
von Shakes
Kapitel 11
Im Geist dankte er Hermine, dass sie ihn dazu gebracht hatte, die Hausaufgaben vor der Party zu erledigen, denn offenbar hatte er doch mehr getrunken als er gedacht hatte.
Er fühlte sich verkatert vom Alkohol und hatte Muskelkater.
Also blieb er lange im Bett liegen und versuchte mit der Situation klar zu kommen. Erst einmal wollte er sich über sich selbst klar werden, bevor er sich an das nächste, schwierigere Thema wagte.
Er hatte gestern mit zwei Mädchen geschlafen, also konnte er ja wohl kaum schwul sein, doch dann dachte er an den Sex, den er mit dem Jungen gehabt hatte. Er hatte nie geahnt, dass es so gut sein würde. Er hatte gedacht, er wisse, was guter Sex war, aber das, was dieser Junge mit Harry gemacht hatte, und Harry mit ihm…
Wenn er daran dachte, wollte er nur mehr, Mädchen wollte er nicht mehr.
Also, was war er?
Er musste unbedingt mit Hermine reden! Sie wusste immer, was zu tun war.
Aber erst wagte er sich erst einmal an das schwierigere Thema, mit wem er geschlafen hatte.
Morgen hatte er keinen Unterricht mit ihm zusammen, was gut war. Aber Dienstag, beide Fächer! Wie sollte er sich nur verhalten? Wie konnte er sich so benehmen, als wäre nichts gewesen?
Aber jetzt nahm er sich vor, in schritten zu denken.
Schritt 1: Frühstücken mit Hermine
Schritt 2: Mit Hermine sprechen!
Schritt 3: Morgen den Unterricht und das Quiddichauswahlverfahren überstehen, ohne ihm zu begegnen
Schritt 4: Was auch immer Hermine meinte umsetzten!
Also stand Harry auf und ging duschen. Er achtete peinlich darauf, dass niemand die Nummern sah, vor allem nicht die auf der Leiste.
Als erstes ging Harry duschen, er war froh, dass die Tinte sofort wieder abging. Bei Fred und George hatte man sich da ja nicht so sicher sein können.
Fertig umgezogen ging Harry in den Gemeinschaftsraum. Ron und Neville schliefen noch, aber die hatten ja auch einfach nur die Party hinter sich und befanden sich nicht ansatzweise in dem Gefühlschaos, das Harry gerade durchmachte.
Harry fand Hermine nicht im Gemeinschaftsraum, also ging er in die Große Halle. Hermine schlief nie sehr lange, weswegen sie wohl bald kommen würde. Doch als er die Halle betrat, sah er, dass sie bereits, hinter ihrem Tagespropheten verborgen beim Frühstück saß.
Harry sah, dass sie allein saß und ging eilig auf sie zu. Er verbot sich, an den anderen Tischen zu schauen, wer schon da war.
„Oh, hallo Harry! Schon wach?“ fragte Hermine, als er sich vor sie setzte. „Was ist los?“
„Hey Hermine, kann ich mal mit dir reden?“
„Klar, was gibt’s?“ sie sah Harry bohrend an.
„Alleine?“ Hermine nickte, rollte die Zeitung zusammen und nahm ihren halben Toast in die Hand. Sie stand auf und sah Harry, der nicht erwartet hatte, dass sie sofort mitkommen würde, an.
Dieser stand auf und sie gingen auf die Ländereien hinaus, in Richtung des Sees.
Sie hatten den See bereits halb umrundet und Harry hatte immer noch kein Wort gesagt.
„Also Harry, was ist?“ Hermine sah ihn an und Harry faste endlich den Mut, mit dem Sprechen anzufangen.
„Du weißt ja, gestern war ja die Party…“ Hermine nickte. „Also, weißt du…“ doch dann begann Harry schnell zu reden.
„Weißt, du, ich bin mit einer Absicht auf die Party. Schon länger habe ich mich gefragt, wie rum ich bin, weißt du? Also bin ich auf die Party, weil ich mir vorgenommen habe, das rauszufinden, weswegen mir das Thema so gelegen kam. Also. Ich war dann gestern auf der Party und ich habe mit Mädchen geschlafen, aber dann kam ein Junge. Hermine, du kannst dir nicht vorstellen, wie das war. Und weißt du, ich kann doch eigentlich nicht schwul sein, oder? Ich meine, ich habe mit Mädchen geschlafen.“
Harry hoffte mit jeder Faser seines Körpers, dass Hermine sagte, dass Harry auf gar keinen Fall schwul sein konnte.
Hermine musterte ihn lange, dann „Harry, ich weiß nicht, aber wenn du mich danach fragst, was ich bei dir beobachtet habe, ich habe ehrlich gesagt schon seit Anfang des Schuljahres den Verdacht, dass du dich doch mehr für Jungs interessierst. Aber ich kann nur begrenzt sagen, was mit dir ist. Ich kann nicht in dich hinein sehen. Ich kann dir nur sagen, was ich sehe.
Aber lass mich etwas fragen. Denk an ein Mädchen, was du immer Attraktiv fandest. Jetzt, mit der Party und dem Jungen im Hintergrund, möchtest du mit diesem Mädchen schlafen?“
Harry überlegte. Aber so sehr er sich wünschte Ja! Sagen zu können, die Antwort war nein.
„Ja, das dachte ich mir, aber wenn du mich fragst, Harry, bist du zumindest nicht hetero. Aber das musst du selber bestätigen, oder nicht. Aber, Harry, wenn ich fragen darf, wer ist denn dieser Mysteriöse Junge?“ Harry wurde Rot, nicht nur Neon, sondern tief burgunderrot.
„Ok, ok, dann sag es mir halt nicht, wobei ich schon gestehen muss, dass ich neugierig bin.“
Sie gingen wieder zurück zum Schloss. Den restlichen Tag verbrachte Harry im Gemeinschaftsraum, er lümmelte grübelnd auf einem Sessel vor dem Kamin und grübelte nach.
Er versuchte es immer wieder in Gedanken mit den Worten ´Ich bin schwul´ Aber es klang merkwürdig. Doch im laufe des Abend sagte er es immer wieder. Er fing an, sich daran zu gewöhnen. War er schwul?
Am nächsten Morgen stand er früh auf. Er ging mit Hermine, Dean und Seamus zum Frühstück. Ron war mal wieder bei Lavender. Harry beobachtete die beiden Jungs, wie hatten sie es rausgefunden?
Er merkte, wie Hermine ihn beobachtete, vielleicht versuchte sie herauszufinden, wer der Junge war, aber Harry ging stur zum Gryffindortisch und sah sich nicht um, wie mit Scheuklappen.
Während die anderen die erste Unterrichtsstunde hatten, begann Harry das Auswahltraining zu Organisieren. Ein paar Besetzungen brauchte er nicht neu festzulegen. Eine Jägerin würde Katie bleiben, die Treiber würden auch Fred und George bleiben. Der Sucher war natürlich er.
Der Tag verging schleppend, ausgerechnet Verteidigung bei Snape. Wo er heute ohnehin den Kopf voll hatte, mit anderen Dingen. Er bekam seinen Aufsatz von letzter Woche zurück. Ein S, aber das war ihm egal, bei Snape hatte er nichts anderes erwartet.
Er blendete den Großteil der Stunde aus und am restlichen Nachmittag achtete er darauf, nicht an die Party zu denken. Er plante das Training.
Am Abend, direkt nach dem Essen war es dann so weit.
Auf dem Quiddichfeld hatte sich bereits mit einigen Schülern angefüllt.
Harry ergriff das Wort. „Hallo Leute, diejenigen, die Hüter werden wollen, stellt euch bitte dort hin, die Jäger bitte dort.“ Harry deutete auf die entsprechenden Ecken.
Es waren verdächtig viele Erst und Zweitklässler, weswegen er die Kinder erst einmal ein paar Runden fliegen ließ.
Alles in allem zog sich das Training länger als gedacht, doch am Ende war er sehr froh, über seine Auswahl. Als Jäger hatte er Katie, die während des Trainings seltsam Rot war, Ginny und Demelza Robins, eine Neuentdeckung.
Als Hüter hatte es eine Knappe Entscheidung zwischen Ron, Cormac Mc Laggen und einem Jungen namens Dennis Chalm. Ron konnte die Auswahl knapp für sich entscheiden.
Harry war froh darum, Cormac, der die zweite Wahl gewesen wäre, war vom Typ her einfach Unausstehlich.
Nach dem Training ging Harry noch kurz in die Spielerkabine um die Bälle aufzuräumen, Ron war bereits mit Lavender zum Schloss hochgegangen, also ging Harry alleine. Seine Gedanken kreisten erneut um den Jungen. Mittlerweile war er sich fast sicher, dass er schwul war.
In Gedanken ging er durch die Flure, er ging absichtlich einen kleinen Umweg. Mit der Erkenntnis schwul zu sein, wollte er erst einmal allein sein und so wenig Zeit wie möglich mit Ron verbringen.
Er kam durch den siebten Stock, am Eingang zum Raum der Wünsche vorbei.
Er grinste und gerade, als er genau auf der Höhe der Tür war griffen Hände nach ihm und zogen ihn seitwärts durch die Tür.
Perplex landete Harry auf seinem Hintern, direkt vor Draco Malfoy.
„Was willst du Malfoy?“ fragte Harry betont angriffslustig.
„Das fragst du, gerade du Potter? Wie kannst du es wagen?“
„Was wagen?“ Harry war mittlerweile aufgestanden und trat einen Schritt näher, auf Draco- auf Malfoy! Zu.
„Wie kannst du es wagen…“ Setzte dieser erneut an, doch dann griff er nach Harrys Gesicht und presste sich fest an ihn.
Vergessend, wer der andere war, küssten sie sich heiß, leidenschaftlich und intensiv.
Harry schob Malfoy rückwärts zu einem Bett, das gerade erschienen war. Kurz bemerkte Harry, dass es erstaunliche Ähnlichkeit mit dem von Seamus hatte, doch dann wurde seine Aufmerksamkeit anderweitig beansprucht.
Wie schnell man doch so einen Umhang ausziehen konnte…
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