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Fanfiction

When Hermione Fights - Potter und Malfoy, ein ewiger Kampf

von queenie

Potter und Malfoy, ein ewiger Kampf

Was tat ich nicht alles für Hermione!

Das musste Hingabe sein. Jetzt hatte ich mich sogar dazu breit schlagen lassen, mit Potter, diesem Trottel, einen Zauberstab in der Knockturn Alley kaufen zu gehen. Hoffentlich stellte er sich heute nicht ganz so dumm an wie sonst.

Wenigstens hatte er am Morgen nach der Offenbarung von Hermione recht zugänglich gewirkt und nachgedacht, sie nicht gezwungen, noch mehr preiszugeben. Dass sie zu meiner Familie gehörte, ein Mitglieder der Familie war, brauchte er jetzt wirklich noch nicht zu wissen, auch wenn ich um jeden Preis dabei sein wollte, wenn er es erfuhr, den Spaß würde ich mir nicht entgehen lassen.

Ich betrat das Cottage und hoffte, dass Potter schon fertig war, aber wie nicht anders zu erwarten saß er noch selig beim Frühstück und oh Wunder, er unterhielt sich anscheinend gut mit Blaise.
Nun gut, vielleicht hatte der ihm, gemeinsam mit Daphne, in den letzten Tagen den Kopf zurecht rücken können und die Twins hatten sich sicher auch für Hermione eingesetzt und eventuell die bisher sehr gut verborgene Intelligenz von Potter hervorzuzaubern verstanden?

Hoffentlich ging bei ihr heute alles glatt, schenkte ich ihr einen unwohlen Gedanken an die Beerdigung. Ich wusste zwar nicht, was sie mit ihren Eltern gemacht hatte, aber ich war mir sicher, dass sie nicht tot waren, auch wenn es so schien. Aber ich würde nicht nachfragen, sie wollte das nicht und das respektierte ich. Ob Potter jemals so weit kommen würde, das Schweigen zu akzeptieren, so wie ich?

Die kleine schwatzende Runde hatte mich noch nicht bemerkt, aber ich verschaffte mir schon meinen Auftritt:

„Noch nicht fertig, Potter? Ich hab nicht ewig Zeit!“ Ich herrschte ihn ungehalten und arrogant an, sollte er mich doch wieder angehen, darauf freute ich mich schon diebisch. Ich liebte es, mich mit ihm zu zoffen und er stieg auch immer sofort darauf ein, hitzig wie er war.

Potter reagiert, wie ich es erwartet hatte. Er sprang temperamentvoll auf und funkelte mich wütend an, wie berechenbar, dachte ich verächtlich.

„Was soll das, Malfoy? Kannst du nicht mal normal einen Raum betreten und grüßen?“, fragte er vorwurfsvoll.

Ich verschränkte daraufhin die Arme vor der Brust, das tat ich bei ihm immer, um mich selbst daran zu hindern, unüberlegt zu handeln und maß ihn herausfordernd grinsend, der war wirklich zu stürmisch und voraussehbar.

„Was willst du tun, Potter? Mich verhexen? Oh, jetzt hab ich aber Angst…“, spottete ich gehässig. Ich hob abwehrend die Hände in die Luft.

Die anderen beobachteten uns ruhig und skeptisch, mischten sich aber nicht ein. Die Twins waren wohl schon bei der Arbeit, Blaise würde mich nie unterbrechen, dieser genoss die Szene sichtlich, und die beiden Schwestern waren viel zu schüchtern und gut erzogen dafür. Ich blickte gelassen dabei zu, wie Potter beherzt seinen Zauberstab zog, griff selbst aber noch nicht nach meinem. Er ging auf mich zu und ich grinste nur weiter süffisant.

„Und was jetzt, Potter? Willst du mich wirklich verfluchen?“, fragte ich herausfordernd. Ich schmunzelte offen und zeigte ihm ein ironisches Lächeln.

Er baute sich drohend vor mir auf und zischte:

„Ich hätte wirklich Lust dazu, Malfoy, nenn mir nur einen Grund, warum ich es nicht tun sollte? Du trittst hier so arrogant auf, dabei ist das hier Hermiones Haus. Du scheuchst alle herum und kommandierst, als ob sie alle deine Diener wären, aber nicht mit mir!“, zeigte er sich gewohnt hitzköpfig.

Leidlich stöhnte ich, ich würde noch Arbeit mit dem Dummkopf haben, um ihm die Flausen auszutreiben, aber das würde ich genießen. Ich wusste, Hermione wollte aus ihm einen überlegten Taktiker machen und erkannte wahrlich gut verstecktes Potential in ihm. Denn ich hatte dies bisher noch nicht entdeckt, bei diesem Sturschädel, aber ich nahm an, sie würde wie immer richtig liegen, trotzdem konnte ich mir echt was Besseres vorstellen, als mit Potter meine Zeit zu verbringen.

„Ich bin hier der Chef, hast du das noch immer nicht verstanden, Potter? Fuchtel nicht so mit dem Zauberstab in meinem Gesicht rum, das ist doch albern. Die Schlangen haben mir zu gehorchen, das ist nun mal so und die Twins tun es auch, wenn du wissen willst, warum, frag sie einfach. Und glaub mir, wenn Hermione hier ist, ist es auch so, wenn es sein muss. Respekt ist immer sehr wichtig für uns alle, wir lieben hierarchische Ordnungen! Andererseits höre ich auch auf das was sie sagt, denn ohne sie gäbe es dies hier schließlich alles nicht!“, wies ich ihn bestimmt zurecht.

Der Trottel hielt mir noch immer den Zauberstab vors Gesicht, jetzt wurde es mir zu bunt, wollte er mir ein Auge ausstechen?

Ich zog somit nun auch meinen zweiten Zauberstab und trat einen Schritt zurück. Potter blieb gewohnt stur und fuhr mich ungehalten an: „Ich lasse mich nicht von dir herumkommandieren, Malfoy! Das kannst du vergessen und wenn du Daphne oder Hermione so anfährst, werde ich auch dazwischen gehen. So redest du hier mit niemandem. Dennoch tut es mir leid, dass ich mich letztens so vergessen habe und es wird nie wieder vorkommen!“

Er war sehr aufgebracht, aber ich konnte nur denken, na wenigstens etwas, das er verstanden hatte.

„Pah, sei froh, dass wir nicht in Slytherin sind, nicht in Hogwarts, da rede ich noch ganz anders mit den Leuten, wenn es mir passt. Ich bin hier doch regelrecht nett zu allen, frag doch deine Herzallerliebste, die wird es dir bestätigen. Und wer hat denn hier meine Hermione so vulgär und ordinär beschimpft? Und dabei hast du dich nicht vergessen! Du hast sie absichtlich verletzt, weil du weißt, wie das geht! Der Arsch bist doch wohl du, Potter. Und schreien tust auch nur du gerade!“, grollte ich tief, aber immer noch betont beherrscht.

Dieser Schlag ging unter die Gürtellinie, aber das war mir egal und dass Potter bei der blamablen Erinnerung schmerzlich das Gesicht verzog, ließ mich nur noch breiter grinsen, denn meine Rache war gerechtfertigt. Wenn ich ihn schon nicht körperlich dafür schlagen durfte, dann halt so. Er war mir verbal noch lange nicht gewachsen. Und niemand tat Hermione ungestraft so weh, nicht mal ihr so geliebter Potterbruder.

„Jetzt nimm doch endlich den Zauberstab runter, was meinst du, willst du tun? Mich wirklich hier und jetzt verfluchen? Dass ich nicht lache, Potter! Denn dann fliegst du von der Schule und das Ministerium hat dich schneller am Wickel, als du bis drei zählen kannst. Was willst du gegen mich tun? Mein Stab ist nicht registriert, wenn du also zauberst, ziehst du den Kürzeren! Merk dir eins, Potter, ich tue nie etwas unüberlegt und wer zu den Meinen gehört, für den trete ich immer ein und das haben alle hier verstanden, deswegen gehorchen sie mir und du wirst das auch noch verstehen… irgendwann!“, knurrte ich erklärend , aber auch bestimmt. Denn Widerspruch würde ich nicht zulassen.

„Ich brauche dich nicht!“, kam es störrisch von Potter.

„Sei dir da mal nicht so sicher, denn Hermione sieht das wohl anders!“, meinte ich gehässig. Eine Aussage, die Potter gar nicht zu schmecken schien, so wie er den Mund verzog.

Endlich schienen Potters Hirnzellen langsam in Bewegung zu geraten und er steckte den Zauberstab mit einem resignierten Seufzer weg, wirkte meine Ansage also doch, meine Logik bestach halt einfach immer.

„Wir haben das letzte Wort darüber noch nicht gesprochen, aber nun gut. Hermione will, dass wir uns vertragen und wir haben etwas vor, gehen wir?“, fragte er nun tatsächlich erzwungen ruhig nach und ich nickte nur knapp.

Ich wollte gerade den Raum verlassen, doch Potter musste sich natürlich noch von Daphne verabschieden. Er ging zurück zum Tisch und küsste sie auf die Stirn, bäh, das musste ich echt nicht sehen, wie sie Potter anhimmelte und das tat sie echt, was für eine Geschmacksverirrung.

Ich wartete ungeduldig im Flur und wenige Sekunden später kam er endlich, einer Schnecke gleich, zu mir. Ich griff einen der langen, schwarzen Umhänge mit Kapuze, die im Flur hingen und reichte ihn Potter, der diesen fragend ansah.

„Zieh den über, Potter, sonst fällst du da wo wir hingehen auf wie ein bunter Hund… und noch was, keine Diskussionen dort und wenn ich sage, dass du die Klappe halten sollst, oder dass du weiter gehen sollst, dann tust du das, verstanden? Ohne zu nerven, verstanden? Hier musst du jedem meiner Befehle sofort Folgeleisten, sonst ist es zu gefährlich und Hermione bringt mich um, wenn dir was passiert, also vertraue einmal darauf, dass ich dich da lebend wieder rausholen will!“, sprach ich regelrecht beschwörend auf Potter ein, da ich mir der Gefahren lebhaft bewusst war und er verstehen musste, wirklich mal zu hören.

Er zeigte sich zum ersten Mal klug und verständig, wenn auch nicht begeistert. Er blickte mir lange, nachdenklich in die Augen, nickte nur mit Bedacht und legte sich den Umhang über. Ich zog meine Kapuze ebenfalls wieder über und wies ihn barsch an, dies auch zu tun, um sich vollständig zu bedecken.

„Potter, ich mag dich nicht und du mich auch nicht, aber nun gib mir darauf dein Wort: du hörst auf mich, zu jeder Zeit! Denn ich vertraue darauf, dass du zu deinem Wort stehst, also…!“, kam es gewohnt eisig und verlangend von mir.

Aber ich wollte mich bei ihm doppelt absichern, nicht dass er auf einmal dachte, er müsste im ungünstigsten Moment austicken und so scannten diese so grünen Augen mich genau, als er langsam bestätigend nickte.

„Gut, Malfoy, ich gebe dir mein Wort, dass ich auf dich hören werde und vertraue darauf, dass du mich wieder hierher zurück bringst!“, entgegnete er.

Ich zeigte nun unter meiner Kapuze ein sehr zufriedenes Lächeln, was er nicht sah, aber ich sah seinen unglücklichen Gesichtsausdruck über dieses Zugeständnis und freute mich diebisch darüber.

„Verhülle dich endlich, dich soll doch keiner erkennen und schon gar nicht in meiner Begleitung“, forderte ich ihn auf, die Kapuze endlich überzuziehen und rollte mit den Augen über solche Beschränktheit und deutete auf die Kapuze, auf dass er sich bedeckte.

Wir verließen gemeinsam das Cottage und traten auf die Straße. Ich hätte ja gelacht, wenn es nicht so traurig wäre, ein Potter und ein Malfoy einträchtig nebeneinander, unglaublich, aber dank Hermione möglich. Unter der großen Eiche angekommen blieb ich stehen und hielt Potter auffordernd, aber auch widerwillig den Arm hin, ging ja nicht anders, leider, denn er konnte ja nicht apparieren. Was konnte er überhaupt? Das wagte ich mich sarkastische zu fragen.

Oh, dafür würde mein Liebling einiges wiedergutmachen müssen. Potter blickte mich fragend an, das konnte ich sogar spüren, obwohl er seine Kapuze ins Gesicht gezogen hatte und es so im Verborgenen lag.

„Jetzt mach schon, wir apparieren, wie sollen wir sonst dahin kommen? Der Kamin im Cottage ist ja nicht an das Flohnetzwerk angeschlossen“, zeigte ich mich ungeduldig und ich wackelte mit meinem Arm.

Er legte endlich vorsichtig seine Hand auf meinen Arm und ich fügte noch hinzu: „Gut festhalten!“ Potter nickte und schon apparierten wir direkt in eine Seitengasse der Knockturn Alley.

Ich kannte die dunkle, heruntergekommene Gasse schon zur Genüge und mochte einige Ecken auch, aber Potter musterte intensiv seine heruntergekommene Umgebung, sein Kopf ging von links nach rechts, was mich nervte und viel zu auffällig war.

„Du fällst auf, starr nicht so! Folg mir, nicht trödeln!“, befahl ich gleichmütig, während ich ihm meinen Arm rüde entzog.

Ich wollte mich mit Potter im Schlepptau nicht länger hier aufhalten als unbedingt nötig und der Junge zog das Unglück bekanntermaßen wie magisch an und so drängte ich zur Eile, denn wenn ihm etwas passieren würde, würde Hermione mir die Hölle heiß machen. Ich steuerte zielstrebig auf den kleinen Laden zu, in dem wir auch schon für die Twins den zweiten Stab gekauft hatten und zu seinem Glück hielt Potter schritt und sich an sein Wort, mir ohne Widerworte zu folgen.

Hoffentlich hatte er wirklich kapiert, dass es hier für ihn gefährlich war, aber so schnell wie er jetzt spurtete, schien es so. Hatte er Angst oder Furcht? Ich grinste in mich hinein, wenn ich daran dachte, dass Hermione hier immer alleine und des Nachts herumschlich. Da wurde selbst mir mulmig. Das sollte eine Frau nicht tun, sollte meine Frau nicht tun, würde ich aber mein Veto einlegen, würde ich wohl nicht mehr glücklich werden, so musste ich halt auf ihr Geschick vertrauen und mein Unbehagen herunterschlucken. Auf der anderen Seite ging auch ich immer in die Gasse, wie es mir gefiel und ich wusste, sie konnte sich wehren, genauso wie ich wusste, dass, dank meiner exzellenten Ausbildung, gegen mich nur wenige eine Chance hatten.

So kamen wir schweigend, aber zügig bei dem kleinen Laden an und das Schild wies darauf hin, dass wir den richtigen Ort ansteuerten. Das „Dark&Hell Wand“ leuchtete uns entgegen.

Ich bremste nicht ab, sondern stieß schwungvoll die alte, knarrende und nun ein Klingeln verursachende Ladentür auf und Potter fing sie auf, worauf er sie gewissenhaft hinter uns schloss. Währenddessen schritt ich schon bestimmt auf Mr. Stock zu, der hinter seinem Tresen hockte und bei unserem Eintritt interessiert aufgeblickt hatte.

Dem dunklen und wie immer nicht besonders sauberen Laden schenkte ich keine Aufmerksamkeit, was Potter in meinem Rücken tat wusste ich nicht, nur dass er etwas zurückgefallen war, das spürte ich instinktiv.


„Was kann ich für die Herrschaften tun?“, kam es unterwürfig und zögernd von Mr. Stock, aber für Verzögerungen hatten wir wirklich keine Zeit, wir sollten das hier besser schnell hinter uns bringen.

„Der Herr hier hätte gerne einen Zauberstab und ein unsichtbares Halfter und das flott, wir haben nicht ewig Zeit, Mr. Stock!“, klirrte es wie immer typisch arrogant und eisig von mir und ich beobachtete, wie der Mann vor mir ein Zittern unterdrückte, als er meine kalte, befehlende Stimme vernahm und schnell mit dem Kopf nickte. Ich wedelte mit meiner Hand nach hinten und Potter trat nun zögerlich vor und schien mich mit Blicken zu durchbohren. Tja, Potter, mit einem Bitte kommst du hier nicht so weit.

„Aber natürlich, aber natürlich wie der Herr wünscht!“, erklärte er ergeben, denn er hatte es anscheinend aufgegeben zu erfahren, wer sich hinter den verhüllenden Kapuzen verbarg.

„Dann beeilen Sie sich, Mr. Stock, wir sind in Eile und seien Sie nicht zu neugierig!“, befahl ich seidig und zog langsam den klimpernden, mit Gold gefüllten Beutel aus meiner Tasche.

Dabei leuchteten die gierigen, kleinen Schweinsäuglein begehrlich auf und geistig zählte er augenscheinlich schon den Inhalt.

„Wie Sie wünschen, mein Herr, wären Sie dann so freundlich, Ihre Arme freizumachen?“, wandte er sich unterwürfig an Potter und dieser tat wie gefordert und schlug den Mantel zurück, offenbarte seine Hände und Arme und schon vermaß ihn das magische Maßband von alleine.

Es tanzte spielerisch in der Luft um ihn und ich hatte währenddessen die Arme verschränkt und wippte ungeduldig mit dem Fuß und hoffte, dass wir diese gefährliche Aktion schnell hinter uns bringen würden. Zum Glück war Potter schlau genug nichts zu sagen und alles schweigend hinzunehmen, auch hatte er die Kapuze aufgelassen. Wunder geschahen halt doch immer wieder, unfassbar, aber wahr.

Der alte Verkäufer kam sichtlich nervös und mit vielen Schachteln beladen aus dem Hinterraum zurück, in den er verschwunden war, sobald das Maßband fertig gemessen hatte. Mit Bedacht lud er die Schachteln auf dem Tresen ab. Meine Laune sank bedrohlich bei dem Anblick des großen Berges an Zauberstabschachteln, so viele hatten die Twins ja nicht mal gemeinsam gebraucht.

„Was wollen Sie mit so vielen Zauberstäben? Können Sie die Auswahl nicht eingrenzen?“, fuhr ich ihn ungehalten an.
Mr. Stock musterte mich nervös und unterwürfig.
„Die Maße des Herren lassen halt viele Kombinationsmöglichkeiten zu und Sie wollen doch einen passenden Stab, nehme ich an?“, entgegnete er kleinlaut, ich nickte brüsk, aber hoffentlich beeilte sich Potter.

Also begann das unendliche Abenteuer. Stab nach Stab wanderte durch Potters Hand und er schwang jeden, doch leider nicht mit dem gewünschten Ergebnis. Mittlerweile hatte er es geschafft, dass ich furchtsam ein Zurückzucken wahrlich schwer unterdrücken musste, wenn er wieder einen neuen Stab zur Hand nahm, um ihn zur Probe zu schwingen. Okay, wenn Potter wollte konnte er selbst mich beunruhigen, denn jedes Mal sausten Gegenstände durch die Gegend, gingen Sachen kaputt oder explodierten laut.

Er richtete wirklich ein großes Chaos an. Wie gut, dass ich nicht der Einzige war, der gerade ängstlich zu Potter schielte, denn auch Mr. Stock sah geschockt unter seinen langen, ihm in die Stirn fallenden, lehmfarbenen Haaren hervor. Sein Blick wurde immer besorgter, je mehr Stäbe sich als Fehlschlag offenbarten.

Bisher hatte jeder Schwung zu einem bedenklichen Ergebnis geführt, wodurch der Laden nun wirklich wie ein Schlachtfeld aussah. Wie gut, dass dies die Magie wieder richten konnte, sonst wäre es sehr ärgerlich. Es folgte immer noch eine ablehnende Explosion auf die andere, es war wirklich zermürbend und so sah ich wieder besorgt auf Potters Hand.

Wie schaffte es der Junge, so eine wandelnde Katastrophe zu sein?

So was war nicht normal, ich… was hatte ich angenommen, dass er normal war? Eindeutig nein, aber dass dies so ausuferte hatte ich auch nicht angenommen. Selbst nach dem was Hermione uns über ihn offenbart hatte, hatte ich nicht angenommen, dass es so schwer werden würde. Himmel noch mal, ich hatte doch selber ebenfalls herausragende magische Fähigkeiten und bei mir war es auch schnell gegangen, aber ich musste zugeben, mein Zauberstab war auch ein ganz Besonderer.
Ich verzog schmerzlich mein Gesicht und auch Mr. Stock schien nicht wirklich glücklich. Wie viele scheiß Stäbe hatten wir nun hinter uns? Ich glaube 15 oder 20, wie viele würde es noch brauchen?

„Warten Sie, warten Sie!“, rief der alte Mann erregt dazwischen, schien offensichtlich eine Idee zu haben und Potter hielt ein, den Laden weiter zu zerstören.

„Was haben Sie für ein Stabholz?“, fragte Stock ganz außer Atem.

„Stechpalme!“, erklang Potters Stimme verhalten und tief aus der Dunkelheit, sehr gut, der war ja echt lernfähig.

„Mhm… gutes Holz, aber sehr weiß… vielleicht mit den Maßen… mhm… warten Sie kurz, bin gleich wieder da und rühren Sie bloß keinen Stab an!“, warnte der Mann besorgt, huschte schnell in seinen Raum und murmelte vor sich hin. Potter wandte sich mir zu, aber er riss sich zusammen.

„War dein erster auch so ein Problem?“ Ich registrierte an der Bewegung von Potters Kapuze, dass er nickte und tat es ihm gleich, damit er sich wieder dem Tresen zuwandte und tat als ob nichts gewesen wäre.

Nach kurzer Zeit kam Mr. Stock mit zwei Schachtel wieder, die er ehrfürchtig in Händen hielt.

„So, ich hätte da eine Idee. Mal sehen ob es klappt… hier bitte…!“ Er öffnete eine Schachtel und entnahm ihr einen schönen weißen Stab. Potter schlang seine Finger darum, schwang ihn und zum Glück erklang zum ersten Mal nichts Zerstörerisches, sondern es erschien eine einzelne Blume.

„Gut…!“, entfuhr es mir erleichtert und selbst Stock ließ ein Aufatmen vernehmen.

„Warten Sie, ich möchte noch den zweiten sehen!“, bat er und reichte Potter nun einen sehr schlichten, braunen Stab.

Er schwang ihn und es geschah etwas, was mich sehr verstörte. Der Raum setzte sich wieder komplett zusammen und reparierte sich auf Potters stummen Befehl, der wohl dank des Chaos, das er angerichtet hatte, ein schlechtes Gewissen hatte!

Das war wirklich außergewöhnlich, musste ich leider neidvoll zugeben und auch der Verkäufer schien ergriffen und bodenlos sprachlos, bis er sich stotternd fing.

„Erstaunlich, erstaunlich… Eibenholz, sehr giftig, sehr eigenwillig, stabil und zugleich biegsam. Nur für sehr starke Personen geeignet. Hinzu kommt, dass hier das Veelahaar einer Anführerin eingearbeitet wurde und da diese Wesen allgemeinhin auch sehr eigenwillig sind, ist es eine sehr besondere Kombination. Sie ist sehr selten! Sie haben hier die Macht über einen sehr besonderen und seltenen Stab, Mr., wirklich außergewöhnlich!“, erklärte der Mann begeistert und auch ich staunte, aber ich wollte weiter und so warf ich den Beutel in hohem Bogen in die Luft und Stock fing ihn gekonnt auf.

„Für Ihre Mühen. Komm!“, befahl ich Potter und wandte mich um.

Potter hatte schon vorher das Halfter bekommen und so verbarg er nun seinen Stab und folgte mir ohne Widerworte, wie gesagt, Wunder geschahen immer wieder.

Wir verließen den Laden und ich beeilte mich zurück an den Punkt zu kommen, von dem wir zurück apparieren konnten. Bloß schnell Potter loswerden. Außerdem wollte ich zu Hause sein, wenn Hermione heimkam, sie würde mich heute sicher brauchen.

Potter hielt mit mir mit und sah sich endlich nicht mehr ständig musternd um. Höchstwahrscheinlich war er nach der langen Suche noch zu erfüllt von seinem tollen Stab. Doch dann bemerkte ich eine Gruppe schwarzgewandeter Gestalten auf uns zukommen.

Ich erkannte sofort die Death Eater-Roben und die Anführerin war für mich, schon alleine aufgrund ihres Gangs, unverkennbar. Ich hoffe, sie würde mich nicht erkennen, denn Bellatrix wollte ich jetzt nicht sehen, das wäre genau das Richtige, um einen schlechten Tag mit Potter zu einem unvorstellbar beschissenen Tag mit Bella und Potter zu machen. Grandios, das wär´s.

Das war gar nicht gut, gar nicht. Ich merkte, wie Potter sie auch erkannte und langsamer wurde, stockte und seinen neuen, unsichtbar verborgenen Zauberstab ziehen wollte.

Ich musste handeln und das sofort. Potter würde sich jetzt unbedacht, wie eh und je, in ein Gefecht werfen, so gedankenlos wie er war. Energisch griff ich Potter am Arm und verhinderte, dass er seinen Stab zog, woraufhin ich ihn sehr grob und bestimmt mit mir in eine schmale Seitengasse dirigierte. Das konnte doch alles nicht wahr sein, solche Verbohrtheit, warum dachte er nicht nach?

Wollte er uns umbringen? Wie hatte er es geschafft, die letzten Jahre zu überleben, bei dem feurigen Temperament? Hermione! Ja, das war die einzige Erklärung!

Wutentbrannt stieß ich ihn roh gegen die steinerne, harte Wand, hielt ihn an den Schultern wie in einem Schraubstock fest, versperrte ihm den Blick und Weg zurück in die Gasse mit meinem Körper und herrschte ihn wütend an, noch bevor er zu Schimpfen anfangen konnte:

„Vergiss es, willst du dich… uns umbringen? Du hast keine Chance gegen sie, wenn du irgendwann ein Krieger bist, kämpfen kannst, ja dann, dann lass ich dich. Dann darfst du dich gerne an Bellatrix versuchen, aber jetzt nicht. Bei Merlin, denk doch mal nach, Hermione killt mich, wenn dir was passiert in meiner Obhut.“

Ich fuhr mir unbeherrscht durch die verborgenen Haare und zog Potter grob die Kapuze, die gefährlich zurückgerutscht war, wieder richtig ins Gesicht. Er schien immer noch ihr hinterher zu wollen, doch ich drückte ihn an den Schultern nur noch fester gegen die Wand.

„Lass mich, Malfoy!“, zischte er wütend.

Aber ich blieb hart und beharrlich, hielt ihn weiter fest an Ort und Stelle, gut dass ich stärker war als er. Er war halt, obwohl er Quidditch spielte, doch recht untrainiert.

„Potter, denk nach. Was hat Hermione dir gesagt? Erst denken, dann handeln!“, kam es erzwungen ruhig von mir.

Ich wusste, sie hatte ihm das sicher gesagt, auch wenn sie mir nie davon erzählt hatte, aber das war ihr Leitspruch und ich schien ins Schwarze zu treffen, spürte, wie die Anspannung von ihm fiel und er sich erschöpft an die Wand lehnte. Sehr brav.

„Wenn ich dich jetzt loslasse, bleibst du hier und hörst mich an?“, hakte ich vorsichtig nach. Bei ihm war ich lieber auf der Hut, ich traute dem Hitzkopf nicht.

Ich sah an der Bewegung der Kapuze sein zustimmendes Nicken, aber ich wollte es hören:

„Sag es!“, forderte ich hart.

„Ja, zum Teufel, ich bleibe hier!“, antwortete er.

Er schien genervt zu sein, wohl weil ich recht hatte, aber das war jetzt egal. Er musste endlich sein Temperament in den Griff bekommen, sonst hätten wir einen toten Potter und das wollte sogar ich nicht, aber nur wegen Hermione. Na gut, es wäre nicht von Vorteil, wenn er tot wäre, aber manchmal hatte ich Fantasien… Aber nun gut, das würde nicht passieren, verabschiedete ich mich von meinem zu schönen Traum.

Langsam löste ich meine Hände von ihm, blieb aber wachsam, dann begann ich zu erklären, klang dabei sogar relativ mitfühlend.

„Ich kann ja verstehen, dass du Bellatrix am liebsten töten würdest, wer würde das nicht? Ich mein, du hast ja keine Ahnung, wie die nerven kann und schließlich hat sie deinen Patenonkel getötet, aber du würdest keine Sekunde gegen sie bestehen. Du weißt, was im Ministerium passiert ist als du gegen sie kämpfen wolltest. Du wirst deine Rache noch kriegen, aber du musst lernen, nicht blind loszustürmen, sondern zu planen, nur so kannst du deine Rache auch genießen. Was bringt es dir, wenn du gegen sie kämpfst und dann tot bist? Werde ein Kämpfer, ein Krieger und dann krieg endlich dein Temperament in den Griff, verdammt noch mal, du stehst dir selbst im Weg! Nutze dein Temperament und lerne, es zu steuern. Bedenke, wie oft deine Unüberlegtheit schon Menschen in Gefahr gebracht hat. Nicht nur dich selbst, auch Hermione und andere. Wenn du ihr eines Tages gewachsen bist, bin ich der letzte, der sich dir in den Weg stellt, wenn du Bellatrix eine Abreibung verpassen willst. Du kannst tun, was du willst, Potter, aber warte den richtigen Zeitpunkt ab, lerne das. Und jetzt sollten wir schleunigst von hier verschwinden“, sprach ich sehr offen mit ihm, aber ich schätzte ihn so ein, dass er dem zugänglicher war als einem harschen Befehl.

Ich erkannte, dass er wieder nickte, hoffentlich dachte er nach. Ich warf einen eiligen Blick in die Gasse, in welche die Gruppe um Bellatrix verschwunden war, bevor ich mich noch mal zu Potter umsah und in die Alley zurückgehen wollte, als er mich am Arm ergriff und zurückhielt:

„Warum tust du das hier alles?“

„Jetzt nicht, Potter, dafür ist später Zeit, wir müssen hier weg!“, herrschte ich ihn an, während ich wieder heraus auf die Alley trat und merkte, dass er mir folgte.

Mir kam die Idee, dass wir am besten zu den Twins gehen sollten, so würden wir am schnellsten hier raus sein, denn die Tür zum Laden war näher als der Apparierpunkt und wenn hier ein Trupp Death Eater herumschlich, dann waren andere nicht weit. Ich sorgte mich, aber das würde ich nie offen zeigen.

Ich steuerte zielstrebig auf die naheliegende Gasse zu, in der die Tür zu meinem Haus verborgen war, zog schon kurz davor meinen Zauberstab und schwang ihn. Schon im nächsten Augenblick erschien die Tür vor mir, die sich von alleine öffnete. Ich hielt sie offen, ließ Potter rasch eintreten und warf einen letzten, prüfenden Blick zurück, doch zum Glück bemerkte oder beachtete uns keiner.

Als wir nun in Sicherheit waren, war ich doch erleichtert und gestattete mir ein Aufatmen. Den Aufpasser für Potter zu spielen war echt anstrengend und sehr entnervend für mich, dafür war Hermione mir wirklich was schuldig.

Ich ging weiter, öffnete die Tür, die von dem kleinen Zwischenraum in ein Büro der Twins führte und trat ein. Der Anblick, der sich mir jetzt bot, zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht, die Anspannung viel eindeutig von mir ab.

Ich schlug meine Kapuze zurück und bemerkte, dass dies auch Potter tat, der hinter mir eintrat und versteinert stehen blieb, als er die Red Devils erblickte, die gerade dabei waren, so richtig heiß zur Sache zu kommen. Einer der beiden, ich konnte sie immer noch nicht auseinander halten, da sie so gleich aussahen, zog dem anderen gerade ungeduldig und leidenschaftlich das Shirt aus, warf es im hohen Bogen durch die Luft, während der andere schon seine Hand gierig in der offenen Hose des anderen versenkte.

Ihm entkam ein wohliges Stöhnen, was mich noch mehr grinsen ließ und nun begannen sie sich wild, fordernd und leidenschaftlich zu küssen, während sie sich auf den Schreibtisch hinter ihnen zubewegten. Ich konnte deutlich sehen und am Stöhnen hören, dass der eine Rote sein Spiel mit der Hand in der Hose intensivierte, was der andere sichtlich genoss. Wirklich erheiternd und irgendwie schön anzusehen, doch Potter war puterrot geworden und stand erstarrt, offensichtlich beschämt und peinlich berührt da, seine Kinnlade war so weit offen, dass ich befürchtete, ich könnte seine Mandeln ausmachen.

Das machte das Ganze noch lustiger und ich konnte nicht anders, musste einfach in die Hände klatschen. Langsam applaudierte ich ein wenig und lobte dabei grinsend:

„Tolle Show, ihr beiden, das muss man euch lassen! Ich sehe euch wirklich immer wieder gerne zu.“

Die beiden Roten hatten bestürzt die Kopfe zu uns gewandt, bekamen nun einen knallroten Kopf und musterten uns erst kurz beschämt, doch dann hielt ein diabolisches Grinsen in ihren Zügen Einzug und sie zogen sich wieder komplett an, beendeten ihre Show, wobei, soviel hatten sie ja noch nicht ausgezogen.

Potter schien langsam aus seiner Starre zu erwachen und fragte nur offensichtlich vollkommen entsetzt:

„Ist dir das gar nicht peinlich, Malfoy? Hier so reinzuplatzen? Und euch? Ist euch das auch nicht peinlich?“ Er blickte von mir zu den Red Devils, die nur verschlagen grinsten und irgendwie nicht wirklich peinlich berührt wirkten.

Ich sah Potter nur mitleidig an. „Du musst echt lockerer werden, Potter, und ich fürchte, da ist Greengrass keine Hilfe“

„Äh… nö!“, „Nö, Harry, warum sollte es, nur schade, dass ihr uns gestört habt!“, „Oder ihr hättet gerne mitmachen können!“, „Yes, aber Draco hat recht, du musst lockerer werden. Zu schade, dass Daphne dir da nicht helfen kann“, fügte ein Twin feixend hinzu.

Daraufhin grinsten sie hinterlistig und zwinkerten sich zu, als ob sie schon wieder etwas ausheckten. Das würde für Potter in den nächsten zwei Monaten sicher noch spannend werden, aber mir sollte es recht sein, vielleicht wurde er dann entspannter, aber an seiner Stelle würde ich spätestens jetzt Panik schieben. Was die planten, sah gar nicht gut aus, für ihn.

Aber nun gut, im Cottage mit den Twins würde es ihm sicher trotzdem um Längen besser gehen, als in seinem sogenannten „Zuhause“ mit seiner gewöhnlichen „Familie“.

„Was führt euch überhaupt hier her? Ihr wolltet doch einen Stab kaufen!“, fiel dem anderen nun geschäftig ein und stopfte sein Shirt in die Hose.

Potter schien sich immer noch nicht gefangen zu haben und sah sprachlos von Einem zum Anderen.

„Wir sind Bellatrix begegnet.“ Mehrerer Erklärungen bedurfte es beim scharfen, kombinierenden Verstand der Twins nicht, sie gingen stattdessen gleich zum nächsten Thema über.

„Habt ihr den Stab?“, kam es gleichzeitig von ihnen und ich nickte, worauf sie mir ein zufriedenes Lächeln schenkten und ihre Daumen hoben.

„Kommt, wir gehen nach oben, da ist es gemütlicher und unser guter Harry kennt ja den Laden noch gar nicht.“ Die Twins führten uns hinauf ins Geschäft und auch ich sah mich interessiert um, betrachtete, dass sie seit meinem letzten Besuch noch einiges verändert hatte. Es war noch bunter, noch voller und noch spannender geworden. Sie hatten das Geschäft wirklich klasse aufgezogen und sie würden garantiert großen Erfolg damit haben, hatten ja schon jetzt Erfolg damit und rechneten sich.

Ich verfolgte, dass Potter uns langsam hinterherkam und zu staunen begann, als er den Laden betrat, alles ansah und offen begutachtete.

„Wow, das ist ja cool hier, wie könnt ihr euch ein so großes Geschäft überhaupt leisten? Ich meine, die Tausend Galleonen haben doch sicher nicht für all das gereicht, oder?“, klang er perplex.

„Wir hatten noch etwas Erspartes und unsere Schönste hat uns noch mal die gleiche Summe gegeben wie du und außerdem hat Draco auch noch mal die gleiche Summe draufgelegt“, zählten sie geschäftig auf.

Ich bemerkte zufrieden, wie Potter mich ungläubig anstarrte, tja, ich war immer wieder für eine Überraschung gut, nie durchschaubar .

„Außerdem hat der gute Draco uns mit dem Businessplan geholfen und uns dieses Schmuckstück hier zu Sonderkonditionen verpachtet“, plapperten die Twins fröhlich weiter. „Geile Hütte… aber viel zu bescheiden für einen Malfoy!“, „Jo, dass die überhaupt solche mickrigen Hütten haben, tsetse“, „Und hast du dich dafür geschämt?“

„Das Haus gehört dir, Malfoy?“, stieß Potter bar erstaunt hervor, hatte sich zu mir umgedreht und schielte fast durch seine hässliche, runde Brille.

Ich nickte nur knapp und er erkannte, dass dies wohl wieder zu viele Informationen für ihn waren, da ratterte es im Kopf, aber gut, endlich dachte er nach.

Hätte er das doch nur schon so gehalten, als Hermione ihm gesagt hatte, was sie getan hatte, dann hätte er sie nicht so verletzt. Ich ärgerte mich schon wieder über ihn, er hatte etwas an sich, was mich reizte.

„So, darüber können wir aber noch später reden. Ich bringe Potter jetzt zurück ins Cottage!“, entschied ich und die Twins nickten sofort.

„Du kannst dir den Laden später noch genauer ansehen, Harry!“, „Jupp, Draco hat recht… haut besser ab, durch die Mitte!“

„Die Tür in die Nebengasse der Winkelgasse ist nicht zugestellt, oder?“, fragte ich im Gehen noch nach, bei den beiden Chaoten wusste man nie, denn die Tür lag in ihrem Chaosbüro.

Dieses Haus hatte insgesamt fünf Zugänge. Zwei waren im Chaosbüro, wo je eine in eine Nebengasse der Knockturn sowie der Diagon Alley führte und nochmal zwei Zugänge, die woanders in diesem Haus lagen und in andere Nebengassen der beiden genannten Alleys führten. Mit dem Hauptzugang zur Diagon Alley waren es sogar sechs Zugänge, aber man wusste nie, wofür es gut war.

„Alles frei, bis heute Abend, Harry!“, riefen sie uns hinterher.

Ich drehte mich noch mal kurz um und rief grinsend über die Schulter:

„Wenn ihr euch beeilt, habt ihr noch Zeit für einen Quickie, bis die Mittagspause vorbei ist.“ Ich hörte, wie Potter neben mir scharf die Luft einsog, echt verklemmt, der Arme.

Nur gut, dass Hermione ihm nicht erzählt hatte, was sie so im Bett trieb und nichts von Minna, der Gute wäre ja gestorben bei dem Schock, den ihm das verpasst hätte.

Bevor ich die Tür öffnete, zog ich die Kapuze wieder tief ins Gesicht. Wir mussten uns ja nicht nur vor den Death Eatern in Acht nehmen, denn auch der Orden suchte ihn schließlich. Es wäre wirklich zu ärgerlich, wenn sie ihn hier in meiner Begleitung erwischen würden.

Wir traten auf die Gasse hinaus und ich nahm Aufstellung, hob den Arm an und Potter legte sogleich seine Hand auf meinen Arm, so mochte ich das. Sobald wir wieder unter der Eiche angekommen waren, ließ er rasch los und ich wollte mich verabschieden, denn je eher ich Potter los war, desto besser, wie ich fand, doch er hielt mich auf.

„Ich will mit dir reden, Malfoy!“, forderte er hart und ich wollte ablehnen, doch er zog die einzige Karte, die mich zurückhalten konnte.

„Ich will über Hermione sprechen und du bist mir noch eine Erklärung schuldig, Malfoy!“, drang er ernsthaft in mich.

„Pah, ich bin dir gar nichts schuldig, doch für Hermione komme ich noch mit rein, aber kurz. Ich hab nicht viel Zeit! Andere Mensch müssen arbeiten, Potter!“, erklärte ich ihm geschäftig und ungeduldig.

Schnellen Schrittes ging ich aufs Cottage zu und Potter folgte mir. Wir betraten das Wohnzimmer und ich schmiss meinen Umhang über die Sessellehne, genehmigte mir erst mal was zu trinken. Ich würde es ja nie offen zugeben, aber auf den Schock mit Bellatrix und unserem Hitzkopf hier brauchte ich das.

Ich wandte mich freundlich an Potter, hielt ein Glas in Händen und deutete auf ihn: „Du auch?“

Er nickte ruhig und ich goss auch ihm von dem Muggelwhiskey ein, reichte ihm das Glas und ließ mich dann in den Sessel sinken. Er musterte mich aufmerksam und erstaunt, tja, dass ich auch freundlich und höflich sein konnte überraschte ihn wohl, aber das Bild würde ich gleich wieder zerstören.

„Also, Potter, was willst du, warum bin ich noch hier?“, fragte ich ihn und überschlug nun lässig die Beine.

Er trank auch einen Schluck, verzog jedoch das Gesicht. Offensichtlich wusste er nicht, was gut war. Schließlich begann er endlich zu sprechen.

„Also, warum tust du das hier alles, Malfoy? Das ist doch nicht normal für dich. Ich meine, du hast mich heute begleitet, mir einen Zauberstab besorgt und mich sogar davon abgehalten, eine große Dummheit zu begehen, indem ich auf Bellatrix losgehen wollte, warum das alles?“, zeigte er mir sein Unverständnis.

Ich grinste, okay, er kapierte langsam etwas, aber wohl noch nicht alles und so grinste ich weiter spöttisch.

„Na, Hermione ist der Grund, ist doch klar!“, antwortete ich lässig und zuckte die Schultern. Er schien erneut zu überlegen, während ich genüsslich trank.

„Was ist das zwischen Hermione und dir? Was hat sich geändert, dass du sie so hofierst, sie sogar, wie du sagst, brauchst? Du hast uns, … sie nie gemocht und nun kämpfst du für sie und tust so als wäre es das normalste der Welt, dass du immer für sie einstehst. Also, erklär´s mir!“, forderte er mit Bedacht, aber auch ziemlich vehement ein.

Er ließ mich nicht aus den Augen und ich musste zugeben, mir kribbelte es in den Fingern, ihm mehr zu sagen als Hermione wollen würde. Aber ich respektierte ihren Wunsch, dass er das noch nicht zu wissen brauchte. Aber jucken tat es mich doch, ihm zu sagen, dass sie mir gehörte und nur mir und das ganz und gar.

Ich lehnte mich vor und begann leicht arrogant, aber inbrünstig zu erklären:

„Nun, Potter, wir alle verändern uns und das letzte Jahr, die letzten Ferien und die Folgen des Trimagischen Turniers haben nicht nur Hermione verändert, sondern auch mich. Sie kam zu mir, bot mir Frieden an und ich muss eingestehen, nur sehr wenige sind mir bisher so vehement, so stark und so selbstsicher entgegengetreten wie sie! Das hat mich beeindruckt, sie zeigte sich mir von einer völlig anderen, faszinierenden Seite. Ja, guck nicht so überrascht, du kennst sie doch. Wenn sie sich was in den Kopf setzt, dann zieht sie das durch und so was ist halt beeindruckend. Vor allem wenn jemand das so konsequent in jeder Situation durchzieht, wie sie, so völlig skrupellos. Und ja, ich kämpfe für sie, tue das gerne und weil sie es verdient. Für meine Familie setze ich mich ohne Wenn und Aber ein!“

Nachdem sie mir am Wochenende so viel von ihrer Kindheit offenbart hatte, konnte ich mir nun auch ihre beeindruckende Haltung erklären. Sie hatte schon früh gelernt, für sich zu kämpfen und ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten allein zu kontrollieren, was eine herausragende Leistung war.

Potter hatte mir aufmerksam zugehört, das nahm ich durchaus wahr, aber er überlegte nun. Gut, endlich begann er, Hermiones Worte wirklich ernst zu nehmen, dachte immer nach, bevor er etwas tat. Ob meine Worte vorhin der Anstoß gewesen waren, keine Ahnung. Hauptsache er kam zur Besinnung.

„Was bezweckst du damit, Malfoy? Du hast doch immer irgendwas im Hinterkopf, tust nie etwas ohne Hintergedanken! So sind Slytherins nicht!“, kam sein überlegter Einwand.

Ja, da hatte er ja recht, aber trotzdem auch nicht.

„Ich habe es doch schon gesagt, ich empfinde was für sie… Mann, muss ich das so oft sagen? Das ist ätzend… verstehe doch endlich, Potter! Und Hintergedanken, ja, sicher, aber keine, die ihr schaden würden. Ich sagte doch schon, für meine Familie setze ich mich ein und schade ihr nicht!“, erklärte ich ihm kalt und beherrscht, auch wenn es mich nervte, dass ich nochmal wiederholen musste, dass ich mehr für sie empfand.

Mann, jetzt hatte ich das schon öfter vor Potter gesagt, als ich es Hermione gesagt hatte, echt nervig und überhaupt nicht mein Ding. Ich hasste es, über Gefühle zu reden. Aber ich verstand, dass er mit dem Konzept der Familie, die unumstößlich zusammenhielt, wenn es drauf ankam, wie meine Familie es tat, nichts anfangen konnte, schließlich hatte er das nicht erlebt.

Potter schien über meine Worte jedoch weiter nachdenken zu müssen. Ich erlebte, dass da etwas in seinen Augen aufblitzte, Erkennen und kurzes Entsetzen, was hatte er nun erfasst? Nun gut, ich würde es sicher gleich erfahren, er würde sicher nachfragen, wenn er schon mal die Chance dazu hatte. Und er enttäuschte mich nicht:

„Du siehst sie als Familie an? Du meinst das wirklich ernst was du sagst, oder?“, echote er regelrecht schockiert.

Ah, er hatte was kapiert, sehr schön, da konnte man ihn auch mal loben, aber ihn zu ärgern konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen, ein bissiger Kommentar musste dennoch sein.

„Sehr gut, Potter, du verstehst es endlich. Aber keine Angst, ich werde dir dein Schwesterlein schon nicht wegnehmen. Ich bin Einzelkind und finde das sehr gut so!“, meinte ich gehässig.

Die kurzzeitige Verwirrung, die ich ihn seinem Gesicht sehen konnte, wich relativ schnell wieder seinem nachdenklichen Blick. Eigentlich reichte es mir jetzt, ich hatte keine Zeit für dieses Verhör hier und wollte mich erheben, als Potter wieder zu sprechen begann:

„Ich bin noch nicht fertig! Warum würdest du mich nicht zurückhalten, wenn ich gegen Bellatrix kämpfen will? Würde es dich stören, wenn sie dabei stirbt?“, hatte er einen scharfen, harten Ton angenommen.

Potter konnte auch anders, wenn er wollte, auch Potter schien sich wirklich geändert zu haben, wenn er davon sprach oder überhaupt in Betracht zog, dass Bellatrix in einem Kampf mit ihm sterben könnte.

Ich lachte laut auf, nein, die Frage hatte ich wirklich nicht erwartet und ich erlebte, wie Potter bei meinem Lachen verwirrt die Stirn runzelte. Okay, vielleicht würde dieses Gespräch doch noch mal interessant werden, denn dass er über meine Aussage, dass Hermione zur Familie gehörte, noch grübeln würde, da war ich mir sicher.

Familie war halt nicht gleich Familie, das würde er schon noch lernen.

„Ich hasse Bellatrix. Sie ist so was von nervig und ätzend, seitdem wir sie aus Askaban geholt hatten, ja, schau nicht so entsetzt, Potter. Befehl des Lords... Außerdem ist sie leider Familie, aber zum Glück nur über meine Mutter, das zählt nicht so sehr. Also, nachdem wir sie aus Askaban geholt hatten, hat sie zuerst bei uns gewohnt, aber Vater hat sehr schnell dafür gesorgt, dass sie wieder in ihr eigenes Haus zieht. Echt, der kann sie auch nicht leiden. Ich kann jeden verstehen, der Bellatrix an den Hals will. Wer hat schon gerne so eine Verrückte im Haus?“, sprach ich mit Ekel in der Stimme, diese Frau konnte einen in den Wahnsinn treiben.

Potter schien sichtlich geschockt zu sein, dass auch ich die gute Bellatrix nicht leiden konnte. Dies hätte er wohl nicht gedacht. Mal abwarten, was jetzt noch kam, denn Potter warf ja interessante Themen auf. Er reagierte aber nicht wie noch vor Tagen und sprang geschockt auf, doch sein Entsetzen war deutlich zu erkennen.

„Du warst dabei, als die Death Eater geflohen sind? Da kamen doch so viele Auroren um, du bist doch ein Death Eater?“, fragte er atemlos und wirkte mitgenommen, doch ich unterbrach ihn harsch. Fing er schon wieder damit an. Noch nicht, Potter, noch nicht… aber es würde noch kommen!

„Potter, ich tue, was getan werden muss, um zu überleben, genau wie Hermione. Ich muss dich nicht daran erinnern, dass auch sie schon getötet hat, oder? Ja, da waren Auroren, die gestorben sind, das war leider nicht zu verhindern. Du hast ja keine Ahnung, wie es in einer wirklichen Schlacht aussieht, da kämpft man nur darum, dass man selber da lebend rauskommt. Und ich sage es dir noch einmal ganz deutlich: Ich bin kein Death Eater und du solltest nicht den Fehler machen, von meinem Vater auf mich zu schließen. Ich bin kein netter Mensch, Potter, das ist Hermione auch nicht, wie sie dir ja schon gesagt hat, aber die Umstände lassen es auch nicht anders zu. Dein Umfeld, in dem du aufgewachsen bist, so trist es auch sein mag, hat aus dir das gemacht was du bist und meines, das was ich bin. Wir können nur versuchen, daraus das Beste zu machen. Ich tue das, was ich tun muss, genau wie Hermione. Wir können aus unserem Umfeld nicht heraus, denn außer den Umständen, die wir nicht, nun ja, mögen, oder sogar hassen, gibt es auch Menschen, die es wert sind, geschützt zu werden und daher setzen wir uns dafür ein. Jeder sollte das Beste aus dem machen, was ihm geboten wird und wir tun dafür, was nötig ist. Und auch du weißt das schon, oder warum hast du vor den Auroren gelogen, ihnen nicht gesagt, dass Hermione die Kröte auf dem Gewissen hat?“, setzte ich ihm ungewohnt intensiv auseinander und ließ meine Aussage sacken.

Dinge wie Familien, die sich durchsetzen und dass es andere gab, die mit einem kämpften, musste er erst lernen. Dass ihm bei seiner Kindheit vieles entgangen war und er nicht unbedingt das beste Bild vom Leben hatte, alles erst mal skeptisch betrachtete und vielem mit großer Vorsicht gegenüber stand, war ihm wohl unter den Umständen nicht zu verübeln.

Ein Wunder, dass er trotzdem so großes Vertrauen in einige Menschen hatte aufbauen können und Hermione so nah an sich herangelassen hatte. Eine große Leistung von Hermione, aber wenn ich es so recht bedachte, hatten sie wohl eine zu ähnliche Vergangenheit und waren sich unter anderem deshalb so zugetan. Dass Potter bei Hermione Halt suchte und fand, den er in seiner Familie nie bekommen hatte, verstand ich sehr gut, denn er war nicht so ein starker und reifer Charakter wie Hermione.

Er hatte nicht von klein auf zu kämpfen begonnen, sondern hatte sich in sein Schicksal ergeben, das mussten wir unbedingt ändern, er musste kämpfen, aber da war er wohl in den letzten Jahren schon durch eine harte, aber gute Schule gegangen. Ohne Hermione wäre er sicher aufgeschmissen gewesen.

Die Heldentaten, die der ach so gefeierte Potter in den letzten Jahren begangen hatte, sah ich seit dem Wochenende in einem etwas anderen Licht. Er hatte nie der Held sein wollen, das hatte ich wahrlich begriffen, trotzdem mochte ich ihn noch immer nicht.

Er hatte eindeutig eine Art an sich, die Dinge unbewusst zu führen und auch an sich zu reißen, die ganz anders war als meine kalkulierte Art und das gefiel mir nicht. Nur ich gab in unserer kleinen Gruppe den Ton an, wenn ich das überhaupt jemand anderem zugestehen würde, dann Hermione, aber nicht ihm. Und so war ich mir bewusst, dass wir noch viele Kämpfe austragen würden und Potter wahrscheinlich nicht mal verstehen würde, warum genau ich mich weiter mit ihm anlegte.

Während ich mir die vielen neuen Informationen, die ich in der letzten Zeit über ihn und auch über Hermione bekommen hatte, noch mal durch den Kopf gehen ließ, beobachtete ich ihn genau.

Ich bemerkte, dass er von Unglauben über Entsetzen bis hin zum Nachdenken umschwenkte, Argumente wirkten bei ihm wohl wirklich am besten. Seine nächste, sehr kalt gestellte Frage überraschte mich dann doch sehr:

„Wie viele gingen auf dein Konto?“

Nun gut, wir waren ja schon bei den offenen Beichten, naja fast offen, die letzte Wahrheit gehörte immer noch Hermione, aber das war etwas von mir, das konnte ich ja erzählen, aber zuvor musste ich noch etwas tun.

Ruhig begann ich zu sprechen, während ich meinen Zauberstab zog.

„Bevor wir weiter sprechen, Potter, will ich einen Zauber über dich legen, du kannst verstehen, ich muss mich, uns alle hier, absichern, dass du nichts ausplaudern kannst. Hermione hat den Zauber entwickelt und er schützt uns alle. Nicht dass du willentlich was verraten würdest, aber man weiß ja nie, also, darf ich?“

Ich brauchte ja schließlich sein Einverständnis und zu meinem Erstaunen sah ich Erkenntnis in seinen grünen Augen aufleuchten.

„Ich kenne den Zauber, Snape hat ihn schon über mich geworfen!“

Das überraschte mich nun doch, was hatte Severus mit ihm zu tun, dass er diesen Zauber sprach und welche Namen hatte er eingeflochten? Das war wichtig.

„Wen hat er in den Zauber eingeschlossen?“, fragte ich interessiert nach.

„Hermione und sich“, erklärte er knapp.

„Okay, dann muss ich das erweitern, bist du einverstanden?“, fragte ich ruhig und hoffte, er würde jetzt zustimmen.

Er nickte und das reichte mir. Ich richtete den Zauberstab auf ihn, sprach „Credere Tacientiae“ und fügte meinen Namen, die der Twins, Blaise, Daphne und Astoria und letztendlich, vorsichtshalber auch den von Vater an, was Potter erst ruhig, dann aber mit wachsender Überraschung und schließlich wohl auch leicht geschockt aufnahm, aber sicher war sicher und sollte er über Vater etwas erfahren, waren wir geschützt.

„Warum hast du deinen Vater mit einbezogen?“, wollte Potter wachsam erfahren.

War ja klar, dass ihn das als erstes wurmte, aber gut, darauf konnte ich kurz antworten, ihm sogar zum Teil meine wirklichen Beweggründe offenbaren.

„Na, wir reden hier über Death Eater-Aktivitäten und über Dinge, die mein Vater angestoßen hat, daher habe ich ihn eingeschlossen. Wenn du mehr über ihn erfährst, will ich nicht noch mal einen Zauber sprechen, oder mir Sorgen um deine Verschwiegenheit machen müssen. Ich sagte doch schon, ich kümmere mich um meine Familie.“

Dies schien Potter einzuleuchten und er nickte, worauf ich geschäftig fort fuhr:

„Gut, du wolltest wissen wie viele es waren? Auf mein Konto gingen fünf und ich bin nicht stolz darauf, aber es musste sein.“ Ich trank daraufhin noch einmal einen Schluck, während ich ihn aufmerksam in den Augen behielt.

Er blickte wahrlich geschockt aus der Wäsche, aber er fuhr nicht gleich aus der Haut, ging nicht so in die Luft wie ich es gedacht hatte.

„Und du bist wirklich kein Death Eater? Warum tust du das dann?“, fragte er nervend weiter.

Ich riss entnervt meinen Ärmel hoch und streckte ihm meinen weißen, unversehrten Unterarm hin.

„Hier, Potter, begreif es endlich! Und warum ich das tue, das sollte dir doch mittlerweile klar sein, weil ich es tun muss!“, fuhr ich ihn entnervt an.

„Damit kannst du dich doch nicht immer herausreden, Malfoy, du hast ganz sicher eine Wahl!“, kam es nun einfältig und protestierend von ihm.

Ich lachte trocken auf und spuckte aus: „Schön wär´s!“

Jetzt sah er mich noch überraschter an und ich begann ruhig zu erklären, wow, damit kam man nämlich wirklich weiter bei Potter.

„So wie du der Held sein musst, hab ich sogar langsam kapiert, dass du das nicht sein willst, aber so muss ich auch die Erwartungen erfüllen, die meine Familie in mich setzt und es ist ja nicht alles schlecht, was meine Familie tut, glaub mir das, Potter. Es hat alles Vor- und Nachteile und sollten die Nachteile zu überwiegen anfangen, muss man halt etwas dagegen tun. Du musst egoistischer werden, Potter, sehen dass du heile aus allem rauskommst, genau wie Hermione es tut! Ohne ihren Egoismus und ihre Weitsicht wärt ihr aus einigen Situationen nicht rausgekommen und ohne meine Hilfe wärt ihr nie aus dem Büro der Kröte entkommen!“

Dass Potter wahrlich nicht der Held sein wollte und in sein Heldentum genauso unvorbereitet rein gestolpert war wie in die Zauberwelt und dies nur, weil seine Familie quasi nichts von ihm erwartete oder nur, dass er genauso anormal wurde wie seine Eltern, bedeutete noch lange nicht, dass es bei anderen nicht anders war.

„Aber… wie, was? Was hast du da getan, dass wir entkommen konnten?“ Ja, ich hatte ihn wieder geschockt und erklärte nun weiter:

„Hermione schafft es halt mit mir zu kommunizieren, auch wenn wir nicht reden, wir sind uns sehr ähnlich.“ Ich dachte daran, wie Hermione sich verschlagen an mich gepresst hatte und ich zwar instinktiv, aber richtig gehandelt hatte. „Und was glaubst du, wer die Slytherins im Zaum hält? Oder ruf dir mal eure Ministeriumsaktion in den Kopf und das Verhör der Auroren. Was meinst du, wer die Slytherins dazu gebracht hat, einfach nur die Wahrheit zu sagen und so euch, Gryffindors, zu helfen?“

„Du hast uns wirklich unterstützt?“, fragte er nun ungläubig. Ich hatte schon gehofft, er hätte wenigstens diesen Punkt jetzt verstanden, aber wohl falsch gedacht.

„Potter, begreif´s doch endlich, ich weiß, das war sehr viel Neues in wenigen Tagen und ich erwarte nicht, dass wir Freunde werden, Gott bewahre, das will ich auch nicht, aber kapier einfach: Ich bin nicht der Böse und wenn es um Hermione geht, dann tue ich alles was in meiner Macht steht um sie zu schützen. Sie brauchte zu diesem Zeitpunkt Hilfe, da musste sie gar nichts sagen oder nachfragen, es war selbstverständlich, dass ich meine Stellung bei den Slytherins dafür nutze, um ihr zu helfen, indem sie einfach nur die Wahrheit sagen!“, erklärte ich ihm ruhig, aber sehr eindringlich.

Ich musterte ihn aufmerksam, wollte wissen, ob er es begriffen hatte, doch er nickte nur, jetzt abwesend, und schien mal wieder nachzudenken. Wohl ein Dauerzustand bei ihm, in den letzten Tagen, aber gut, so setzte er sein Hirn wohl endlich mal ein. Ich wartete noch etwas, aber da er nichts mehr sagte, nun offensichtlich wieder nur nachdachte, würde ich jetzt gehen. Ich erhob mich und nahm meinen Umhang, denn ich hatte ja nicht ewig Zeit und auch wenn das Gespräch mit Potter amüsant gewesen war, wollte ich jetzt lieber bei Hermione sein.

„Ich gehe dann, bei dir rattert es ja gerade nur so, also, bis dann!“

Ich schritt auf die Wohnzimmertür zu, als ich hörte, dass Potter sich erhob und mich zurückhalten wollte:

„Malfoy, warte!“

Ich drehte mich nochmal um und musterte ihn abwartend. Sah, wie er wohl um Worte rang und zog unwillig eine Augenbraue nach oben, während ich die Arme vor der Brust verschränkte. Der machte es wirklich spannend, doch dann sprach er endlich, sogar recht eindringlich und hart, wobei er auf mich zutrat.

„Ich warne dich nur einmal, Malfoy. Ich werde dich im Auge behalten. Ich stehe zu Hermione, akzeptiere, auch wenn es mir schwerfällt, dass sie sich dich ausgesucht hat, auch wenn ich noch nicht ganz verstehe, warum! Aber ich vertraue ihr. Was du mir heute erzählt hast gibt mir vieles zum Nachdenken, noch mehr, da komme ich wohl die nächste Zeit nicht drum herum, aber nun gut. Meine Meinung über dich steht noch nicht, wir werden sehen, ob deinen Worten weiter Taten folgen, dann urteile ich. Es war absolut mein Ernst, dass ich nicht hin und her schwanke, sondern Hermione immer unterstützen werde und so werde ich sie auch nicht alleine unter euch Schlangen lassen. Egal was sie tut, sie ist meine Schwester und ich stehe zu ihr!“

Gut, endlich hatte er es und enttäuschte Hermione nicht, tat das, was sie gehofft hatte. Da hatte unser Gespräch doch was gebracht und dass er mir nach ein paar Gesprächen und unseren kurzen Zusammentreffen nicht gleich traute, sprach auch irgendwie für ihn. Ein bisschen keimte sogar Respekt in mir ihm gegenüber auf, denn endlich schaffte er es mal, überlegt, fest und sicher aufzutreten und seine Meinung zu verkünden, die er zuvor sogar gut durchdacht hatte.

Er blieb skeptisch und wenn er mich an meinem zukünftigen Verhalten, meinen Taten messen wollte, gerne, da würde er noch mehr Überraschungen erleben, schließlich hatte er schon heute und in den letzten Tagen sehen müssen, dass ich nicht der war, für den er mich hielt, ich hatte viele Gesichter, wie alle Malfoys. Außerdem zeugte dies wieder davon, dass er überlegte und erwachsener wurde, was dringend nötig war.

„Gut, Potter, dann tust du endlich das, was Hermione von dir erwartet, was sie verdient, nämlich sie zu unterstützen. Und dass du mich an meinen Taten messen willst, die du jetzt, nachdem du mehr weißt, sicher anders bewerten wirst, finde ich gut. Also, das wäre es dann sicher für heute. Ich muss jetzt wirklich los!“

Ich wollte gehen, drehte mich um, doch auch diesmal hielt er mich zurück, hielt mich am Arm fest. Mensch, was kam denn jetzt noch?

„Was ist noch, Potter?“, fuhr ich ihn unwirsch an, doch er trat keinen Schritt zurück und musterte mich unergründlich.

„Warum hilfst du den Twins? Was erhoffst du dir davon?“, fragte er schließlich skeptisch.

Ah, dass die Twins so vehemente Fürsprecher für mich waren, schien ihm wohl Kopfschmerzen zu bereiten, aber dass ich ihnen half hatte einen einfachen Grund, den ich ihm nun auch noch nannte, war ja heut eh schon egal, nach so viel Offenheit.

„Ich mag sie, ganz einfach. Ich finde es gut, wie die zwei Chaoten unbeirrt ihren Weg gehen, tun und lassen was sie wollen. So viel Selbstbewusstsein muss man einfach unterstützen und du musst zugeben, Molly Weasley ist keine wirkliche Hilfe für ihre Kinder. Sie ist eher ein Plage und die Twins sind schließlich erwachsen!“

Den letzten Satz spuckte ich angewidert aus, denn wie diese Glucke ihre Kinder bevormundete, es besonders bei den Twins versuchte, weil sie nicht in den Bahnen liefen, die sie sich für diese vorgestellt hatte, war doch echt nervig. Die beiden waren erwachsen und verdienten wahrscheinlich in einem Monat bald mehr als ihr Vater in einem Jahr.

Er schien nun wirklich sprachlos und das nutzte ich aus und verließ eilig das Wohnzimmer. Im Gehen, aus dem Flur, rief ich noch:

„Bis demnächst!“ Dann sah ich zu, dass ich verschwand, bevor Potter noch mehr Fragen einfallen konnten. So im Nachhinein kam mir der schockierende Gedanke, dass er Vater in seiner nervtötenden Art durchaus zum Teil Konkurrenz machen konnte.


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Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch