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Fanfiction

The mess i made - Verehrer

von bella_isa

Hallihallo, da bin ich wieder. Leider etwas spät, aber dafür mit einem riiiiichtig langem Kapitel! Hoffe es entschädigt euch für die lange Wartezeit :)


@ Bellazissa Black: Freut mich, dass du immer noch dabei nist und sooo fleißig Kommentare schreibst :) Ich verspreche dir, dass bald schon viel mehr Draco/Hermione Szenen kommen werden :) Achja und ich hatte leider kein Latein, ich such mir da alles aus dem Internet zusammen, Wörterbücher und so, also gaaanz so stimmen tut es nicht...ich schau immer dass es gut klingt XD Hoffe das macht nix XD

So, jetzt aber weiter mit dem nächsten Kapitel. Viel spaß und bitte die Kommis nicht vergessen ;)

Bussi bella_isa :)



Es war einfach nur peinlich…beschämend…warum konnte er nicht einfach ein einziges Mal daran denken, die Badezimmertür auch wirklich zu verschließen? Und wenn nötig auch schalldicht zu machen? Aber jetzt war es zu spät und rückgängig machen konnte er es auch nicht mehr. Aufseufzend verbarg Draco erneut sein Gesicht in dem Handtuch, welches er zuvor unter kaltes Wasser gehalten hatte. Es tat ihm gut und langsam ging es ihm etwas besser. Doch aufstehen traute er sich dennoch nicht, nur um sicher zu gehen. Es war bereits zwei Uhr Morgens und er musste schleunigst ins Bett, um den nächsten Tag überstehen zu können, aber seine Beine fühlten sich immer noch wie Gummi an und er war sich sicher, den Weg in sein Zimmer noch nicht meistern zu können. Also legte er sich auf den Boden und starrte an die Decke. Seine Hände waren eiskalt, genauso wie der Stein unter seinem Körper und er wusste, dass er sich eine Erkältung holen würde, aber es war eine Wohltat für seinen heißen und verschwitzten Körper. Einfach noch etwas liegen bleiben, dann würde er sich auf den Weg in seinen Schlafsaal machen.

Er hatte die Nacht überstanden. Hatte alles über sich ergehen lassen, alle Befehle befolgt, so gut er konnte und war dabei äußerst willig und folgsam rübergekommen…sonst würde er jetzt nicht hier liegen, sondern in einer Zelle in seinem eigenen Haus, oder gar unter der Erde. Aber er hatte die Zähne zusammengebissen, ganz so, wie von ihm verlangt und ganz so wie seine Mutter es ihm empfohlen hatte um heil durchzukommen. Und niemand hatte auch nur den Hauch eines Zweifels ausgesprochen. Er hatte es überstanden, aber es war noch nicht vorbei. Immer noch musste er zittern und warten, bis er wieder würde gerufen werden. Und immer noch musste er zittern, weil er wieder nicht wusste, was passieren würde, wenn sein Arm das nächste Mal brannte. Aber jetzt war es ihm egal. Er konnte sich momentan auch nicht vorstellen, dass es noch wesentlich schlimmer kommen könnte und so schob er seine Gedanken wieder beiseite. Es war zeit ins Bett zu gehen, aber nicht, ohne vorher noch eines von Grangers Fläschchen aus dem Schrank zu holen um es mitzunehmen. Man wusste ja nie, was noch kam. Diese Zaubertränke fehlten noch in seinem Sortiment, er musste unbedingt daran denken, seine Mutter um ein paar Fläschchen zu bitten. Nur für den Fall.

HPHPHPHPHPHPHPHP


Es war kalt. Eis kalt. Die Kälte hatte sich in den steinernen Mauern festgesetzt und würde sich höchst wahrscheinlich nicht einmal mit einem Zauber vertreiben lassen. Es war kaum Licht in seiner düsteren Zelle vorhanden. Er konnte seine eigene Hand kaum noch vor seinen Augen erkennen. Aber er hatte sich mittlerweile daran gewöhnt. Wohl möglich, dass ihm das Sonnenlicht in den Augen schmerzen würde, würde er es plötzlich wieder zu Gesicht bekommen. Eigentlich wusste er gar nicht mehr, wie sich die Sonnenstrahlen auf der Haut anfühlten, oder der Wind. Er wusste auch gar nicht, wie lange er hier schon saß, oder wie er hergekommen war. War er nicht eben noch in Hogwarts gewesen? In seinem Turm vor dem Kamin? Hatte er nicht gerade eben noch die Halloweenfeier vorzeitig verlassen? Er wusste es nicht mehr. Vielleicht war das alles einfach nur ein viel zu schöner Traum gewesen.

Er tastete die rauen Steinwände ab und bemerkte dabei, dass er in eisernen Ketten hing, die ihm gerade mal einen Meter in alle Richtungen Auslauf gewährte. Es war die schreckliche Realität. Er musste vor Erschöpfung eingeschlafen sein und hatte dabei einen wunderschönen Traum. Er hatte sich so verdammt echt angefühlt, dass es nun umso mehr schmerzte, der Realität ins Auge zu sehen. Er war immer noch hier, in den Kerkern, den Todessern hilflos ausgeliefert. Konnte sich nicht befreien, nicht wehren. Es war zum verzweifeln.

Sich einen Plan zu überlegen, wie er aus diesem Schlamassel hinauskommen könnte, würde wahrscheinlich nicht viel nützen. Wie sollte er ohne Zauberstab sich verteidigen, oder unachtsame Todesser angreifen? Es war bestimmt das Beste, auf Hilfe zu warten. Bestimmt wurde er bereits vom Orden des Phönix gesucht, genauso wie von Ron und Hermione. Auf die Zwei war immer verlass. Aber vielleicht könnte es ihm irgendwie gelingen, von hier still und heimlich zu fliehen, wegzulaufen. Aber wie weit würde er kommen, bis sie ihn eingeholt hatten? Er konnte ohne Zauberstab nicht apparieren.

Plötzlich hörte er Geräusche vor seiner Zelle. Es hörte sich so an, als würden zwei Menschen miteinander reden. So leise wie nur irgendwie möglich und so weit wie es die schwere Eisenkette überhaupt zuließ, kroch der Schwarzhaarige am Boden Richtung Tür, um lauschen zu können. Er musste so viele Informationen wie möglich sammeln. Es war wichtig für ihn. Einerseits um nicht völlig den Verstand zu verlieren und andererseits auch, um zu wissen, was vor sich ging und womit er es wohlmöglich zu tun bekommen würde.

Harry blinzelte durch eine kleine Öffnung zwischen Steinmauer und Tür, durch welche oftmals Ratten und anderes Getier ein und austraten. Für gewöhnlich hielt er sich diesem Loch fern, doch jetzt war er mit seinem Gesicht so nah, dass seine Nase die kalte und glitschige Mauer berührte.

„…ist bereits eingetroffen. Er ist in seinem Zimmer und bereitet sich ein letztes Mal vor, Herr. Ihr werdet zufrieden mit ihm sein, das versichere ich Euch!“

Ein kalter Schauer überkam Harry, als er begriff, wer vor seiner Zelle stand. Es waren Lucius Malfoy und natürlich kein anderer als Lord Voldemord höchst persönlich. Was wenn sie zu ihm kamen? Was wenn sie ihn gleich jetzt wieder aus der Zelle holen und foltern würden? Der Puls des Jungen beschleunigte sich, doch er zwang sich zur Ruhe. Er wollte hören, was die Zwei zu besprechen hatten.

„Ich möchte dir Raten, dass dem Jungen kein Fehler unterläuft. Ich möchte den Auftakt unseres heiligen Rituals ehrenvoll beginnen und nicht zu einer Schande werden lassen.“ Die kalte Stimme hallte durch die Kerker und wieder kroch eine Gänsehaut über Harrys Rücken.

„Nein Herr, natürlich wollen wir das alle nicht. Also seit gewiss, ich habe mein Best möglichstes getan und ich bin zuversichtlich, dass alles glatt geht. Nun liegt es an dem Jungen und nicht mehr an mir. Macht er einen Fehler, so…bestraft ihn und nicht mich. Denn wenn ihm ein Fehler unterläuft, dann hat er sich nicht genug angestrengt.“ Man konnte hören, dass Lucius‘ Stimme zitterte. Und sofort ertönte ein eisiges Lachen welches dem dunklen Lord gehörte.

„Ihr beide werdet bestraft werden Lucius. Du wirst nicht drum herum kommen. Es war deine Aufgabe und wenn er versagt, dann hast auch du versagt. Und jetzt lass uns hoch gehen, es wird zeit. Der Mond ist aufgegangen.“ Und somit verschwanden die zwei Gestalten aus Harrys Blickfeld.

Harry rappelte sich wieder auf und lehnte sich an die verschmutze Steinmauer. Was hatte er da gehört? Es gab ein Ritual und das anscheinend heute Nacht. Aber welches? Und wofür? Und wer war mit „der Junge“ gemeint? Harry konnte sich diese Fragen nicht beantworten, doch hoffte er ganz stark, dass er diesmal nichts damit zu tun hatte, wenigstens dieses eine Mal nicht.

Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, wusste nicht wie lange er schon hier unten festsaß und wie lange er noch gefangen sein würde. Wenn er Pech hatte, würde es noch endlos lange sein, da würde er es doch vorziehen, wenn sie kurzen Prozess mit ihm machen würden. Auch konnte er sich nicht beantworten, warum er immer noch lebte. Warum saß er hier, anstatt dass Voldemord ihn gleich erledigte? Bestimmt sollte er noch eine Weile gefoltert werden, bis er den Gnadenstoß erhalten würde.

Wieder hörte Harry Geräusche. Schritte, die sich in seine Richtung bewegten. Kamen sie ihn nun doch holen? War er doch Teil des Rituals? Er atmete tief durch und versuchte weiterhin ruhig zu bleiben. Er war doch Harry Potter. Er war bis jetzt noch immer aus den brenzligsten Situationen entflohen und das einige male. So aussichtslos es auch immer schien, immer wieder schaffte er es seinen Hals zu retten…wobei er dabei doch immer Hilfe hatte. Und nun? Ron und Hermione waren nicht da und er war angekettet. Noch aussichtsloser konnte diese Situation nicht mehr werden.

Die Schritte hatten halt gemacht, direkt vor seiner Zelle. Es hatte sich angehört, als wäre es nur eine Person. Mit einer Person würde er wohl fertig werden! Sobald er von der Kette befreit war, könnte er versuchen dem Todesser den Zauberstab aus der Hand zu schlagen und ihn dann schocken. Es war dunkel hier drinnen. Vielleicht war es ihm wirklich möglich, seinen Feind von hinten anzuspringen. Der Überraschungsmoment würde ihm bestimmt einen gewaltigen Vorteil verschaffen.

Harry wartete, doch die Tür schwang nicht auf. Sie blieb verschlossen. Auch konnte er keine Bewegungen vor seiner Zelle registrieren. Doch dann, ganz plötzlich schob sich eine Hand durch das Loch, durch welches er eben noch geblickt hatte. Harry rückte in die hinterste Ecke, als er sah dass die Hand einen Zauberstab hielt und damit mehr schlecht als recht auf ihn zielte. Aber dann ließ der Todesser den Zauberstab los und zog dann seine Hand zurück. Dabei sah Harry noch einen Moment das Funkeln eines Ringes.

Und nun? Was sollte er jetzt tun? Konnte das wirklich wahr sein? Lag da wirklich sein Zauberstab am Boden? Aber was, wenn es eine Falle war? Er würde geradewegs hineinlaufen. Sein Impuls schrie danach, sich den Zauberstab zu schnappen um sich zu befreien, doch immer wieder hallte Hermiones Stimme in seinem Kopf, die ihm sagte, er solle nichts überstürzen, es könnte wohl möglich eine Falle sein. Doch war es wichtig? Sollte er nicht trotzdem versuchen hier so schnell wie möglich rauszukommen?

Es war egal. Ob Falle oder nicht, Harry hatte einfach keine andere Wahl. Er musste handeln und zwar auf der Stelle. Und wenn das bedeutete dass er nun nicht mehr lange zu leben hatte, weil sie ihn fangen und töten würden, dann war es eben so. Besser, als hier vor sich hin zu gammeln. Mit einem Hechtsprung warf er sich auf den Zauberstab und sofort spürte er das angenehme Kribbeln in seinen Finger, als er nach weiß Gott wie langer Zeit endlich wieder seinen Zauberstab in den Händen hielt. Aber ansonsten passierte rein gar nichts.

Mit einem gekonnten „relaschio“ befreite er sich augenblicklich von der Kette, welche an seinen Füßen befestigt waren und schlich dann langsam und vorsichtig zur Zellentür. Konnte er es wirklich wagen, sie aufzuschließen und einfach hinaus zu spazieren? Es war doch wirklich sehr riskant. Aber aus der Zelle zu apparieren war nicht möglich. Ein starker Apparierschutz war auf den gesamten Kerker gelegt. Er musste es irgendwie schaffen, leise und unbemerkt nach oben zu kommen. Doch wie sollte er das schaffen? Aber eigentlich war es auch egal. Jemand hatte ihm seinen Zauberstab gegeben, also musste er einfach versuchen von hier wegzukommen.
Noch leicht zögerlich hob er den Zauberstab und entriegelte mit einem einfachen Zauber die Tür, welche auch sogleich einen Spalt aufsprang. Nochmal nahm Harry einen tiefen Atemzug und stieß dabei die Tür weit auf.

Es wäre natürlich zu einfach gewesen, das wusste er jetzt. Hatte er wirklich geglaubt, dass ihn einer der Todesser würde gehen lassen? Aus Mitleid? Nächstenliebe? Natürlich nicht und das wurde dem schwarzhaarigen Jungen auch schlagartig bewusst, als er einem maskierten Todesser gegenüberstand. Eine Falle natürlich. Doch anstatt dass er gleich wieder entwaffnet wurde, deutete der Mann mit seiner Hand, an dem wieder der Ring zum Vorschein kam, dass Harry ihm folgen solle.

Es war irgendwie surreal. Er folgte wirklich einem Todesser, ohne zu wissen, wo er hingebracht wurde. Seit wann war er so unvorsichtig geworden? Oder war ighm schlussendlich egal was passieren würde? Hauptsache es wäre endlich vorbei? Die Angst, die Qualen?

„Verhalte dich ruhig, dann wird uns niemand hören“ zischte der Todesser, der mithilfe eines Zaubers seine Stimme verstellt hatte. Harry hatte diese Stimme noch nie in seinem Leben gehört. Plötzlich blieb der in schwarz gekleidete Mann stehen und deutete auf die große Eingangstür. „Ich hab die Schutzzauber aufgehoben. Lauf so schnell du kannst. Und hinter dem Eisentor kannst du sofort apparieren.“

Das ließ Harry sich nicht zweimal sagen. Ohne auch nur an mögliche Konsequenzen zu denken rannte er los, direkt auf das schwere Eichenportal zu, nicht wissend, was passieren würde, nicht wissend, ob einer der Schutzzauber ihn vielleicht töten würde. Er rannte einfach in der Hoffnung, dass alles gutgehen würde. Noch während er lief, stellte er fest, dass er einen schrecklichen Fehler gemacht hatte. Niemals hätte er dem Todesser vertrauen dürfen, welcher sich soeben in Luft auflöste, genauso wie der Boden unter Harrys Füßen. Noch ein paar hundertstel Sekunden, strampelte er in der Luft, dann viel er nach unten. Immer schneller und schneller. Das würde sein Ende sein. Er wartete auf den Aufprall, doch er kam nicht. Stattessen stand er plötzlich inmitten einer gewaltigen Todesserversammlung. Er war schon bereit mit seinem Zauberstab zurück zu feuern, sich zu verteidigen, auf Leben und Tod, doch Niemand schien nur annähernd Notiz von ihm zu nehmen, Niemand schien ihn auch nur zu sehen. Er kam sich vor, als wäre er in ein Denkarium gefallen. Das jedoch war völlig unmöglich.

„Entweder ich träume schon wieder, oder aber der Nahrungs- und Wasserentzug macht mich langsam wahnsinnig. So wie Voldemord mich haben will…“ Harry blickte sich um. Die Todesser hatten einen großen Kreis um Lord Voldemord und einem Jungen, welcher am Boden kniete, und das völlig nackt, gebildet und murmelten etwas, dass Harry beim besten Willen nicht verstehen konnte. Es sah so aus, als würde hier eine Zeremonie abgehalten werden…eine
Zeremonie…sofort erinnerte sich Harry wieder an das Gespräch, das er belauscht hatte. Konnte es wirklich sein? War das eine Art Ritual?

„Dieser Kelch, der die Runde machte, ist nun bei dir angekommen. Trinke aus und erweise dich mir ergeben.“

Wieder durchfuhr Harry ein schrecklicher Schauer, als Lord Voldemord sprach. Was zum Teufel war hier los? Warum konnte ihn Niemand sehen? Der blonde Junge streckte seine Arme nach dem silbernen Kelch aus und nahm diesen entgegen. Harry spürte, wie glücklich Voldemord war. Ein gellender Schmerz durchzuckte seine Narbe, sodass er selbst auf dem Boden zusammenbrach. Er konnte nicht mehr verfolgen, was um ihn herum geschah, ein weißes Licht blendete ihn zu sehr, es schmerzte tierisch in seinen Augen.

Und dann fuhr er hoch, keuchend und sah direkt in karamellfarbene Augen.

„Ginny?...Was…“ Harry blickte sich um, erkannte das Feuer im Kamin, die rotgoldenen Wandteppiche, den Turm der Gryffindors.

„Du hast nur geträumt. Nichts weiter. Hast vor dich hingemurmelt. Ich dachte ich wecke dich lieber…Alles OK?“ Ginny setzte sich neben ihm aufs Sofa.

„Ähm…ja, klar…“ etwas verwirrt fuhr sich Harry durch seine zerzausten Haare. Ein Traum. Wieder nur ein Traum und wieder hatte es sich so verdammt echt angefühlt. Doch etwas war anders als sonst.

„Wovon…hast du geträumt? Wieder dasselbe wie sonst auch?“

„Ja…nein…ich…etwas war anders…zuerst hab ich wieder davon geträumt, als ich…du weißt schon…gefangen war. Es war genau so, wie ich es erlebt habe, bis auf ein Gespräch dass ich dabei belauscht habe…das war mir neu…aber dann, dann…ich glaube das war kein Traum mehr…es war eher…“

„So etwas wie eine Vision?“ Ginny blickte ihn fragend an.

„Ja…so ähnlich…ich habe gespürt, dass Voldemord sich gefreut hat, ich weiß aber nicht worüber, nur, dass heute Nacht irgendetwas passiert ist…“ Harry streckte sich. Er war immer noch müde und wollte in sein Bett. Es war eigentlich nicht seine Absicht gewesen, hier vor dem Kamin einzuschlafen.

„Vielleicht…solltest du das Ron und vor allem Hermione erzählen…ich meine…wirklich ALLES erzählen…etwas Schreckliches geht vor und…wir müssen versuchen es aufzuhalten…“ etwas schüchtern tastete die Rothaarige nach Harrys Hand und drückte sie leicht.

„Ja…ja du hast Recht. Das sollte ich wohl. Es wird an der Zeit. Und…danke fürs wecken!“ Harry lächelte leicht. „Aber jetzt lass uns schlafen gehen.“

„Ja…gute Nacht Harry!“

HPHPHPHPHPHPHPHP


Viel zu schnell brach der nächste Morgen an. Hermione hatte kaum mehr als vier Stunden geschlafen und nun war es auch schon wieder Zeit, aufzustehen. Das Frühstück hatte sie schon ausfallen lassen, um wenigstens noch eine halbe Stunde länger im Bett bleiben zu können, doch diese 30 Minuten waren nun verstrichen und die Hexe quälte sich langsam aus dem Bett. Hastig suchte sie ihre Sachen zusammen, um sich eilends im Badezimmer für den Unterricht fertig zu machen.

Keine 10 Minuten später war sie auch schon fertig und huschte nach unten. Sie würde gerader noch rechtzeitig in den Unterricht kommen. Eine Verspätung wollte sie sich unter keinen Umständen erlauben. Wie würde das denn aussehen? Und Professor Flitwick wäre auch nicht sehr begeistert darüber. Als sie sich ihren Umhang schnappte, fiel ihr auf, dass Malfoys Sachen noch hier waren. Er musste also noch schlafen. Sollte sie ihn wecken? Er würde ansonsten auf jeden Fall zu Spät kommen. Andererseits hatte sie auch bemerkt, dass ein weiteres Fläschchen in ihrem Badezimmerschrank fehlte, Vielleicht ging es ihm immer noch nicht so besonders. Trotzdem. Es wäre bestimmt besser ihn zu wecken. Sie mussten doch versuchen, ein gutes Beispiel für die Schüler zu sein und konnten nicht einfach zu spät, oder gar nicht aufkreuzen. Und sollte es ihm immer noch nicht gut gehen, würde sie ihn einfach in den Krankenflügel schicken. Seufzend ging sie erneut die Treppe zu den zwei Schlafsälen hinauf und klopfte dann zaghaft an Malfoys Tür. Doch es kam keine Antwort aus dem Zimmer.

„Malfoy…bist du wach? Kann ich reinkommen?“ wieder klopfte sie, doch auch diesmal erhielt sie keine Antwort von ihrem Mitbewohner. Vielleicht war er doch schon beim Frühstück und würde seine Sachen danach holen. Wieder klopfte sie.

„Malfoy, ich komme jetzt rein. Schrei einfach wenn du was dagegen hast“ fügte sie sarkastisch hinzu und öffnete die Tür zu Malfoys Zimmer. Dieser saß auf seinem Bett. Immer noch im Schlafanzug und sah so aus, als wäre er gerade geweckt worden. Seine Haare standen in alle Richtungen ab und Hermione musste zugeben, dass er so eigentlich ganz süß und ungefährlich aussah. Doch sein Gesicht war immer noch blasser als sonst und er hatte tiefe Augenringe.

„Was zum Teufel tust du hier Granger?“ fauchte Malfoy und blickte sie zornig an.

„Eigentlich wollte ich dich wecken, damit du nicht zu spät zum Unterricht kommst, aber…ich glaube es ist besser du ruhst dich noch etwas aus und gehst dann zu Mad.Pomfrey…“ Hermione trat leicht nervös auf der Stelle. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, ihn zu wecken. Das nächste Mal, würde sie es bleiben lassen. Ganz sicher. „Ich…werde dich bei den Lehrern…entschuldigen…“

„Tu‘ was du nicht lassen kannst und jetzt raus.“

Das ließ sich die Hexe nicht zweimal sagen. Schnell schloss sie die Tür hinter sich und lief zurück in den Gemeinschaftsraum. Sie war ohnehin schon spät dran. Schnell schnappte sie sich ihre Sachen und stürmte aus dem Turm, Richtung Klassenzimmer.

„Wo warst du denn so lange? Wir dachten schon du kommst nicht!“ Harry blickte seine Freundin fragend an, als diese sich etwas außer Atem auf den leeren Platz fallen ließ.

„Ich…hätte fast verschlafen. War ein langer Tag gestern…passiert doch jeden einmal!“ Als sie ihre Unterrichtsgegenstände aus der Tasche packte, fiel ihr Blick auf Lavender, ihre Mitschülerin, die neben Ron saß und angeregt mit ihm tuschelte. „Was tut sie hier?“
zischte sie in Richtung Harry und deutete mit ihrem Kopf unauffällig in Lavender und Rons Richtung. Aber bestimmt hätte man auch gleich auf sie zeigen können, sie hätten es dennoch nicht bemerkt.

„Nun…irgendwie klebt sie schon seit ein paar Tagen an ihm. Sie hat uns bei den Auswahlspielen zugesehen und seitdem weicht sie nicht von seiner Seite.“ Harry versuchte es ganz beiläufig klingen zu lassen, doch bemerkte er, dass es Hermione nicht so ganz kalt ließ. „Ach komm schon Hermione! Da ist nichts. Ist doch bloß ne Jugendschwärmerei. Nichts weiter. Ron hat mir selbst gesagt, dass sie ihn manchmal nervt.“

„Mir ist das doch ganz egal. Es stört mich nur, dass sie genau hier, bei uns sitzen muss. Sie wird uns alle vom Unterricht ablenken. Und vor allem Ron! Und er täte gut daran aufzupassen. Denn nochmal werde ich seine Hausaufgaben nicht erledigen!“

Harry wollte etwas erwidern, doch Professor Flitwick betrat soeben den Raum und schloss die Tür hinter sich. „Guten Morgen meine Lieben. Ich hoffe ihr habt die gestrige Feier gut überstanden und ihr seit in der Lage, meinen Unterricht in voller Frische zu folgen.“ Professor Flitwick durchschritt den Raum und kletterte aufgrund seiner Größe, die extra für ihn angefertigte Leiter hoch, um über das Pult sehen zu können.

Hermione streckte augenblicklich ihre Hand in die Luft. „Professor, Sir, dürfte ich bitte Draco Malfoy entschuldigen? Er fühlte sich heute Morgen nicht besonders wohl und…ich habe Ihm geraten, in den Krankenflügel zu gehen.“

„Nun…vielen Dank Miss Granger, für die Information. Ich bin gewiss, dass er bald wieder auf dem Damm sein wird. Nun aber holen Sie doch bitte Ihre Bücher hervor.“

Harry drehte sich wieder zu Hermione und diesmal war auch Ron ganz Ohr. „Er…FÜHLT sich nicht WOHL? Seit wann lässt du dich dazu herab, Malfoy im Unterricht zu entschuldigen?“

„Malfoy der Schleimbeutel, der Simuliert doch nur, damit er seinen Rausch ausschlafen kann!“ Ron hatte sich nun ganz zu seinen Freunden gedreht und Lavender links liegen gelassen, die nun etwas eingeschnappt wirkte.

Hermione aber schüttelte leicht den Kopf. „ Ihr wisst doch gar nicht was gestern Abend los war. Malfoy hat doch bei der kompletten Feier gefehlt. Und als ich ins Bett wollte, habe ich ihn angetroffen. Er hat sich im wahrsten Sinne des Wortes, die Seele aus dem Leib gekotzt. Das war echt kein schöner Anblick.“

Ron lachte los, verstummte aber sofort, als Professor Flitwick ihm einen bösen Blick zuwarf. „Er hat gekotzt? Tja, das passiert eben, wenn man zu viel Feuerwhisky intus hat!“

„Nein…ich…das dachte ich natürlich auch, aber der Alkohol-Entgiftungstrank den ich ihm gegeben habe, hat nicht gewirkt. Also…er war ganz und gar nicht betrunken.“

Harry starrte die Hexe an. „Du hast…“ doch weiter kam er nicht, denn im nächsten Moment, schwang die Tür auf und der eben noch krank gemeldete Junge betrat den Raum.

„Ich entschuldige mich vielmals für meine Verspätung Professor.“

„Oh! Sieh an, Mister Malfoy. Geht es Ihnen denn besser? Miss Granger hatte Sie soeben krank gemeldet.“

Für die Meisten Schüler unauffällig, warf Malfoy der braunhaarigen Hexe einen wütenden Blick zu. „ Da war…Miss Granger…“er lies eine Welle von Ärger in ihrem Namen mitschwingen, „…wohl falsch informiert.“

„Nun, gut, dann nehmen Sie doch platz, mein Junge. Wir wollten eben beginnen.“

Malfoy setzte sich auf einen der leeren Plätze und packte seine Tasche aus. Hermione war immer noch der Meinung, er würde kränklich aussehen, aber sie wollte eigentlich keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Sie bemerkte, wie Harry erneut das Thema anschneiden wollte, doch sie unterbrach ihn sofort. „Jetzt nicht Harry. Wir reden später!“

Harry grummelte leicht, fand er das Thema Malfoy doch spannender, als eineinhalb Stunden lang Flitwick Gehör zu schenken. Nichts desto trotz kramte er nach Feder und Tinte um sich Notizen zu machen.
„Ich möchte Ihnen heute einen ganz speziellen Zauber näherbringen, der vielleicht auch in Ihren theoretischen Prüfungen in diesem, aber auch im nächsten Jahr verlangt wird. Deshalb ist es nur ratsam, alle wichtigen Informationen genauestens mitzuschreiben und zu lernen. Praktisch wird dieser Zauber nicht von Ihnen abverlangt werden, es sei denn, Sie möchten die Prüfung zum Auror absolvieren. Dann ist es natürlich von Nöten, den besagten Zauber zu kennen und anwenden zu können. Heute geht es um einen ganz speziellen Erinnerungs- beziehungsweiße Gedankenzauber. Wer von Ihnen kennt denn einen solchen Zauber?“

Natürlich erhob sich sofort Hermiones Hand, aber auch Harry, Ron und ein einige andere Schüler kannten einen solchen Zauber.

„Mister Longbottom bitte. Welchen Zauber kennen Sie?“
„Den Vergessenszauber Sir.“

„Und wie lautet dieser? Wie wirkt er sich aus?“

„Amnesia Sir. Damit kann man, wenn man ihn wirklich beherrscht, das gesamte Gedächtnis löschen. Oder aber Verwirrung stiften und auch einzelne Erinnerungen löschen.“

„Vollkommen richtig Mister Longbottom, vollkommen richtig. 10 Punkte für Gryffindor. Der Amnesia Zauber ist ein sehr starker und auch gefährlicher Zauber. Erinnerungen, die damit gelöscht wurden, kann man nur sehr schwer wiederherstellen. Oft ist es sogar unmöglich und das Opfer bleibt ein Leben lang völlig verwirrt. Natürlich kommt das vielen Leuten zugute. Wie wir wissen, oder doch eher nur vermuten, benützen viele bekannte Todesser diesen Zauber, um alle Gräueltaten aus dem Kopf ihrer Opfer zu löschen. Und nachgewiesen werden, kann es in den Meisten Fällen nicht. Aber gut. Wer kann mir noch einen Zauber nennen?“

„Wieder hoben einige Schüler die Hand, wenn auch schon ein paar weniger als zu vor.

„Mister Malfoy, bitteschön.“

„Emuvilus Sir. Ein bleibender Vergessenszauber. Er lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wenn er sehr stark ist, kann es unter Umständen auch passieren, dass das Opfer auch danach immer wieder Sachen vergisst. Das Gedächtnis nimmt erheblichen Schaden daran.“

„Woher er das wohl weiß?“ flüsterte Ron, Harry und Hermione zu. „Hat ihn bestimmt schon das eine oder andere Mal angewandt.“

„Sehr gut Mister Malfoy, dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen. Auch für Ihr Haus 10 Punkte. Bekomme ich noch einen Fluch zu hören? Ah, Miss Granger bitte.“

„Nun, Sir, auch der Imperius ist eine Art Gedankenzauber, nicht? Durch ihn ist das Opfer nicht mehr im Stande klar oder überhaupt selbst zu denken. Das Opfer wird regelrecht manipuliert, hinterfragt seine Taten nicht und wird nur durch den Zauber ausgelöst.“

„Miss Granger, Miss Granger. Ich kenne nicht einmal eine Handvoll Schüler, die so denken wie Sie. Es erstaunt mich immer wieder. Ja, in der Tat, Sie haben natürlich vollkommen Recht. Der Imperio eist ein Gedankenfluch schlechthin. 20 Punkte für sie! Ich bin überaus überrascht!“

Hermione konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Sie liebte es einfach, eine Alleswisserin zu sein und selbst ihre Lehrer noch überraschen zu können. Da machte sich das viele Lesen, was sie natürlich auch freiwillig und gerne tat, durchaus bezahlt.

„Nun gut, der Zauber, den ich Ihnen heute näher bringen möchte, heißt memoria manifestare. Und nun passen Sie besonders gut auf. Dieser Zauber bewirkt, dass sämtliche Erinnerungen vollkommen sichtbar werden. Sie müssen sich das vorstellen, wie Schemenhafte Gestalten, wie Bilder, die in der Luft schweben und jedem Anwesenden Einblick darin gewährt. Aber das erstaunliche daran, ist, dass es nicht nur Bilder sind, sondern man kann alles hören, was gesprochen wurde, Töne, Klänge…“

Ein braunhaariges Mädchen hob die Hand. „So wie in einem Muggelfilm?“

„Ganz recht meine Liebe. Es ist, als würden die Gedanken und Erinnerungen zum Leben erwachen.“

„Aber wofür verwendet man diesen Zauber?“ Hermione strich sie ihre widerspenstigen Haare aus dem Gesicht. „Ich meine…Mann kann doch auch Legilimentik verwenden, um Gedanken und Erinnerungen sehen zu können, und wenn Sie sagen, es ist sehr schwer zu erlernen, warum müssen wir Theoriewissen bei den Prüfungen ablegen?“

„Das ist eine ausgesprochen gute Frage, so wie auch die Frage, warum Auroren diesen Zauber beherrschen müssen und die Antwort auf beide Fragen ist recht simpel. Aus Schutz natürlich. Wie Sie vielleicht wissen,…“ Professor Flitwick wandte sich wieder allen Schülern zu. „…ist unser Verstandet sehr leicht angreifbar. Wir können uns schützen, vor ungebetenem Eindringen. Und zwar durch Legilimentik, ABER nicht hier. Bei diesem Zauber gibt es keine Abwehr. Nicht mit dem Verstand, nicht mit dem Zauberstab. Mann könnte einen protecto versuchen, aber dieser Schutzschild wird nicht lange standhalten.“

„Aber was kann man dann dagegen tun?“ Ron hielt es nicht für nötig, sich vorher zu melden, aber das war ja so gut wie immer so. „Also irgendwas muss man ja tun können.“

„Das einzige was möglich ist und dafür muss man die Legilimentik beherrschen und zwar RICHTIG beherrschen, ist, zu versuchen gewisse Erinnerungen nicht aus dem Kopf zu lassen. Man muss versuchen, nur unwichtige Gedanken an die Oberfläche kommen zu lassen. Aber wenn Sie gegen einen sehr starken Zauberer ankämpfen müssen, werden Sie kaum eine Chance haben. Todesser verwenden meist den Cruciatus um Menschen zum Reden zu bringen, aber Gerüchten zu folge, ist Ihr-wisst-schon-wer ein begnadete Legilimentiker und weiß auch, wie man mit diesem Zauber umgeht.“

Die Schüler begannen zu tuscheln. Viele sahen auch erschrocken drein, weil sie nicht wussten, wie gefährlich es nun wirklich war. Andere wiederum diskutierten den Zauber selbst, wie es sich anfühlen würde und wie es aussehen würde, seine eigenen Erinnerungen nochmals direkt vor sich zu haben.

„Nun gut, als Hausübung, schreiben Sie mir bitte die wichtigsten Merkmale des memoria manifestare und seine Anwendung. Sie finden genug Material in der Bibliothek und Ihre Notizen sind bestimmt auch sehr Hilfreich. Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.“
Immer noch tuschelten die Schüler, als sie die Klasse verließen, um die nächste Unterrichtsstunde zu besuchen.

„Schon irgendwie gruselig oder?“ Meinte Ron, als die Drei durch die Korridore wanderten. „Ich meine, dass jemand wirklich deine Gedanken aus dem Kopf ziehen kann.“

„Nun…da bekommt man es wenigstens mit. Das ist bei Legilimentik nicht immer der Fall. Also glaube ich währe mir dieser Zauber fast lieber.“ Meinte Harry. „Aber das ist jetzt unwichtig. Wollten wir nicht über das Frettchen reden?“

Hermione schnalzte genervt mit der Zunge. „Du gibst wohl nie Ruhe was? Da gibt es nicht viel zu reden.“

„Komm schon Hermione!"

„Harry…also schön, aber nicht jetzt und schon gar nicht hier. Wie wäre es mit Morgen? Da haben wir nur vier Stunden. Danach haben wir genügend Zeit, das auszudiskutieren.“

Harry seufzte. „Also schön…und wenn wir dann schon dabei sind, ich hab da auch noch was zu besprechen.

HPHPHPHPHPHPHPHP


„Oh ich finde es klasse, dass du mir endlich dein eigenes Zimmer zeigst!“ Ginny war schon ganz aufgeregt, als sie mit Hermione die Stufen emporstieg. „Hattest du auch so einen anstrengenden Tag wie ich?“

„Und ob. In diesem Jahr wird uns so einiges abverlangt und Harry und Ron konnten es mal wieder nicht lassen und hatten nichts Besseres zu tun, als mich über Malfoy auszufragen. Jetzt konnte ich das zum Glück auf morgen verschieben. Heute hätte ich keinen Nerv mehr dafür.“

Als sie das Zimmer betraten, staunte Ginny nicht schlecht über das wunderschöne Zimmer, welches Hermione bewohnen durfte. „Wow. Das ist ja Wahnsinn. Das hätte ich auch gerne…So ein großes Bett, ein eigener Kamin, Teppich…und frische Blumen am Fenster.“

„Was? Blumen?“ Hermiones Blick viel auf ihren Schreibtisch, der direkt am Fenster stand und tatsächlich. Eine Vase mit frischen, wunderschönen Blumen stand da. Ein Blumenstrauß, dessen Schönheit sie nicht beschreiben konnte. Bestehend aus Orchideen, Lilien, Passionsblumen, welche ihre Lieblingsblumen waren und bunte kleine Blüten, dessen Name sie nicht wusste. Es war atemberaubend schön. „Wow…ich…“

Ginny war sofort zum Schreibtisch geeilt und inspizierte die Blumen. „Keine Karte…aber dafür das hier!“ Sie hielt ein kleines Päckchen hoch und reichte es ihrer Freundin, welche es verdutzt annahm. „Da hat wohl jemand einen heimlichen Verehrer!“ Ginny grinste und die zwei Mädchen ließen sich aufs Bett fallen.

„Sei doch nicht albern. Ich hab keinen heimlichen Verehrer. Und wie soll er hier rein gekommen sein?“

„Na das liegt doch auf der Hand. Dein Verehrer kann zaubern du Hohlbirne. Und er hat die Sachen hergezaubert, so wie man es eben mit Weihnachtsgeschenken macht! Aber jetzt mach doch endlich auf!“

„Ja doch.“ Leicht zitternd löste Hermione das goldene Geschenkpapier und wickelte die Schachtel aus. Sie konnte ihren Augen kaum trauen, als sie sah, was ihr der Unbekannte geschenkt hatte. Es war ein Sündhaft teures Schreibset, bestehend aus schwarz-goldener Tinte und einer rotgoldenen Feder eines Phönix. „Das…ach du meine Güte…“

„Also ich glaube dein Verehrer stammt aus Gryffindor. Das sagen eindeutig die Farben!“

„Aber…ich…wer schickt mir so etwas? Und wieso? So etwas Wundervolles habe ich noch nie gesehen!“ Hermione war fassungslos. Noch nie hatte sie so etwas Kostbares besessen. Eine Phönixfeder bekam man nicht einfach mal beim Schreibwarenhändler um die Ecke und das Selbe traf auch auf die kostbare Tinte zu. Entweder sie hatte wirklich einen heimlichen Verehrer, oder aber irgendjemand wollte sich einen Scherz mit ihr erlauben.

„Tja…vielleicht finden wir es bald raus. Wir müssen einfach die Augen beim Frühstück morgen offen halten, vielleicht beobachtet dich jemand. Könnte gut möglich sein.“

„Diese Vorstellung finde ich äußerst gruselig…“ gab Hermione zu. Immer noch hatte sie Ihren Blick auf das kostbare Geschenk gesenkt.

„Hermione? Wessen Eule ist das? Hast du eine Ahnung?“ Ginny war aufgesprungen, um den Boten Einlass zu gewähren.

„Was?“ Hermione sah auf und erblickte eine wunderschöne Eule, einen Uhu um genau zu sein, an dessen Bein eine schwere Last hing. „Um Gottes Willen. Das ist wohl ein Tag der Überraschungen was?“
Der Uhu hatte sich aufs Bett gleiten lassen und streckte nun Hermione sein Bein hin und wartete geduldig, bis Hermione ihm die Last abgenommen hatte.

„Na los, mach es schon auf! Vielleicht hast du noch mehr Verehrer. Wäre doch wirklich amüsant!“ Ginny lies sich erneut aufs Bett fallen und verscheuchte so unbeabsichtigt den wunderschönen Vogel, der sich mürrisch auf Hermiones Schrank verzog.

Hermione wickelte das Päckchen auf und zum Vorschein kam eine Schatulle aus Ebenholz, welche wunderschön verziert war. Als die braunhaarige Hexe diese öffnete, atmete sie laut ein. „Oh…ich denke ich weiß von wem das ist…“

„Wirklich?“ Ginny lugte in das Kästchen und erkannte eine Reihe an Phiolen mit verschiedenfärbigen Zaubertränken. „Zaubertränke? Weiß dein Verehrer denn nicht, dass du die beste Zaubertrankbrauerinn in ganz Hogwarts bist?“

„Ich hab demjenigen gestern Nacht ein paar Fläschchen meines Vorrates gegeben…anscheinend besitzt er die Höflichkeit, sie mir zurückzugeben…und noch ein paar andere…ich muss zugeben, dass ich das nicht erwartet hätte…“ nein, das hatte sie nicht erwartet. Sie hatte eigentlich gar nichts von Draco Malfoy erwartet. Aber es freute sie doch, dass er mehr Anstand besaß, als sie dachte. Sie nahm die kleine Pergamentrolle in die Hand und entfaltete sie.

„Jetzt lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen Hermione! Von wem ist es denn?“ Ginny war viel zu ungeduldig. Wenn es um Klatsch und Tratsch ging war sie immer vorne mit dabei.

Hermione seufzte und las die Notiz laut vor.

Als Entschädigung für gestern Nacht.
Bestimmt kannst du auch das Einhornelixier und das Drachenpulver für etwaige Zaubertränke gebrauchen.

PS: Ich hoffe, das Päckchen ist heil angekommen. Mein Vogel ist manchmal etwas tollpatschig.
D.M.


„D.M.? Das ist doch nicht…“

„Draco Malfoy, ganz genau. Kaum zu glauben…“ Hermione begutachtete die Fläschchen mit dem Kostbaren Inhalt.

„Soll das so etwas wie ein Dankeschön sein?“

„Vermutlich…Ja…“

„Du musst ihm antworten Hermione. Dich bedanken. Sonst denkt er…“ doch Hermione unterbrach ihre beste Freundin.

„Es ist mir vollkommen egal was er von mir denkt Ginny. Ich habe etwas für ihn getan und er für mich. Wir sind also quitt.“

Ginny blickte Hermione an…starrte sie an…starrte sie regelrecht nieder. Ja, sie konnte einen echt fertig machen, das hatte sie bestimmt von ihrer Mutter, Molly. Hermione sefzte. „Also gut! Ich schreibe ihm zurück. Zufrieden?“ Ginny strahlte über das ganze Gesicht. Also schnappte sich Hermione ein Stück Pergament, kritzelte schnell etwas drauf und band es anschließend dem Uhu, nicht ohne ihm vorher einen Eulenkeks zu geben, ans Bein. Dann trug sie ihn zurück zum Fenster und ließ ihn nach draußen fliegen.

„Bitteschön, ich habe ihm geantwortet. Aber du glaubst doch wohl nicht, dass er wert darauf legt von mir ein Dankeschön zu bekommen!“

„Es verlangt einfach die Höflichkeit. So. Und jetzt müssen wir nur noch deinen Verehrer finden, um beratschlagen zu können, ob er es würdig ist, dein Freund zu werden.“

Hermione schüttelte nur lachend den Kopf. Es war anscheinend ein aufregenderes Abenteuer für Ginny, als für sie selbst, den Unbekannten zu finden, der ihr ein so kostbares Geschenk schickte und das ohne Karte. Aber insgeheim war sie natürlich neugierig. Wollte wissen, von wem es stammte, um sich dafür bedanken zu können. Es war spät geworden und so begleitete sie die Rothaarige, welche sich auf den Weg zurück in den Gryffindor Gemeinschaftsraum machte, zum Ausgang des Schulsprecherturms. Dort verabschiedeten sich die Beiden voneinander und verabredeten sich für den Nächsten Tag zum Früstück.

Als sie das Portrait hinter Ginny geschlossen hatte, gähnte und streckte sich Hermione ausgiebig. Es war zeit, sich Bettfertig zu machen. Sie wollte noch etwas in ihrem Bett lesen und dann schlafen gehen. Die paar Stunden Schlaf letzte Nacht waren eindeutig zu wenig.

Plötzlich hörte sie ein Zischen, das aus dem großen Kamin kam. Hermione drehte sich um und konnte ihren Augen nicht trauen. Die Flammen, die den Raum so sehr wärmten, waren grün geworden. Grün. Und das konnte nur eines bedeuten. Sie wusste es ganz genau und in diesem Moment, erschien Draco Malfoy im Kamin und sah sie etwas geschockt an. Er hatte anscheinend nicht mit ihr gerechnet.

Wut, Ärger, Zorn lag in Hermiones Blick, als Malfoy langsam aus dem Kamin trat. Ihr Puls raste und sie wusste nicht, welche Beleidigung sie ihm zuerst an den Kopf werfen sollte. Ihre Hände zitterten vor Wut. Der Kamin war am Flohnetzwerk angeschlossen. Das war illegal…und sie hatte die ganze Zeit keine Ahnung.

HPHPHPHPHPHPHPHP


Sooooo......fertig! Ich weiß, ich bin ja sooooo gemein!! Schreibt mir doch bitte, WIE gemein ich bin :) bussi und bis bald


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