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Fanfiction

Was im Verborgenen liegt - Ein anderer Blickwinkel - II

von Alex2303

So ihr Liebe, hier kommt Teil II der Blickwinkel.

Vielen Dank an KatyWakewood, Kirara und Krissi fürs Kommi schreiben.

@Krissi: Irgendwo muss ich ja einen kleinen Schlussstrich ziehen. ;)
Dracos Vor- und Entwicklungsgeschichte ist ja auch ein recht wichtiger Punkt, der Erwähnung fnden sollte.

@Kirara: Freut mich zu hören, dass die Blickwinkel ihren Effekt nicht verfehlt haben. :)

@KatyWakewood: Asche auf mein Haupt. Aber wie gesagt, irgendwo muss ich ja meinen Cut setzen. ;)
Und um unseren Blonden richtig zu verstehen, muss man irgendwo auch seine Vergangenheit kennen

Liebe Grüße und viel Spaß mit Teil II

Alex




۩ ۞ ۩


„Okay“, murmelte Hermione reichlich überrascht, da er ganz offensichtlich eifersüchtig auf Viktor war, womit die nächsten Bilder kamen. Diese zeigten die Wasserspiele am Großen See. Die drei Jungs hockten, etwas abseits von allen, auf einer der obersten Tribünen und guckten recht gelangweilt auf das Wasser.
„Wie lange wollen wir hier eigentlich noch rumsitzen?“, murrte Draco genervt und zog sich seine Jacke noch fester um den Körper. Das Wetter war an dem Tag eine Katastrophe gewesen. Feucht und Kalt. Nichts, dem man sich freiwillig länger als nötig aussetzte. Erst Recht nicht für gefühlte 10 Stunden.
„Möchte mal wissen, wo die Vier bleiben?“, überlegte Charlie. „Vielleicht abgesoffen“, gab Blaise glucksend zum Besten, worauf Charlie ihn skeptisch ansah und eine Augenbraue hochzog. „Denkst du wirklich, Dumbledore würde sowas zulassen?“ „Der lässt doch auch ganz andere Sachen zu“, murrte Draco angefressen, als sich etwas im See tat und die ersten Personen auftauchten.
„Diggory und. . . Ist das Chang?“, murmelte Charlie verdutzt, als er versuchte, genaueres zu erkennen. Blaise nahm sich sein Fernglas. „Hast Recht. Was macht die im See?“, verstand er nicht und sah verwundert zu seinen Freunden, bis Charlie wieder etwas einfiel.
„Hat Dumbledore nicht was gesagt von wegen, sie müssten etwas von den Wassermenschen zurückholen, was den Champions wichtig ist? Chang und Diggory sind doch zusammen, oder nicht?“, sah er zu Draco und Blaise. „Irgendwie. Sie waren ja auch zusammen auf dem Weihnachtsball“, überlegte Blaise. Nur Sekunden später wurde Draco weiß im Gesicht, als er etwas weiter dachte.
„Was ist?“, richtete sich Charlie verwundert an ihn. In der Zwischenzeit hatte Draco Blaise das Fernglas aus der Hand gerissen und suchte die Wasseroberfläche akribisch ab. Nur war da nichts, weshalb er sich in den Rängen umzusehen begann. Allen voran bei den Gryffindors. Nichts.
„Draco?“ „Habt ihr Hermione heute schon gesehen?“, fragte er leise. „Was? Ähm. . . Nein. Vermutlich ist sie unten bei ihren Leuten.“ „Eben nicht“, meinte Draco und gab Charlie das Fernglas, der selbst mal schaute. Blaise kam mittlerweile der gleiche Gedanke, wie Draco.
„Die haben sie doch nicht etwa auch in die kalte Brühe. . .“, begann er zu stammeln und suchte ein weiteres Mal die Wasseroberfläche und Ränge ab. Nichts. „Wie spät ist es?“, zischte Draco schließlich leicht aufgebracht, worauf Charlie und Blaise etwas überfahren guckten, bevor Charlie meinte: „Viertel nach. Warum?“ „Sie sind seit über einer Stunde weg!“, erinnerte Draco sie an Dumbledores Worte. Daraufhin wurden auch die Beiden bleich. Draco war inzwischen schon halb auf dem Sprung, um runter zu den Profs zu verschwinden, als sich etwas im See tat.
„Bleib hier!“, zischte Blaise und hielt ihn schnell am Arm fest. Er sah ihn eindringlich an, während Charlie genauer auf das schaute, was sich im Wasser abspielte. Dort war gerade Viktor mit einer prustenden Hermione aufgetaucht, die sich zittrig, keuchend an ihm festhielt.
„Da ist sie. Krum hat sie“, meinte Charlie, worauf Draco ihm ganz schnell die Sehhilfe abnahm, um sich selbst davon zu überzeugen. Als er sah, dass Charlie Recht hatte, sackte er wieder auf seinem Platz in sich zusammen. Auf den Lippen kurz ein erleichtertes Lächeln, bevor eine brennende Wut in seinen Augen hochzüngelte.
„Die haben hier doch einen völligen Schaden! Wie können die. . .“ „Man, nicht so laut!“, hielt Blaise ihm schnell den Mund zu, bevor er sich verriet, denn einige ihrer Leute, die sich das Spektakel ebenfalls mit ansehen wollten, guckten bereits in ihre Richtung.
„Glotzt nicht so blöd!“, giftete Blaise die Jüngeren lauthals an, die dann auch schon wieder weg sahen. Draco hatte ihm inzwischen die Hand weggeschoben und fauchte: „Geht's noch?“ „Das frag ich dich?! Wir sind hier nicht alleine!“, mahnte Blaise, was ihn gefährlich knurren ließ, bevor er sich das Fernglas nahm und nochmal runter auf die Tribüne sah.
Damit verlor sich auch dieser Eindruck, der Hermione erstaunt und nachdenklich zurückließ. Mit jeder weiteren Erinnerung zeigte sich aber immer deutlicher, was Blaise ihr hatte sagen wollen. Dracos Wandlung, das wachsende Interesse an ihr und damit auch die Sorge um sie, was ihr immer stärker die Tränen in die Augen trieb, die sie für den Moment noch zurückdrängen konnte. Allerdings kam noch mehr, denn sie hatte erst das vierte Jahr erreicht.
„. . . Was willst du jetzt machen, wenn Potter wirklich Recht behält?“, hörte sie Blaise plötzlich besorgt, dessen Stimme von einer tiefen Unruhe durchzogen war. Als sie zu ihm sah, fand sie sich erneut im Schlafsaal der Schlangen wieder. Die Drei hockten ein weiteres Mal auf einem der Betten, dessen dunkle Vorhänge sie zugezogen und sicherlich noch mit entsprechenden Zaubern belegt hatten. Dennoch sprachen sie sehr, sehr leise. Als sie Draco in Augenschein nahm, wurde ihr selbst ganz anders, denn er war richtig bleich und sah so aus, als ob er seit Tagen nicht geschlafen hätte.
„Ich hab keine Ahnung“, murmelte er tonlos, worauf sich Charlie einklinkte. „Wir wissen doch nicht, ob es wirklich so ist. Wer weiß, was Potter tatsächlich gesehen hat und. . .“ „Er lügt nicht“, unterbrach Draco ihn leise, was Blaise, Charlie und vor allem Hermione überraschte, dass er Harry, was auch immer, glaubte.
„Denkst du wirklich? Ich mein. . . Wie soll das denn vonstattengegangen sein?“ „Ich … weiß … es … nicht“, wiederholte Draco gepresst und betonte seine Worte nachhaltig, bevor er seufzte und sich rücklings in die Kissen fallen ließ.
„So, wie ich Crabbe, Goyle und Nott verstanden habe, waren ihre Väter auch auf dem Friedhof. Genauso mein Alter. Und Diggory wird sicherlich auch nicht von selbst tot umgefallen sein. ER ist wieder da. Definitiv. Der Überfall letzten Sommer zu den Weltmeisterschaften war vermutlich bloß sowas wie ein Auftakt.“ „Und jetzt? Wenn dein Vater. . .“ „Erzeuger“, unterbrach Draco Charlie knurrig, der kurz nickte, dann aber gleich weitersprach. „. . . dem wirklich noch so treu ergeben ist und alles, dann wird der doch garantiert auch bei euch im Manor auftauchen.“ „Erinner mich nicht daran. Ich will mir gar nicht vorstellen, was dann noch los ist. Mir reicht das so schon alles“, stöhnte Draco leise und massierte sich die Schläfen.
„Du solltest über den Sommer wirklich mit zu Blaise und mir kommen. Da. . .“ „Nein“, unterbrach Draco Charlie matt, was ihn aufbrausen ließ. „Man, das geht so nicht weiter! Irgendwann kann ich dich nicht mehr zusammenflicken. Wenn ER wirklich bei euch auftaucht, wer weiß, was dann noch alles kommt!“ „Eben.“ „Was?“, stutzte Charlie, aber auch Blaise und Hermione, während Draco mit fahlen Augen an die Decke sah.
„Lucius wird mir nie von sich aus gestatten, die Ferien bei euch zu verbringen. Und wenn ich von vornherein nicht ins Manor zurückkomme, wird er wissen, dass was faul ist. Er würde seine Wut erst an meiner Mutter auslassen und mich dann suchen. Und wenn er mich bei einem von euch findet, hab nicht nur ich ein mörderisches Problem, sondern auch ihr!“, funkelte er die Beiden aufgebracht an, die sichtlich schluckten.
„Und wenn du mit deiner Mutter verschwindest und erstmal untertauchst?“ „Wenn's so einfach wäre“, stöhnte Draco und rappelte sich wieder etwas auf. „Wir wären doch nirgends sicher und auch sonst niemand in unserer Nähe. Lucius ist ein Bluthund. Er würde uns früher oder später finden. Mich auf alle Fälle, aufgrund der Blutsbande. Wahrscheinlich würde er sogar versuchen, über euch etwas rauszukriegen. Wie er das machen würde, muss ich euch sicher nicht sagen?!“, zischelte er, sodass beide erneut schluckten und blasser wurden.
Draco ließ sich auf den Anblick fertig nach hinten fallen, wo er leise murmelte: „Ich werd das ganze Spielchen einfach weiter so mitspielen. Das ist für alle das Beste.“ Damit kam der Nebel und ließ eine stark verunsicherte Hermione zurück.
Das, was sie gerade alles gehört hatte, sorgte vermehrt dafür, dass es ihr kalt den Rücken runterlief. Er hatte es schon damals gewusst oder zumindest geahnt, was ihm wohl noch bevorstehen würde. Und so sauer, wie Charlie war, da wollte sie gar nicht näher darüber nachdenken, was genau sein Vater pflegte, mit ihm zu machen, wenn er ihm nicht gehorchte. Die Verletzungen, die sie damals im Cottage gesehen hatte, hatten bereits Bände gesprochen. Damit kamen die nächsten Bilder. Wieder der Schlafsaal der Jungs. Fünftes Jahr. Blaise hockte mit Draco in seinem Zimmer auf dem Bett und sah den Blonden etwas verdattert an. Kurz darauf schüttelte es ihn.
„Die fette Kröte will was?“ „Ein. . . Wie hat sie gesagt?“, begann Draco zu überlegen und äffte Umbridge schließlich theatralisch mit ihrer Kieksstimme und erhobenem Zeigefinger nach. „Um die dringend nötigen Reformen des Ministeriums umsetzen zu können, werde ich ein Inquisitionskommando gründen, um all jene, die sich dem Willen des Ministeriums widersetzen, zur Rechenschaft zu ziehen. Insbesondere Harry Potter, der gegen sämtliche Ausbildungserlässe verstößt und bla, bla, bla“, brach er ab, da Blaise auf einmal anfing schallend zu lachen und sich auf dem Bett kugelte.
„Die hat doch den Schuss nicht gehört. Merkt die echt nicht, dass sie sich damit völlig zum Gespött macht? Die Aktion letztens von McGonagall war ja schon der Brüller. Genauso die Streiche der Zwillinge. Mit dem ganzen Dreck kommt die Alte doch gar nicht nach. Und Flitwick und die anderen Profs machen auch keinen Finger krumm.“ „Warum auch?“, grinste Draco. „Hat doch was, dieses Sumpfgebiet.“ „Und die Alte denkt, mit der Hilfe von irgendwelchen Schülern kriegt sie das ganze Chaos gebacken?“ „Denkt sie, ja. Hauptsächlich sucht sie gerade wohl aber nach Potter und seiner Truppe.“ „Na die kann sie im Raum der Wünsche lange suchen. Den findet die Alte doch nie.“ „Unwahrscheinlich. Man sollte es dennoch nicht dem Zufall überlassen. Vielleicht steckst du den Mädels lieber, dass sie bei ihrem Versteckspiel ein bisschen vorsichtiger sein sollten. Was treiben die überhaupt dort?“ „Ich weiß es nicht. Sie haben mir und Charlie nichts gesagt.“ „Haben wohl doch kein richtiges Vertrauen in euch?“, spöttelte Draco. „Ich denke, das Problem wird wohl eher unsere Verbindung zu dir sein.“ „Reizend, danke“, gab Draco ihm süffisant zurück. Blaise zuckte mit den Schultern.
„Sie sind halt übervorsichtig. Soweit ich es mitgekriegt habe, scheinen sie wohl Verteidigungszauber zu üben. Bei dem, was Umbridge im Unterricht ablässt, ist das auch kein Wunder.“ „Und wer bringt ihnen die bei? Potter oder was?“, höhnte Draco, worauf Blaise erneut mit den Schultern zuckte.
„Wahrscheinlich. Wieso auch nicht? Ich. . . Was? Guck nicht so!“, sah Blaise ihn unschuldig an, da Draco das Gesicht verzog. „Er hat von dem ganzen Zeug nun mal Ahnung. Er hat den Basilisken erledigt, die Dementoren klein gekriegt, sich im Vierten im Trimagsichen Turnier behauptet und. . .“ „Ja doch! Man, ich kann's nicht mehr hören!“, knurrte Draco sauer.
Sankt Potter. Held der ersten Stunde! Der, der die Welt vor IHM erretten wird!“, zischelte er sarkastisch und ließ sich stinkig in sein Kissen fallen. Blaise besah es sich müde, bevor er ruhig fragte: „Möchtest du lieber mit ihm tauschen?“ „Ganz bestimmt nicht, nur. . .“, brach er ab und wurde ruhiger. Bedrückter. In seine Mimik stahl sich eine leichte Frustration, die Hermione von ihrer Position aus recht deutlich sah, als sie an den Rand des Bettes trat und sich ein wenig zu ihm beugte.
„Mir hängt das alles zum Hals raus. Dieses ewige Versteckspiel und die Lügen. Die ganzen Spitzen. Diese Blicke, jedes Mal wenn ich. . .“, brach er wieder ab und versank noch mehr in einer dumpfen Tristesse. Er vergrub das Gesicht in seinem Kissen, aus dem er leise murmelte: „Manchmal wünschte ich mir echt, der Alte hätte einmal richtig die Beherrschung verloren. Dann wäre jetzt alles wenigstens vorbei und. . .“ „Sonst geht's dir gut oder was?!“, blaffte Blaise ihn wütend an, worauf Draco nur müde zu ihm schielte.
„Was? Es ist mein Leben. Und ehrlich gesagt, bin ich das alles mehr und mehr leid. Man, ich kann langsam nicht mehr!“, wurde er verzweifelt, sodass Blaise' Wut in sich zusammenbrach und er seinen Freund gequält ansah.
„Du hast doch noch Charlie und mich. Du weißt, dass wir für dich da sind, so gut wir können.“ Daraufhin lächelte er matt. „Weiß ich, ja. Das ändert aber nichts am Ganzen. Ich kann nicht mehr zurück.“ „Klar kannst du“, versuchte Blaise ihn aufzumuntern, worauf Draco ihn nur müde, frustriert und geschlagen ansah. Fertig.
„Und wie?“ Daraufhin wollte Blaise ihm etwas sagen, nur blieb ihm der Mund offen stehen, da ihm keine brauchbare Lösung einfiel.
„Siehst du. Ich steck durch den Alten und diese ganzen Spielchen einfach schon zu tief in der Scheiße. Das einzige, was ich machen kann, ist Schadensbegrenzung zu betreiben. Bis jetzt hat Potter die ganzen Spitzen ja noch richtig gedeutet, die ich ihm an den Kopf geworfen hab.“ „Was hat dein Alter nun eigentlich vor?“ „Ich hab keine Ahnung was er für IHN machen soll. Ich hab bloß mitgekriegt, dass es irgendetwas mit dem Ministerium zu tun hat. Vielleicht weiß die fette Kröte in der Richtung ja auch noch was.“ „Deren Vertrauen dürftest du mittlerweile haben“, grinste Blaise matt, worin Draco müde einstimmte.
„Nur, dass sie noch nichts Brauchbares erzählt hat. Die ist im Moment viel zu sehr damit beschäftigt, wieder Ruhe und Ordnung in die Schule reinzubringen und Potters geheime Gruppe zu schnappen.“ „Dabei wirst du ihr selbstverständlich behilflich sein“, monierte Blaise gespielt. „So behilflich, wie das Sumpfgebiet der Zwillinge“, gab Draco ihm durchtrieben grinsend zurück, worauf Blaise, ebenso wie Hermione, schwach lächelte.
Er hatte ihr Anfang des Schuljahres ja gesagt, dass er von ihren Treffen im Raum der Wünsche gewusst und versucht hatte, diese mit kleinen Schikanen zu decken. Diese Erinnerung bestätigte seine Aussage.
„Lass den Kopf nicht hängen. Auch wenn es momentan ein bisschen finster aussieht. Es wird nicht so bleiben“, meinte Blaise aufmunternd, wie auch fest überzeugt. Eine Überzeugung, die Draco jedoch nicht teilte, denn sein Blick verlor sich in einer dumpfen Leere.
„Hoffentlich“, murmelte er leise, womit die Bilder begannen zu zerfließen, nur um sich im nächsten Moment aufs Neue zusammenzusetzen. Diesmal mit Charlie. Die Drei hockten in Dracos Zimmer auf dem Bett, sahen diesmal aber alle drei ziemlich angeschlagen aus. Nicht körperlich verletzt, sondern mehr mental. Irgendwas schien passiert zu sein.
„Das. . .“ Mehr bekam Charlie nicht raus, da es ihm die Kehle zuzuschnüren schien. „Scheiße“, murmelte Blaise kaum hörbar und sah unsicher zu Draco. „Was willst du jetzt machen?“ „Ich. . .“, setzte er an, doch auch Draco bekam nichts weiter heraus. Sein Blick verlor sich stattdessen im Nichts, während sich in seine Mimik etwas ungemein Gequältes und furchtbar Schuldiges mischte. In den Händen hielt er zittrig den Brief seiner Mutter, den Hermione kurz überflog, um festzustellen, dass sie die Dinge, die im Ministerium vorgefallen waren, knapp schilderte. Ebenso die Tatsache, dass sein Vater verhaftet und nach Askaban gebracht worden war.
„Verdammt, wenn ich das geahnt hätte, dann hätte ich sie doch nie entkommen lassen! Ich hätte. . .“ „Hör auf. Das war nicht deine Schuld“, sprach Blaise ihm ruhig zu, worauf Charlie nickte. „Für das, was im Ministerium passiert ist, kannst du nichts. Woher hättest du denn wissen sollen, dass Potter sofort mit ihnen ins Ministerium fliegt, nachdem sie Umbridge losgeworden sind?“ „Charlie hat Recht. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände.“ „Ja. Nur, dass die dafür gesorgt haben, dass das passiert ist, was passiert ist. Sie hätten sie im Ministerium fast umgebracht!“ „Haben sie aber nicht“, meinte Charlie beruhigend, was Draco herzlich wenig kümmerte.
„Nein. Stattdessen haben sie meinen Alten aufs Kreuz gelegt! Und warum? Nur weil Potter seine scheiß Füße nicht stillhalten kann und sich mal wieder beweisen musste, dass er seinem Namen gerecht wird und nicht tot zu kriegen ist!“ „Hm“, machte Blaise daraufhin leise und sah betreten zu Boden. Hermione begann das Gespräch jedoch zu verwirren. Auf der einen Seite machte sich Draco offensichtlich Vorwürfe, dass sie im Ministerium zu Schaden gekommen waren, auf der anderen war er auf einmal sauer, weil sein Vater wegen der Geschichte nach Askaban musste? Da passte doch was nicht.
Inzwischen stand der Blonde, und machte Anstalten zu gehen. „Wo willst du hin?“ „Krankenflügel“, meinte er knapp, worauf sich Blaise und Charlie kurz entsetzt anblickten, bevor sie ebenfalls auf den Beinen waren, um ihn zurückzuhalten.
„Bist du wahnsinnig? Wenn dich von den Profs oder Löwen jemand dort sieht, weißt du was dann los ist?“, appellierte Blaise. Dracos Mimik war allerdings völlig leer und gleichgültig. „Ist mir egal.“ „Aber. . .“ „Ich werd's ihr sagen.“ „Was?“, stutzte Charlie. „Alles.“ „Was? Draco, das ist Selbstmord. Wenn das von diesen Psychopathen einer mitkriegt, dass du sie verraten hast, bist du erledigt!“ „Das bin ich auch so. Ich werd Lucius' Fehler ausbaden müssen. Vermutlich hat er sich nur deshalb so leicht schnappen lassen. In Askaban ist er vor IHM und seiner Wut relativ sicher. Und ER wird verdammt wütend sein, dafür, dass Potter ihm in die Quere gekommen ist.“ „Er wird dich umbringen!“ „Wahrscheinlich“, murmelte er tonlos und seltsam ruhig, was Charlie und Blaise noch blasser werden ließ. Aber auch Hermione, die ihn gequält ansah.
Zwar wusste sie, dass es am Ende alles ganz anders gekommen war, als er in dem Moment befürchtet hatte. Dennoch spürte sie eine drückende Hoffnungslosigkeit im Raum, während sich in ihr tiefes Mitleid für ihn breitmachte. Ihre kleine Frage bezüglich des alten Malfoy, sah sie nun auch beantwortet.
Ihr wurde damit jetzt erst richtig klar, warum er tatsächlich so eine Wut auf Harry gehabt hatte. Es war zwar, weil sein Vater in Askaban einsaß, allerdings aus einem gänzlich anderen Aspekt heraus. Draco war diesen Tyrannen damit zwar los. Im Gegenzug war jedoch ein Monster an seine Stelle getreten, welches in seiner Grausamkeit 1'000-mal schlimmer war, als Lucius Malfoy. Ein schwarzer Schatten, den er zu Recht fürchtete.
„Fahr doch einfach nicht ins Manor zurück und gut!“, brauste Charlie auf. Draco blieb aber ruhig. Zu ruhig, was die dumpfe Ahnung in ihr weckte, dass er sein Schicksal schon lange akzeptiert hatte. Viel zu lange.
„Wenn's so einfach wäre. Sie würden mich früher oder später finden. Und dabei werden sie über Leichen gehen. Angefangen mit meiner Mutter. . .“ Damit blickte er auf und sah wieder zu den Beiden. „. . . ihr. . .“ worauf Charlie etwas schluckte. „. . . und alle anderen, die mir auch nur irgendwie nahestehen oder etwas bedeuten.“ Als sie das hörte, erinnerte sich Hermione schlagartig, an die Erklärung, die er ihr im Cottage auf alles gegeben hatte. Warum er so gehandelt hatte.
„Lasst es einfach gut sein“, murmelte er am Ende leise und verschwand aus seinem Zimmer, in dem Blaise und Charlie unsicher zurückblieben. Letzterer stürzte aus diesem in den angrenzenden Schlafsaal, wo er in seinem Koffer zu wühlen begann.
„Was suchst du?“, murmelte Blaise verwundert, da hatte Charlie aber schon ein Geheimfach offen, in dem sich einige Phiolen verbargen. „Hol seinen Koffer her und danach besorgst du mir was zum Schreiben“, forderte Charlie und kramte alles an Fläschchen hervor, was er finden konnte. Diese deponierte er bruchsicher in einigen der Seitenfächer von Dracos Koffer. Im Anschluss fing er an, seinem Vater einen Brief zu schreiben, den Hermione zusammen mit Blaise kurz überflog. Dieser Brief war mehr eine Liste mit Heiltränken und ähnlichem, die er auf schnellstem Weg in Unmengen haben wollte. Warum, war nicht schwer zu erahnen, womit sie mit einem bitteren Lächeln auf den Brünetten sah.
„Und jetzt?“ „Jetzt überlegen wir uns was, wie er aus der scheiß Geschichte halbwegs heil rauskommt, wenn er sich unseretwegen schon nicht verstecken will“, funkelte Charlie Blaise aufgebracht an, dem ein schwermütiges Lächeln über die Lippen huschte. Damit kam der Nebel und ließ eine zunehmend gequältere Hermione zurück, der inzwischen die ersten Tränen über die Wangen liefen.
Sie schauderte bei der Vorstellung, was in diesem Sommer wohl alles für Gräueltaten in Malfoy Manor vor sich gegangen waren. Es waren Bilder, die Blaise nie gesehen hatte und die er ihr damit auch nicht zeigen konnte. Jedoch etwas anderes, womit sich die Farbnebel erneut im Schlafsaal zusammenzogen.
Blaise war gerade noch damit beschäftigt, Parkinson rauszuwerfen, die mal wieder Gift und Galle spuckte. Kurz darauf hatte er ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen und diese mit entsprechenden Zaubern belegt, sodass die Drei gänzlich ungestört waren. Als Hermione Draco dann sah, wurde ihr gänzlich anders.
Er war bleich, wirkte stark abgemagert und hatte dicke, tiefdunkle Ringe unter den Augen. Seine Augen selbst waren matt und seltsam leer. Sie wirkten völlig kraftlos. Leblos. Ihr war es damals gar nicht so aufgefallen, da sie genug eigene Probleme gehabt hatte, aber er hatte von Anfang an richtig schlecht ausgesehen. Sie mussten ihm wirklich unwahrscheinlich zugesetzt haben.
„Hier“, hielt Charlie ihm zwei Fläschchen hin, die er ohne weiteres schluckte. Inzwischen war auch Blaise bei Draco, den er besorgt musterte. Dieser schloss die Augen und wartete darauf, dass die Tränke wirkten.
„Ihr solltet verschwinden“, murmelte er leise, die Augen noch immer geschlossen. Blaise und Charlie sahen sich daraufhin kurz unsicher an, bevor Blaise den Mut fand zu fragen: „Was war nun wirklich los? Was. . . Was hat er. . . Was haben sie dir. . .“, murmelte er unsicher, konnte die Frage, was im Sommer passiert war, aber partout nicht ausformulieren, denn mit einer Antwort würden sämtliche Befürchtungen real werden. So auch die Schlimmste, denn Draco fing an zu zittern. Kurz darauf machte er die Augen wieder auf, in denen ein bitterer Schmerz brannte. Verzweiflung. Im Kommenden zog er sich den linken Hemdärmel hoch und zeigte den Beiden, was passiert war.
„Scheiße, das. . .“, stammelte Charlie entsetzt, während Draco den Stoff ganz schnell zurückschlug, um es zu verstecken. Kurz darauf sahen die Beiden ihn mit unverhohlener Sorge an. Nur eine Frage im Kopf, die Blaise schließlich stellte.
„Warum?“ „Weil durch Lucius die Prophezeiung um IHN und Potter zerstört wurde.“ „Aber was hat das mit dir zu tun? Warum macht er dich zu einem von denen? Ich mein. . . Du bist erst 16!“, entwich es Charlie aufgebracht, und entlockte Draco damit ein kurzes, bitteres Lachen.
„Für ihn ist das doch nichts weiter, als ein krankes Spiel. Eine Bestrafung.“ „Wegen deinem Vater?“ „Erzeuger“, korrigierte Draco Charlie mal wieder, bevor er nickte und erklärte: „Ich soll sie ins Schloss holen.“ „Wen?“, stutzte Blaise, obwohl er es zu ahnen schien.
„Die Todesser. Bellatrix, Greyback. . .“, brach Draco ab, als Blaise und Charlie aufs Neue bleich wurden. Der Blonde schluckte merklich und rang mit seinen nächsten Worten. „Er will, dass ich sie ins Schloss hole und . . . und. . .“ Wieder brach er ab, und fing vermehrt an zu zittern. Seine Hände krallten sich in die Decke, als wäre ihm das Stück Stoff der einzige Halt, bevor er den Rest des Auftrages schilderte.
„Ich soll Dumbledore töten.“ „Du. . . WAS?“, rief Blaise entsetzt. „Er hat . . . er hat mir. . . Wenn ich sie nicht ins Schloss hole und . . . und Dumbledore töte, dann wird er meine Mutter. . . Er würde sie zu Tode foltern. Er hat sie diesen Sommer schon mit dem Cruciatus. . .“, zitterte seine Stimme immer mehr.
„Was ist mit dir?“, fragte Charlie vorsichtig, obwohl er es genauso ahnte, wie Blaise und Hermione, dass ihm das gleiche drohte. Darüber hinaus wusste Hermione ja bereits, dass es nicht nur seine Mutter gewesen war, die in dem Sommer unter diesen Gräueltaten hatte Leiden müssen. Diese Sache hatte er ihr vor der Verhandlung ja noch erklärt.
„Was soll mit mir sein?“, sah Draco ihn müde an, worauf Charlie schluckte. „Ich lebe noch. Leider“, murmelte er das letzte so leise, dass es Charlie, Blaise und Hermione mehr errieten. Diese hatte mit jeder Sekunde mehr das quälende Bedürfnis, ihn in die Arme zu nehmen. Ihn einfach nur festzuhalten und zu sagen, dass alles gut enden würde.
„Hör auf mit der Scheiße!“, brauste Blaise auf diese Gleichgültigkeit auf und packte ihn grob an den Schultern, wo er ihn in einer leisen Hysterie zu rütteln und auf ihn einzureden begann. „Wir lassen uns was einfallen, hörst du? Wir. . .“ „Sie sind im Manor“, unterbrach Draco ihn leise, sodass Blaise innehielt und ihn erneut entsetzt ansah.
„Was?“ „Er hat sich mit anderen Todessern im Manor einquartiert. Sie haben aus dem Haus eine halbe Festung gemacht. Niemand kommt ungesehen dort hinein oder heraus. Und er. . . Ich werd nicht riskieren, dass er meine Mutter umbringt.“ „Heißt das, du willst es machen? Du willst Dumbledore wirklich. . .“, stammelte Charlie entsetzt. Draco schüttelte mit dem Kopf.
„Nein. Ich kann das nicht. Ich kann keinen Menschen töten, nur. . .“ Er seufzte schwer, bevor er schuldig meinte: „Ich hab ihm in meiner Verzweiflung eine Möglichkeit genannt, wie man an den Sicherheitsvorkehrungen des Schlosses vorbei hier rein kommt.“ „Du hast WAS?“, wurde Blaise bleich, worauf er schuldig nickte.
„Ich weiß, das war dämlich aber ich . . . ich konnte einfach nicht mehr. Und jetzt da. . . Sie werden mich über diese Möglichkeit kontrollieren. Sie werden wissen, wenn ich mich nicht bemühe und. . .“ „Was hast du vor?“, unterbrach Charlie ihn, worauf Draco kurz tiefer durchatmete.
„Ich werd versuchen, das Verschwinde-Kabinett im Raum der Wünsche wieder in Gang zu bringen. Montague ist letztes Jahr durch das Ding ja einen Tag lang verschwunden. Er hat mir im Nachhinein gesteckt, dass man mit dem Teil aus dem Schloss rauskommt. Ich werd versuchen, eine Verbindung zu einem anderen Verschwinde-Kabinett bei Borgins & Burke's herzustellen.“ „Du willst sie wirklich in die Schule lassen?!“, sah Charlie ihn auch weiter entsetzt an.
„Ich will nicht, aber. . . Man, ich weiß einfach nicht, was ich sonst noch machen soll!“, verzweifelte er mehr und mehr. „Wenn die spitz kriegen, dass ich mich weigere und sie dann auch noch verrate war's das. Snape hat seine Augen und Ohren doch auch immer überall. Ich kann das nicht riskieren und. . . Wenn ich sie am Ende wirklich herholen muss, dann seid ihr weg. Ich will nicht, dass sie euch erwischen!“ „Aber wir sollen tatenlos zusehen, wie du dich ins Verderben stürzt?!“, keifte Blaise, worauf Draco zurück schrie: „Das ist meine Sache! Es ist mein Leben und damit mache ich was ich will. Ich versuch mir was anderes einfallen zu lassen. Okay? Vielleicht krieg ich Potter irgendwie ja dazu, das Richtige zu vermuten, ohne dass es einer merkt oder Snape Verdacht schöpft. Meistens hat er meine Spitzen ja gefressen.“ „Oder Hermione“, erinnerte Charlie ihn, was ihn müde lächeln ließ. Kurz darauf begann er in seiner Hosentasche zu kramen und förderte ein kleines Schächtelchen heraus, was er Blaise gab, den es wunderte. Als er es öffnete, kam die Silberkette mit dem Engelsflügel zum Vorschein. Auf den Anblick fasste sich Hermione geistesabwesend an ihren nackten Hals.
„Was soll ich damit?“, fragte Blaise. „Mir einen Gefallen tun.“ „Der da wäre?“, spitzte Blaise die Ohren. „Gib sie Hermione. Als Geburtstagsgeschenk oder so.“ „Hm. Kann ich machen nur. . . Warum? Du willst doch bestimmt nicht, dass sie weiß, dass die von dir ist?“ „Nein.“ „Also?“ „Auf dem Anhänger liegt ein Schutzzauber.“ „Schutzzauber?“, stutzte Charlie und besah sich mit Blaise das Schmuckstück nun etwas eingehender.
„Ja.“ „Wegen der Sache letztes Jahr?“, vermutete Charlie. „Auch, ja. Und. . . Ich will nicht, dass irgendwas passiert. Aber wenn es sich nicht verhindern lässt, dann. . . Der Zauber soll wohl ähnlich stark sein, wie ein Felix Felicis.“ „Was für ein Zeug?“, guckte Blaise verwirrt. „Der Trank ist Glück in flüssiger Form. Ist wohl nur sehr schwer herzustellen“, erklärte Draco. „Ich glaub, ich hab mal davon gelesen“, murmelte Charlie nachdenklich, während Blaise wieder auf die Kette sah und Hermione dem Gespräch immer aufmerksamer lauschte.
„Und du denkst, so ein Zauber reicht aus, um sie zu schützen?“, gab Blaise zu bedenken. „Es ist besser als nichts. Und wenn hier wirklich `ne Bombe hochgeht, da. . .“ „Es wird nicht so weit kommen!“, warf Blaise erneut ein, worauf Draco nichts erwiderte, sondern Blaise stattdessen bittend ansah.
„Gibst du sie ihr? Zur Sicherheit. Dir und Charlie vertraut sie und. . . Wie gesagt, sie hat ja ohnehin bald Geburtstag. Da bietet sich das an“, lächelte er gequält. „Sie wird sich keine Gedanken darüber machen, wenn sie von dir ein kleines Geburtstagsgeschenk bekommt.“ „Vermutlich“, monierte Blaise und steckte das Schächtelchen ein, nicht ohne Draco wieder zu mustern.
„Irgendwann werd ich ihr trotzdem auf die Nase binden, dass die Kette von dir ist. Und auch sonst alles. Von daher rate ich dir keine Scheiße zu machen und am Leben zu bleiben, hast du mich verstanden?“ Wurde sein Blick warnend, worauf Draco recht matt lächelte.
„Ich versuch's. Wenn aber trotzdem alles schief geht dann. . . Versprecht mir, dass ihr aus England verschwindet. Wenn's irgendwie geht, nehmt sie mit. Potter und das Wiesel sind doch zu dämlich, um vernünftig auf sie aufzupassen.“ „Es wird nichts passieren. Klar? Wir lassen uns was einfallen. Dir und deiner Mutter wird nichts passieren und dann . . . dann treten wir diesem Psychopathen ordentlich in den Arsch, damit er wirklich nie wieder aufsteht“, funkelte Blaise Draco mit Feuereifer an, der nur ein mattes, furchtbar gedrücktes Lächeln auf die Lippen bekam.
„Es wird nichts passieren!“, beschwor Blaise ihn nochmal mit Nachdruck, dem Charlie nickend beipflichtete. „Er hat Recht. Und damit du uns nicht schon vorher wegklappst. . .“, gab er Draco einen deftigen Schubs, der verschreckt nach hinten kippte und in seinem Kissen landete.
„Ruh dich aus. Du siehst noch immer aus wie Scheiße. Morgen versuchen wir eine Lösung für alles zu finden“, mahnte Charlie, womit sich Draco ergeben seinem Kissen hingab. Damit verschwanden die drei Gestalten im Nebel. Kurz darauf hörte sie Draco bereits wieder schimpfen. Als sie in die Richtung seiner Stimme blickte, sah sie voller Schreck eines der Kissen auf sich zu fliegen.
Sie riss rasch die Hände hoch, doch das Kissen flog durch sie hindurch und landete mit einem dumpfen Poff an der Wand. Als sie wieder nach vorn sah, keifte Draco noch immer furchtbar wütend. Blaise hockte auf dem Bett und beobachtete den Ausraster seines Freundes vollkommen ruhig, während Hermione überlegte, was Draco nun wieder hatte und vor allem wann genau das jetzt spielte?
„. . . am liebsten würde ich diesem Primaten den Schädel einschlagen. Der schafft es immer wieder! Ich versteh echt nicht, was sie an dieser hohlen Made findet? Sie streiten sich doch nur!“, knurrte er mörderisch, was Blaise mit einer süffisanten Spitze kommentierte.
„Wenn sie sich wieder zoffen, ist doch gut. Versuch du doch mal dein Glück.“ „Sehr witzig, du Spinner. Sie hasst mich! Davon abgesehen ist es für alle das Beste, das es so bleibt“, wurde Draco mit jedem Wort ruhiger und bedrückter. Blaise nahm sein Problem allerdings ernster, als es auf den ersten Blick den Anschien hatte, denn er sprach nun ruhiger weiter.
„Sicher. Nur. . . Ehrlich gesagt, kann ich mir das nicht mehr länger mit ansehen, geschweige denn anhören!“ Daraufhin ließ sich Draco fertig auf sein Bett fallen, drehte sich auf den Bauch und vergrub das Gesicht halb im Kissen, bevor er Blaise müde mit einem Auge anschielte.
„Warum hab ich diese scheiß Familie?“, murmelte er leise, mehr zu sich selbst, als das er Blaise fragte, der ihm auf diese bittere Frage keine Antwort geben konnte. Es war halt Schicksal. Eines, was von Jahr zu Jahr, je älter er wurde, für ihn immer beschissener wurde. Am Ende war es nicht nur Blaise, der ihn bedrückt ansah, sondern auch Hermione, die sich wieder neben das Bett hockte und ihn mitleidig musterte, bis Blaise erneut das Wort ergriff.
„Hör mal“, fing er an. „Wir haben doch in ein paar Wochen diesen Ball.“ „Weißt du wie scheißegal der mir ist? Ich hab genug andere Probleme, als diese bescheuerte Feier“, murmelte er in sein Kissen, worauf Blaise zustimmend nickte.
„Ja, schon klar. Nur. . . Das würde dich vielleicht mal auf andere Gedanken bringen.“ „Ich hab keinen Bock auf sowas“, murrte Draco in sein Kissen, bevor er sich dieses ganz über den Kopf zog, um seine Ruhe zu haben. Blaise ließ ihm diese allerdings nicht. Stattdessen fing er an zu grinsen.
„Ich wette mit dir um 10 Galleonen, dass ich dich vom Gegenteil überzeugen kann.“ „Die Wette verlierst du“, murrte Draco, was das Grinsen in Blaise' Zügen jedoch mehrte. „Werden wir sehen. Was würdest du denn sagen, wenn ich dir sage, dass du mit Hermione dorthin gehen könntest?“ „Dann würde ich sagen, du hast einen kompletten Dachschaden und gehörst ins Mungos auf die Geschlossene, aber das ist ja nichts Neues.“ „Reizend, aber falsch.“ „Dann erklär mir mal, wie ich das anstellen soll? Sie würde mich nicht mal mit einer Kneifzange anfassen und selbst wenn, würde das jeder Idiot merken. Und mit Idioten meine ich die Hohlbirnen, die mir auf Schritt und Tritt folgen, sobald ich den Gemeinschaftsraum verlasse. Und wenn das von denen einer mitkriegt, wissen es bald noch ganz andere Leute.“ „Wahrscheinlich. Ich hab aber nicht gesagt, dass du so gehen sollst.“ „Was meinst du?“, lugte Draco nun doch unter seinem Kissen hervor, was Blaise freudig grinsen ließ, da er ihn schon halb an der Angel hatte.
„Mit dir als Draco würde sie im Moment nicht mal im Tod ausgehen, stimmt schon. Mit jemand anderem aber. Immerhin hat sie zurzeit richtig Stunk mit dem Wiesel.“ „DER! Diesen gehirnamputierten Affen würde ich am liebsten in einen Blobfisch verwandeln!“, fauchte Draco und war mit einem Schlag wieder wach. Er stand auf dem Bett und schmiss das andere Kissen quer durch sein Zimmer.
„Mach doch“, gluckste Blaise amüsiert und fing sich zur Strafe einen schier tödlichen Blick ein, bevor Draco, noch immer leicht giftig, auf das eigentliche Thema zurückkam. „Und wie soll ich deiner Meinung nach mit ihr ausgehen?“ Auf die Frage begann Blaise ihm seine Idee zu erklären. Dass er ihr Briefe schreiben sollte, um ihre Neugier und ihr Interesse zu wecken. Dass er sie einladen sollte, wo sie ihm, mittels eines einfachen Verschleierungszaubers, ein etwas anderes Aussehen verpassen würden, während Blaise und Charlie für die nötige Ablenkung sorgen würden, damit sein Verschwinden niemandem auffiel.
„. . . so hast du auch ein Alibi“, zwinkerte Blaise ihm zu, während es bei Draco mehr und mehr im Köpfchen ratterte, sodass Blaise erneut grinste. „Du schuldest mir 10 Galleonen, mein Lieber. Ach ja. . .“, fiel ihm noch etwas ein. Er kramte kurz in seinem Umhang und holte schließlich das kleine Satinschächtelchen heraus, auf welches Draco verdutzt sah, bevor er Blaise sauer anfuhr.
„Ich hab dir gesagt, die sollst du ihr zum Geburtstag schenken!“ „Ja, ich weiß. . .“, meinte er entschuldigend und warf ihm das kleine Etui zu. „Aber bei der Gelegenheit kannst du ihr die jetzt selber schenken. Überleg's dir. Es würde dir gut tun“, legte er ihm nochmal nahe, sodass er auf das Schächtelchen mit der Halskette sah.
Damit kamen die Farbnebel und verschluckten für einen kurzen Moment die Jungs, bevor ein hell getünchter Korridor erschien. In diesem Blaise und Charlie, die leicht übermüdet aussahen und in ein angrenzendes Zimmer verschwanden. Dieses entpuppte sich als geräumiges Schlafzimmer, mit einem großen, weißen Bett, in dem sie Draco entdeckte, der das Gesicht beinahe zur Gänze in den Kissen vergraben hatte und schlief. Soweit sie es erkennen konnte, sah er genauso übermüdet aus, wie Blaise und Charlie. Eher noch mehr. Er wirkte kränklich, erschöpft und ausgemergelt.
„Sollen wir ihn nicht lieber noch ein bisschen schlafen lassen? So verpeilt, wie er seit Tagen ist, dass kriegt er doch nie hin“, murmelte Blaise unsicher. „Wär mir auch lieber, nur. . .“, brach Charlie ab und sah unsicher auf den Blonden. Inzwischen konnte sich Hermione auch wieder an diese Umgebung erinnern. Es war das Haus von Charlies Vater in Arizona. Konnte es sein. . . War das zu der Zeit, als Voldemorts Fluch noch auf ihr gelegen hatte? Es schien so.
„Ich weiß. Uns läuft die Zeit weg“, resignierte Blaise bitter und machte sich daran, den Blonden behutsam zu wecken. „Draco? Hey“, rüttelte er ihn, doch er rührte sich kein Stück, weshalb Charlie sich dazwischen schob „Lass mich mal“ und mit seinem Zauberstab auf Draco deutete. Er murmelte leise den Aufwachzauber, der seine Wirkung allerdings nicht so recht tun wollte. Draco blinzelte kurz, machte aber gleich wieder die Augen zu, sodass Blaise näher zu ihm trat und ihm ins Ohr schrie.
„MALFOY!“ Daraufhin zuckte er zusammen und sah mit kleinen, knallroten Augen zu Blaise. „Spinnst du?“, zischte er völlig verpennt, wo sich nun Charlie einklinkte. „Der Trank ist fertig.“ „Trank?“, verstand Draco nicht gleich.
„Der für den Mindeater. Für Hermione“, erklärte Charlie, womit er ruckartig saß, was alles andere als gut für seinen Kreislauf war. „Oh, Scheiße“, murmelte er und presste die rechte Hand fest an den Kopf, was sich seine Freunde unsicher besahen und Charlie besorgt fragte: „Willst du das wirklich machen?“, wofür Draco ihn beinahe tödlich ansah. Charlie setzte aber sofort nach.
„Man Draco, das ist nicht ungefährlich, sich in dem Geist eines anderen aufzuhalten und zu bewegen. Erst Recht, wenn dann noch zusätzlich so dunkle Magie im Spiel ist. Du hast keine Ahnung, was dich dort erwartet. Du weißt nicht wie seine Magie wirkt, geschweige denn wie du diese Magie aus ihrem Geist lösen sollst. Und selbst wenn, du bist doch überhaupt nicht mehr in der Verfassung halbwegs klar zu denken. Blaise und ich, wir haben dich kaum wach gekriegt. Du . . . du könntest dabei drauf gehen!“, brauste Charlie ein wenig auf.
Sein Freund schwieg kurz, bevor er recht leise meinte: „Ist mir egal.“ „Draco. . .“ „Nein. Es ist meine Schuld, dass es überhaupt so weit gekommen ist. Ich hätte viel früher etwas dagegen machen sollen. Ich hätte gar nicht erst zulassen dürfen, dass die sie so schwer verletzen.“ „Du hattest, was weiß ich wie viele gegen dich. Es grenzt doch schon an ein Wunder, dass ihr heil aus dem Manor herausgekommen seid“, meinte Blaise und erntete dafür einen unheilvollen Blick von Draco.
„Hör zu, Hermione ist unsere Freundin und wir wollen auch, dass es ihr wieder gut geht. Aber nicht um jeden Preis! Wenn du deswegen draufgehst, dass . . . dass. . .“, wusste Blaise nicht, was er sagen sollte, zu dem Hermione matt sah.
Es war ernüchternd zu wissen, wie Blaise seine Prioritäten setzte. Andererseits. . . Wenn sie zwischen Harry und Blaise wählen müsste, sie würde sich schweren Herzens auch eher für Harry entscheiden. Es gab immer einen Menschen, der einem mehr bedeutete, als ein anderer, auch wenn man das sicher nicht gerne zugab. Und dass sich Blaise mehr Gedanken um seinen Freund machte, war auch ganz normal. Auf Dracos Lippen stahl sich auf seine Worte dann auch kurz ein kleines, mattes Lächeln, bevor seine Züge einen schwermütigen Ausdruck annahmen.
„Danke, aber. . . Mir ist das wirklich egal, wenn ich. . . Ich kann das einfach nicht mehr“, murmelte er leise. „Was?“ „Alles! Die ganzen letzten Jahre und vor allem Monate und. . .“ Er seufzte kurz, bevor er tonlos murmelte: „Es macht für mich keinen Unterschied mehr, ob ich jetzt lebe oder eben nicht. Ich. . . Ihr macht euch keine Vorstellung von dem, was ich in den letzten Monaten erlebt habe und mit ansehen musste. Hören musste. Ich krieg das nicht mehr raus.“ „Das hört irgendwann auf“, versuchte Charlie ihm ruhig klarzumachen, worauf er mit dem Kopf schüttelte.
„Das vergisst du nicht mehr. Davon abgesehen, . . . Wenn ich das mit Hermione hinbekomme und Potter dieses Monster vielleicht sogar noch klein kriegt, was denkt ihr, was danach passieren wird?“, sah er die Beiden bitter an.
„Na was soll dann schon sein? Frieden.“ „Ja. Wenn wir das alles überleben, was denkt ihr, werden sie mit mir machen? Einem Todesser?“, wurde sein Blick noch verbitterter. „Mini Weasley hat es gesagt. Sie werden mir nicht glauben, dass ich nichts damit zu tun haben wollte. Sie werden mit jedem kurzen Prozess machen“, brach seine Stimme in sich zusammen, was Blaise mit dem Kopf schütteln ließ.
„Blödsinn. Sie können nicht alle über einen Kamm scheren. Man, du hast doch niemanden getötet oder gequält, oder?“ „Nein.“ „Also hör auf über so einen Schwachsinn nachzudenken. Du bist kein Todesser, auch wenn du das Dunkle Mal hast. Und wenn die das nicht raffen, . . . Bevor es soweit kommt, da entführen Charlie und ich dich vorher nach Timbuktu oder sonst wohin. Klar?“, sah Blaise ihn eindringlich an, worauf sein rechter Mundwinkel kurz nach oben zuckte.
„Mach dich deswegen nicht alle“, meinte auch Charlie, zu dem er sah und ziemlich unkonventionell das Thema wechselte. „Du hast den Trank fertig?“ „Was? Ich. . . Ja, aber. . .“ „Nix aber. Gib das Zeug her.“ „Draco. . .“ „Nein. Ich zieh das jetzt durch. Wenn ich dabei drauf geh, hab ich eben Pech gehabt. Ich werde aber bestimmt nicht tatenlos zusehen wie sie stirbt, jetzt wo wir eine Chance haben etwas dagegen zu machen“, funkelte er die Beiden wütend an, sodass sie ihre Versuche, ihn zur Vernunft zu bringen, endgültig einstellten.
„Da kann man nur hoffen, dass Hermione das zu schätzen und zu danken weiß“, murmelte Blaise müde, worauf Draco ihn bedrückt ansah, als er meinte: „Bevor sie mir irgendetwas dankt, muss ich erstmal die ganze Scheiße wieder geradebiegen, die ich in den ganzen Jahren verzapft hab.“ „Na dann solltest du auch am Leben bleiben, damit du das geradebiegen kannst“, rieb ihm Charlie unter die Nase, dem Blaise noch anfügte: „Oder willst du dich vor der Verantwortung drücken? Du wolltest ihr schließlich auch noch was erklären.“ „Ja.“ „Dann pass gefälligst auf, was du dann machst“, mahnte Charlie ihn, womit die Drei ins Nebenzimmer schlichen, wo Tonks mit Ginny an ihrem Bett hockten. Damit kamen die Nebel und ließen Hermione mit frischen Tränen auf den Wangen und einem fürchterlichen Schuldgefühl im Innern zurück, was sich noch tiefer in ihre Innerstes zu fressen begann, denn was war noch nicht vorbei.
Die Farbnebel stoben erneut auseinander und zeigten ihr den Gemeinschaftsraum der Slytherins, was ihr sagte, dass diese Erinnerung noch relativ frisch war, wenn sie in Hogwarts spielte. Und so verkatert und abgemagert, wie Draco noch aussah, musste es Anfang September sein. Er saß zusammengesunken in einem der dunklen Sessel, während Blaise es sich in einem der anderen Sessel gemütlich gemacht hatte. Charlie hockte auf der Couch.
„Nochmal. . . Du hast WAS?“, hakte Blaise nach und sah den Blonden fassungslos an, der ihm zum Dank einen wütenden Blick zukommen ließ.
„Ich hab ihr gesagt, es war ein Witz!“ „Wieso?“, konnte Blaise offensichtlich nicht verstehen, worauf Draco stöhnte. „Hörst du mir überhaupt zu?“ „Ja. Sehr gut sogar. Also, wieso bei Merlins letztem Willen, hast du sie angelogen und es als Witz hingestellt?“ „Weil sie mich angesehen hat, als wäre ich ein Troll mit zwei Köpfen, den sie heiraten soll.“ „Na letzteres wär ja nicht so schlimm“, grinste Charlie und bekam zum Dank ein kleines, grünes Kissen ins Gesicht. „Oh, halt die Schnauze. Ich find das nicht witzig“, knurrte Draco sauer. Blaise schüttelte den Kopf.
„Das war dämlich.“ „Was?“ „Sie anzulügen“, beharrte Blaise, was Draco erneut mit den Augen rollen ließ. „Du hast sie nicht gesehen. Sie hat mich regelrecht panisch angesehen. Als hätte ich ihr sonst was für einen Horror gestanden. Nicht unbedingt eine Reaktion, die ich mir auf einen Kuss erhofft habe“, knurrte Draco, während Hermione die Ohren spitzte. So richtig stieg sie noch nicht durch, wovon die Drei redeten. Aber so, wie sie Blaise kannte, kam sicher noch eine Erklärung. Und zwar eine von der Sorte, von der sie nicht sicher war, ob sie die hören wollte.
„Ja, schon klar. Nur. . .“, meinte Blaise wieder ruhiger und lehnte sich in seinem Sessel vor. Dabei taxierte er seinen Freund eindringlich. „Auch wenn sie total betrunken war, sie hat dich doch zuerst geküsst, wenn ich dich richtig verstanden hab?“
Wer, wie, wo, was? Hermione konnte nicht anders, als Blaise überfordert anzusehen. Hatte sie das gerade richtig verstanden? Sie hatte Draco geküsst? Betrunken? Sie war noch nie betrunken, nur. . . In dem Moment traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag, den sie sich selbst ins Gesicht versetzte.
Ihre Blödelei am ersten Abend. Da war sie sturzbetrunken gewesen. Nicht nur betrunken, nein. Sie hatte einen Filmriss allererster Güte. Draco hatte sie im Nachhinein ja noch darüber aufgeklärt, was sie alles von sich gegeben hatte und. . . Er hatte am Ende gemeint, sie hätte ihn geküsst, was er letztlich als Scherz ausgelegt hatte, aufgrund ihrer Reaktion. Jetzt starrte sie ähnlich wie damals auf die Szene. Mit offenem Mund ging ihr Blick immer wieder unsicher zwischen Blaise und Draco hin und her, der brummelig nickte.
„Und du hast gesagt, sie hätte nach dir gefragt? Also quasi, ob du sie lieben könntest?“ Daraufhin flog Hermiones Kopf zu dem Blonden, der ein schwermütiges Gesicht machte und erneut nickte.
„Wie kannst du dann so blöd sein und ihr sagen, es wäre nur ein Witz?“ „Verdammt, Blaise! Sie war sturzbetrunken! Sie hat sich nicht mal mehr an den ganzen anderen Blödsinn erinnert. Und so verstört, wie sie mich an dem Morgen angesehen hat, da hatte ich gehörig meine Zweifel daran, dass sie auch nur ansatzweise gewusst hat, was sie da getan oder gesagt hat, geschweige denn will! Ihr Hirn hat doch überhaupt nicht mehr richtig funktioniert.“ „Gefühle sind aber keine Kopfsache“, gab Charlie zu bedenken.
„Das weißt du. Man kann sie nicht abstellen. Man kann sie mit einem klaren Kopf vielleicht verstecken, oder wie du, vor den Todessern mittels Okklumentik verbergen, aber nie abstellen.“ „Charlie hat Recht“, mischte sich Blaise wieder dazwischen. „Hermione denkt zu viel. Sie versucht immer alles irgendwie logisch und rational zu erklären. Gefühle haben aber keine Logik. Sie kommen einfach. Und die Tatsache, dass sie, auch wenn sie so besoffen war, wie eine ganze Feuerwhiskeybrennerei, dich geküsst und deine Zuwendung gesucht hat, finde ich, lässt trotzdem sehr tief blicken.“ „Ach ja?“ „Ja. Sie mag dich. Und das mehr, als sie bereit ist zuzugeben, was vermutlich zum Großteil Potter und den anderen Idioten geschuldet ist. Diesen albernen Kindereien, was wir während des Eröffnungsbanketts ja wieder gesehen haben. Sie versucht einfach nur Problemen aus dem Weg zu gehen und es allen Recht zu machen, wobei sie sich und ihre Interessen wie immer vernachlässigt und hinten anstellt. In ihrem Zustand wird das alles aber hinten runtergefallen sein, sodass ihr ihr Kopf zur Abwechslung mal nicht im Weg war. Ich denke, sie hat das in ihrem Dusel schon ernst gemeint. Immerhin. . .“, fing Blaise nun an zu grinsen. „. . . Dass, was sie jetzt von dir zu sehen bekommt, ist ja im Grunde das was sie will.“ „Ja toll. Und was mach ich jetzt?“, motzte Draco. „Deinen Scherz zurücknehmen würde nach hinten losgehen. Du hättest gleich näher darauf eingehen sollen. Wahrscheinlich war sie einfach nur zu perplex, um richtig darauf zu reagieren. Wie gesagt, sie hat sicher nur zu viele Bedenken, wie Potter und die Anderen darauf reagieren würden. Dass sie mit uns, und jetzt eben auch mit dir befreundet ist, scheint ja keinem wirklich zu gefallen. Mit dem Wiesel hat sie offensichtlich leider auch noch so halb und halb was am Laufen, auch wenn ich nicht verstehe, wie sie sich das mit dem noch immer antun kann.“ „Ich glaube, das kapiert keiner“, mischte sich Charlie dazwischen, worauf Blaise nickte und sich wieder auf den Blondschopf konzentrierte.
„Sie erinnert sich jetzt vielleicht nicht mehr daran, irgendein rationaler Teil in ihr will dich aber. Sieh mal, sie hat alle nur möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um dir zu helfen. Sie hat sich deinetwegen wieder mit dem Wiesel gestritten und dich vor der ganzen Schule nochmal deutlich verteidigt und in Schutz genommen. Als du noch in Askaban warst, hat sie sich die Schuld daran gegeben und psychisch selber richtig fertig gemacht. Das ging meiner Meinung nach weit über einen einfachen, freundschaftlichen Aspekt hinaus. Dass es an dem ist, musst du ihr jetzt eben irgendwie begreiflich machen.“ „Und wie?“ „Streng deinen Grips an und lass deinen Charme spielen. Davon hast du schließlich im Überfluss. Du weißt was ihr gefällt und was sie mag. Nutz dieses Wissen. Komm ihr entgegen, aber bedräng sie nicht. Sei ihr der Freund, den sie sich wünscht. Sei einfach du selbst und lass dich vor allem von den anderen Idioten nicht mehr so aus dem Konzept bringen. Kapiert?“ „Ja, Papa“ stöhnte Draco, wirkte aber einsichtig, womit der Nebel kam und die Drei verschluckte.

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Er kann ausgezeichnet mit Schauspielern umgehen und schafft es, all seinen Filmen und Figuren viel Menschlichkeit einzuhauchen. Ich bin begeistert.
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