
von queenie
Auroren
Ich kehrte nun wieder dem Turm den Rücken, da ich mich fertig umgezogen hatte und da ja dieser Tag der letzte in Hogwarts war, trug ich ein figurbetontes, dunkelblaues Jerseykleid mit halblangen Ärmeln und nicht meine Uniform. Ich fühlte mich nach dieser Nacht sehr schön und begehrenswert und das wollte ich auch ausdrücken und da es nun recht spät war, hatte ich es eilig auf dem Weg in die Halle.
Ich fühlte mich trotz allem rundherum wohl. Die Nacht mit Draco war wunderbar gewesen, aber Snapes letzte Worte zu Draco, „Sie passt zu uns!“, die ließen mich dann doch immer noch stocken seit den Vorfällen… da schluckte ich immer noch schwer, dass selbst Snape sagte, dass ich wunderbar in die Familie Malfoy passte.
Wie sehr ich mich schon verändert hatte. Ich hatte ja auch schon fast jedes Tabu gebrochen und es schien ihm zu gefallen, was er da präsentiert bekam. Er hatte ja selbst zugegeben, dass er sehr zufrieden war, wie ich alles Erlernte gekonnt umsetzte!
Aber genauso gingen mir Dracos letzte Worte, Snape betreffend, nicht aus dem Sinn. „Er wird dir bald das Du anbieten.“ Um Himmels willen, ich wusste nicht, ob ich das konnte oder auch nur wollte. Ich musste immer noch schwer an mich halten, wenn er mir so nahe kam wie gestern, da ich nie einschätzen konnte, was er mit mir vorhatte. Und das machte mich dann doch ein wenig unsicher, aber nun gut!
Wie meinte Draco? Ich würde ihn brüskieren, es nicht anzunehmen. Aber bitte, selbst die beiden siezten sich stets in der Öffentlichkeit, nun, genau genommen wusste niemand, dass Snape, Dracos Patenonkel und enger Verwandter war, das bedeutete auch, ich würde das Spiel immer aufrechterhalten müssen und wenn ich bei Fragen und Antworten in seiner Gegenwart geschickt war, konnte ich es vielleicht umgehen und umschiffen, ihn derart vertraulich anzusprechen, es war mir unangenehm… er war mein Lehrer… er war… arrrhhh… ich würde es auf mich zukommen lassen.
Ich befand mich in einem richtigen Gefühlswirrwarr, denn was diese Schlangen mit mir machten war unglaublich, auch auf der emotionalen Ebene. Mal war Draco so liebevoll und sanft, dann wieder der Herrscher über alles und lasst mich nicht von Snape anfangen. Mal zurückhaltend und stoisch, dann das aufbrausende, rabiate Temperament unter dieser doch so eisigen Hülle, dank ihrer Masken, unter denen sie all ihre Gefühle verbargen, brachen die unterdrückten Gefühle, wenn sie sich einmal involviert sahen, umso brachialer Bahn und dies dann leider nicht nur verbal sondern auch physisch, wie ich gestern hatte wieder am eigenen Leib erfahren und erleiden dürfen.
Das ließ mich mit Erschaudern auf Lucius blicken, aber wie so oft vertraute ich hier auf mein Glück, das mich bisher so süperb durch das Leben gebracht hatte und nahm mir mal wieder mein Motto zu Herzen, nimm‘s wie´s kommt! Du musst und du wirst mit allem fertig werden!
So betrat ich die Große Halle und erblickte einen strahlenden Harry, das heiterte mich doch glatt auf. Er sah auf und mich freudestrahlend an, während er rasch auf mich zulief, dass wir dank vieler Vorkommnisse und Ereignisse wie immer im Mittelpunkt standen, war uns ja so was von egal, da sich dies zu einem Dauerzustand zu entwickeln schien.
Ich warf nur hastig einen Blick zum Schlangentisch und bemerkte Dracos emotionslose Maske und Daphne, die auch irgendwie treudoof versuchte, ihre gleichgültige Slytherinmaske aufrechtzuerhalten, aber anscheinend liebend gerne mit mir den Platz getauscht hätte. Nun hauchte mir Harry einen sachten Morgenkuss auf die Wange und führte mich verschmitzt grinsend zum Tisch.
„Womit habe ich diese stürmische Begrüßung verdient, Harry?“, lachte ich leise auf, als er begann, mich genauso beim Frühstück zu versorgen wie die Twins und ich schüttelte sehr erheitert meinen Kopf. Auf alle bis auf Daphne, Blaise und Draco musste es so wirken als wären wir wirklich zusammen, denn ich erhielt gerade meinen dringend benötigten Kaffee von ihm fürsorglich gereicht.
„Hier, … warum? Ich glaub, das weißt du! Ich denke, dass ich sagen kann, ich hab meine erste Freundin und wenn’s nach mir ginge, auch gleich die letzte! Sie ist bezaubernd. Ich bin total verliebt!“, wisperte er ganz aufgeregt in mein Ohr und ich grinste erfreut.
War er nicht zu süß? Immer so loyal und treu, seine erste Freundin und gedanklich schon die letzte, aber so war Harry.
„Wow, du gehst aber ran, wie weit seid ihr denn gegangen, wenn du so eine Aussage triffst?“, wollte ich neugierig erfahren.
„Ach, wir… nicht, dass was du denkst, wir haben uns geküsst, aber du darfst nicht vergessen, sie kommt aus einer guten Familie und ist noch… na, du weißt schon, eine wie sie wartet bis zur Ehe!“, meinte er da eindringlich und war gerade feuerrot angelaufen, sah aus wie Ron in seinen schlimmsten Zeiten und ich versuchte nicht zu kichern.
„Aha, also Harry, findest du nicht, dass du beim ersten Treffen jetzt auch nicht unbedingt so ran gehen solltest? Um schon vom Sex zu sprechen?“, fragte ich unbefangen und ob man es glaubt oder nicht, er wurde noch röter, seine Durchblutung schien sehr gut zu funktionieren. Wenn ich ihm meine Nacht mit Draco schildern würde, hätte er wohl gar kein Blut mehr im Leib, denn alles würde in seinen Kopf steigen, dachte ich gemein, aber sehr belustigt.
„Was? Da hast du jetzt was falsch verstanden, so wäre ich nie rangegangen aber, dass ich sie geküsst habe und sie mich, das war meine Initiative und es war viel besser als mit Cho… ach, … ich wollte ja nur sagen, dass ich mich wohl in sie verliebt habe, und das viel intensiver und inniger als in Cho! Und ich bin verliebt, sie ist so nett, lieb und vor allem ehrlich!“, trat ein sehr verklärter Ausdruck in seine grün strahlenden Augen und ich warf einen schnellen Blick zu Daphne, die, wie es schien, von Blaise unbarmherzig ausgequetscht wurde.
Ich wusste, er deichselte die Sache mit dem Cottage, aber so rot wie sie gerade aussah, trotz der ihr angeborenen Zurückhaltung beim Zeigen von Gefühlen, war ich mir nicht so sicher, um was sich das Gespräch gerade drehte, also nicht ums Cottage, wohl eher um Harry, arme Daphne, Blaise war aber auch zu neugierig.
Aber eigentlich war ich froh darum, dass sie so eine Reaktion zeigte, das machte sie mir sehr sympathisch, dass sie kein derart abgebrühtes Miststück war, wie ich mich wohl selbst als solch eines bezeichnen würde. Ich weiß, diese Sichtweise war für mich nicht schmeichelhaft, aber wie gesagt, zu mir selbst war ich immer brutal ehrlich.
Da sie und ihre Gefühle für Harry sehr glücklich und ernstgemeint rüberkamen, aber sie sich damit auch nicht brüstete, gut bei den Schlangen würde das auch auf wenig Gegenliebe stoßen, waren ihre Gefühle wohl auch tief, innig und aufrichtig. Das hoffte ich auch für sie, denn sollte sie das nur spielen oder Harry verletzen, jetzt, wo er so selig war und hoffte hier jemanden haben zu können, zu dem er eine Liebesbeziehung aufbauen konnte und all dies so lebensfroh nach Sirius Tod tat, sollte sie da etwas spielen, dann Gnade ihr Merlin und alle Götter dieser Welt würden sie vor meinem Zorn nicht schützen können.
So riss ich mich aus meinen Beobachtungen und Gedanken und fragte:
„Ach, das wäre ja so schön und sie? Ist sie auch verliebt?“, wollte ich wissen und war mir der Antwort ziemlich sicher.
„Ja, also anders als bei Cho bin ich bei ihr sehr sicher, dass es ihr gefallen hat und sie mich mochte… ganz und gar…“, wurden wir abrupt unterbrochen, da die Eulen mit der Post angeflattert kamen und ich mit klammem Gefühl darauf wartete, wie Harry auf die Horrornachricht, dass alle Death Eater aus Askaban ausgebrochen waren, reagieren würde und trank schnell, während er las, meinen Kaffee. Ich schloss die Augen und zählte bis 5, warum musste unser Glück immer so nah an schlechten Nachrichten liegen?
„Waswaswas!?“, wollte Harry loslegen und auch der Geräuschpegel der Halle hatte gefährlich zugenommen, als die ersten die Titelstory erspähten, aber so packte ich mir Harry sofort am Genick und raunte los:
„Fass dich, bleib cool, sich jetzt offen zu erregen wäre wohl die falsche Methode!“, brachte ich sehr eindringlich hervor und nun trat das ein, was ich von ihm seit einiger Zeit beobachtete und sich seit Sirius‘ Tod so stark abgezeichnet hatte.
Er kniff sofort die Lippen zusammen, verengte seine Augen zu angestrengten Schlitzen und tat das, was er mir in der Nacht im Raum der Wünsche versprochen hatte, erst überlegen, dann handeln, erst überlegen, dann reagieren und so nickte er nur knapp und zog sich knisternd den Propheten heran, um in Ruhe weiterzulesen und ich löste meinen festen Griff von seinem Nacken.
Ich schielte zu den Schlangen, die nun wussten, dass ihre Väter wieder frei waren, ich sah aber nicht wirklich glückliche Gesichter. Sie sahen aus wie immer, selbst Daphne ließ sich nicht anmerken, was sie empfand. Und Draco hatte ein undurchdringliches Maskenantlitz aufgesetzt, blickte mich aber scharf an und nickte leicht, zeigte mir, dass er Harrys Benehmen wohl wahrgenommen hatte und guthieß, dass dieser nicht gleich wie ein eruptierender Vulkan in die Luft gegangen war.
„Du hast es gewusst, du hast es gewusst, woher Hermione?“, zischte nun Harry gepresst durch zusammengebissene Zähne und sah mit seinen zerzausten Haaren leicht wild aus, aber er beherrschte sich noch immer krampfhaft.
Wow, langsam bekam ich Angst, dies wäre ihm vor einiger Zeit noch nicht derart schnell aufgefallen, dass ich nicht wirklich überrascht war, er wurde richtig aufmerksam und sehr gut im Kombinieren.
„Hermione, antworte!“, schlug er ähnlich Blaise auf den Tisch, was gar nicht weiter auffiel, kam es mir süffisant in den Sinn und hier und jetzt beschloss ich, ich würde nicht mehr zum Frühstück kommen, wenn ich immer der geartet im Zentrum des Interesses stand, das würde nicht mehr lange gutgehen, wie gut, dass morgen die Ferien begannen.
„Nein, Harry, ich wusste es nicht… ich habe es nur gestern Nacht eher erfahren, also wärest du so freundlich und schraubst deine Lautstärke herunter?“, fauchte ich ihm aufgebracht zu und erntete viele komische Gesichter, die, seit ich Dumbledore derart frech angemacht hatte, danach lechzten, zu erfahren, ob meine Warnungen wahr waren und Harry schien ihnen das auch noch zu bestätigen, indem er sagte:
„Hermione, woher du immer alle Information bekommst, warum weißt du immer alles vor anderen?“, und damit gab er den Neugierigen um uns herum die Offenbarung, dass meine gestrige Drohung Dumbledore gegenüber ernst gemeint war und dieser wirklich ein wenig den Schwanz eingezogen hatte, da ich immer alles eher wusste als die breite, unwissende Masse.
„Tja, das ist mein Geheimnis, Harry! Denk nur an den Käfer, dann verstehst du vielleicht, dass ich viele Kontakte habe!“, grinste ich teuflisch und erahnte, dass dies von einigen belauscht wurde, aber das war mir nur recht. Und Harrys Augen spiegelten auf einmal auch sein Verstehen, als ihm einfiel, dass ich ihm ja vor einiger Zeit erzählt hatte, dass ich Rita erpresste.
Ich konnte ihm nicht sagen, dass ich mein Wissen von Draco hatte, noch nicht, aber bald!
„Sag mal, Harry, wann gehen wir denn in die Krankenstation?“, schwenkte ich zu einem anderen, unverfänglicheren Thema, was Harry verwirrt hinter seinen runden Brillengläsern blinzeln ließ und so sah ich ihn abwartend, mit schiefgelegtem Kopf an.
„Ähä… und dazu sagst du nichts?“, tippte er auf die Zeitung.
„Tja, was soll man dazu denn sagen, außer dass sich das Ministerium durch erschreckende Unfähigkeit auszeichnet?“, kam es abgeklärt uns sehr abfällig von mir, während ich schnaubte.
Meine verächtlichen Wort führten sofort zu einem riesen Getuschel und ich verdrehte genervt die Augen. Kritik am Ministerium war schon schlimm, aber nach Umbridge sollte man meinen, die könnten selbst denken!
„Wo du recht hast, aber ist das nicht schlimm?“, gab er traurig zu und zeigte immer noch seine totale Verzweiflung darüber, dass die Death Eater hatten entkommen können.
„Natürlich ist das schlimm, aber du und ich, wir können daran absolut nichts ändern“, bekannte ich realistisch und zuckte unglücklich, aber auch schicksalsergeben die Schultern und trank gierig um keine Wut aufkommen zu lassen über etwas, woran wir wirklich und absolut nichts ändern konnten.
Ich wendete meine Aufmerksamkeit anderen Dingen zu, als urplötzlich durch die geöffneten, großen Flügeltüren zwei Männer und einen Frau, geballt hereinkamen, mit lauten, sehr forschen Schritten und selbstsicherem Auftreten.
Die eine war Tonks, die heute in einen blauen Zauberumhang gekleidet war und die ihr original herzförmiges Gesicht mit ihren unauffälligen, hellbraunen Haaren zeigte sowie die ihr eigene sportliche Figur trug. Sie sah heute sehr engagiert aus und stellte eine gewichtige Miene zur Schau. Der neben ihr gehende Mann war vielleicht ein bisschen älter als Tonks, aber nicht viel und er trug seine langen, blonden Haare zu einem akkuraten Zopf gebunden, gleichzeitig trug er einen auffälligen, scharlachroten Zauberumhang, der sehr protzig wirkte, auch er offenbarte ein geschäftiges Gesicht, als sie derart wichtigtuerisch an den Schülern vorbeischritten.
Harry flüsterte mir zu:
„Was machen die denn hier…? Tonks und der neben ihr ist Williamson, hab ihn vor meiner Anhörung kennengelernt, den Umhang, den trägt er immer!“, wisperte er immer leiser, das war doch so klar, ein eingebildeter Gockel, und so hauchte ich kurz:
„Kannst du dir das nicht denken?“, zog ich meine Augenbraue spöttisch hoch und konnte zusehen, wie das Verstehen langsam in Harrys Augen Einzug hielt und ich nickte zufrieden, als ich erkannte, dass Harry es verstanden hatte und nun regelrecht arrogant hochblickte und sein Kinn forsch reckte.
Diese beiden liefen hinter dem bulligen, bürstenhaarschnitt tragenden, schwarzhaarigen Dawlish her, der mit seiner weit nach vorne gereckten Brust der Inbegriff der verkörperten Disziplin und des Gehorsams war, der von gesetzestreuen Auroren erwartet wurde, auch sein gedeckter, brauner Umhang trug diesem Auftreten Rechnung.
Mein Blick ging unauffällig hin und her, als sich Dumbledore erhob und das bedächtige Wort an die Neuankömmlinge richtete:
„Meine hochverehrten Auroren, was dürfen wir für sie tun?“, als ich auch schon spürte, wie Dawlish hinter Harry und mir hielt.
„Professor Dumbledore, wir sind im Auftrag des Ministeriums hier, um die Morde an der ersten Untersekretärin, Dolores Jane Umbridge und Peter Jugson zu untersuchen und im Zuge dessen möchten wir Miss Granger und Mr. Potter zu einem Verhör bitten…“, wurde der geschäftige Mann durch das laut einsetzende Brausen der getuschelten und entsetzten Gespräche unserer Mitschüler unterbrochen.
Aber ich blieb bei dieser Eröffnung vollkommen ruhig und ungerührt, mir konnten die nichts. Uns würde nichts passieren und Harry erst recht nicht, da dieser ja gar nichts getan hatte. Das würde ein Spaß werden und so hob ich völlig unbeteiligt meine Tasse an und trank nach dieser Offenbarung einen Schluck. Ich wollte aber eigentlich nur mein abfälliges Grinsen verstecken, das sich gerade breit auf meinen Zügen zeigte. Aber ich wirkte durch diese Geste auf alle verdammt cool und entspannt, was mir erst auffiel als mich einige Gryffindors regelrecht schockiert anstierten.
Ich hatte mit so etwas gerechnet, früher oder später, sie mussten uns befragen, aber war ja klar, dass das dramaturgisch öffentlich stattfinden musste und da wären wir wieder bei meiner These, Glück musste der Mensch haben und davon hatte ich ja reichlich.
„Aber meine Herren…!“, begann Dumbledore salbungsvoll und ich unterbrach ihn und sein das-wäre-doch-nicht-nötig-Gefasel resolut, indem ich mich schwungvoll erhob und mich zu den Auroren umwandte und Harry machte mich mit seiner Reaktion auf meine Aktion stolz, denn er demonstrierte so eine geschlossenen Einheit mit mir. Er hatte sich auch keine Überraschung anmerken lassen, nur seine Stirn hatte sich unwillig gerunzelt, aber er hatte sich fast synchron mit mir erhoben.
„Aber immer gerne doch, Auror Dawlish!“, zwitscherte ich die Auroren an und sah aus den Augenwinkeln, wie Harry nickte. Ich bemerkte, wie Tonks die Mundwinkel missmutig nach unten verzog und entsetztes Schweigen sich breit machte, dass ich Dumbledore mal wieder das Wort abschnitt.
„Ich schließe mich gerne an!“, meinte Harry jovial und überraschte mit seiner umgänglichen Art alle, selbst die Slytherins sahen blöd aus der Wäsche, Dumbledore hingegen wirkte gar nicht glücklich, aber er konnte nichts tun, wenn wir uns so zur Kooperation bereit erklärten und es passte ihm gar nicht.
„Nun, erfreulich! Würden Sie uns einen Raum zur Verfügung stellen, Direktor Dumbledore?“, zeigte sich auf dem harten Gesicht von Dawlish ein zufriedener, selbstgefälliger Ausdruck, als wären wir mit unserer Einwilligung schon in die Falle gegangen und hätten ein Geständnis abgelegt, selbstgefälliger, vorschneller Ministeriumsmann, schließlich hatte er in mir eine geborene Opportunistin gefunden.
„Ähm, natürlich, wie sie wünschen, am besten gleich hier im Raum… hier!“, deutete unser Schulleiter etwas widerwillig hinter sich auf die Tür, durch die damals Harry nach der Auswahl des Pokals für das Trimagische Turnier hatte hindurchgehen müssen und so nickte der Auror zustimmend und Harry und ich setzten uns unter den so aufmerksamen und skandalhaschenden Augen der gesamten Schülerschaft von Hogwarts in Bewegung.
Auf in das erste Verhör von Auroren des Ministeriums, welches in der Schule stattgefunden hatte, um den Mord an einer Professorin aufzuklären, das war doch mal eine sensationelle Nachricht. Harry Potter und der unaufgeklärte, mysteriöse Mord an der ehemaligen Direktorin von Hogwarts, ja, ja, die Klatschbasen dürften genügend Stoff zum Tratschen haben.
Als Harry und ich ungerührt erscheinend hinter Dawlish und abschließend von Tonks und dem anderen Mann so eingekesselt abgeführt wurden, gaben wir wohl eher das Bild von Straffälligen ab, die schon verurteilt waren und deren Überstellung nach Askaban nur noch eine reine Formalität war, aber das Spiel begann doch erst jetzt, nicht?
Und eins war klar, ich freute mich und mir juckte es gefährlich in den Fingern, mich auf das Spiel einzulassen.
Hoffentlich war dieser Dawlish ein Gegner, mit dem es sich lohnte die Klingen zu kreuzen? Ach, ich war gespannt auf mein erstes Verhör, ob es wohl das letzte in meinem Leben bleiben würde, wagte ich mich dann doch kurz zu fragen.
Und so ließen wir eine aufbrausende Halle hinter uns, ich wandte mich noch einmal um und mein Blick kreuzten Dracos Augen im Schein des Lichtes, seine glitzerten gefährlich und ich wusste, sollten sie etwas verssuchen, würde er den nächsten Sturm auf Askaban befehlen und anführen. Das kalte Blitzen der eisgrauen Augen schickte kleine Wellen der Erregung durch mich und ich musste mir das diabolische Grinsen schwer verkneifen. Es war schön, zu wissen, einer Familie anzugehören, die auch die Macht und die Möglichkeiten besaß alles durchzuziehen was nötig war und sich dabei nicht von störenden Skrupeln oder falsch verstandener Moral aufhalten ließ.
Als wir den Raum betraten, der sowohl Tische als auch große, gläserne Schaukästen enthielt, in denen unterschiedliche Trophäen in Gold, Silber und Bronze in jeglicher Form als Pokal, große Teller oder Medaillen standen und die im Schein der Kerzen funkelten, blinkten und blitzten, verstand dieser zu beeindrucken denn über allem zierte ihn eine beeindruckende Kreuzdecke. Dieser Raum hatte keine Fenster, was diesem Zimmer eine sehr eigenwillige Atmosphäre verlieh.
Hübsch, aber schade, dass der sonst nicht frei zugänglich war, hier war es sehr schön und wir steuerten einen großen Tisch an. Dawlish setzte sich uns selbstsicher gegenüber, während Tonks und Williamson hinter uns Stellung bezogen. Man bedeutete uns, Platz zu nehmen, was wir mit einem einstimmigen Nicken, welches wir uns schenkten, auch taten.
Ihr Versuch uns mit ihrer Umzingelung einzuschüchtern gelang nicht wirklich.
Ich war leicht verwirrt, bei den Muggel fanden Verhöre doch immer getrennt statt, damit keine Absprache oder Beeinflussung möglich war? Ich war erstaunt, darüber mussten doch selbst die Zauberer etwas gehört haben?
„So… Mr. Potter und Miss Granger, wie sie sich denken können hat das Ministerium so einige Fragen zu ihren Taten und Unternehmungen der vorletzten Tage!“, begann der Auror mit gewichtiger Tonlage und blickte uns eindringlich, aber auch sehr ernst an.
„Wir sind von oberster Stelle beauftragt, diese ungeklärten Fragen zu beantworten, die sich um die Geschehnisse, die zum Tod von Dolores Jane Umbridge, die bis dahin Direktorin von Hogwarts war, geführt haben. Ebenso sollen Erklärungen um die Kämpfe in der Mysteriumsabteilung des Ministeriums, die auch ein Todesopfer zur Folge gehabt haben, abgegeben werden. Wir hoffen auf ihre aktive Mithilfe!“ und dies sagte er ernst und harsch, sehr routiniert und ich spürte auf einmal Harrys Knie an meinem, wie er es fest gegen meines drückte.
Bitte, wenn er wollte, durfte er beginnen, denn ich würde ihm den Vortritt lassen und so stupste ich unauffällig zurück.
„Natürlich wollen wir helfen, Mr. Dawlish, wie können wir das?“, bot Harry eifrig an und riss seine Augen groß auf, bei so viel Eifer legte sich ein zufriedenes Lächeln auf die Züge des Aurors, als Harry schon rasch fortfuhr:
„Das im Ministerium waren wildgewordenen Death Eater, wir können froh sein, dass wir alle sechs heil da rausgekommen sind, denn seien Sie versichert, die haben mit Avadas nur so um sich geschossen! Aber wir haben uns nur mit weißen, legalen Sprüchen verteidigt. Und nur damit, oder wollen Sie etwas anderes behaupten?“, fragte er nun provozierend und erntete einen gespielt betroffen wirkenden Gesichtsausdruck.
„Nun, Mr. Potter, wenn Sie dies sagen, aber trotzdem haben wir einen Toten! Mr. Jugson und einen Mr. Nott, der durch einen schwarzmagischen Fluch gehandikapt war. Alles wird per Feder notiert und aufgenommen, Aurorin Tonks, wären Sie dann so freundlich… und nun, was haben Sie detailliert gemacht, Mr. Potter?“, forderte der bullige, unsympathische Auror. Und wir hörten, wie Tonks in unserem Rücken das Erbetene herbeizauberte und wie die Feder kratzend in der Luft das Gesagte schnell notierte.
„Also bitte, sollte das Ministerium nicht die ausgebrochenen Death Eater suchen?“, ging Harry darauf gar nicht ein und sah ihn böse an, als er seine provokante Frage stellte.
„Das lassen Sie mal Sorge des Ministeriums sein und wir machen das schon, keine Sorge!“, meinte Dawlish hochmütig, wo dies gewiss nicht angebracht war.
„Das macht mir ja gerade Sorge!“, murmelte Harry bösartig, aber hey, Harry wurde ja richtig zynisch, hatte er das von mir?
„Mr. Potter, ich muss doch sehr bitten! Was war jetzt?“, tadelte Dawlish empört und wurde zum Schluss hin ungeduldig.
„Nichts! Die Flüche flogen nur so durch die Gegend, was soll ich sagen, die waren so hohl, da kann es durchaus sein, dass sie sich mit ihren eigenen Flüchen verhext haben!“, verschränkte Harry wütend die Arme vor der Brust und sackte gegen die Lehne seines Stuhls.
Was ihm einen abwägenden Blick aus den aufmerksamen Aurorenaugen einbrachte. Aber Harry funkelte ihm aus wütenden, aufgebrachten Augen entgegen, hielt sein Temperament aber unter Kontrolle und so wanderten die beobachtenden Augen von dem Auror zu mir und nahmen mich in Augenschein.
„Und was ist mit Ihnen, Miss Granger? Was haben Sie im Ministerium getan?“, forschte er nun freundlich erscheinend nach und versuchte offenbarg in mir zu lesen. Dachte wohl, er konnte ein armes, naives, kleines Mädchen unter seinem stechenden Blick verunsichern, ah genau, mein Junge, komm nur, lass uns spielen.
„Viel… ich bin zum Beispiel um mein Leben gerannt!“, entgegnete ich sehr sarkastisch.
Was für ein Idiot, so eine bescheuerte Frage! Was dachte sich Fudge, uns so etwas zu unterziehen? Vielleicht… verdammt, ich musste in Umbridges Büro, hoffentlich war das noch nicht leer, als mir eine brandheiße Idee durch den Geist schoss und ich mich zwang, nicht unruhig zu werden.
„Miss Granger, das ist nicht von Interesse, uns interessiert, was Sie getan, was Sie gezaubert haben?“, kam es forsch und herrisch von diesem idiotischen Mann vor mir, während er mich strafend und irgendwie anklagend anstierte und ich blinzelte irritiert und legte meine Hand betroffen auf meine Brust.
„Was… es ist nicht von Interesse, dass wir angegriffen wurden? Wir Kinder? Naja, die haben versucht, uns, minderjährige Zauberer, zu töten! Und das interessiert Sie nicht? Sie schockieren mich!“, sprach ich sehr kühl zu ihm und nach einem schnellen Blick zu Harry erkannte ich, wie dieser schwer mit seinen Kiefern mahlte.
Ah, ich hatte vergessen, die Death Eater mussten natürlich geschützt werden, was war nochmal mit Opferschutz, der ganz eindeutig hinter dem Täterschutz kam? Wir lebten schon in einer komischen Welt.
„Würden Sie bitte auf die Frage antworten?“, blieb der ministeriumstreue Angestellte stur und ich stöhnte leidlich auf.
„Ich habe mich mit Stupors und Reductios gewehrt, danach habe ich mich versteckt und versucht, Ginny und Luna zu helfen!“, log ich wie selbstverständlich und lehnte mich danach zurück.
„Gut und nun zu Ihnen, Mr. Potter?“, schwenkte sein bohrender Blick rasch zu Harry.
„Dasselbe und noch Impedimenta und Petrificius Totalus, das war´s auch schon!“, kam es gepresst von Harry, beeindruckend, wie er gegen seine aufbrausende Art kämpfte.
„Gut, dann haben sie ja wohl kein Probleme damit, uns ihren Zauberstab zur Überprüfung zu überlassen!“, zischte da Dawlish plötzlich ganz aggressiv, als hätte er uns jetzt und wir blinzelten irritiert über diese doch sehr harsche Forderung.
Ich wollte schon protestierend den Mund öffnen, da so eine Untersuchung erst, wenn überhaupt vor Gericht als Anklage zulässig wäre aber da war mal wieder jemand schneller als ich und schon flog ein Stab in hohem Bogen durch die Luft um klappernd und scheppernd auf dem Holz des Tisches aufzuschlagen.
„Ja gut, wie Sie wünschen!“, spuckte nun Harry ätzend aus und ich schnappte nur noch nach Luft.
Hatte er sie noch alle? So schnell hatte ich gar nicht schauen können. Ich hatte ihm doch damals bei seiner Anhörung im Gamot erzählt, wie das funktionierte und der letzte Zauber, war doch sein Cruciatus an Lestrange gewesen. Warum hatte er das getan?
Das Ministerium hatte keine Handhabe gegen uns, um diese Untersuchung fordern zu dürfen. Harry verpasste mir gerade einen Herzinfarkt, der besonderen Art!
„Harry, das musst du nicht!“, rief ich erschrocken.
„Das weiß ich, aber ich möchte unserem Ministerium doch helfen, die bösen zu schnappen!“, ätzte er giftig und ich saß nur erstarrt da und wir sahen uns einem bösartig lächelnden Dawlish gegenüber. Aber eins erkannte ich bei Harrys Antwort deutlich, er schien etwas zu wissen, was ich nicht wusste und so zuckte ich gleichmütig die Schultern und sackte zurück, ich würde Harry dieselbe Ehre erweisen und ihm vertrauen und betete, dass er wusste, was er tat.
„Das Ministerium weiß Ihre Mitarbeit zu schätzen, Mr. Potter!“, konnte ich hinter mir Tonks schwer aufatmen hören, sie klang nicht glücklich, bei Dawlishs schleimigen Worten.
Und so zog dieser unsympathische Breitschädel von Auror, seinen dunkelbraunen Zauberstab und richtete ihn auf den auf dem Tisch liegenden von Harry und sprach:
„Prior Incantato“, und wir alle konnten mitverfolgen, wie ein silbriger, wunderschöner, großer Orchideenstrauß aus der Spitze des Holzstabes brach und kurz darauf in all seiner Pracht auf dem Tisch lag und sich dann auflöste.
Mann, ich konnte es nicht fassen, er hatte Daphne mit dem Orchideus-Zauber einen Blumenstrauß beschworen und hey, wie ich erkannte, war der Beschwörungszauber echt gelungen. Toll gemacht, Harry, das hatte ihr bestimmt gefallen, aber puh… kurz hatte ich Sorge gehabt, aber Harry war ja nicht doof. Aber war er nicht süß? So ein lieber, da hatte Daphne aber einen Fang gemacht, freute ich mich für die beiden aufrichtig.
Jetzt durften wir das zutiefst unbefriedigte Gesicht von Dawlish sehen und wie er seine Lippen ärgerlich aufeinanderpresste und sich mit einem Schnauben mir zuwandte, Harry seinen Stab mehr oder weniger unwirsch zuwischte und auf Harrys Miene zeigte sich tiefe Zufriedenheit.
„Miss Granger, was ist vorgefallen, dass Professorin Umbridge mit ihnen beiden in den Wald ging?“, fragte er mich nun eindringlich und ich wandte ihm meine kalten Augen zu und sagte erst mal gar nichts, ließ mir Zeit.
„Wie kommen Sie darauf, dass etwas vorgefallen ist?“, antwortete ich ruhig mit einer Gegenfrage.
„Nun, man hat erfahren, dass Sie sich nicht schockiert über den Tod der Lehrerin gezeigt haben, als dieser verkündet wurde!“, kam es von ihm reichlich gehässig und er lehnte sich leicht über den Tisch nach vorne.
„Dazu stehe ich ja auch, aber nur weil mir der Tod einer Person nicht sonderlich nahe geht, habe ich diese nicht zwangsläufig ermordet!“, erwiderte ich reichlich trocken und vernahm, wie Tonks erschrocken Luft holte, da dachte ich nur, dass die Gute noch an ihrer Beherrschung würde arbeiten müssen, das musste man Dawlish zugutehalten, denn er blieb ungerührt und musterte mich weiter forschend.
„Sie sprachen von einer Waffe, die sich im Verbotenen Wald befindet, was hatte es damit auf sich?“, ging er nicht näher auf meine Aussage ein und eine meiner Brauen wanderte in die Höhe.
„Nichts!“, erklärte ich dann knapp.
„Wie nichts?“, drang er weiter in mich und ich strich mir eine Strähne meines lockigen Haares hinter mein Ohr.
„Wie ich es sage, nichts! Es gibt keine Waffe, das war nur eine List um der Folter, die uns die Professorin angedroht hat, zu entgegen. Sie wollte Mr. Potter mit einem Cruciatus belegen und das konnte ich nicht zulassen und was Schnelleres um sie abzulenken ist mir nicht eingefallen, entschuldigen Sie!“, kam es mir perlend, zynisch über die Lippen, das Ministerium würde ich über kurz oder lang so was von alle machen, nach außen gab ich die coole und relativ um Aufklärung bestrebte Schülerin, aber innerlich brodelte es.
„Nun, gibt es Zeugen für Ihre Behauptung?“, fragte er zweifelnd und verzog die Stirn missbilligend über meine Eröffnung, dass die hochwohlgeborene Umbridge drohte, einen Unverzeihlichen anzuwenden.
„Natürlich, die Gryffindors Ron und Ginny Weasley, Neville Longbottom, die Ravenclaw Luna Lovegood und die Slytherins Malfoy, Zabini, Nott, Crabbe, Goyle, Parkinson und Bullstrode. Professorin Umbridge hat in diesem Zusammenhang noch bekannt, für den Angriff auf Mr. Potter in den Sommerferien dieses Jahres verantwortlich gewesen zu sein und die Dementoren damals in den Ligusterweg beordert zu haben!“ Da hörte ich Tonks leise, aber auch sehr überrascht keuchen und Williamson stieß zischend die Luft aus und auch Dawlishs selbstgefällige Maske krachte zum ersten Mal ein wenig ein, das war für die lieben Auroren aber ein Schock, nicht wahr? Àch taten sie mir leid.
„Miss Granger, Sie sind sich bewusst, dass dies schwerwiegende Anschuldigungen gegen eine hochdekorierte Mitarbeiterin des Ministeriums sind, deren Andenken in Ehren gehalten wird?“, hisste er aufgebracht und lief leicht rot an, als er sich reinsteigerte, aber ich blieb sehr ruhig.
„Ja, aber wenn es wahr ist? Wie beliebte Professorin Umbridge darauf zu bestehen, „Du darfst keine Lügen erzählen!““, spielte ich auf Harrys Folter mit der Blutfeder an und ich bemerkte aus dem Augenwinkel, wie er instinktiv an die Narbe an seinem Handrücken fuhr und sachte darüberstrich, so was vergaß man wohl nie.
„Das werden wir bei den Verhören der von ihnen genannten Personen überprüfen!“, gab er mit säuerlicher Miene zu Protokoll. Das Verhör lief wohl nicht so, wie von ihm erhofft, dachte ich hämisch, als er sich räuspernd wieder fing und weiterzumachen versuchte.
Was Fudge wohl damit erreichen wollte?
Höchstwahrscheinlich hoffte er in seiner verqueren Denkweise, Harry irgendwas nachweisen zu können und mit einem kleinen Deal, ihm großzügig anbieten zu können, alles unter den Tisch zu kehren, wenn dieser sich vor den Karren des Ministeriums spannen ließe.
Ja genau, so was konnte sich nur eine so machtbesessene und sich an seinen Status klammernde Personen wie Fudge ausdenken. Oder wollte er mir, oder unseren Freunden etwas anhängen um Harry damit zu erpressen?
Oh ja, dass passte einfach zu gut zu seinem bisherigen Vorgehen, aber nicht mit uns, wir würden das Kind schon schaukeln, der Auror würde seine Überraschung bei den Slytherins erleben, denn Draco würde nicht für Umbridge lügen und so würde er es auch darstellen. In Wirklichkeit würde er es natürlich nur für mich tun, aber das musste das Ministerium ja nicht wissen.
Am liebsten hätte ich jetzt laut gelacht, das Ministerium und Fudge blamierten sich schon wieder, erst seine Verleugnung, dass der Dark Lord zurück war, dann der Ausbruch der Death Eater gestern und nun das, eine durchgeknallte Hexe, welche die Kinder der magischen Bevölkerung Englands foltern wollte, gar nicht gut, autsch! Aber Mitgefühl wollte nicht so richtig bei mir aufkommen.
„Was haben Sie sich dann von diesem Waldspaziergang erhofft? Was geschah im Wald, was zum Ableben von Direktorin Umbridge führte?“, fragte er nun wieder sehr schroff nach und versuchte, wieder die Führung zu übernehmen.
„Ich hoffte auf die Zentauren, dass sie uns helfen könnten, nur so weit kam es nicht…!“, führte ich erklärend aus, als mir Harry lautstark über den Mund fuhr.
„Ja, soweit kam es nicht, denn wir, Hermione und ich wurden von einer Wurzel gepackt und diese war mit einer Teufelsschlinge zu vergleichen, die war voll stark, die hat uns zu Boden gerungen und fasst erwürgt, es war wirklich beängstigend, in dem so finsteren Wald. Aber Umbridge hat uns nicht geholfen und so versuchten wir, ruhig zu bleiben. Es hat geholfen, als wir uns mit unserem Schicksal abgefunden hatten, wurde die Wurzel nachgiebiger und wir konnten uns wieder etwas bewegen. Als wir dies so ganz alleine geschafft und uns befreit hatten, war weit und breit niemand zu sehen, keiner! Umbridge war wie vom Erdboden verschluckt und so haben wir uns auf den Rückweg gemacht… wir wollten die Nacht nicht im Wald verbringen, auf dem Weg haben wir dann unsere Freunde getroffen und sind auf den Rücken der Thestrale nach London geflogen, mehr kann ich Ihnen nicht sagen!“, machte Harry mich sprachlos, mein Herzschlag hatte sich gut verdoppelt, er wusste es… er wusste es, er musste es wissen!
Nur so erklärte sich seine Lüge und dass er mir so über den Mund gefahren war. Um mir ein erlogenes Alibi zuzugestehen, er wusste es! Er musste es wissen, oder ahnen, warum sollte er sonst so lügen?
Harry wusste, dass ich Umbridge ermordet hatte!
Und er log wie gedruckt und wurde noch nicht mal rot, stotterte oder zeigte eine sonstige Unsicherheit. Er wirkte eher sehr souverän, wie er seine Lügengeschichte vortrug und mir somit mitteilte, was ich sagen sollte.
Und was soll ich sagen, ich nahm die Hilfe dankbar an und verkniff mir das Schmunzeln, gefährlich. Harry war doch eine größere Schlange, als bisher von mir angenommen.
„Genau, Auror Dawlish, als wir uns freigekämpft hatten, was schwer genug war, konnte auch ich keine Professorin mehr sehen, aber Sie sehen ja, wie unwägbar es in dem unheimlichen und gefährlichen Wald ist!“, hieb ich in dieselbe Kerbe und konnte beobachten, wie Dawlish sehr aufgebracht schaute und es ihm gar nicht schmeckte, wie wir uns gegenseitig deckten!
„Nun, dann dürfte es auch für Sie kein Problem sein, mir Ihren Zauberstab zur Überprüfung zu reichen, Miss Granger?“, zog er seine Augenbraue kalkulierend hoch und schaute mich überlegen an.
„Nein, Sir, wie Sie wünschen!“, zog ich meinen Schulzauberstab ruhig aus meinem Umhang und reicht ihm das gute, reine und jungfräuliche Stück.
Und auch hier sprach er: „Prior Incantato“ und ein silbriger Strahl trat aus, machte ein lautes, knallendes Geräusch und leuchtete rot auf, ein eindeutiger Stupor wurde somit erkennbar und das hatte ich gewusst, da ich, bevor ich meine beiden Stäbe gewechselt hatte, in der Mysteriumsabteilung die Regale und die Death Eater mit dem Schulzauberstab mit Schockern und Reductio-Flüchen angegriffen hatte.
Erst danach führte ich meine schwarzen Zauber aus, aber nur mit meinem weißen Stab, ich war ja nicht bescheuert.
Natürlich hätte der Auror sowohl bei mir als auch bei Harry weiter zurückgehen können, dafür fehlte ihm nach diesen herben Rückschlägen allerdings jede Grundlage. Dass wir ihm unsere Zauberstäbe freiwillig überließen war schon eigentlich ein großes Entgegenkommen von unserer Seite, da wir das nicht hätten tun müssen. Und bei Harrys Stab war dies wohl ein großes Glück!
Und so schaute er auch sehr unbefriedigt aus der Wäsche, als ich ihm meinen Stab aus den Händen zog.
„Zufrieden?“, fragte ich, er antwortete jedoch nicht und sah uns nur misstrauisch an.
„Wäre es das dann, wir müssten noch packen, Sir?“, kam es nun genervt von Harry.
„Ähm, ja, nun ja, wir müssen ja noch die anderen befragen!“, erhob sich nun Dawlish unzufrieden, die schlechte Laune von ihm drang fast aus jeder seiner Poren.
So standen wir nun alle auf und verließen gemeinsam den Raum, der sich hinter dem Lehrertisch befand und kamen wieder in der Großen Halle heraus, traten von dem Podest herunter und sahen in eine erstaunlich volle Halle. Es hatten wohl alle dableiben und sehen wollen, ob wir nun sofort nach Askaban gebracht werden würden, oder eben nicht.
Alle blickten zu uns auf, wie die Ölgötzen und ich konnte ausmachen, das Draco die aristokratische Augenbraue elegant hob und ich nickte minimal was er wohlwollend zur Kenntnis nahm, aber Dawlish überraschte mich, da er nun die Stimme erhob:
„Sind die Schüler Malfoy, Zabini, Crabbe, Goyle, Nott, Parkinson und Bullstrode hier?“, großes Getuschel war die Folge und die betreffenden Slytherins erhoben sich nach einem kurzen Blick zu Draco, da er ihnen zu verstehen gab, dass dies in Ordnung ging und sie kamen brav und schritten stumm auf uns zu.
„Auror Dawlish, dürfte ich fragen, was Sie von diesen Schülern wollen? Wie ich sehe, sind Sie mit Mr. Potter und Miss Granger fertig?“, forderte nun Dumbledore bestimmt zu erfahren, der neben McGonagall der einzig anwesende Lehrer war und auf seinem Platz am Tisch saß.
„Natürlich, Professor Dumbledore, ich benötige diese Schüler, um die Umstände aufzuklären und zur Überprüfung der Angaben von Mr. Potter und Miss Granger!“, schnarrte der Auror geschäftig, was zu einem riesigen Rumoren führte, da die Slytherins unsere Worte bezeugen sollten, das war zu komisch und für die Schule wohl auch unglaublich, aber ich wusste, die Slytherins würden, dank Draco, nicht lügen.
So würden sie mit der Wahrheit genau das sagen, was uns half und unsere Aussage bestätigen. Perfekt, eine bessere Aussage als vom Feind gab es doch gar nicht und es würde zeigen, wie die Kröte wirklich gewesen war. Dank Fudges übereiltem, viel zu präsentem Handeln würde es offiziell bekannt werden, und das würde dann ein doppelt schlechtes Licht auf ihn und sein Ministerium werfen, ach, war das herrlich, wenn man es nur mit Idioten zu tun hatte.
Rita würde heute noch von mir einen Bericht über das heutige Geschehen erhalten und dass die Auroren geheim vorgingen, konnte man nun wirklich nicht behaupten.
Harry und ich ließen Dumbledore und seine eventuellen Fragen an uns und die Halle hinter uns, gaben Gas und erstickten somit alle Fragen im Keim. Die Auroren verschwanden mit den Schlangen wieder durch die Tür und uns hätten alle wohl am liebsten ausgequetscht, aber wir liefen schnell weiter. Ich hatte noch was zu tun und Harry würde mir wohl nicht von der Seite weichen.
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