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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Halloween

von Alex2303

So ihr lieben,

wir haben die 154 erreicht und damit die Halloweenfeier, auf dir ihr schon seit längerem wartet. Ich hoffe euch gefällt, was mein Hirn ausgebrütet hat. Ist im übrigen erst der erste Teil des Abends der Abende.
:p

Vielen Dank an Krissi und Elli fürs Kommi und Mail schreiben.

@Krissi: Vielen Dank. Der Großteil deiner Fragen dürfte sich mit dem Chap beantworten. Stephen bleibt allerdings noch ein nicht kalkulierbarer Faktor, wie auch Ron, wobei Stephen bereits konkrete Vorstellung hat, wie es weiter gehen soll, wenn er Mione hat. Aber erstmal heißt es an sie rankommen.
^^


Liebe Grüße,

*Nachteule* Alex






۩ ۞ ۩


„DRACO!“, brüllte Blaise, da sein Freund noch immer nicht aus dem Bad raus war. Verdammt, sie würden zu spät kommen. „Jetzt mach hin!“ „Ist er immer noch nicht fertig?“, bohrte Charlie, der soweit angezogen im Zimmer auftauchte. Sein Sakko und den Umhang hatte er über dem Arm liegen, was er dann auch erstmal auf einem der Sessel ablegte, während Blaise mit den Zähnen knirschte.
„Ich bin mir nicht mal sicher, ob er sich überhaupt fertig macht.“ Auf die Aussage zog Charlie skeptisch eine Augenbraue hoch und trat selbst an die Tür, um sachte zu klopfen. „Draco? Es ist halb acht, wir müssen langsam“, rief auch er, bekam aber keine Antwort, sodass er kurzerhand die Tür magisch öffnete. Zur Erleichterung der Beiden war Draco fertig angezogen, geduscht und rasiert. Allerdings saß er auf dem geschlossenen WC-Deckel und starrte ausdruckslos vor sich hin.
„Schlägst du Wurzeln?“, meckerte Blaise und fing sich dafür den Ellenbogen von Charlie ein. „Was?“, fragte Blaise verständnislos. Charlie schüttelte nur mit dem Kopf und trat zu Draco. „Wir müssen. Die Mädels warten sicher schon.“ „Das geht schief“, murmelte der Blonde tonlos und sah seine Freunde nun direkt an.
„Wird es nicht“, widersprach Blaise ihm ruhig. „Die Idee ist bescheuert. Sie wird mir nicht zuhören!“, moserte Draco daraufhin und erreichte damit, dass Blaise leise knurrte. „Und was willst du stattdessen machen? Aufgeben ist keine Option. Jetzt erst recht nicht! Du bekommst deine Gryffindor Prinzessin. Punkt.“ „Aber. . .“ „Kein Aber!“, fuhr Blaise ihm dazwischen und bugsierte ihn mit Charlie zurück ins Schlafzimmer, wo die Beiden ihm noch den letzten Feinschliff gaben, indem sie ihrem Freund die Fliege banden und in Sakko und Umhang halfen. Blaise konnte es dann auch nicht lassen und fuhr ihm nochmal durch die etwas steif liegenden Haare, damit die wieder ein bisschen lockerer saßen. Zu seiner übergroßen Verblüffung, machte Draco keine Anstalten ihn anzuspringen, um ihm die Hand abzuhacken. Das zeigte aber nur noch deutlicher, dass er innerlich nach wie vor mit den Nerven runter war, weshalb Blaise ihm erneut gut zusprach.
„Wir machen das so wie besprochen. Sieh zu, dass Hermione noch länger mit dir tanzt. Musiktechnisch ist alles mit der Band abgesprochen und Charlie und ich passen auf, dass keiner nervt. Sag ihr was Fakt ist. Falls nicht alles nach Plan läuft, lassen wir uns was Neues einfallen. Hermione kann uns hier schließlich nicht wegrennen. Zur Not kette ich sie irgendwo fest“, warf Blaise noch ein, den der Gedanke sichtlich amüsierte. Charlie sah es und rammte ihm erneut den Ellenbogen in die Seite.
„Pass mal ein bisschen auf deine Gedanken auf!“ „Oh, die sind inzwischen schon bei meinem rothaarigen Teufel“, witzelte Blaise, was Charlie mit den Augen rollen ließ, bevor er wieder zu Draco sah und ihm eine weiße Nelke ans Revers steckte. Blaise schnappte sich dann auch gleich die weiße Maske, die auf Charlies Schreibtisch lag und ließ sie in Dracos linker Sakkotasche verschwinden, auf die der Blonde mit einem mulmigen Gefühl sah, bevor er zurück zu Blaise schaute.
„Das wird in einer Katastrophe enden.“ „Du bist ein verfluchter Schwarzseher. Das klappt. Wirst sehen. Morgen früh kuschelst du mit deiner Löwin. Und ich mit meiner“, grinste Blaise vorfreudig, während Charlie leise „Hormongesteuerter Vollidiot“, vor sich hin murmelte.
„Abmarsch!“, befahl Blaise und machte sich mit seinen Freunden auf den Weg. Unten im Gemeinschaftsraum trafen sie auf die Greengras Schwestern und verloren damit Charlie an Daphne, der gleich mit einem breiten Lächeln zu seiner Freundin in ihrem silbernen Ballkleid trat.
Es war ein Meer aus Tüll, was von der Brust bis zur Hüfte eng geschnitten war und so Daphnes Dekolleté raffiniert einfasste. Von den Hüften abwärts fiel es luftig weit und glitzerte wie 1000 Sterne. Um den Hals trug sie eine schlichte Silberkette mit drei schneeweißen Perlen als Blickfang. Ihre blonde Mähne war, ähnlich wie die ihrer Schwester, zu einem eleganten Knoten hochgesteckt.
„Hallo meine Schöne“, raunte Charlie und eroberte sich rasch ihre Hand, auf die er einen Kuss hauchte, bevor sein Blick nach oben glitt und er tief in den grünen Augen der Blonden versank, die im Smokey-Eye Stil perfekt auf ihr Kleid abgestimmt waren. Nur einen Moment später eroberte er sich ihre tiefroten Lippen.
„Er war ein treuer Freund, doch gegen den Gesang einer Sirene war er machtlos!“, warf Blaise den Beiden auf den Anblick feist grinsend zu und fing sich dafür prompt einen stinkigen Blick von Daphne und Charlie ein. „Hast du dir schon einen Whiskey zu viel hinter die Binde gekippt?“ fragte Daphne. „Nah. Nix da. Immerhin hab ich heute Abend noch was vor“, grinste Blaise und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen „Aha“, meinte Daphne dazu nur und sah zurück zu Charlie.
„Wie hältst du das eigentlich die ganze Zeit mit dem Kindskopf aus?“ „Das frag ich mich auch manchmal.“ „EY!“, meckerte Blaise, bekam von Charlie aber nicht mehr zurück, als die Ansicht seines Mittelfingers, bevor er sich wieder richtig auf Daphne konzentrierte.
„Lass uns gehen, bevor mir noch was anderes einfällt.“ „Besser ist das“, schmunzelte Daphne. Im vorbeigehen schlug Charlie Draco dann noch aufmunternd auf die Schulter, bevor er aus dem Gemeinschaftsraum raus war. Vor diesem tigerte Harry bereits recht nervös rum und riss schließlich den Kopf hoch, als sich der Zugang öffnete.
„Seit wann bist du denn da?“, wunderte sich Charlie, bekam aber nur Gestammel als Antwort. „Ich . . . äh. . . ‘ne Weile. Ist . . . ist Astoria schon fertig?“ „Sie wartet drinnen“, schmunzelte Daphne den nervösen Helden an, dem Charlie dann auch noch einen kleinen Schubs versetzte, sonst würde er in zwei Stunden vermutlich noch immer am Zugang stehen.
Kaum drin, fiel sein Blick auf die Schwarzhaarige, die in einem weißen Traum steckte, sodass Harry etwas unelegant der Kiefer runterklappte. Astoria nahm es schmunzelnd und als Kompliment zur Kenntnis, als sie zu ihm trat.
„Hallo“, begann sie lächelnd, bekam aber keine Antwort, da Harry noch immer starrte und so guckte, als ob er nicht mehr bis drei zählen könnte. „Atmen, Potter!“, warf Blaise ihm auf den Anblick lachend an den Kopf, sodass er sich fing und kurz schüttelte, bevor er über beide Ohren griente.
„Du siehst . . . atemberaubend aus.“ „Vielen Dank“, lächelte Astoria, während Harry sie nochmal kurz von oben bis unten musterte. Ihr Kleid war von der Brust bis zur Hüfte eng anliegend, strahlend weiß und mit hunderten kleiner, weißer Perlen bestickt, die in einem verschlungenen Blattmuster angeordnet waren. Um ihre Mitte lag ein breites, weißes Band, was sich etwas schräg von der linken Seite der Taille zur rechten Hüfte zog. An dessen Knotenpunkt ruhte silbern schimmernd eine schöne Brosche. Der untere Teil des Kleides war in einem champagner Ton gehalten und luftig weit ausfallend. Wie Daphne auch, trug sie schmucktechnisch Perlen in den Ohren und um den Hals.
„Ich . . . äh . . . ich hab hier etwas. . . Also . . . wenn du willst und. . .“, stotterte Harry, der, wie die Jungs ihm empfohlen hatten, eine kleine Handcorsage für die Slytherin besorgt hatte. Als Astoria das kleine, recht bunte Blumengesteck sah, lächelte sie und reichte ihm ihr rechtes Handgelenk, um das er ihr die Corsage etwas zittrig band.
„Danke. Sie ist sehr hübsch“, hauchte sie, was seine Ohren ordentlich zum Glühen brachte, bevor er zu überlegen begann, ob und wie er das mit dem Handkuss machen sollte? Am Ende grübelte Harry dafür zu lange, denn Astoria nahm sich seinen Arm und sah ihn verzückt an.
„Wollen wir gehen?“, fragte sie. Harry konnte daraufhin nur dümmlich grinsend nicken und verschwand, hinter Charlie und Daphne, mit seiner Partnerin. Blaise sah ihm kopfschüttelnd, aber dennoch grinsend, nach. „Dem werden wir wohl noch ein bisschen in Sachen Frauen unter die Arme greifen müssen. Aber erstmal kümmern wir uns um dein Liebesleben“, sah Blaise zu Draco, mit dem er dann auch den Gemeinschaftsraum verließ und sich auf den Weg zur Großen Halle machte.
Als die Beiden an der Haupttreppe ankamen, strömte bereits der Großteil der Schüler aufgeregt schwatzend in die Halle. Das entwickelte sich stellenweise dann schon zu einem regelrechten Schaulaufen der Mädchen, die sich teilweise versuchten, gegenseitig die Show zu stehlen. Gegen die beiden Greengras Schwestern, die von Haus aus schon pure Eleganz und Anmut ausstrahlten, machten die Meisten aber eine recht schlechte Figur.
Besonders Astoria in ihrem perlenbestickten Kleid, zog jede Menge eifersüchtige Blicke auf sich. Zum Teil war das sicher auch Harry geschuldet, der noch immer nicht die Augen von der zierlichen, kleinen Schwarzhaarigen lassen konnte, die ihn ebenso glücklich anlächelte und damit gar nicht registrierte, was um sie herum passierte.
„Ein Bild für die Götter“, kommentierte Blaise grinsend, als die beiden Paare in der festlich geschmückten Halle verschwanden. In dieser schwebten, wie immer an Halloween, die verzauberten Kürbisse statt der Kerzen an der Decke. An diesen hingen die Spinnweben weiß schimmernd herab, wie auch an den Wänden und Gemälden der Großen Halle. Dazwischen flatterten kleine, schwarz glänzende Fledermäuse, auf deren Flügen sich der Schein der Kerzen in unterschiedlichen Facetten brach und dadurch einen zusätzlichen Lichteffekt erzeugten.
Die runden Tische waren alle mehr in den Wandbereich gerückt, damit die Schüler in der Mitte der Halle Platz zum Tanzen hatten. Das traf auch auf den langen Lehrertisch zu, der einer kleinen Bühne hatte weichen müssen, auf der sich bereits diverse Instrumente wiederfanden.
Dort würde den ganzen Abend eine Nachwuchsband live spielen, da das damals, während des Weihnachtsballs, mehr als gut angekommen war. Darüber hinaus hatten sich Draco, Hermione und McGonagall darauf geeinigt, kein einfaches Buffet herzurichten, sondern den Schülern die Möglichkeit zu lassen, zwischen fünf 5-Gang Menüs zu wählen. Dementsprechend waren auch die Tische hergerichtet.
Sie waren in weiße Tücher eingeschlagen, über die sich kreuzförmig noch zwei Tischläufer zogen, die in orange und schwarz gehalten waren. Die Stühle waren ebenfalls in weiße Leinen gehüllt, deren Stoffe mit silbergrauen, feinen Schnüren, fixiert wurden. Die Tische selbst waren dem Halloweenthema entsprechend dekoriert.
In der Mitte der Tische erhob sich ein kleiner, verkrüppelter schwarzer Baum, in dessen dürren Ästen sich, neben den weiß schimmernden Spinnweben, noch zusätzlich kleine Irrlichter wiederfanden, die um das Geäst herum schwebten. Der Fuß des Baumes verschwand wiederum gänzlich im Nebel, der träge über die Tische waberte, auf denen kleine, ausgehöhlte Kürbisse standen und zusätzliches Licht erzeugten. Um diese rankte etwas wilder Wein in allen möglichen Herbstfarben, über den sich ebenfalls die Spinnweben zogen. Zwischen all dem krabbelten auch noch ein paar essbare Spinnen und Mäuse, in verschiedenen Geschmacksorten, über den Tisch. Eine Sonderanfertigung aus dem Honeydukes, was die Schüler aber noch herausfinden mussten.
Die Platzteller, auf denen die Menükarten standen, schimmerten in einem Bronzeton und wurden, entsprechend der fünf Gänge, von allerlei Besteck umrandet. Blaise hatte bereits jetzt lebhaft vor Augen, dass die meisten ihrer Mitschüler, allen voran die Herren, mit dem ganzen Besteck heillos überfordert sein würden. Nach dem eigentlichen Abendessen würde es, zu etwas späterer Stunde, aber auch noch diverse Snacks und Bowle geben.
Blaise freute sich bereits auf alles, verharrte mit Draco für den Moment aber noch vor der Halle, um auf ihre beiden Frauen zu warten, die allerdings nicht kamen. Auch nicht, als es verstärkt auf Acht zuging. Um Acht wollte McGonagall die Feier eröffnen. Für den Moment war die Direktorin aber noch stärker mit der Meute in der Halle beschäftigt, die sich stellenweise mit der Platzfindung recht schwer tat, da noch immer aufgeregt geredet und geschaut wurde.
„Merlin, wo bleiben die Beiden?“, murmelte Blaise für sich und sah nochmal auf seine Uhr. Es war bereits nach Acht. Zwar hatten sie ausgemacht, sich an der Haupttreppe zu treffen, allerdings war das vor der kleinen Eskalation am Sonntag, weshalb er sich an Draco richtete.
„Geh hoch sie holen.“ „Was?“, stutzte der Blonde, da Blaise ihn aus seinen Gedanken gerissen hatte. „Ich hab gesagt, du sollst hochgehen und Hermione abholen. Mach einen Schritt auf sie zu. So, wie sie gestern und heute aussah, würde es mich nicht wundern, wenn sie sich nicht runter traut. Ihr macht das doch selber zu schaffen.“ „Hm“, brummte Draco und nahm schließlich die Treppen in Angriff.
Knapp fünf Minuten später erreichte er den Schulsprecherturm und verschwand im Innern. Im Wohnzimmer angelangt, schien sich Blaise’ Vermutung bereits zu bestätigen, denn er hörte sie gedämpft in ihrem Zimmer weinen, dass sie es nicht konnte und wollte, was ihn schlucken ließ.
Dass ihr die Sache ähnlich zugesetzt hatte wie ihm selbst, wusste er. Nur hatte in seinem Kopf viel zu viel Chaos geherrscht, was selbst jetzt noch in diesem tobte, als dass er vernünftig und ruhig hätte mit ihr reden können. Es nagte gewaltig an ihm, was sie gesagt hatte und offensichtlich auch dachte und fühlte. Die Tatsache, dass ihr diese vergangene Geschichte anscheinend mehr bedeutete, als das, was sie in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr mit ihm hatte. Das tat nach wie vor weh. Allerdings schmerzte es ihn noch stärker, sie weinen zu hören, weshalb er die spärlichen Reste seines Mutes zusammenkratzte und sacht an ihre Tür klopfte. Dann hieß es warten. Eine gefühlte Ewigkeit, in der er schon annahm, dass sein Klopfen in den Schluchzern untergegangen wäre. Schließlich ging die Tür aber auf und er hatte Ginny vor sich.
Als er den Rotfuchs sah, musste er zweimal hinsehen, um wirklich zu glauben, was er sah. Aber aus der kleinen, anfangs so schüchternen Wieselin, war eine umwerfende Amazone geworden, an der sich Blaise in der Tat mörderisch die Finger verbrennen würde, wenn der Rotfuchs richtig in Fahrt kam.
Sie steckte in einem hautengen Kleid, was in einem matten goldfarbenen Ton gehalten war. Dieses endete zum Teil kurz über ihren Knien, während eine zweite Schicht Stoff, in einer Art Schleppe, noch zusätzlich über dem kurzen Teil eingefasst war, sodass es von hinten so aussah, als hätte sie ein langes Kleid an. Dieses war, wie das von Daphne, trägerlos und brachte in seiner eng anliegenden Form Ginnys Reize vortrefflich zur Geltung. Ihre sonst meist glatten Haare waren großen Korkenzieherlocken gewichen, die in einer raffinierten Frisur teils hochgesteckt waren. Ihr Make-up war aufreizend und glich dem eines Vamps, mit dem sie jeden Mann auffressen könnte. Jetzt schnappte sie mit dem kirschroten Mund nach Luft und fing hektisch an zu plappern, als sie ihn sah.
„Merlin, endlich!“, stieß sie aus und zog ihn rasch hinein. „Rede mit ihr. Sie ist mit den Nerven total runter. Ich sag McGonagall Bescheid, dass ihr gleich kommt.“ Damit war sie weg und Draco mit seiner aufgelösten Löwin allein, die die Beine zu sich herangezogen und die Arme darum geschlungen, auf dem Bett hockte. Draco schluckte gehörig, als er sie so fertig sah und trat unsicher näher.
Er wusste, dass er ihr nicht egal war. Zumal sie es ihm ja auch mehr als einmal gesagt hatte. Und sie jetzt so zu sehen, bewies noch zusätzlich, wie sehr ihr diese Distanz, die sich erneut zwischen ihnen eingestellt hatte, tatsächlich an die Nieren ging.
Er wusste um ihre Gefühle, nur war da dieser bittere Beigeschmack, den er letztlich runter schluckte, und sich vor dem Häufchen Elend in die Hocke sinken ließ. Sie schien ihn noch immer nicht bemerkt zu haben, was sich änderte, als er ihr behutsam eine der weichen Locken aus der Stirn strich, die sich frecher weise aus Ginnys kleinem Kunstwerk gelöst hatte.
So hatte der Rotfuchs Hermione die Haare, ähnlich wie zu ihrem Geburtstag, zu einem verschlungenen Knoten frisiert, deren einzelne Strähnen ihr Gesicht umrahmten. In den Knoten hinein, hatte sie diesmal keine Perlen, sondern kleine, daumengroße weiße Rosen gezaubert. Eingefasst wurde das Ganze dann noch zusätzlich von drei Silberreifen. Darüber hinaus, setzte sich das Rosenthema auch in ihrem Kleid fort, das in einem tiefen Weinrot gehalten war. Vom Schnitt glich es dem von Daphne und Astoria. Es war von der Brust bis zur Hüfte eng anliegend, sowie schulter- und nackenfrei. Der Ansatz des Bustiers war in einem glitzernden Silber gehalten, was sich nach unten in feinen Bahnen fließend in dem tiefen Rot verlor. Der untere Teil des Kleides war weitestgehend schlicht, allerdings waren die Stoffe an der rechten Seite der Hüfte zu einer Rose zusammen gerafft und damit ein zusätzlicher, kleiner Blickfang. Um Hermiones Hals lag wie immer die Kette mit dem kleinen Engelsflügel. An den Ohrläppchen hingen passend dazu ebenfalls ein paar Engelsflügel, die Draco mit den Fingern streifte, als er ihr Gesicht behutsam in die Hände nahm und sie so dazu bewegte, zu ihm aufzublicken. Nebenher strich er ihr die bitteren Tränen beiseite.
Als er ihr in die Augen sah, konnte er noch stärker den Schmerz und eine tiefe Zerrissenheit sehen. Selbsthass, woran er eine erhebliche Mitschuld hatte. Überhaupt war das alles hier irgendwie seine Schuld, weshalb er ihr diese Empfindungen nehmen wollte. Angefangen damit, dass er ihr ein liebevolles Lächeln zukommen ließ.
„Hallo mein Engel“, begann er sanft, was sie noch mehr das Gesicht verziehen ließ, dem neue Tränen folgten. Zwar schien Ginny wasserfestes Make-up benutzt zu haben, nur würde das den ganzen Tränen nicht mehr lange standhalten, die er ihr erneut beiseite strich.
„Es tut mir leid. Bitte weine nicht mehr. Das steht dir nicht“, sprach er ihr ruhig zu, und nahm sein Einstecktuch, mit dem er ihr die frischen Tränen sanft wegtupfte, was ihr einen zittrigen Atemzug entlockte.
„Draco, ich. . .“ „Sch“, unterbrach er sie sofort ruhig und setzte erneut ein liebevolles Lächeln auf, als er ihr nochmal mit den Daumen über die Wangen strich und aufmunternd in die Augen sah.
„Es ist alles okay, wirklich. Mach dir keine Gedanken“, beruhigte er sie. Hermione verzog dennoch bitter das Gesicht und warf sich ihm halb in die Arme, sodass er um ein Haar nach hinten weggekippt wäre. Allerdings fand er sein Gleichgewicht schnell wieder und nahm schließlich neben ihr Platz, wo er sie dann auch halb auf seinen Schoß zog, um sie besser halten zu können, da sie begann, ihm vermehrt in die Schulter zu schluchzen.
„‘s tut mir schrecklich leid. Ich bin so eine blöde, egoistische Kuh. Ich. . .“ „Das bist du nicht“, unterbrach er sie ruhig und hielt sie auch weiter fest im Arm, wo er begann, ihr tröstend über den nackten Rücken zu streicheln. Die Lippen hatte er kurz darauf direkt an ihrem Ohr, in das er ihr hinein hauchte.
„Ich kenne keinen liebevolleren, selbstloseren Menschen als dich.“ „Ich schon“, murmelte sie und kuschelte sich noch etwas stärker in seine Schulter. Sie nahm sein wildes Aroma, von frischem Tau am Morgen, damit ungleich stärker tief in sich auf, was sie die vergangenen beiden Tage, allen voran in den Nächten, nicht mehr hatte genießen können. Jetzt aber. . . Es war unvergleichlich und beruhigte sie aufs Neue, so wie es sie schon im März in diesem Loch beruhigt hatte. Genauso später im Cottage, aber auch, als sie in Askaban bei ihm gewesen war. Sie brauchte das. Sie brauchte ihn und kuschelte sich damit noch stärker an ihn, wobei sie die Nase tief in seinem Nacken vergrub, um sich seiner Nähe richtig bewusst zu sein.
Draco nahm ihre Regungen lächelnd in sich auf, ebenso ihre Worte, wo er dennoch stänkernd meinte: „Jaah, der Harry.“ Zur Strafe schlug sie ihm die Faust leicht in die Seite und sah ihn, noch immer verheult, aber dennoch bitterernst an.
„Du weißt ganz genau, dass ich jetzt nicht Harry gemeint hab!“, schimpfte sie leicht und funkelte ihn auch ein wenig an, was ihn innerlich breit grinsen ließ, denn damit stellte sie ihn irgendwo schon ein wenig über ihren langjährigen Freund. Und das war es, was ihm wieder mehr Auftrieb gab. Vielleicht hatte Blaise Recht und er sah wirklich alles viel zu schwarz.
„Komm her“, meinte er dann nur noch, und zog sie wieder fest in seine Arme, wo sie sich einfach nur halten ließ und erneut verstärkt bei ihm einkuschelte. Mehr wollte sie nicht und mehr brauchte sie nicht. Nur ihre Schlange, deren Lippe sie schließlich beruhigend an der Schläfe spürte, was ihr Herz wieder unglaublich befreit und leicht schlagen ließ, bis Draco die tiefe Stille unter ihnen nach einer Weile durchbrach.
„Wir sollten auch langsam gehen.“ „Wohin?“, murmelte sie in seinen Nacken, bevor sie den Kopf leicht zu ihm neigte. „Wir haben einen Ball zu eröffnen. Schon vergessen? McGonagall spuckt bestimmt schon Gift und Galle, wo wir bleiben.“ „Ich will nicht runter“, murmelte Hermione und zog sich wieder stärker zu ihm. „Du wirst doch nicht etwa deine Pflichten vernachlässigen?“, stichelte er.
„Mir egal.“ „Mir aber nicht. Ich würde nämlich gerne mit dir tanzen“, hauchte er ihr zu, worauf sie zu ihm aufsah. „Wirklich?“ „Ja. Am liebsten den ganzen Abend, sofern du willst?“ „Ja. Ja, ich will“, hauchte sie glücklich und konnte damit wieder sehr viel befreiter lächeln, was er mehr als zufrieden in sich aufnahm, sich erhob und ihr die Hand reichte. Als sie sich von ihm aufhelfen ließ, fiel ihr Blick jedoch auf den weißen Verband, was ihrem Glück erneut einen kleinen Knick verpasste, denn sie zog den Arm zu sich.
„Was ist?“ „Sie werden es sehen“, murmelte sie dünn und sah ihn ein wenig bitter an. Draco musterte kurz die verbundene Stelle, die in der Tat recht deplatziert wirkte und damit ein ungewollter Blickfang war. Dann aber fiel ihm etwas ein. Er verschwand an Hermiones Kleiderschrank und schnappte sich zwei ihrer Krawatten, die er kurzerhand zu einem paar Armstulpen umwandelte, die ihr knapp bis zum Ellenbogen reichten und farblich auf ihr Kleid abgestimmt waren. Diese reichte er ihr.
„Damit sollte es aber gehen, oder?“ „Ja“, lächelte sie erleichtert und streifte sich die kleinen Hilfsmittel über. „Ich hab auch noch was für dich“, meinte er und zauberte eine kleine Handcorsage aus seinem Umhang, bestehend aus kleinen weißen und roten Rosen, die mit ein paar cremefarbenen Bändern verwoben waren, die er ihr um das linke Handgelenk legte.
„Es ist wunderschön. Vielen Dank“, sah sie zu ihm auf und entlockte ihm damit ein zufriedenes Schmunzeln. „Passt zu deinem Kleid und. . . Wo wir gerade dabei sind, hab ich dir schon gesagt, dass du umwerfend aussiehst?“, meinte er lächelnd, was endgültig die Blässe aus ihren Wangen vertrieb und ihrer Erscheinung stattdessen etwas Rosiges gab.
„Danke. Du auch“, hauchte sie und betrachtete ihn in seinem edlen Smoking, wo ihr Blick auch kurz an der weißen Nelke hängen blieb. Ich bin noch zu haben, symbolisierte sie in der Blumensprache, was ihr drohte, die Tränen in die Augen zu treiben. Sie fragte sich unweigerlich, ob er diese Bedeutung kannte? Vermutlich, denn. . . Warum sonst sollte er sich ausgerechnet diese Blume anstecken?
Es rührte sie zutiefst, dass er, trotz der jüngsten Vorkommnisse und ihrer Worte, einmal mehr versuchte, ihr die Hand zu reichen. Es brachte ihre Augen zunehmend zum Strahlen, was auch die Dracos glücklich glänzen ließ. Schließlich nahm er sich ihren Festumhang und legte ihr diesen über die nackten Schultern, bevor er ihr erneut die Hand reichte.
„Dann lass uns mal gehen, bevor McGonagall wirklich noch zum feuerspuckenden Drachen wird.“ „Bloß nicht“, schmunzelte Hermione und ließ sich von ihm nach unten geleiten. Wie befürchtet, lief die Direktorin vor der Halle bereits Schneisen und fuhr recht sauer mit dem Kopf herum, als sie Schritte auf der Haupttreppe hörte. Als sie die Beiden sah, brach auch schon die erste Schimpfkanonade los.
„20:00 Uhr! Ich hatte Ihnen doch mehr als deutlich gesagt, dass wir die Feierlichkeiten um Acht beginnen wollen. Wissen Sie wie spät es jetzt ist? Muss ich einen von Ihnen wirklich erst in eine Taschenuhr verwandeln?“ „Es tut uns leid. Ich . . . wir. . .“, wusste Hermione nicht, was sie sagen sollte und wurde an Dracos Seite noch ein wenig kleiner.
„Es gab noch ein kleines Problem“, entschuldigte sich Draco, was Minerva ihnen nicht ganz abnahm. „Darüber reden wir später. Jetzt geben Sie mir Ihre Umhänge. Ihre Mitschüler werden bereits ungeduldig“, wies sie die Beiden an und nahm sich alles, was ihnen beim Tanzen im Weg sein würde.
„Ihre Masken!“, erinnerte die Direktorin sie dann noch an diese kleine Sache. „Richtig“, murmelte Draco und holte seine aus der rechten Sakkotasche. Hermione suchte ihrerseits kurz in ihrer kleinen Perlentasche, bevor sie auch ihre bei der Hand und schließlich über den Augen hatte.
„Fertig?“, fragte Minerva, worauf sie nickten. „Gut. Sie warten noch kurz, bis die Musik anspielt.“ Damit war die Direktorin in der Halle verschwunden und begann mit ihrer kleinen Ansprache für den Abend, von der Draco und Hermione nicht wirklich etwas mitbekamen.
„Nervös?“, fragte Draco, da er das leichte Zittern Hermiones spürte. Ihm selbst ging es allerdings auch nicht besser. „Und wie. Irgendwie bin ich aufgeregter, als damals zum Weihnachtsball.“ „Tja, diesmal bist du mit mir auch allein auf der Tanzfläche.“ „Sie werden uns alle anstarren“, wurde sich Hermione dessen jetzt erst richtig bewusst und damit noch um einiges nervöser, sodass Draco sie kurz wieder mehr zu sich zog und ihr in die Augen sah.
„Schau mich einfach nur an. Stell dir vor, wir sind in den Kerkern auf einer Party. Nur wir und unsere Freunde.“ „Hm“, nickte sie und schluckte ihre Nervosität runter, womit auch die Einmarschmusik ertönte. Damit öffnete sich die Flügeltür zur Großen Halle komplett, in der es mucksmäuschenstill war, als Hermione an Dracos Seite den Gang, den sonst immer die Erstklässler in Richtung des Sprechenden Hutes gingen, entlang schritt, bis sie die Mitte der Halle erreicht hatten.
Über ihnen leuchtete hell ein einzelner Spot, der sie noch zusätzlich in den Mittelpunkt, in der sonst leicht abgedunkelten Halle rückte, wo wirklich sämtliche Blicke gebannt auf dem Schulsprecherpaar lagen, was Hermione erneut nervös stimmte. Ihre Augen huschten kurz in den Schatten umher, die ihr kaum mehr als ein paar Silhouetten zeigten, was schlagartig eine seltsame Unruhe in ihr wachrief. Ein dumpfer Funke von Angst, den Draco in ihren Augen aufblitzen sah und damit rasch ihre Konzentration wieder vollständig auf sich zog.
„Hermione“, rief er sie leise, sodass ihr Kopf zu ihm ruckte und sie wieder in diese lächelnden grauen Augen sah, die hinter der Maske verborgen lagen. Neben seinen Augen, lächelte er auch beruhigend mit den Lippen, als er sich ihre rechte Hand etwas mehr heranzog und ihr schließlich einen sanften Handkuss auf die Fingerknöchel hauchte, was ihr das Herz bis sonst wo hin schlagen ließ. Zeitgleich verneigte er sich ein Stück vor ihr, was sie dazu veranlasste ihrerseits vor ihm zu knicksen. Sie legte ihre rechte Hand in seine linke, während die Linke ihr Ziel auf seiner Schulter fand. Zeitgleich spürte sie seine Rechte an ihrer Taille und hatte damit das Gefühl, kurzzeitig in Flammen aufzugehen.
Dieses verflog mit dem ersten Takt und damit auch dem ersten Schritt, den sie mit ihm machte. Beinahe noch im gleichen Moment war es ihr, als ob sie den Boden unter den Füßen verlor, während er mit ihr regelrecht über das Parkett schwebte. In dem Moment vergaß sie so ziemlich alles um sich herum.
Ihre Mitschüler, wie auch die festlich dekorierte Halle, die sie bewusst nicht weiter gruselig ausgeschmückt hatten, da die letzten zwei Jahre für sie alle mehr als genug Schrecken mit sich gebracht hatten. Da brauchten sie das an diesem Abend nicht noch zusätzlich, der allen positiv in Erinnerung bleiben sollte. Als etwas Besonderes.
Allerdings verweilten die Gedanken einiger nicht direkt bei den noch bevorstehenden Festfreuden, sondern bewegten sich in einem abfälligen Rahmen, der hauptsächlich Hermione zum Ziel hatte. Parvati und Seamus registrierten am Rande, wie sich ein paar ihrer Mitschüler über die Gryffindor äußersten.
„. . . wenn ich es nicht gesehen hätte, würde ich es selber nicht glauben. Ich hätte echt nicht gedacht, dass Granger so drauf ist.“ „Wäre doch nicht das erste Mal“, merkte die Begleitung des Jungen spitz an und rümpfte die Nase, während sie Hermione mit Blicken folgte.
„Sie hat sich während des Trimagischen Turniers doch auch mit Harry und Krum vergnügt. Cedric soll sie wohl auch vernascht haben.“ „Alle drei Champions. Krass. Hätte ich echt nicht von ihr gedacht. Aber wie heißt es immer? Stille Wasser sind tief.“ „Und schmutzig“, warf das Mädchen noch ein, die auch weiter dem Tanz der Beiden folgte, wo recht deutlich zu sehen war, dass Hermione Draco über die Maßen anstrahlte.
„Ein Typ reicht ihr offensichtlich nicht. Da kann Malfoy einem ja schon fast leid tun, wenn sie wirklich zusammen sind.“ „Wovon redet ihr?“, mischte sich Parvati auf all das dann doch mal ein, und auch Seamus musterte das andere Pärchen skeptisch.
„Noch nicht gehört?“, drehte sich die Blonde zu Parvati. „Granger vergnügt sich nur zu offensichtlich noch mit diversen anderen Typen.“ „Was?“, stutzte Seamus, während Parvati mit dem Kopf schüttelte. „So ein Unsinn. Wer erzählt denn schon wieder so einen Quatsch?“ „Das ist kein Quatsch!“, mischte sich der Junge mit ins Gespräch ein. „Ich hab sie gestern selber gesehen, wie sie mit einem Hufflepuff ziemlich viel Spaß hatte“, grinste er anzüglich. Parvati glaubte jedoch, sich verhört zu haben.
„Hermione? Unsere Hermione?“ „Ja.“ „Das glaub ich nicht.“ „War aber so. Ihr könnt gerne Paul fragen“, verwies der Junge auf einen anderen Schüler. „Der hat sie gestern auch gesehen. Es war Granger.“ „Doch nicht so brav und unbescholten, wie sie immer tut“, merkte die Schülerin schnippisch an und sah wieder herablassend auf die Gryffindor, während der Typ interessiert murmelte: „Ich frag mich, mit was man sie rumkriegt?“ Auf das Gemurmel bekam er wütend den Ellenbogen seiner Partnerin in die Seite, die ihn sauer anfunkelte und schließlich in der Menge verschwand.
„Scheiße. Sandy, warte!“, rief er und war ebenfalls weg. Parvati und Seamus schauten den beiden Lästermäulern verunsichert nach, bevor sie sich etwas überfordert ansahen. „Denkst du, da ist was dran?“, fragte Seamus. Parvatis Blick verlor sich auf die Frage aber auf dem Schulsprecherpaar, wo Draco Hermione gerade an der Taille fasste und sie leicht hoch hob. Dabei drehte er sich halb mit ihr, bevor sie wieder den eigentlichen Schritten folgten. Mit der Geste traten nun auch die Vertrauensschüler mit ihren Partnern auf die Tanzfläche, da es das abgemachte Zeichen war, dass auch der Rest der Schüler in den Tanz einstimmen durfte.
„Ich weiß es nicht. Aber ich denke, es ist besser, wenn wir mal mit Harry und Ginny darüber reden.“ „Hm“, machte Seamus nur, bevor er Parvatis Hand nahm und ebenfalls mit ihr auf dem Parkett verschwand. Harry und Ginny konnten sie ja auch nach der Feier fragen.
Von diesen Gehässigkeiten und Gerüchten bekamen weder Hermione, noch Draco etwas mit, die noch immer in der Mitte des Saales tanzten, während die Vertrauensschüler, und damit ein Großteil ihrer Freunde, um sie herumwirbelten.
Hermione hatte sich inzwischen gänzlich in Dracos Augen verloren, die glücklich, wie zwei kleine Sterne leuchteten. Ihre eigenen funkelten nicht weniger. Zudem hatte sie das bereits vergessen geglaubte Gefühl von 100’00 Schmetterlingen im Bauch, je länger sie mit ihm tanzte. Diese blieben aber nicht nur dort, sondern breiteten sich immer stärker in ihrem ganzen Körper aus, der angenehm kribbelte und ihr mit der Zeit zunehmend schwerelos erschien. Sie spürte den Boden unter den Füßen kaum noch, als sie tanzte.
Sie wähnte sich immer mehr in einem Traum. Einem Märchen mit ihrem Prinzen. Slytherins Eisprinzen, der früher nie wirklich ein Mädchen richtig an sich und damit sein Herz herangelassen hatte. Ihr hatte er es aber anvertraut, wie auch viele kleine und große Geheimnisse aus seinem Leben und damit der Vergangenheit. Nun hielt sie es erneut in den Händen und war nicht gewillt, es noch einmal von sich zu schieben. Sie wollte es halten, wärmen und schützen, weshalb sie schon eine Weile nach den richtigen Worten suchte.
Draco lastete allerdings auch etwas schwer auf der Seele, worüber er mit ihr reden wollte. Musste! Nur hatte er zum einen einfach keine Ahnung, wo und wie er anfangen sollte, und zum anderen wollte er den wundervollen Moment nicht zerstören, in dem er gerade mit ihr verweilte. Am Ende mühte er sich dennoch mit seinen Worten ab, was auch auf Hermione zutraf, sodass beide zeitgleich begannen.
„Hermione, ich. . .“ „Ich muss dir. . .“, brachen beide dann aber ab und blinzelten sich kurz an, bevor Hermione ein Schmunzeln über die Lippen huschte. „Du zuerst“, begann Draco. Hermione schüttelte aber mit dem Kopf. „Fang du an.“ „Okay. . .“, murmelte er und holte kurz tiefer Luft, bevor er doch etwas weiter ausholte. Unsicher.
„Du weißt ja, dass ich das alles, was die letzten Jahre war, nicht getan habe, weil ich das wollte oder irgendwie von diesen Dingen überzeugt war. Es war letztlich einfach mehr Tarnung und Schutz. Ich wollte nicht, dass meine Mutter am Ende vielleicht diejenige ist, die für meine Entscheidung, einen anderen Weg zu gehen, bluten muss. Oder das Blaise und Charlie irgendwie in Gefahr geraten, weil sie mit mir befreundet sind und. . . Auch, wenn das jetzt vielleicht seltsam klingt, aber es ging mir dabei auch um dich“, gestand er ihr und musterte sie unruhig. Hermione sah ihn aber auch weiter aufmerksam an und lauschte ruhig seinen Worten.
„Du weißt, wie ich über alles denke und vor allem was ich für dich empfinde und. . . Ich denke, dir ist selbst klar, dass es in einer Katastrophe geendet hätte, hätte jemand auch nur minimal Wind davon bekommen. Das konnte und wollte ich nicht riskieren“, flüsterte er schon fast, was Hermione auch weiter ruhig aufnahm, während ihre linke Hand von seiner Schulter mehr in seinen Nacken wanderte, wo sie begann, ihn mit den Fingerspitzen zu streicheln, was ihn zum Weiterreden animierte.
„Ich hatte, gerade nach seiner Auferstehung, Mühe, meine eigentlichen Gedanken zu alldem zu verstecken, weil er da schon ständig bei uns war. Dass Bellatrix in dem Sommer dann auch noch aus Askaban ausgebrochen ist, hat es nicht gerade besser gemacht. Merlin sei Dank war ER meistens mehr auf Lucius fixiert. In dem Sommer hab ich aber angefangen, mir Okklumentik selbst beizubringen. Ich dachte mir, sicher ist sicher. Nur hatte ich zunehmend Mühe, meine kleinen und großen Geheimnisse vor IHM und Bellatrix zu verbergen. Was ich wirklich wollte. Ich konnte es auch nicht riskieren, dass mich von den übrigen Slytherins auch nur ansatzweise jemand infrage stellt, weswegen ich noch stärker gegen euch geschossen habe, als in den Vorjahren“, erklärte er und sah abermals unsicher auf Hermione, die ihre rechte Hand aus seiner nahm. Allerdings nur, um ihm diese ebenfalls in den Nacken zu legen, wo sie ihn auch weiter sanft streichelte. Dracos Hand verlor sich damit an ihrer Taille, über die er sie noch etwas mehr an sich zog.
Inzwischen tanzten die Beiden auch nicht mehr wirklich nach den Klängen, die den Takt zu einem Walzer vorgaben, sondern verweilten beinahe regungslos in der Mitte des Raumes, während ihre Mitschüler um sie herumwirbelten. Davon drang nichts mehr zu ihnen vor, da sie immer stärker in ihrer eigenen, kleinen Welt versanken.
„Es gibt so viele Dinge, die ich in den letzten Jahren vor allen versteckt habe, weil ich es verstecken musste. Einige dieser Dinge hätte ich besser auch ganz vergessen, weil es selbst mit Okklumentik zu riskant war, sie in meinem Kopf zu haben. Ich hab dann auch immer mal mit dem Gedanken gespielt, mir diese Erinnerungen von Blaise und Charlie nehmen zu lassen. Allerdings hätte ich dann vermutlich auch anderes vergessen, was ich trotz allem nicht vergessen wollte. Ich habe einige dieser Gedanken und Erinnerungen letztlich so tief in meinem Geist vergraben, damit sie wirklich von niemandem gefunden werden, dass ich sie tatsächlich fast vergessen habe“, erklärte er weiter und wurde dabei noch etwas nervöser, was Hermione nicht verborgen blieb. Auch wunderte sie sich ein wenig, wovon genau er sprach? Dass er sie liebte und damit auch auf ihrer Seite war, war wohl das größte, gefährlichste und dunkelste Geheimnis, was er vor seinem Vater, Voldemort und den anderen Todessern haben konnte.
„Diese Sache ist mir wirklich erst vor kurzem wieder verstärkt ins Bewusstsein gestiegen. Eigentlich hast du mich. . .“ „Darf man abklatschen?“, wurde Draco in dem Moment aus heiterem Himmel recht unverfroren unterbrochen, als er nach den richtigen Worten suchte. Doch noch bevor er oder Hermione auf die dreiste Störung reagieren konnten, die ihre kleine Seifenblase zum platzen brachte, drängte sich jemand zwischen die Schulsprecher und riss Draco Hermione förmlich aus den Armen, der für einen kurzen Moment überhaupt nicht mehr wusste, was und wie.
Hermione ging es ähnlich, die verschreckt auf den Störenfried sah, der sie draufgängerisch zu sich zog und an seine Brust presste. Ihre rechte Hand hielt er fest umschlossen und zerquetschte ihr so schon halb die Finger, während er sie mit dem rechten Arm am Rücken umschlang, um ihr die Chance einer schnellen Flucht zu nehmen. Als sie den unverschämten Typen ansah, blitzten sie ein paar blaue Augen durchdringend an, während sich auf den Lippen des Brünetten ein schmalziges Lächeln breitmachte.
„STEPHEN!“, fauchte sie wütend und bäumte sich sofort in seinem Griff auf, mit eher geringfügigem Erfolg. Zudem dirigierte er sie mehr in die Menge, weg von Draco, den sie zwischen den anderen Tanzenden bereits aus den Augen verloren hatte.
„Du siehst ganz bezaubernd aus“, säuselte er ihr zu, was sie gänzlich überhörte. „Was fällt dir ein!?“, keifte sie fuchtig. Er lachte aber nur leicht. „Ich tanze mit dir.“ „Ich will aber nicht mit dir tanzen! Lass mich sofort LOS!“, wurde sie laut und bäumte sich in seinen Armen auf. Erfolglos.
„Nun sei nicht so. Ein kleines Tänzchen in Ehren kannst du mir nicht abschlagen. Wo du mir so schon keine Chance geben willst“, raunte er etwas dunkel und drückte sie noch etwas stärker an sich, sodass kein Blatt Pergament mehr zwischen sie passte. Seine rechte Hand wanderte dabei ihren Rücken tief hinab und lag letztlich auf ihrem Hintern, nach dem er frivol grabschte. Hermione schnappte auf diese unverschämte Geste sofort nach Luft, was im Kommenden vermehrt zu einer wachsenden, panischen Schnappatmung wurde, als Stephen mit der Nase etwas an ihrem Hals entlang strich und ihren Duft inhalierte. Kurz darauf hatte er die Lippen an ihrem Ohr.
„Ich habe gehört, dir gefällt es, wenn man dich fester anfasst und etwas härter ran nimmt. Genauso, dass du schmutzige Spielchen magst. Deswegen treibst du dich wohl auch so gerne bei den Schlangen in den Kerkern rum, nicht?“, raunte er noch etwas tiefer und vergrub erneut die Nase in ihrem Nacken, über den er seine Zunge lüstern gleiten ließ. Zeitgleich drückte er sie noch stärker gegen seinen Unterleib, wo sie nur zu deutlich eine ganz bestimmte Verhärtung spürte, die sich ein wenig in ihren Bauch bohrte.
„Lass das“, keuchte sie in einem immer stärker werdenden Anflug von Angst. In ihrem Kopf begann daraufhin bedrohlich etwas zu kratzen und zu nagen, von dem sie nicht wollte, dass es in irgendeiner Form aufbrach. Stephen drohte diese Barrieren aber verstärkt einzureißen, denn er ging noch weiter.
„Du magst das doch aber. Dich reizt das Verbotene und Dunkle. Die Gefahr. Deswegen gibst du dich doch nur zu offensichtlich den Schlangen und Malfoy hin. Du willst, dass man dir wehtut, nicht? Du . . . urgh“, würgte Stephen plötzlich, als ihn jemand ruppig am Kragen packte und herum riss. Dabei verlor er das Gleichgewicht und landete, alles andere als elegant, auf dem Boden. Als er aufsah, entdeckte er Draco vor sich, der bereits gefährlich die Fäuste knacken ließ und ihn mordlüstern anfunkelte.
WAS hast du neulich nicht verstanden, als ich dir gesagt habe, du sollst Hermione in Ruhe lassen?“, raunte er ihm unheilvoll zu und zog damit vermehrt die Aufmerksamkeit seiner Mitschüler auf sich und den Ravenclaw. Der rappelte sich auf, als wäre nichts gewesen, und klopfte sich gelassen die Kleider ab.
„Ich weiß nicht, was du meinst und vor allem, was das jetzt soll?“, empörte er sich. „Ich habe Hermione nur um einen kurzen Tanz gebeten, da du ja nur noch regungslos mit ihr herumgestanden hast. Du scheinst es nicht zu schätzen zu wissen, mit so einem bildhübschen Mädchen den Abend zu verbringen. Hermione kann einem da nur leid tun.“ „Wie war das?“, knurrte Draco wütend und wollte den Ravenclaw erneut beim Kragen packen, allerdings waren nun Blaise und Charlie zur Stelle und hielten ihn von irgendwelchen Dummheiten ab.
„Lass“, raunte Charlie und sah, wie Blaise und Draco, unheilvoll zu dem Ravenclaw, der die Schlangen überheblich anfunkelte. „Du hast echt keinen Anstand, Malfoy. Da wundert es mich nicht, dass sich Hermione jemand anderem anvertraut. Eigentlich kein Wunder. Wer hält es schon auf die Dauer mit einem Todesser aus?“, pöbelte Stephen weiter.
„Duuu“, knurrte Draco, seine Freunde, die sich inzwischen um Harry, Ginny, Astoria und Daphne erweitert hatten, hielten ihn aber auch weiter zurück. „Du solltest aufpassen was du sagst!“, zischte Ginny böse, worauf er etwas erwidern wollte, allerdings trat McGonagall auf die kleine Gruppe zu, um eine drohende Eskalation gleich im Keim zu ersticken.
„Herrschaften, bitte!“, fuhr sie ihre Schüler an und sah warnend zwischen Draco und Stephen hin und her. „Ich will heute hier keine Streitigkeiten haben. Benehmen Sie sich!“, herrschte sie die jungen Männer an, wo Stephen noch zusätzlich versuchte, Draco schlecht zu machen.
„Es tut mir leid, Professor. Ich hatte Hermione lediglich um einen Tanz gebeten. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Malfoy sofort austickt und handgreiflich wird. Ich. . .“ „Sie sind still! Ich habe sehr wohl bemerkt, dass Miss Granger nicht gewillt war, mit Ihnen zu tanzen. Ich will hier keine Hahnenkämpfe haben. Haben wir uns verstanden?“, sah sie erneut zwischen den jungen Männern hin und her, bevor sie mit ihrem warnenden Blick bei Stephen hängen blieb, den es doch etwas überraschte, dass sie hauptsächlich ihn anzählte.
„Sie benehmen sich. Wenn Sie das nicht können, werden Sie umgehend in Ihren Turm verschwinden. Hab ich mich deutlich ausgedrückt?“ „Natürlich . . . Professor“, brachte Stephen ein wenig säuerlich hervor, bevor er Draco nochmal einen funkelnden Blick zuwarf, der es mit einem unheilvollen quittierte. Kurz darauf richteten sich seine Freunde an ihn.
„Was war los?“ „Der Penner hat sich zwischen Hermione und mich gedrängt und sie einfach mit sich gerissen.“ „Wo ist sie überhaupt?“, sah sich Ginny suchend nach ihrer Freundin um, die nicht mehr bei ihnen stand. Auch in der näheren Umgebung oder ihrem Tisch war sie nicht auszumachen.
„Shit“, murmelte Draco. Das fehlte ihm jetzt noch. Verdammt, was musste ihm der verfluchte Ravenclaw auch gerade jetzt dazwischen pfuschen? Dafür würde er ihn später auf alle Fälle noch in ein Brathähnchen verwandeln.
„Geh ihr nach. Such sie!“, drängte Charlie, dem Draco sofort nickend nachkam und das große Eichenholzportal ansteuerte. „Denk an diese Sache!“, rief Blaise ihm noch, worauf Ginny ihn fragend ansah. „Sache?“ „Kuppelspielchen“, grinste Blaise augenzwinkernd. „Ah ja. Dein ominöser Plan?“ „So was in der Richtung. Du wolltest mir ja nicht helfen“, schmollte er leicht. „Oh, ich hab dir geholfen. Glaub mir. Hermione hat von mir mehr als nur einen Arschtritt bekommen.“ „Böse Füchsin“, raunte Blaise und eroberte sich kühn ihre kirschroten Lippen, bevor er wieder mit ihr zu tanzen begann.

۩ ۞ ۩


Noch immer von ihrer aufflammenden Panik beherrscht, stürzte Hermione aus der Halle, durch die angrenzenden Gänge und landete letztlich in einem halboffenen Bereich, nahe dem Innenhof. Sie stützte sich zittrig an dem kalten Stein ab und versuchte, mit aller Macht die aufkeimenden Bilder und quälenden Gefühle zurück, hinter die schweren Stahltüren, zu drängen. So recht gelingen wollte es ihr aber nicht. Stattdessen brodelte es gefährlich in ihrem Innern. Sie konnte regelrecht spüren, wie ihr das Blut durch die Adern rauschte und pochte, und vor allem in ihren Ohren ein gefährliches Pfeifen generierte, was sie verzweifelt versuchte niederzuringen. Das Gefühl einer aufsteigenden Panikattacke. Dieses wurde urplötzlich noch um eine Nuance stärker, als sie plötzlich etwas Kühles auf ihren Schultern spürte.
Sie riss die Augen auf, stürzte nach vorn und wirbelte dabei herum, um sich nach ihrem Angreifer umzusehen. In ihrer Panik verschätzte sie sich in der Breite des Ganges, denn sie stieß unsanft mit dem Rücken gegen die kalte Steinmauer, während ihre Augen angsterfüllt über die Gestalt huschten, die ihr nun gegenüber stand. Diese musterte sie besorgt.
„Tut mir leid. Ich wollte dich nicht erschrecken“, entschuldigte sich der junge Mann mit den braunen Haaren und blauen Augen, der ihr lediglich seinen Umhang über die nackten Schultern hatte legen wollen. Diesen warf er sich nun über den rechten Arm und musterte die verstörte Löwin mit wachsender Sorge, bevor er versuchte, sie mit einem sanften, liebevollen Lächeln zu beruhigen. Hermione starrte ihr Gegenüber aber auch weiter leicht geschockt an, während die Stimme des jungen Mannes in einer Endlosschleife durch ihren Kopf hallte. Das konnte doch nicht sein, oder? Träumte sie?
„Ben?“, kam es ihr zweifelnd über die Lippen, als sie die Gestalt erneut von oben bis unten zu mustern begann und kaum noch Zweifel daran hatte, dass er es tatsächlich war. Er sah genauso aus, wie vor zwei Jahren, mit dem eleganten Smoking und der weißen Blume am Revers. Auf ihre Frage warf er ihr ein unsicheres Lächeln zu und nickte letztlich, was sie aus ihrer Schreckstarre riss.
Sie stieß sich wie in Trance von der Wand ab und trat langsamen Schrittes auf ihn zu. Dabei nahm sie ihre Maske ab, die achtlos auf dem Boden landete, da sie ihn in vollem Umfang sehen wollte. Sehen musste. Zeitgleich stahlen sich verstärkt Tränen in ihre Augen, die ihr schließlich über die leicht blassen Wangen kullerten, als sie direkt vor ihm stand und die Hände zitternd auf seine Wangen legte, um sich seiner Echtheit richtig bewusst zu sein. Sie strich mit den kalten Fingern sacht darüber, bevor sie in die blauen Augen sah, die wie damals, auch jetzt hinter der weißen Maske verborgen lagen.
„Du bist hier?“, brachte sie dünn über die Lippen. Und das noch immer ungläubig. „Ich war die ganze Zeit hier“, erwiderte er leicht gedrückt und musterte sie seltsam traurig. Hermione nahm es aber nur am Rande wahr, da sie ihm, auf die leisen Worte, gänzlich die Arme um den Nacken schlang und sich mehr als erleichtert an ihn schmiegte. Froh darüber, dass jemand bei ihr war, bei dem sie sich sicher fühlte, dem sie vertraute und der sie vor allem gern hatte.
„Ich dachte, du würdest nicht mehr zurückkommen“, murmelte sie dünn in seine Schulter, als er sie fest in die Arme schloss und seinerseits leise meinte: „Ich hab es dir doch versprochen, obwohl ich mir das alles damals irgendwie anders vorgestellt habe“, wurde er wieder etwas bedrückter, sodass sie ihn erneut ansah. Fragend.
„Wo warst du die ganze Zeit? Wie ist es dir in den letzten Monaten ergangen?“ „Das ist nicht ganz so einfach. Wobei. . . Eigentlich schon, nur weiß ich nicht, wo und wie ich anfangen soll“, murmelte er. Sein Blick glitt dabei schwermütig über ihre Erscheinung, wo ihm vornehmlich die Gänsehaut auf ihren Armen auffiel, sodass er sich erneut seinen Umhang nahm, den sie sich diesmal problemlos über die Schultern legen ließ.
„Wir sollten vielleicht reingehen und drinnen darüber reden. Du frierst“, merkte er an, worauf sich ein kleiner Knoten aus Stacheldraht in Hermiones Innern zu bilden begann. Sie wollte nicht, dass Draco sie mit Ben sah. Das würde ihn aufs Neue verletzten und das war so ziemlich das Letzte, was sie wollte.
„Ist nicht so schlimm“, wehrte sie ab, bevor sie meinte: „Außerdem bin ich mit jemandem auf der Feier und. . . Es würde ihm furchtbar wehtun, wenn ich jetzt mit dir in der Halle auftauche, und das will ich nicht. Das hat er absolut nicht verdient, weil. . . Er ist wirklich ein furchtbar liebevoller, besonderer Mensch, den ich sehr, sehr gern habe“, erklärte sie sich, wobei ihr gefährlich auf der Zunge lag, dass sie ihn liebte. Nur wollte sie Ben nicht so völlig aus dem Kalten mit dieser Keule kommen, da sie ihm genauso wenig wehtun wollte, wie Draco. Nur musste sie sich entscheiden, wie Ginny zu ihr gemeint hatte. Einen von beiden würde sie verletzen müssen und so wie es aussah, bekam sie keine kleine Schonfrist, sondern würde diese Entscheidung wohl oder übel tatsächlich in dieser Nacht treffen müssen.
„Ich verstehe“, meinte Ben ruhig mit einem kleinen Lächeln, was erleichtert aber auch bedrückt auf sie wirkte, bevor er ihr die Hand darbot. „Wollen wir stattdessen kurz spazieren gehen?“ „Gern“, lächelte sie ihn wieder an und schloss schließlich ihre Finger um seine, als sie durch die verlassenen Gänge liefen, in denen man gedämpft noch die Musik aus der Halle hören konnte.
„Was hast du gemacht, nachdem die Todesser das Ministerium gestürzt haben?“ „Viel, aber trotzdem zu wenig. Ich hab versucht, alles richtig zu machen, nur ging trotzdem viel zu viel schief“, seufzte er und sah sie wieder etwas bitter an, was sie verwunderte. Überhaupt wirkte er seltsam. Schwermütig, was sie letztlich auf den Krieg und alles, was in diesem war, schob.
Merlin allein wusste, was er in den letzten 1½ bis 2 Jahren erlebt hatte, dass er ihr keine Antwort weiter zu allem gab. Und zu einer Antwort drängen, wollte sie ihn auch nicht, da sie selbst nur zu gut wusste, wie belastend so etwas sein konnte. Stattdessen lief sie auch weiter neben ihm her, bis er stehen blieb und sie aufs Neue verunsichert ansah.
„Was ist?“ „Würdest du mit mir tanzen? Hier?“, bat er, da man auch weiter die Musik hörte. Hermione überlegte kurz, konnte ihm diese kleine Bitte aber nicht abschlagen, schließlich war er nur ihretwegen hier, weshalb sie nickte und mit ihm in Stellung ging, bevor sie zu den ruhigen Klängen tanzten. Irgendwann ergriff er dann auch wieder das Wort.
„Ich weiß, dass du einiges von mir wissen willst und ich dir diese Antworten auch schuldig bin. Davon abgesehen, gibt es da auch etwas, was ich dir sagen muss. Etwas, was ich dir vor zwei Jahren nicht sagen konnte, weil es zu gefährlich war. Für dich und für mich. Und. . . Wenn du das noch willst, dann werde ich dir alles erklären. Versprich mir nur, dass du mir wirklich bis zum Schluss zuhörst. Dann kannst du dir deine Meinung über mich bilden und böse auf mich sein“, murmelte er, was sie nicht ganz verstand. Warum sie böse auf ihn sein sollte, immerhin hatte er nichts Schlechtes getan. Oder vielleicht doch? Immerhin wusste sie im Grunde rein gar nichts über ihn, außer das, was er damals von sich preisgegeben hatte.
„Hast du jemanden umgebracht?“, warf sie als Scherz ein, worauf er nickte „Ja“, was sie doch etwas schockte. „Was?“ „Es war niemand, der es nicht auch verdient hätte. Todesser“, beruhigte er sie. Hermione merkte auf die Antwort erst, dass sie kurz die Luft angehalten hatte, die sie nun erleichtert ausstieß.
„Du warst auf unserer Seite“, lächelte sie erleichtert. „Ja.“ „Warst du auch hier im Schloss? Während der Schlacht?“ „Ja.“ „Warum hast du dann nicht. . . Ich hab dich nicht gesehen oder. . .“ „Doch, hast du“, unterbrach er sie ruhig. „Nur anders. Du hast mich nicht so gesehen“, wies er ihr auf seine Erscheinung, was sie kurz verwirrte. Dann fiel ihr aber wieder ein, was er ihr vor zwei Jahren über sich gesagt hatte. Dass er ein Schatten war, den niemand wirklich sah.
„Und nach der Schlacht? Wo warst du? Warum hast du dich dann nicht bei mir gemeldet?“ „Ich konnte nicht. Ich. . . Hör zu, ich werd dir alles erklären. Wirklich alles. Die ganze verdammte Wahrheit, nur bitte, bitte versprich mir, dass du mich bis zum letzten Wort ausreden lässt. Bitte.“ „Versprochen“, meinte sie und wollte schließlich nach der Maske greifen, die ihn die ganze Zeit unantastbar gemacht hatte. Wenn er ihr nun aber die Wahrheit sagen wollte, würde diese mit dem Gesicht hinter der Maske beginnen. Nur hielt er ihre Hände dann wieder behutsam fest. In den blauen Augen eine dumpfe Angst.
„Warte noch kurz. Ich weiß, dass es eigentlich vollkommen unverfroren ist, aber. . . Würdest du mir vorher noch einen Kuss geben?“, sah er sie traurig bittend an. „Bitte, ich . . . ich hab Angst, dass du mich dann nicht mehr sehen willst“, gestand er ihr, was sie schlucken ließ.
Ahnte er am Ende bereits etwas? Wusste er, dass sie sich mit Draco angefreundet hatte und darüber hinaus inzwischen sehr viel mehr für ihn empfand? Dass sie letztlich doch irgendwie mit ihm auf der Feier war? Vermutlich, denn er hatte vor zwei Jahren ja schon so viel von ihr und über sie gewusst, als wäre er ständig an ihrer Seite gewesen. Wollte er deshalb einen Kuss von ihr? Einen Abschiedskuss? Nahm er ihr damit die unangenehme Entscheidung ab, es laut zu sagen, denn tief in sich, hatte sie ihre Entscheidung bereits gefällt.
„Bitte“, bat er erneut in einem Flüstern, während sich in seine Augen etwas unsäglich Gequältes stahl, was nicht dort sein sollte, weshalb sie nickte und sein Gesicht in die Hände nahm. Nur einen Moment später spürte sie seine an ihrer Taille, mit der er sie hielt, als sie sich etwas auf die Zehen stellte und seine Lippen küsste.
Es war ein bittersüßer Kuss, der von einer unglaublichen Sehnsucht überspült wurde. Verlangen und Liebe, was sich jedoch recht schnell wieder in der kalten Herbstnacht im Nichts verlor, als sich Hermione nach einem kurzen Moment von ihm löste und ihn beinahe entschuldigend ansah. Ihre Finger glitten in dem Moment zu der weißen Maske, die sie ihm behutsam abnahm, um nach diesen zwei langen Jahren endlich das Gesicht hinter dem Zauber zu sehen, den er in ihr geweckt hatte.

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Daniel ist total nett. Er ist klasse. Er spielte mir gute Musik vor. Ich hatte immer noch Beatles gehört bis ich hierher kam. Er ist sehr leidenschaftlich. Für sein Alter hat er einen guten Geschmack.
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