
von bella_isa
Sooooo, hat leider etwas länger gedauert, (Unistress hat wieder zugeschlagen) aber ich bin wieder mit einem neuen Kapitel zurück! Hoffe, es gefällt euch :)
@Bellazissa Black: Meine treue Seele!! Wie schön, dass es dich gibt :) ich hoffe, ich treffe wieder deinen Geschmack, hab mir extra gaaanz viel Mühe gegeben und wäre dabei fast verzweifelt! Echt jetzt! Viel spaß und frohe Ostern :)
bussi, bella_isa
Er war erschöpft, müde, wollte einfach nur noch seine Ruhe, etwas Entspannung. Vielleicht ein heißes Bad nehmen um wieder runter zu kommen. Das war es, was er jetzt brauchte. Gedanklich war er schon ganz wo anders, als er den Kamin betrat und zurück nach Hogwarts flohte. So war er auch umso mehr erschrocken, als er plötzlich seiner Schulsprecherkollegin gegenüberstand. Er hatte natürlich gewusst, dass es nicht gerade sicher war, das Flohnetzwerk zu benutzen, doch es war der leichteste und schnellste Weg, zurück in die Schule zu kommen, ohne viel Aufsehen zu erregen. Natürlich hatte er auch an Granger gedacht, welche ihn ohne weiteres erwischen könnte, aber die Bequemlichkeit hatte doch gesiegt. Und so stand er ihr nun gegenüber, sah ihre Wut im Gesicht, sah ihren Körper vor Zorn beben, wusste, dass sie jeden Moment explodieren würde. Wusste, dass er sich nun würde rechtfertigen müssen, doch wollte er einfach nur noch in sein Bett. Aber es sah so aus, als hätte er keine Wahl. Er machte einen großen Schritt nach vorne und trat aus dem Kamin.
„Was zur Hölle hast du dir dabei gedacht?“ ihre stimme zitterte, klang angespannt. Jedoch vermied Hermione es, Draco anzubrüllen. „Du hast…“ doch sie wurde von dem Blonden unterbrochen.
„Mach doch kein Drama daraus Granger.“ Lässig legte er seinen schweren Reiseumhang ab und warf ihn über einen der Sessel, welcher am nächsten vor dem Kamin stand.
„Kein…Ich soll…“ Das durfte doch nicht wahr sein. Sie hatte ihn gerade dabei erwischt, wie er, Malfoyspross, Schüler und Todesser aus einem Kamin stieg, der überhaupt nicht am Flohnetzwerk angeschlossen sein dürfte und sie sollte sich nicht aufregen? Es war zu viel für sie. Am liebsten würde sie ihm auf der Stelle an die Gurgel springen. So arrogant wie er sie gerade ansah, sie wollte ihm am liebsten sein selbstgefälliges Grinsen aus dem Gesicht prügeln. „Ich soll mich nicht aufregen?“ schrie sie „Du findest den Gedanken daran, dass sämtliche Todesser diese Schule stürmen können, bestimmt sehr amüsant. Aber weißt du was? Nicht mit mir. Du kommst dich bestimmt sehr erwachsen vor mit deinen kleinen Todesserfreunden, aber…“
„Was willst du dagegen machen Granger?“ fauchte Malfoy und ging einen Schritt auf sie zu, doch Hermione wich nicht zurück. Sie war viel zu wütend, aufgebracht und rang laut nach Luft. „Willst du wieder zu Dumbledore rennen? So wie letztes Mal? Ja Granger, ich weiß darüber bescheid!“
„Ich hab kein Wort zu ihm gesagt!“
„Ja. Und das war auch dein Glück! Du solltest aufpassen und dein Vorlautes Mundwerk halten. Denn du hast hier gar nichts zu sagen.“ Draco wurde immer wütender. Was bildete sie sich überhaupt ein? Ständig musste sie sich in Angelegenheiten einmischen, die sie nichts angingen. Wohlmöglich hatte sie Todessehnsucht.
„Ah! War ja klar, dass das wieder kommt! Das kleine Schlammblut hat nichts zu melden. Sie ist es ja nicht einmal wert, einen Zauberstab zu besitzen. Wir, die Reinblüter haben das sagen! Allen voran die Todesser!“ Sie hatte so gut wie möglich versucht, ihre Stimme arrogant klingen zu lassen, doch ihr Zittern hatte sie trotzdem nicht verbergen können.
Malfoy hatte sich schon halb umgedreht, wollte fliehen um endlich seine Ruhe zu haben, doch Hermione sprach weiter. Ruhiger als zu vor und er konnte so etwas wie Überlegenheit in ihrer Stimme hören.
„Aber Malfoy, hast du dich schon einmal gefragt, wieso IHR es seid, die sich verstecken müssen? Warum IHR euch fürchten müsst, entdeckt zu werden? Warum trägst du nur noch langärmlige Hemden? Warum trägst du das Mal nicht mit STOLZ und WÜRDE und zeigst allen, wie überaus mächtig und stolz du bist? Wovor hast du Angst? Wenn du doch soo überzeugt davon bist, für das Richtige einzutreten, warum versteckst du es?“
„Hör auf!“ Malfoys Stimme zitterte und er musste sich zwingen, seinen Zauberstab in seiner Hosentasche zu lassen um nicht sofort einen Fluch auf die Hexe vor ihm zu schicken.
„Hast du dich schon mal gefragt, wie es möglich sein soll, Magie zu stehlen? Glaubst du wirklich alles, was man dir erz…“
„Ich sagte du sollst aufhören!“ er schrie. Schrie sie an, denn er wollte das nicht hören. Wollte nicht darüber nachdenken müssen. Am liebsten hätte er ihr ins Gesicht geschrien, dass er bereits versucht hatte, das Mal aus seinem Arm zu brennen, es jedoch nicht geklappt hatte, dass nicht einmal eine Narbe zurückgeblieben war.
„Du willst die Wahrheit doch gar nicht hören Malfoy. Für dich ist einzig und allein wichtig, Macht zu besitzen. Aber du wirst untergehen. Ihr alle werdet untergehen und was hat es dir dann gebracht? Für dich ist das doch alles nur ein Spiel. Und wenn es ernst wird, versteckst du dich doch hinter Mami und Papi und…“
„Rede nicht über Dinge, von denen du keine Ahnung hast! Du denkst du weißt über alles bescheid? Da hast du dich aber gewaltig getäuscht. Nicht alles was glänzt, ist Gold!“
„Ohhh willst du jetzt vielleicht damit andeuten, dass du das alles gar nicht wolltest?“ Hermione schüttelte nur den Kopf.
„ICH HATTE KEINE WAHL!“ Draco atmete heftig ein und aus. So laut wollte er eigentlich nicht schreien, doch er konnte es einfach nicht mehr kontrollieren. Er starrte die Hexe vor ihm an und sie starrte genauso zurück. Beide brodelten und waren auf 180.
„Ja. Das ist dann die Standardausrede. Ich hatte keine Wahl! Jeder hat eine Wahl Malfoy. Du warst nur zu feige dich dagegen zu entscheiden.“
„Tja. Hätte ich es nicht getan, würde ich nicht mehr hier stehen!“
„Lieber würde ich STERBEN als meine Seele zu verkaufen!“ schrie Hermione.
„Ach ja? Und kannst du das mit Sicherheit sagen?“ In Dracos Inneren brodelte es erneut. Sie hatte doch überhaupt keine Ahnung.
Hermiones Herz raste und auch ihr Atem hatte sich immer noch nicht beruhigt. Sie war so damit beschäftigt, Malfoy zu kontern, dass sie gar nicht merkte, wie sich ihre Hände immer wieder zu Fäusten ballten. Dabei schnitten ihre Fingernägel ins Fleisch und hinterließen weise, Halbmondförmige Male. Ihr Hirn arbeitete auf Hochtouren. Natürlich würde sie lieber sterben. Sie würde wenn nötig für ihre Freunde und Familie sterben, nur um sie in Sicherheit zu wissen. Und sie würde sich für jeden schwächeren Mensch oder jede schwächere Kreatur einsetzten, komme was wolle. Natürlich würde sie lieber sterben, als für IHN höchst persönlich zu arbeiten, sein Sklave zu sein. Natürlich…es stand außer Frage…es gab keine andere Antwort darauf…Aber was, wenn sie in seiner Situation wäre? Klar, er hasste Muggelgeborene, er hasste Dumbledore und er prahlte regelrecht mit seiner Herkunft, aber was wenn sie, genau wie er in einer Todesserfamilie aufwachsen würde, was wenn sie niemanden hätte, der ihr das alles ausreden würde? Was wenn ein Nein als Antwort nicht akzeptiert werden würde? Was wenn ein Nein als Antwort, stundenlange Folter und schlussendlich den Tod mit sich bringen würde? Was, wenn sie ganz alleine wäre und sie sich innerhalb einer Sekunde entscheiden müsste?
Hermione schluckte hart. „Ich…denke nicht…“ ihre Stimme war leise, klang leicht erstickt und doch konnte Malfoy sie hören. Zittrig strich sich die Hexe ihre widerspenstigen Haare aus dem Gesicht, ließ sich in einen der Sessel sinken und trat ihre Schuhe von sich. Sie war verwundert, dass der blonde Junge immer noch da stand und nicht schon längst geflüchtet war, oder ihr einen Fluch aufgehalst hatte, denn sie könnte schwören gesehen zu haben, wie seine Hand einige Male in Richtung Zauberstab gezuckt war. Doch noch mehr verwunderte es sie, dass er sich plötzlich neben sie, auf die Couch setzte.
Es war gespenstisch still im Gemeinschaftsraum. Einzig das leise Prasseln des Feuers, in welches Hermione und Draco starrten, war zu hören.
„Dumbledore…er…weiß davon.“ Draco hatte leise gesprochen und deutete mit seinem Kopf in Richtung Kamin.
Ruckartig hob Hermione ihren Kopf und blickte auf. „Was? ...ich…versteh’ nicht…“
„Er hat den Kamin am Flohnetzwerk angeschlossen…ich…es war nicht meine Idee…ich wusste Anfangs überhaupt nichts davon.“
„Du meinst…Dumbledore? ...Wieso geht er dieses Risiko ein? Ich meine warum…“ Hermione musste sich sehr anstrengen, um nicht erneut laut zu werden.
„Falls es dich beruhigt,…“ unterbrach Malfoy sie, „…nur ich bin in der Lage, den Kamin auch tatsächlich zu benutzen…also…besteht auch keinerlei Gefahr…“
„Oh dem Himmel sei Dank!“ Hermione atmete laut aus. Wie hatte sie auch nur annehmen können, Dumbledore würde der Schule einer solchen Gefahr aussetzen? „Aber…wieso erzählst du mir…das jetzt doch?“ Sie blickte ihn an, kurz in die Augen, ehe Malfoy seinen Blick abwandte und wieder in die Flammen starrte.
„Granger…wir sind zwei erwachsene Menschen…und hättest du mich nicht gleich angebrüllt, hättest du es schon viel früher erfahren, denn ich habe keine Lust, auch noch hier Stress zu haben. Und glaub mir, ich kann dich zwar noch immer nicht leiden, aber das rechtfertigt noch lange nicht, Jemanden anzugreifen.“
„Und…was rechtfertigt es deiner Meinung nach, Jemanden anzugreifen…oder zu töten?“ Hermione rechnete damit, so etwas wie „Muggel oder Schlammblüter zu sein“ zu hören, doch war sie völlig überrascht, als Malfoy ihr antwortete.
„Das…muss ich noch herausfinden.“ Er stand auf und griff nach seinem schweren Reiseumhang, wollte damit in seinem Schlafsaal verschwinden, doch Hermione hielt ihn auf.
„Du…hast mich zum Nachdenken gebracht…“ Malfoy drehte sich zu der Hexe, welche nun ihre Beine an den Körper gezogen und sie umschlungen hatte.
„…ich meine darüber…ob ich mich anders entschieden hätte und…ich denke das hätte ich nicht…an deiner Stelle…ich kann nur vermuten in welcher Situation du warst aber…ich hätte mich gleich entschieden…“ sie schluckte, strich sich nervös eine verirrte Locke aus dem Gesicht und wartete, ob Malfoy ihr antworten würde. Doch das tat er nicht. Er sah sie einfach nur an, also sprach sie weiter: „und darüber…wieso sich Menschen so entscheiden, wie sie es eben…tun…weißt du, immer heißt es nur…er ist zu einem Todesser geworden…er ist böse…eines Tages musste es ja so kommen, ich hab das vorhergesehen…ich hätte mich für den Tod entschieden! …Aber…Niemand hiterfragt die Entscheidungen Anderer, sie werden nur beurteilt…kritisiert und Niemandem interessiert es eigentlich, was einem dazu bewegt, sich dafür zu entscheiden…Aber das sollte man tun…bevor man Jemanden verurteilt. Das habe ich gerade eingesehen.“ Hermione räusperte sich, wusste nicht genau, wieso sie ihm das erzählt hatte, aber rückgängig konnte sie es nun auch nicht mehr machen.
Malfoys Miene war unergründlich. Er beherrschte seine Gesichtszüge seit Kindesbeinen an und lies sie nur sehr selten entgleiten. „ Du bist…eine kluge Hexe…“ Draco sah sie an. „…aber ich glaube das weißt du bereits.“
War das ein Kompliment? Hatte Hermione Granger gerade ein Kompliment von Draco Malfoy bekommen?
„Ich würde dich gerne etwas fragen.“
Hermione wurde aus ihren Gedanken gerissen. „Nur zu.“
„Wieso…bist du so…verständnisvoll? …ich meine…du hättest der ganzen Schule erzählen können was ich bin, denn…ich bin schlau genug um zu wissen, dass dich eine einfache Drohung niemals davon abhalten würde…und…das eben Gesagte…du…du siehst in einem Menschen…einem Lebewesen oft viel mehr als Andere es tun…und wieso in Gottes Namen bist du mit diesen ganzen Hohlköpfen befreundet?“
„Weil…ich es einfach bin. Darauf…gibt es keine Antwort. Ich…finde es falsch, Menschen vorschnell zu verurteilen und…diese Hohlköpfe wie du sie nennst, sind meine Freunde. Sie würden ohne zu zögern für mich sterben…und ich würde das Selbe für sie tun. Und nein, deine Drohung hat mich zwar abgeschreckt aber…sie hätte mich niemals davon abgehalten, es zu erzählen. Aber…ich habe mich dagegen entschieden.“
„…wieso?“
Hermione musste kurz schmunzeln. Er hinterfragte tatsächlich ihre Entscheidung. „Weil…es mich nichts angeht.“ Antwortete sie leise.
Draco nickte leicht. „Gute Nacht Granger.“
„Gute Nacht Malfoy.“ Und somit verschwand Draco die Treppe hinauf in seinen Schlafsaal.
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