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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Explosive Gespräche

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„Nymphadora?“, stutzte Narcissa, als sie ihre Nichte entdeckte. Diese bekam auf die Nennung ihres verhassten Namens jedoch wütende Zuckungen am Auge, ebenso wie sich ihre Haare feuerrot färbten.
„Hört auf mich Nymphadora zu nennen!“, zischte sie, trat ein und verschloss im Anschluss die Tür. Kurz darauf wurden ihre Haare wieder violett, als sie sich ihre Tante und ihren Cousin genauer besah. Dass Narcissa in Tränen ausgebrochen war, hatte sie auf dem Gang gehört, allerdings nicht mitbekommen weswegen. Diese Tränen konnte sie aber noch immer auf ihren blassen Zügen erkennen, die Tonks auch recht erschöpft schienen. Draco wirkte nicht viel besser, wo sie sich denken konnte, woran das lag. Immerhin war sie bei dem Chaos im Cottage dabei gewesen. Seitdem hatte sich keiner weiter um Dracos Verletzungen gekümmert. Sie hatten lediglich Rons Fluch wieder von ihm genommen.
„Du hast einen ganz schönen Dickschädel. Ich hätte nicht gedacht, dass du so schnell ohne Hilfe wieder auf die Beine kommst“, maß sie ihn leicht argwöhnisch, worauf er ihr mit dunklen Blicken folgte, als sie näher trat.
„Was willst du?“ „Nach euch sehen“, gab sie ehrlich zu und ließ sich auf einem der Stühle nieder, wo sie die Beine übereinanderschlug und in aller Seelenruhe darauf wartete, dass die Beiden ebenfalls Platz nahmen.
So war es am Ende Narcissa, die ihren Jungen mit sich zog und auf die Pritsche drückte. Dass er trotz allem noch immer recht wacklig auf den Beinen war, konnte sie spüren, auch wenn er versuchte, es vor Tonks zu verstecken. Seine Cousine bemerkte es dennoch und seufzte genervt.
„Du bist echt ein Dickschädel!“, knurrte sie, stand auf und drückte ihn nun wirklich auf das sperrige Lager. „Lass mich los, du blö-“ Doch da deutete sie bereits drohend mit ihrem Zauberstab auf seinen besagten Dickkopf und murmelte „Episkey“, womit sich die frisch dazugekommenen Schrammen auf seinem Gesicht verflüchtigten und auch sein Kopf ein wenig zur Ruhe kam. Zwar konnte sie die Gehirnerschütterung mit dem einfachen Heilzauber nicht beheben, allerdings die dicke Beule und den übrigen Schaden, den er sich durch den Sturz und harten Aufprall zugezogen hatte.
Sein Rücken hörte dank ihrer Behandlung auf zu schmerzen, wie auch sonst das Ziehen in seinem Körper verstärkt nachließ. Am Ende blieb nur der dumpfe Schwindel in seinem Kopf, wie auch das Brennen und Stechen in seiner linken Schulter zurück. Aber auch noch etwas anderes, weshalb sich Narcissa vorsichtig an ihre Nichte richtete.
„Kannst du uns vielleicht etwas zum entgiften bringen?“ „Entgiften?“, stutzte Tonks und sah zu Draco, der noch immer stinkig knurrte. „Weswegen?“ „Seine Schulter. Bellatrix hat ihn während des Kampfes in London mit einem giftigen Messer verletzt und. . .“ „Mir geht’s gut!“, blaffte Draco ihr dazwischen, wo ihm seine Mutter nun wütend über die Zunge fuhr.
„Tut es nicht! Und das weißt du auch. Du hast Fieber und das nicht wenig“, argumentierte sie, was sich Tonks mit einer kurzen Berührung bestätigte und damit doch recht verblüfft auf ihren Cousin sah. Ihre Tante hatte nicht übertrieben. Er hatte nicht nur leichtes Fieber. Zwar glühte er nicht so wahnsinnig wie Hermione, unbedenklich war es dennoch nicht, womit sie sich schuldig an ihre Tante richtete.
„Leider nicht. Deswegen wollte ich ja nochmal mit euch sprechen. Hauptsächlich mit dir“, sah sie zurück zu Draco, den sie dann auch endlich losließ, sodass er sich aufsetzen konnte. „Und wieso?“, muffelte er und massierte sich nebenher ein wenig das linke Schulterblatt. „Wegen Hermione.“ Daraufhin hielt er inne, ebenso wie sich sein Blick klärte.
„Ich dachte, ihr habt euch um sie gekümmert?!“, zischte er, da in Tonks’ Miene deutlich eine leise Unruhe aufflackerte. Seine Mutter hatte es ihm zuvor aber gesagt. Sie hatten keinen Heiler im Orden, was so viel hieß, dass sie Hermione auch nicht wirklich besser versorgen konnten, als er es die letzten Tage getan hatte.
„Soweit es uns möglich war, ja. Sie wacht allerdings nicht auf und scheint auch sehr starke Schmerzen zu haben. Sie murmelt und wimmert die ganze Zeit und wühlt unwahrscheinlich im Bett. Und. . . Hast du vielleicht eine Idee, mit was für Flüchen man sie belegt hat?“ „Wenn ich das wüsste, hätte ich selber schon was dagegen getan!“, zischte er Tonks an, worauf sie verdutzt die Augenbrauen kraus zog. Am Ende ging sie nicht weiter darauf ein, sondern setzte nochmal neu an.
„Weißt du sonst irgendetwas, was uns weiterhelfen könnte? Sie war ja kurz wach, als wir gekommen sind.“ „Und sie wäre es auch noch, wenn ihr Idioten nicht wie eine Horde wild gewordener Bergtrolle eingefallen wärt!“, keifte er wütend, worauf Narcissa ihn ein wenig rügte.
„Draco!“ „Was?“, sah er sauer zu ihr, während Tonks sich dem etwas verlegen gegenüber sah. „War vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wir mussten auf Nummer sicher gehen.“ „Ganz toll! Der Schwachkopf Weasley hätte sie in seinem blinden Wahn doch fast getroffen!“, rieb er ihr nochmal unter die Nase.
Der Stupefy war schließlich von ihm gekommen. Er hatte diese penetrante Stimme trotz des Chaos dennoch erkannt. In der Staubwolke war es reine Glückssache, dass er quasi vor, mehr noch auf Hermione gehockt hatte, als die Sprüche ihr Ziel gefunden hatten. Glück für sie. Pech für ihn.
„Ist ja trotzdem gut gegangen. Nur. . . Hast du wirklich keine Idee, was ihr noch fehlen könnte? Ist dir die letzten Tage unter Umständen etwas an ihr aufgefallen? Wie gesagt, sie kommt nicht zu sich und. . .“ „Wie lange schläft sie jetzt schon?“, unterbrach er Tonks erneut. Nun wieder ruhiger, da ihn sein Gemecker und die Wut im Moment nicht weiter brachten.
„Seit wir aus dem Cottage raus sind.“ „Und wie lange ist das jetzt her? Neun, zehn Stunden? Die hat sie auch so die meiste Zeit geschlafen.“ „Nein. Es. . . Es sind jetzt schon reichlich 24 Stunden.“ „Was?“ Daraufhin sah Draco sie entsetzt an, bevor sein Blick zu seiner Mutter flog. Diese lächelte matt.
„Ich hab dir doch gesagt, du hast ordentlich was abbekommen.“ Daraufhin schüttelte es ihn kurz. „Willst du mir jetzt ernsthaft weismachen, ich hab die ganze Zeit gepennt?“ „Bewusstlos trifft es wahrscheinlich eher“, murmelte Tonks nachdenklich, zu der er im Kommenden sah.
„Und du sagst, sie war noch nicht wieder wach?“ „Nein. Sie reagiert auch auf nichts. Eigentlich müsste sie ins Mungos, nur. . .“, brach Tonks bitter ab, worauf Draco „Zu gefährlich“ murmelte, was sie trübsinnig abnickte.
„Wir haben hier einfach nicht die Mittel, um uns richtig um sie zu kümmern. Wenn wir wenigstens die Flüche kennen würden, könnte Remus ihr in der Richtung zumindest etwas helfen.“ „Und wenn ihr jemanden aus dem Mungos her holt? Jemand, der vertrauenswürdig ist?“, schlug Narcissa vor. Tonks schüttelte aber mit dem Kopf.
„Wen? Zumal. . . Die Death Eater haben doch überall ihre Späher. Die Leute wissen zwar, dass wir im Untergrund versuchen dem Ganzen entgegenzuwirken, trotzdem haben die meisten zu große Angst. Sie würden uns nicht helfen, wobei wir auch nicht einfach irgendjemanden ins Hauptquartier holen können. Wir haben so schon unsere Mühe das geheim zu halten.“ „Das ist doch. . .“, knurrte Draco und hätte am liebsten was gegen die Wand geworfen.
Schließlich stand er auf und tigerte knurrend im Zimmer auf und ab. Geistig kramte er nach einer Notlösung, an die er noch nicht gedacht hatte, oder sie einfach nicht berücksichtigt hatte, da er gehofft hatte, der Orden könnte ihr helfen. Wenn er Harper wenigstens in Reichweite hätte, der könnte ihr zumindest ein paar Tränke und. . .
Daraufhin blieb er wie vom Schlag getroffen stehen. Harper! Na klar. Warum hatte er nicht gleich daran gedacht? Jetzt, wo sie hier beim Orden im groben erstmal sicher waren, konnte er doch versuchen seinen Freund zu erreichen. Er könnte her kommen, oder noch besser. . . Sie brachten Hermione zu ihm! Er und sein Vater würden sich richtig um sie kümmern können. Und mit den Auroren im Rücken ließe sich die allgemeine Gefahr auch noch mehr minimieren. Das, was er die ganzen Tage allein geschultert hatte, ließ sich nun noch auf andere verteilen, sodass er nicht an 100’000 Gefahren und Dinge gleichzeitig denken und damit auch nicht darauf achten musste.
„Was ist?“, fragte Tonks, da er noch immer so da stand, als hätte ihn der Blitz getroffen. In dem Moment drehte sich Draco rasch zu seiner Cousine um.
„Harper!“, warf er ihr einfach nur zu, was sie absolut nicht verstand. Seine Mutter hingegen schon. „Ist der nicht mit seinem Vater in Amerika?“ „Irgendwo in Arizona, ja. Blaise auch.“ „Und?“, verstand Tonks noch immer nicht, sodass er ihr erklärte.
„Harpers Vater ist ein ausgezeichneter Heiler. Charlie hat durch ihn jetzt schon ein unwahrscheinlich fundiertes Wissen. Sie könnten ihr helfen.“ „Und wo ist der Haken?“, fragte Tonks vorsichtig. Wenn sie sich nicht gänzlich irrte, dann war Charlie Harper mit Draco und Zabini im gleichen Jahrgang, wie auch Slytherin. Und der sollte dazu bereit sein, Hermione zu helfen? Wirklich helfen?
„Arizona. Das ist der Haken. Ich hab keine Ahnung, wo genau er ist. Davon abgesehen, kann ich nicht so weit apparieren. Mit Hermione gleich gar nicht. Das ist viel zu anstrengend für sie.“ „Ein Portschlüssel würde doch aber gehen“, warf Narcissa ein wenig nachdenklich in den Raum.
„Das zehrt doch auch unwahrscheinlich an den Kräften“, meinte Tonks. „Aber nicht so sehr wie das Apparieren. Es ist auch ungefährlicher“, argumentierte Narcissa.
„Schön und gut, aber du hast doch gerade selbst gesagt, du weißt nicht genau, wo er sich aufhält?“, richtete sich Tonks nun wieder an Draco. „Stimmt.“ „Arizona ist riesengroß. Größer als Großbritannien!“ „Das weiß ich selber“, murrte er, bevor ihm auch dafür etwas einfiel.
„Ich frag ihn einfach nach den Koordinaten.“ „Scherzkeks. Du solltest doch am besten wissen, dass die Eulen abgefangen und Flohgespräche belauscht werden, also wie willst du ihn fragen?“ „Ich ruf ihn einfach an“, platzte Draco restlos trocken mit seiner Idee heraus. Tonks guckte jedoch blöd.
„Was willst du machen?“ „Ihn anrufen. Mit ‘nem Telefon.“ „Tele- was?“, verstand Tonks immer weniger. Narcissa ähnlich, die sich nur sehr vage an diese Bezeichnung erinnern konnte.
„Was . . . was ist das?“ „Eine Muggleapparatur. Frag Sankt Potter! Der wird was damit anzufangen wissen“, schnalzte Draco ein wenig überheblich. Tonks hingegen schüttelte es. Hatte er ihr jetzt gerade wirklich was von wegen Muggleapparatur erzählt? Seit wann hatte ihr verwöhnter, Ich-bin-ein-Reinblut-und-will-nichts-mit-Mugglen-und-dergleichen-zu-tun-haben Cousin bitteschön Ahnung von so etwas?
„Jetzt glotz mich nicht so blöd an. Entweder du erzählst es Potter oder ich mach es! Wenn euch sonst schon nichts Brauchbares einfällt!“, gab er ihr auch weiter überheblich, aber auch leicht wütend zu verstehen, sodass sie sich fing, nickte und erstmal ging. Nicht aber ohne die Tür hinter sich erneut magisch zu verriegeln.
„Affen“, knurrte Draco, kaum dass sie weg war. Narcissa musterte ihn überrascht. „Weißt du, was du da tust?“ „Was?“ „Dein Vorschlag eben. Denkst du wirklich, dass du zu Charlie Kontakt aufnehmen kannst, ohne, dass es von den Death Eatern bemerkt wird?“ „Auf so eine Idee kommen sie nicht. Und Charlies Nummer hab ich im Kopf. Oder besser gesagt, die von Blaise. Er ist nach Ende des Sechsten aus Sicherheitsgründen mit ihm rüber. In den USA kann man sie nicht so leicht finden.“ „Verstehe.“

۩ ۞ ۩


„Malfoy will was?“, polterte Ron sofort, kaum dass Tonks ihnen von dem Gespräch erzählt hatte. So sahen die Anwesenden, allen voran Molly, Arthur, Ginny, Remus und Kingsley Tonks völlig überfordert an. Einzig und allein Harry guckte verdutzt.
„Er will . . . telefonieren?“, wiederholte er an Tonks gewandt, die nickte. „Hat er gesagt, ja.“ „Was . . . was meint er damit?“, stammelte Molly und sah fragend zu Arthur, der sich seinerseits versuchte zu erklären.
„So kommunizieren Muggle über weite Entfernungen wohl miteinander. Sie halten sich so ein Gerät, Telefon nennen sie es, ans Ohr, tippen vorher aber ein paar Koordinaten ein, um an der richten Stelle herauszukommen. Dann können sie mit jemanden reden der. . . Ja, zum Beispiel in Arizona ist.“ „Stimmt das, Harry?“, sah Remus zu ihm, womit er aus seiner Verblüffung erwachte und nickte. „Ähm . . . ja.“ „Woher zum Teufel weiß Malfoy so etwas?“, konnte Ron es noch immer nicht fassen. Allen voran, dass der doch tatsächlich hier in ihrem Hauptquartier war. Ein Death Eater!
„Frag mich mal“, murmelte Harry noch immer irritiert, aufgrund der neuen Informationen und Vorkommnisse. Überhaupt alles, was sich in den letzten ein, zwei Tagen zugetragen hatte, war ihm schier unbegreiflich.
Vor fast zwei Wochen hatten die Greifer Hermione verschleppt, als man sie im Wald entdeckt hatte, was schlimm genug war. Er und Ron hatten es sich seither unentwegt vorgeworfen, dass sie nicht dazwischen gefunkt hatten. Er selbst hatte Ron am Ende ja noch zurückgehalten, denn wenn sie sich gezeigt hätten, wäre Hermiones Opfer, ihr Versuch sie zu verstecken, umsonst gewesen. Sie hätten sie dann alle drei gehabt und damit wäre es endgültig vorbei gewesen.
Sie hatten zwar noch darauf gehofft, dass der Typ, der Hermione in seiner Gewalt hatte, auf seine Kumpane warten würde, bis die aus dem Wald zurückkamen, damit sie ihn überwältigen konnten. Doch er war fort, noch bevor die Anderen ganz ausgeflogen waren. Und damit war Hermione schlagartig für sie unerreichbar geworden. Jetzt, nach allem was er gehört, aber auch gesehen hatte, quälte ihn seine Entscheidung noch mehr. Die Tatsache, dass sie nichts getan hatten. Verdammt, sie könnte tot sein!, schallt er sich.
Sie hatten ihre Freundin im Stich gelassen. Stattdessen da. . . Er konnte das noch immer nicht fassen, wo sich auch weiter alles in ihm sträubte, diese Geschichte zu glauben. Aber stattdessen hatte Malfoy sie mit seiner Mutter weggebracht. Ausgerechnet er! Ein Ding der Unmöglichkeit! Und trotzdem. . . Harry hatte ihre Verletzungen gesehen, die sich nicht behandeln ließen. Diese waren aber nicht frisch, sondern wurden ihr wohl vor einer Woche oder länger zugefügt. Der Zeitraum, indem sie angeblich noch im Manor eingesperrt war.
Auch wenn es verrückt klang und auch verrückt war, so hatte sich Malfoy offensichtlich tatsächlich irgendwie um sie gekümmert. Ihre Verbände waren sauber und noch relativ frisch gewesen. Auch war sie wach, als sie in das Zimmer gestürmt waren und ihn von ihr weggeschleudert hatten. Sie hatte erst nach ihm geschrien. Und das entsetzt, bevor ihr nächster Aufruf ihnen gegolten hatte.
„Aufhören!“, echote es ihm noch immer in den Ohren nach. Entsetzt, fassungslos und irgendwie auch ein wenig verzweifelt. Dann hatte sie das Bewusstsein verloren, wo Remus sie gerade so noch hatte auffangen können. Dabei hatte sie ordentlich Blut, in einem halb erstickendem Keuchen, hervorgebracht. Seitdem war sie bewusstlos und quälte sich mit ihren Schmerzen, aber sicher auch Albträumen und Merlin allein wusste was für Flüchen.
„Was denkst du?“, holte Remus’ Stimme ihn letztlich ins Hier und Jetzt zurück. „Was?“, sah er ein wenig verschreckt zu ihm. „Denkst du, man kann ihm und seinem Vorschlag trauen?“ „Ich. . .“ „Natürlich nicht!“, fiel Ron Harry bereits im Ansatz lautstark ins Wort, sodass die Anwesenden zu ihm sahen.
„Verdammt, das ist Malfoy! Hört ihr euch eigentlich reden? Er ist ein Death Eater! Wer weiß, was er wirklich vorhat?! Das ist doch garantiert alles nur ein Trick, um uns alle aufs Kreuz zu legen!“ „Das wäre dann aber eine sehr riskante Finte“, gab Remus zu bedenken. „Im Moment haben wir ihn und seine Mutter in der Hand. Sie sind aktiv nicht mehr handlungsfähig. Und wenn es eine Falle wäre, dann hätten sie uns in Frankreich bereits überwältigen können.“ „Find ich auch“, meldete sich Ginny überraschend zu Wort, zu der ihr Bruder und Harry verwirrt schauten.
„Was? Jetzt sag noch du traust Malfoy?“, sah Ron sie entsetzt an, worauf sie zischte: „Natürlich nicht! Es stimmt aber, dass Harper sich ganz gut auf dem Gebiet versteht. Genauso, dass er in Arizona ist.“ „Und woher willst du das wissen?“, musterte Ron sie lauernd.
„Ich habe auch so meine Quellen, Ronald“, gab sie ihm kühl zurück, bevor sie weiter meinte: „Davon abgesehen geht es nicht darum, herauszufinden ob Malfoy irgendetwas vorhat, sondern darum, dass wir Hermione endlich helfen. Man Ron, ihr geht’s richtig dreckig!“, giftete sie ihn wütend an und setzte noch eins drauf. „Ist dir das etwa egal?“ „Natürlich nicht, verdammt!“, schrie er zurück, womit sich Tonks wieder einklinkte.
„Was ist jetzt? Was sollen wir tun, oder mehr noch, können wir tun?“ Damit kehrte zeitweise Stille ein, in der die Anwesenden ihren Gedanken nachhingen. Ron hauptsächlich seiner Wut und dem schon fast blinden Hass, der immer mehr in ihm hochkochte, dachte er an Malfoy.
„Bring sie her“, meinte dann Remus, der pro und kontra ausgiebig abgewogen hatte. „Er soll sich nochmal genauer erklären. So können wir besser unsere Rückschlüsse ziehen.“ „Du denkst über diese Möglichkeit nach?“, staunte Molly. Remus nickte.
„Wir können es uns zumindest anhören. Wie wir dann weiter vorgehen wird sich zeigen“, sah er zu Tonks und nickte ihr kaum merklich zu, womit sie doch recht zufrieden griente und zurück zu ihrem Cousin und ihrer Tante huschte. Sie war ja mal gespannt, wie er seine Idee erklärte. Allen voran woher er über diese Dinge Bescheid wusste? Von den Death Eatern hatte er das auf alle Fälle nicht.

۩ ۞ ۩


Es war noch keine Stunde vergangen, als sich erneut die Tür öffnete. In dieser wieder Tonks’ Kopf, der gerade eine Färbung von violett zu orangegelb und wieder zurückmachte.
„Nymphadora?“, staunte Narcissa, als sie die junge Hexe sah. Auf die Bezeichnung wechselte Tonks’ Schopf allerdings kurz zu feuerrot. „Tonks! Oder bloß Dora!“, schimpfte sie auf ihre Tante, die ein wenig schluckte. Draco maß sie süffisant. Inzwischen lag er auch wieder auf der Pritsche, einen Arm unter den Kopf geschoben, um den ein wenig zu stützen.
„Und? Was hat sich der große Sankt Potter nun schönes ausgedacht?“, schnarrte er genervt, wie auch überheblich, was Tonks pflegte zu überhören. „Harry gar nichts. Remus will aber mit dir über deine Idee reden.“ „So schnell?“, staunte er und saß damit wieder. Hatten die Idioten jetzt tatsächlich mal ihr Hirn zugeschaltet?
„Kommt ihr?“, lächelte Tonks und machte ihnen die Tür ganz auf, was ein mehr als deutliches Zeichen war. Draco und seine Mutter sahen sich daraufhin nur noch kurz verblüfft an, bevor sie zu Tonks traten.
„Was macht der Kopf?“, fragte sie nebenbei, worauf er bloß knurrte, sodass sie als nächstes meinte: „Ich sollte dich vielleicht warnen. Ron ist ziemlich geladen.“ „Wann ist der Schwachkopf das nicht?“, murrte Draco, was Tonks grinsen ließ. Die Beiden konnten sich nur zu offensichtlich auf den Tod nicht ausstehen. Nach allem, was sie vor ein paar Tagen aber von ihrer Mutter und ihrer Tante gehört hatte, wunderte sie das immer weniger.
Damit waren sie in der Küche, wo der kleine Rest des Ordens auf sie wartete. Ron giftig knurrend in einer Ecke am Kachelofen, von wo aus er Draco mit Blicken unentwegt lynchte. Dem Blonden lag auf den Anblick bereits ein blöder Spruch verführerisch auf der Zunge, nur hielt er die ausnahmsweise mal im Zaum. Weasley konnte er später auch noch eins reinwürgen, vorher kamen andere Sachen. Allen voran, dass er sie von seiner Idee überzeugte.
„Setzt euch doch“, bot Remus ihnen freundlich an. Draco rührte sich allerdings nicht. Stattdessen lag sein Blick ungebrochen auf Ron. „Danke, ich steh lieber“, gab er Remus am Ende recht kühl zurück, ließ den Blickkontakt mit dem Rothaarigen vorerst aber keine Sekunde lang fallen. So bemerkte er auch nicht, dass allen voran Ginny ihn doch etwas erstaunt musterte und damit zu dem gleichen Ergebnis kam, wie auch Hermione vor ein paar Tagen.
Er sah irgendwie anders aus. Richtig anders, nicht nur aufgrund der Muggleklamotten. Seine ganze Erscheinung wirkte nicht mehr so streng, kalt und distanziert. Er wirkte schlicht und ergreifend normal. Und in diesem normalen, sah er schön scheiße aus.
Dass Ron ihn im Cottage recht schwer verletzt hatte, wusste sie und es war ihr im Grunde auch vollkommen egal. Nur fiel ihr mit als einziger auf, dass er mit seinen Kräften deutlich am Ende schien. Er wirkte krank und auch irgendwie zerbrechlich, mehr noch gebrochen, was nicht von heute auf morgen kam. Offensichtlich, so dachte sie sich, hatten ihm die Death Eater wohl auch immer mal ordentlich zugesetzt.
„Wie du willst. Tonks meinte, du hättest eine Idee, wie wir einen Heiler für Hermione ran bekommen?“ „Nein“, gab Draco ihm zurück, wofür Tonks ihm eine klatschte. Und zwar auf den Hinterkopf, was nicht gerade förderlich für das blöde Schwindelgefühl war, mit dem er noch immer kämpfte. Durch ihren Klaps ließ er den Blickkontakt mit Ron auch fallen und keifte stattdessen Tonks an, die ihn ihrerseits wütend anfunkelte.
„Geht’s noch?“ „Das frag ich dich!? Du hast mir doch gesagt, dieser Harper könnte ihr helfen!“ „Ja! Ich hab aber mit keiner Silbe erwähnt, dass er her kommt. Er wird nicht so blöd sein bei dem Chaos, was hier herrscht, zurück nach London zu kommen!“ „Und was sollen wir dann machen?“ „Sie zu ihm nach Arizona schaffen. Das ist es, was ich dir gesagt hab. Wenn du nicht ständig deine blöde Haarfarbe wechseln würdest, käm das vielleicht auch in deinem Spatzenhirn an!“ Daraufhin klatschte sie ihm wieder eine, was Ginny doch recht amüsant fand und so auch merklich zu tun hatte, ihr Grinsen zu unterdrücken.
Das hatte doch mal ordentlichen Seltenheitswert, dass sich Malfoy von einer Frau eine scheuern ließ, auch wenn es nur ein Klaps auf den Hinterkopf war. Den besten und damit einzig richtigen Schlag, hielt noch immer Hermione und das würde wohl auch so bleiben.
„Du. . .“, knurrte Draco mörderisch und spießte seine freche Cousine mit Blicken auf. Nebenher rieb er sich über den hämmernden Schädel. „Dann eben so“, zog Remus letztlich die Aufmerksamkeit aller wieder auf sich. Allen voran Dracos, auf dessen Vorschlag er erneut zu sprechen kam.
„Du hast Tonks gesagt, du könntest mit ihm Kontakt aufnehmen?“ „Mit Charlie oder Blaise, ja.“ „Auf Muggle Art?“, bohrte Remus und musterte nun sehr genau seine Regungen. Draco sah ihn allerdings vollkommen ruhig, schon fast gelangweilt an.
„Hätte ich schon lange gemacht haben können, sofern ihr in dem Saftladen hier ein Telefon habt“, moserte er, sodass Remus zu Arthur sah. „Haben wir so etwas?“ „Ähm. . . Nein, aber ich denke, das lässt sich auftreiben.“ „Dann mach das“, meinte Remus weiter, was Draco nun doch stutzen ließ. Sie spielten mit? So einfach? Doch da fing Ron doch noch an herumzupoltern, dem es einfach viel zu suspekt war. Alles!
„Ihr glaubt dem doch nicht etwa?!“ „Fang nicht schon wieder an!“, zischte Ginny ihm gleich dazwischen und auch Remus gebot ihm ruhig zu sein. „Ron, es reicht.“ Im Anschluss blickte er zu Draco und sah ihn warnend an.
„Wir werden dann ja sehen, ob du wirklich mit ihnen Kontakt aufnehmen kannst.“ „Das werde ich“, gab Draco Remus selbstsicher zurück und taxierte ihn noch ein bisschen mehr mit seinen sturmgrauen Augen, in denen etwas Wissendes lag, bevor er ein wenig leiser weiter sprach. Das nun aber sehr berechnend.
„Aber dann liegt es nicht mehr an mir, sondern an eurem Vogelverein, was ihr macht. Ob ihr meinem Wort glaubt oder nicht. Aber solange euch nichts Besseres einfällt, werdet ihr das wohl oder übel müssen, wenn ihr nicht wollt, dass sie stirbt. Nicht wahr, Professor?“, sah er Remus durchdringend an, dem damit restlos klar wurde, dass er Recht hatte.
Wollten sie Hermione helfen, mussten sie auf seinen Vorschlag eingehen, da sie einfach keine andere Möglichkeit hatten. Damit kam ihm kurzzeitig doch noch der Gedanke, dass Draco diesen Aspekt eiskalt einkalkuliert haben könnte. Ihre momentane Hilflosigkeit. Die Tatsache, dass sie nach jeder Möglichkeit greifen würden, um Hermione zu helfen.
„Das ist doch ein Trick, verdammt!“, polterte Ron aufs Neue und hatte mittlerweile seinen Zauberstab bei der Hand, der gefährlich auf Draco deutete. Der besah es sich relativ ruhig, während Remus versuchte Ruhe reinzubringen, aber auch seine Gedanken zu ordnen. Genauso Molly und Arthur.
„Ron, hör auf!“ „Jetzt leg den Zauberstab weg“, mahnte Arthur, doch sein Sohn hörte nicht. Stattdessen taxierte er Draco immer wütender und verhasster.
„Du denkst doch nicht wirklich, dass wir auf dein scheinheiliges Schmierentheater reinfallen, nur weil du uns hier auf einmal den ach so hilfsbereiten Death Eater mimst?“ „Ron!“, zischte Remus, doch er hörte nicht. „Das Ganze ist doch alles deine Schuld! Du mieses Arschloch hast die Death Eater in die Schule gelassen! Deinetwegen ist Dumbledore tot!“, keifte er, worauf sich Dracos Blick seltsam verfinsterte, als Ron ihn an seine Taten erinnerte.
„Genauso alles andere. Ich glaub dir den Scheiß nicht. Wahrscheinlich hast du Hermione so zugerichtet!“ Damit hakte irgendetwas bei dem Blonden aus. Remus sah es zwar noch in seinen Augen, die sich schlagartig um eine Nuance verfinsterten. Und dass mehr als ohnehin schon, während Ron ihn beschimpfte. Der letzte Kommentar hatte das Fass aber zum überlaufen gebracht, denn Draco war mit einem Satz vorn, sodass Remus ihn nicht mehr festhalten konnte.
Er schlug Ron mit der flachen Hand den ausgestreckten Zauberstab beiseite, noch bevor dieser dazu kam, an irgendeinen Spruch zu denken. Nur eine Millisekunde später packte er ihn ruppig am Kragen und donnerte ihn mit aller Kraft, die er in der Sekunde aufbringen konnte, rücklings an die Wand neben dem Kachelofen. Und das so energisch, dass er ihn für einen kurzen Moment dort festnagelte. In den Augen ein gefährliches, schwarzes Feuer, was drohte Ron zu verschlingen.
„Du hast keine Ahnung, wovon du redest, Weasley“, zischte er leise, dafür aber umso tödlicher. „Ich hab ihr nie auf eine derartige Art und Weise Schaden zugefügt. Weder habe ich sie verflucht noch sonst etwas getan, was ihr Schmerzen bereitet hätte. Ich habe sie nur mit meiner Mutter aus dem Manor rausgeschafft und in Sicherheit gebracht“, zischte er eiskalt. Damit fing sich Ron und schlug ihm die Hände weg. Draco war allerdings noch lange nicht fertig und keifte nun wieder lauter aber auch wütender, sodass es wirklich alle hörten.
„Wo waren du und Potter denn in den letzten zwei Wochen? Wo wart ihr zwei Idioten, als die sie angeschleppt haben? Ihr seid doch angeblich ihre besten Freunde. Das ach so tolle goldene Trio, was immer zusammen ist“, schnarrte er mit triefendem Sarkasmus, bevor seine Wut wieder gänzlich zum Ausdruck kam.
„Wo wart ihr, als sie euch gebraucht hätte? Ihr habt sie doch im Stich gelassen!“ „Halts Maul!“, schrie Ron mit hochrotem Gesicht, welches drohte überzukochen. Draco hörte aber nicht, sondern machte weiter.
„Was? Erträgst du die Wahrheit nicht, Weasley? Ihr habt sie im Stich gelassen. Es ist eure Schuld, dass die Greifer sie gefangen und so zugerichtet haben!“ „Du sollst dein Maul halten!“, brauste Ron noch weiter auf und stieß Draco nun seinerseits von sich, der etwas unsanft an die Tischkante rempelte. Das dumpfe Dröhnen, was ohnehin schon die ganze Zeit in seinem Kopf vorherrschte, wuchs durch seinen Wutausbruch noch um ein vielfaches an, sodass es ihm ordentlich drehte. Es war ein Zustand, eine Sekunde, die Ron für sich nutzte.
Er hatte seinen Zauberstab recht schnell wieder bei der Hand und deutete damit wütend auf Draco. Schwachkopf, dachte der nur noch, als aus der Spitze Funken stoben und ihn wie eine Abrissbirne trafen. Nur den Bruchteil einer Sekunde später wurde er gewaltsam nach hinten geworfen, wo er hart mit dem Kopf aufschlug und dadurch augenblicklich das Bewusstsein verlor. Im nächsten Moment bildete sich unter seinem Kopf eine kleine Blutlache, was Ron jedoch nicht zurückhielt, denn er wollte ihm noch weitere Flüche beibringen.
„Du arrogantes Arschloch!“, schrie er, wurde dann aber endlich von Remus und Arthur zurückgehalten, in deren Griff er sich wand. „Der hat es nicht anders verdient! Verdammt, lasst mich LOS!“ „Es reicht!“, rief Molly und kassierte kurzerhand seinen Zauberstab ein, bevor sie ihn mit ihrem ruhigstellte. Tonks war inzwischen bei Narcissa, die sich schützend über ihren Jungen beugte und versuchte ihn anzusprechen.
„Draco? Hörst du mich? Sag etwas!“, begann sie zu weinen, als Tonks sie sacht beiseite schob. „Lass mich mal“, murmelte sie und deutete auf die frische Platzwunde an seinem Kopf, bevor sie „Episkey“ murmelte. Kurz darauf schloss sich die Wunde, nur kam er nicht wieder zu sich, was Tonks erneut daran erinnerte, dass er eine Gehirnerschütterung hatte. Und durch den kleinen Schlagabtausch mit Ron, war die mit Sicherheit nicht besser geworden.
„Tonks?“, richtete sich Remus kurz an sie, worauf sie nickte. „Ich kümmer mich um ihn“, versprach sie, wo Kingsley ihr noch etwas zur Hand ging, der die ganze Zeit nichts gesagt, sondern das Schauspiel lediglich interessiert beobachtet hatte. Genauso Ginny, die abwechselnd zwischen ihrem Bruder und dem Blonden hin und her sah, den Tonks und Kingsley erstmal zurück in das kleine Zimmer brachten. Molly und Arthur veranstalteten dasselbe mit Ron, den Ginny links liegen ließ und stattdessen nach ihrer Freundin sah, in der Hoffnung, dass sie in der Zwischenzeit zu sich gekommen war.

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