Azkaban rauskommt“, murmelte Hermione und machte sich von Draco los. Sie trat zu dem Stuhl, auf dem Umbridges vermeintliches Opfer noch immer etwas zusammengesunken saß.
Es gruselte sie ordentlich und sie verspürte in sich einen fürchterlichen Stich, als sie in die scheinbar leblosen Augen Dracos sah.
Am Ende strich sie der Puppe, der durch einen kleinen Illusionszauber von Remus künstlich Leben eingehaucht worden war, mit den Fingerspitzen über die Wange. Sie war kalt und hart, wie das bei Keramik üblich war und trotzdem. . .
„Sie wollen was?“, stutzte Draco, nach der Erklärung des Geschwisterpaars aus dem Hohen Rat und Kingsleys. Hermione zog ebenfalls skeptisch die Augenbrauen kraus.
„Ist das wirklich nötig? Ich mein. . . Es ist doch alles eindeutig!“, brauste die Gryffindor auf. Margret nickte. „Sicher. Nur würden wir dann wieder beginnen, mit zweierlei Maß zu messen, wenn wir das ganze ohne Anhörung abwickeln. Und das kann doch auch nicht in Ihrem Interesse sein, Miss Granger?“, maß sie die junge Hexe ein wenig streng, die jedoch empört schnaubte.
„Umbridge mag es nicht verdient haben, dass man ihr die Chance lässt, Rede und Antwort zu stehen, da ihr Ansinnen durch alles, was wir durch sie Beide nun noch erfahren haben, nur zu deutlich ist. Dennoch. Unsere Gesetze müssen für alle gelten. Zumal es da noch eine Sache gibt, die uns verunsichert“, sah Margret zu Draco, dem der drängende Bernsteinblick der Hexe Gänsehaut bereitete.
„Umbridge wurde vor zwei Tagen erst in der Nacht bei Borgin gesehen. Für uns wäre wichtig herauszufinden, was sie dort wollte? Wir dachten uns, dass Sie das während der Anhörung vielleicht unauffällig in Erfahrung bringen könnten?“ „Ich? Wie denn? Überhaupt, was hat Borgin jetzt mit allem zu tun?“ „Das ist die Frage“, stimmte Margrets Bruder Marvin mit in das Gespräch ein und zog damit die Konzentration von Hermione, Draco, Tonks und Minerva, in deren Büro sie sich befanden, auf sich.
„Nach dem Mord an Madam Rosmerta wurde Umbridge verstärkt durch den Rat beobachtet. Vorgestern war sie, wie gesagt, bei Borgin und hat sich eine Weile in seinen Räumlichkeiten aufgehalten. Was genau dort passiert ist, ließ sich leider nicht ergründen, zumal Borgin am nächsten Tag nicht mehr auffindbar war. Zudem ist sein Verlies bis zum letzten Knut leergeräumt, wie auch der Großteil seines Geschäfts. Irgendetwas ist da, und dem gilt es so schnell wie möglich auf den Grund zu gehen, bevor wieder etwas passiert.“ „Wir haben noch einiges an faulen Eiern im Ministerium, von denen ich mir bei Einigen ziemlich sicher bin, dass sie in die gleiche Richtung schießen, wie Umbridge. Bisher sind sie allerdings unauffällig, sodass ich sie nicht greifen kann“, mischte sich Kingsley mit ein. Margret nickte und fuhr fort.
„Was nicht so bleiben muss. Unter Umständen hat Umbridge noch den einen oder anderen potenziellen Mitläufer, der jetzt vielleicht zusammen mit Borgin agiert. Dass dieser Mann nicht mit ungefährlicher Ware handelt, wissen Sie ja“, schoss Margret ein wenig spitz in Dracos Richtung, der die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste und den Blick leicht senkte.
„Sie wird nicht zugeben, was sie vorhat. Mein Bruder und ich werden es bei einer offiziellen Anhörung, sowie danach, auch nicht vollständig aus ihr herausbekommen, da sie sich unserem Willen entziehen wird. Sie tut es jetzt ja schon unentwegt, indem sie unseren Blicken ausweicht. Und wenn sie dann noch konkret weiß, dass wir nach etwas Bestimmtem suchen, wird es nur noch schwerer für uns. Deswegen dachten wir, Sie könnten uns in dieser Angelegenheit mit Ihren Legilimentikfähigkeiten aushelfen“, schloss Margret ein wenig süßlich, zu der Draco verdattert sah.
„Mr. Shacklebolt war so nett, uns bei unserem gestrigen Gespräch über Ihre mentalen Künste in Kenntnis zu setzen“, ergänzte Margret, sodass Draco und Hermione zu dem Ex-Auror und Interims Minister schauten.
„Woher. . .“, brachte Draco nur heraus. Kingsley lächelte ein wenig entschuldigend. „Arizona. Du hast damals erwähnt, dass man dir diese Kunst und Okklumentik beigebracht hat. Was dann ja auch noch anderweitig äußerst nützlich war“, sah Kingsley lächelnd zu Hermione, deren Blick sich, ebenfalls mit einem kleinen Lächeln, bei Draco einfand, nach dessen Hand sie griff und sie sanft drückte. Dankbar.
„Genauso könnte es uns nun erneut dienlich sein. Umbridge wird nicht damit rechnen. Erst recht nicht, wenn wir sie am Anfang in dem Glauben lassen, die Anhörung wäre auf Sie gemünzt“, sah Margret wieder zu Draco.
„Wenn Sie so geübt in dieser Magie sind, wie ich annehme, dürfte es Ihnen recht leicht fallen, Umbridges Geist einzunehmen und die Erinnerung mit Borgin zu finden. Immerhin ist sie noch ziemlich frisch. Wenn es an dem ist, möchte ich Sie bitten, diese Information an mich und meinen Bruder weiterzuleiten. Es genügt, wenn Sie uns in die Augen sehen, damit wir die Erinnerungen aufnehmen können. Und vielleicht. . . Nun, vielleicht finden Sie ja noch etwas anderes?“, schmunzelte Margret.
„Würden Sie uns helfen?“, fragte Marvin der reinen Form halber, dem Draco ohne weiteres mit einem Nicken zustimmte. Hermione schoss allerdings quer.
„Das ist ein blöder Plan!“ „Bitte?“, verstand Marvin nicht. Margret ähnlich, die Hermione unauffällig genauer taxierte, während die Löwin ihrem Bruder erklärte.
„Mir ist das zu unsicher.“ „Ich verstehe nicht.“ „Was gibt es da nicht zu verstehen?“, brauste die Gryffindor auf. „Umbridge ist skrupellos und unberechenbar! Das hat sich jetzt doch schon mehrfach gezeigt. Und so wie ich das verstanden habe, wollen Sie sie unvorbereitet mit allem konfrontieren und überfordern.“ „So war unser Grundgedanke, damit sie sich mental nicht abschotten kann.“ „Ja, toll! Wie aber denken Sie, wird sie reagieren, wenn sie komplett in die Ecke getrieben wird?“, funkelte Hermione den Mann unheilvoll an.
„Ich habe diese Frau bereits mehrfach in Aktion gesehen. Sie ist tückisch und verlogen, weswegen ich Ihre Herangehensweise zwar verstehe, nur birgt sie ein unkalkulierbares Risiko. Und das Risiko ist Umbridge! Es würde mich nicht wundern, wenn sie am Ende völlig durchdreht, sobald sie merkt, dass es diesmal ihr Hals ist, der in der Schlinge hängt.“ „Wir werden Auroren als Schutz abstellen und. . .“ „Das reicht mir nicht!“, unterbrach Hermione Marvin.
„So lange die Kröte ihren Zauberstab hat, ist sie eine Gefahr. Da reichen ein paar Sekunden der Unaufmerksamkeit doch schon aus! Also denken Sie sich gefälligst etwas anderes aus, wo Draco nicht wie auf dem Präsentierteller vor Umbridges Nase sitzt!“, fauchte die Löwin und funkelte das Geschwisterpaar gefährlich an. Margret lächelte dabei leicht.
„Haben Sie denn einen anderen Vorschlag für uns?“, erkundigte sich Marvin ruhig. „Nein“, brummte Hermione. „Noch nicht!“, setzte sie gleich nach, sodass kurzzeitig Schweigen einkehrte, in dem die Löwin angestrengt grübelte. Am Ende war es Draco, dem zu allem noch eine Idee kam.
„Was wäre, wenn Umbridge mich gar nicht richtig zu sehen bekommt?“ „Was meinst du?“, stutzte Hermione. „Na ja, dass sie zwar denkt, mich zu sehen, ich es aber nicht bin? Ich hab vor einer Weile erst was über einen kleinen Illusionszauber gelesen, der leblosen Gegenständen etwas Echtes verleiht. Wir könnten, keine Ahnung, vielleicht eine Puppe verzaubern, dass sie so aussieht wie ich und sich auch ein wenig bewegt. In der Zeit könnte ich mich mit einem Verschleierungszauber seitlich von der Alten aufhalten. So hätte ich auch ungehindert Blickkontakt zu ihr. Wenn ich sie während der Anhörung die ganze Zeit direkt ansehe, das würde sie bestimmt stutzig machen. Zumal sie etwas merken wird, selbst wenn ich mich vorsichtig herantaste. Und das soll sie ja so lange wie möglich nicht, oder?“, sah Draco zurück zu dem Geschwisterpaar.
„Sagen wir mal so. Es wäre besser, wenn sie so spät wie möglich merkt, was wir wirklich vorhaben. Darüber hinaus bräuchten wir die entsprechenden Informationen da bereits, damit wir sie gleich richtig in die Mangel nehmen können“, merkte Marvin an.
„Vielleicht nimmst du dann lieber Harrys Umhang. Mit dem kannst du dich besser versteckt halten und dann auch richtig auf die Legilimentik konzentrieren, wenn du nicht auch noch auf einen Verschleierungszauber achten musst“, sah Hermione zu Draco.
„Dieser Zauber, von dem Sie gerade sprachen. . . Ist er sehr kompliziert?“, erkundigte sich Margret. „Nein. Eigentlich nicht.“ „Dann wäre es auch besser, ein anderer führt ihn aus. Miss Granger hat Recht, wenn Sie sagt, dass Sie sich richtig auf die Legilimentik konzentrieren sollten.“ „Remus könnte das übernehmen. Er wird ja auch da sein“, meinte Tonks. Margret nickte und fuhr fort.
„Wie mein Bruder bereits erwähnte, wäre es wichtig, dass Umbridge so spät wie möglich etwas merkt.“ „Dann machen wir es so?“, sah Marvin erneut zu Hermione, um ihre Zustimmung zu erhalten. Diese sah mit einem mulmigen Gefühl zu Draco, um den sie einfach viel zu sehr Angst hatte.
„Das klappt schon. Ich pass auf“, versprach er mit einem zuversichtlichen Lächeln. . .
„Mione?“, holte Dracos Stimme sie wieder aus ihren Gedanken. Sie blinzelte und sah nochmal kurz auf die Puppe, die Umbridges Fluch abbekommen hatte, ehe sie sich von dieser abwand und wieder dem warmen, echten und vor allem lebenden Draco zuneigte.
Sie schmiegte sich erneut in seine Arme und murmelte leise in Richtung des Rates: „Können wir dann gehen oder brauchen Sie uns noch?“ „Nein, Sie können gehen. Und nochmal Danke, für Ihre Unterstützung.“ „Ich denke, das lag im Interesse von uns allen“, meinte Remus und verabschiedete sich, bevor er mit seinen Leuten und der noch immer bewusstlosen Umbridge in Richtung einer der Verhörräume verschwand. Ihm folgte das Geschwisterpaar und Kingsley, sodass Tonks mit ihren Schützlingen allein zurückblieb, nachdem sich auch der Rest des Rates verabschiedet hatte.
„Dann lasst uns zurück ins Schloss gehen. Minerva wird schon warten“, riss Tonks den Aufbruch an, sodass sie sich zu den Kaminen begaben. Gut eine halbe Stunde später standen die Vier bei der Direktorin im Büro, die bereits unruhig geworden war, da die Sache doch länger gedauert hatte.
Als ihre Schüler aber wieder wohlauf im Schloss waren, verflog die Sorge. Stattdessen umspielte ein zufriedenes Zucken ihre Mundwinkel, als sie den Ausgang der Geschichte hörte. Wenig später verschwand Draco mit seiner Hexe in Richtung ihres Turms.
Zwar wäre noch etwas Zeit zum Abendessen, den Beiden stand der Sinn allerdings nicht danach. Nicht zuletzt auch, da Hermione noch ein leichtes Gefühl der Befangenheit nachhing, obwohl sie Draco die ganze Zeit bei sich hatte. Der Schrecken war trotz allem noch immer minimal präsent.
Draco sah es, spürte es schon fast, weswegen er sich die Löwin, kurz vor Yvaines Porträt, schnappte und schwungvoll auf die Arme lud.
„Draco!“, japste sie vor Schreck und sah ihn dementsprechend an. Er grinste allerdings und meinte keck: „Ich möchte Mylady nur sicher über die Schwelle geleiten. Schattenmohn“, gab er Yvaine gewitzt zu verstehen, die schmunzelnd zur Seite glitt und die Beiden einließ.
Hermione schoss auf seinen Kommentar noch zusätzlich das Blut in den Kopf, was sich sofort verräterisch auf ihren Wangen bemerkbar machte. Draco amüsierte es, was er mit einem kleinen Kuss zu unterstreichen wusste, ehe er sich mit der Hexe auf dem Schoß auf die Couch setzte.
„Du bist ein Idiot“, murmelte sie noch immer rot, was ihn noch mehr schmunzeln ließ, bevor er ihr den nächsten Kuss gab.
„Ich weiß. Aber ich glaube, das sind Männer immer. Große, alberne Kinder. Vor allem Blaise!“, lachte er und vergrub die Nase in Hermiones Nacken, den er mit samtweichen Küssen bedeckte, was sie sich lächelnd gefallen ließ.
„Ich liebe dich“, hauchte sie ihm schließlich zu und nahm sein Gesicht in die Hände, um ihn ansehen und auf die Lippen küssen zu können. Dabei stach ihr der noch immer recht deutliche, rote Abdruck auf seiner Wange ins Auge, über den sie behutsam strich.
„Und es tut mit leid, dass ich dich geohrfeigt habe“, setzte sie nach und küsste ihn dort. Draco grinste. „Dir gefällt es doch, mich zu verprügeln“, stichelte er, was sie brummen ließ, als Draco noch meinte: „Davon abgesehen, hab ich die vielleicht auch verdient. Ich hätte wirklich etwas weiter denken sollen, aber dafür hab ich ja dich. Du passt schon auf mich auf. Da lass ich dir solche Frechheiten auch mal durchgehen“, grinste er und fuhr mit der Nase an ihrem Hals entlang, um ihr blumiges Aroma stärker aufzunehmen, bevor er ihr Schlüsselbein küsste.
„Was hältst du von einem Glas Wein? Quasi zur Feier des Tages. Immerhin bist du der Schrulle letztlich auf die Schliche gekommen“, sah er sie wieder lächelnd an. Hermione wirkte allerdings nachdenklich.
„Was hast du eigentlich noch in ihrem Geist gesehen, außer dem, was der Rat angesprochen hat?“ „Viel zu viel“, seufzte er, da er nicht darüber sprechen wollte. Hermione hatte aber anderes im Sinn und war mit ihren Gedanken bereits etwas weiter.
„Hast du herauslesen können, inwieweit sie etwas mit dem Attentat auf dich zu tun hatte?“, fragte sie vorsichtig, da das Thema nach wie vor ein rotes Tuch war. Damit verging Draco gänzlich das Grinsen, da er nun so ziemlich alles wieder vor Augen und in den Ohren hatte, was die Kröte getan und initiiert hatte.
„Sie hatte Gibson dazu beauftragt. Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte er es in Azkaban schon beenden sollen.“ „Hast du dann vielleicht auch herausgefunden, wer die zweite Person war?“, erkundigte sie sich behutsam. Draco schüttelte jedoch mit dem Kopf und lehnte sich etwas zurück, dem Hermione mit dem Körper folgte und sich richtig an ihn schmiegte. Noch als sie das tat, legte er ihr seine Arme ganz um.
„Da hatte die Alte keine Ahnung. Auch nicht, wie er es ins Schloss geschafft hat. Was ich noch gesehen habe, war, dass sie Smith und Jones teils magisch manipuliert hat. Am Ende vielleicht auch so, dass sie einen Zugang zum Schloss öffnen. Keine Ahnung“, seufzte er und kuschelte sich in ihre Mähne.
„Dann wäre noch eine Person offen“, resümierte Hermione bitter. „Ich weiß es nicht. Theoretisch schon. Nur kamen die ganzen folgenden Sachen ja mehr von Umbridge direkt. Smith, Madam Rosmerta. . . Wenn diesem Arschloch damals wirklich jemand aus dem Schloss behilflich war, scheint er inzwischen ruhig geworden zu sein.“ Oder er wartet auf eine neue Chance, dachte Hermione und schlang Draco die Arme richtig um den Nacken, bevor sie sich ihrerseits in diesen kuschelte.
„Hey, komm. Ist doch alles gut“, meinte er beruhigend, als sie anfing, seicht zu zittern. „Wir reden morgen nochmal in Ruhe mit Tonks darüber, einverstanden? Sie kann sich dann ja mit Remus kurzschließen. Der wird die Nacht sicher noch mit der Schrulle zu tun haben. Wer weiß, was sie da noch herausfinden. In jedem Fall bekommt sie jetzt ihre verdiente Strafe und das ist doch gut, oder?“, bohrte er, worauf sie nickte und den Kopf zur Seite neigte, um ihn wieder anzusehen. Dabei zwang sie sich ein Lächeln auf die Lippen, da es ihr in der Tat eine Genugtuung war, dass dieses pinke Miststück nun endlich ihre eigene Medizin zu schlucken bekam.
„Krieg ich einen Kuss?“ „Kriegst alles, mein Biberzähnchen“, grinste Draco wieder, was noch breiter wurde, als Hermione kurz griesgrämig das Gesicht verzog, dann aber schmunzelte und Biber spielte, sodass er lachte. Am Ende kam er ihrer Bitte lächelnd nach.
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Beruhigt und zeitgleich amüsiert, nach Harrys kurzer Erklärung zum Abendessen, trudelten Blaise, Charlie und die Schwestern in den Kerkern ein.
Neben ein paar der Unterstufen, hatte sich auch Pansy in ihren Räumen eingefunden und sich in einem der Sessel am Kamin zusammengerollt. Von ihren Mitschülern beachtete sie niemand. Dafür war Blaise auch noch zu sehr damit beschäftigt, den kleinen großen Sieg zu feiern, den Hermione und Draco für sie alle errungen hatten.
Aufgrund dessen wollte er für diesen Samstag bereits die nächste Kerkerparty organisieren, allerdings hatte Ginny ihn ein wenig gezügelt, da Slughorn sie alle schon zu seiner Slug-Party eingeladen hatte.
Auch wenn ihr Professor hin und wieder etwas mit dem Tamtam ringsherum nervte und Harry bereits mehr als enttäuscht und leidend geschaut hatte, da er eine Party von Blaise, dem Zirkus von Slughorn 100’000-mal vorzog, war es dennoch unhöflich, ihrem Professor so kurzfristig abzusagen. Das hatte auch Blaise eingesehen, was seine Stimmung keineswegs trübte.
„. . . huh, wäre ich nur zu gern dabei gewesen“, rieb er sich diebisch die Hände, als er sich die Sache mit Umbridge nochmal bildlich vorstellte.
„Damit haben wir ein riesengroßes Problem weniger“, resümierte Charlie ebenfalls zufrieden. „Yup. Jetzt heißt es nur noch, Weasley das Maul zu stopfen.“ „Vergiss Cornfoot nicht“, erinnerte Charlie Blaise.
„Stimmt, da war ja auch noch was. Aber seit Halloween hat er sich noch nicht wieder an Mione rangeschmissen, oder hab ich was verpasst?“, sah Blaise in die Runde.
„Eher nicht, sonst hätte Draco ihm sicher schon was gehustet.“ „Vielleicht hat er es inzwischen begriffen? Immerhin ist es jetzt ja gewissermaßen offiziell, nach der kleinen Kuss-Session letztens. Das dürfte sich schnell herumgesprochen haben“, warf Astoria schmunzelnd ein, worauf Blaise gleich dreckig grinste.
„Das war aber auch ein Spaß. Wobei ich langsam echt meine Zweifel daran habe, dass sie Mione damals richtig zugeteilt haben. Sie hätte auch eine würdige Slytherin abgegeben, so heimtü-“, brach Blaise ab, da etwas aus Richtung Kamin klirrte.
Als die Freunde in die Ecke sahen, entdeckten sie Pansy, die sich schniefend in die Knie sinken ließ und die Scherben ihrer Tasse auflas, was sich Blaise mit hochgezogener Augenbraue besah.
„Hat die jetzt schon den Reparo verlernt?“, murmelte er sarkastisch und wollte sich bereits wieder abwenden, als Pansy noch ein zischendes Geräusch ausstieß und den Scherbenhaufen sofort fallen ließ. Stattdessen sah sie auf ihren Zeigefinger. Bei genauerem hinsehen konnte man dann auch erkennen, dass sie sich an einer der Scherben geschnitten hatte.
Blaise und Charlie ignorierten es und wollten mit einem „Wo waren wir gerade?“ wieder an ihre Unterhaltung anknüpfen. Daphne stand allerdings auf und trat zu Pansy, die sich hilflos nach einem Tuch umsah, um ihre Wunde zu versorgen.
„Reparo“, murmelte Daphne schließlich und die Tasse setzte sich wieder zusammen. Im nächsten Moment nahm sie sich Pansys Hand und heilte den Schnitt problemlos mit einem Schlenker ihres Stabes, bevor sie die Schwarzhaarige etwas skeptisch ansah, die ihr ein gequältes, mit Tränen behaftetes Lächeln entgegenbrachte.
„Danke“, meinte sie kratzig und strich sich die Tränen weg. „Hast du deinen Zauberstab verlegt?“, erkundigte sich Daphne, worauf Pansy mit dem Kopf schüttelte.
„Nein. Ich . . . ich hab mit Professor McGonagall nur magisch eine Übereinkunft getroffen, dass ich außerhalb des Unterrichts nicht zaubern werde. Eine Bedingung von Professor Snape, damit ich wieder in die Schule darf“, erklärte sie ein wenig gebrochen, was Daphnes Skepsis noch ein wenig wachsen ließ.
„Warum?“ Daraufhin zuckte Pansy mit den Schultern. Nur einen Moment später quollen ihr etwas stärker die Tränen aus den Augen, als sie dünn meinte: „Weil er denkt, ich würde dann jemandem Schaden. Aber das denkt ihr ja alle“, fügte sie kaum hörbar, dafür aber umso bitterer mit einem scheuen Blick in Richtung Blaise und Charlie an. Die beobachteten das Treiben argwöhnisch, was Daphne ebenfalls registrierte, als sie zu den Jungs sah.
„Jetzt lass die“, meinte Blaise recht schroff, was Daphne ein wenig in die Nase stieg, die sich schließlich wieder zu Pansy neigte.
„Das stimmt nicht. Aber du kannst den Meisten nicht verübeln, dass sie so denken. Allen voran die Professoren. Immerhin wolltest du Harry sofort ans Messer liefern“, erinnerte Daphne sie ruhig, worauf sie verschämt nickte.
„Ich weiß. Und es tut mir leid. Aber ich hatte einfach wahnsinnige Angst“, erklärte sie demütig. „Da ist mir das so rausgerutscht.“ „Und später? Was sollte das in Hogsmeade?“, bohrte Daphne und sah sie leicht argwöhnisch an.
„Ich war einfach nur wütend und verletzt. Du weißt doch, dass ich dann schon mal Sachen sage, die ich gar nicht so meine, wenn es mit mir durchgeht.“ „Wer’s glaubt“, frotzelte Blaise ihr dazwischen, zu dem Pansy gequält, Daphne etwas mürrisch sah.
„Ich würde eher behaupten, dann zeigt sich wie und vor allem was du wirklich bist!“, schoss Blaise bissig, dem Charlie mit einem entschiedenen Nicken zustimmte, was in Daphne ein kleines Wutwölkchen schürte. Pansys unterdrückte Schluchzer machten es nicht besser.
„Jetzt hört auf. Das tut echt nicht Not!“, schimpfte Daphne leicht. Blaise schnaubte nur und sah verhasst zu Pansy.
„Ich hab keine Ahnung, was dich geritten hat, wieder in die Schule zu kommen, aber das Eine sag ich dir. . . Wenn du auch nur ansatzweise irgendwelche miesen Dinger versuchst, lernst du mich von einer Seite kennen, die du dir in deinen schlimmsten Albträumen nicht ausmalen kannst.“ „Blaise!“, zischte Daphne scharf und sah zu Charlie, der die Schwarzhaarige jedoch ähnlich bedrohlich taxierte, wie sein Freund.
„Ihr seid echt unmöglich! Warum könnt ihr nicht. . .“ „Lass gut sein“, unterbrach Pansy Daphne dünn, in ihrer drohenden Standpauke, sodass die Blonde wieder zu ihr sah. Pansy nahm im Kommenden allerdings Blaise und Charlie recht verbittert in Augenschein.
„Ich verstehe, dass ihr furchtbar wütend auf mich seid und mich hasst. Ich tu es irgendwo ja selbst. Ich weiß, dass ich mich unmöglich benommen und einen haufen Fehler gemacht habe. Es ist nur. . .“, schniefte sie und sah mit frischen Tränen zu den Jungs.
„Ich weiß, es ist keine Entschuldigung, aber ich hab es all die Jahre doch nur so gekannt und. . . Mein Vater hat mich auch nach der Schlacht kontrolliert und über mich bestimmt, weswegen ich auch nicht wieder in die Schule durfte. Er hat zuletzt auch noch jemanden gesucht, an den er mich verheiraten konnte. Einer der Männer war sogar schon über 50 und. . .“ „Das hat dich früher doch auch nie gestört, solange sie genug Geld hatten“, fiel Blaise ihr schneidend ins Wort, zu dem sie gequält sah.
„Das war doch auch der Grund, dass du es dir zum Ziel gemacht hast, Draco rumzukriegen. Dabei hat dich nicht mal interessiert, dass er schon verlobt war. Aber selbst wenn nicht, wärst du der allerletzte Mensch auf der Welt, den er genommen hätte! Nicht mal, wenn du das zehnfache an Geld mitgebracht hättest, was seine Familie besitzt. Er hatte nie was für dich übrig. Nie!“ „Blaise!“, zischte Daphne wieder und wurde nur einen Moment später noch wütender, als Charlie meinte: „Wo er Recht hat.“
„Oh, und wo wir gerade dabei sind. . .“, setzte Blaise neu an. „. . . wie war das noch im Mai? Mal davon abgesehen, dass du Charlie und mich verfluchen wolltest, weil wir blutsverräterischer Abschaum sind, hast du uns ja noch besonders liebevoll zugebrüllt, dass Draco in der Hölle verrecken soll. Wirklich ein unglaublich starker Liebesbeweis, wenn du mich fragst?“, frotzelte Blaise, während Pansy energisch die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste und fertig die Lider schloss, sodass die Tränen an ihren falschen Wimpern abperlten. Als sie ihn wieder ansah, schimmerte ein furchtbarer Schmerz in ihren Augen.
„Was erwartest du, wenn du mir höhnisch unter die Nase reibst, dass ich für ihn nur Mittel zum Zweck war und er mich verabscheut? Dass ich für ihn eine Krankheit wäre? Weißt du, wie sich das anfühlt, sowas zu hören? Es tat einfach nur weh“, schniefte sie und verdrückte noch ein paar Tränen.
„Pansy. . .“, entwich es Daphne daraufhin tröstend, die ihr die Schulter beruhigend tätschelte. Allerdings strich die Schwarzhaarige Daphnes Hand sanft weg, bevor sie die Blonde mit einem bitteren Lächeln ansah.
„Lass, geht schon. Wahrscheinlich hab ich es nach allem gar nicht anders verdient“, meinte sie dünn und sah zurück zu Blaise.
„Ich bin wieder in die Schule gekommen, weil ich nochmal neu anfangen und das Alte hinter mir lassen will. Dass ihr mich nicht hier haben wollt, hatte ich bereits befürchtet. Aber ich kann nicht ändern, was ich getan und gesagt habe, obwohl mir vieles aufrichtig leid tut, auch wenn ihr mir das nicht glaubt.“ „Stimmt. Wir glauben dir nicht“, setzte Blaise trocken nach, den Daphne wieder anfauchte.
„Blaise!“ „Hör auf“, richtete sich Pansy beschwichtigend an Daphne. „Ich will nicht, dass ihr euch meinetwegen zankt. Blaise hat allen Grund mich zu verabscheuen. Ich war ein Miststück.“ „Und du bist es immer noch!“, feuerte der Slytherin sofort nach, sodass Daphne kurz vorm Platzen war.
„Wenn du das so siehst, kann ich daran nichts ändern. Ich kann nur wieder sagen, dass es mir leid tut. Wenn ihr mich weiter hassen wollt, dann ist das okay für mich, nur streitet euch bitte nicht. Dafür will ich nicht auch noch verantwortlich sein“, murmelte sie dünn und griff schließlich nach ihrer Tasche, mit der sie wortlos auf den Treppen in Richtung Schlafsaal verschwand. Dabei strich sie sich nochmal die Tränen weg, während hinter ihr ein unheilvolles Gewitter, Marke Daphne Greengrass, über Blaise und Charlie hereinbrach.
Pansy hörte die Blonde zetern und schimpfen, als gebe es kein Morgen mehr, was ihr ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen zauberte.
Diese rührselige, gefühlsduselige, tränenbehaftete Tour klappte bei Daphne also doch noch. Gut zu wissen.
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Als Draco und Hermione zum Frühstück erschienen, herrschte dicke Luft an ihrem Tisch.„Was ist los?“, erkundigte sich die Löwin mit einem Blick auf Blaise und Charlie, während sie sich ein Brötchen nahm. Die beiden Jungs verzogen daraufhin noch mürrischer das Gesicht, wobei Charlie Blaise teils noch finstere Blicke zuwarf, während der Schwarzhaarige bedrohlich mit den Zähnen mahlte. Daphne hatte sich wiederum provokant von Charlie abgewandt und traktierte ihr Rührei heftig.
Als Hermione keine Antwort bekam, sah sie zu Harry, der auch nur mit den Schultern zucken konnte, denn die Schlangen hatten bisher keinen Ton gesagt. Der Blick des Helden fiel dann nach rechts zu Astoria, die seufzend ihre Tasse abstellte und selbst etwas wehmütig auf ihre Schwester und die beiden Jungs sah.
„Sie haben sich gestritten“, meinte sie schließlich matt, worauf Blaise schnaubte. Draco nahm ihn daraufhin vermehrt in Augenschein und bohrte gedanklich: „Was war denn?“ Blaise schnaubte lediglich erneut, was Draco skeptisch stimmte. Schlussendlich fiel sein Blick auf Astoria, wie auch der der Übrigen. Der war es sichtlich unangenehm.
„Hättest du die Güte, uns genauer aufzuklären?“, stichelte Draco leicht, sodass ihr Blick bitter auf Daphne fiel, bevor sie behutsam meinte: „Es ging um . . . Parkinson.“ Daraufhin stöhnte Draco.
„Merlin, ich glaub das jetzt nicht. Das Sumpfhuhn ist keine zwei Tage da und schon macht sie Ärger!“ „Sie hat gar nichts gemacht! Blaise und Charlie haben sich nur wie die letzten Idioten benommen!“, zischte Daphne und sah böse zu Blaise.
„Wir haben bloß die Wahrheit gesagt!“ „Ihr Jungs habt echt null Feingefühl! Es geht ihr derzeit nicht gut, wegen ihrer Eltern. Aber anstatt einfach die Klappe zu halten, hackst du auch weiter auf ihr rum!“ „Berechtigt!“, fauchte Blaise über Ginnys und Charlies Kopf hinweg in Richtung Daphne, die ihn dem Blick nach gerne verflucht hätte.
„Ehrlich Daphne, Parkinson spielt dir doch nur wieder was vor!“, setzte Draco an, dem Blaise gleich zustimmte. „Da hörst du’s!“ „Wie soll sie denn zeigen, dass sie ihre Fehler eingesehen hat, wenn ihr sofort wieder Gift und Galle spuckt, selbst wenn sie nichts macht?“ „Sie macht mehr als genug!“, blieb Blaise dabei, dem Draco mit einem Nicken beipflichtete.
„Jetzt sag doch auch mal was!“, versuchte Blaise Charlie mit ins Boot zu holen. Der Brünette grummelte aber nur und rutschte mit bösem Blick noch tiefer in seinen Stuhl. Blaise nahm es bissig zur Kenntnis, dass er sich diesmal raushielt. Stattdessen meldete sich Hermione leicht mahnend zu Wort.
„Ihr solltet das wirklich nicht so verkniffen sehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr das mit ihren Eltern den Boden unter den Füßen weggerissen und sie etwas zum Nachdenken angeregt hat.“ „Bleibt ihr ja nichts anderes übrig, wenn keiner mehr das Denken für sie übernimmt“, frotzelte Blaise gehässig, worauf Hermione mit den Augen rollte.
„Merlin, jetzt schluckt eure Vorurteile doch mal für einen Moment runter und vergesst, was war. Sie hat mit einem Schlag beide Elternteile verloren und auch sonst niemanden mehr, der ihr zur Seite steht. Wenn man plötzlich ganz allein ist, erkennt man oft seine Fehler. Ich denke nach wie vor, dass man ihr irgendwie den Weg zeigen und eine Hand reichen sollte.“ „Seht ihr?“, sah Daphne wieder zu Blaise und Draco die beide mit den Zähnen mahlten. Daphne wurde damit aber auch wieder etwas ruhiger.
„Wir haben von euch ja auch noch eine Chance und die Hand gereicht bekommen“, sah sie dankbar zu Hermione, die es mit einem kleinen Lächeln quittierte, was allerdings gleich verschwand, da sich Blaise erneut lautstark zu Wort meldete.
„Das war ja wohl was vollkommen anderes! Im Gegensatz zu den Übrigen, haben du, Theo, Tracey und der Rest der Unterstufen die Courage gehabt, zurückzukommen und sich allem zu stellen. Von Anfang an! Davon abgesehen, hat keiner von euch in den ganzen Jahren irgendwelchen Mist verzapft, außer das übliche Gezänk.“ „Das hat Pansy auch nicht! Sie. . .“ „Harry ans Messer zu liefern und mich und Charlie verfluchen zu wollen, nennst du nichts?!“, kam Blaise wieder auf seinen Standpunkt vom Abend zurück.
„Es ist aber nichts dergleichen passiert! Es waren nur Worte! Sie hat nie jemandem geschadet.“ „Nie würde ich ja nicht sagen“, nuschelte Neville, dem Ginny mit einem Nicken zustimmte und böse zu Daphne sah.
„Hast du etwa schon vergessen, dass Parkinson sich freudig an den Bestrafungsmethoden von Carrow beteiligt hat?!“, schoss Ginny und sah mit zusammengekniffenen Augen zu der Blonden, die betreten schwieg und den Blick wie ein geschlagener Hund senkte.
„Hat sie sich dafür bei Neville oder sonst wem entschuldigt? Nein! Also erwarte nicht von uns, dass wir auf die zugehen! Sie hat einen haufen Scheiße gemacht!“ „Hat Draco doch auch“, nuschelte Daphne kaum hörbar, worauf es klirrte, als Draco seine Tasse energisch absetzte.
„Vergleich mich ja nicht mit der!“, brauste der Blonde sofort auf und funkelte Daphne unheilvoll an, die sichtlich immer kleiner wurde.
„Weder hat sie bei den Kämpfen geholfen, noch beim Wiederaufbau der Schule mitgewirkt. Sie hat zu keiner Zeit auf irgendeine Art durchblitzen lassen, dass sie was anderes will! Stattdessen ist sie Blaise und Charlie während der Evakuierung noch blöd angegangen. Darüber hinaus hat sie sich bei niemandem für ihr Handeln entschuldigt! Am allerwenigsten bei Hermione und Harry, oder?“, sah er zu dem Helden, der knapp mit dem Kopf schüttelte, sodass Draco Daphne wieder ansah.
„Und jetzt sag ich dir noch was, weswegen sie es meiner Meinung nach nicht verdient, dass einer von uns als erstes auf sie zugeht! Ich hab sie vor nicht allzu langer Zeit erst wieder von ihrer besten Seite gesehen“, frotzelte er sarkastisch.
„Und zwar, als ich Anfang September mit Tonks in der Diagon Alley war. Sie hat sich dort wie eine wildgewordene Furie auf ein kleines Mädchen gestürzt und sie wie Dreck behandelt, nur weil ihr ihre blöden Einkaufstüten auf den Boden gefallen sind! Ich hab sie erst eine Weile aus dem Hintergrund beobachtet, bis es mir zu blöd geworden ist. Sie hat da wieder überdeutlich gezeigt, was für ein Miststück sie ist, oder wie würdest du jemanden bezeichnen, der ein wildfremdes kleines Kind grundlos anfaucht, fertigmacht und am Ende sogar verletzt?“, sah er Daphne bohrend an, die die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste.
„Wenn du mir nicht glaubst, geh zu Tonks und frag sie!“, verwies Draco die Blonde energisch auf seine Cousine. Daphne schwieg allerdings und starrte stur auf ihren Teller, sodass er nun etwas ruhiger weitersprach.
„Wenn diese Ziege es wirklich ehrlich meint, dann soll sie sich zuallererst bei Harry und vor allem Hermione entschuldigen! Genauso bei Neville. Allerdings weiß ich jetzt schon, dass sie das nicht wird. Ganz einfach weil sie es nicht kann! Dafür müsste sie nämlich ihren Stolz und all das runterschlucken und sich ihre Fehler eingestehen. Das konnte sie noch nie! Stattdessen hat sie sich immer bei dir ausgeheult und Anderen die Schuld gegeben. Genau das Gleiche macht sie jetzt auch wieder. Also überleg dir dreimal, ob du ihr vertraust!“, pampte Draco Daphne an, worauf sie schwieg.
Nur ein paar Tische weiter nahm jemand freudig interessiert die Zankerei unter den Freunden auf.
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Über den Mittag blieb es ruhig, wenngleich Daphne, nach Ginnys kleinem Hinweis, recht schweigsam geworden war. Nicht zuletzt auch, da sie später noch Dracos Wink gefolgt war und sich kurz mit Tonks unterhalten hatte. Diese hatte Dracos Erzählung leider bestätigt, sodass Daphne erneut nicht wusste, woran sie war und ob es gut war, Pansy ein wenig den Rücken zu stärken? Hermione hatte nach Dracos Gemecker und Ginnys Anmerkung auch nichts mehr in Bezug auf Pansy gesagt.
Es grämte Daphne, aber auf einer gewissen Ebene hatten die Jungs am Ende doch wieder Recht, denn es war das Mindeste, dass sich Pansy bei den entsprechenden Leuten entschuldigte, was Daphne ihr bei Gelegenheit auch nahelegen würde.
Für den Moment musste die Schwarzhaarige allerdings zu ihrer allerersten Stunde Mugglekunde. Dass ihr das nicht schmeckte, sah man von Weitem. Vor allem Draco behielt sie genau im Auge, der an der Seite von Luna den Weg zu ihrem Zimmer einschlug.
Bei der Gelegenheit ließ er sich ein bisschen von der Ravenclaw erklären, was im Einzelnen im letzten Jahr alles abgelaufen war, insbesondere, woran Parkinson beteiligt war. Da er selbst im vergangenen Jahr keinen einzigen Tag in der Schule war, stand er diesbezüglich genauso auf dem Schlauch, wie Blaise und Charlie.
Im Zimmer für Mugglekunde waren die Beiden so ziemlich die Ersten und beobachteten interessiert das folgende Schauspiel. Draco recht schadenfroh, denn Parkinson wusste nicht wohin. Und im Gegensatz zu ihm hatte sie niemanden, der Erbarmen mit ihr hatte. Stattdessen wurde sie vom Rest der Klasse beinahe mit Blicken gelyncht und wäre, dem Blick nach, am liebsten geflüchtet. Allerdings tauchte zeitnah Monroe auf und gab ihr ähnlich harsch, wie ihm damals, zu verstehen, dass sie Platz nehmen sollte.
„Sollen wir ihr helfen?“, flüsterte Luna, nur klang ihre Frage nicht sonderlich ernst. Eher belustigt. Draco beugte sich daraufhin etwas zu ihr und meinte leise: „Ich würde sagen, wir lassen sie noch ein wenig schmoren. Sollte sie sich demnächst dazu aufraffen, sich zumindest ehrlich bei Hermione, Harry und Neville zu entschuldigen, könnte man ja darüber nachdenken, oder was meinst du?“, sah er neckisch zu Luna.
„Ich finde, das ist ein guter Kompromiss“, meinte die Blonde und beobachtete mit Draco weiterhin amüsiert das Schauspiel.
Am Ende biss Pansy in den sauren Apfel und nahm neben dem erstbesten Jungen Platz, nachdem Monroe sie noch einmal energischer angezischt hatte. Es war ein Ravenclaw, der ihr einen funkelnden Blick zuwarf, bevor er ohne Kommentar seine Unterlagen geräuschvoll einsammelte und sich kurzerhand zu einer seiner Hausgenossinnen setzte.
Pansy presste daraufhin die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen, während Monroe den Platzwechsel skeptisch beäugte, ehe sie meinte: „Können wir dann endlich?“ Dem folgte zustimmendes Schweigen, sodass sie mit ihren Erläuterungen begann.
„. . . kann mir jemand sagen, wozu ein Bankautomat den Mugglen dient?“ Daraufhin meldeten sich vier ihrer Schüler, über die sie ungeniert hinweg sah. Stattdessen streifte ihr Blick Draco, bei dem sie auch etwas länger verweilte, sodass er sich schon eine hochgestochene Antwort zurechtlegte, um die biestige Hexe einmal mehr auszubooten. Monroe ließ den Blick dann aber fallen und schaute zu Pansy.
„Miss Parkinson?“, begann Diana scharf, worauf die Schwarzhaarige zusammenzuckte und auf ihrem Stuhl etwas kleiner wurde.
„Ich . . . uhm . . . ich weiß es nicht“, meinte Pansy leicht zerknirscht. „Können Sie mir dann zumindest sagen, wofür eine Klimaanlage gut ist?“ „Nein.“ „Eine Waschmaschine?“, wieder schüttelte Pansy mit dem Kopf, der ihr inzwischen vor Scham leicht glühte. Nicht zuletzt auch, da die Ersten in der Klasse bereits gehässig tuschelten und fies grinsten. Unter anderem auch Draco, der ein wenig den Eindruck bekam, dass Monroe am Ende einfach nur keine Schlangen im Allgemeinen mochte, wie früher Snape die Löwen. Und da er bisher der einzige Slytherin war, konnte sie ja nur auf ihm rumhacken. Das jetzt aber. . .
„Wissen Sie überhaupt etwas?“, fuhr die Professorin Pansy schließlich recht scharf an. „Es tut mir leid, Professor, aber ich hatte in den Vorjahren diesen Kurs nicht. Mir fehlt da der Stoff“, erklärte sie gepresst. Monroe ließ es allerdings kalt.
„Darauf kann und werde ich keine Rücksicht nehmen! Darunter hätten nur Ihre Mitschüler zu leiden, wenn wir alles noch einmal durchkauen. Holen Sie den versäumten Stoff also zeitnah nach. 5 Punkte Abzug für Slytherin, wegen schlechter Unterrichtsvorbereitung!“, herrschte sie Pansy noch an. Draco kam daraufhin nicht umhin noch gemeiner zu grinsen, auch wenn es dem Punktestand seines Hauses schadete. Der Anblick Pansys war es alle mal wert. Monroe sah es.
„Was gibt es da zu grinsen, Mr. Malfoy?“ „Oh, nichts Professor.“ „Können Sie mir die Fragen beantworten?“, spitzte Monroe und sah ihn durchdringend an, was er wie immer mit einem zuckersüßen Lächeln, bei dem man Karies bekommen konnte, quittierte.
„Aber natürlich Professor“, meinte er leichthin und lieferte ihr auf alle drei Fragen eine korrekte, umfassende Antwort, was die Professorin ein wenig zerknirscht aufnahm „Richtig“, und in ihren Ausführungen fortfuhr. Ohne Draco Punkte zu geben, allerdings war er bereits daran gewöhnt. Und diesmal störte es ihn sogar noch weniger, da er im Gegenzug mit ansehen durfte, wie Pansy vorgeführt worden war. Die glotzte ihn zudem gerade völlig überfordert an, aufgrund seiner Erläuterung.
Draco nutzte die Chance und erfasste ihren Blick, was sie nur einen Moment später bemerkte und rasch den Kopf zur Seite drehte. Zu schnell für ihn, um unauffällig ihre Gedanken abzutasten. Aber dafür hatte er noch genug Zeit.
Er würde schon noch herausfinden, was die verlogene Schlange wirklich zurück ins Schloss getrieben hatte. Und bis es an dem war, hieß es aufpassen und dafür sorgen, dass Hermione und vor allem Daphne diesem Biest nicht doch noch zu leichtfertig begegneten und am Ende auf den Leim gingen.
Für den Moment schien er die Beiden, allen voran Daphne, wieder mehr auf den richtigen Kurs gebracht zu haben. Dennoch mussten sie auf der Hut zu sein.
Dass Parkinson außerhalb des Unterrichts nicht zaubern durfte, war eine passable Information, die ihm Snape vorgestern ruhig auch schon hätte geben können. Aber mit McGonagall im Büro wäre das etwas ungünstig verlaufen. Die Tatsache, dass Snape Parkinson allerdings genauso wenig traute und zudem Derartiges als Bedingung verlangt hatte, sagte im Grunde bereits alles.
Schließlich nahm auch die letzte Stunde ein Ende, sodass die Freunde geschlossen in die Bibliothek verschwanden, um ihre Hausaufgaben zu erledigen. Mit denen waren Draco und Hermione zeitnah fertig, sodass sich der Blonde stattdessen wieder seinem kleinen Projekt widmete, während Hermione ihren Alte Runen Aufsatz nochmal zur Hand nahm.
Als sie die Bücher sah, die Draco aus seiner Tasche zog, war ihre Arbeit jedoch schnell vergessen, denn das interessierte sie mehr. Draco bemerkte es und begann breit zu grinsen, als sie versuchte, in seinem Buch zu lesen. Dieses schlug er zu und sah die Löwin keck schmunzelnd an.
„Wir sind doch nicht etwa neugierig, Miss Granger?“, stichelte er leise, um Madam Pince nicht auf sich aufmerksam zu machen. Hermione brummte.
„Woran arbeitest du?“ „Geheimnis. Das hab ich dir schon mal gesagt“, neckte er sie und stahl sich einen Kuss. Hermione murrte allerdings und setzte einen Schmollmund auf, was ihn amüsierte.
„Ich weiß, dass dich das kirre macht, wenn du was nicht weißt. Und das werde ich noch eine Weile auskosten“, stänkerte er, was sie aufs Neue brummen ließ. Am Ende sah sie zurück auf das alte Buch.
„Ist das eins aus eurer Bibliothek?“ „Ja. Und es hilft mir wesentlich mehr, als das Material, was wir hier zur Verfügung haben.“ „Aber es ist nichts Schwarzmagisches?“, bohrte die Löwin, was ihn ein ganz klein wenig resignieren ließ, da ihre Gedanken in diese Richtung gingen.
„Nein“, seufzte er und sah sie etwas geknickt an. „Warum gehst du automatisch immer davon aus?“ „Das tu ich nicht!“, kam Hermione ins Schlingern. „Aber?“, hakte Draco nach, da dieses Wort für seinen Geschmack zu sehr ihrer Aussage nachhallte.
„Ich mach mir einfach bloß Sorgen.“ „Ich mach keinen Blödsinn.“ „Das weiß ich. Und so meinte ich das auch nicht. Aber ich hab dir schon mal gesagt, dass ich aus deinen Auflagen auch nicht alles haarklein herauslesen konnte, was für dich vielleicht riskant ist und was nicht.“ „Ein Illusionszauber wird wohl kaum darunter fallen“, merkte Draco an.
„Genauso wenig wie die Tatsache, dass du Mugglekunde belegen und überall mit einem O abschließen musst?“, erinnerte sie ihn, worauf er kurz mit den Zähnen knirschte.
„Vieles ist zwar nur Schikane, was wir sicherlich Umbridge zu verdanken haben, trotzdem musst du dich jetzt daran halten und ich. . . Ich will einfach nur sicher sein, das ist alles“, hauchte sie und strich ihm durch die Haare.
„Und ich will dir meine Überraschung nicht verraten“, entgegnete Draco ihr, was sie seufzen ließ. „So kommen wir nicht weiter.“ „Nein. Aber vielleicht mit einem Kompromiss?“ „Der da wäre?“, horchte Hermione auf.
„Ich hab dir versprochen, dass du die Erste sein wirst, der ich den Zauber zeige, wenn das alles so klappt, wie ich mir das denke. Bevor ich etwas wirklich Spezifisches mache, kann ich ja nochmal mit Tonks reden und das genau abklären, okay? Und um dich ganz zu beruhigen, dass es nichts Gefährliches ist, würde ich Ginny zumindest verraten, was ich vorhabe. Wenn sie der Meinung ist, dass es harmlos ist, gibst du Ruhe. Einverstanden?“ „. . . Na schön“, gab sie sich nach einem kurzen Moment geschlagen, was Draco zufrieden stimmte.
„Ginny?“, richtete er sich leise an die jüngste Weasley, die dem Gespräch der Beiden bereits ein wenig gelauscht hatte und nun sehr interessiert zu Draco sah, dem sie schmunzelnd auf ihr Ohr deutete. Hermione nahm es etwas mürrisch zur Kenntnis, da ihre Neugier blieb und dadurch noch größer wurde. Und es wurde sogar noch schlimmer, als Ginny immer breiter lächelte und Draco letztlich ein Küsschen auf die Wange gab.
„Guter Junge“, meinte sie nur und sah keck zu Hermione. „Sein Geheimnis.“ Daraufhin schnaubte die Hexe und bekam zur Strafe noch ein freches Grinsen von Draco zu sehen, der seine Bücher dann erstmal wegpackte, was sie stutzen ließ.
„Nicht, dass du mir doch noch auf die Schliche kommst“, neckte er sie und stahl sich einen weiteren Kuss, bevor er verschwand. „Draco!“, rief Hermione noch und wollte ihm folgen, Ginny hielt sie aber zurück.
„Lass ihn in Ruhe grübeln. Was er vorhat scheint auch nicht ganz einfach zu sein, wenn er schon länger daran bastelt.“ „Hm“, brummte Hermione dennoch, was Ginny feist grinsen ließ.
„Du willst es wissen.“ „Natürlich!“ „Tja, das ist Pech, ich verrat’s dir nämlich nicht!“, feixte Ginny und knuddelte ihre Freundin kurz, bevor sie meinte: „Na komm. Sei nicht so. Er macht das für dich und du wirst dich darüber freuen, das weiß ich“, versicherte Ginny ihr lächelnd. Ein leicht flaues Gefühl blieb trotz allem in Hermione.
„Und es ist wirklich nichts, was ihm Schwierigkeiten machen könnte?“ „Nein. Absolut nicht. Mach dir keine Sorgen. Es ist einfach nur furchtbar lieb, was er plant. Also lass ihm die Ruhe, die er für seine Arbeit braucht“, beruhigte Ginny sie, sodass Hermione einknickte und sich dann doch wieder ihrem Alte Runen Aufsatz widmete.
Nur eine Regalreihe weiter hatten ein paar blaue Augen das neckisch, verliebte Treiben der Schulsprecher mit gesteigertem Argwohn beobachtet.
Es war nicht gut. Diese Sache entwickelte sich für ihn auch weiter in die völlig falsche Richtung. Und wenn das noch länger so lief, würde sein Pan gänzlich gegen die Wand laufen. Das durfte er auf gar keinen Fall zulassen. Dafür war sein Vorhaben auf lange Sicht viel zu lukrativ, als das er sich die Butter vom Brot nehmen ließ. Also hieß es noch radikaler vorgehen. Und ihm kam auch schon ein Gedanke wie.
Mit dieser Vorstellung im Kopf verließ er hinter dem Blonden die Bibliothek, um sich an eine genauere Umsetzung seiner Pläne zu machen.
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Manchmal nützt es, mich vor all den Leuten lächerlich zu machen, die mich als Autoritätsperson erleben. Auch ich habe nicht auf alles eine Antwort parat, und die Mitarbeiter geben nur ihr Bestes, wenn sie mich nicht für vollkommen halten.
Mike Newell