
von Shakes
Kapitel 7
Den restlichen Montag verbrachte Harry hauptsächlich damit, zu faulenzen, natürlich übte er ein bisschen ungesagte Zauber, aber bis zur nächsten Stunde am Freitag war ja noch einiges an Zeit. Er wusste, dass er sich noch ärgern würde, aber das war ihm jetzt egal.
Nach dem Essen hatte Hermine Geschichte der Zauberei, Harry konnte wirklich nicht verstehen, warum sie dieses Fach immer noch belegte, Ron hatte Pflege magischer Geschöpfe. So saßen Harry, Dean und Seamus im Gemeinschaftsraum. Sie lagen gammelig auf den Sesseln und Sofas. (Dean und Seamus teilten sich einen Sessel, sie beteiligten sich auch eher wenig an den Gesprächen, da ihre Lippen die meiste Zeit mit anderen Dingen beschäftigt waren)
Sie machten aus Snapes Hausaufgabe ein Spiel. Sie bildeten Zweiergruppen, in der einen Gruppe bekamen sie je ein Buch, in der anderen je ein Papierknäuel. So mussten sie stumm versuchen die Papierknäuel hinter die Bücher zu bringen. Die Bücher mussten das, ebenfalls stumm abwehren.
So spielten sie ein wenig. Es war sehr leicht, gegen Dean und Seamus zu gewinnen, weswegen es 20:1 für Neville und Harry stand.
Das Pärchen machte sich aus dem Staub, als die Stunde vorbei war, aus Rücksicht auf Rons sensible Gefühle, wie sie sagen, aber Harry vermutete eher, dass bald eine Socke an der Türklinke hängen würde.
Wie sich jedoch herausstellte war ihr Offizieller Grund nutzlos. Ron blieb nicht bei ihnen. Er hatte eine Verabredung mit Lavender.
So schaute Harry Hermine zu, wie sie Hausaufgaben machte. Sie verkraftete es erstaunlich gut, dass Ron sich mit Lavender verabredet hatte.
Harry nahm sich trotzdem vor, sie ein wenig aufzuheitern. Also übte er für Snapes Unterricht, indem er Hermine die Feder vor dem Gesicht schweben lies.
Sie tat genervt, lachte aber viel, was die vorgetäuschte Strenge in ihrer Stimme zunichte machte.
Harry hatte am nächsten Tag erst nach dem Mittagessen Unterricht, Zauberkunst.
Wie auch Snape am Tag zuvor erbot sich Flitwick für Einzelstunden. Harry trug sich nicht ein. Wenn es dieses Jahr Probleme geben würde, konnte er sich immer noch nächstes Jahr eintragen, eine Einstellung, die Hermine natürlich absolut nicht nachvollziehen konnte.
Zusammen mit Hermine schlenderte er nach Zauberkunst zu Zaubertränke.
„Was meinst du, wie wird Slughorn so sein? Als Lehrer mein ich!“ fragte sie Harry.
„Woher soll ich das wissen Hermine? Außerdem, wir werden es gleich sehen, also beruhig dich!“ doch Harry kannte Hermine. Sie konnte es nicht auf sich beruhen lassen.
Snapes aufopferungsvollem Unterricht war es zu verdanken, dass es nur sehr wenige Schüler geschafft hatten.
Genau Zehn Schüler standen vor dem Klassenzimmer. Zwei Ravenclaws standen schon zusammen vor dem Klassenzimmer. Dann waren da noch die vier Gryffindors, Hermine, Harry, Dean und Seamus. Selbst bei den Slytherins hatten es nur zwei geschafft. Blaise Zabini und Malfoy natürlich.
In den letzten Tagen war es ruhig zwischen ihnen geblieben.
Malfoy war ihm mehr oder weniger aus dem Weg gegangen. Unglücklicherweise hatten sie beinahe alle Fächer zusammen, außer Verteidigung, in dem er dafür Snape am Hals hatte, was für ein Tausch…
Jetzt aber starrte ihn Malfoy böse an, nicht Snape. Harry versuchte ihn zu ignorieren, das war die Punkte, die Gryffindor dabei abgezogen bekäme nun wirklich nicht wert.
Doch da hörte er Malfoys Stimme hinter sich. „Na Potti, hast es tatsächlich durch die Prüfung geschafft. Aber was rede ich da. Die war wahrscheinlich schon bestanden, bevor du überhaupt aufgerufen wurdest.“ Harry schloss die Augen, ignorier ihn, sagte er sich.
„Tja, es hat schon seine Vorteile niemanden auf der Welt zu haben, was Potti? Das macht es doch wett, das du nicht einmal jemanden hattest, der dir die Sabber vom Kinn wischen konnte!“ Malfoy lachte höhnisch. Das sah Harry, weil er zu ihm herumgewirbelt war.
Er nahm Hermines Arm auf seiner Schulter kaum war.
Harry war kurz davor zu knurren, lächerlich, er wusste das, aber er konnte es kaum verhindern.
Gerade als seine Hand zu der Innentasche wanderte, in der er seinen Zauberstab aufbewahrte, trat Slughorn aus der Tür zu seinem Klassenraum. Er sah Harry und Draco, halb in Angriffsposition vor seiner Tür stehen. Doch keiner von beiden hatte seinen Zauberstab gezogen und Harry war für den Slug-Club viel zu wichtig, als dass er ihn jetzt, noch vor der Zaubertrankstunde bestrafen würde, also sah er gelinde darüber hinweg.
Er stellte sich einfach blind.
„Ah, kommen sie rein, kommen sie rein!“ Besonders erfreut schien er über Blaise und natürlich über Harry.
Die Schüler trotteten in den Klassenraum. Die vier Gryffindors setzen sich gemeinsam an einen Tisch. Da das einzige Haus, was sich wirklich mit Slytherin vertrug Huffelpuf war, setzten sich die beiden Ravenclaws nicht mit Malfoy und Blase an einen Tisch.
Im Raum standen bereits drei Kessel mit verschiedenen Zaubertränken. Auf dem Lehrerpult stand noch ein vierter.
„Herzlich Willkommen zu unserer ersten Stunde in Zaubertränke. Mein Name ist Professor Slughorn. Einige von Ihnen werden mich wahrscheinlich aus Erzählungen ihrer Eltern kennen. Vor geraumer Zeit habe ich bereits als Lehrer an dieser Schule gearbeitet.
Nun, genug der Vorstellung, ich habe hier einige Tränke vorbereitet. Von der Schwierigkeit der Tränke sollten Sie sich keinesfalls abschrecken lassen, dies ist nur ein Ausblick. Sie werden die Tränke heute noch nicht brauen können, aber zum Ende des siebten Schuljahres sollten sie diese Tränke zubereiten können.“
Slughorn gestikulierte Bedeutungsschwer. Er deutete auf die Kessel.
„Kann mir jemand sagen, welche Tränke wir hier haben?“
Noch bevor sich die anderen auch nur umschauen konnten hatte sich Hermine bereits gemeldet.
„Ja, Miss …“
„Granger, Sir. Dieser Trank,“ sie deutete auf den Trank in der Nähe der Slytherins, „das ist der Vielsafttrank.“ Slughorn öffnete bereits den Mund um Hermine zu loben, da sprach sie, auf den zweiten Kessel deutend „dieser hier, das ist Veritaserum und der dritte hier, das ist Amortensia.“
„Sehr gut! Sehr gut!“ Slughorn war hellauf begeistert. „Wie war ihr Name noch gleich, Miss…“
„Granger, Sir“ Harry grinste innerlich bei dem Gedanken, dass Slughorn ihren Namen nun nicht mehr vergessen würde. Er hatte den Verdacht, dass er sich allgemein nur die Namen der Schüler merkte, die es wert waren.
„Hervorragend! Ich nehme an, das ist die junge Dame, von der Sie mir im Sommer berichtet haben, Mr Potter?“ Harry nickte nur bestätigend.
Hermine drehte sich zu Harry um und strahlte über das ganze Gesicht.
Slughorn wirkte mehr als zufrieden, drei Viel versprechende Schüler in einer Klasse, dass musste überdurchschnittlich sein. Doch Harry hörte gar nicht zu. Er erwischte sich, wie er den blonden Hinterkopf von Malfoy anstarrte. Doch Slughorn sprach schon weiter.
„Dieser Trank hier nennt sich Felix Felicis.“ Hermine gab einen leisen Laut des Erstaunens von sich. Slughorn sah sie an und sie begann „Das ist pures Glück. Wer diesen Trank einnimmt hat Glück!“
Ein raunen ging durch die Klasse.
„Das ist richtig. Nehmen Sie dreißig Punkte für Gryffindor Miss Granger. Dieses Fläschchen,“ sagte er und zog eine kleine Flasche voll des goldenen Tranks aus der Innentasche seines Umhangs „ist der heutige Preis. Schlagen Sie bitte alle sie Seite 73 in ihrem Buch auf. Ah, Mr Potter“ Harry hatte sich gemeldet „jajaja, Professor McGonnagal sagte bereits, Sie haben kein Buch, hier, ich habe Ihnen bereits eines herausgesucht.“ Sagte der Professor und reichte Harry ein lädiertes Buch.
Sie sollten den Trank der lebenden Toten herstellen. Den schwierigsten Trank, den Harry je gesehen hatte. Stirnrunzelnd las er allein die benötigten Zutaten. Kaum etwas davon kannte er.
Er sah hoch, die meisten Schüler saßen, wie Harry verzweifelt vor dem Buch. Doch zwei Schüler hatten bereits angefangen, Hermine, wie nicht anders zu erwarten und Malfoy.
Harry entschied erst einmal die benötigten Zutaten zusammenzusuchen und dann weiter zu sehen.
Obwohl er lange auf das Rezept gestarrt hatte, war er einer der ersten, nach Hermine und Malfoy natürlich.
Mit dem Arm voll Zutaten kehrte er zu seinem Tisch zurück. Hermine hatte bereits ein Burgunderfarbenes Gebräu Zustande gebracht.
Der Trank war, wie Harry erwartet hatte unglaublich schwer. Am Ende der Stunde hatte er aber doch ein akzeptables Gemisch zusammengebraut. Es war ein wenig zu Dickflüssig, aber sonst ok. Slughorn ging im Raum herum und begutachtete jeden Trank. Wirklich gute Tränke hatten nur Hermine und Malfoy hinbekommen. Harry war überrascht, dass Malfoy ja wirklich Tränke mischen konnte. Er hatte immer gedacht, Snape würde ihm helfen.
„Ah, Mr. Potter, gut, ein wirklich guter erster Versuch!“ Bei Seamus beugte er sich erst gar nicht über den Kessel, der grünblaue Nebel, der aus dem Kessel waberte sah wirklich gefährlich aus. Dean erhielt ein anerkennendes Nicken, sein Gebräu war, wie das von Harry zu dickflüssig und dazu hatte es einen leichten Grünstich.
„Nun gut, ich muss einen Gewinner festlegen. Ohne Zweifel kann ich sagen, dass Mr. Malfoy und Miss Granger die beiden Finalisten sind, mit einem Trank, der bei beiden fast perfekt ist. Allerdings habe ich festgestellt, dass der Trank von Mr. Malfoy ein wenig ausgereifter ist, als der von Miss Granger, also hat Mr Malfoy diesen Trank gewonnen, ich gratuliere Ihnen.“
Malfoy kam nach vorne, breit grinsend. Ein stöhnen ging über den Gryffindorrisch. Trotzdem klatschten sie höflich, aber nicht besonders lange.
Harry hätte es Hermine wirklich gegönnt.
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