
von bella_isa
Hallo! Da bin ich wieder mit dem nächsten Teil! Ich hoffe es gefällt euch.
@ Bellazissa Black: Vielen vielen Dank für dein Kommi :) Würde mich freuen auch diesmal wieder eines von dir zu bekommen :)
Jetzt aber los, viel Spaß.
Bussi bella_isa
Auf immer und ewig
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Schon lange hatte sich Harry Potter nicht mehr so lebendig und zufrieden gefühlt. Er liebte den Fuchsbau über alles. Mittlerweile war er sogar schon ein richtiges zu Hause für ihn geworden…fast schon mehr als Hogwarts. Er war von Leuten umgeben die er mochte und die ihn mochten. Und das war alles was zählte.
Glücklicherweise hatte Hermine es aufgegeben ihm immer wieder nach der Prophezeiung zu fragen, oder was für ein mächtiger Zauberbann auf dem Haus der Dursleys lag, oder nach dem letzten Sommer. Denn sie wusste, dass sie keine Antworten erhalten würde…noch nicht.
Sie verbrachten ihre Zeit mit vielen verschiedenen Zaubererspielen, sowie mit Quidditch, dem beliebtesten Zauberersport überhaupt. An Tagen wie diesen, vergaß Harry seine Sorgen, vergaß seine Last, die auf seinen Schultern lag und vergaß auch seine immer wiederkehrenden Albträume, die ihn jede Nacht verfolgten.
Harry hatte bereits einen Schweigezauber um Rons Bett gelegt, damit dieser nicht jede Nacht wach wurde. Bis jetzt war ihm noch keiner auf die Schliche gekommen und darüber war er froh. Anstrengend wurde es nur, wenn Ron sich abends in sein Bett legte und noch mit Harry sprechen wollte, denn natürlich konnte Harry Ron nicht hören und umgekehrt. Somit musste Harry sich immer auf Rons Bett setzen oder leise den Gegenzauber murmeln.
Mrs. Weasley versorgte sie alle mit köstlichem Essen und Naschereien. Auch für Imbisse zwischendurch war gesorgt. Für Harry hatte sie immer eine extra große Portion vorbereitet, die keine drei ausgewachsenen Riesen verputzen konnten. Nach Mrs. Weasley könnten die Portionen sogar noch größer sein. Denn zugenommen hatte Harry noch nicht wirklich und Molly Weasley musste sich doch ausgiebig um ihren neuen Sohn kümmern. Und dazu gehörte nun mal ihm anständige Mahlzeiten zu kochen.
„HEY! WACHT AUF IHR SCHLAFMÜTZEN!!“ riefen Ginny und Hermione, als sie ins Zimmer von Ron und Harry krachten.
„Na los! Das müsst ihr euch ansehen! Ihr werdet Augen machen“ sagte Ginny und rüttelte Harry wach.
„..s wollt…ihr?“ murmelte Ron schlaftrunken und versuchte Hermine wegzustoßen, die ihn hochziehen wollte.
Ginny ging zum Fenster und zog mit einem Ruck die Vorhänge beiseite.
„Ihr werdet nicht glauben, was heute Morgen angekommen ist!“ sagte sie und riss Harry die Decke weg.
„Hey! Ich hätte nackt sein können! Schon mal daran gedacht?“ rief er empört war jedoch sofort still, als Ginny Briefe hochhielt. Briefe, die er schon oft gesehen hatte.
„Sind das…sind das etwa…Nein…oder?“ fragte er stutzig, worauf Ginny und Hermione heftig nickten. Sofort sprangen Ron und Harry aus dem Bett und jeder schnappte sich seinen Brief.
„Hogwarts! Die Briefe kommen aus Hogwarts!“ sofort riss Harry seinen auf und entfaltete ihn.
„Meine Fresse!“ sagte Ron. „Hogwarts ist wirklich wieder geöffnet…ich hoffe Fred und Georg haben die Wette vergessen, sonst darf ich einen Besen essen!“ grummelte er.
Hermione lachte. „Tja, ich glaube vorhin haben sie darüber geredet, welchen Besen sie dir zum Verzerr anbieten werden!
„Wa…WAS?...Aber…GINNY! ICH BRING DICH UM!!!“ Man konnte gar nicht so schnell schauen, da war die Rothaarige auch schon aus dem Zimmer geflüchtet und Ron lief ihr fluchend hinterher.
„Wie konntest du mir das antun? Meine eigene Schwester! Du hast sie daran erinnert!!!!“ schrie er.
„Das ist die Rache dafür, dass du ohne zu Fragen meinen Besen genommen hast!“ sie streckte ihm die Zunge raus und warf ihre Zimmertür vor seiner Nase zu.
„Komm! Lass uns nach unten gehen. Mrs. Weasley hat bereits Frühstück gemacht.“ Lachend zog Hermine Harry nach unten in die Küche.
Auf den Besuch in der Winkelgasse hatte Harry sich jedes Jahr aufs Neue gefreut. Fast nirgendwo außer in Hogwarts natürlich bekam man so viele aufregende und magische Sachen auf einmal zu sehen. Doch die finsteren Zeiten machten Harry einen Strich durch die Rechnung. Sämtliche Läden in der Winkelgasse waren geschlossen worden, aus Angst den Todessern oder sogar Voldemord selbst zum Opfer zu fallen. Somit schickte Mrs Weasley die Bücherlisten an sämtliche Verkäufer um ja auch alle Schulsachen zu bekommen. Auch war es dieses Jahr ausdrücklich verboten an den Wochenenden Hogsmeade einen Besuch abzustatten.
Doch auch wenn es noch so viele Einschränkungen gab, Harrys Laune konnte kaum getrübt werden. Er durfte wieder nach Hogwarts, er durfte nach Hause. Nur noch wenige Wochen und er würde wieder Unterricht haben, er würde mit Ron und Hermine in der großen Halle essen, er würde mit ihnen im Gemeinschaftsraum der Griffindors vor dem großen Kamin sitzen und versuchen seine Hausaufgaben zu machen. Er würde Hagrid Besuche abstatten können und er würde endlich wieder richtig mit seiner Mannschaft Quidditch spielen können.
Harry hatte sich bereits wieder einen Kalender gebastelt, an dem er die einzelnen Tage vor dem zu Bett gehen abstreichen konnte. Nicht dass er nicht gerne im Fuchsbau war, ganz im Gegenteil, er liebte es hier zu sein, doch genauso vermisste er Hogwarts schrecklich. Und mit diesem wunderbaren Gedanken bald wieder in Hogwarts zu sein schlief er endlich ein.
Weit entfernt vom Fuchsbau, in einem modrigen dunklen Kerker, konnte man eilende Schritte hören. Eine Tür wurde aufgestoßen und die kleine rundliche Person eilte hinein.
„Herr!“ konnte man eine männliche Stimme hören. „Mein Herr, wir haben sie!“ er machte eine Verbeugung vor einem steinernen Thron. „Es war gar nicht schwer sie zu fangen.“
„Bring sie zu mir!“ rief eine kalte Stimme die vom Thron kam. „Sofort!“
Wurmschwanz hob seinen Zauberstab und ein Mädchen mit gesenktem Kopf schwebte herein. Gefesselt von unsichtbaren Seilen. Ihr Gesicht war bedeckt von ihren Haaren, sie schien ohnmächtig.
„Ich hoffe für dich, dass sie noch am Leben ist! Tot hilft sie mir nicht!“ zischte Lord Voldemord.
„Ja mein Lord. Das Mädchen lebt!“
„Dafür wirst du reich belohnt werden Wurmschwanz, mein treuester Diener! Und jetzt hol doch unsere Berühmtheit!“ lachte er. „Mich würde interessieren was er zu sagen hat.“
„Ja mein Lord!“ und Wurmschwanz verschwand. Doch tauchte er nur wenig später wieder auf, mit einem Schwarzhaarigen Jungen. Ebenfalls schwebend, ebenfalls mit unsichtbaren Seilen gefesselt.
„Harry Potter!“ Voldemord spie diesen Namen regelrecht aus. „Du fragst dich bestimmt warum du hier bist?“
Harry machte keinen Mucks. Er versuchte sich seine Angst nicht anmerken zu lassen.
„Ich habe ein kleines Geschenk für dich. Dieses Mädchen hier, welches du sicher bereits entdeckt hast, war töricht genug nach dir zu suchen…dummes Mädchen!“ flüsterte er und strich mit seinem langen dünnen Zeigefinger über die Wange des Mädchens. „Ich werde dir einmal zeigen, was mit dummen Menschen passiert, die glauben dich retten zu können!“ und er hob seinen Zauberstab, richtete ihn auf das Mädchen und schleuderte ihm einen Cruciatusfluch entgegen.
„NEIN!!...AUFHÖREN!“ Harry schrie, doch es half nichts. Der Cruciatus richtete bereits Schaden an. Der Körper zuckte als würden mehrere 1000 Volt durch ihn hindurchfließen. Und Plötzlich konnte Harry das Gesicht der jungen Frau erkennen. Er kämpfte verbissen gegen seine unsichtbaren Fesseln an, doch befreien konnte er sich einfach nicht. Doch was würde es ihm nützen? Seinen Zauberstab hatte man ihm sowieso schon längst abgenommen. Auch wenn die Fesseln von ihm abfallen würden, helfen konnte er nicht.
Voldemords Lachen wurde immer lauter. „Du kannst ihr nicht mehr helfen Harry Potter! Bald wird sie nicht einmal mehr aufwachen können, doch den Schmerz…den wird sie auf ewig spüren. Bis ich so gnädig bin und sie töte!“
„NEIN!!“ Harry schrie weiter. In seinem Kopf pochte und brannte es. Es fühlte sich so an als würde man ihm einen glühenden Draht auf seine Narbe drücken. Er wollte einfach nur mehr, dass das alles vorbei war.
„Harry!“ Plötzlich waren seine Fesseln verschwunden. Er konnte sich bewegen, doch sogleich packten ihn 2 Arme und versuchten ihn hinaus aus dem Raum zu schleifen. Er währte sich mit aller Kraft dagegen, doch es hatte keinen Zweck, die Arme waren einfach zu stark.
„Autsch...HARRY! Ich bin´s doch nur. Wach auf.“
Harry schlug die Augen auf und fuhr vor lauter Schreck hoch. Vor ihm saß Ginny und sah ihn besorgt an.
„Nur ein Traum“ dachte er. „Nur ein verdammter Traum!“ Und trotzdem fühlte es sich jedes Mal so verdammt echt an. Er atmete schnell, sein Herz raste förmlich und seine Narbe glühte regelrecht.
„..H…Hey…alles ist gut Harry!“ sagte Ginny ganz sanft. „Das war nur ein übler Traum.“
Harry versuchte sich zu beruhigen. Nur ein Traum… wenn sie wüsste…immer wieder die gleichen Bilder. Der Kerker, Voldemord, Wurmschwanz. Und dann auch noch Sirius der durch den Vorhang fällt, Cedric wie er ermordet wird.
Harry konnte nichts sagen, er hatte einen riesigen Klos im Hals und es gelang ihm nicht ihn hinunter zu schlucken, doch da hatte ihn Ginny schon fest in den Arm genommen. Sie drückte ihn an sich, um ihm wenigstens etwas Trost spenden zu können. Liebevoll strich sie ihm durch seine Haare und über seinen Rücken und Harry klammerte sich wie ein ertrinkender an sie.
Ginny spürte, wie Harry krampfhaft seine Tränen versuchte zu unterdrücken und wie trotzdem ihr Pyjama langsam nass wurde. Fest drückte sie ihn an sich.
„Es…ist OK zu weinen Harry“ flüsterte sie ihm ins Ohr. „Man kann nicht immer stark sein. Jeder hat seine Schwachen Momente. Aber wenn man sie mit jemanden Teilt, dann ist alles gar nicht mehr so schlimm.“
Harry mochte sie so sehr. Sie wusste genau wie man mit Menschen in solchen Situationen umgehen musste. Das war eine ihrer Stärken, die er so sehr an ihr schätzte. Versehentlich entfuhr ihm ein Schluchzer, doch Ginny wippte mit ihm langsam hin und her.
Er merkte nicht, dass plötzlich die Tür aufging und Mrs Weasley im Zimmer stand und auch nicht wie Ginny leicht den Kopf schüttelte um ihrer Mutter zu zeigen, dass sie alles im Griff hatte. Er merkte nur, wie sie ihm über den Kopf strich und konnte ihren Blumenduft riechen.
Harry wusste nicht wie lange sie so dasaßen aber langsam beruhigte er sich wieder und atmete tief durch. Langsam versuchte Ginny die Umarmung zu lösen.
„…Nicht…ich…“
„Ich weiß doch dass du rote Augen hast!“ sagte die Rothaarige und beide mussten ein wenig lachen. „Komm mit nach unten!“ sagte sie.
„Was?“
„Vertrau mir einfach!“ Ginny zog ihn hoch und gemeinsam gingen sie nach unten in die Küche. „Weißt du was mir immer hilft? Ein dampfender Becher Kakao mit einer Hand voll Marshmallows. Das ist Mum‘s Geheimrezept.“ Sie lächelte ihm zu und werkelte ein wenig in der Küche herum. Als sie fertig war, schnappte sie sich eine kuschlige Decke aus dem Wohnzimmer und die beiden machten es sich draußen auf einer Gartenbank bequem, fest in die Decke gehüllt und einen dampfenden Becher in der Hand.
Die Sommerbrise umspielte Ginnys Haar und lies es leicht im Wind tanzen. Harry konnte nicht anders und lehnte sich an sie.
„Du bist wirklich die Beste Ginny!“
Sie lächelte leicht, sagte aber nichts. Beide saßen eine Weile schweigend da, blickten in den Nachthimmel und tranken ihren Kakao. Harry fühlte sich wohl, die Angst die ihn vor ein paar Minuten noch richtig erzittern ließ, verschwand immer mehr. Er fühlte, wie Ginny unter der Decke seine Hand nahm und sie sanft drückte. Es war wie ein magischer Moment. Niemand sagte etwas und trotzdem kam es Harry so vor, als würden tausende tröstende Worte auf ihn niederprasseln.
„Harry?“
„Hm?“ Er blickte zu Rons Schwester auf.
„Ich ..hab ich mich eigentlich jemals…bei dir bedankt? ...ich meine…du hast mich gerettet…aus der Kammer…ich bin dir wirklich sehr…dankbar…“ flüsterte sie und kuschelte sich an ihn.
„Das …war doch selbstverständlich! Jeder hätte das gemacht…“
„Trotzdem…danke!“ flüsterte Ginny und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. Harry musste nicht hinschauen um zu wissen, dass ihr Gesicht in diesem Moment die Farbe ihrer Haare annahm. „Was sind das für Träume?“ fragte sie nach einiger Zeit.
Harry wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Er wollte sie auf keinen Fall erschrecken und somit schwieg er.
„Hermione und Ron machen sich sorgen. Sie wollen nicht dass du das mitbekommst, aber…ich weiß dass es so ist. Vielleicht…solltest du mal mit ihnen reden. Hermine kann dir bestimmt helfen, ich meine…auch sie hat die Vermutung, dass nicht…die Prophezeiung selbst…die…Waffe ist, sondern…du…“ Ginnys Stimme war mit jedem Wort leiser geworden, bis sie nur noch flüsterte.
Harry atmete laut auf. „Ihr…seid gut!“ sagte er dann.
„Warum behältst du das alles für dich? Ihr habt doch immer alles zu dritt gemeistert! Warum nicht jetzt auch? „
„Weil ich genau weiß, wie das alles ablaufen wird! Nehmen wir mal Ron als Beispiel. Er würde mich zuerst ungläubig anstarren, wenn ich ihm den gesamten Inhalt der Prophezeiung erklären würde. Dann würde er „meine Fresse“ sagen und zum Schluss weiß er nicht mehr was er tun soll, schweigt und sieht total betreten aus. Und Hermione? Ich glaub selbst du weißt was sie tun würde!“ Harry blickte zu Ginny.
„Klar. Sie würde panisch werden und sofort jegliche Bücher die sie in die Finger bekommt durchwälzen. Wenn sie nichts Passendes findet, schleicht sie sich in die verbotene Abteilung. Sie bleibt so lange in der Bibliothek, bis sie das richtige Buch gefunden hat. Ganz egal ob es überhaupt existiert. “
„Ganz genau. Und…da ist es mir lieber…sie wissen nichts davon. Jedenfalls jetzt noch nicht. Ich möchte nicht ständig Hermines besorgtes Gesicht sehen müssen, als würde ich gleich tot umfallen.“ Sagte er grimmig.
Die beiden zogen die Decke höher und blickten zu den leuchtenden Sternen. Und ohne es bemerkt zu haben, waren beide auch schon eingeschlafen.
HPHPHPHPHPHPHPHP
In der gleichen Nacht… Viele Kilometer entfernt vom Fuchsbau
„Meister! Es ist alles vorbereitet! Die Zeremonie kann beginnen!“ Bellatrix Lestrange verneigte sich so tief, dass sie mit ihrer Nase fast den Boden berührte, machte ein paar Schritte rückwärts und richtete sich im Kreis der Todesser wieder auf. Sie alle hatten die schwarze Kapuze tief ins Gesicht gezogen und hielten den Kopf gesenkt. Niemand wagte auch nur ungefragt den Blick zu heben oder gar einen Laut von sich zu geben.
„Welch‘ überaus große Freude es doch ist, heute Nacht ein neues Mitglied in unseren Kreisen willkommen heißen zu dürfen.“ Voldemord hatte sich aus seinem Sessel erhoben und ging nun im Kreis der Todesser ein paar Schritte auf und ab.
„Ich hoffe er wurde gut auf die heutige Nacht vorbereitet! Ich dulde nämlich keine Schwächlinge in meinen Kreisen… keine weiteren, es gibt schon zu viele.“ Der dunkle Lord verzog spöttisch sein Gesicht und blickte dabei jene Todesser an, die schuld am Verlust der Prophezeiung und an Harry Potters Flucht waren.
„Herr!“ Lucius Malfoy trat einen Schritt auf Voldemord zu, ohne seinen Kopf zu heben. „Ich kann Ihnen versichern, ich habe unser baldiges Mitglied bestens darauf vorbereitet, natürlich mit Hilfe von Fenrir und Bella. Ihr braucht euch nicht die geringsten Gedanken zu machen, es wird alles glatt laufen.“
„Ha! Wie oft hörte ich das schon aus deinem Munde Lucius? Bella hat dir also geholfen? Ich denke da wärst du mit Severus oder Avery erfolgreicher gewesen, aber sei‘s drum. Wir werden unseren heutigen Ehrengast auf Herz und Nieren prüfen und wenn mir gefällt was ich sehe, werde ich ihn vielleicht am Leben lassen.“ Voldemord zückte seinen Zauberstab, schwang ihn und die große Portaltür schwang auf.
Zur gleichen Zeit wurde der Saal dunkel. Nur noch die wenigen Fackeln an den Wänden spendeten schwaches Licht und warfen große flackernde Schatten an die Steinmauern des Gebäudes.
Das gesamte Manor der Familie Malfoy wirkte eher wie ein altes Schloss als eine Villa. Imposant, alt und nur die feinsten und teuersten Möbelstücke zierten die über 50 Zimmer. Seit Lord Voldemord wieder zurückgekehrt war, wurde es für Todesserversammlungen genutzt denn genug Platz gab es ja und wurde zudem noch von über ein Dutzend Zauberbannen geschützt. Es war also unmöglich ungebeten hinein oder heraus zu kommen…würde man denken. Nur einer einzigen Person war es bis jetzt gelungen aus dem Anwesen der Malfoys zu flüchten. Ob mit oder ohne Hilfe, das wusste keiner so genau und keiner stellte Fragen, denn dann würde er Gefahr laufen den Zorn Lord Voldemorts zu spüren zu bekommen.
„Trete doch ein mein Freund und komm in unsere Mitte. Heute ist ein besonderer Tag. Ein Tag der Ehre und der Macht die ich dir heute zu Teil werden lasse.“ Voldemord verzog seine Lippen zu einem angedeuteten Lächeln und alle Köpfe wanden sich um zum Eingang, in dem ein junger Mann stand, in einer weißen Robe gekleidet und eine entzündete Kerze haltend.
Langsam trat er ein und durchquerte mit großen Schritten den Saal, bahnte sich seinen Weg durch den Kreis der Todesser und blieb in der Mitte, direkt vor Voldemord stehen. Sein Zittern konnte er gut verbergen. Niemand schien darauf aufmerksam geworden zu sein und das war auch gut so. Schwäche konnte und durfte er sich ab heute nicht mehr leisten. Von nun an würde alles anders werden. Keine Fehler durften ihm mehr unterlaufen, denn das könnte fatal ausgehen und er hatte keine Lust in solch jungen Jahren zu sterben. Alles musste von diesem Augenblick an glattlaufen, Schwäche war verboten. Genau das wurde ihm Jahre lang von den verschiedensten Leuten eingetrichtert. Und das auf die schmerzhaftesten Arten die man sich nur vorstellen konnte.
Auch wenn es niemand würde nachvollziehen können, jetzt verspürte er auf irgendeiner Weise eine gewisse Art an Dankbarkeit seinem Vater und seiner Tante gegenüber. Dafür dass sie ihn so stark gemacht hatten und ihn vorbereitet hatten für das Martyrium, welches nun starten würde.
Die Stille die sich im Saal ausgebreitet hatte war gespenstisch und der Junge fürchtete man könnte sein rasendes Herz hören, doch das war natürlich Unsinn. War ja klar dass solch eine Zeremonie unnötig in die Länge gezogen wurde. Oder kam nur ihm die Stille so unendlich lang vor? Waren in Wirklichkeit erst einige Sekunden vergangen und nicht Minuten, wie es sich anfühlte?
Er versuchte nicht der Neugierde nachzugeben und sich umzublicken, das könnte schlimme Folgen haben. Stattdessen blieb sein Blick weiter an den Schuhen seines baldigen Meisters hängen. Ganz plötzlich und unerwartet wurde die erdrückende Stille von der hellen, kalten Stimme durchbrochen und ließ den jungen Mann leicht frösteln. Doch auch das hatte er noch gut unter Kontrolle.
„Knie nieder vor mir, vor uns allen und unterwirf dich mir.“
Draco Malfoy wusste genau was zu tun war. Jeder einzelne Schritt wurde ihm immer und immer wieder vorgetragen.
„Mach keine Fehler, tu alles was er dir sagt, merke dir die Schritte die du zu tun hast und wenn er etwas von dir verlangt, wie zum Beispiel jemanden aus dem Kreise zu töten, dann wirst du es gefälligst tun!“ Die Stimme seines Vaters hallte noch immer in seinem Kopf und langsam ging Draco auf die Knie, stellte die Kerze vor ihm ab, küsste Lord Voldemorts Schuhe und platzierte dann links und rechts neben der Kerze seine Hände. Kein einziges Mal hatte er dabei aufgeschaut. Er hätte es nicht gewagt.
„Herr! Ich unterwerfe mich Euch und stehe voll und ganz in Euren Diensten. Nehmt mich auf in Eure mächtige Schöpfung und lasst mich teilhaben. Ihr werdet nicht enttäuscht werden.“ Draco hätte es nicht für möglich gehalten, dass eine so starke Stimme aus seiner Brust kommen würde. Erleichtert, dies schon mal hinter sich gebracht zu haben, atmete er aus.
Voldemord umrundete ihn langsam und inspizierte ihn von oben bis unten.
„Draco Malfoy! Ich kann dir nicht sagen wie überaus zufrieden ich bin, dich in meinem Kreis aufzunehmen. So lange hab ich auf dich gewartet und heute ist der Tag gekommen an dem du den Weg in unsere Mitte gefunden hast. Aber bei deinen Verwandten und Lehrer hier in diesem Haus war es doch nur eine Frage der Zeit, bis du selbst gewillt warst dich mir anzuschließen.“
…bis du selbst gewillt warst… Dieser Satz hallte noch eine Zeit in Dracos Kopf nach.
„Zeig dich würdig und kennzeichne die Stelle an der du bald auf ewig mit mir wirst verbunden sein.“ Voldemord stand nun wieder direkt vor Draco. Und dieser entblößte langsam seinen linken Unterarm. Dann hob er die Kerze auf, kippte sie und ließ einen Tropfen des heißen Wachses auf die Stelle seines Unterarms tropfen, an der bald das dunkle Mal zu sehen sein würde.
„Schwörst du auf immer und ewig mir ein treuer Diener zu sein?“
„Ich schwöre!“ Ein Tropfen des Wachses gesellte sich zum Ersten.
„Und schwörst du, meine Befehle ohne Wenn und Aber zu meiner vollsten Zufriedenheit auszuführen?“
„Ich schwöre!“ Und wieder ein Tropfen.
„Und schwörst du lieber selbst in den Tod zu gehen als mich, deinen Lord zu verraten?“
„Ich schwöre!“ Ein weiterer Tropfen Wachs fand auf Dracos Haut Platz.
Zufrieden blickte Lord Voldemord in die Runde. „Wer von euch möchte die Ehre haben?“
Sofort war Fenrir einen Schritt aus dem Kreis getreten und verbeugte sich. „Herr, lasst mir diese Ehre zu Teil werden. Ich werde es zu Ihrer vollsten Zufriedenheit ausführen.“
„Das klingt sehr gut Fenrir, ich denke meine Wahl wäre ohnehin auf dich gefallen. Du bist einer meiner treusten Diener. Ich kann mich auf dich verlassen.“
Draco rutschte das Herz in die Hose. So war das nicht geplant gewesen. Jeder in diesem Raum wusste, dass Fenrir auf keinen Fall zimperlich oder gar vorsichtig sein würde. Nein, das würde schmerzhaft werden, aber da musste er jetzt wohl oder übel durch. Fenrir war noch nicht ganz bei Draco angekommen, als plötzlich Lucius‘ Stimme zu hören war.
„Herr, ich habe nicht die Absicht Eure Entscheidung zu hinterfragen, aber ich erlaubte mir den Gedanken zu hegen, dass mir vielleicht diese Ehre zu Teil werden dürfte. Immerhin ist Draco mein Sohn, mein ganzer Stolz und…“
„Schweig!“ Voldemord ging auf Lucius zu, der sofort wieder seinen Kopf senkte. „Du wagst es zu sprechen ohne von mir aufgefordert zu werden? Dir sollte vielleicht mal jemand Manieren beibringen.“
Draco schluckte. Ob Fenrir oder sein Vater selbst…es würde kaum einen Unterschied machen.
„Aber du hast natürlich Recht Lucius. Er ist dein Sohn und ich denke es wäre nur fair, wenn du mir bei der restlichen Zeremonie zur Hand gehst.“ Voldemords Lippen kräuselten sich.
„Ja mein Lord. Danke mein Lord.“ Lucius zitterte vor Aufregnung.
„Du solltest dich geehrt fühlen Lucius. Nun komm, wir wollen das hier heute doch noch beenden.“ Lucius tauschte mit Fenrir den Platz und bekam von Wurmschwanz einen kleinen silbernen Dolch in die Hand gedrückt. Damit ging er nun langsam auf seinen Sohn zu, der sich noch immer nicht vom Fleck gerührt hatte.
„Reiche mir deinen Arm mein Sohn und ich werde den Schwur den du soeben geleistet hast mit deinem Blut besiegeln. Auf das du auf immer und ewig ein treuer Diener des Dunklen Lord sein wirst.“ Lucius ergriff den Arm seines Sohnes und hob den Dolch. Mit der Spitze fuhr er einmal über den gesamten Unterarm, ohne ihn auch nur zu kratzen.
Draco hielt die Luft an. Gleich würde es geschehen. Hinschauen wollte er nicht und trotzdem war es ihm nicht möglich seinen Blick von seinem Arm und dem Dolch zu lösen. Und dann durchzuckte ihn ein stechender und zugleich brennender Schmerz, als seine Haut aufriss und dunkelrotes Blut zum Vorschein kam. Doch kein Laut drang über Dracos Lippen, kein Zucken durchfuhr seinen Körper, nichts wies darauf hin, dass Lucius gerade tief in sein Fleisch geschnitten hatte, wenn man die Tatsache außer Acht ließ, dass dickflüssiges Blut über den Arm lief und vom Handgelenk tropfte.
Voldemord trat langsam auf Vater und Sohn zu, ergriff den Arm und zog den Duft des frischen Blutes tief in seine Nase. „So frisch…so jugendlich…und so unschuldig.“ Er zog seinen Zauberstab und ließ das frische Blut darüber rinnen.
„Dieses Blut macht mich stärker und somit uns Alle und es wird uns ein Stück näher an unser Ziel bringen.“ Noch einmal zog er den Duft des unschuldigen Blutes in seine Nase, dann ließ er den Arm wieder los und drehte sich zu seinen Anhängern.
„Bestimmt habt ihr euch schon oft die Frage gestellt warum ich mich mit einem einfachen Blutschwur zufrieden gebe und nicht etwa den unbrechbaren Schwur von euch allen verlange. Nun…Die Antwort darauf ist recht simpel, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Wenn ich das von euch verlangen würde, würde ich bald ohne jegliche Diener dastehen, denn ihr währt alle tot, sooft ihr mir schon in den Rücken gefallen seid.“
Leises schüchternes Gelächter ging durch die Runde. Es hörte sich an als wäre niemand sicher ob es sich um einen Scherz handelte oder vielleicht doch ernst gemeint war.
„Aber darüber wollen wir zu dieser Stunde keinen Gedanken mehr verschwenden. Viel wichtiger ist es doch herauszufinden ob Draco wirklich die Ehre gebühren sollte in unserer Mitte Platz zu finden.“ Voldemord legte seine Finger unter Dracos Kinn und hob den Kopf an um ihm direkt in die Augen zu sehen.
„Wenn du diese Nacht überlebst und wie ein Mann überstehst, dann werde ich dir nichts verwehren.“
Draco schluckte hart und blickte in die Augen des Dunklen Lords. „Ihr werdet nicht enttäuscht werden.“
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