
von Shakes
Kapitel 6
Snape:
Er hatte es bereits gestern auf seinem Stundenplan gesehen. Wie erwartet hatte es Miss Granger durch alle Prüfungen geschafft, obwohl er doch stark gehofft hatte, sie würde sein Fach trotzdem nicht wählen.
Vergebene Hoffnung, das hatte er gewusst.
Eher würde der Potterjunge, der ihn so an Lilly erinnerte, ohne dass er es wollte, das Fach abwählen, aber das hatte er auch nicht geglaubt.
So musste er also bei all den Problemen, die er hatte mit Dumbledore und dem auf ihn dunklen Lord auch noch die beiden am Hals.
Den Jungen, der ihn, bei jedem Blick, den er auf ihn warf, nicht nur an die verlorene Liebe seines Lebens erinnerte, sondern auch an einen der Schuldigen, warum er sie verloren hatte.
Natürlich war der andere Schuldige er selbst.
Und dann noch das Mädchen, das er, er konnte es nicht anders sagen, bewunderte.
Sie war ihm schon in ihrem ersten Schuljahr aufgefallen, nicht auf diese weise wie heute, natürlich, er war ja nicht pervers.
In ihren ersten Schuljahren hatte er nur bemerkt, wie beeindruckend sie war. Sie hatte ihn so sehr an Lilly erinnert. Sie schien auf alles eine Antwort zu wisse, alle Schulbücher schon gelesen zu haben. Sie war so schlau, schon mit elf Jahren.
Dann war sie herangewachsen. Zu einer, wie er jetzt wusste bildhübschen Frau.
Erst letztes Jahr hatte er bemerkt, dass er sie anders beobachtete. Sie erinnerte ihn immer noch an Lilly, sie war ihr sehr ähnlich, aber nun fand er sie auch attraktiv. Es hatte lange gebraucht, bis er gemerkt hatte, dass er sich verliebt hatte.
Der Gedanke war ihm gekommen und er hatte ihn als lächerlich abgetan. Lange Zeit, bis er das sechste Schuljahr den Amortensia hatte brauen müssen.
Er hatte sie gerochen. Ihren ganz speziellen Duft, den er dieses Jahr ganz unbewusst gespeichert hatte.
Jeder wusste, was das bedeutete.
Naja, sie würde nur noch zwei Jahre an dieser Schule sein, er hatte seine Gefühle für Lilly Jahrzehnte unterdrückt, sich zurückgehalten, das konnte er. Nur zwei Jahre, das war nun wirklich nichts.
Auch wenn seine Gefühle für Sie bereits nach dieser kurzen Zeit tiefer gingen, als sie je bei Lilly gewesen waren.
So wappnete er sich innerlich, bevor er die Verteidigung gegen die dunklen Künste Stunde des sechsten Schuljahres begann.
Sein Blick fiel sofort auf sie, aber seine Jahrelange Arbeit als Doppelspion hatte ihn äußerlich unbewegt wirken lassen, egal, wie es in ihm aussah, also blieb er wie immer, mürrisch.
Er ließ die Klasse lesen und kümmerte sich in der Zeit um die Vorbereitung der nächsten Stunden. So hatte er etwas, worauf sich sein Blick richten konnte.
Dann jedoch hatte er die Klasse üben lassen. Er war zwischen den Schülern umhergegangen. Manchmal fragte er sich, ob er etwas anderes geworden wäre, einen anderen Job hätte, ohne den Lord und das alles.
Aber er musste sich gestehen, dass er es liebte zu unterrichten. Er zeigte es nicht, aber er liebte es wirklich. Nun ja, er hatte es sich angewöhnt, keine Vorlieben zu zeigen, genauer gesagt, so zu tun, als wäre ihm nichts wichtig.
Er hatte dem dunklen Lord jahrelang dabei zugesehen, wie er Menschen mit dem gefoltert hatte, was sie liebten, also hatte er entweder nichts geliebt, oder alles was er liebte verborgen, außer Bücher und Zaubertränke, wie sollte man ihn damit auch foltern?
Nach einiger Zeit fiel ihm auf, dass er viel mehr Zeit bei Miss Granger und Potter verbrachte, als bei allen anderen.
Als er desinteressiert Finnigan und Thomas zugesehen hatte, hatte er sich überlegt, dass es nicht auffallen würde, wenn sie weiterhin mit Potter trainierte. Er hatte viel Zeit damit verbracht, die beiden davon zu überzeugen, dass er sie hasste. Genau das Gegenteil seiner Gefühlswelt, zumindest bei Miss Granger.
Er sah ihr zu, sie war hochkonzentriert. Die Zunge lugte ein klein wenig zwischen den Lippen hervor und sie hatte eine Falte zwischen den Augenbrauen, zumindest die ersten zwanzig Minuten, danach beherrschte sie die ungesagten Zauber ohne Probleme.
Dass sie es bereits nach den ersten Versuchen geschafft hatte, Potter zu verhexen. Das war mehr als beeindruckend!
Selbst er hatte es erst nach zwanzig Minuten geschafft. In dieser Zeit beherrschte sie es bereits sicher.
Er merkte, wie er sie, mal wieder, anstarrte. Nun wirkte sie entspannt, nahezu gelassen, während sie Potter mit Leichtigkeit verschiedene Zauber aufhalste und sie, ebenfalls Stumm, die Zauber auch wieder aufhob. Sie lachte viel, offenbar scherzte Potter über seine eigenen Unzulänglichkeiten und ihre Fähigkeiten, wodurch sie leicht rot wurde.
Ihre Haut hatte einen schönen Pfirsichton. Sie war wirklich hübsch. `Konzentrier dich!` schalt er sich in Gedanken und er ließ die Schüler die Aufgaben wechseln.
Er mied es nun entschieden sie anzusehen. Er blieb misstönig, wie immer, vielleicht noch ein bisschen mehr.
Er beendete die Stunde und stöhnte innerlich auf, als er sie bei beide Fächern auf seiner Liste eingetragen sah. Nun würde er also bedeutend mehr Zeit mit ihr verbringen, das auch noch alleine.
Nur noch zwei Jahre…
Hermine:
Verteidigung gegen die dunklen Künste. Hermine lag ein schwerer Stein im Magen, bereits seit sie wusste, wann sie den Unterricht hatte.
Sie konnte es sich nicht erklären. Sie hatte Snape immer gemocht.
Es war komisch, er war immer gemein zu ihnen gewesen, hatte sich nicht beachtet, ihr keine Punkte gegeben und schlechte Noten.
Aber irgendwie hatte sie Snape nie so gehasst, wie alle anderen.
Natürlich, sie hatte gegen ihn gewettert, nie so viel, wie die anderen, das hatte ihr (nicht nur bei Snape) im inneren widerstrebt.
Sie lenkte sich ab, wie immer, mit lernen. Sie hängte sich in ihre erste Stunde Arithmantik, was auch wichtig war, selbst sie fand es mittlerweile ein wenig kompliziert, was bedeutete, dass drei viertel der Schüler nicht mitkamen und das vierte viertel einfach nur versuchte nicht drangenommen zu werden.
Dann hatte sie Vddk. Sie war nervös, wie immer.
Früher fand sie Snape interessant, weil er es geschafft hatte als Spion für Dumbledore zu Arbeiten, ohne, dass er getötet oder erwischt wurde. Das hatte sie gelesen, in einem Buch Namens „Die Prozesse der Todesser“.
Es war eine sehr interessante Lektüre.
Dann war er aber so herablassend zu ihr, natürlich nicht nur zu ihr, sie hatte sich in ihrer Interesse distanziert. Dann jedoch hatte sie sein mehr als nur riesiges Fachwissen bemerkt. So etwas fand sie immer beeindruckend. Und trotz seiner Unterkühltheit erwärmte sie sich immer mehr für ihn. Sie wusste nicht genau was, aber irgendetwas regte sich immer in ihr, wenn sie ihn sah. Das einzige, was sie im Bezug auf ihn sagen konnte war, dass es kein Hass war, so wie bei Harry.
Die Stunde handelte von den ungesagten Zaubern. Na endlich! Sie hatte sich bereits Jahre darauf gefreut, dieses Thema zu behandeln. Ein wenig hatte sie bereits darüber gelesen, es jedoch nicht ausprobiert. In jedem Buch wurde explizit darauf hingewiesen, dass man ungesagte Zauber unter keinen Umständen alleine ausprobieren sollte, da einiges schief gehen konnte. Sie war überglücklich, als sie es bereits nach zwanzig Minuten beherrschte, natürlich würde sie noch einiges zu üben haben, bis sie es vollständig beherrschte.
Während der Stunde bemerkte sie, dass Snape viel Zeit bei Harry und ihr verbrachte, viel mehr Zeit, als bei allen anderen.
Kurz dachte, hoffte sie, das läge an ihr, aber dann wusch sie sich gedanklich den Kopf. Unmöglich! Lächerlich! Natürlich war er bei ihnen, weil er Harry beobachten wollte. Hatte er nicht mehrere spitze Kommentare über ihn fallen lassen.
Sie benahm sich schon wie ein lächerlicher Teenager.
Also tat sie, was sie immer tat, lernen! Sie konzentrierte sich umso mehr auf die ungesagten Zauber, wenn Snape bei ihnen war, wenn er weg war, scherzte sie mit Harry. So verging die Stunde doch besser, als sie gehofft hatte.
Als er dann dasselbe eröffnete, als Professor Vektor zuvor, trug sie sich, trotz eines schlechten Gefühls in ihrer Magengegend in beide Listen ein.
Schließlich konnte man die Chance, neues zu lernen nicht vergehen lassen!
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