The mess i made - Versteckspiel
von bella_isa
Heeeyyy meine Lieben! Vel früher als erhofft, melde ich mich zurück und hab euch etwas Süßes mitgebracht ;)
Leider muss ich euch auch sagen, dass ich sehr bald für zwei Wochen im Ausland arbeiten werde und somit auch keine möglichkeit habe, weiter zu schreiben. Wenn ich also in den nächsten Tagen nicht mehr zum Schreiben komme, müsst ihr leider etwas länger als sonst warten, dann wird es erst mitte September weiter gehen :/ Ich hoffe ihr seid nicht böse!!
Ein herzliches Willkommen an: EMMA LOOVEGOOD. Vielen lieben Dank für dein Kommi. Ich hab mich soo gefreut und wollte unbedingt gaaanz schnell ein neues Kapitel für dich posten, ich hoffe es gefällt dir genauso. :)
Jetzt aber viel Spaß, busi, baba, bella_isa
„Sag mal, hast du den Verstand verloren? Was zum Teufel hast du dir eigentlich dabei gedacht? Verschwindest einfach und denkst nicht einmal daran, dass es vielleicht auffällig werden könnte, dass du weg bist? Benutzt du eigentlich hin und wieder mal dein Gehirn?“
Draco blickte von seinen Unterlagen auf und sah Blaise‘ wütendes Gesicht. „Was ist dir denn über die Leber gelaufen?“
„Wa…Wa…Was MIER?..Ich fass es nicht…“ Blaise wollte schon mit seiner Schimpftriade loslegen, doch wurde er plötzlich fest an seinem Kragen gepackt und etwas nach hinten gezogen.
„Mister Zabini, beherrschen Sie sich und seien Sie gefälligst leise! Es gibt hier Schüler, die Arbeiten wollen. Haben Sie mich verstanden? Andernfalls werde ich Sie aus meiner Bibliothek werfen. Ist das klar?“
„J…ja Madame Pince. Glas…klar…“ stotterte Blaise.
„Wie schön.“ Die alte Bibliothekarin ließ den Zauberer wieder los und verschwand um die Ecke. Blaise richtete seinen Kragen gleich und setzte sich dann Draco gegenüber. „Jetzt hör mir mal zu. Du musst vorsichtig sein verdammt. Du kannst nicht einfach mir nichts, dir nichts, ganze zwei Tage verschwinden.“
„Was geht dich das an Blase? Ist doch nicht dein Problem.“
„Nicht mein Problem? Natürlich ist es das! Was glaubst du wen die ganzen Leute fragen wo du abgeblieben bist? MICH natürlich. Weil sie wissen, dass du sonst immer mit mir abhängst. Und ich kann mir dann die Ausreden einfallen lassen.“
„Jetzt komm schon Blaise. Mach nicht so ein Drama daraus. Dann bin ich eben…krank…müde…keine Ahnung. Was sind schon zwei Tage?“ Draco schüttelte nur den Kopf. Er verstand die ganze Aufregung nicht. Blaise konnte es doch herzlich egal sein.
„Na gut, wie du meinst, aber weißt du was? Granger weiß darüber Bescheid. Sie weiß, dass du ein scheiß verfickter Todesser ist. Wusstest du das? Und bestimmt wissen es auch schon all die anderen Löwen.“ Blaise versuchte sich wieder zu beruhigen. Er wollte ganz und gar nicht, von Madame Pince aus der Bibliothek geworfen werden.
„Ich weiß!“ fauchte Draco. Ich weiß, dass sie es weiß. Aber sie hat es niemanden verraten. Und ich bin vorsichtig.“
„Vorsichtig…von wegen! Weißt du was? Ist mir egal. Tu was du willst.“
Die Beiden schwiegen eine Weile und Blaise blickte sich um. „Sag mal…was machst du eigentlich…hier? In der Bibliothek? Sonst leihst du dir die Bücher doch aus, damit du nicht ewig hier sitzen musst.“
Draco räusperte sich und murmelde etwas Unverständliches.
„Was? Ich hab dich nicht verstanden Draco.“
Der Blonde seufzte und blickte wieder auf. „Mich verstecken!“
„Ver..verstecken? Du? Vor wem denn?“ Blaise blickte ihn mit großen Augen an.
„Muss ich dir das jetzt wirklich sagen?“
„Los, raus damit.“
Draco schwieg eine Weile. „Vor Granger.“ Da begann Blaise zu lachen.
„Was? Du versteckst dich vor Granger? Du weißt aber schon, dass das hier ein äußerst schlechter Ort ist, um sich vor Bücherwurm Granger zu verstecken.“
Draco schnaubte. „Ja und? In den Turm kann ich nicht. Bestimmt sitzt sie dort und macht Hausaufgaben. Ich will ihr nicht über den Weg laufen.“
„Warst du deshalb heute einer der ersten beim Frühstück?“
„Ganz genau. Und es hat funktioniert. Ich hab sie nicht gesehen. Und dann bin ich hier her gegangen.“ Draco schraubte sein Tintenfass zu und steckte es in seine Tasche.
„Nun gut, aber…WARUM versteckst du dich vor ihr?“
„Weil…naja weil…du lässt mich nicht in Ruhe, bis ich es dir gesagt habe was?“
„Darauf kannst du wetten.“ Blaise grinste. „Hat sie dich verhext? Sich in ein Frettchen verwandel?“
„Sehr witzig Blaise. Nein, sie…sie ist mir…nachgeschlichen. Hat mich mehr oder weniger verfolgt und…du weißt ja, dass ich oft im Raum der Wünsche bin.“
„Sie kennt diesen Raum? Und sie ist da rein gekommen?“
„Ganz genau. Hat mich gestört, als ich Klavier spielte. Und jetzt geh ich ihr aus dem Weg. Weil sie mich einfach nervt.“
„Na wenn das der einzige Grund ist…dachte, jetzt kommt etwas Spannenderes.“
„Tja, da muss ich dich enttäuschen.“ Draco packte seine restlichen Sachen zusammen. „Lass uns in die Kerker gehen, damit sie dich in Ruhe lassen. Vielleicht hilft es, wenn ich mich blicken lasse.“
„Gute Idee, aber bleiben wir doch noch kurz beim Thema Granger.“
Draco seufzte genervt auf.“
„Dir ist es peinlich, dass sie dich gesehen hat, als du Klavier gespielt hast. Hab ich recht? So richtig peinlich.“
„Ja Blaise, mir ist es peinlich. Können wir jetzt gehen?“
HPHPHPHPHPHPHPHP
„Hier, hört euch das an.“ Hermione hob die Zeitung um vorlesen zu können. „Massenentführung von Kindern. In den letzten Wochen stieg die Zahl der entführten oder verschollenen Kinder in England drastisch an. Alleine innerhalb der letzten 48 Stunden wurden fünf weitere Vermisstenanzeigen von Kindern aufgegeben und es sind noch mehr zu erwarten. Auffällig ist, dass alle Kinder neun Jahre alt sind.“ Hermione blickte von der Zeitung hoch. „Wisst ihr was das heißt?“
Ron und Harry sahen sich ratlos an und zuckten mit den Schultern, woraufhin Hermione die Augen überdrehte.
„Hört weiter zu. Augenzeugen berichteten, dass ihre Kinder von maskierten und Umhänge tragenden Männern am heiligsten Tag gepackt wurden und dann spurlos verschwanden. Viele Eltern berichteten auch von komisch aussehenden Waffen, die gegen sie gerichtet wurden. Eine hilflose Mutter berichtete wie folgt: „Ich war mit meinem Jungen spazieren. Mit meinem kleinen Jason. Und plötzlich waren da diese Männer. Ich kann Ihnen nicht einmal sagen, woher sie kamen. Sie waren einfach da. So ganz plötzlich. Und dann haben sie meinen Jason gepackt und haben ihn um die nächste Ecke gezerrt. Natürlich bin ich ihnen nach, aber…sie waren verschwunden. Alle. Einfach so.“ Wir alle bitten Sie um Unterstützung jeglicher Art. Wenn Sie Hinweise haben, dann melden sie sich unter….“ Hermione legte die Muggelzeitung auf den kleinen Tisch vor ihr.
„Glaubst du, es waren Todesser?“ fragte Harry.
„Mit Sicherheit. Und das Schlimmste, diese Kinder sind alle neun Jahre alt. Weiter unten im Artikel steh auch, dass all diese Kinder etwas eigenartig sind. Sogar deren Eltern sagen das. Und wisst ihr was das heißt?“
Ron blickte auf. „Es sind magische Kinder!“
„Genau. Sie alle würden an ihrem zehnten Geburtstag einen Brief von Hogwarts bekommen. Und…ich denke, das will…Voldemord…verhindern.“ Meinte Hermione.
„Dass Muggelgeborene zaubern lernen?“ fragte Harry.
„Ja. Es liegt doch auf der Hand. Er…beseitigt sie. Entführt sie und…macht…weiß Gott was mit ihnen…das ist schrecklich. Er…versucht, wie schon mit den Geburtenkontrollen, die…Welt zu säubern. In England ist es momentan am Schlimmsten, aber…es breitet sich immer weiter aus.“
„Der Krieg…er ist fast da…“ Harry schnappte sich seine Tasche und kramte darin herum.“
„Was hast du vor?“ fragte Ron und beobachtete sein Treiben.
„Wir können nicht mehr warten. Wir müssen auf der Stelle handeln…Ah! Da ist sie!“ Und Harry brachte eine Gallone zum Vorschein.
Ron hob eine Augenbraue. „Was…willst du denn damit? Dir den Frieden erkaufen?“ witzelte er, verkniff sich aber ein Lachen, als er Hermiones Blick sah. „Tschuldigung.“
„Nein. Ich setzte ein Training für Donnerstag an. Wir müssen sofort beginnen zu trainieren. Auf der Stelle. Und dabei geht es nicht darum, Zauber zu lernen, sondern, wie wir uns wirklich verteidigen. Wie wir uns duellieren, kämpfen. Einfaches üben von Zaubersprüchen hilft da nicht mehr.“
Hermione nickte. „Du hast recht. Ich hab mir über die Feiertage bereits Gedanken darüber gemacht und ein paar Notizen und Tabellen angefertigt. Der Raum der Wünsche wird uns bestimmt einen geeigneten Ort liefern. Da bin ich sicher. Das einzige ist nur…wir sollten versuchen auch Schüler anzuheuern, die bis jetzt noch nicht dabei waren. Vielleicht schaffen wir es, sie dafür zu begeistern.“
Harry legte seinen Zauberstab an die goldene Münze und ließ das neue Datum erscheinen. Er hoffte, dass so viele Mitglieder der DA diese Münze noch besaßen und, dass sie auch kommen würden, denn die Zeit drängte, sie mussten etwas unternehmen. „Voldemord hat das Ministerium infiltriert und bereits seine Hände im Spiel. Wir müssen herausfinden, was er plant. Aber wie? Wie sollen wir das anstellen? Meine Träume…sind zu undeutliche daf…“
„Harry! Du sollst doch lernen, deinen Geist zu verschließen! Voldemord hat die Verbindung bereits erkannt und lässt dich deswegen nicht mehr alles sehen. Aber nun kann er auch in deinen Geist sehen. Es ist überaus wichtig, dass du deinen Geist vor ihn verschließt!“ schaltete Hermione sich sofort ein.“
„Sie hat recht Mann.“ Druckste Ron. „Ist doch irgendwie unheimlich zu wissen, dass er uns…naja…irgendwie belauschen kann…“
„Aber wie sollen wir dann herausfinden, was er vor hat? Könnt ihr mir das verraten?“ fragte Harry aufgebracht und versuchte dabei jedoch weiter leise zu sein, damit sie niemand belauschen konnte.
„Nun ja…als…irgendwie bin ich gerade dabei…das herauszufinden... also…es wird noch eine Weile dauern, aber…ich denke ich schaffe das schon…“
Harry und Ron blickten Hermione fragend an. „Was meinst du damit?“ fragte Ron neugierig.
„Ach ähm…nichts…ich…recherchiere eben viel und…die Zeitungen sagen einem ja auch eine Menge. OK, ich…es ist schon spät und ich sollte ins Bett gehen. Wir sehen uns morgen. Ja?“
„Na gut. Gute Nacht Hermione.“ Murmelte Harry.
„Nacht Jungs. Und kommt morgen doch mal pünktlich zum Frühstück.“ Grinste sie und verschwand dann durch das Portrait der fetten Dame um sich auf den Weg in ihren eigenen Turm zu machen. Eigentlich graute es ihr davor, zurückzugehen, denn sie würde bestimmt auf Malfoy treffen und das wollte sie eigentlich vermeiden. Aber sie wusste auch, dass sie ihm nicht ewig aus dem Weg gehen konnte. Früher oder später würden sie sich begegnen…aber Hermione wäre später sehr recht. Seufzend lief sie die vielen Treppen hinauf und musste wieder an gestern Nacht denken. Warum zum Teufel war das passiert? Und warum nur hatte es sich nur so gut anfühlen müssen? Es war wirkilch eine abstruse Situation. Sie…hatte fühlen können, wie verzweifelt Malfoy war, diese ganze Situation war einfach verrückt. Und was war eigentlich mit ihr selbst los? Warum hatte sie das zugelassen? Warum hatte sie ihm nicht eine Ohrfeige verpasst, wie sie es vor ein paar Monaten noch getan hätte? Aber während sie sich diese Frage stellte, kannte sie die Antwort bereits. Weil eben ein paar Monate vergangen waren, weil sich so vieles geändert hatte und…weil ihr Hirn in dem Moment ausgesetzt hatte, in dem seine Lippen ihre berührt hatten.
Er hatte sie geküsst. Draco Malfoy hatte SIE geküsst. Eine Muggelgeborene. Zeigte das nicht, dass er nicht mehr so dachte wie früher? Dass er sich geändert hatte? Oder war er einfach nur zu verwirrt? Hermione wusste es nicht. Sie murmelte das Passwort und betrat den Turm.
Hermione hatte erwartet den Gemeinschaftsraum den sie sich mit Draco Malfoy teilte dunkel vorzufinden, doch ein behagliches Feuer prasselte im Kamin und tauchte den Raum in ein warmes orange. Also musste Malfoy wieder hier sein. Sie hatte mitbekommen, dass er versuchte, sich vor ihr zu verstecken…nun ja, eigentlich hatte auch sie sich vor ihm versteckt. Aber es wäre zu auffällig gewesen, noch länger im Gryffindorturm zu verweilen. Es war jetzt schon bereits nach Mitternacht.
Hermione legte ihren Umhang ab und betrat das Badezimmer. Was sie jetzt brauchte war eine heiße Dusche oder noch besser, ein langes, ausgedehntes Schaumbad. Doch sie fand das Bad nicht wie erwartet leer vor, ganz im Gegenteil. Malfoy saß am Boden, mit dem Rücken an die Wand gelehnt und hatte sein schwarzes Hemd halb offen. Er wirkte ungewöhnlich bleich im Gesicht, wenn nicht sogar gräulich.
Mit beiden Händen presste er sich ein nasses Handtuch gegen die Brust.
„…Malfoy…was…“ Hermione wollte ein paar Schritte in den Raum gehen, als sie erschrocken stehen blieb.
Mit einem Ruck hob Draco seinen Kopf und ließ dabei vor Schreck sein Handtuch fallen.
Blutverklebte Wunden kamen zum Vorschein. Es sah so aus, als hätte man seinen Oberkörper mit einem scharfen Messer aufgeschlitzt. Und das mehrmals. Sein Hemd klebte teilweise schmerzhaft auf seinen Wunden.
„Oh…mein Gott…ich“ Hermione eilte auf ihn zu und ließ sich neben ihm auf die Knie sinken. Entsetzen breitete sich auf ihrem Gesicht aus als sie die Wunden betrachtete.
„Was…wie…“ Sie griff nach dem Handtuch und bemerkte, dass die Wunden zwar frisch aussahen, jedoch nicht mehr bluteten und dass das Blut auf Malfoys Haut bereits getrocknet war. Sie atmete tief durch und blickte in das gräuliche Gesicht des Slytherin.
„Keine Sorge, ich bekomm‘ das hin.“ Hermione zückte ihren Zauberstab doch der Blonde neben ihr schüttelte nur den Kopf.
„Vertrau mir. Gleich ist es vorbei.“ Sie zielte auf eine seiner zahlreichen Wunden und murmelte: „episki“ doch nichts tat sich. Vielleicht war es der falsche Zauber für diese Wunden?
Malfoy richtete sich etwas auf und stöhnte dabei vor Schmerz.
Hermione holte erneut tief Luft um besser denken zu können. „Vulnera Samentur“ doch auch hier tat sich nichts. Die Schnitte verschlossen sich keinen Zentimeter.
„Das…wird…nicht klappen. Kein…Zauberspruch.“ Malfoy schloss müde die Augen. „Es gibt keinen Gegenfluch dafür…denn…so etwas…soll doch lange…in… Erinnerung bleiben…oder nicht?“ Selbst in dieser Situation brachte Malfoy noch ein zynisches Lächeln zustande.
Hermione sprang hoch und eilte zum Waschbecken um das Handtuch auszuwaschen.
„Wer…wer hat dir das angetan?“ Sie war bereits wieder bei Malfoy angekommen und säuberte vorsichtig seinen Oberkörper von dem verkrusteten Blut um die Wunden besser sehen zu können.
„Jemand…den ich seit Kindesbeinen an…Vater nenne…hat ihm bestimmt Spaß gemacht…eine kleine Abwechslung zu seinen üblichen Methoden. Er…hat mich heute Nachmittag zu sich bestellt…“
Hermione blickte kurz in seine warmen Silbernen Augen, sagte jedoch nichts. Sie konzentrierte sich darauf, nicht zu nah an seine Verletzungen zu kommen.
„Da ich dich bestimmt nicht dazu bewegen kann in den Krankenflügel zu gehen, werde ich schnell zu Madame Pomfrey laufen und ein paar Trä…“
„Rechts im Schrank“ unterbrach sie Malfoy. „Vielleicht ist da was dabei.“
Hermione sprang auf die Füße und durchwühlte den Schrank. Nahm alle heraus, was sie finden konnte. Tränke, Salben, Tinkturen. Doch das einzig wirklich brauchbare war Murtlap Essenz.
„Das wird deine Wunden nicht desinfizieren. Du könntest eine Infektion bekommen…ok, ok. Denk nach…“
Hermione drehte sich langsam zu ihrem Mitbewohner, der sich nur aufgrund der Wand in einer aufrechten Position halten konnte. Unsicherheit lag in ihren Blick. Etwas, dass Draco noch nie bei ihr, der alles wissenden Hexe gesehen hatte.
„Ich…bin sofort wieder da. Vertrau mir!“ Und schon war sie aus dem Badezimmer gestürzt, um im Gemeinschaftsraum sämtliche Schränke und Schubladen aufzureißen, bis sie endlich fand wonach sie suchte. Erleichtert lief sie zurück, sammelte alle erreichbaren Handtücher auf und kniete sich schlussendlich wieder neben Malfoy. Dieser bekam plötzlich große Augen, als er die Flasche in ihren Händen sah.
„Granger…willst du mich umbringen verdammt?“
„Das ist die einzige Möglichkeit. Deine Wunden müssen gereinigt werden und du weigerst dich ja in den Krankenflügel zu gehen, also wirst du wohl oder übel…“
„Feuerwhiskey? Sag mal…“ er war schockiert, geriet in Panik, als er die Flasche sah, die Blaise dagelassen hatte. Granger würde ihn wirklich umbringen mit dem Zeug. Er würde das Bewusstsein verlieren.
„Lass mich nur machen ok? Alkohol…desinfiziert!“
„Gib mir lieber davon zu trinken, bevor du mich verarztest.“ Spottete Malfoy.
Hermione hatte bereits eine bis zur Hälfte mit Wasser gefüllte Schale heraufbeschworen, die sie jetzt mit Feuerwhiskey auffüllte.
„Du…musst dein Hemd ganz ausziehen…“ Hermiones Stimme war leise, während sie die Handtücher mit ihrem Zauberstab in gleich große Streifen schnitt und diese in die Flüssigkeit tauchte.
„Ich hoffe du weißt was du tust“ sagte Malfoy zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen, während er sich sein in Blut getränktes Hemd auszog.
„Das…hoffe ich auch. Ok…lehn dich…zurück und…und…denk einfach an…keine Ahnung…an etwas Schönes?“
„Mach schon Granger, bevor ich es mir anders überlege“ schnauzte Malfoy, lehnte sich jedoch wieder richtig an die kühle Steinmauer.
Hermione lag eine bissige Bemerkung auf der Zunge. Wollte sagen, dass er sich auch ruhig selber verarzten könnte und sie genügend andere Dinge tun konnte, statt sich mit seinen Bemerkungen rumzuschlagen. Doch sie hielt sich zurück, wohl wissend, dass seine Schmerzen kaum zu ertragen waren. Ausgelöst durch den eigenen Vater…unvorstellbar wie man seinem eigen Fleisch und Blut so etwas antun konnte. Doch es war Realität. Der beste Beweis saß nämlich direkt vor ihr. Verletzt, schwach und übellaunig wie eh und je.
„…ok…dann los…“ Vorsichtig betupfte sie die kleinste Wunde die sie entdecken konnte mit dem Wasser-Alkoholgemisch und wartete Malfoys Reaktion ab, doch dieser zuckte nicht einmal mit der Wimper. Hermione wollte sich nicht vorstellen wie abgestumpft er in Bezug auf körperliche Schmerzen wohlmöglich schon war.
Draco hatte die Augen geschlossen und atmete ruhig. Es brannte tierisch, als der Alkohol in seine Wunden lief. Aber er wäre keine Malfoy, würde er sich beim kleinsten Wehwehchen etwas anmerken lassen. Nein. Er war darauf geschult worden, seinen Geist über seinen Körper walten zu lassen. Mentale Stärke war überlebenswichtig für einen Todesser. Und das wurde ihm seit seiner Kindheit eingebläut.
Er bemerkte, dass Hermiones Hände leicht zitterten, während sie seine offenen Wunden behandelte.
„Du brauchst nicht so zu zittern Granger. Sooo unwiderstehlich bin ich auch wieder nicht.“ Malfoy hatte ein leichtes Grinsen aufgesetzt.
„Wie du selbst in solchen Situationen Witze reißen kannst, ist mir ein Rätsel Malfoy.“ Hermione tauchte ein neues Stück Handtuch in die Schüssel und ließ die überschüssige Flüssigkeit zurück in die Schale tropfen. Die kleinen Wunden waren bereits gesäubert.
„ Man hat ja sonst nichts zu lachen auf dieser Welt.“ entgegnete Malfoy und beobachtete die Gryffindor bei ihrem Tun.
„Das…wird jetzt weh tun…“ und schon hatte sie das getränkte Handtuch auf einen von Malfoys tiefen Schnitten gedrückt.
Dieser zog zischend die Luft in seine Lunge und verkrampfte sich unter Hermiones Händen. Der brennende und stechende Schmerz durchschoss seinen gesamten Körper, benebelte seine Sinne, brachte seine Atmung zum Stocken.
„Tut…tut mir leid…gleich ist es vorbei…Malfoy?...Hey…“
Doch Draco konnte sie nur noch von weitem hören. In seinen Ohren hatte es bereits zu summen begonnen und schwarze Punkte schränkten sein Sichtfeld ein.
„Hey!...Malfoy! Komm schon, nicht ohnmächtig werden…Augen auf!“ Hermione packte ihn an den Schultern und zog ihn zu Boden. Seinen Kopf bettete sie auf einem flauschigen Handtuch. Schnell befeuchtete sie ein neues Handtuch mit kaltem Wasser und steckte es unter seien Nacken, um Dracos Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
„Malfoy? Hörst du mich?“
„Jedes Wort Granger“ krächzte Draco. „Sieht so aus…als…wolltest du mich doch…umbringen.“
„Es ist gleich vorbei…Hier trink das.“ Hermione hielt ihm ein kleines Fläschchen Aufpäppel-trank unter die Nase. „Damit du mir nicht richtig umkippst.“
Draco seufzte und leerte das Glasfläschchen in einem Zug.
„Na dann…leg los…“
„Ich beeil mich. Versprochen.“
Hermione griff erneut nach einem Stück Handtuch und presste es leicht zitternd auf Dracos Oberkörper. Dieser verkrampfte augenblicklich, kniff die Augen zusammen und verzog sein Gesicht. Ein Wimmern entfuhr seinen Lippen.
„Shhh…ganz ruhig…gleich ist es vorbei…gleich…“ Hermiones Stimme klang merkwürdig hoch. Sie griff mit ihrer linken Hand nach Draco‘s und dieser zerquetschte augenblicklich ihre zarten Finger.
„Ich bin…fast fertig.“ Erneut tauchte sie ein Stück Handtuch in die alkoholische Flüssigkeit. Sie konnte Malfoy laut keuchen hören. Schweiß bedeckte seinen Körper und sein Brustkorb hob und senkte sich rasch.
„Nur noch ein einziges Mal. Ok?“ Hermione schluckte. Sie musste die aufkommenden Tränen unterdrücken. Malfoy so zu sehen tat ihr irgendwie…weh…Niemand hatte verdient so leiden zu müssen. Selbst…selbst wenn es sich um einen Todesser handelte…der eigentlich…ein gar nicht so schlechter Kerl war.
„…Bereit?“ Sie sah Malfoy zaghaft an, der die Augen wieder geöffnet hatte. Ein tiefer Schnitt an seinem Bauch war noch übrig. Hermione wartete nicht auf eine Antwort, sondern drückte das Tuch in ihrer Hand auf Malfoys Bauch. Dieser jedoch setzte sich ruckartig auf. Ein gellender Schrei entwich ihm. Panisch versuchte er Hermiones Hände von sich zu bekommen. Er schlug nach ihr, kratzte sie, wand sich unter ihr. Er bekam kaum noch Luft. Dracos Bauchmuskeln spannten sich unter Hermiones Händen.
„Malfoy! Nicht!“ Die Gryffindor blieb standhaft, reinigte seine letzte Wunde, doch sein markerschütternder Schrei durchfuhr sie wie eine Messerspitze. Schnell schlang sie ihren freien Arm um ihn und drückte ihn so an sich, um ihn etwas zur Ruhe zu bewegen. Hermione konnte ihn heftig atmen spüren, spürte, wie sich seine Finger schmerzhaft in ihre Arme gruben, doch das war ihr egal. Sie wollte sich nicht vorstellen, was für Schmerzen er hatte.
„Shhhhh. Ruhig atmen!!“ Flüsterte die Braunhaarige und strich immer wieder beruhigend über seinen Nacken. Dann ließ sie ihn langsam wieder los und legte das Handtuch weg.
„Fertig…Ich bin fertig.“
Malfoy ließ sich wieder aufstöhnend zurückfallen und schloss die Augen. Sein Körper war schwach, seine Hände und Arme zitterten unkontrolliert. Er hörte Hermine herumhantieren, öffnete erneut die Augen und sah, wie seine Mitbewohnerin die restlichen Handtücher in dicke Verbände verwandelte und diese in eine gelbe Flüssigkeit tauchte. Murtlap Essenz.
„Schaffst du es dich aufzusetzen?“ hörte Draco Hermiones leise Stimme. Es dauerte etwas, bis er sein Zittern unter Kontrolle hatte. Langsam rappelte er sich wieder auf und saß der Braunhaarigen gegenüber.
„Das hier wird nicht wehtun. Versprochen.“ Sagte Hermione leise und hob ihren Zauberstab. Die getränkten Verbände flogen aus der Schale und rollten sich eigenständig zusammen. Hermione nahm sich die erste Rolle und begann, den Verband straff um Dracos Oberkörper zu wickeln. Die beruhigende Wirkung trat augenblicklich in Kraft. Sofort entspannte sich Draco und seufzte erleichtert auf.
„Was…war das für ein Fluch?“ fragte Hermione leise, während sie weiter den Verband um Draco wickelte. Sie konnte seinen Duft riechen. Es war eine Mischung aus Zitrus, Pfefferminz und …diesem unwiderstehlichen Geruch, welcher angenehm in ihre Nase stieg.
„Es…war eine Abwandlung des sectumsempra. So ausgerichtet, dass das Opfer Qualen erleidet aber nicht verblutet und stirbt. Dieser Fluch ist als Bestrafung in…unseren Reihen gedacht…“
„Bestrafung? Wofür? Wieso wurdest du bestraft?“ Hermione nahm die Nächste Rolle Verband und setzte ihr tun fort. Malfoy hob dabei leicht seine Arme um ihr besseren Zugang zu verschaffen.
„Ich…“ Draco seufzte und schluckte. Er wusste nicht wie viel er ihr erzählen konnte, wie viel er ihr erzählen wollte. Er hatte den Drang all seinen Kummer von der Seele zu reden, doch das konnte er sich nicht erlauben.
„Ich…hab mich geweigert…jemanden zu töten.“ Seine Worte waren fast nur ein Flüstern, doch Hermione verstand jedes einzelne. Sie zog scharf die Luft ein.
„Das… war eine gute Entscheidung…es…war mutig von dir es nicht zu tun.“
„Mutig?“ Draco lachte leise auf. „Wohl eher schwach…jämmerlich…ängstlich…so wird das bei uns genannt.“
„Sich gegen kaltblütigen Mord zu stellen, mit dem Wissen bestraft oder vielleicht sogar selbst getötet zu werden nenne ich mutig. Es war die richtige Entscheidung.“ Hermione wickelte eine Schicht trockenen Verband um Malfoys Körper.
„Aber…ich weiß nicht wie…lange ich noch stand halten kann.“ Seine Stimme war immer leiser geworden.
Hermione wusste nicht, was sie darauf antworten sollte. Natürlich hätte sie sagen können, dass er aussteigen konnte, sich Hilfe holen konnte, vom Orden des Phönix oder von Dumbledore persönlich. Dass er sich verstecken konnte, dass es Leute gab die ihm helfen würden, aber sie wusste, dass es leider doch nicht so einfach war. Und seine Entscheidung konnte sie nicht beeinflussen. Sie bemerkte, wie Malfoy auf sein Mal an seinem linken Unterarm starrte und legte kurz entschlossen ihre Hand darauf um es zu verdecken. Draco hob seinen Kopf und blickte ihr in die Augen. Sein Arm war angenehm warm und ein leichtes Prickeln durchfuhr ihre Finger.
„Ob gewollt oder nicht…jetzt ist es zu spät und man muss versuchen das Beste daraus zu machen. Nur du allein weißt, ob du so…weiter machen kannst oder nicht. Und ob du dann…mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben kannst. Du musst entscheiden was du tun willst, wie du leben möchtest. Ich…hab zwar kaum eine Ahnung davon aber…ich kann mir vorstellen, dass du…angst hast. Aber…deine Entscheidung…nicht zu töten…zeigt mir, dass du gar nicht so ein großer Angsthase bist, wie alle behaupten.“ Hermione blickte in das Gesicht ihres Gegenübers und konnte sehen, dass er angestrengt über ihre Worte nachdachte.
„Du…solltest dich hinlegen und ausruhen. Morgen werde ich die Verbände wechseln.“
„Du…hast schon…genug getan…“
Hermione wusste, dass er niemals ein „Danke“ laut aussprechen würde. Und schon gar nicht zu jemandem wie ihr.
„Wegen…gestern…“ fing Malfoy an, wusste jedoch nicht so richtig, was er ihr sagen wollte, wusste er doch nicht einmal, warum das gestern passiert war, doch dann sah er Hermione, wie sie leicht ihren Kopf schüttelte.
„Ich weiß, dass du momentan nicht du bist. Und…dass du mehr…als nur verwirrt bist. Und ich…sehe auch dass es dir…seit langem nicht mehr gut geht.“ Hermione schluckte. „Da passiert so etwas schon mal. Weil man nicht…alleine sein möchte, weil…man seine Gefühle nicht einordnen kann…es passiert einfach. Und…jetzt solltest du dich wirklich ausruhen.“ Sie bemerkte, dass ihre Hand immer noch auf Malfoys Arm lag und nahm sie schnell weg. Dann stand sie auf und reicht ihm ihre Hand, um ihm aufzuhelfen, dan begleitete sie ihn zu seinem Zimmer.
„Gute Nacht Malfoy.“
„Gute Nacht Granger.“
Hermione wartete, bis Malfoy in seinem Zimmer verschwunden war und ging dann zurück ins Badezimmer, um es aufzuräumen. Sie war fertig. Fertig, müde, so richtig k.o. Aber sie wollte das Badezimmer nicht wie ein Schlachtfeld verlassen. Nur auf ihre heiß ersehnte Dusche würde sie heute verzichten. Dafür war es schlicht und ergreifend viel zu spät und sie sehnte sich nur noch nach ihrem Bett. Also unterzog sie sich nur noch einer Katzenwäsche und schlich dann in ihr Zimmer. Sobald sie die Tür geschlossen hatte, entfachte sie Licht und blieb erstaunt stehen. Ihr Zimmer war übersät mit bunten, fliegenden Papierschmetterlingen, die durch die Luft flatterten. Es war ein Anblick, den sie noch nie gesehen hatte und auch nicht mehr so schnell vergessen würde. Die Schmetterlinge zogen kreise um sie und Hermione musste lächeln. Noch nie hatte sie etwas Vergleichbares gesehen.Doch nach und nach verschwanden die bunten Papierschmetterlinge, bis nur noch ein einziger übrig war, der sich langsam auf ihrem Nachttisch sinken ließ, als Andenken.
Am nächsten Morgen, war Hermione sehr früh auf den Beinen. Trotz der kurzen Nacht, konnte sie sich nicht erlauben, länger im Bett zu bleiben, denn sie hatte Malfoy versprochen, heute Früh die Bandagen zu wechseln. Sie wusste, dass das eine Zeit lang dauern würde, deswegen war sie so früh aufgestanden.
Schnell holte sie aus dem Badezimmer Utensilien, die sie wohlmöglich brauchen würde und klopfte dann zaghaft an Malfoys Schlafzimmertür. Doch niemand meldete sich. Sicher schlief er noch, also öffnete sie die Zimmertür und sah hinein. Und tatsächlich, wie sie vermutet hatte, Malfoy war noch im Land der Träume.
„Malfoy?“ versuchte Hermione zaghaft ihn zu wecken, doch hatte kein Glück. Also betrat sie das Zimmer, stellte die Sachen ab und blickte auf den Blonden und bei dessen Anblick rutschte ihr das Herz in die Hose.
„Malfoy? Oh nein…MALFOY!“ sie schüttelte ihn kräftig. „Wach auf. Bitte!!“ Doch nichts passierte. Was sollte sie nur tun?...
HPHPHPHPHPHPHPHP
So, das wars wieder von mir und ich werde versuchen, vor meiner Abreise noch ein Kapitel zu posten, aber leider kann ich nichts versprechen!! (Ist auch für mich ganz schlimm, auf Schreibentzug gesetzt zu werden :( ) Schreibt mir doch, wie ihr dieses Kapitel findet, würde mich freuen.
Bis bald hoffentlich, bussi, baba
bella_isa!!!! :) Kuss an euch alle und haltet durch ;)
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Joanne K. Rowling