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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ein Kampf, zwei Ziele, viele Schicksale

von Alex2303

۩ ۞ ۩


„. . . Malfoy. Aufwachen“, echote ihm eine weiche Stimme immer stärker in den Ohren nach. Und das zunehmend Klarer und Deutlicher. Nur wenig später konnte er definieren, wem die Stimme gehörte, was er auch sah, als er die Lider endlich auf bekam.
Er musste ein paar Mal blinzeln, um die grauen Schleier vor seinen Augen ganz zu vertreiben, dennoch erkannte er Hermione und. . . War das zu fassen? Sie lächelte leicht. Und zwar erleichtert.
„Granger?“, kam es ihm noch immer recht schwerfällig über die Lippen. Auch stach und brannte es fürchterlich in seinem Innern, allen voran in der Lunge. Hermione kam auf sein Murmeln allerdings nicht umhin, etwas mehr zu lächeln.
„Besser?“ „Nein“, murrte er und fasste sich an den hämmernden Schädel, wo sie ihm noch half, sich halbwegs aufzusetzen. „Was machst du hier?“, erkundigte sie sich ernst, worauf er knurrte: „Das ist ja wohl meine Sache!“ „Wag es ja nicht, uns in die Quere zu kommen, Malfoy!“, giftete Ron daraufhin lautstark, zu dem Draco abfällig blickte. In den Augen des Rotschopfes sprühte es bereits vor Hass, als er mit seinem Zauberstab auf Dracos Gesicht deutete, der es sich recht süffisant besah.
„Sonst fällt dir nichts Besseres ein, Weasley? Ich bin enttäuscht“, gab er ihm, zwar noch immer keuchend aber dennoch spitz, zu verstehen, was Ron allmählich zur Weißglut trieb. „Halt die Schnauze, du elender. . .“ „Jetzt hör schon auf!“, mischte sich Hermione dazwischen und drückte ihm die Hand mit dem Stab weg, was Draco ein wenig grinsen ließ, bevor Hermione wieder auf ihn sah und ihn streng musterte.
„Was willst du hier?“, fragte sie ihn nochmal, bekam allerdings keine Antwort, sodass sie anders ansetzte. „Warum bist du uns überhaupt gefolgt? Wenn dich hier irgendeiner sieht, bist du erledigt!“ „Sollte euch doch gelegen kommen“, zischte er verbissen, worauf etwas in den Augen der Hexe blitzte. Kurz darauf machte der Ernst in ihrem Blick etwas Weichem Platz, mit dem sie ihn nachdenklich betrachtete.
„Versteck dich irgendwo“, meinte sie schließlich ruhig, was ihn hochfahren ließ. „Sonst geht’s dir gut oder was? Ich werd mich bestimmt nicht. . .“ Zu mehr kam er nicht, als ihm ohne Vorwarnung ein heißer Schnitt durch die Brust ging und er gequält zu husten begann. Dabei würgte er einen kleinen Klecks Blut hervor und verkrampfte sich gefährlich.
„Hey!“, stieß Hermione erschrocken aus und versuchte ihn zu stützen, doch er schlug ihr die Hand weg. „Lass mich“, murrte er keuchend und würgte den dicken Kloß, der sich in seinem Hals drohte breitzumachen, gänzlich heraus, sodass der Steinboden noch stärker mit Blut befleckt wurde.
„Anapneo“, murmelte Hermione auf den Anblick. Kurz darauf begannen sich seine Atemwege wieder zu öffnen und das Brennen ebbte ab. Mit dem Episkey setzte sie noch nach, um ganz sicher zu gehen, bevor sie ihn mit einer Spur von Sorge ansah.
„Versteck dich und verhalt dich ruhig“, gab sie ihm erneut zu verstehen, worauf er sie wütend anfunkelte. In ihrem Blick lag aber auch weiter etwas Weiches. Die Andeutung eines kleinen Lächelns. Doch ehe er es richtig erfassen konnte, hatte Ron sie am Arm ergriffen und von ihm weg zu sich gezogen.
„Man, lass den. Wir haben ganz andere Probleme“, erinnerte er sie, genauso Harry. „Er hat Recht. Es bleibt noch immer einer übrig. Und an den ranzukommen ist am schwersten.“ „Jetzt komm endlich“, zog Ron sie fordernd, schon fast bestimmend, von Draco weg, bevor er sich mit Harry in Bewegung setzte und in den Gängen der Schule verschwand. Hermione warf Draco jedoch nochmal kurz einen unsicheren, aber auch irgendwie besorgten Blick zu, bis Ron sie gänzlich um die nächste Ecke zog.
Draco sah ihnen noch einen Moment fertig hinterher, ehe er sich nach hinten fallen ließ und die Augen schloss. Er fühlte sich wie ausgekotzt und hätte sich jetzt wieder und wieder in den Hintern treten können. Er war nach Hogwarts gekommen, um die Hexe wegzubringen. Stattdessen hatten Potter und Weasley sie aufs Neue mit sich geschleift.
„Super gemacht, Malfoy.“

۩ ۞ ۩


„Wieso habt ihr dem geholfen?“, blaffte Ron, der noch immer nicht fassen konnte, dass Harry ihn zum einen aus dem Feuer geflogen und Hermione ihm zum anderen ihren Trank gegeben hatte!
„Er wär sonst draufgegangen!“, fauchte die Hexe, während Harry schwieg, als sie durch die Gänge hetzten. Mittlerweile waren bereits die ersten Death Eater ins Schloss eingedrungen, welches immer stärker durch Explosionen erschüttert wurde.
„Und wenn schon?! Das wäre für alle eine Erleichterung gewesen!“, keifte Ron, wofür Hermione ihm am liebsten eine gescheuert hätte, doch kam es gänzlich anders. Sie hörten etwas vor sich wieder einen lauten Knall, mit dem ein Teil des Gemäuers zusammenbrach. Darunter mischte sich die aufgebrachte Stimme Percys.
„FRED!“, schrie er nach seinem jüngeren Bruder, sodass die Drei aufblickten. „Was. . .“ Mehr kriegte Ron nicht raus, als er Percy neben Fred sah, der auf dem Boden lag. Kurz darauf stürzte er zu ihnen. Hermione und Harry knapp hinter ihm.
„Fred!“, schrie er nach dem Zwilling, der ein blödes Grinsen auf den Lippen trug und die Augen etwas geöffnet hatte. Nur waren sie leer. Sein Blick ging durch die Anwesenden hindurch ins Nichts.
„Fred? FRED!“, schrie Ron und zog an ihm, doch nichts regte sich. Neben ihm sank Percy gänzlich zu Boden, dessen Augen sich mit Tränen füllten, als eine leise Erkenntnis in ihm aufstieg.
„Er . . . er ist tot“, murmelte er tonlos und starrte völlig sinnlos vor sich hin. „Nein. NEIN!“, brüllte Ron Percy an und zog an dem Zwilling. „Fred? Man, lass den Scheiß. Das ist nicht witzig! Fred? FRED!“, schrie er wieder, doch nichts geschah, sodass er schluchzend über dem leblosen Körper zusammenbrach.
„Er hat gerade noch Witze gemacht. Er hat . . . er hat gelacht“, stammelte Percy unter einem aufsteigenden Schock, zu dem Harry trat. Hermione kamen aufs Percys Worte und das sich ihr bietende Bild schmerzlich die Tränen.
Sie hatten es gewusst. Alle. Ihnen war klar gewesen, dass es für jeden von ihnen lebensgefährlich war hierherzukommen. Nur hatte sie sich bis jetzt keine Sekunde lang ausmalen wollen, oder gar vorstellen können, dass es tatsächlich so kommen würde. Ein winzig kleiner, naiver Teil ihres Verstandes hatte sich trotz allem strikt geweigert, über derartige Dinge nachzudenken. Nun waren sie Wirklichkeit. Schlimmer noch, denn es hatte, neben den vielen Menschen, die hier im Schloss waren, nun einen getroffen, den sie kannte. Viel zu gut kannte.
„Ron. . .“, flüsterte sie ihrem Freund zu, der sich Fred genommen hatte und ihn in den Armen hielt, wo er immer stärker Rotz und Wasser heulte.
„Das ist nicht wahr. Das ist nicht wahr“, murmelte er verzweifelt, worauf sie sich bei ihm niederließ und ihn ihrerseits in die Arme schloss, da es ihn fürchterlich schmiss.
„Es tut mir so leid“, hauchte sie bitter und hielt ihn einfach nur fest.

۩ ۞ ۩


Mit der Zeit wurden die Erschütterungen und Explosionen so schlimm, dass Draco nicht länger wagte liegenzubleiben, um Kraft zu sammeln. Wenn ihn irgendwer fand, war er geliefert. Zumal er auch keine konkrete Ahnung hatte, wie lange er nun schon auf dem kalten Steinboden lag? Es kam ihm vor wie ein paar Minuten, vermutlich war es aber bereits eine Stunde, wenn nicht sogar mehr.
Schließlich rappelte er sich auf, nur war er durch alles erneut bei null. Hermione konnte mit den beiden Idioten sonst wo sein, sodass er stattdessen beschloss, nach Blaise und Charlie zu suchen. Dass die zwei Hornochsen mit hierhergekommen waren, regte ihn noch immer auf!
Zwar hatte seine Mutter mit ihren Worten vermutlich nicht ganz Unrecht, warum sich seine Freunde dieser Gefahr aussetzten. Das machte es für Draco jedoch keineswegs besser, sondern im Gegenteil Schlimmer. So wünschte er sich Jetzt und Hier das erste Mal, dass die Freundschaft zwischen ihnen nicht so fest wäre, denn dann würden die Beiden nicht hier. Er wollte sich ebenso wenig eine Vorstellung davon machen, was wäre, wenn ihnen etwas passierte, genauso wie Hermione.
Mit diesen Gedanken im Gepäck schlich er bedächtig durch’s Schloss, durch welches immer mehr Rufe, Explosionen und Schreie hallten. Dazwischen zuckten diverse, farbige Lichtblitze durch die Gänge und das Dunkel der Nacht.
Die Death Eater schienen allerdings noch nicht gänzlich in die Schule vorgedrungen zu sein. Dachte er zumindest. Dann tauchten vor ihm aber ein paar dieser dunklen Gestalten auf, die sich mit anderen duellierten. Sie hatten ihn noch nicht bemerkt, sodass er aus dem Verborgenen heraus seinerseits Flüche auf sie schleuderte und den Anderen so Luft verschaffte, und damit den entscheidenden Vorteil sicherte.
Irgendwann gewahrte er unter den ganzen Rufen eine recht schrille, irre Stimme, die wie wahnsinnig in dem Kampfgetümmel lachte und gackerte. Es war eine Stimme, die er nur zu gut kannte und abgrundtief hasste, weshalb er dem Gekreische folgte und die Irre letztlich entdeckte, wie sie sich mit Tonks duellierte.
Beim Anblick seiner verhassten Tante kochte alles in ihm hoch. Alles, was diese Irre je getan hatte, spiegelte sich mit einem Schlag glasklar vor seinen Augen wieder und vernebelte ihm restlos die Sinne.
Er vergaß sich und sein eigentliches Vorhaben und trat sichtbar aus seiner Deckung. Zeitgleich stürzte Tonks über etwas Geröll und verlor das Gleichgewicht. Noch in derselben Sekunde stahl sich auf Bellatrix’ Züge ein selbstzufriedenes Grinsen, während ein schier wahnsinniges Leuchten in ihren dunklen Augen aufflackerte.
„Avada. . .“ „CONFRINGO!“, schepperte Draco ihr wütend dazwischen, nur zielte er in seiner Hast und blinden Wut zu schlecht, denn der Explosionszauber schlug neben seiner Tante ein. Diese kreischte vor Schreck auf und hätte um ein Haar ihren Zauberstab fallen gelassen.
Als sie über die Staubwolke hinweg aufblickte, setzte Draco bereits nach und schickte alle nur erdenklichen Flüche die er kannte, und er kannte dank Bellatrix in der Tat mehr als genug, in ihre Richtung, in der Hoffnung sie zu treffen. Zeitgleich zischten an ihm selbst teils recht knapp immer wieder welche vorbei.
„Draco?“, murmelte Tonks irritiert, als sie ihn nur ein paar Meter neben sich entdeckte, bevor sie sich rasch aufrappelte, um ihm gegen Bellatrix zu helfen. Nur Sekunden später knallte es lautstark, als einer der vielen Zauber gegen die Wand schlug und diese zum Einsturz brachte.
Es ertönte ein spitzer Schrei, gefolgt von dem Gepolter des zusammenstürzenden Mauerwerks, welches eine gewaltige Staubwolke freisetzte, die Tonks und Draco kurz blind machte und schwer husten ließ. Als sich der Staub legte, war Bellatrix verschwunden. Begraben unter dem ganzen Geröll.
„Weg“, murmelte Tonks, als sich auch im Folgenden nichts regte und blickte schließlich zu Draco, der noch immer schwer atmete und sichtlich ramponiert aussah. Scheinbar hatten ihn doch ein paar Flüche gestreift, denn er blutete am Kopf, ebenso wie er eine triefende Wunde am linken Oberarm hatte.
„Alles okay?“, erkundigte sie sich, worauf er nicht gleich reagierte. Zu sehr hing er mit dem Geist noch in anderen Sphären fest. Dem, was vergangen war, für ihn in dem Moment aber dennoch wieder so real war, als wären diese Erinnerungen keine Minute alt.
„Draco?“, hauchte sie und legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter, wodurch sich sein Blick ein wenig klärte. In seinen Augen züngelte allerdings noch immer ein abgrundtiefer Hass. Wut, Zorn, Abscheu und noch mehr Hass, sodass Tonks ihn gänzlich zu sich nahm und beschwichtigend in den Armen hielt.
„Sie ist weg und sie kommt nicht wieder“, sprach sie ihm ruhig zu, spürte jedoch überdeutlich, dass sich sein Herz dennoch nicht beruhigen mochte, denn es hämmerte weiter wie wahnsinnig. Sie konnte nur zu gut verstehen warum, doch war diese Rage jetzt gerade alles andere als hilfreich.
„Komm, lass uns nach den Anderen sehen. Sie werden Hilfe brauchen“, gab sie ihm ruhig, aber dennoch bestimmt zu verstehen, und zog ihn letztlich mit sich. Weg von dem was war, sodass keiner der Beiden bemerkte, wie sich unter dem Schutt etwas regte.

۩ ۞ ۩


Auf dem Weg zu den Anderen begegneten die Beiden immer wieder Death Eatern, die versuchten tiefer ins Schloss vorzudringen, aber von allen Seiten auf Widerstand trafen. Waren es nun die von Minerva zum Leben erweckten Ritterrüstungen, der Poltergeist Peeves oder die Professoren selbst, die sich bemühten, den dunklen Mob fernzuhalten und zurückzudrängen. Ein beinahe aussichtsloses Unterfangen.
Irgendwann erreichten sie den Vorhof, wo die meisten Kämpfe tobten. Draco kam allerdings nicht dazu, das Ausmaß dessen richtig aufzunehmen, als sich Tonks plötzlich wütend in den Mob stürzte und einen Fluch nach dem anderen in eine bestimmte Richtung feuerte. Als er den Lichtblitzen folgte, entdeckte er Lupin, der erbittert gegen Dolohov kämpfte, wo nun auch Tonks mitmischte und die Beiden den Death Eater, Stück für Stück zurücktrieben.
Als er dem Schauspiel folgte, schlug keinen Meter neben ihm einer der Flüche ein. Als er verschreckt aufschaute, sah er Rodolphus, der direkt zu ihm schaute. Im Gesicht ein teuflisches, vorfreudiges Grinsen, was sich mit einem leicht wahnsinnigen Funkeln in den Augen vermischte. Mit diesem trat er, ungeachtet des Chaos’ um sich herum, auf den Blonden zu. Nebenher schleuderte er noch ein paar Flüche umher, bevor er sich richtig auf Draco konzentrierte und etwas Grünes in die Richtung des Slytherins flog.
„Scheiße“, zischte er und warf sich fluchend zur Seite, sodass der Avada ihn um wenige Zentimeter verfehlte. Kaum hinter einer der eingestürzten Felswände, rappelte er sich wieder auf und huschte geduckt auf eine freie Stelle zu, wo er hinter der nächsten Wand verschwand. Keine Sekunde zu früh, denn damit schlug neben ihm erneut ein Fluch ein und zersprengte die Steinwand.
Durch die entstandene Druckwelle, und das umherfliegende, scharfkantige Gestein, verlor er das Gleichgewicht und stürzte der Länge nach zu Boden. Als er aufblickte, hatte er einen Zauberstab bedrohlich vor der Nase.
„Lovegood?“, erkannte er die Blonde nur einen Moment später, die klopfenden Herzens mit großen Augen auf ihn herabsah.
„Was. . .“ Zu mehr kam sie nicht, da es hinter Draco aufs Neue schepperte, der den Kopf panisch herumriss. Just in dem Augenblick kam der Death Eater um die Ecke. Als er überraschenderweise zwei Opfer sah, brauchte er eine Sekunde, um sich zu entscheiden, mit wem er sich als erstes beschäftigte. Es war die rettende Sekunde, die Draco benötigte, um seinem Onkel einen Fluch entgegenzuschleudern, der ihn zurücktrieb.
Es war ein Anblick, ein Verhalten, was Luna maßlos irritierte. Draco war zwischenzeitlich wieder halbwegs auf den Beinen, packte die Ravenclaw grob am Oberarm und riss sie mit sich, hinter eine andere Ecke. Rodolphus erkannte es noch und warf ihnen einen Fluch hinterher. Dieser schlug in die halb zusammengefallene Steinwand ein und sprengte einen Teil heraus.
„Scheiße“, fluchte Draco und schickte hinter seiner Deckung blind einige Zauber in die Richtung seines Onkels, traf so aber mehr nur die Felswände, die unter den Explosionen irgendwann zusammenbrachen. Daraufhin kehrte etwas Ruhe ein, was den Blonden dazu veranlasste, vorsichtig hinter seinem Schutz hervorzuspähen. Luna noch immer neben sich, die es zunehmend verwirrte, da er keine Anstalten machte sie anzugreifen, sondern sich im Gegenteil seinerseits nach einem Death Eater umsah, den er bis eben noch bekämpft hatte. Diesen konnte er allerdings nicht mehr sehen. Wahrscheinlich hatte er ihn doch noch getroffen, oder sein Onkel war, wie Bellatrix, unter dem Geröll begraben. Sei’s drum.
Er wollte da gerade wieder richtig hinter der Deckung verschwinden, als er einen Schatten sah, der über ihm und Luna auftauchte und immer länger wurde.
„Was tu-“, wollte Luna fragen, doch da hielt er ihr rasch den Mund zu „Sch!“ und deutete auf den Schatten, der seinen Ursprung auf dem Schuttwall hatte, hinter dem sie sich versteckten. Dieser zeigte deutlich eine sich bedrohlich nähernde Gestalt, mit leicht erhobenem Zauberstab. In ein paar Sekunden würde er nah genug sein, um ihre Köpfe erkennen und zielen zu können.
Scheiße, scheiße, scheiße, schoss es Draco panisch durch den Kopf. Wenn er nicht gleich etwas machte, dann war es das. Nur was? Was? Sobald er sich umwandte, würde Rodolphus seinen Zauber sprechen, noch bevor er dazu kam zu zielen. Sie saßen in der Falle, realisierte er und rutschte noch mehr zusammen. Dabei presste er sich verstärkt gegen den Schutz der maroden Mauer, die ganz plötzlich nachgab.
Verschreckt riss Draco den Kopf nach hinten und erkannte so ein kleines Loch, welches sich in dem Schutt aufgetan hatte. Dahinter offenbarte sich ihm eine etwas größere Aushöhlung, die von zwei dicken Holzbalken gestützt wurde und so einen Hohlraum bildete. Vielleicht ihre Rettung, womit er hastig das bröcklige Gestein nach innen eindrückte und damit den Zugang vergrößerte.
Kurz darauf drehte er sich um und zog Luna dicht an der Mauer ran, die er schließlich in den Schutzraum schubste und über den Tumult des Kampfes „Rein da!“ zischte. Die zierliche Blonde überlegte gar nicht erst und krabbelte rasch in den Hohlraum, der doch kleiner war, als anfänglich gedacht. Nichtsdestotrotz kroch sie in die hinterste Ecke, sodass sich Draco noch rechtzeitig seinerseits in das kleine Loch zwängen konnte. Keine Sekunde zu früh, wie er nur einen Augenblick später merkte.
Er hatte seinen rechten Fuß noch nicht ganz in dem kleinen Raum, als ein giftgrüner Lichtblitz auf die Stelle traf, wo er bis eben noch mit Luna gehockt hatte. Kurz darauf tauchte Rodolphus auf, der von seiner Erhebung sprang, um sich sein Werk zu besehen. Nur fand er nicht wie erhofft eine Leiche, sondern lediglich Staub und Schutt.
„Was zum. . .“, murmelte er verwirrt, was sich im Nichts verlor, als er selbst ungeahnt etwas von hinten ins Kreuz kriegte und haltlos zusammenbrach.
Schöne Grüße an deine Bella, dachte Draco mit einer leisen Genugtuung, wartete allerdings noch ein paar Minuten, falls ihm, außer Rodolphus, noch jemand gefolgt war. Doch es blieb in ihrer Ecke ruhig, sodass er es wagte, aus dem kleinen Schutzbunker zu kriechen und schließlich mit gezücktem Stab auf die Gestalt seines Onkels zu trat.
Diese blieb auch Sekunden später reglos. In der Hand hielt er noch immer den Zauberstab, den Draco ihm mit dem Fuß wegkickte und letztlich gegen die Schulter des Schwarzen trat. Dadurch kippte der Körper ganz zur Seite und damit auf den Rücken, was ihm die erhoffte Bestätigung brachte.
In seinem Todesfluch hatte wirklich genug Wille und Hass gesteckt, um dessen Wirkung richtig entfalten und seinen Onkel töten zu können, denn die dunklen Augen starrten auch weiter verwirrt und leer in das Dunkel der Nacht.
Rodolphus war damit der erste Mensch, den er getötet hatte. Er hätte nie von sich gedacht, dass er es tatsächlich mal fertigbringen würde, einem Menschen so leicht das Leben zu nehmen. Allerdings, dachte er sich, war Rodolphus in seinen Augen genauso wenig ein menschliches Wesen, wie Bellatrix, Greyback, Lucius und allen voran Voldemort. Diese Gestalten hatten in seinen Augen schon lange sämtliche menschlichen Aspekte verloren, die ihn sonst wohl hätten zögern lassen.
„Ist er . . . ist er tot?“, hörte er Luna zittrig hinter sich, die gerade aus dem Loch kroch und mit großen Augen auf den, in schwarz gekleideten Death Eater sah.
„Offensichtlich“, murmelte Draco und ließ den Blick schweifen, sodass er nicht bemerkte, dass Luna ihn völlig überfordert ansah. Ihr war es noch immer ein Rätsel, warum er nicht mit den Death Eatern kämpfte, sondern stattdessen gerade einen von diesen ohne weiteres getötet und ihr damit geholfen hatte?
„Wie. . . Was machst du hier? Wieso. . . Warum hat er dich angegriffen? Ich dachte, du würdest mit denen zusammen. . .“ „Was?“, sah Draco sie nun doch wieder an und das ziemlich sauer, worauf sie schluckte und zurück auf den Toten blickte.
Draco ließ seine Konzentration im Kommenden erneut mehr über die Kämpfenden schweifen, als plötzlich ein zweites Mal SEINE Stimme scheppernd über den Schlosshof und auch sonst das gesamte Areal hallte.
Er verkündete gnädig, dass er denjenigen, die in Hogwarts gekämpft hatten, großzügigerweise eine einstündige Gnadenfrist gewährte. Während dieser könnten sie ihre Gefallenen bergen und die Verwundeten versorgen. Im Gegenzug verlangte er, dass sich in dieser Zeit Harry Potter freiwillig ausliefere und in den Verbotenen Wald kam. Dann würde der Kampf endgültig eingestellt. Wenn er sich aber nicht stellte, würden alle, die sich dann noch für ihn einsetzten, in dieser Schlacht ihr Leben lassen.
„Schwachsinn“, murrte Draco, worauf Luna ihn fragend ansah. „Was meinst du?“ „Was wohl? Erstens wird Potter nicht so blöd sein und sich stellen und selbst wenn. . . Denkst du ernsthaft, ER lässt hier irgendjemanden am Leben, sobald er hat, was er will? Sie werden das komplette Schloss auseinandernehmen und alles abfackeln, was ihnen dabei noch im Weg ist“, knurrte Draco allein auf die bloße Vorstellung, denn damit hatte er unweigerlich die entsprechenden Bilder vor Augen. All die Toten, die sie auf einen Haufen werfen würden, um ihr Werk noch besser zur Schau zu stellen.
Ihm lief beim Gedanken, an die ganzen leblosen Gesichter, ein eiskalter Schauer über den Rücken, der ihn kurz zittern ließ. Als er seinen Blick dann wieder auf das vor sich zwang, auf das was real war, konnte er deutlich erkennen, wie sich beide Parteien, unter größter Vorsicht, zurückzogen. In dem schwarzen Mob gewahrte er dann aber noch Jemanden, auf den er sich am liebsten sofort gestürzt hätte. Noch in der gleichen Sekunde flammte ein abgrundtiefer, tödlicher Hass in seinen Augen auf, während sich seine Hand mit aller Gewalt um den Griff seines Zauberstabes krampfte, dass er drohte unter dem Druck zu zerbrechen.
Luna bemerkte überdeutlich die Anspannung und das Brennen in seinen Augen. Diesen Hass, sodass sie seinem Blick in das Dunkel der Death Eater folgte. Wenig später erkannte sie, unter den ganzen fremden Gestalten, eine Person, die sie ebenso kannte. Nicht zuletzt auch, da sie ihr vor knapp zwei Jahren bereits einmal bedrohlich nahe gegenüber gestanden hatte. Nämlich seinem Vater.
Als sie zurück zu Draco sah, zitterte er noch stärker. Seine Hand schloss sich dabei unbarmherzig um den Zauberstab, den er schließlich hob und in die dunkle Masse richtete. In den Augen immer mehr dieses Brennen, womit Luna hastig zu ihm trat und seinen Arm rasch nach unten drückte.
„Nicht! Sonst fangen sie gleich wieder an zu kämpfen“, hielt sie ihn zur Ruhe an. In seinem Innern brodelte es allerdings auch weiter ungemein, genauso wie er gefährlich knurrte, nur hatte sie Recht. Wenn er jetzt etwas vom Zaun brach, würde der Kampf sofort weitergehen. Und zwar angefangen in seiner Richtung. Sie würden ihn schneller erledigen, als er gucken konnte, sodass er sich fürs Erste damit begnügte zuzusehen, wie der schwarze Mob im Verbotenen Wald verschwand. Vermutlich zu IHM und darauf wartete, dass Potter kam.
„Luna!“, echote es dann über den Hof, dem sich die Blonde zuneigte und Neville, wie auch Ginny sah, die rasch zu ihr kamen. Draco folgte indes weiter der dunklen Prozession. In den Fingern nach wie vor ein beinahe übermächtiges Jucken, seinem Vater jetzt gleich noch irgendeinen Fluch ins Kreuz zu brennen, damit er wirklich nie mehr aufstand.
„Bist du verletzt? Ist alles in Ordnung?“, erkundigte sich Neville hastig bei Luna, dem jetzt erst der Tote zu ihren Füßen auffiel, vor dem er etwas zurück schrak. Kurz darauf sahen er und Ginny Luna teils entsetzt, aber auch irgendwie verblüfft an.
„Hast . . . hast du den. . .“, konnte Neville nur stammeln, da er selbst und Ginny, keinerlei Todesflüche gesprochen hatte. Dafür waren sie zum einen zu unerfahren und zum anderen hatten sie, trotz der für sie so lebensgefährlichen Situation, einfach nicht die Kraft und den Willen, um einen Menschen zu töten. Stattdessen hatten sie die Death Eater mit Schockzaubern, Ganzkörperklammern und anderen Verteidigungszaubern belegt. Dunkle Flüche waren ihnen aber nie über die Lippen gekommen. Umso mehr irritierte die Beiden, dass die zierliche und sonst so gutmütige Luna scheinbar einen der Death Eater erledigt hatte. Diese schüttelte allerdings mit dem Kopf und deutete auf Draco.
Neville hatte ihn noch immer nicht erkannt, da er mit dem Rücken zu den Dreien stand und selber aussah wie sau. Seine Haare waren vollkommen verdreckt, verrußt und blutverschmiert, aufgrund der dicken Platzwunde an der Stirnseite. Hinzu kam die Tatsache, dass er normale Klamotten trug. Jeans, T-Shirt, Sweatjacke.
„Wer ist das?“, fragte Neville verwundert, was Draco wieder mehr ins Hier und Jetzt holte und er genervt mit den Augen rollte, ehe er sich zu dem Trio umdrehte und sie süffisant ansah.
„Brauchst du jetzt auch noch ‘ne Brille, Longbottom?“, nölte er, worauf das verrußte, blutverschmierte Gesicht Nevilles kurz bleich wurde, bevor er sich fing und sofort drohend seinen Zauberstab auf den Blonden richtete.

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Luna ist auch eine Person, in die ich mich von Anfang an verliebt habe. Sie gibt der Handlung einen wichtigen, neuen Anstrich und sie lässt Harry Dinge anders betrachten. Ich war ihr wirklich von Anfang an verfallen.
Michael Goldenberg