
von queenie
113. Die Strafe
Severus Sicht
„HA, das weiß ich sogar ohne Fluch, komm ich „apparier“ uns!“, ergriff ich entschlossen seinen Arm und schon kamen wir vor ihrem Haus in London an, das für uns nicht mehr sichtbar war, aufgrund des Blutschutzes.
„Nette Straße… schöne Stadthäuser, hier hat sie gewohnt?“, fragte Lucius mit bedacht und dabei sah er sich wohlwollend um, aber bevor ich antworten konnte, sahen wir sie um die Ecke kommen.
Ihr Gang war fest, sie trat bestimmt auf. Sie tupfte zwar noch immer über ihr Gesicht und spielte ihre Rolle bis zum Ende hin weiter. Sie war ein schlaues Mädchen, denn, wenn sie sie weiter beobachten, dann wäre sie immer noch das Unschuldslamm, dumm war sie wirklich nicht.
Ich fühlte Lucius Hand fest und unnachgiebig auf meiner Schulter, als er nun rücksichtslos vorwärts drängte. Wie es schien wollte er unbedingt in das Haus gelangen, das sollte kein Problem sein und so beobachteten wir wie sie sich einem, für uns unsichtbaren, Haus nährte.
Sie schloss mit einem Schüssel die Tür auf und schon geriet Lucius in Aktion. Er ergriff meine Schulter noch bestimmter und komplimentierte mich nah an Hermione, die in dem Augenblick, als sie die Tür öffnete, unsere Nähe fühlen musste, den ihr erschrockener Blick zuckte sofort über ihre Schulter aber schon flog sie wieder wenig sanft durch die Tür.
Nur hatte ich, sie dieses Mal nicht gesoßten, sondern ein mehr als aufgebrachter Lucius, der so stürmisch gedrängt hatte, das nicht nur sie flog, sondern er selbst stolperte durch die Schwelle und fiel auch direkt auf sie drauf.
Da wir uns ja alle berühren mussten um es durch den Schutz zu schaffen, Nun blickte ich auf den Boden und auf beide während ich ruhig und beherrscht die Tür geschlossen hatte. Ich zauberte mich in einer geschmeidigen Bewegung wieder sichtbar, da ich nicht das Gleichgewicht verloren hatte, anders als mein Begleiter, da war wohl Lucius einfach zu Ungestüm gewesen, so sprach ich nun auch Lucius wieder sichtbar.
Sie stöhnte überrascht auf, als sie so unerwartet auf den Boden aufschlug, denn abrollen konnte sie sich dieses mal nicht, da Lucius ihren Rücken als nette Matratze benützte und so lagen beide aufeinander und übereinander. Sie versuchte sofort unter Lucius hervor zu krabbeln, als er sich mit den Händen leicht abstütze, konnte man gar nicht so schnell schauen, wie sie versuchte über den hellen Holzboden auf allen vieren unter ihm hervorzukommen und davon zu eilen.
Aber als dies Lucius bemerkte, knurrte er wütend auf, was sich nicht wirklich gut für sie anhörte, was sie wohl ganz ähnlich sah. Er richtete sich noch weiter auf und grabschte mit seiner Hand grob nach ihren Fußknöchel. Als er ihn erwischte, zog er ihr mit Schwung die Hände unter den Füßen weg. Sie verlor den Halt und prallte wieder auf dem harten Boden auf. Er schleifte sie auf den Holzdielen rücksichtslos zu sich, was sich jetzt netter anhörte als es war, da sie wild um sich trat und versuchte Lucius Hand von ihrem Gelenk abzuschütteln, dabei schrie sie leicht auf. Lucius verkniff über ihre Gegenwehr nur wütend die Lippen zu einem schmalen Strich, ließ sich aber nicht beirren, währenddessen lehnte ich an der innen weißen Eingangstür, verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete interessiert das Schauspiel zu meinen Füßen.
Das Biest trat weiterhin fest um sich und Lucius musste aufpassen ihren Schuh nicht ins Gesicht zu bekommen, aber er war körperlich eindeutig Herr der Lage, da sie sich umdrehen wollte, was er nicht zuließ und so zog er das sich wehrende Bündel immer näher über den Boden zu sich her. Als er sie soweit hatte, dass er sie packen konnte, ließ er sie ganz plötzlich los und setzte sich auf den blanken Boden und in einer einzigen geschmeidigen Bewegung zog sie sich über seinen Schoß.
Zu meinem Erstaunen ergriff er ihren hochgerutschten Rock, den er mit einem einzigen bestimmten Ruck aufriss. Das zerreißende Geräusch des zerfetzten Stoffes, das „Ratsch“, hallte wie eine Dröhnung von den hohen Wänden des Stadthauses wieder und Hermine quiekte erschrocken auf, als nun die Luft über ihre befreiten Pobacken strich und ihren schwarzen Slip offenbarte.
Ich hob verwundert meine Brauen, was hatte Lucius vor?
Doch schon schoss seine Hand unbarmherzig auf ihr Gesäß zu um mit einem lauten „Klatsch“, einen knallroten Abdruck auf ihrem kleinen, aber so prallen und hellen Po zu hinterlassen. Sie stöhnte schmerzhaft auf und erschlaffte dann, als sie der nächste Schlag traf.
Lucius saß hier im Flur auf dem Boden, sie lag äußerst unbequem quer über seinen Schoß und er lebte seine Wut ausgesprochen leidenschaftlich an dem Hinterteil von Hermione aus. Schlag für Schlag ging mit einer unglaublichen Präzision, begleitet von einem lauten Zischen, auf ihr Gesäß nieder.
Er legte eine unheimliche ruhige Detail Verliebtheit an den Tag, wartete mit jedem neuen Schlag genau so lange, dass der Schmerz nicht, den des vorherigen überdecken konnte, platzierte die einzelnen Schläge so, dass nicht nur die gesamte Fläche ihrer Hinterbacken, sondern auch der Ansatz der Oberschenkel betroffen war und er schlug genau so fest zu, wie er konnte.
Es klatschte immer wieder in einem stetigen Rhythmus auf ihr Fleisch, das immer röter erstrahlte und sie zuckte sehr wohl unter seinen Schlägen zusammen, aber ich registrierte auch interessiert, das sie sich anscheinend in einem Arm biss, um ihre schmerzhaften Laute zu dämpfen um ihm nicht die Genugtun zu liefern, das er ihr Schmerz zufügte.
Ich tat nichts, warum auch?
Sie hatte Strafe verdient und es schien Lucius gut zu tun, sich an ihr auszutoben. Wo er sich doch so eschauffiert hatte, als sie abgehauen war, auch mir war kurzzeitig das Herz stehen geblieben über ihr unerwartetes entschwinden. Und auch mir hatte sich die Frage aufgedrängt, warum sie uns nicht gefragt hatte!
Ein Wimmern war nun von ihr permanent zu hören und selbst Lucius müsste es mittlerweile schwer werden die Hand aufs Neue zu heben. Jetzt endlich beendete er nach langen Minuten die Strafe, ließ schweratmend seine Hand auf ihrem geschundenen Fleisch liegen und in der darauf folgenden zu lastenden Stille verharrte wir, da nur noch sein Atem und ihr Wimmern zu vernehmen war.
Einige lange, weißblonde Haare hatten sich aus seinem magischen Zopf gelöst und er sah für seine Verhältnisse regelrecht derangiert aus. Plötzlich kam doch leben in ihm, als er sie nun umdrehte, während sie mitging um dann auf dem harten Holzboden zum Liegen kam, stöhnte sie leidend auf und blickte uns aus erstaunlicherweise trockenen Augen vorwurfsvoll an.
Nun erkannte man auch, dass ihren Arm eine blutende Bisswunde zierte, dabei war ebenso ihr Mund ganz blutverschmiert. Sie blickte von ihrer liegenden Position auf uns mit immer harter werdenden Blick, was Lucius dazu brachte wütend aufzuknurren, um sich jetzt über sie zu beugen. Da packte er, sie grob am Reveres ihres Blazers damit er sie daran hochzuziehen konnte, so dass auch hier noch ein Knopf absprang. Er begrub sie halbnackt, wie sie war, fast unter sich und brachte nun sein sehr grimmiges Gesicht drohend nah an sie heran.
„Was fällt dir, Mudblood überhaupt ein, das Manor ohne Erlaubnis zu verlassen!“, zog ein eisiger Hauch durch seine mühsam, von unterdrücktem Zorn bebende, Stimme.
Da schloss sie ergeben und erschöpft die Augen, wie es schien war das der Anlass, das Lucius sie unsanft losließ und sie wieder komplett mit dem Oberkörper auf dem Boden aufschlug. Als nun auch ihr schmerzendes Hinterteil aufkam, entlockte ihr dies ein leises Wimmern. Sie lag jetzt flach auf den Rücken und er griff wütend in ihr Haar, zog daran brutal daran, was dazu führte, das sie laut aufschrie und ihre Hände automatisch nach oben fuhren, ihn an seinen Handgelenken umgriff, während sie die Augen sofort wieder aufriss.
„AHAHARR… bitte…“, hauchte sie da nur stotternd, was ihn ein böses Grollen ausstoßen ließ, aber schon legte er seinen Mund auf ihren blutigen und küsste sie wild und unbarmherzig.
Sie stemmte ihre Hände gegen seine Brust, versuchte den Unterkörper in der Luft schweben zu lassen um nicht erneut im ihrem Hintern den Boden zu berühren, es sah sehr erheiterungswürdig aus, was da vor meine Augen passierte. Lucius derart außer Rand und Band, sah man nicht alle Tage und dann musste man das genießen, dass er die Contenance verloren hatte, damit würde ich ihn Jahrelang aufziehen können.
Aber was sagte ich immer, mir glaubte ja nur keiner, das Biest war eine Gefahr für jeden! Hörte er auf meine Wahrungen? Nein, dann musste er es selbst lernen, zog ich mein süffisantes Resümee über dieser Tragikomödie zu meinen Füßen.
Er wurde immer zudringlicher, fordernder, sie versuchte immer verzweifelt von ihm wegzukommen, was dazu führte, das er ihren Kopf nur noch fester, wie in einem Schraubstock gleich, hielt und versuchte, sie immer mehr unter seinem Körper zu begraben. Nun, das würde Draco, wenn er hier wäre, gar nicht gefallen und mir gefiel es auch immer weniger.
Wo würde das Enden, fragte ich mich da unwohl und so entschloss ich mich aufseufzend doch zu helfen. Ich trat neben das auf dem Boden ringende Paar und hob wie nebenbei Lucius Gehstock auf, den er fallengelassen hatte und wagte es nun, ihn zu stören.
Ich klopfte damit bestimmt auf seine Schultern um kundzutun, das ich auch noch hier war.
Aber er ließ sich nicht beirren, eine seiner Hände griff nun zielsicher nach ihrer noch verpackten Brust, ach nein… das war ja interessant. Was hatte ich mir von dem selbstgerechten, selbstverliebten Gockel, für Vorwürfe anhören dürfen. So war ich kurzzeitig versucht ihm seinen heißgeliebten Stock mit Wucht über den Schädel zu ziehen, aber so ließ ich mich mit einem Seufzer, ich tat mir selbst gerade sehr leid, auf die Knie nieder.
Ganz plötzlich packte nun derb und ohne zu zögern in sein helles, weiches Haar, riss sein Haupt grob in die Höhe, zog ihn von ihrem Mund gewaltsam weg.
„Aragh… was? Severus? Hast du sie noch alle, was fällt dir ein?“, brauste er bösartig auf und funkelte mich mörderisch aus, vor Verlangen, Begierde und Lust, fast schwarzen Augen an, als ich ihn so fest in meiner Faust hielt.
Ich ließ seine Haare nicht los, während ich mich mit seiner Wut konfrontiert sah, aber seelenruhig darüber hinwegsah, denn ich blickte nur kalt auf die beiden nieder:
„Du hast gesagt, du willst sie nicht zwingen! Wenn du deine Meinung geändert hast, auch gut… dann sag aber vorher nicht, du willst sie dir nicht einfach mit Gewalt nehmen und halte mir, das dann vor!“, kam es höhnisch verachtend von mir.
Sofort danach ließ sein Haar abrupt los, richtete mich auf und blickte in ihr Gesicht, das leicht panisch wirkte, da sie die Situation wohl wirklich an meine Schandtat, auf die ich immer noch nicht stolz war, zu erinnern schien. Er hatte sie anscheinend auch gebissen und nun blutete sie nicht nur am Arm sondern auch an der Lippe. Das Blut lief in einem kleinen Rinnsal über ihre Wange, aber weinen tat sie, wie damals, nicht, nur ein leicht verschreckter Blick lag in ihren unnatürlich geweiteten Augen.
Langsam nahmen die ungewohnt gezeigten Emotionen in Lucius Blick ab und er wandte sich regelrecht gemächlich wieder, auf die am Boden liegende Hermione zu. Er schien nicht glücklich, als er nun seine eine Hand erstaunlich vorsichtig und behutsam aus ihrem langen Haar löste und seinen Daumen über ihre arg geschundene Lippe wandern ließ, sie drehte den Kopf zur Seite und schloss ergeben die Augen, als Lucius sich langsam aber sicher zu fangen schien.
Ich bemerkte, dass das Blut von ihren Lippen an seinen Fingern klebte und er es nun kurz selbstvergessen betrachtete. Herrisch drehte er sich plötzlich halb zu mir um und hob mir seine Hand entgegen.
„Meinen Zauberstab, Severus!“, forderte er kühl.
Ich war etwas perplex, denn, was hatte er vor?
Doch ich reichte ihm wie gewünscht, den Stab. Erneut griff er nach ihrem Gesicht und zwang sie beharrlich, aber nicht allzu grob, ihr Gesicht ihm zu zuwenden, was sie ergeben tat. Sie hatte nun jedoch wieder die Augen geöffnet und sah ihm gebannt um nicht zu sagen, widerwillig entgegen.
Schließlich richtete er den Stab auf ihr Gesicht. Was zum Teufel hatte er vor? Er zielte mit dem Stab auf ihre Lippen, sprach leise einen Zauber und dann nahm ich erstaunt wahr, wie der Biss an ihren Lippen verheilte. Das tat er nicht wirklich? Als er noch mal sanft mit dem Daumen über ihre Lippen fuhr um so das Blut zu entfernen. In ihren Augen zeigte sich Verwirrung, nachdem die kurzzeitige Panik, die ich wahrgenommen hatte, als er seinen Stab auf sie richtete, gewichen war.
Er sah mich nun wieder beherrscht aus sehr kalten Augen an, nickte mir langsam zu, erhob sich schwerfällig, aber trotz allem mit unglaublicher Eleganz. Als er stand, blickte er auf sie nieder, der zerrissene, hochgeschobene Rock, der auf ihrer Hüfte saß und der gut sichtbare, freiliegende, schwarze Slip sowie der halbaufgerissene Blazer, ihr zerzaustes Haar, die Bisswunde am Arm und ihre geschundenen, roten Lippen und ihr schwerer Atem, das alles zusammen war der mehr als anrüchige Anblick, denn sie uns auf dem Boden liegend bot. Während er so auf sie hinabblickte, flackerte etwas in seinem Blick, was ich nicht deuten konnte, so stieg er wortlos über sie und steuerte auf das Wohnzimmer zu, ließ sie einfach auf dem Boden liegend zurück.
Ich betrachtete siewährend sie die Augen geschlossen hielt und so fragte ich mich, hatte sie nach mir auch so ausgesehen?
Dies wagte ich mich zaghaft zu fragen, vor allem da hier gerade eben gar nicht so viel passiert war, als damals, dies waren meine unwillkommenen Überlegungen, aus denen ich gerissen wurde als sie sich auf einmal schwungvoll auf die Seite warf, um dann sich auf alle viere zu ziehen.
Dabei reckte sie ihr knallrotes Hinterteil, das sehr erhitzt aussah, fast schon obszön in die Luft. Der Anblick sagte alles, das musste schmerzen, aber sie sagte immer noch nichts, stöhnte nur leise auf, um dann schwer aufzustehen und als sie sich umdrehte, zuckte sie kurz, da sie mich erblickte. Ich war wohl so leise gewesen, dass sie mich vergessen hatte, ich versuchte hinter diesen Blick zu sehen, aber es gelang mir zu meinem Leidwesen nicht. Ihr Blick war sogar eine Spur mit überheblicher Arroganz gewürzt, was mich immer wieder an ihr erstaunte, während ich sie nun derart derangiert vor mir erlebte. Ich riss mich aus ihrer Betrachtung und unterdrückte ein Räuspern, da ich ihr sehr nah war, hätte ich nur meine Hand austrecken brauchen um ihre Wange zu berühren, dies nicht zu tun, erforderte gerade eine unglaubliche Selbstbeherrschung von mir.
„Du solltest dich umziehen, wir erwarten dich dann und beeil dich!“, wies ich sie gewohnt barsch an und war froh, dass meine Stimme hielt.
Sie nickte sofort und setzte sich vorsichtig in Bewegung. Sie sah schrecklich aus. Mit dem zerrissenen Rock stieg sie nun die Treppenstufen hoch und entschwand meinen Blicken.
Ich schüttelte mich und streifte jedes aufkommende Mitgefühl entschlossen ab. Sie hatte gewusst wie wir waren und so folgte ich nun Lucius in den Raum, den er erstürmt hatte und erblickte ihn auf einem Stuhl sitzen. Er hatte sich wieder magisch hergerichtet, niemand hätte erkennen oder erahnen können, dass dieser Mann vor ein paar Minuten noch völlig die Kontrolle verloren hatte.
Er selbst hatte die Augen geschlossen und es wirkte als meditierte er. Was hatte ihn nur dazu veranlasst sie am Ende zu heilen? Ich wollte es wirklich wissen, aber das würde warten müssen.
Ich wagte es nicht ihn anzusprechen, schließlich war ich nicht lebensmüde. Er würde am meisten mit sich hadern, dass es so weit gekommen war und ich konnte dies nur zu gut nachfühlen. Wie man sich fühlte und wie einem zumute ist, wenn man nach so langer, beherrschter Zeit, des Seins auf einmal so vollständig die Kontrolle verlor.
Das ließ so disziplinierte Menschen, wie uns, geschockt zurück, da jede unsere nicht kühl kalkulierten Entscheidungen unser letztes Stündlein einleiten konnte. Unser Balanceakt auf dem Seil über der Schlucht, war immer sehr schmal, umso mehr schockierte es einen, wenn es passierte und es einen einholte und man die schwer aufrechterhaltene Beherrschung verlor.
Es ließ einen regelrecht erstarrt zurück.
Und gerade ein Malfoy verlor vieles nicht, nicht die Beherrschung, nicht die Kontrolle, nicht die Maske und nie und nimmer das Gesicht.
Ich war ehrlich, gegen Lucius konnte ich im Unterricht geradezu aufbrausend sein. Er war immer sehr unterkühlt, noch viel mehr als ich, sich so gehen zu lassen, geschah immer nur sehr selten, oder eigentlich nie.
Plötzlich schlug er die Augen auf und fokussierte mich starr. Ich hatte mich in eine dunkle Ecke zurückgezogen und stand abwartend in der Nähe und scheute es nicht, seinem Blick ruhig zu begegnen.
Wir sahen uns nur an, Worte waren nicht nötig. Ich verzog nur einen Mundwinkel schrecklich höhnisch und er tat es mir einen Augenblick später gleich, dann grinsten wir uns verschwörerisch an, dies war einer der seltene Momente in denen Lucius und ich uns absolut und unumstößlich einig waren, das diese Episode wieder einmal unter das Prädikat Erfahrung sammeln fiel. Außerdem waren wir uns einig, dass dieses Intermezzo Draco nicht zu erfahren brauchte, ich zweifelte nicht daran, dass das Biest dem nicht zustimmen würde.
Snape Sicht Ende
Hermiones Sicht
Ich stand in meinem ehemaligen Zimmer und betrachtete mich im Spiegel, dabei musste ich über mein Äußeres, das vollkommen durcheinander und schwer mitgenommen aussah, süffisant lächeln.
Was hatte ich erwartet?
Das… ja, so ähnlich nur, das ich dank Sn… Severus noch gut weggekommen war, denn ich glaubte nicht, das Lucius eher aufgehört hätte, als bis er sich das geholt hätte, was er seit nun doch schon sehr langer Zeit für sich haben wollte. Ich konnte froh sein, das er mir nur dies Angetan hatte was bisher passiert war. Aber es überraschte mich, dass er mich danach geheilt hatte, meine Lippen wieder hergestellt hatte, wirklich eigenartig.
So strich ich mit meinen Fingerspitzen abwesend über meine Lippe.
Ich hatte einen Schreck bekommen, als mich ein kalter Lufthauch im Nacken gestreift hatte und ich ins Nichts hinter mir gesehen hatte. Ich hatte aber sofort, in Sekundenschnelle, begriffen, dass sie da waren und mir auflauerten, um ins Haus zu kommen. Fast sofort war ich gefallen, wurde rücksichtslos aus dem Gleichgewicht gebracht, krachte auf den harten Parkettboden und ein, auf mir landender, männlicher Körper hatte mir in diesen Sekunden die Luft aus den Lungen gepresst.
Ich konnte mir vorstellen, wie gut die beiden Männer gelaunt waren und da es zwei gewesen waren, wie ich instinktiv gefühlt hatte. Mein Gefühl in der Gasse hatte mich doch nicht getrogen, sie waren da schon dort gewesen, das nannte man doch mal Glück!
Zu ärgerlich, das ich aufgeflogen war, da hätte ich ja auch gleich Farbe bekennen können, obwohl es hatte zufiel Spaß gemacht diese Banne zu brechen und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich war so dumm, das war ja klar, dieser Wasserfall war eine Signatur, wie hätten sie mir sonst, ohne mich zu berühren, in die Gasse folgen können, das war genial, ich hatte doch gesagt, das der Spruch exzellent war, darüber vergaß ich fast mein eigenes Versagen.
Als ich aus meinen Gedanken aufschreckte und wieder mein mitgenommen Spiegelbild betrachtete. Lucius schien leicht aus der Haut gefahren zu sein, so wie er sich auf mich gestürzt hatte. Ich fletschte nun die Zähne und fuhr dann langsam mit meiner Zunge über meine Lippe, dass dieser Mann immer so auf Blut stand?
Aber seine Reaktion auf meine aufgebissene Lippe konnte ich mir auch jetzt noch nicht erklären. Ich schüttelte den Kopf und blickte auf meinem Arm, in den ich gebissen hatte und der einen perfekten Zahnabdruck meines Gebiss lieferte. Als ich hörte, wie der Stoff meines Rockes riss, der nun von meinen Hüften zu Boden glitt, da war mir kurzzeitig anders geworden und als dann seine Hand mit voller Wucht, laut klatschend auf meiner Backe landete, hatte ich mir den schmerzvollen Aufschrei schwer verkneife müssen, aber das ließ mein Stotz nicht zu, absolut nicht. So hatte ich, nachdem er mich durch Sonne und Mund prügelte, meine Zähne immer tiefer in mein eigenes Fleisch gerammt und mein eigenes warmes Blut geschmeckt.
Ich dachte, er würde mir die Haut vom Knochen schlagen, als er nicht aufhörte seine Hand auf mich nieder zischen zu lassen, er hatte eindeutig Erfahrung darin, wie er den größtmöglichen Schmerz erzeugen konnte.
Wow, das tat echt weh, ich wollte bezweifeln, dass ich sitzen konnte und mir fiel partout kein Spruch ein, der mir da nun helfen konnte, zu ärgerlich aber auch. Der Clou war der gewesen, das er mich dann umdrehte und sich mehr oder weniger auf mich stürzte. Er hatte so an meinem Haar gezogen, das ich gedacht hatte, er würde es mir in Bündeln ausreißen.
Als ich dann nicht auf seine Frage umgehend antwortete, schien bei ihm etwas in seinem Blick zu reißen, als wäre ein Knoten geplatzt. Er hatte sich mit einer beängstigenden Vehemenz über meinen Mund hergemacht, die es wohl verstand mir Furcht einzujagen, so stürmisch, er hatte mich hart geküsst und als ich mich dem nicht willig hingab, hatte er animalisch, roh in meine Unterlippe gebissen und als ich Schrein wollte, hatte er die Chance genützt und meinen Mund mit einer Gewalt erobert, die ihresgleichen suchte.
Ich presste abwehrend meine Hände gegen seine starke Brust und erreichte so viel, als wenn ich versuchte einen Felsbrocken zu bewegen, das hätte ich mir schenken können, eine Hand hielt meinen Kopf im Haar schraubstockartig fest und ich versuchte meine pochende und schrecklich schmerzende Hüfte über dem Boden zu halten, da er immer mehr versuchte sich über mich zu schieben. Ich wusste, wo das enden würde, er würde dasselbe tun wie Snape.
Ja, das war klar, er hatte genauso die Kontrolle verloren, wie dieser damals als er das Mal entdeckt hatte, was hatte Lucius so wütend gemacht, das dieser so gefühlskalte Mann die Emotionslosigkeit derart über Bord warf und mich rücksichtslos bedrängte.
Auch wenn ich es nicht wollte, ich fiel kurzzeitig in einen Tunnelblick, als ich an die Schmerzen dachte, die mir Snape verursacht hatte, als er mich gezwungen hatte und ich begann vor dem was Lucius tun würde Angst zu haben. Aber ich zwang mich ganz langsam wieder mein Gehirn zum Arbeiten anzuregen, wenn ich mich nicht wehren würde, wie damals, vielleicht wäre er dann nicht ganz so grob wie Severus und würde eher zu sich finden. So dachte ich da hoffnungsvoll. Ich wollte mich gerade in mein, mir wohl vorbestimmtes Schicksal fügen, als ich urplötzlich von diesem harten, fordernden Mund getrennt wurde, der meine Lippen brutal gequält hatte.
Ich beobachtete, wie Lucius Gesicht an seinem Haar grob zurückgezogen wurde und vernahm, wie jemand zischende Laute ausstieß, die ich, durch das laute, rauschende Blut in meinen Ohren, kaum hörte.
Als ich spürte, wie er dann die Finger aus meine Haaren löste und fühlte, wie er mit seinem Daumen über meine Lippe gefahren war, da hatte ich ergeben meine Augen geschlossen und gedacht, eh schon egal, du wusstest es. Ich versuchte in der ganzen Zeit nur ganz und gar nicht an Draco zu denken!
Während er mich heilte hatte er wieder die emotionslose Maske auf, nur ganz leicht hatte ich etwas in seinen Augen aufblitzten sehen, doch ich wusste nicht was es war. Ich hatte es wirklich nicht glauben können, nachdem er so grob gewesen war, heilte er mich, zum Teil.
Der Mann war wirklich undurchschaubar, unkalkulierbar, einfach gefährlich.
Ich konnte es nicht glauben, S… Severus hatte mich gerettet, wohl aber nur aus Eigennutz, da er mit Sicherheit nicht zusehen wollte, wie mich Lucius vor seinen Augen fickte.
Ich hielt die Augen geschlossen und hatte inbrünstig und aufrichtig meinen Glück gedankt, von mir aus hätte Lucius mir nun auch den Hintern mit einem Gürtel oder einer Gerte oder was auch immer versohlen können, wenn es dabei blieb. Es war etwas aus dem Ruder gelaufen.
Aber ich würde mich dem Stellen müssen, das musste man immer und hey, was war wirklich passiert?
Mhmh… dank Severus, nichts… damit konnte ich nicht nur umgehen und leben, darüber konnte ich lachen.
Als ich mich umgewandte hatte mich Severus er große, dunkle, aber nichtssagende Augen angestarrt und ich schlucke schwer, da er mich derart intensiv musterte und dann wirkte es als wollte er etwas tun, aber der Funke erlosch so schnell in seinen Augen, wie er aufgetaucht war und so zweifelte ich an meiner Beobachtung
„Du solltest dich umziehen wir erwarten dich dann und beeil dich!“, hatte er befohlen. Auwa, schmerzte meine Rückfront Lucius hatte wirklicher sehr fest und hart zugeschlagen, wow!
Nimm´s wie es kommt, freu dich über dein sprichwörtliches Glück, musste ja auch mal sein, dachte ich fast schon hysterisch und knöpfte noch den Blazer auf und streifte ihn mir von den Schultern. Ich wandte nun einen „ratzepuntz“, und einen „episkey“, auf mich an. Dabei verschwanden wirklich alle Bisswunden und sonstigen, unwichtigen Blessuren, nur meine geschundene Haut brannte noch wie Feuer, aber nun gut, da würde ich wohl durch müssen.
Als ich mich meinem Kleiderschrank zuwandte und mir ein weitgeschnittenes, alles verhüllendes Seidenkleid im Tunika Stil herausgriff, beeilte ich mich. Ich wählte mit Widerwillen, das knielanges Kleid, lieben gerne hätte ich nach der Geschichte eine Hose getragen, aber ich war mir sicher, dass ich das auf meiner brennenden, heißglühenden Haut nicht würde ertragen können. Ich mich betrachtete, wie das grauweiß gemusterte Kleid leicht um mich fiel und leicht auf meiner geschundenen Rückfront auflag, auch die Ärmel fielen halblang über meine Arme und umschmeichelten mich. Ich richtete nun meine Haare und kämmte sie durch, ließ sie offen in mein Gesicht fallen und schlüpfte noch in graue Ballerinas und straffte mich nun innerlich.
Auf in den Kampf, ich war gespannt was mir für einen steife Brise entgegen schlagen würde.
Ich ging vorsichtig die Stufen hinab und trat, nun mit hocherhobenen Haupt, in das Wohnzimmer und registrierte, das Lucius weiter hinten im Durchgang zum Esszimmer auf einem der Stühle saß und Severus ihm Gegenüber an der Wand im Schatten verborgen stand, beide wandten mir sofort ihren stechenden Blick zu, als ich in den Raum trat.
Die Bedrohlichkeit dieser beiden Männer war beinah mit den Händen zu greifen und bescherte mir eine Gänsehaut, die ich krampfhaft versuchte niederzuringen. Als ich Lucius ehrfurchtgebietend am Tisch erlebte, wie er seinen Gehstock in seiner linken Hand rollte und Severus der so dunkel wie er war in dem Schatten fast verschwand, musste ich gestehen, dass die beiden wirklich beeindruckend waren.
Ich blieb in der Durchgangstüre stehen und blickt ihnen fest ins Gesicht, bei diesen DeathEatern wäre es tödlich nur eine Schwäche zu zeigen, das waren die Psycho-Spielchen, die sie so liebten, aber bitte, immer her damit, das konnte ich auch, so hob ich provozierend eine Braue und zuckte die Schultern und begann zu sprechen:
„Da ihr nun hier in meinem Heim seid, darf ich euch etwas anbieten?“, fragte ich höflich, ganz die perfekte Hausherrin und übersah, das Lucius mich vor ein paar Minuten noch durch Himmel und Hölle geschlagen hatte.
Beide ließen es sich so was von nicht anmerken, was sie aufgrund meiner Kaltschnäuzigkeit dachten, aber gut, so waren wir eben, schwer zu lesen. Ich setzte mich in Bewegung und ging auf die Bar zu, die sich in einer Ecke dieses Raums befand und die mein Vater immer geliebt hatte. Ich schenkte nun, da ich wusste, das Severus diese durchaus trank, zum Beispiel als er an Weihnachten bei uns im Cottage gewesen war, Muggelwiskehy ein.
Ich blickt auffordernd zu Lucius und da hob ich den Scotch hoch und er nickte, somit ging ich nun mit je einem Glas bewaffnet zu dem, mir an nächsten stehenden, Severus, der mir sein Glas aus der Hand nahm und mit seinem Daumen dabei wie zufällig über meinen Strich und mir ein leicht ironisches Lächeln schenkte, das ich kalt erwiderte, um mich dann bestimmt zu Lucius umzuwenden.
Als ich bei Lucius das Glas vor ihm auf den Tisch abstellen wollte, umfasste er es schon und ergriff dabei fast meine ganze Hand mit der seinen. Er versuchte mich aus der Fassung zu bringen, aber nein, den Gefallen würde ich ihm nicht tun und so ließ ich unter allen Umständen langsam und nicht hektisch los und ging zurück, um mir mein Glas zu holen.
„Setz dich!“, befahl er plötzlich.
„Ich denke, ich würde es bevorzugen zu stehen!“, bekannte ich bitterböse und offenbarte ein zähnefletschendes Grinsen.
„Lucius, du vergisst, sie kann sich schlecht setzten!“, kam es süffisant aus der dunklen Ecke und ich hätte ihm am liebsten mein Glass an den Kopf geschmissen aufgrund seiner Gehässigkeit.
„Oh, ich vergaß wirklich, was täte ich nur ohne dich Severus, mein Freund!“, bekannte da Lucius mit einem sehr ausgeprägten, sarkastischen Unterton.
„Das frage ich mich auch… manchmal!“, entgegnete er gehässig.
Dabei erkannte ich, dass sie mich so völlig aus dieser Unterhaltung ausschlossen, was lustig war und so nippte ich an meinem Whiskey.
Ich hatte mir eine extra große Portion gegönnt, da mich nicht nur die beiden Häscher, die ich vor mir sah nervten, sondern auch dieser glatzköpfige Columbus, der dachte, mir den Tod von Zombies anhängen zu müssen. Der sollte lieber aufpassen, dass ich ihn nicht eines Nacht in einen verwandelte, das ging ganz einfach, gab ich mich gerade meinen Gewaltfantasien hin, als:
„Ich spreche mit der Hermione… was lächelst du so… versonnen!“, wehte es mir klirrend kalt um die Ohren und ich blicke Lucius entschuldigend an.
„Verzeih Lucius, ich wollte dich nicht brüskieren… ich war kurz gedanklich abwesend!“, bekannte ich ruhig und betont höflich.
„Lässt du uns daran teilhaben, wo du gedanklich verweiltest?“, forschte der blonden Teufel lauernd.
„Wie du wünschst… ich weiß ja nicht, ob ihr auch auf dem Friedhof wart…?“, stellte ich die eher rhetorische Frage, als beiden nickten.
Ich seufzte auf, war klar gewesen „… nun dann könnt ihr euch vorstellen, dass ich mich über den Glatzkopf geärgert habe. Ich bin eben in befriedigende Gewaltfantasien zu oder auch über ihm versunken!“, gab ich unumwunden ehrlich zu und erhielt erhobene Augenbrauen von diesen so unterschiedlichen Männer, was mir fast ein Kichern entlockte.
„Um dich zu revidieren, du hast mich, oder uns nicht nur brüskiert, sondern einen schockierenden Affront uns gegenüber begangen!“, offenbarte Lucius hochtrabend.
Aber bei seinem kühlen Ton und dem eisigen Blick aus den stahlgrauen Augen, konnte es einem schon anderes werden und so wurde es mir auch anders, um dies zu überspielen trank ich schnell einen neuen, tiefen Schluck.
„Das wollte ich nicht… wirklich!“, zuckte ich die Schultern und hörte ein echt aufbauendes, abfälliges Schnauben aus einer dunklen Ecke, echt, der wollte mich nerven, hey versuchen konnte ich es.
„Hermione, du solltest dir gut überlegen zu lügen!“, zischte es so gefährlich leise von Lucius, das man meinen konnte, er hätte nichts gesagt, aber ich nickte nur brav. „Noch einmal, warum hast du diesen Affront begannen?“
Ich begann auf und ab zu laufen, da ich mich dank dieses eingebildeten, blonden Pfaus nicht hinsetzten konnte und funkelte nun sehr aufgebracht zu ihnen hinüber.
„Warum? Warum, soll ich euch groß sagen, dass ich zur Beerdigung gehe. Ich wollte nicht, so schön ist das nicht und Draco wusste es, er konnte mich halt nur nicht begleiten was wohl auch besser war, nicht das ein Ordensmitglied uns gemeinsam sieht!“, wehrte ich mich mit erzwungener Logik.
„Das du deine Eltern beerdigst ist nicht von Belang!?“, zeigte ein eisiger Hauch im Ton von Lucius seinen Unglauben und ich bremste abrupt.
„Was Lucius? Willst du jetzt so tun als würdest du für mich trauen?“, fuhr ich ihn ungehalten an, ja ich war sauer.
„Nun, sagen wir es mal so, du wirkst nicht sehr traurig! Liegen sie da wirklich drin? Wenn es so ist, können wir heute gerne noch nachschauen!“, mische sich Severus lauernd ein.
„Das sollte ja nicht dein Problem sein!“, entgegnete ich aufgebracht, um mich dann gleich selbst zu maßregeln, sollte er doch schauen!
„Aber bitte, schau in den Sarg… du wirst sie dann sehen, aber ich muss mir, das dann hoffentlich nicht geben!“, wehrte ich brüsk ab.
Dabei warf ich einen schnellen Blick auf Severus und wusste nicht, was das Glimmen in seinen Augen bedeutete. Er wäre schockiert und nicht glücklich, wenn meine Eltern in den Särgen lagen, denn dann würde er denken, ich hätte sie über die Klippe springen lassen. Aber etwas Besseres, als wenn alle dachten, dass sie wahrlich und wahrhaftig tot wären, konnte mir nicht passieren. Und dieses Schweigen schuldete ich meinen Eltern, nachdem ich ihnen schon ihre Vergangenheit genommen hatte.
„Es ist mein Problem, da du zu uns gehörst!“, hisste Lucius nun sehr endgültig auf und schlug mit Wucht auf den Tisch, auwa, also langsam musste ihm doch mal die Hand wehtun verdammt!
„Dann freu dich, für mich gibt es somit nur noch eine Familie!“, meinte ich nun sehr unterkühlt und blicke ihn eindringlich und ohne Scheu an.
„Jaaaaa… die Frage ist nur, was ist passiert?“, fragte er bedrohlich, schlug in die gleiche Kerbe wie Severus.
„Was soll passiert sein? Vater war zu blöd sein Auto richtig zu steuern und hat es geschafft die Klippen von Dover hinabzurasen… nun wäre ich alleine, hätte ich nicht euch!“, meinte ich zum Ende hin regelrecht süffisant.
„Die alles entscheidende Frage ist doch nur, was hast du damit zu schaffen?“, bohrte er drohend weiter nach, oh, wie er nervte.
„Was wohl Lucius?... Muss ich dazu wirklich noch etwas sagen!“, schenkte ich ihn einen entschiedenen Blick und wandte mich ab.
Ich blickte aus dem Fenster, in den Garten und sah auf das kleine Gartenhäuschen. Ich hoffte, das Severus und Lucius die nekromantische Magie nicht wahrnahmen. Ich wusste nicht, wie lange und stark sie anhielt. Als ich mich resolut umwandte und bemerkte, wie Lucius gerade etwas sagen wollte, aber ich kam ihm zuvor.
„Können wir das Thema „ELTERN“, nicht fallen lassen, sie sind nicht mehr…“, bat ich da flüsternd unerwartet bewegt und registrierte, wie er mich aufmerksam musterte, er schwieg lange.
„Du willst die Lebensversicherung?“, ging er auf seine ganz eigene Art auf meine Bitte ein.
Ein Umstand der mich erstaunte, aber erfreute, vielleicht akzeptierte er mein Schweigen.
„Natürlich, sie steht mir zu!“, meinte ich hochmütig.
„Warum? Um eines wirst du dir in deinem Leben nie Sorgen machen müssen und das ist Geld!“, brachte er versnobt hervor, darüber funkelte er mich an, als er nun von dem scharfen, tiefdunklen, bernsteinfarbenen Scotch trank.
Er beeindruckte mich durchweg. Er wirkte so völlig kalt und unnahbar, das er mir bis vor wenigen Minuten noch einen verteufelt aufbrausende und gefährliche, andere Seite von sich offenbart hatte, dies ließ mich schlucken, aber ich wollte hier kein Jota nachgeben.
„Prinzipen!“, war dies meine prägnante Antwort woraufhin er die Schultern zuckte.
„Ich verstehe immer noch nicht, woher du erstens den Geheimgang kanntest und wie du es geschafft hast alle Barrieren zu überwinden!“, hielt er zielstrebig auf den Punkt zu, der ihn am meisten ärgerte und an seinem aufgeblasenen Ego kratzte.
Das Schlimme war nur, er konnte es sich erlauben so überheblich zu sein, den er tat nicht nur so, er war auch so, wie er sich gab, eine machtvolle, beeindruckende und gefährliche Persönlichkeit und seit den Geschehnissen im Flur, hielt ich wohlweißlich Abstand zu ihm.
„Nun Hogwarts ist so alt, wie das Manor und da wimmelt es von Geheimgängen und da bin ich ein bisschen im Manor gestreunert…“, musste ihm ja nicht unter die Nase reiben, das ich die Unterlagen in der Bibliothek entdeckt hatte. „Und nun, die Barrieren waren echt gut Lucius und der letzte Bann unglaublich, ein Meisterwerk. Ich gratuliere wohl euch beiden zu diesem brillanten Bann… ein bisschen länger und dieser blöder Wasserfall hätte seine anhaftende Spur verloren. Ich glaube, ich weiß schon was Severus da für eine ausgefuchste teuflische…“, verlor ich mich in meinen Gedanken und kaute nachdenklich auf meiner Lippe, ja so langsam kam ich dahinter, was er alles eingebaut hatte, aber da war ein gedanklicher Fehler.
Wie hatte ihm das passieren können, wen er die Arithmantische Formel an einem Beispiel, ich schätzte mal grob die Größen und Maße, die ich für den Aufbau des Bannes in dem Tunnel benötigen würde:
50 (Mu)= 1E (Za). Man rechnetet: 50= 36+14.36 dies wird dann gebündelt und als 1 in die nächste Stelle geschoben. Ich rechnete nun die Aufgabe von eben, die ich schon im Kopf gehabt hatte, 19691 (Mu)= F6Z im Zaubersystem. O+Z= 1N.N zu schreiben und 1 in den Übertrag. Der Rest wie gewohnt. Subtraktion und Multiplikation, die Subtraktion ist so und so dasselbe, wie die Addition, nur rückwärts.
Ja, genau, es nahm im meinen Geist Formen an, das war ein guter Ansatz, wenn man die ganze Gitterstruktur auf eine andere Ebene hob, wäre der Bann so gut, wie wirklich unaufhebbar, da man ihn mit dem Ganzen bündeltet. Genau, er hatte diesen einen, entscheidenden Schritt, übersehen, da ich aber aus der Muggelwelt kam und die Verwendung andersherum betrachtete, da im Muggelsystem immer bei der 10 gebündelt wurde und ich dann erst alles in das Zaubersystem der Aritmantik übersetzte, ergab es für mich einen andern Sinn, spannend, so wäre es ein wünschenswerter Schutz für das Manor.
„Hermione… Hermione… verdammt, wirst du wohl jetzt antworten!“, schreckte ich aus meinen geistigen Berechnungen auf, in die ich abgedriftet war und blickte mit leicht glasigen Blick auf Lucius.
„OH….entschuldige, ich hab nur gerade den Fehler im Bann nachgerechnet…“, wedelte ich mit meiner Hand nun ab, sah aber aus den Augenwinkeln, wie bei der Aussage sich Severus noch ein wenig mehr aufrichtete „… aber du wolltest etwas anderes… Nun, was denkst du denn, wie ich an viele meiner Informationen komme? Durch ein freundliches bitte, bitte, bitte? Ich hole es mir und wie es scheint, werde ich von Mal zu Mal besser! Bitte, kein Bann oder Fluch ist nicht zu brechen!“, beschied ich ihm nun wieder voll auf ihn konzentriert, von oben herab.
„Und wie hast du dir das beigebracht?“, harkte er interessiert nach.
„Wie… oh, du stellst Fragen? Keine Ahnung, leise sein? Hogwarts als Übung benützen? Severus Vorratsraum war echt eine gute Übung. Die meisten andren Zauberer schützen ihre Wohnungen, wie das letzte, da sind selbst die Muggel noch einfallsreicher! Und das Ministerium ist ein Witz, aber sei beruhigt, gegen all diese lächerlichen Schutzzauber, war das Manor regelrecht eine Festung!“, erklärte ich Lucius nun ruhig, kühl und kalt.
„Du bist sehr Kaltschnäuzig!“, rieb mir Lucius nun unter die Nase und lehnte sich zurück während er mich interessiert betrachtete.
„Freu dich doch, Severus sagt immer, das macht mich für euch perfekt, oder wäre es dir lieber ich spiele dir etwas vor und mime, das heulende Häuflein Elend, das ich nicht bin?“, gab ich arrogant funkelnd zurück.
Da knurrte er auf:
„Treib es nicht zu weit, du hast dich wahrlich weit vorgewagt mit deinem eigenmächtigen Handeln!“, hob er mir aggressiv sein aristokratisches Haupt entgegen.
„Was willst du? Eine Entschuldigung? Entschuldige Lucius… es tut mir Leid, das ich mich so eigenmächtig darüber hinweggesetzt habe, aber ich wollte alleine sein, sorry!“, brauste ich brüsk auf und drehte ihm meinen Rücken zu.
Ich spielte die Rolle der Unschuldigen weiter, die ich nicht wahr, verachtete ich mich für mein Schauspiel? Nein, nicht wirklich, ich war eigentlich sehr stolz auf mich.
„Also mein Liebes, ich weiß ja nicht, wie ich dir das sagen soll, aber meine Scheuklappen was dich betrifft, sind seit Narcissa schon verrutscht. Aber nach heute möchte ich sagen, habe ich sie abgelegt, weiß mein Sohn… was für ein eiskaltes Biest du bist?“, fragte Lucius lauernd nach.
Oh, machte er sich als Vater etwa Sorgen, oder wollte er nur wissen ob sein Sohn mich eher durchschaut hatte als er!?
„Oh, Lucius das hoffe ich doch sehr!“, blitzte ich ihn aus meinen Augen amüsiert an, das gefiel mir nun doch. „Er hat mich nie unterschätzt!“, bekannte ich stolz, erst dann wandte mich wieder um.
„Aber bitte, glaube mir, ich wollte weder dir noch der Familie schaden, ich wollte nur meine Vergangenheit hinter mich bringen. Ich wollte niemandem was sagen… Fragen hier, Fragen da, aber wenn ich gewusst hätte was das nach sich zieht, hätte ich anderes gehandelt!“, ließ ich nun mein stolzes Haupt recht demütig vor ihm sinken.
„Das kaufst du ihr doch jetzt nicht ab!“, erklang zum ersten Mal seit längerem die höhnisch und sehr zynische Stimme von Severus.
„Halt dich da raus!“, fuhr ich zu ihm herum und sah ihn böse an.
„Was, du willst mir erzählen, es macht dir nichts aus…“, spielte er auf Lucius Aussetzer an.
„… Nein, das nicht, aber ich weiß, ich hatte es verdient, auch wenn meine Argumente nicht von der Hand zu weißen sind!“, schleuderte ich entschlossen in den Raum.
„Schluss jetzt, ihr zwei! Das zieht an meinen Nerven!“, kam es eigebildet von Lucius, da vernahm ich schon ein Schnauben von Severus.
„Du, junge Dame, wirst ab jetzt noch besser versuchen die Regeln einzuhalten. Ich will, dass du den Fluch mit Severus durcharbeitest. Ich habe deine Anspielung vorhin durchaus wahrgenommen und ich erwarte, wünsche und fordere von dir Ehrlichkeit, solltest du noch einmal gegen meine Auflagen verstoßen, hast du mit harten Konsequenzen zu rechnen! Dann kannst du froh sein, wenn du noch in den Park darfst! Von der körperlichen Züchtigung ganz zu schweigen!“, hatte er ein sehr fieses Grinsen im Gesicht und so wirkte es sehr anzüglich, was er mir hier androhte, so konnte ich nur schwer und geschlagen nicken.
„Hast du hier alles? Wir sollten aufbrechen! Ich habe Termine und du hast Glück, das dieser leider nicht weiter aufzuschieben ist, aber wie sagt man so schön, aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, er erhob sich, schritt auf mich zu und ich zwang mich kein Stück vor ihm zurückzuweichen.
„Komm!“, ergriff er meinen Oberarm wenig sanft. Dabei musste ich ein Erzittern unterdrücken, als er mich packte, seine Hand sich um meinen Arm schloss und sich unser Haut wieder berührte, aber ich konnte nichts in seinem Gesicht lesen, als er mich berührte, ob es ihm ähnlich ging, ob er etwas fühlte, das wagte ich mich fast furchtsam zu fragen?
Als auch Severus zu uns trat.
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