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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Auf den Spuren der Gerechtigkeit

von Alex2303

Sodale, da bin ich wieder, wenn auch etwas spät. :)

Danke an dramaqueen1997, bloody_princess und Maria fürs Kommi und E-Mail schreiben.

@dramaqueen1997: Umbridge ist weg, bleiben noch andere Spießgesellen und sonstige Problemchen. Angefangen mit Pansy und Daphnes Gutmütigkeit.

@bloody_princess: Keine Angst, es kommt noch bissl was. Ich hab schließlich mit Lucius und Co noch ein paar Handlungsstränge offen.

Liebe Grüße und viel Spaß,

*Nachteule* Alex







۩ ۞ ۩


In der Region um Sedgemoor zeigte sich das Wetter mal wieder von seiner typisch hässlichen englischen Seite. Nämlich nass, grau und kalt. Statt Schnee kam ein Gemisch aus Wasser und Eis vom Himmel, das jeden vernünftigen Menschen in seine heimischen vier Wände trieb, wo Pansy jetzt auch lieber wäre.
Stattdessen stand sie im Matsch auf dem kleinen magischen Friedhof, auf dem gerade ihre Eltern beigesetzt wurden. Bei ihr war nur noch ein entsprechender Beamter aus dem Ministerium, der die standardmäßige Zeremonie durchführte, bevor er die Särge in den vorgesehenen Löchern verschwinden lassen würde.
Pansy bekam nicht wirklich etwas von den Worten des Mannes mit. Ihr Blick lag einfach nur starr auf den beiden Holzkisten, in denen die Körper von Adele und Geoffrey verwahrt waren.
Sie hatte darauf verzichtet nochmal einen Blick auf die bleichen Züge ihrer Eltern zu werfen, denn sie wollte sie nicht so im Gedächtnis behalten. Stattdessen hing sie ihren Gedanken und damit der Tatsache nach, warum sie überhaupt hier war. Warum sie keine anderen Eindrücke ihrer Eltern mehr aufnehmen konnte.
Alles nur wegen der Blutsverräter und Schlammblüter! Sie hatten alles kaputtgemacht und ihre Welt zerstört. Sie hatten die alte Gesellschaft gestürzt und ihre Werte verbrannt, wofür sie noch bluten würden. Das schwor sich Pansy an diesem verregneten Samstagnachmittag aufs Neue. Nur würde das alles andere als leicht für sie werden, wenn sie da an das Gespräch gestern Abend zurückdachte. . .

Es war ein Spießroutenlauf, wie schon die vergangenen Tage. Egal wohin sie ging, von jedem wurde sie misstrauisch und vor allem verhasst gemustert. Und zwar als Einzige von den Schlangen! Weder Malfoy sah man schief an, noch irgendwen von den Unterstufen. Nur sie!
Darüber hinaus waren es auch nicht nur Zabini und Harper, die ihr mit Argwohn begegneten, sondern auch Tracey und Theo. Sie war selbst in ihrem eigenen Haus eine Ausgestoßene, sodass sie sich einmal mehr fragte, was sie überhaupt hier machte?
Zudem hatte sich der Sauhaufen um Malfoy leider auch wieder zusammengerauft. Die Zankerei von Donnerstag Morgen schien vergessen. Ihr kleiner Plan war nicht so recht aufgegangen. Zu allem Überfluss ging Daphne ihr stellenweise nun auch wieder aus dem Weg. Scheinbar hatte Harper sie erneut eingelullt. So viel zum Thema
Helfen. Pah!
Jetzt saß sie hier, allein in ihrem Schlafsaal, da sich Tracey gleich am zweiten Tag ihrer Anwesenheit in einen der leerstehenden Schlafsäle verzogen hatte. Und das mit einem finsteren Blick.
Pansy war es soweit egal. Da hatte sie mehr Platz und Ruhe, und vor allem das Bad für sich, da sich Daphne augenscheinlich nachts auch nur noch bei Harper herumtrieb. Zumindest war sie Donnerstag Abend nicht mehr im Schlafsaal aufgetaucht, anders als am Vortag. Umso mehr überraschte es Pansy, als sie die Blonde in der Tür sah, von wo Daphne sie unergründlich musterte.
„Hey“, brachte sie versucht dünn heraus und setzte ein betrübtes Lächeln auf. Daphnes nachdenkliche Miene blieb jedoch, was Pansy maßlos verunsicherte. Was sollte das jetzt wieder?
„Kommst du mit dem Stoff klar?“ „Soweit ja. Das Mugglekundezeug macht mir allerdings Probleme.“ „Da kann ich dir auch nicht helfen. Charlie hat davon zwar Ahnung, aber. . .“, brach Daphne ab. Pansy hatte auch so verstanden, dass Harper sich vorher beide Hände abhacken würde, als ihr unter die Arme zu greifen.
„Draco offensichtlich auch“, resümierte Pansy. „Granger scheint ihm da zu helfen.“ „Hermione.“ „Wie?“ „Ihr Name ist Hermione“, meinte Daphne und musterte Pansy wieder eingehender, die sich in ein entschuldigendes Lächeln rettete.
„Alte Gewohnheit“, meinte sie, nur blieb Daphnes Blick leicht distanziert. „Wenn du wirklich mit allem Alten abschließen willst, solltest du diese
Gewohnheiten ganz schnell abstellen. Du machst dir damit keine Freunde. Auch nicht bei uns. Darüber hinaus solltest du dich bei den Anderen entschuldigen. Angefangen bei Hermione, Harry und Neville.“ Auf den Wink verzog Pansy verbissen die Lippen. Sie hatte echt keine Lust, bei Potter, dem Schlammblut und Lahmarsch zu Kreuze zu kriechen. Fehlte nur noch, dass sie sich auch bei der räudigen Wieselbrut und der Irren entschuldigen sollte!
Zu Daphne meinte sie hingegen verbittert: „Sie werden mir nicht zuhören und doch eh nicht verzeihen.“ Daraufhin wurde der Blick der Blonden leicht stechend.
„Das weißt du erst, wenn du es versucht hast. Oder ist dir das bereits zu mühselig?“, bohrte Daphne, sodass sich Pansy gehörig auf die Zunge biss, bevor sie wehleidig widersprach.
„Natürlich nicht!“ „Dann solltest du das zeitnah tun. Ob sie es dann annehmen, ist eine andere Sache. Trotzdem ist es deine Pflicht, es ihnen zumindest zu sagen, nach allem, was du unter anderem letztes Jahr getan hast.“ „Ich hatte einfach Angst und. . .“ „Komm mir nicht so!“, unterbrach Daphne sie scharf, sodass sie gleich schwieg.
„Falls du es vergessen hast, ich war letztes Jahr auch im Schloss. Und auch wenn Ginny mich erst wieder daran erinnern musste, habe ich genauso recht deutlich mitbekommen, dass du dich
freiwillig am Programm von Carrow beteiligt hast. Darüber hinaus hast du fast jeden Abend in unserem Schlafsaal über die Opfer dieser Methoden gehöhnt und gespottet! Dass es nicht genug wäre. Also komm mir nicht mit der Leier! Jeder einzelne von ihnen hat einen berechtigten Grund, auch weiter wütend auf dich zu sein. Es ist ihr gutes Recht! Du hast dich unmöglich benommen. Wenn dir das alles also wirklich so leid tut, wie du mir vorgestern gesagt hast, sollte es ja nicht so schwer sein, es den Anderen ebenfalls zu sagen und zu zeigen. Wenn du aber noch nicht einmal versuchen willst, mit dir selbst ins Reine zu kommen, scheint mir dein ganzer Sinneswandel recht zweifelhaft. Man muss Vergebung suchen und erbitten, um sie zu bekommen. Nicht umgekehrt. Wenn du ein neues Leben willst, musst du auch etwas dafür tun. Es wird nämlich keiner zu dir kommen und sagen: ,Hey, es war zwar richtig mies, was du mir angetan hast, aber schwamm drüber!‘ So läuft das nicht. Aber, wie gesagt. . . Wenn dir das schon zu mühselig ist, scheinen Draco, Blaise und Charlie mit ihrer Meinung über dich am Ende Recht zu behalten. Mal wieder“, resümierte Daphne kühl, ehe sie fortfuhr.
„Ich hab dir gesagt, dass ich dir helfen werde, was ich auch ehrlich so gemeint habe. Aber ich werde dir diese Arbeit ganz sicher nicht abnehmen. Ich hab bereits versucht, ruhig mit den Anderen zu reden und sie um Verständnis gebeten. Dafür durfte ich mir insbesondere von Draco wieder eine ziemlich hässliche Geschichte anhören, in der du die Hauptrolle gespielt hast.“ „Hat er mich wieder schlecht gemacht?“, nuschelte Pansy verbissen.
„Das hast du selbst mit Bravour hinbekommen“, meinte Daphne kalt. „Und du glaubst ihm?“ „Ich wollte es nicht, nur hat Tonks mir die Sache aus der Diagon Alley bestätigt. Ich denke, du weißt, wovon ich spreche?“, taxierte Daphne sie gefährlich, worauf Pansy verschämt nickte.
„Ich hoffe wirklich, du hast allen voran
diese Seite abgelegt.“ „Wenn nicht, denkst du, ich wäre dann wieder nach Hogwarts gekommen?“ „Das reicht bei weitem nicht aus. Es ist ein erster kleiner Schritt, aber wenn du tatsächlich eine grundlegende Veränderung willst, gehört da noch sehr viel mehr dazu. Angefangen damit, dass du dich bei den entsprechenden Leuten entschuldigst. Dann würden dir die Jungs auch mit weniger Argwohn gegenübertreten. Du hast es selbst in der Hand. Und wenn du es richtig machst, kommt der Rest von allein. . .“

Wer’s glaubte! Sie würde ganz bestimmt nicht um Vergebung betteln! Erst Recht nicht bei denen, die für all das hier verantwortlich waren! Nur weil dieses Ungeziefer aufbegehrt und die Macht an sich gerissen hatte, stand sie nun hier. Nur ihretwegen war alles ruiniert. Sie hatte ihr Ansehen verloren, ihren Einfluss und nun auch ihre Eltern.
Das Begreifen über all das, allen voran das Letzte, kam seit der vergangenen Woche nun wieder verstärkt an die Oberfläche. Die Tatsache, dass sie allein war. Nicht nur jetzt und hier, da Lucius nicht bei ihr war, sondern generell. Sie hatte einen Teil ihres Lebens und der Vergangenheit verloren, der nicht zurückzubringen war.
Dieser Teil verschwand langsam aber sicher in den beiden kalten, dunklen Erdlöchern, während ein paar salzige Tropfen Pansys Züge hinab rannen.

۩ ۞ ۩


„Bedauerlich. Wirklich bedauerlich“, resümierte Draco mit einem breiten Grinsen, als er zum dritten Mal den heutigen Artikel des Daily Prophet las. Dieser berichtete über drei Seiten von der Festnahme Umbridges und schilderte damit auch haarklein deren Taten.
Hermione nahm es augenrollend, aber dennoch schmunzelnd zur Kenntnis. Immerhin hatten sie alle allen Grund sich über den Artikel zu freuen, auch wenn Draco in einer Sache etwas zu meckern hatte.
„Es ist nur zu schade, dass sie am Ende nicht auch näher Bekanntschaft mit den Dementoren machen wird.“ „Was hast du erwartet?“, meinte Hermione, während sie sich ihre Ohrringe ansteckte und an die Couch trat.
„Es war abzusehen, dass sie auf Kingsleys Deal eingeht, und die anderen krummen Hunde aus dem Ministerium ans Messer liefert, um dem Dementorenkuss zu entgehen.“ „Sicher. Trotzdem“, brummte Draco leicht, sodass sich Hermione zu ihm beugte und ihm einen Kuss auf die Wange hauchte.
„Ich denke, Umbridge ist mit einer lebenslangen Haft in diesem Loch mehr bestraft“, schmunzelte sie und nahm sich die Zeitung. Ihr Blick fiel dabei auf die kleine Randnotiz, die ihr einerseits eine tiefe Befriedigung verschaffte, andererseits ärgerte es sie maßlos, dass es nur ein Satz war, dem vermutlich kaum jemand Beachtung schenken würde.
„Was mich mehr ärgert, ist, dass der Daily Prophet es mal wieder geschafft hat, dich komplett zu übergehen.“ „Was meinst du?“, sah Draco zu ihr auf. Hermione schnaubte.
„Was wohl? Das fängt damit an, dass sie nur in einem kleinen Nebensatz erwähnt haben, dass Umbridge zu deiner Verhandlung Beweise gefälscht und Zeugen manipuliert hat. Sie sind nicht mal näher auf das Was und Wie eingegangen, als wäre es völlig unwichtig! Nach allem, was sie sich bisher im Bezug auf dich geleistet haben, wäre es aber das Mindeste, das nochmal richtig klarzustellen!“, empörte sich die Löwin, was Draco jedoch grinsen ließ, da sie sich mal wieder so schön aufregte. Dabei versprühten ihre Augen immer ein ganz besonderes Feuer, was er Jahr für Jahr nur zu gern geschürt hatte. Am Ende fasste er sie an der Taille und zog sie kurzerhand zu sich auf den Schoß.
„Kleine Kratzbürste“, säuselte er neckisch und stahl sich einen Kuss. „Mir ist das vollkommen egal, was die über mich schreiben oder nicht schreiben.“ „Mir aber nicht! Erst machen sie dich in einer Tour schlecht, indem sie dir sonst was unterstellen und deine ganze Hilfe totschweigen, und jetzt haben sie auch weiter die Dreistigkeit, ihre Fehler und Versäumnisse nicht einzuräumen! Wahrscheinlich hätte ich diesem blöden Barnabas noch deutlicher sagen sollen, was ich von diesem Geschmiere halte“, knurrte sie und mahlte mit den Zähnen.
Draco konnte daraufhin nur schmunzelnd mit dem Kopf schütteln, bevor er sich über seine Hexe hermachte und sie im Nacken küsste, damit sie aufhörte zu brummen. Dabei fiel ihm einmal mehr auf, dass etwas fehlte. Als er sie wieder ansah, erkannte er deutlich, was es war, denn sie trug auch heute Abend die Kette nicht, was ihn doch ein wenig wunderte. Immerhin hatte sie sich die dazu passenden Ohrringe angesteckt.
„Hat es einen Grund, dass du mein kleines Geschenk überhaupt nicht mehr trägst?“, erkundigte er sich und strich mit den Fingern über ihren Hals und das Schlüsselbein. Kurz darauf hatte Hermione ihre Hand auf seiner liegen, ehe sie selbst etwas bekümmert über die nackte Stelle fuhr.
„Nein. Also. . . Ich muss sie im Verbotenen Wald verloren haben, als ich . . . uhm. . .“, brach sie ab und sah leicht schuldig zu Draco, dem ein geschlagenes „Oh“ über die Lippen kam. Hermione nickte und sah kurz an sich herab, ehe sie Draco wieder in die Augen schaute.
„Es ist komisch, aber ohne sie fühle ich mich schon ein bisschen nackt.“ „Dann müssen wir das bei Gelegenheit ändern und die Lücke schließen“, schmunzelte er und drückte ihr einen kleinen Kuss auf den Hals, was sie sich lächelnd gefallen ließ.
„Ich denke, das ist nicht nötig. Und das will ich auch nicht. Die Kette war etwas Besonderes. Sie war ein Teil unserer Geschichte. So was kann man nicht ersetzen. Davon abgesehen, hat sie ihren Zweck ja auch erfüllt. Sie hat mich beschützt, mir Glück gebracht und am Ende wieder zu meinem Prinzen geführt“, lächelte sie und gab besagtem Prinzen einen süßen Kuss.
„Ich habe dich und das ist das Wichtigste für mich.“ „Das kann ich nur zurückgeben“, summte er und zog sich seine Löwin noch mehr heran, um sie nicht mehr loszulassen. Nicht zuletzt hatte er auch keine wirkliche Lust zu Slughorn zu gehen, da er sich die Zeit lieber mit seiner Hexe vertrieb. Und zwar ungestört. Allerdings unterbrach Hermione ihren Kuss, als sich die Uhr auf dem Kaminsims meldete.
„Wir müssen dann langsam“, meinte sie mit einem Blick auf das Ziffernblatt. Draco tat seinen Unmut darüber mit einem Murren kund.
„Jetzt komm, die Anderen sind doch auch da. Wird sicher lustig.“ „Ich kann mir offen gestanden schönere Dinge für einen Abend vorstellen. Allen voran mit dir allein“, grinste er lasziv, was sie mit den Augen rollen ließ. Das allerdings schmunzelnd. Dennoch blieb sie hartnäckig.
„Reizvoll, aber nein. Wir haben Slughorn schließlich zugesagt, dass wir kommen. Darüber hinaus, wollte er auch noch meinen Prinzen kennenlernen“, griente sie. Draco brummte jedoch wieder, was sie skeptisch stimmte.
„Was ist denn?“ „Es geht ihn nichts an. Es ist unsere Geschichte. Das hast du vorhin selbst gesagt“, erinnerte er sie und sah sie spitz an, worauf sie nickte.
„Ja, sicher. Nur hab ich es Slughorn zum einen versprochen und zum anderen könnte es dir recht dienlich sein.“ „Warum sollte es mir dienlich sein, wenn der Dicke es weiß?“ „Liegt das nicht auf der Hand?“ „Nein.“ Hermione stöhnte. Sie fragte sich gerade ernsthaft, ob er wirklich so doof war oder es, warum auch immer, einfach nur nicht sehen wollte?
„Du weißt so gut wie ich, dass Slughorn in alle möglichen Richtungen gute Kontakte hat und die auch pflegt. Genauso, dass er viel von der Geschichte und diesem Zauber gehalten hat. Wenn er weiß, dass du damals hinter allem gesteckt hast, könnte er dir damit helfen, deinen Ruf etwas aufzupolieren“, stieß sie ihn auf das Offensichtliche. Draco schnaubte.
„Danke, kein Bedarf.“ „Warum nicht?“ „Warum drängst du so darauf?“, hielt er ihr entgegen, da sie schon wegen des Artikels so gewettert hatte. Wenig später stahl sich ein Anflug von Enttäuschung auf seine Züge, da ihm ein leider recht plausibler Grund in den Sinn kam.
„Stört es dich nun doch, was die Leute von mir halten?“ „Merlin, sei nicht albern!“, widersprach sie sofort und gab ihm einen zärtlichen Kuss.
„Mir war das vor einem halben Jahr egal und mir ist es jetzt noch gleichgültiger“, beruhigte sie ihn. „Dann ist doch alles gut.“ „Nein. Ich will das um deinetwillen geklärt wissen. Ich will, dass die Leute aufhören etwas in dir zu sehen, was du gar nicht bist. Es ist nicht fair. Und es kann dir doch nur helfen. Was ist so schlimm daran?“ „Diese ganzen Einzeller sind mir egal. Die werden ohnehin immer nur denken, was man ihnen vorkaut. Du stocherst aber in einem Wespennest herum, wenn du so auf dein Recht pochst.“ „Ich poche auf dein Recht. Und ich stocher nicht, ich räucher die Wespen aus. Dann können sie nicht stechen“, grinste sie, sodass er die Augen verdrehte und den Kopf in den Nacken legte. Ein deutliches Zeichen, dass er resignierte.
„Jetzt komm. Wir sind vermutlich schon die Letzten.“ Damit war die Diskussion für Hermione erledigt. Sie schnappte sich nur noch ihre Tasche und zog Draco hinter sich her auf den Gang, runter in die Kerker zu Slughorn.
Wie befürchtet, war der Raum bereits brechend voll. Ihre Freunde waren, soweit sie das sehen konnte, auch schon alle da. Harry guckte allerdings recht leidend, da er wusste, was ihm noch blühte, sobald Slughorn warm gelaufen war, alle begrüßt und vorgestellt hatte. Für den Moment bekam der Held aber noch eine kleine Schonfrist, da Hermione erstmal mit ihrem Helden zu Slughorn verschwand. Als der Professor sie sah, lächelte er freundlich und schob sich mit seinem dicken Bauch in ihre Richtung.
„Hermione, Draco. Schön, dass Sie da sind. Ich hatte schon die Befürchtung, Sie würden nicht mehr kommen.“ „Wir hatten nur noch etwas zu klären“, lächelte Hermione entschuldigend. Draco brummte.
„Die Sache ist nicht geklärt!“ „Doch, ist sie!“, blieb Hermione stur und sah wieder lächelnd zu ihrem Professor, der etwas verdutzt schaute.
„Gibt es ein Problem?“ „Nein, alles bestens. Es ging nur um einen Besuch.“ „Besuch?“, stutzte Slughorn und nahm noch verwirrter zur Kenntnis, dass Hermione Draco energisch am Arm festhielt, da er gerade Anstalten machte zu verschwinden.
„Ja. Ich habe Ihnen jemanden mitgebracht“, erklärte Hermione weiter lächelnd, während Horace überlegte, wen sie meinte, dann aber von einer Eingebung überspült wurde und freudig lächelte.
„Nun sagen Sie mir noch, der junge Mann hat sich doch noch bei Ihnen gemeldet?“ „Sowas in der Art. Sie kennen ihn zudem schon.“ „Tue ich das?“, stutzte Horace und geriet sichtlich ins Grübeln, was Hermione noch mehr schmunzeln ließ.
„Ist er hier?“ „Ja“, griente Hermione und zog Draco mit einem energischen Ruck heran, den sie Slughorn vor die Nase schob. Dieser blinzelte perplex, während der Slytherin düster auf einen Punkt hinter seinem Professor starrte. Hermione amüsierte es.
„Mein geheimnisvoller Briefeschreiber. Draco“, schmunzelte die Gryffindor keck und nahm mit einer diebischen Freude das überforderte Gesicht ihres Professors zur Kenntnis.
„Nein?! Wirklich?“, sah Slughorn ungläubig zwischen Hermione und Draco hin und her. Die Hexe nickte, machte sich lang und gab ihrem Eisprinzen noch einen Kuss auf die Wange, damit er endlich seinen Starrsinn ablegte.
„Ja aber, wie. . . Ich dachte. . . Warum haben Sie dann so lange nichts gewusst? Und der Aufspürzauber?“ Slughorn war mehr als irritiert, sodass Hermione ihm die Geschichte erklärte. Slughorn blieb überrascht und sah schließlich zu Draco, der recht geschlagen wirkte.
„Der Zauber auf der Kette stammte wirklich von Ihnen?“ „Hm“, brummte der Blonde lediglich, mit einem knappen Nicken, sodass Horace kurz zu Hermione sah, die sich zufrieden an ihren Slytherin kuschelte, bevor er Draco erneut in Augenschein nahm.
„Das ist verblüffend. Ich möchte ehrlich sein, aber mit Ihnen hätte ich überhaupt nicht gerechnet.“ „Sollte ja auch keiner in die Richtung denken.“ „Sicher, sicher. Aber. . . Verstehen Sie mich jetzt nicht falsch. Ich hätte es auch weniger wegen Ihrer persönlichen Differenzen ausgeschlossen, sondern mehr aufgrund Ihres . . . nun. . . Sie waren mir vor zwei Jahren mit Ihren Leistungen nicht gerade als besonders herausragend erschienen, so wie Hermione.“ „Ich hatte auch andere Probleme, als meine Noten“, gab Draco blasiert zurück, was Slughorn rasch nicken ließ.
„Sicher. Natürlich“, schlug der Zaubertränke Professor Schneisen. „Was ich in diesem Jahr aber von Ihnen sehen durfte, ist hingegen beachtlich. Dennoch. Dieser Zauber ist sehr speziell und kompliziert. Darf ich fragen, wie lange Sie dafür gebraucht haben?“ „Fast den ganzen Sommer, sofern ich meine Ruhe hatte“, erklärte Draco matt, sodass sich Slughorn etwas umständlich räusperte, als die Bedeutung von Ruhe haben in seinem Kopf Gestalt annahm.
„Verständlich. Aber ich muss sagen, es beeindruckt mich dadurch sogar noch mehr. In dem Alter und unter derartigen Bedingungen. . . Meine Hochachtung dafür“, deutete Slughorn eine kleine, formelle Verbeugung an, bevor er lächelnd zu Hermione sah.
„Da bleibt mir nur, Ihnen beiden für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Ich erwarte Großes von Ihnen. Also halten Sie einander gut fest.“ „Ganz bestimmt. Nochmal lass ich ihn nicht in den Schatten verschwinden“, lächelte Hermione und sah zu Draco. Er tat es ihr gleich.
„Ich hab auch nicht vor wieder zu verschwinden.“ „Gut zu wissen“, griente sie und ließ sich kurz von ihm küssen. Slughorn nahm es freudig zur Kenntnis und sinnierte: „Vielleicht sollte ich noch ein paar Jährchen mehr unterrichten?“, bevor er einen seiner Gäste erspähte und stattdessen zu diesem trat.
„War das Gespräch jetzt so schlimm?“, erkundigte sich Hermione, kaum dass Slughorn weg war. „Ich hätte trotzdem darauf verzichten können. Ich will nicht wissen, auf was für blöde Gedanken Slughorn jetzt noch kommt.“ „Sicher nur Gute. Und jetzt denk nicht länger so schwarz“, gab sie ihm aufmunternd zu verstehen und verschwand zum Rest ihrer Freunde, die bereits in eine angeregte Unterhaltung vertieft waren.
Zu Hermiones Leidwesen war das Thema mal wieder Quidditch. Aber was wunderte es sie? Nächste Woche hatte Gryffindor schließlich das Spiel gegen Ravenclaw. Und vor dem hatte Harry etwas Bammel. Nicht, weil Ravenclaw im Normalfall ein besonders schwerer Gegner war. Das Problem war mehr, dass gewisse Spannungen im Team herrschten, die durch eine bestimmte Person kamen. Diese war ebenfalls auf der Feier und einmal mehr damit beschäftigt, böse Blicke in Dracos Richtung zu werfen.
„. . . Ich versteh nicht, warum du den Idioten nicht schon aus dem Team geschmissen hast?“, merkte Blaise an. „An deiner Stelle würde ich da nicht lange fackeln.“ „Ich weiß. Ich hab ja auch schon überlegt, nur sind das irgendwo zwei paar Schuhe.“ „Ich seh bloß ein übergroßes Paar. Und dann auch noch zwei Linke. Ihr werdet verlieren“, rieb Draco Harry unter die Nase, der sich prompt die Haare raufte.
„Wo soll ich denn auf die Schnelle einen neuen Hüter hernehmen? Ron hat, bis auf zwei Würfe von Ginny, alles geblockt, im Gegensatz zu den Anderen.“ „Gute Löwin“, lobte Blaise.
„Da solltest du dich nach der Schule vielleicht wirklich bei einem Team bewerben.“ „Ich dachte an die Holyhead Harpies“, sinnierte Ginny, worauf Blaise nickte und wieder zu Harry sah.
„Trotzdem. Das kann nicht gutgehen. Er hat mit dir und Ginny Krach. Und so wie ich das mitbekommen habe, ist er wohl auch schon mit einem eurer Treiber angeeckt. Stress im Team ist Gift für’s Spiel. Wenn ich eins weiß, dann das. Wär für uns zwar gut, wenn ihr gegen Ravenclaw den Kürzeren zieht, aber so will ich dieses Jahr den Pokal nicht entgegennehmen.“ „Du tust ja bereits so, als ob ihr als Sieger feststeht“, zwickte Ginny ihn in die Seite. Ihr Freund grinste.
„Wir werden gewinnen.“ „Da haben wir auch noch ein Wörtchen mitzureden“, deutete sie auf sich und Harry, zu dem Blaise wieder sah.
„Dann denk nach dem Spiel besser über einen neuen Hüter nach.“ „Wenn er es vergeigt auf jeden Fall. Ich. . .“ „Ah, Harry!“, wurde der Gryffindor plötzlich von Slughorn unterbrochen, der sich zu den Freunden schob. Und das mit einem freudigen Lächeln, was dem Held nicht behagte.
„Einer meiner ehemaligen Schützlinge ist eben eingetroffen. Liam Baggins. Ein sehr vielseitig talentierter Mann. Er hat nach seinem Abschluss einige Jahre erfolgreich als Jäger für die Westwood Black Dragons gespielt, bevor er als Sportkorrespondent durch die halbe Welt gereist ist. Vor ein paar Monaten ist er nach England zurückgekommen und brennt darauf Sie kennenzulernen“, erklärte Horace und sah zu Hermione.
„Nach Ihnen hat er auch gefragt, meine Liebe. Darf ich Sie beide kurz zu ihm entführen?“, fragte Slughorn, wartete aber keine Antwort ab, sondern nahm sich Hermiones Arm, mit dem er sie bei sich unterhakte und mit zog, sodass Harry ihnen folgte. Schließlich konnte er seine Freundin nicht alleine lassen.
Nur einen Augenblick später waren sie zwischen den Leuten verschwunden und näherten sich einem Herrn, der Anfang, Mitte 40 war und sich mit drei Schülerinnen unterhielt, die ihn anhimmelten, da er eine recht attraktive Erscheinung und gut durchtrainiert war. Allerdings verheiratet, denn Hermione erkannte den Ring an seinem linken Finger. Schien die Mädchen jedoch nicht zu kümmern, die Slughorn zwar freundlich, aber bestimmt bat, sich erst einmal anderen Dingen zu widmen.
„Liam? Darf ich vorstellen, Hermione Granger und Harry Potter.“ „Nun komme ich doch noch zu der Ehre, Ihre Bekanntschaft zu machen“, reichte der Brünette Harry lächelnd die Hand, die er kräftig schüttelte, bevor er sich zu Hermione wandte und ihre Rechte nahm. Diese führte er an seine Lippen und hauchte kaum spürbar einen Handkuss darauf, was der Gryffindor mehr als unangenehm war, allerdings zwang sie sich zu einem freundlichen Lächeln.
„Und Sie sind also die bezaubernde, junge Frau, der man Ravenclaws Scharfsinn nachsagt?“, meinte er schmeichelnd und sah ihr tief in die Augen. Hermione entschied in dem Moment, als ihr ein kalter Schauer den Rücken runter lief, dass er ihr unsympathisch war.
„Allgemeines Gerede“, wich sie ihm aus und eroberte sich schnell ihre Hand zurück. Liam lächelte. „Nun, dann ist es wohl auch allgemeines Gerede, wenn man davon spricht, dass Sie mit Ihrem Intellekt und Ihrem Mut. . .“, sah er von Hermione zu Harry. „. . . den-dessen-Namen-man-nicht-nannte, besiegt haben?“ „Das waren wir nicht allein. Jeder hat seinen Teil zu diesem Sieg beigetragen“, stellte Harry nochmal klar, worauf Hermione nickte.
„Wir hatten jede Menge Unterstützung, von den unterschiedlichsten Seiten.“ „Das mag stimmen, doch so wie ich das der Presse entnehmen durfte, konnte dieses Unterfangen doch nur gelingen, da Sie beide wohl einen Weg gefunden hatten, IHN zuvor massiv zu schwächen. Man sprach von Schutzsiegeln, die er erschaffen hatte?“, hakte Liam neugierig nach und nippte an seinem Whisky. „Darüber möchten wir nicht näher sprechen“, gab Hermione ihm kühl zu verstehen, was Harry abnickte.
„Sicher. Worauf ich eigentlich hinauswollte, war, dass Sie diese Siegel erst zerstört haben, nicht wahr?“, lächelte er gewinnbringend. Harry schnaubte allerdings.
„Das waren wir auch nicht allein. Albus Dumbledore hat erst herausgefunden, dass es sie gibt, sie gesucht und selbst eines zerstört, was ihn am Ende das Leben gekostet hat. Er hat. . .“ „Ich dachte, er wurde ermordet?“, stutze Liam, was Harry erneut schnauben ließ.
„Das wurde er nicht! Es war alles mit Snape abgesprochen. Es sollte nach außen nur so aussehen, zumal Dumbledore damals ohnehin an den Folgen des Fluchs gestorben wäre. Es war alles Taktik und diente der Tarnung, wie vieles andere auch!“ „Dennoch haben Sie IHN besiegt und. . .“ „Jetzt hören Sie schon auf damit!“, wurde Harry allmählich böse und auch Hermione schaute recht ungehalten.
„Ich hätte gar nichts geschafft, hätte ich meine Freunde nicht gehabt! Ohne sie wäre ich niemand. Ohne sie hätte ich vermutlich gar nicht so lange überlebt. Genauso all die Anderen, die das erst möglich gemacht haben. Also hören Sie auf, uns auf ein Podest zu stellen!“, deutete er auf sich und Hermione, die zustimmend nickte und Liam erneut einen erzürnten Blick zuwarf.
„Wir haben diesen Krieg nicht im Alleingang gewonnen. Es sind so viele Menschen für diese Sache gestorben, an die niemand weiter denkt, außer die betroffenen Familien.“ „Harry hat Recht. Wenn Sie lediglich daran interessiert sind zu erfahren, was damals passiert ist, dann lassen Sie sich ein paar Ausgaben des Quibblers aus dieser Zeit geben. Dort können Sie alles nachlesen. Wir. . .“ „Dieses Witzblatt? Sie nehmen mich auf den Arm, Miss Granger“, schmunzelte Liam, erntete aber nur einen weiteren bösen Blick seitens der Gryffindor.
„Das größte Witzblatt Britanniens ist der Daily Prophet! Die Redaktion bastelt sich seit jeher ihre eigenen Geschichten zusammen, anstatt sich mit den wirklichen Begebenheiten und Fakten zu beschäftigen. Sei es um ihre Absatzzahlen durch vermeintliche Skandale zu steigern oder um politisch korrekt zu bleiben. Das war nach Voldemorts Auferstehung so, das ganze vergangenen Jahr über und es ist auch jetzt noch so! Diese Leute gieren nach Skandalen, verdrehen Tatsachen und erfinden Lügengeschichten, mit denen sie zudem anderen Menschen schaden! Und das wird auch so bleiben, so lange es noch solche Leute wie Sie gibt, die diesem Schundblatt ernsthaft Glauben schenken und nach solchen verlogenen Artikeln gieren. Harry und ich, wir haben zu diesen Dingen vor Monaten bereits alles gesagt, was es zu sagen gab. Und das wurde von anderen Zeitungen durchaus auch so zitiert. Wenn Sie sich so dafür interessieren, dann lesen Sie diese Berichterstattungen, aber lassen Sie uns damit in Ruhe! Dieser verfluchte Krieg war für jeden von uns schlimm genug, und ich hab echt keine Lust, mich wegen der Neugier irgendwelcher Leute, immer wieder damit auseinandersetzen zu müssen. Vor allem, wenn die am Ende auch nur wieder das heraushören, was sie hören wollen. Und jetzt entschuldigen Sie uns!“, zischte Hermione zum Schluss, bevor sie sich Harry schnappte und hoch erhobenen Hauptes zum Rest ihrer Freunde schritt.
„Wow!“, entwich es dem Helden noch sichtlich baff. „Nicht, dass mir deine Ansprache nicht gefallen hat, aber war das nicht ein bisschen heftig?“ „Hättest du dich lieber noch länger mit dem über diese Sachen unterhalten?“, sah Hermione ihn ungehalten an. Harry schüttelte nur rasch mit dem Kopf.
„Merlin, nein.“ „Wenn er wirklich was wissen will, hätte er auch Slughorn fragen können. Er ist schließlich auch weitestgehend über alles im Bilde“, murrte Hermione noch, als sie wieder bei den Anderen ankamen. Denen fiel die plötzlich schlechte Laune der Gryffindor auf.
„Was ist los?“, erkundigte sich Ginny. Hermione winkte ab, während Harry meinte: „Slughorn hatte einen sehr neugierigen Gast, der uns über die Schlacht ausquetschen wollte.“ „Man sollte meinen, der Schuh wäre inzwischen ausgelatscht“, resümierte Blaise.
„Das wird wohl noch eine Weile dauern“, meinte Charlie. „Leider“, seufzte Hermione und schob sich zu Draco, von dem sie sich in die Arme nehmen ließ.
„Was haltet ihr davon, wenn wir uns erstmal etwas zu Essen holen? Das Buffet sieht lecker aus“, schnitt Luna lächelnd ein anderes Thema an, sodass der kurze, kleine Ärger bereits wieder vergessen war. Dass man ihre Traube eingehender beobachtete, bemerkte keiner der Freunde.
Unter anderem war es Ron, der immer mehr schäumte, je länger er mit ansehen musste, wie sich Hermione in die Arme des Frettchens schmiegte und ihn anlächelte.
Überhaupt war dieses Lächeln für Ron ein beinahe noch größerer Schlag ins Gesicht, als letztens ihr Geknutsche während Verteidigung. Dass Hermione ihn damit nur hatte provozieren und reizen wollen, war ihm im Nachhinein bewusst geworden. Das jetzt und hier war jedoch etwas vollkommen anderes.
In dieser einfachen, kleinen Geste steckte so viel Wärme, Zuneigung und allen voran Liebe, so etwas hatte er in der Form in all den Jahren noch nie von der Hexe gesehen. So ein strahlendes, überschwängliches, beglücktes Lächeln hatte sie bisher für niemanden übrig gehabt. Weder für ihn noch für Harry.
Dass sie diese Geste, mit allem was dazu gehörte, nun aber ausgerechnet an diesen dreckigen Bastard verschwendete, brachte sein Blut gefährlich in Wallung und schürte damit noch etwas ganz anderes.
„Sie ist dem Dämon mit allen Sinnen verfallen und zutiefst hörig“, grollte die dunkle Stimme einmal mehr durch Rons Geist. Dabei klang sie noch lauter und bedrohlicher als je zuvor. Zeitgleich blitzten frivole Bilder vor dem inneren Auge des Rotschopfs auf.
Er sah, wie sich Hermione auf schwarzen Seidenlaken unter der Schlange wand und räkelte, während diese sich an ihr labte, ihre Brüste knetete und kraftvoll in sie hinein stieß. Er hörte sie stöhnen und nach dem Dämon wimmern. Wie gut es war und das er sie noch härter durchnehmen sollte. Es widerte Ron an und schürte damit noch mehr den Hass in ihm, was die Stimme noch lauter machte.
„Du hast sie endgültig an dieses Monster verloren, da du zu lang gezögert hast. Und du wirst noch sehr viel mehr verlieren, je stärker er seine Machtstellung sichert und ausbaut. Sie werden ihm alle zum Opfer fallen. Sie werden ihre Gutmütigkeit am Ende mit dem Leben bezahlen! Er wird sie alle qualvoll zugrunde richten. Erst Hermione, dann Ginny, Harry, deine ganze Familie. . . ALLE!“, prophezeite ihm die Stimme weiter, womit sich die erotischen Bilder in grauenvolle, blutige verwandelten.
Er sah Hermione, die in Ketten gelegt, auf einem blutbesudelten Steintisch lag und sich schreiend unter Schmerzen wand. Ihre Kleider waren halb zerfetzt und ließen so einen deutlichen Blick auf ihren zerschundenen Körper zu. Neben ihr stand Malfoy in schwarze Roben gehüllt und grinste sadistisch, als er diverse Flüche auf sie wirkte. Und das scheinbar für Stunden.
Irgendwann nahm er sich einen Dolch und trat näher an die halbtote Löwin heran, die ihn mit fiebrig gebrochenen Augen ansah und kaum hörbar wimmerte, er solle aufhören. Malfoy lachte jedoch nur, was verzerrt von den kalten Steinwänden widerhallte, bevor er Hermione mit der freien Hand die Luft abdrückte. Zeitgleich setzte er den Dolch über ihrem Herzen an und begann dieses genüsslich freizulegen.
Dabei brach er mit einem Zauber noch zwei der schützenden Rippenbögen heraus, was der Hexe erneut einen bestialischen Schrei entlockte, der mit Blut durchtränkt war, an dem sie zu ersticken drohte.
„Meins“, raunte Malfoy nur und betrachtete gierig das gequält pulsierende Herz, nach dem er griff. Die Hexe warf ihm auf diese Regung nur noch einen verzweifelten, flehenden Blick zu, dem er mit einem sadistischen Grinsen begegnete.
„Nein“, wimmerte sie, als sich seine Finger in das lebenswichtige Muskelgewebe gruben, ehe er richtig zupackte, ihr Herz halb zerquetschte und es schließlich lachend herausriss, was ihr einen letzten Schrei entlockte.
Auf den grauenvollen Laut zuckte Ron wie geschlagen zusammen und taumelte benommen einen Schritt zurück. Dabei stieß er gegen jemandem, zu dem er kurz getrieben sah, bevor sein Blick panisch wieder in Richtung der Löwin fiel. Die unheimliche Szene war jedoch verschwunden.
Stattdessen sah er sie äußerst lebendig im Kreis ihrer Freunde, mit denen sie sich unterhielt, scherzte und herzlich lachte. Dicht an ihrer Seite stand das Frettchen und hatte ihr einen Arm um Rücken und Taille gelegt, was sie ihm gleich tat und sich so richtig an ihn lehnte.
Sie nippte gerade an ihrem Glas, als Zabini irgendetwas sagte. Nur einen Moment später verschluckte sie sich leicht an ihrem Getränk, ehe sie wieder aus vollstem Herzen lachte, wie auch der Rest. Am Ende sah sie zu der weißen Schlange auf, stellte sich auf Zehenspitzen und gab dem Dämon einen zärtlichen Kuss.
Auf den Anblick kochte aufs Neue die Wut und abgrundtiefer Hass in Ron auf. Ein Anflug von Mordlust und Blutgier, der dafür sorgte, dass er unbewusst seinen Zauberstab zog.
„Tu es, bevor er ihr das Herz gänzlich entreißen kann“, meldete sich die dunkle Stimme erneut unheilvoll in Rons Kopf zu Wort.
„Noch ist es nicht zu spät. Noch schlägt es in ihrer Brust, wie auch das der Anderen. Er hat seine letzte Karte noch nicht gespielt. Lass nicht zu, dass er dazu kommt! Töte ihn! Töte den Dämon, ehe er alle anderen tötet! Töte. . .“ „Mr. Weasley?“, drängte unverhofft noch eine andere Stimme in Rons Bewusstsein und entriss ihn kurz seiner Gedanken und der Verlockung. Stattdessen neigte er den Kopf wütend zur Seite. Neben ihm stand ein hochgewachsener, sportlicher Mann mit dunklen Haaren, der ihn freundlich lächelnd musterte.
„Was?“, knurrte Ron unheilvoll. „Ronald Weasley?“, hakte der Mann nochmal nach. „Ja. Warum? Was wollen Sie?“ „Oh, nichts. Ich wollte Ihnen nur gern meinen persönlichen Dank aussprechen.“ „Wofür?“, stutzte Ron. Der Mann lächelte.
„Sie sind also auch so bescheiden. Natürlich dafür, dass Sie mit Mr. Potter und Miss Granger erst den Weg für SEINEN Niedergang geebnet haben. Ich will mir nicht vorstellen, was jetzt wäre, hätten sie Drei nicht diesen Kampf geführt.“ Daraufhin schnaubte Ron und sah unheilvoll zu Malfoy.
„Der ist noch nicht vorbei“, raunte er kaum hörbar, worauf der Mann stutzte und seinem Blick folgte. Am anderen Ende des Raums waren die Freunde gerade dabei, die kleine Tanzfläche unsicher zu machen.
„Wer ist denn die junge Dame bei Mr. Potter?“ „Greengrass“, schnaubte Ron und zog so die Aufmerksamkeit des Mannes wieder auf sich.
„Ich dachte, Ihre reizende Schwester wäre mit Mr. Potter liiert?“ „Nicht mehr. Dafür hat Zabini gesorgt“, grollte Ron, worauf der Mann hellhörig wurde und zurück zu den Paaren sah.
Dort wirbelte Blaise Ginny gerade wild umher, ehe sein Blick spitz auf Draco fiel, dem er ein feistes Grinsen zuwarf und irgendetwas sagte. Nur einen Moment später grinste der Blonde ähnlich und zog Hermione noch fester an sich, die laut auflachte und sich ihrerseits von Draco herumwirbeln ließ.
Ron kochte auf den Anblick die Galle halb über, was auch der Mann recht deutlich sah und kurz an seinen Drink nippte, bevor er wieder zu der Meute schaute, die geschlossen ihren Spaß hatte. Am Ende fiel sein Blick zurück auf Ron, der die Hände wütend zu Fäusten ballte und sich dem Blick nach am liebsten auf die Anderen gestürzt hätte.
„Darf ich Sie vielleicht auf einen Whisky einladen? Ich würde gerne ein wenig Ihren Erlebnissen lauschen, wenn ich schon einmal die Gelegenheit dazu habe. Es ist doch immer noch etwas anderes, als die Berichte aus der Zeitung“, schmunzelte der Mann, dem Ron mit einem mürrischen Nicken folgte.

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Später am Abend wurde es allmählich ruhiger. Die ersten von Slughorns Gästen hatten sich bereits verabschiedet, wie auch einige der jüngeren Schüler. Von den Freunden waren mittlerweile auch nur noch Harry, Draco, Blaise und Charlie mit ihren Damen anwesend. Wobei Harry einmal mehr in Slughorns Klauen hing. Mit Astoria an seiner Seite war es ihm jedoch erträglich. Hermione beobachtete es schmunzelnd über Dracos Schulter hinweg, der gerade zu einem ruhigen Stück mit ihr schunkelte.
„Was ist so lustig?“, erkundigte sich der Blonde halb säuselnd und lenkte die Aufmerksamkeit seiner Löwin damit wieder auf sich.
„Nichts, eigentlich. Slughorn belagert Harry nur mal wieder.“ „Tja, so ein Held hat es schon nicht leicht“, grinste Draco schadenfroh, wofür sie ihn sanft in die Seite zwickte, bevor sie ihm lächelnd in die Augen sah.
„Ich könnte Slughorn meinen Helden ja mal etwas schmackhafter machen.“ „Kenn ich den?“, grinste Draco, worauf sie den Kopf grüblerisch schmunzelnd zur Seite neigte.
„Schwierig, aber wahrscheinlich nicht. Er hält sich in der Beziehung eher im Hintergrund und ist erstaunlich bescheiden, sodass ihn die Wenigsten tatsächlich so sehen wie er ist.“ „Vielleicht will er einfach nur seine Ruhe haben und ist mit dem glücklich, was er hat?“, lächelte er, was sie ihm gleich tat und dafür noch einen kleinen Kuss bekam.
„Es zählt am Ende doch nur die Meinung der Menschen, die einem wichtig sind und umgekehrt.“ „Sicher. Trotzdem.“ „Es ist alles gut, so wie es ist, glaub mir. Ich habe dich und ich habe meine Freunde. Das ist so viel mehr, als ich mir je erhofft und erträumt habe. Alles, was jetzt vielleicht noch kommen sollte oder könnte, ist eine nette Zugabe, für mich aber nicht wirklich von Bedeutung. Das wertvollste Geschenk, das mir das Schicksal machen konnte, darf ich gerade in den Armen halten“, lächelte er glückselig, während Hermione ein wenig das Blut in die Wangen stieg und diese zart rosa färbte. Draco nahm es schmunzelnd zur Kenntnis und hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Wange, ehe er die Lippen an ihr Ohr legte.
„Wir werden doch nicht etwa verlegen, Miss Granger?“, neckte er sie, worauf sie nichts erwiderte, sondern ihm stattdessen die Arme richtig um den Nacken schlang. Sie schmiegte sich noch fester an ihn, sodass kein Pergament mehr zwischen sie passte.
Draco nahm es leise lachend zur Kenntnis, bevor er sich ihrer veränderten Haltung ganz anpasste und die Arme noch etwas stärker um ihren Rücken und die Taille legte. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, ihr noch einen kleinen Kuss auf den Schopf zu hauchen.
„Ich liebe dich, kleine Löwin“, säuselte er liebevoll, sodass sie ihn mit einem Lächeln, was das Leuchten der Sterne in den Schatten stellte, erneut anblickte. In ihren Augen spiegelte sich dieses Lächeln ebenso wieder, als sie sich zur Antwort noch mehr zu ihm zog, auf die Zehen stellte und ihn zärtlich küsste.
„Ich hab dich gar nicht verdient.“ „Dem kann ich nur zustimmen.“ „So?“, meinte sie spitz, mit einem schiefen Grinsen, in was er neckisch einstimmte, bevor er die Lippen noch einmal an ihr Ohr legte.
„Deswegen werde ich auch alles tun, damit du glücklich bist und bei mir bleibst.“ „Du bist und bleibst ein Idiot“, seufzte sie ergeben gegen seine Brust, als sie realisierte, dass er sich selbst einmal mehr als nicht gut genug für sie erachtete. Draco konnte allerdings lächeln und verteilte kleine Küsse in ihrem Nacken.
„Ich weiß. Und der Idiot würde sich außerordentlich glücklich schätzen, wenn du ihn auf den Winterball begleiten und den ganzen Abend mit ihm verbringen würdest.“ Daraufhin lachte sie leise, ehe sie ihn wieder ansah.
„Du weißt doch, dass ich nur mit dir auf den Ball gehen will und werde.“ „Das deute ich mal als ein Ja!“, grinste er breit und unterstrich seine Freude mit einem kleinen Kuss, bevor er die Stirn gegen ihre sinken ließ und ihr tief in die Augen sah.
„Auch wenn es für dich vielleicht selbstverständlich ist, dass wir den Abend miteinander verbringen, für mich ist es das nicht. Du bist für mich nicht selbstverständlich. Das warst du nie und wirst es nie. Du bist etwas Besonderes, wie ich dir vor zwei Jahren schon einmal sagte. Und wenn es sein muss, sage ich dir das immer und immer wieder, bis das in deinem Wuschelköpfchen angekommen ist“, schmunzelte er, da sie leicht rot wurde.
„Ich liebe dich. Und ich werde immer für dich da sein. Egal wie“, schloss er und besiegelte dieses kleine Versprechen mit einem weiteren, zärtlichen Kuss.

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