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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Die Spiele beginnen

von Alex2303

Ihr Lieben, vielen vielen Dank für eure Rückmeldungen und die lieben Mails :')

Ich hab mich wahnsinnig darüber gefreut, als ich sie gestern Abend lesen durfte.

Leider hab ich nach wie vor nicht zu meiner eigentlichen Form und Zeit zurückgefunden, aber ein bisschen was hab ich in den letzten Wochen doch zusammenbekommen und das wollte ich euch heute als kleines Päckchen da lassen, auch wenn der Inhalt nichts mit Weihnachten zu tun hat.

In diesem Sinne... Ich wünsche euch allen ein schönes, besinnliches Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße,

*Nachteule* Alex




۩ ۞ ۩


Ein lautes, hysterisches Kreischen durchbrach die wohltuende, frühmorgendliche Stille im Gryffindor Turm. Die wenigen Schüler, die bereits auf waren, sahen verwirrt in Richtung der Jungenschlafsäle, aus denen das Geschrei kam. Harry saß mittlerweile senkrecht im Bett und kramte hastig nach seiner Brille, bevor er und Seamus die Vorhänge beiseite rissen, um zu sehen, was los war. Sie wurden so noch Zeuge, wie Ron mit wild fuchtelnden Armen aus ihrem Zimmer stürzte und in den Gemeinschaftsraum flüchtete.
Verwirrt sahen sich die beiden Jungen an, bevor sie ebenfalls in den Gang traten. Durch den Lärm waren auch Neville und Luna, die lediglich eines der großen Shirts ihres Freundes trug, aus Nevilles Zimmer gekommen. Etwas weiter vorn traten auch Ginny und Blaise auf den Gang. Blaise hämisch grinsend.
„Was macht der Idiot für einen Krach?!“, meckerte Ginny, die noch ziemlich zerwühlt aussah und ähnlich leicht bekleidet war, wie Luna. Inzwischen hatte Harry auf dem Boden des Flures etwas entdeckt, was den Radau erklärte. Er bückte sich und hob ein sechsbeiniges, schwarzes Krabbeltier auf, was sich versuchte, aus seinen Fingern zu winden und ihn dabei mit bunten Spinnfäden anspritzte, die an seiner Brille kleben blieben.
„Sind das nicht welche aus Georges Halloweensortiment?“, erkundigte sich Neville und nahm Harry das Spielzeug ab. „Offensichtlich“, murmelte der Schwarzhaarige und versuchte, die klebrigen Fäden von seiner Brille zu entfernen. Luna half ihm mit einem kleinen Zauber, während der Rest runter in den Gemeinschaftsraum trat, in dem es noch immer polterte und krachte. Inzwischen klebten an Ron bereits dutzende bunte Fäden, die er verzweifelt versuchte, ab zu bekommen und sich die restlichen Spinnen aus den Haaren schlug, was die ersten zum Lachen brachte. Ginny grinste gehässig, während Blaise' Züge auch weiter dieses hämische Lächeln zierte. Harry sah es.
„Kann es sein, dass du für diese kleine Plage hier verantwortlich bist?“, erkundigte sich der Held und hielt dem Slytherin den Scherzartikel vor die Nase. „Wie kommst du denn darauf?“, tat Blaise unschuldig. „Oh ich weiß nicht. Vielleicht, weil du gestern einiges mehr, als nur das Feuerwerk, bei George eingekauft hast?“ „Was machst du überhaupt hier? Ich hätte gedacht, du bleibst bei Astoria unten? Sie hat schließlich ihr eigenes Zimmer“, wich Blaise Harrys Frage aus, der kurzzeitig verlegen wurde, sich dann aber räusperte.
„Lenk nicht ab. Ich dachte wir waren uns einig, diese Art der Streiche zu lassen.“ „Nein. Ich hab mich nur dazu bereit erklärt nichts zu machen, solange der Penner nicht wieder irgendwelchen Scheiß macht. Hat er aber. Der Angriff auf Draco? Schon vergessen?“, erinnerte er Harry leicht sauer. Dieser hob ergeben die Hände und sah zurück in den Gemeinschaftsraum. Dort war Ron in seiner Panik inzwischen gegen eine Wand gerannt und hatte sich dadurch selbst halb ausgeknockt, sodass Harry die Chance hatte, das restliche Krabbelgetier auszuschalten.
„Wann hast du sie in sein Bett geschmuggelt?“, richtete sich Ginny interessiert an ihren Freund. Dieser schmunzelte. „Ich bin heute Morgen kurz wach gewesen und dachte mir, dass ich die Chance doch nutzen muss, wenn ich mal bei euch im Turm bin.“ „Böse Schlange“, grinste sie und zog ihn zu sich heran, um ihn zu küssen.
„Lass uns wieder hoch gehen“, meinte sie nur noch und verschwand mit ihrem Freund. Ein Beispiel, dem Luna folgte. Zurück blieb Harry mit Seamus, der sich interessiert an seinen Zimmerkollegen richtete.
„Was habt ihr gestern eigentlich Schönes getrieben, dass Luna und Zabini jetzt noch hier sind?“ „Was kleines gefeiert.“ „Ah ja“, grinste Seamus und sah nochmal zurück nach oben, bevor er Harry den Arm um Schulter und Nacken schlang, und ihn mit sich zurück in ihren Schlafsaal zog, um ein paar Details aus Harry heraus zu kitzeln. Dieser sah nochmal kurz zu Ron, der noch immer Sterne zu sehen schien. Allerdings kümmerte sich niemand um ihn. Lediglich ein paar der Erstklässler wagten sich vor. Das aber eher aufgrund der bunten, klebrigen Fäden, mit denen der Rotschopf nun dekoriert war.
Zwei von ihnen sammelten interessiert die Spinnen ein, die noch nicht ganz ihre Fäden aufgebraucht hatten, sodass die Erstklässler teils auch etwas bunter wurden. Die Kinder fanden es aber lustig, lachten und jagten sich am Ende gegenseitig durch den Gemeinschaftsraum.

۩ ۞ ۩


Deprimiert und traurig wanderte Lavender durch die halbleeren Gänge des Schlosses. Sie hatte die letzte Nacht, wie auch die davor, verdammt schlecht geschlafen und war morgens einmal mehr mit verquollenen Augen aufgewacht. Alles nur wegen Ron! Dass er manchmal hitzköpfig sein konnte, wusste sie. Aber so gemein, wie er am Freitag zu ihr war, so hatte er sich ihr gegenüber noch nie benommen. Nicht einmal während des Sechsten.
Und das bloß wegen Granger. Was fanden die Typen plötzlich alle an der prüden Ziege, dass sie sich um sie kloppten? Vor allem Malfoy? Der Typ behandelte sie mitunter, als wäre sie Gold wert, was man gerade die letzten Tage wieder deutlich gesehen hatte.
Es ärgerte sie. Und ja, sie war eifersüchtig. Immerhin. . . Welchem Mädchen gefiel es nicht, wenn sie so viel Aufmerksamkeit und Zuneigung von ihrem Freund bekam? Lavender wünschte sich das von Ron. Zeitgleich war ihr klar, dass sie es nie bekommen würde, da der Rotschopf noch immer total in Granger vernarrt war.
Parvati hatte Recht. Er war nicht gut für sie. Er tat ihr weh. Immer wieder. Trotzdem hatte sie diese verdammten Gefühle für ihn, die ihr aufs Neue Schmerzen verursachten und sie nachts im Schlaf weinen ließen. Liebe war scheiße. Sie tat einfach nur weh. Lavender wollte, dass es nicht mehr wehtat. Ob es einen Trank gab, der Gefühle erstickte? So was wie einen Hasstrank? Einen Liebestrank gab es schließlich auch.
„Hallo Schätzchen“, hörte sie unverhofft und blickte noch etwas verweint auf. Vor ihr stand Stephen und lächelte süßlich. Der hatte ihr jetzt noch gefehlt! „Was willst du?“, zischte sie ihm kratzig entgegen und strich sich den Rest ihrer Tränen beiseite.
„So früh schon so garstig und betrübt? Mit dem falschen Fuß aufgestanden?“ „Das geht dich nichts an!“, fauchte sie, was er nickend hinnahm. „Natürlich nicht. Offen gestanden ist es mir auch egal. Und jetzt komm!“, herrschte er sie zum Schluss an und packte sie grob am Arm, um sie mit sich zu ziehen. Lavender machte sich jedoch steif und schließlich aus seinem Griff los.
„Lass mich!“ zischte sie, was ihn grimmig stimmte. „Hast du deine Tage, oder was?“ „Nein. Ich. . .“ „Was soll dann schon wieder das Gezicke? So kriegen wir Malfoy und Hermione nie auseinander, wenn du ständig deine Starallüren auslebst!“, meckerte er. „Mir egal. Sollen sie doch zusammen rummachen.“ „Das wird deinem Ronie Spatz aber nicht gefallen. Das weißt du. Würde mich nicht wundern, wenn er deswegen irgendwann auch noch etwas richtig Dummes macht. War letztens in Verteidigung gegen die Dunklen Künste ja auch wieder schön zu beobachten. Am Ende fliegt er wegen sowas noch von der Schule und das willst du doch nicht?“, säuselte er und spielte mit einer von Lavenders Haarsträhnen, während die Blonde verbittert die Lippen zu einem dünnen Strich zusammenpresste.
Stephen nahm es zufrieden zu Kenntnis und meinte weiter: „Er wird sich selbst schaden, solange er Hermione auch weiter nachschmachtet und in seiner Eifersucht auf Malfoy zergeht. Ich weiß, das kränkt dich über die Maßen, aber wenn du Ron willst, muss Hermione vorher in Ungnade fallen. Also komm endlich. Ich hab sie nicht beim Frühstück gesehen, also wird sie mit Malfoy beschäftigt sein. Perfekte Bedingungen für uns“, grinste er und wollte Lavender erneut packen, doch sie wich zurück.
„Ist mir egal“, schniefte sie. „Ich mach da nicht mehr mit.“ „Wie war das?“, horchte Stephen auf, dessen Blick sich mit einem Schlag bedrohlich verdunkelte, was Lavender nur am Rande registrierte. „Ich hab gesagt, ich mach da nicht mehr mit! Wenn du Granger und Malfoy eins auswischen willst, mach es. Aber ohne mich!“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und wollte verschwinden, als Stephen recht schnell zu ihr aufschloss. Er packte sie erneut am Arm, riss sie brutal herum und krallte schließlich die andere Hand in ihre Haare, an denen er zerrte und ihr den Kopf in den Nacken zwang, was sie wimmern ließ.
„Lass los!“ „Ich hab mich wohl verhört, Blondie? Wir hatten einen Deal“, knurrte er. „Du bekommst Weasley, ich Hermione. Und. . .“ „Ron kann mir gestohlen bleiben! Und jetzt lass mich los“, jammerte sie, worunter sich neue Tränen mischten. Stephen ließ es vollkommen kalt.
„Nun, das ist schön für dich, nur ist mir das vollkommen egal. Ich will, dass Malfoy Hermione fallen lässt und sie beim Rest ihrer Freunde unten durch ist. Und dabei wirst du mir gefälligst weiter helfen!“ „Das werd ich nicht! Du . . . du kannst mich nicht zwingen. Ich . . . AU!“, schrie sie, als er sie ruppig an den Haaren herumriss und letztlich zu Fall brachte.
Sie schlug der Länge nach auf den Boden, auf dem sie kurz wimmernd und schluchzend liegen blieb, bevor sie zu dem Ravenclaw sah, der sie kalt betrachtete. In der Sekunde bereute Lavender es mehr denn je, dass sie sich auf ihn und sein kleines Psychospielchen eingelassen hatte. Diese Reue stieg sogar noch etwas an, als Stephen ihr wortlos ein Blatt entgegen schnipste, was vor ihr zu Boden fiel.
„Ich hatte zwar gedacht, dass du auch weiter brav bist und ich diese kleine Karte nicht spielen muss, aber wenn du nicht hören willst. . .“, ließ er den Satz offen, während sich Lavender zitternd den kleinen Zettel nahm, der kein Zettel war, sondern ein sehr lebhaftes Bild, was sie und Ron recht freizügig gekleidet, um nicht zu sagen halbnackt, während eines ihrer Schäferstündchen in einem der Klassenzimmer zeigte.
Auf den Anblick wurden Lavenders Augen so groß wie die eines Hauselfen, in denen sich noch mehr Tränen sammelten und sie vor Scham und Pein rot anlief. Stephen nahm es mit einem süffisanten Grinsen auf, und warf ihr noch drei andere Bilder hin, die sie in ähnlich prekären Momenten zeigten.
„Ich gehe doch stark davon aus, dass du nicht willst, dass die halbe Schule an deinen schlüpfrigen Sexspielchen teilhat?“ „Wo hast du die her?“ „Das sollte offensichtlich sein, Brownie. Du und dein Ron seid nicht gerade einfallsreich und vorsichtig, was die Wahl der Plätze für eure Liebesspielchen angeht. Das Verwandlungsklassenzimmer, mitten im Hof oder sonst wo in halbdunklen Gängen. Sehr romantisch im Übrigen. Du bist deinem Herzblatt offensichtlich nicht einmal gut genug für sein eigenes Bett gewesen“, höhnte er, was den Schmerz in ihrem Herzen noch zusätzlich schürte und die Tränen wie Sturzbäche über ihre Wangen kullern ließ.
„Ich denke, du bist trotz allem noch intelligent genug zu wissen, was gut für dich und deine Zukunft ist? Wenn du aber weiter so bockig sein willst, dann finde dich damit ab, dass jeder in Hogwarts diese Bilder zu sehen bekommen wird.“ „Das kannst du nicht machen!“, weinte sie verzweifelt. Ihr Gegenüber grinste aber nur fies.
„Oh, ich kann vieles, Brownie. Ich kann dir damit sogar deine spätere Kariere ruinieren, ganz gleich, was du anstrebst. Am Ende wird es nicht einmal mehr für den Job einer billigen Putzfrau reichen. Das sind übrigens noch die harmloseren Bilder“, setzte er gehässig nach, was sie schlucken ließ, bevor sie zitternd auf diese sah.
„Solltest du mit dem Gedanken spielen, dich an die Profs oder sonst wen zu wenden, lass es. Es würde Wort gegen Wort stehen. Man würde mir in dem Fall sehr viel mehr glauben als dir, da du auch schon negativ mit deinen Hetztiraden gegen Hermione aufgefallen bist. Falls du es doch versuchst, finde dich damit ab, dass nicht nur die männliche Schülerschaft schlüpfrige Bilder von dir zu sehen bekommt, sondern auch noch ganz andere Leute“, führte er ihr vor Augen, die sie fertig schloss und die erniedrigenden Bilder zusammenknüllte. Stephen besah es sich zufrieden.
„In zehn Minuten findest du dich am Pokalzimmer ein. Und sieh zu, dass du bis dahin wieder etwas ansehnlicher aussiehst. Niemand nimmt es uns ab, wenn Hermione beim Sex heult.“ Mit diesen Worten ließ er sie schluchzend im Gang auf dem Boden zurück. Verzweifelt über die Frage, was sie nun tun sollte?

۩ ۞ ۩


„Nichts“, seufzte Tonks resigniert, nachdem sie sich am Nachmittag mit Draco und Hermione die aufgefrischte Erinnerung von Aberforth angesehen hatte. Zwar war diese in der Tat um einiges klarer, von der Gestalt sah man aber auch nicht sehr viel mehr als zuvor, was Hermione mit den Zähnen knirschen ließ.
„Drachenmist“, zischte sie und warf sich mit verschränkten Armen auf die Couch. „Sie ist, leider, gut“, seufzte Tonks und nahm neben ihr auf der Couch Platz. „Was ist mit ihren Hasstiraden? Die zeigen deutlich, dass sie diesen Ideologien von sich aus gefolgt ist und nicht, weil es das Ministerium vorgeschrieben hat.“ „Für eine Anklage würde es sicher genügen, aber die Frage bleibt, was dieser folgt? Nur aufgrund der persönlichen Ansicht und Gesinnung kann man niemanden wegschließen, auch wenn man das mit der Muggelstämmigenverfolgung verbinden kann. Sie war aber nie aus offensichtlich eigenem Antrieb an allem beteiligt. Sie würde über den Aspekt Schlupflöcher in den Gesetzen finden. Wir brauchen etwas Richtiges, um sie ohne Zweifel zu überführen und einzubuchten. Am besten wäre es, wenn wir ihr den Mord an Madam Rosmerta nachweisen könnten. Das Problem hier ist und bleibt aber weiter, dass Rosmerta den Trank selbst geschluckt und nicht von ihr verabreicht bekommen hat. Auch wenn es vermutlich durch den Imperius eingeleitet wurde, bleibt der Punkt, dass wir das nicht klar belegen können, selbst wenn wir ihr nachweisen, dass sie es war, die Aberforth in der Nacht gesehen hat. Sie müsste gestehen und das wird sie nicht.“ „Wie wär's mit Veritaserum? Jubelt es ihr unter und konfrontiert sie mit den belastenden Fragen. Umbridge ist nicht so gewieft, dass sie die Wirkung umgehen könnte“, warf Draco ein. Tonks schüttelte aber mit dem Kopf.
„Das Gamot würde diese Aussagen nicht anerkennen, selbst wenn sie der Wahrheit entsprechen. Das weißt du. Im dümmsten Fall würde uns Umbridge im Nachhinein unterstellen, wir hätten sie mittels Imperius dazu gezwungen diese Dinge zu sagen, da Aussagen unter Veritaserum mit ähnlich monotoner Stimme wiedergegeben werden, wie bei dem Imperius. Darüber hinaus wäre Umbridge dann gewarnt.“ „Tonks hat Recht“, seufzte Hermione, zu der die Aurorin sah.
„Wenn wir sie allerdings so austricksen könnten, wie du Rita ausgetrickst hast, wäre es etwas anderes.“ „Ja. Aber anders als Rita, wird sie sich freiwillig zu keinem Gespräch mit mir einlassen und es offen zugeben. Wenn doch, würde ich das vermutlich nicht überleben“, resümierte Hermione, worauf Draco schnaubte und sich seine Hexe heranzog.
„Du kommst der Alten nicht zu nahe.“ „Werd ich nicht“, beruhigte sie ihn und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange, bevor sie wieder zu Tonks sah. „Lässt du uns die Erinnerung da? Ich will sie mir trotzdem nochmal in Ruhe ansehen.“ „Sicher. Und wenn ihr bei der anderen Sache etwas findet. . .“ „Geben wir sofort Bescheid“, unterbrach Hermione Tonks, die einfach nur nickte und sich letztlich von den Beiden verabschiedete.
„Ein Geständnis“, schnaubte Draco. „Würde die Alte vermutlich nicht mal unter Folter ablegen.“ „Mal ganz davon zu schweigen, dass das leider auch nicht anerkannt werden würde.“ „Äußerst bedauerlich“, monierte Draco zähneknirschend, dem sie aufmunternd über die Wange strich.
„Wir kriegen sie dran. Irgendwie. Und wenn nicht über Madam Rosmerta, dann über deine Erinnerungen. Dass sie nur so aggressiv gegen dich vorgegangen ist, weil sie ihre Gesinnung so frei vor dir ausgewalzt hat, glaube ich nicht. Da muss noch mehr sein.“ „Hoffen wir es. Ansonsten weiß ich echt nicht mehr weiter“, seufzte er geschlagen und lehnte sich matt zurück.
„Lass uns die Gespräche noch etwas durchgehen, in Ordnung?“ „Hm“, brummte Draco, sodass sie sich die kommenden zwei Stunden damit um die Ohren schlugen. Allerdings auch weiter ohne nennenswerte Ergebnisse, wenngleich Hermione es äußerst interessant fand, wie Umbridge sich anscheinend ihre Karriere geebnet hatte.
So merkte die Alte in einer Unterhaltung an, wie sie einige menschliche Störfaktoren im Ministerium, die gegen sie waren, geschickt ausgespielt und deren Karrieren in Grund und Boden gestampft hatte. Das lief über interne Intrigen, Erpressung und die Anwendung von Mittelchen, die die Gesundheit derart beeinträchtigten, dass ein Arbeiten nicht mehr möglich war. Anders ausgedrückt: Körperverletzung.
Hermione notierte diese Sachen, zu den bereits bestehenden Punkten, bevor sie mit Draco, dem diese Gespräche bereits wieder zu den Ohren rauskamen, runter in den dritten Stock in den neuen Gemeinschaftsraum verschwand. Sie wollten sich vor dem Abendessen noch etwas mit den Anderen zusammensetzen, um den Kopf wieder frei zu bekommen.
Auf dem Weg dorthin begegneten sie unter anderem einer kleinen Gruppe Mädchen, Hermione schätzte fünfte Klasse, die angeregt tuschelte, dann aber schlagartig verstummte, als sie die beiden Schulsprecher sahen, denen sie kurz mit Blicken folgten, bevor sie wieder hinter vorgehaltener Hand tuschelten.
„Man sollte meinen, das Thema Todesser wäre allmählich langweilig“, murrte Draco und schob angefressen seine Hände in die Hosentaschen. Hermione bedachte ihn daraufhin mit einem mitfühlenden Blick, bevor sie sich nochmal nach den Tratschtanten umsah, die den Blick sofort abwandten, als sie dem der Hexe begegneten. Am Ende konzentrierte sie sich wieder ganz auf Draco.
„Nun, vielleicht sind sie auch einfach nur neidisch?“ „Worauf? Das Dunkel Mal?“ „Nein“, lächelte Hermione und hielt ihn kurz am Arm fest, worauf er stehenblieb und sich fragend zu ihr drehte. Eine Antwort bekam er aber nicht gleich, sondern stattdessen einen süßen Kuss, was seine Mimik wieder aufhellte.
„Auf mich. Immerhin darf ich von mir behaupten, dass ich den umwerfendsten, charmantesten und vor allem liebevollsten jungen Mann von ganz Hogwarts für mich alleine habe“, lächelte sie und schlang ihm die Arme um den Nacken. Nur einen Moment später umschlang Draco sie seinerseits und zog sie fest an sich, bevor er sie zärtlich küsste.
„Das geht runter wie Honig, weißt du das?“, säuselte er. Hermione lächelte und streichelte ihn im Nacken, als Draco noch fragte: „Darf ich das Blaise unter die Nase reiben?“ „Was?“ „Das ICH der umwerfendste und charmanteste Mann bin?“ Daraufhin lachte sie laut auf und zog dadurch nochmal die Aufmerksamkeit der übrigen Schüler auf sich, bevor sie ihre Schlange schmunzelnd mit schräg gehaltenem Kopf ansah.
„Das wird Ginny vermutlich etwas anders sehen.“ „Ihre Meinung zählt nicht. Nur deine“, grinste er zufrieden und gab seiner kleinen Hexe noch einen Kuss, bevor sie den Rest des Weges hinter sich brachten. Als sie am Gemeinschaftsraum ankamen, war der bereits gut gefüllt, wie Hermione zunehmend positiv aufnahm. Der Raum wurde inzwischen verstärkt als Anlaufziel für den Nachmittag von allen Häusern genutzt.
Sie sah, wie Dean Seamus lachend am Tischkicker fertigmachte, da der Ire den Dreh für dieses Spiel noch nicht so richtig raus hatte, aber dennoch Spaß daran fand. Dabei wurden sie interessiert von Anthony, dessen Freund Michael und Terry beobachtet. Theo saß mit Ernie über einer Partie Schach, wie auch Blaise und Harry, der sich gerade die Haare über einen mehr als ungewöhnlichen Zug von Blaise raufte. Charlie war erneut in eine Unterhaltung mit Neville vertieft, der sich auch Tracey und Hannah angeschlossen hatten, während Ginny mit Daphne, Luna, Sally und Astoria am Kamin saß und kicherte. Sally und Astoria wirkten dabei ein wenig verlegen. Von ihren Freunden und dem siebenten Jahrgang abgesehen, tummelten sich aber auch noch einige aus den Unterstufen im Raum, wo sich die Jüngeren mit Kartenspielen oder ähnlichem unterhielten.
Als Ginny Hermione sah, zog sie ihre Freundin sofort in ihre Reihe, um sie in ihre anregende Unterhaltung mit einzubinden und ihr, mit viel Glück, vielleicht auch ein paar pikante Dinge über Draco zu entlocken. Der besah es sich etwas missmutig, bevor ihm der verzweifelte Harry auffiel, während Blaise siegreich grinste.
„Das schaffst du nicht mehr!“, rieb er Harry unter die Nase, der keine Ahnung hatte, wie er seinen nächsten Zug gestalten sollte. Dass Draco plötzlich hinter ihm stand und sich den Aufbau der Figuren nachdenklich besah, bemerkte er nicht. Erst als eine blasse Hand an ihm vorbeigriff und sich einen Turm schnappte, wachte Harry aus seinen Überlegungen auf.
„Draco!“, maulte Blaise, als der Blonde die Figur setzte. Und zwar mit einem dreckigen Grinsen. Harry brauchte noch kurz, um die neuen Möglichkeiten dieses Zuges zu sehen, bevor er wieder lachen konnte. „Nicht schlecht, da muss man erstmal drauf kommen“, grinste er Blaise an, der noch immer sauer zu Draco sah, da er ihm seinen Sieg gerade abspenstig machte.
„Danke“, drehte sich Harry grinsend zu Draco, der sich erstmal einen Tee machte, da die Mädels auch weiter beschäftigt schienen. Allen voran Ginny, die sich bei Hermione unterhakte und freudig fragte: „Erzähl mal. Was haben du und Draco gestern Abend noch schönes gemacht?“ Dabei wackelte sie mit den Augenbrauen. „Was sollen wir gemacht haben?“, verstand Hermione nicht, sodass Ginny noch etwas zu ihr aufrückte, während der Rest der Mädels die Ohren spitzte.
„Na ja, ich weiß nicht. So wie ihr gekuschelt habt. . . Habt ihr den Abend noch auf spezielle Art ausklingen lassen? Ihr wart zum Schluss ja alleine im Raum der Wünsche.“ „Wir haben uns noch etwas unterhalten, und sind dann auch in unseren Turm hoch. Warum?“ „Und dort? Habt ihr vielleicht. . . Hat Draco dich etwas verwöhnt?“, versuchte Ginny es nun so, sodass Hermione allmählich dämmerte, auf was Ginny anspielte, denn die Rothaarige und Daphne hatten ein anzügliches Funkeln in den Augen.
„Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich wirklich verstehen will, was du sagst“, wich sie Ginny aus, die kurz schnaubte und sich ihre Freundin schließlich ganz ran zog, der sie neckisch „Sex“, ins Ohr flüsterte. Kurz darauf sah sie Hermione wieder grinsend an, die jedoch einmal tief durchatmete, um sich selbst zur Ruhe zu mahnen, bevor sie Ginny mit geschlossenen Augen zu verstehen gab: „Ich wüsste nicht, was dich das angeht.“ „Ich bin nur neugierig. Immerhin sagt man ihm gewisse Fertigkeiten nach.“ „Oh ja“, stimmte Daphne mit ein, die Hermione geschockt ansah. „Sag mir nicht du. . .“ „Nein. Keine Sorge. Nie. Allerdings weiß ich es von anderen, die das Vergnügen hatten“, grinste sie.
„Also wenn er nur halb so viel auf dem Kasten hat wie Blaise, dürftest du eine seeehr aufregende Nacht gehabt haben“, lachte Ginny, bevor sie zu Sally sah. „Theo scheint ja auch nicht zu verachten zu sein.“ „Na ja, er ist recht . . . kreativ“, schmunzelte Sally vielsagend, worauf Hermione der Kiefer runterklappte.
Sally, die sonst so ruhige, schüchterne Sally, war mit Theo inzwischen. . . Wann bei Merlin war es soweit gekommen? Dass sich die Beiden, wie auch Tracey und Dean, stärker angenähert hatten, hatte Hermione auf der Party nach dem Quidditch Spiel in den Kerkern zwar gesehen, aber so?
„Also ich mag ja den Lotus. Oder das Einhorn“, warf Luna verträumt ein und schien dem Blick nach gerade an diese Dinge zu denken. Ginny blinzelte daraufhin kurz perplex, bevor sie lachend mit dem Kopf schüttelte und wieder zu Hermione sah, um auch aus ihr etwas herauszukitzeln.
„Also erzähl. Du bist in bester Gesellschaft“, stichelte Ginny gewitzt und rückte noch etwas zu Hermione auf. „Wie ist es so mit unserem Eisprinz? Spielt Draco mehr Kuschelbär oder lässt er die böse Schlange raus?“, feixte Ginny, worauf Daphne kurz prustete, aufgrund von Ginnys Wortwahl.
„Was man früher von ihm gehört hat. . . Da scheint er ziemlich dominant zu sein“, überlegte Ginny und grinste Hermione schließlich feist an. „Da kommst du sicher voll auf deine Kosten, wenn er richtig in Fahrt ist“, lachte sie, als Daphne noch meinte: „So viel ich weiß, mag er auch Fesselspielchen.“ „Wer nicht? Da ist der Reiz doch noch größer“, grinste Ginny und rieb sich die Hände.
„Oh, das werd ich mal mit Blaise machen.“ „Ihn fesseln?“ „Und foltern!“, fügte Ginny lachend an. „Immerhin tönt er immer, er wäre Masochist.“ „Er wird sich nicht fesseln lassen“, lachte Daphne. Ginny winkte ab „Er wird nicht gefragt“, was Luna, Sally und Astoria leise kichern ließ, während Ginny weiter ihre schaurigen Pläne kundtat.
„Ich werd ihn einfach nachts überfallen, an sein Bett ketten und mich ausgiebig der kleinen Schlange widmen, bis er winselt und fleht, dass ich ihn endlich erlöse. Operation: Heißer Sex im Kerker. Klingt doch gut, oder was meinst du, Mione?“ sah Ginny diebisch zu ihrer Freundin und legte ihr den Arm um den Nacken. Sie bemerkte in dem Moment erst, dass die Brünette leicht zitterte, die sie nun stärker in Augenschein nahm.
„Alles klar?“, erkundigte sie sich, bekam aber keine Antwort. Stattdessen wuchs die Verwirrung in Ginny, denn Hermione war mit einem Mal blasser geworden und starrte zudem in einer dumpfen Panik ins Nichts.
„Mionchen?“, hakte Ginny nach und schob sich letztlich stärker in das Blickfeld der Älteren. Daraufhin riss scheinbar irgendetwas ab, denn Hermione zuckte nicht nur zusammen, sondern stand plötzlich. Nur einen Augenblick später floh sie schon halb aus dem Gemeinschaftsraum, dem die fünf Mädels verwirrt nachsahen. Aber auch Draco, der sich stirnrunzelnd zu Ginny begab.
„Wo will sie hin?“ „Ich. . . Keine Ahnung. Sie hat nichts gesagt. Sie wirkte auf einmal ein bisschen wie weggetreten und. . .“ Auf den Kommentar gab Draco Ginny seine Tasse, bevor auch er den Gemeinschaftsraum verließ, um Hermione zu suchen, denn die Sache mit dem weggetreten behagte ihm nicht.

۩ ۞ ۩


Noch immer etwas kopflos, stolperte Hermione über den Gang, die Gedanken schwer, umnebelt von der wieder erwachten Erinnerung an den Malfoyschen Kerker. Crabbe, Goyle, Lucius. Sie meinte, den reißenden Schmerz erneut zu spüren. Die Pein und Hilflosigkeit, der sie ausgesetzt war. Kälte.
Sie zitterte nach wie vor, aufgrund der plötzlich so lebendigen Eindrücke, und strich sich fahrig mit der Hand über die Stirn, auf der ihr der kalte Schweiß glänzte. Es ist vorbei. Es ist nicht mehr echt, sprach sie sich im Geiste zu, was nur mäßig half, denn die Stimmen dieser Bastarde hallten auch weiter in ihrem Kopf umher, während sie meinte, ihre groben Hände auf dem Körper zu spüren.
„Es ist vorbei“, flüsterte sie nun wirklich und lehnte sich schwach an die kalte Steinwand, an die sie den dröhnenden Kopf legte und die Augen kurz schloss, um sich erneut zur Ruhe zu rufen. Als sie die Augen wieder öffnete, war sie nicht mehr allein auf dem Gang.
Etwas vor ihr standen zwei Schüler, Hermione schätzte sechste oder vielleicht siebte Klasse, die sie auf die Schnelle aber nirgendwo hinzustecken wusste. Diese musterten sie spitz und tuschelten kurz, bevor sie grinsend nähertraten, was der Gryffindor nicht so recht behagte.
„Hey Hermione. Ganz alleine unterwegs?“ „Hattest du zu tun? Du siehst abgekämpft aus.“ „Mir geht's gut“, warf sie den Jungen wirsch zu und wollte lieber schnell an ihnen vorbei, hoch in ihren Turm, als einer sie am Arm festhielt.
„Warte doch mal“, säuselte er und zog sie näher. „Lass mich los!“ „Wir wollen dir nur ein kleines Angebot unterbreiten“, lächelte er anzüglich und beugte sich zu der Gryffindor, der er ins Ohr flüsterte: „Wir haben gehört, du wärst für etwas Spaß zu haben. Wenn du also mal wieder ein bisschen Abwechslung von Malfoy brauchst, Rob und ich können sie dir geben. Eine Achterbahn der Ektase. Klingt doch gut, hm?“, hauchte er und strich mit der Nase am Hals der Hexe entlang, der es Gänsehaut bereitete, was noch schlimmer wurde, als der zweite Kerl dicht hinter sie trat. Er legte seine Hände auf ihre Hüften, die er forsch nach vorn führte. Dabei glitt eine nach oben in Richtung ihrer Brüste, während die andere den Weg nach unten zu ihrer Mitte ging, als er meinte: „Zwei sind doch besser als einer“, worauf bei Hermione der Faden riss und sie die Jungs rabiat von sich stieß.
„Lasst mich in RUHE!“, schrie sie getrieben und brachte damit die Fackeln zum Aufflammen, bevor sie erstickten, was die Jungs irritierte. Als sie wieder nach vorn sahen, war die Hexe im nächsten Gang verschwunden, der zu den Treppen führte. Dort nahm sie in ihrer Hast mehrere Stufen mit einmal, um der Vergangenheit zu entkommen.
Ihr Kopf schwirrte und pochte und ließ die mühsam zurückgedrängten Eindrücke wieder so stark aufflammen, dass es ihr Herzschmerzen bereitete. Sie wollte, dass das aufhörte. Sie wollte ihren inneren Frieden zurück, nur wollte dieser nicht einkehren. Auch nicht, als sie endlich ihren Turm erreichte und von den sicheren vier Wänden umgeben war.
Sie lehnte sich völlig fertig und mit den Nerven am Ende ans Portrait, bevor sie mit den ersten Tränen auf den Wangen in den leeren Raum blickte. Er kam ihr plötzlich viel zu groß, leer und vor allem kalt vor, obwohl sie ihn vor einer halben Stunde erst verlassen hatte. Dennoch fror sie und schleppte sich letztlich an den Kamin, der mit ihrem Eintreten erneut entflammt war.
Sie ließ sich erschöpft in den weichen Sessel plumpsen und zog die noch immer weichen Knie zu sich heran, um die sie zusätzlich die Arme schlang und sich am Ende zu einem Ei zusammenrollte. Den Kopf vergrub sie in der so entstandenen, schützenden Mulde in der sie ihre leisen Schluchzer erstickte, während sie auch weiter darum bemüht war, diese grässlichen Bilder und Empfindungen ein weiteres Mal wegzuschließen.
„Draco“, fistelte sie dünn in ihrer Erschöpfung. Nur wenig später klackte etwas, worauf sie zusammenzuckte und den Kopf verängstigt hob. Am Portrait entdeckte sie den Blonden, der sie verwirrt musterte, was sich schnell in Sorge wandelte.
„Was ist los?“, erkundigte er sich, kaum dass er bei ihr war. „Nichts“, würgte sie dünn heraus und strich sich den Rest der verräterischen Tränen weg, was Dracos Misstrauen schürte, der schließlich auf der Lehne des Sessels Platz nahm.
„Wegen Nichts weinst du nicht. Also was war? Hat Ginny was Blödes gesagt?“, schoss er ins Blaue und traf ins Schwarze, denn sie zuckte kurz, bevor sie mit dem Kopf schüttelte. Sie kam sich inzwischen furchtbar dumm aufgrund ihrer heftigen Reaktion vor. Nur hatte Ginny mit ihrem Geplapper vom Sex im Kerker, Fesseln und Foltern eine Tür in ihrem Geist aufgetreten, die sie nicht mehr geschlossen bekommen hatte.
„Es war nichts. Nur eine dumme Nichtigkeit“, gab sie ihm matt zurück, dem er nicht glaubte und ihr schließlich behutsam über die blasse Wange strich, worauf sie zu ihm aufsah.
„Es ist nicht dumm, wenn es dir weh tut. Egal, wie wichtig oder unwichtig es dir vorkommt. Also? Sagst du mir was los ist, oder muss ich es anders herausfinden?“, drohte er ihr sanft mit einem aufmunternden Lächeln, dem sie sich ergab. Wenn sie eines wusste, dann, dass er genauso stur war wie sie.
„Es ging um . . . Sex. Die Mädels haben sich ausgetauscht und Ginny. . . Sie wollte erst wissen, wie es bei uns läuft und hat dann überlegt, was sie mit Blaise machen könnte. Von wegen fesseln und im Kerker foltern und. . . Irgendwie. . . Es war dann plötzlich wieder da. Crabbe und Goyle und. . .“, brach sie gänzlich in ihrem Flüstern ab und senkte geschlagen das Haupt, als die Bilder ein weiteres Mal drohten, ihren Geist einzunehmen. Sie bekam aufs Neue Gänsehaut, was Draco deutlich registrierte, der ihr beruhigend die Arme umlegte und sie zu sich auf den Schoß zog, sodass er sie ganz umschließen und sie sich bei ihm einkuscheln konnte, was sie dankbar tat.
„Ich weiß, dass ich mich dumm benehme, schließlich. . .“ „Es ist nicht dumm“, unterbrach er sie ruhig, damit sie nicht anfing, sich für diesen tiefen Schmerz zu geißeln, den ihr andere zugefügt hatten. Seine Lippen strichen dabei zärtlich über ihre Stirn, auf die er ihr einen kleine Kuss drückte, bevor er behutsam meinte: „Aber vielleicht redest du doch mal mit Ginny oder Luna über diese Sache? Sie werden dir helfen. Das weißt du.“ „Ich kann das nicht“, schniefte sie dünn, als ihr allein auf die Vorstellung wieder vermehrt die Tränen in die Augen stiegen, während sich in ihrem Innern ein schmerzhafter Knoten zu bilden begann, der ihr das Atmen schwerer machte.
„Wenn ich es ihnen sage, wird es nur noch lebendiger und. . . Es tut so schon furchtbar weh. Ich will das nicht noch mehr. Außerdem würden sie es immer wieder anreißen und mich sicher ständig mitleidig ansehen und das. . . Ich will das alles doch einfach nur vergessen“, begann sie bitterlich zu weinen und krampfte sich in Dracos Armen noch mehr zusammen, an den sie sich haltsuchend klammerte.
Der Blonde besah es sich wehmütig und strich seiner angeschlagenen Hexe beruhigend über den bebenden Rücken und durch die Haare, während er grübelte, wie er ihr helfen konnte? Am Ende kam ihm der simpelste Gedanke, mit dem er ihren Wunsch in die Tat umsetzen könnte.
„Wenn du willst, dann. . . Ich könnte diese beiden Dinge mit dem Obliviate aus deinen Erinnerungen tilgen. Es würde verschwinden. Für immer“, hielt er ihr vor Augen und wartete ruhig ihre Antwort ab. Hermione schwieg jedoch und dachte selbst über diese Möglichkeit nach.
Während des Sommers hatte sie zeitweise auch schon mit dem Gedanken gespielt, bestimmte Erinnerungen einfach magisch auszuradieren. Allerdings war es riskant, nur spezifische Dinge zu löschen, da es leere Stellen hinterließ. Schwarze Gedankenlöcher, die auch andere Erinnerungen beeinflussen konnten, da mögliche Verbindungen zu diesen fehlten. Und was diese fürchterlichen Dinge anging, auch sie waren mit anderen Dingen verknüpft. Allen voran mit Draco und der Verbindung, die sie damals angefangen hatte, zu ihm aufzubauen.
Er hatte ihr Halt, Wärme und Geborgenheit gegeben. Seine Arme waren wie jetzt, in diesen beiden Nächten eine Zuflucht für sie gewesen, was sie später auch immer wieder vor Augen hatte und das letztlich das Vertrauen in ihn gestärkt hatte. Würde diese Verbindung nun aber fehlen, sie wüsste nicht, wie es sich auf ihre Beziehung auswirken könnte? Vielleicht würde es nichts ausmachen, vielleicht aber auch alles zerstören und das war das allerletzte, was sie wollte. Da quälte sie sich lieber mit diesen kalten Erinnerungen.
„Nein“, gab sie ihm dünn zurück und sah ihn letztlich an. „Sicher?“ Sie nickte. „Ich hab vielmehr Angst, dass ich die Verbindung zu dir dann verliere, wenn bestimmte Dinge verschwinden und. . . Ich werd einfach lernen müssen, damit umzugehen. Irgendwann wird es sicher aufhören und verschwinden aber. . . Kannst du . . . kannst du mich jetzt bitte einfach nur ganz fest halten?“, fragte sie dünn, mit einem flehenden Blick, der einmal mehr feucht schimmerte. Draco küsste sie zur Antwort nur, bevor er ihren Kopf behutsam zurück auf seine Brust drückte und sie einfach nur hielt. Damit hinterließ er in der Gryffindor einmal mehr ein Gefühl von Wärme, Schutz und tiefer Geborgenheit.

۩ ۞ ۩


Als am nächsten Morgen Dracos Wecker rappelte, knurrte er angefressen und versuchte, mit dem Kopf unter dem Kissen, das verfluchte Teil abzustellen, fand es allerdings nicht. Und mit jeder Sekunde mehr, die das verdammte Ding lärmte, wuchs in seinem Innern ein kleines Wutgefühl.
Am Ende schlug er sauer mit der flachen Hand auf seinen Nachttisch, in der Hoffnung, dass Teil doch noch zu erwischen. Allerdings landete seine Hand auf nacktem Holz. Nur eine Millisekunde später schepperte irgendetwas und es herrschte wieder wohltuende Ruhe, der er sich hingeben wollte.
Als er sich jedoch zur Seite drehte, um die Gryffindor wieder an sich zu ziehen, erspürte er nur nackte, kalte Laken. Er blinzelte verwundert und sah. . . Nichts. Der Platz neben ihm war leer. Und so kalt, wie die Laken waren, war er das schon eine Weile. Hastig rappelte er sich auf und sah nun hellwach auf das halbverwaiste Bett. Keine Hermione.
„Shit“, zischte er und sprang aus dem Bett, um die Hexe zu suchen, denn die Sache gestern hatte sie doch mehr aufgewühlt, als er anfangs gedacht hatte. Sie hatte nicht zum Abendessen runter in die Halle gewollt und war in der Nacht viermal schreiend und weinend aufgewacht. Zwar hatte er sie immer recht schnell wieder beruhigen können, wirklich Ruhe und Erholung hatten sie beide in der Nacht aber nicht bekommen. Hermione noch weniger als er, von der er schließlich etwas hörte. Nämlich Wasserrauschen, was aus ihrem Zimmer kam. Das hieß, sie war im Bad, was ihn erleichterte. Vermutlich war sie, wie immer, vor ihm wach und hatte ihn nach der kurzen Nacht nicht vorzeitig wecken wollen.
Mit diesem Gedanken verschwand er zurück in sein Zimmer, um selbst zu duschen und sich anzuziehen. Als er knapp eine halbe Stunde später wieder auf den Flur trat, rauschte das Wasser allerdings noch immer, was ihn nun doch hellhörig stimmte, denn er verbrachte schon recht viel Zeit im Bad. Mehr als manche Frau, vor allem Hermione, die sonst nach zehn bis 15 Minuten mit allem fertig war.
Er trat an ihre Badezimmertür und lauschte kurz an dieser, doch bis auf das Plätschern der Dusche, hörte er nichts, was die Unruhe in ihm noch etwas mehrte. Schließlich klopfte er und lauschte auch weiter auf etwas anders. Nichts.
„Hermione?“, rief er und verstärkte sein Klopfen. Antwort blieb jedoch weiter aus, sodass er sich bereits dazu anschickte, die Tür zu öffnen, als das Rauschen aufhörte. Fünf Minuten, dachte er sich. So lange würde er noch warten und ihr Zeit lassen, sich etwas über zu ziehen. Diese fünf Minuten brauchte es dann aber nicht, da die Gryffindor nur etwas später in ihren weißen Bademantel gehüllt in der Tür auftauchte.
„Hey“, hauchte sie ihm leise entgegen und zog den Gürtel des Bademantels noch fester um ihre Mitte. „Alles okay?“, erkundigte er sich, worauf sie ein kleines Lächeln auf die Lippen legte und nickte. „Ja. Ich. . . Ich hab wohl nur irgendwie die Zeit aus den Augen verloren“, entschuldigte sie sich und strich sich fahrig ein paar der nassen Haarsträhnen aus der Stirn. Dabei blieb Dracos Blick am Ärmel des Bademantels hängen, denn dessen Innenseite der war fleckig rot.
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, griff er nach ihrer linken Hand, worauf sie zuckte und sie bereits zu sich ziehen wollte. Draco war allerdings schneller und schob ihr den Ärmel hoch. Hermione presste auf seine Handlung die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen, während sich Dracos Augen zu Schlitzen verengten, als er ihren Arm sah. Dieser war vollkommen wund und teils blutig geschrubbt. Vor allem die Stelle am Unterarm, wo die Haut ohnehin empfindlicher war.
„Ich . . . ich hab wohl etwas zu fest aufgedrückt und. . .“ Der Rest ihrer Worte erstickte an seiner Brust, als er sie zu sich zog und fest in seinen Armen hielt. Nebenher strich er ihr behutsam über den Rücken, während sich ihre Hände von selbst in seine Kleider krallten. Sie sank gegen ihn und vergrub das Gesicht in einem zittrigen Atemzug gänzlich an seiner Brust.
„Tu dir nicht selber weh“, mahnte er sie sanft und hauchte ihr einen Kuss auf den nassen Schopf, bevor er seinen Kopf auf ihren sinken ließ. „Ich bin da, hörst du? Ich bin für dich da, egal was ist“, sprach er ihr gut zu, was ihr die Augen brennen ließen. Die aufsteigenden Tränen rang sie jedoch erfolgreich nieder.
„Friss das nicht in dich rein“, bat er und ließ sie sich auf das Bett setzen, bevor er neben ihr Platz nahm und begann die Schrammen zu heilen. Als sein Blick ihren Brustansatz streifte, sah er auch dort starke Rötungen und wunde Haut. Als er den Kragen des Bademantels etwas weiter öffnen wollte, schloss sie diesen rasch mit der rechten Hand, sodass auch die Rötungen unter dem weichen Flanell verschwanden.
„Hermione. . .“, mahnte er sie ruhig und versuchte die Umklammerung behutsam zu lockern, was sie nicht zuließ, sodass er nochmal meinte: „Ich will dir doch bloß helfen.“ Auf diesen kleinen Satz sah sie ihn wieder an und las, wie schon so oft, nichts als die Wahrheit in seinen Augen, sodass sie ihren Griff löste und ihn das Desaster betrachten ließ.
Es war nur das Schlüsselbein und etwas vom Brustansatz, was Draco sah. Aber auch dieser Teil ihres Körpers war, wie sicher auch der Rest, teilweise leicht blutig wund geschrubbt. Jedoch nicht mehr lange, da er den Schrammen mit dem Episkey behutsam entgegen wirkte.
„Ich . . . ich hab es gar nicht so richtig mitbekommen“, begann sie dünn. „Es war nur. . . Ich wollte. . . Ich hab mich so furchtbar schmutzig gefühlt und. . .“ „Sch“, unterbrach er sie ruhig und zog sie wieder beruhigend zu sich in die Arme. Zeitgleich begann er sich ernsthaft zu fragen, wie oft sie sich vermutlich schon den Körper derartig wund geschrubbt hatte, ohne, dass er es bemerkte? Es war schließlich bei weitem nicht das erste Mal, dass sie so lange im Bad brauchte.
„Du bist nicht schmutzig. Absolut nicht. Red dir das nicht ein. Wenn dich solche Gefühle überkommen, dann rede mit mir. Nur tu dir bitte nicht mehr weh. Versprich mir das“, sah er sie eindringlich an, worauf sie knapp nickte, bevor ihr Blick wieder auf ihren Arm fiel. Auf die Stelle, die durch nichts heilte. Draco schob dem dann aber gleich einen Riegel vor und legte ihr behutsam einen sauberen, weißen Verband um, der die Brandmarkung sorgsam verbarg. Im Anschluss sah er ihr wieder lächelnd in die Augen und strich sanft mit den Fingern über ihre Wange. Jedoch nur kurz, denn sie legte ihre Hand auf seine, die dadurch noch wärmer auf ihren Zügen verweilte.
„Ich red mit McGonagall, dass sie uns für heute freistellt. Dann kannst du dich noch ein bisschen ausruhen.“ „Es geht schon“, verwarf sie die Möglichkeit sofort, dem Draco etwas entgegensetzen wollte. Hermione kam ihm aber zuvor.
„Es war nur. . . Diese Träume. Ich war deswegen noch ziemlich aufgewühlt. Aber es geht wieder. Wirklich!“, setzte sie gleich nach, da er skeptisch schaute. Am Ende schlug sie ihn mit einem kleinen Satz.
„Es geht mir gut, wenn du da bist. Es beruhigt mich“, lächelte sie nun wieder mehr, was er mit einem sanften, liebevollen Kuss schloss.

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„. . . Mein Beileid für Ihren Verlust.“ „Danke. Professor“, krächzte Pansy dünn und tupfte sich noch einmal die Augen trocken. „Auch dafür, dass Sie mir die Möglichkeit lassen, wieder in die Schule zurück zu kommen“, schniefte sie. „Sehen Sie. Darüber wollte ich mich erst einmal näher mit Ihnen unterhalten. Immerhin läuft der Schulbetrieb bereits seit über zwei Monaten wieder.“ „Wenn es wegen des Unterrichtes ist. . . Ich habe soweit alles aus dem Vorjahr noch da. Ich werde bei den Professoren sicher nicht nachhängen und mich bemühen.“ „Das sehe ich als Grundvoraussetzung an. Allerdings war ich auf etwas anderes aus“, schaute Minerva nun streng, beugte sich in ihrem Sessel vor und behielt die Slytherin scharf über ihre Brille hinweg im Auge.
„Ich muss Ihnen kaum sagen, dass Ihr Verhalten im Mai in meinen Augen und denen der Kollegen recht frevlerisch war. Gleiches gilt für das komplette letzte Schuljahr. Wie Sie und andere, sich dem großen Rest ihrer Mitschüler gegenüber verhalten haben, war mehr als verachtenswürdig.“ Daraufhin schluckte Pansy. „Das tut mir leid. Das müssen Sie mir glauben, Professor. Ich. . .“ „Wir müssen gar nichts“, mischte sich Snape ölig dazwischen und funkelte seine ehemalige Schülerin kalt an.
„Severus, bitte“, mahnte Minerva, bevor sie mit einem ähnlichen Blick zurück zu Pansy sah. „Was die Carrows getan haben, war menschenverachtend und grausam. Weitaus entsetzter war ich jedoch über die Tatsache, dass tatsächlich Schüler, auch Sie, mit Freude ihre Mitschüler mit dem Cruciatus bestraft haben. Vor allem Gryffindor Schüler.“ „Das hab ich nicht gewollt. Sie haben uns doch gezwungen und. . .“ „Das hatte nichts mehr mit einem Zwang zu tun, Miss Parkinson!“, fuhr Minerva ihr leicht erbost dazwischen.
„Ich mag alt sein, aber ich habe Augen im Kopf, und darüber hinaus auch noch sehr gute Ohren. Ich habe Sie im vergangenen Jahr mehr als einmal darüber spotten hören, dass es ihren Mitschülern Recht geschähe und man bei den Strafen noch anziehen sollte.“ „Das war doch nicht so gemeint“, nuschelte Pansy kleinlaut. „Ich wollte einfach nicht, dass die Carrows mich irgendwie ins Visier nehmen.“ „Und das rechtfertigt in Ihren Augen, ihren Mitschülern Qualen zuzufügen?“ „Ich hatte Angst!“, platzte es aus Pansy heraus, die ihre Fälle jetzt schon davon schwimmen sah. Und das würde Lucius nicht gefallen.
„Das sah für mich immer anders aus“, resümierte Snape kalt, zu dem Pansy schluckend sah. „Ich konnte doch schlecht Bedauern äußern. Dann hätten die sonst was mit mir gemacht. Sie haben doch auch nichts dagegen getan!“, warf sie Snape vor, der kühl eine Augenbraue hob.
„Ich bin nur noch ein Portrait, Miss Parkinson. Unterstellen Sie mir nicht, ich hätte nichts für den Frieden getan.“ „Sie haben nie durchblitzen lassen, was Sie wirklich denken und vorhaben.“ „Das wäre ja auch recht einfältig gewesen. Aber von diesem Punkt abgesehen, haben Sie bis jetzt keine Spur der Reue gezeigt. Angenommen Sie haben tatsächlich nur aus Angst und zum Selbstschutz gehandelt, was ich Ihnen nicht glaube, haben Sie es nach der Schlacht mehrfach versäumt, eine andere Seite von sich zu zeigen. Soweit ich informiert bin, haben Sie sich weder bei einem Ihrer Mitschüler für Ihre Handlungen entschuldigt, auch nicht bei Potter, noch am Wiederaufbau der Schule mitgewirkt, wie so viele andere, oder sich sonst in irgendeiner Art und Weise positiv gezeigt. Im Gegenteil. Wie alle, die sich bereitwillig am Programm der Carrows beteiligt haben, sind Sie der Schule zum 1. September ferngeblieben. Darüber hinaus habe ich gehört, dass Sie sich vor einiger Zeit wie eine Harpyie auf ein kleines Mädchen gestürzt haben, nur weil Ihnen ihre Einkäufe entglitten sind. Zudem haben Sie im Folgenden wohl auch versucht, Draco zu verfluchen, nicht?“, stichelte Snape und wartete auf einen Ausbruch. Pansy blieb aber ruhig, obwohl es gefährlich in ihr brodelte, als sie an die Begegnung mit dem Arsch in der Winkelgasse zurückdachte.
„Sie haben sich dann wohl auch noch deutlich darüber geäußert, was Sie von Draco und seinem Blutsverrat halten. Sie verstehen also, dass ich Ihrem plötzlichen Sinneswandel keinen Glauben schenke? Meiner Meinung nach, haben Sie hier nichts mehr verloren!“, gab Snape entschieden von sich und beobachtete zufrieden, wie sie die Lippen zu einem blutleeren Strich zusammenpresste.
„Das heißt, ich darf nicht zurück?“, mutmaßte sie gepresst. „Das heißt, dass wir uns darüber im Kollegium nicht einig sind. Professor Snapes Meinung haben Sie eben gehört.“ Toll!, dachte sie verbissen. Wenn schon ihr alter Hauslehrer dagegen war, waren es die Anderen doch auch. Was also machte sie dann überhaupt hier? Wollten die Idioten sie vorführen?
„Wie Sie sich vielleicht denken können, sind wir nach diesen schrecklichen Ereignissen sehr darum bemüht, Ruhe in die Schule zu bekommen und vor allem die Grenzen der Häuser, in den Köpfen unserer Schüler, zu beseitigen. Um das umzusetzen, haben wir uns auf verschiedene Projekte verständigt. Und das letzte was wir wollen, sind irgendwelche Querelen. Wir sind uns, aufgrund Ihrer vergangenen und wohl auch kürzlich erst erfolgten Handlungsweise, nicht darüber einig, ob es tragbar für die Schule und die langsam entstehende Ruhe ist, wenn Sie wieder am Unterricht teilnehmen. Ich will offen zu Ihnen sein, Miss Parkinson. Wir haben berechtigte Zweifel daran, dass ihre Mitschüler Ihnen auch nur ansatzweise wohlwollend oder gar mit offenen Armen begegnen werden. Und ich spreche hier nicht von den Häusern Hufflepuff, Ravenclaw oder gar Gryffindor, sondern Ihrem eigenen. Aus Ihrem Jahrgang sind lediglich Mr. Malfoy, Zabini, Harper, Nott, sowie die Damen Greengrass und Davis wieder in der Schule. Und gerade was Mr. Malfoy, Zabini und Harper angeht, so hat nicht nur Professor Snape seine Zweifel, dass das gut gehen würde, sondern auch ich. Wie Sie wissen, haben sich die drei Herren ebenfalls an den Kämpfen beteiligt und mehr als deutlich Stellung bezogen. Darüber hinaus agieren sie mit Miss Granger, Miss Weasley und auch Mr. Potter als Vorbilder für die Anderen, was allmählich erste Früchte trägt. Und diese wollen wir nicht durch dumme Streitigkeiten, Machtspielchen oder dergleichen gefährdet sehen. Wenn Sie wirklich Ihre Ansichten so sehr geändert haben, wie es zu wünschen wäre, und tatsächlich Willens sind, sich unterzuordnen und einzureihen, werde ich Ihnen diese Möglichkeit nicht vorenthalten.“ Daraufhin stutzte Pansy und sah auf. Hieß das jetzt doch, Ja?
„Wie bereits gesagt, Ihre Mitschüler werden Sie nicht mit offenen Armen empfangen, dessen sollten Sie sich klar sein. Wenn Sie dennoch dem Unterricht weiter folgen wollen, verlange ich von Ihnen, dass Sie Ihre Mitschüler mit Respekt behandeln. Jeden, egal wie alt er ist oder welchem Haus er zugewiesen wurde. Sollten mir berechtigte Beschwerden über Sie kommen, verlassen Sie ohne wenn und aber sofort die Schule. Ich werde mich in dieser Hinsicht auf keinerlei Diskussionen einlassen, haben wir uns verstanden?“, sah Minerva sie streng an. Pansy nickte. „Natürlich Professor. Es werden Ihnen keine Klagen kommen.“ „Das will ich hoffen. Sie werden nicht noch eine Chance bekommen, also nutzen Sie diese!“ „Das werde ich.“
Und wie sie das würde. Phase 1 war somit eingeleitet.

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