The mess i made - Zauber der Erinnerung Teil 1
von bella_isa
OH GOTT!!! Ich bin untröstlich und es tut mir so wahnsinnig leid, aber das richtige Leben fordert mich leider ganz schön. Ich weiß nicht, was ich zu meiner Verteidigung sagen kann, nur... mein Studium hatte Vorrang, aber jetzt bin ich fertig!!! :)
Ich hoffe ihr verzeiht mir und ich habe noch ein paar fleiĂźige Leser ĂĽbrig.
Hab euch soooo lieb und hoffe ihr seid noch dabei!
Viel SpaĂź!
Viel zu lange schon lag sie auf ihrem Bett und starrte auf das kleine funkelnde Fläschchen und dem Blütenblatt neben ihr, starrte es an, als würde so die Antwort viel leichter zu erkennen sein. Doch ihr Kopf war ein einziges Durcheinander. Sie hatte keine Ahnung, was sie nun tun sollte, nichts schien mehr richtig zu sein. Ein einziger Abend hatte ihre Welt komplett zum Einsturz gebracht…so, wie Harry und Ron es ihr immer wieder prophezeit hatten,…so, wie sie gehofft hatte, es würde nicht passieren. Doch nun war es passiert und das hatte sie bitter zu spüren bekommen. Sie hatte immer gedacht, sie wäre darauf vorbereitet, würde damit umgehen können…wenn es schlussendlich doch dazu kommen würde…aber sie war sich nicht im klarem, dass es sie so sehr aus der Bahn werfen würde. Und so tat sie das Einzige, das ihr noch in irgendeiner Art und weiße richtig erschien. Sie war zurückgekehrt, in ihren alten vertrauten Schlafsaal im Gryffindor Turm. In wenigen Minuten hatte sie die wichtigsten Dinge zusammengepackt und war dann ohne ein weiteres Wort, ohne auch nur einen letzten Blick auf Malfoy verschwunden. Zornig, wütend, traurig…verzweifelt…verletzt… Sie war einfach gegangen. Zurück in ihr altes wohl bekanntes zu Hause, in dem sie sich immer wohl gefühlt hatte. Umgeben von ihren Mitschülern und ihren wenigen Freunden. Doch nun fühlte sie sich fremd hier. Sie wusste nicht, woran es lag, doch die einst so vertraute Umgebung war ihr einfach fremd geworden. Sie vermisste die Stille, die Ruhe die sie nun gewohnt war, vermisste ihre Privatsphäre. Doch zurück konnte sie nicht mehr. Es war unmöglich für sie.
Niemand hatte sie wirklich danach gefragt, warum sie plötzlich nach all den Monaten wieder zurückgekehrt war und so hatte sie sich auch keine Ausreden einfallen lassen müssen, die dann in viel zu langen Erklärungen ausgeartet wären. Aber das war schon gut so. Selbst Harry und Ron dachten sich ihren Teil. Vermutlich waren sie der Meinung, dass sie Recht hatten, dass Malfoy wirklich nur darauf aus war, Einzelheiten aus ihr herauszulocken...dass er ihr Vertrauen missbraucht hatte…naja…sie mussten die Wahrheit ja nicht erfahren…noch nicht jedenfalls.
Seit zwei Wochen war sie Malfoy nun aus dem Weg gegangen. Aber eigentlich mehr schlecht als recht, wenn man bedachte, dass sie viele Unterrichtsstunden gemeinsam hatten. Krampfhaft versuchte sie jedes Mal ihre Augen nicht zu ihm wandern zu lassen, versuchte nicht seinen Blick zu suchen…doch es war so schwer. Auch wenn sie noch so enttäuscht von ihm war, sie wollte sich immer noch nicht eingestehen, dass all das eine einzige große Lüge war. Sie war zu unvorsichtig gewesen…nicht mehr sie selbst, hatte sich viel zu leicht täuschen lassen. Niemals würde sie sich das verzeihen können. Das alles hätte so viel schlimmer ausgehen können. Nicht nur für sie, sondern vor allem für Harry. Es wäre ihre Schuld gewesen, hätte Malfoy wichtige Informationen in die Finger bekommen und hätte diese Voldemort unterbreitet…sie wollte sich nicht ausmalen, was hätte passieren können.
Sie war nicht mehr sie selbst. Schon seit langem nicht mehr und das machte Hermione angst. Sie hatte sich immer auf sich selbst verlassen können, auf ihren Verstand, ihre Fähigkeiten, ihrem logischen Denken, niemals hätte sie sich früher von irgendetwas ablenken oder gar aus der Bahn werfen lassen. Sie war anders geworden, hatte begonnen, die Dinge zu hinterfragen, sie aus verschiedenen Seiten zu betrachten…aber…das war doch gut oder? Man würde annehmen, dass dies eine gute Eigenschaft war…aber nicht, wenn dies in einer so großen Katastrophe endete. Sie durfte nicht mehr darüber nachdenken, sie musste es vergessen und sich damit abfinden, dass sie versagt hatte. Sie hatte ihm nicht helfen können… Malfoy… Vielleicht war sie auch niemals wirklich dazu in der Lage, ihm zu helfen, vielleicht war es bereits in dem Augenblick zu spät, als sie ihm das dunkle Mal einbrannten.
Es hatte Hermione davor gegraut, Dumbledore aufzusuchen um ihm mitzuteilen, dass sie gescheitert war. Sie war sich sicher gewesen, er würde sie davon überzeugen, es weiter zu versuchen. Sie wusste nicht wieso, aber es kam ihr so vor, als würde Dumbledore es als äußerst wichtig, wenn nicht sogar am aller wichtigsten erachten, Malfoy auf seine Seite zu ziehen…Merlin wusste wieso. Doch… Hermione bekam einzig und allein einen Satz von Dumbledore zu hören: Auf jeden Abend folgt ein Morgen! ... Jetzt wusste sie, wie schwer sich Harry manchmal tat, diesen alten Mann zu verstehen. Denn sie wusste nicht, was das zu bedeuten hatte, aber es war auch egal. Sie hatte das Kapitel Malfoy abgeharkt…es war aus und vorbei und nichts würde sich daran ändern… und trotzdem. Immer wieder wanderten ihre Gedanken zu ihm und immer wieder blickte sie stundenlang auf das Fläschchen und dem Blütenblatt. War es vielleicht doch ein Versuch wert? Hatte er eine weitere Chance verdient? Eine Chance der Erklärung? War es ihr Recht zu urteilen, wer erneut eine Chance verdient hatte und wer nicht?
Hermione seufzte, stand von ihrem Bett auf und warf sich ihren Morgenmantel über. Das würde wieder eine schlaflose Nacht werden, das wusste sie bereits, warum also weiter im Bett herumliegen und sich quälen? Auf leisen Sohlen verließ sie ihren Schlafsaal und begab sich einen Stock tiefer, in den Schlafsaal in dem Ginny die Nacht verbrachte. So leise wie möglich schlich Hermione zu Ginnys Bett und hoffte, sie würde die anderen nicht wecken und legte sich neben Ginny, so wie schon viele Nächte zuvor.
„Schlaflose Nacht?" murmelte Ginny leise und rieb sich die Augen.
„Kann man so sagen. Langsam überlege ich mir wirklich, einen Schlaftrank zu brauen." Hermione hob ihren Zauberstab und legte einen Stillezauber rund um Ginnys Bett, um ungestört reden zu können.
„Oder aber du löst endlich das Problem…oder versuchst es zumindest. Dann weißt du wenigstens dass du alles versucht hast."
Hermione drehte ihren Kopf zu Ginny und blickte sie an. So oft hatten sie diese Diskussion bereits geführt und jedes Mal war Hermione strickt dagegen Malfoy gegenüberzutreten, auch wenn es vielleicht das letzte Mal wäre. Doch langsam begann Hermione darüber nachzudenken ihm wenigstens die Chance einer Erklärung zu geben, auch wenn sie sich sicher war, dass es nichts an der Situation ändern würde…
„Er…hat mindestens einen…Menschen getötet Ginny, das..."
„Ich weiß. Es ist nicht wieder gut zu machen und ich denke ja auch nicht, dass du es für ihn tun solltest, sondern für dich. Damit es dir wieder besser geht. Damit du dir nicht irgendwann Vorwürfe machst. Es wird nichts daran ändern, aber…vielleicht verstehst du ihn dann…etwas besser. Ich meine… er ist bereit…dir alles von sich preiszugeben, das…muss doch etwas bedeuten. Vielleicht ist es…ein Hilferuf?"
„Ein Hilferuf, dem ich nicht mehr folgen kann. Ich…hab so viel für ihn getan und …es hat mich kaputt gemacht. Ich…weiß nicht mehr, wer ich bin, er… und trotzdem, ich kann nicht aufhören, er…ich…" Hermione seufzte und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Sie wollte die Zeit zurückdrehen. Weit zurück, bis hin zu dem Moment, als sie in den Schulsprecherturm zog, doch…was hätte sie dann anders gemacht? Hätte sie überhaupt etwas anders gemacht? Wäre sie Malfoy aus dem Weg gegangen und hätte ihn nicht beachtet? ...Nein…nein das hätte sie nicht. Sie hätte ihm geholfen, oder es zumindest versucht…aber vielleicht hätte sie es dann besser gemacht.
„Du wirst ihn nicht retten können Hermione. Egal was du tust. Es…er muss sich selbst retten, muss selbst entscheiden, was er tut…und…vielleicht hat er das bereits und vielleicht braucht er wirklich Hilfe, aber…du kannst ihn nicht retten. Er steckt zu tief drin. Aber…du…könntest… unter Umständen… für ihn da sein." Murmelte die Rothaarige leise.
„Du meinst ich soll einem Todesser beistehen, der eigentlich mein größter Feind ist, ich soll ihm bei dem Unterstützen, was ich für absolut… grauenhaft und falsch finde?" Hermione schluckte und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten.
„Nein…du könntest einem jungen Mann beistehen, der…nicht weiß, wohin er gehört. Oder…ihn wenigstens anhören und…danach entscheiden. Und…du weißt, vor ein paar Monaten hätte ich dies niemals im Leben gesagt, aber…wie du selbst bemerkt hast, er…hat sich verändert Hermione. Er…ist nicht mehr dieser kleine Junge, der andere Leute versucht einzuschüchtern und zu beleidigen. Wieso hätte er sich sonst von dir helfen lassen?"
Hermione schluckte. „Ich…weiß was du meinst."
Sie schwiegen eine Zeit lang und hingen ihren Gedanken nach. Auch wenn es Hermione jetzt besser ging, immer noch herrschte ein riesiges Chaos in ihrem Kopf und sie schaffte es nicht, dieses Durcheinander zu ordnen. Sie musste sich entscheiden, was sie tun wollte und zwar schnell.
„Sag…" hörte Hermione die Stimme ihrer besten Freundin. „…würdest… du töten, um…ein Leben zu retten? Um…DEIN Leiben zu retten?"
Wieder diese Frage. Diese Frage, die sie einst, in ähnlicher Weiße aus Malfoys Mund gehört hatte. Es war in der Nacht, in der sie zum ersten Mal wirklich darüber nachgedacht hatte, in der Nacht, in der sie begann, die Dinge die sie für richtig hielt zu hinterfragen… und noch immer hatte sie keine Antwort darauf.
„Ich…weiß es nicht." Flüsterte sie. Würde sie jemanden töten, wenn Harrys oder Rons oder Ginnys Leben davon abhing? ...Vermutlich.
„Hör…ihn an. Ok?"
Hermione nickte sanft und schloss dann die Augen.
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Tell me would you kill to save your life?
Tell me would you kill to prove you're right?
Crash, crash,
burn let it all burn.
This hurricane's chasing us all underground
(Hurricane; Thirty seconds to mars)
HPHPHPHPHPHPHPHP
Es herrschte bereits reges Treiben, als Hermione Samstags Morgen die groĂźe Halle betrat. Nicht oft hatte sie es in all den Jahren, die sie in Hogwarts verbracht hatte, geschafft, eine der Letzten zu sein, die zum FrĂĽhstĂĽck erschien und so staunte sie nicht schlecht, als sie Ron und Harry bereits am Ende des Tisches erblickte, wie sie begierig RĂĽhrei und Toast in sich hinein schaufelten. Schnell steuerte sie auf die Beiden zu, wĂĽnschte Ihnen einen guten Morgen und lieĂź sich dann auf den leeren Platz neben Harry fallen.
„Was um alles in der Welt treibt euch Beide so früh aus dem Bett?" fragte die Hexe und griff nach einer Kanne Tee, die in ihrer Reichweite stand, um sich davon etwas in ihren Becher zu gießen.
„Frühstück natürlich!" murmelte Ron und tat sich Nachschlag auf den Teller. Hermione schüttelte nur den Kopf, musste jedoch schmunzeln.
„Außerdem dachten wir, du wärst schon hier. Wir wollten dir Gesellschaft leisten." Sagte Harry, woraufhin Hermione die Augenbrauen hob.
„Ach ja? An einem Samstag? Am Wochenende kann man doch von Glück reden, wenn ihr euch überhaupt erst beim Mittagessen blicken lässt und überhaupt…wieso seid ihr denn so gut drauf? Hab' ich etwas verpasst?"
„Und ob du das hast." Grinste Ron. „Nicht Harry?"
Hermione blickte zwischen ihren beiden Freunden hin und her und blickte Harry dann fragend an. „Harry? Jetzt…erzähl schon!" Hermione trommelte ungeduldig mit ihren Fingern auf dem Tisch herum und kassierte somit so manch genervte Blicke der Schüler in unmittelbarer Nähe.
„Naja… ich hab mir dieses Buch angesehen, das du mir gegeben hast und…du…hast Recht, es sind wirklich brauchbare und hilfreiche Informationen darin enthalten, ich meine die Aufzeichnung die besagt, dass manche Prophezeiungen die schon über Hundert Jahre zurückliegen bis heute noch nicht in Erfüllung gegangen sind… naja… vielleicht muss ich mir ja doch nicht so große Sorgen machen." Erzählte Harry leise. Er hatte keine Lust, von anderen Schülern belauscht zu werden.
Hermione lächelte leicht. Sie war so erleichtert, dass sie Harry helfen konnte und dieser wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft sehen konnte und trotzdem musste sie seine Seifenblase zum Platzen bringen.
„Harry… du weißt ja gar nicht wie überaus erleichtert ich war, als ich dieses Buch fand, aber… trotzdem müssen wir realistisch bleiben…ich denke, dass…diese Prophezeiung sich ganz sicher…erfüllen wird, auf dem einen…oder anderen Weg." Hermione schluckte. Sie konnte es nicht ertragen, Harry auf den Boden der Tatsachen zurückholen zu müssen, doch zu ihrem Erstaunen sah Harry, sowie auch Ron immer noch…entspannt aus.
„Das wissen wir Hermione!" Nuschelte Ron und spülte einen großen Bissen Toast mit Tee hinunter. „Aber… du hast doch selbst gesagt, es gäbe Möglichkeiten, eine Prophezeiung zu verändern. Oder etwa nicht?"
„Ähm…ja! Das ist richtig!" antwortete die Hexe perplex als sie erkannte, dass Ron ihr das eine oder andere Mal doch zuhörte.
„Eben." Fuhr Harry fort. „Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um diese Prophezeiung zu verändern und sie ein für alle Mal aus dem Weg zu schaffen. Außerdem, ich…Ginny hat mich da auf eine Idee gebracht…"
„Du hast endlich mit Ginny darüber geredet?" Hermiones Stimme erklang erfreut und erleichtert zugleich. Sie hatte es kaum noch ertragen können, wie niedergeschlagen Ginny die meiste Zeit wirkte und wie ausgeschlossen sie sich fühlte.
„Naja…ja…nein, nicht direkt, also…sie weiß nicht genau Bescheid, sie…sie weiß, dass eine Prophezeiung existiert und Voldemord nur einen Teil kennt. Und… sie meinte, dass es natürlich nur zu meinem Vorteil genutzt werden kann, dass er nicht über die gesamte Prophezeiung im Bilde ist und… sie ist der Meinung, dass es somit einfacher ist, die Prophezeiung zu verändern. Glaubst du…sie hat Recht?"
„Mit Sicherheit." Antwortete Hermione. „Du…kannst deine Schritte planen und kannst erahnen, was auf dich zukommen wird. Er nicht. Und…außerdem gibt es immer noch die Möglichkeit, dass wir die Prophezeiung komplett falsch interpretiert haben." Die Hexe griff nach einer Platte Spiegeleiern und zog diese näher an sich ran, als Ron schnaubte.
„Das denke ich wohl eher nicht. Du hast sie bestimmt nicht falsch interpretiert. An dem Tag, an dem du etwas falsch machst, fresse ich einen Besen."
Hermione versuchte zu lachen, doch es gelang ihr nur schwer, als sie daran denken musste, wie viel sie in den vergangenen Monaten falsch gemacht hatte. Wie viele falsche Entscheidungen sie getroffen hatte. Ihr Blick wanderte durch die große Halle. Sie konnte sich einfach nicht davon abhalten, suchend umher zusehen, als ihr Blick auf Malfoy fiel, der mit Zabini gerade am Tisch der Slytherins Platz nahm. Sie musste schlucken, als sie wahrnahm, wie zerstört und krank Malfoy aussah. Sie war erschrocken darüber, wie sehr sie sich immer noch um ihren Blonden Schulkollegen sorgte…obwohl sie sich geschworen hatte, keinen Gedanken mehr an ihn zu verschwenden…keinen einzigen…aber es war so verdammt schwer. Vor allem wenn sie sah, wie sehr er litt… Aber es war doch seine eigene Schuld. Sie sollte, durfte kein Mitleid mit ihm haben. Wieso denn auch?
„…blöde ist, dass wir einfach nicht wissen, wann es los geht. Dann könnten wir uns noch besser darauf vorbereiten, einen Plan aushecken…" Ron war nun richtig in Plauderlaune verfallen. Wenn es darum ging, einen Plan auszuhecken, dann war er mit Feuereifer dabei.
„Ja… da hast du nicht Unrecht. Aber noch interessanter wäre zu erfahren, wer dieser Feind ist, der… sich opfern wird… „ murmelte Harry und schien angestrengt nachzudenken.
„Naja. Ich weiß dass es Snape einmal ganz bestimmt nicht ist." Antwortete Ron und die beiden Jungs lachten, doch Hermione hörte ihrem Gespräch kaum noch zu. Viel mehr kreisten ihre Gedanken darum, was Ginny gesagt hatte…mehrmals und sie fragte sich, ob es ein Versuch wert war, ob sie es riskieren sollte oder ob sie sich damit nur noch mehr weh tat. Sie hatte Angst. Angst vor der nackten Wahrheit. Manchmal war es einfach besser, und es gelang ihr kaum, sich das selbst einzugestehen, unwissend zu bleiben. Manchmal war man so auf der sicheren Seite.
Hermione schreckte aus ihren Gedanken, als sie neben sich ein schüchternes Räuspern hörte und drehte erschrocken ihren Kopf zur Seite. „Neville! Ach Gott, hast du mich erschreckt!"
„Ja ähm, tut mir leid, ich…wollte nur…"
„Was ist los?" fragte Hermione und runzelte ihre Stirn, als sie die Pergamentblätter in seinen Händen sah.
„Naja, ich…ich dachte ich…könnte dich einmal fragen, ob du…ob…ich meine…ich würde etwas…Hilfe gebrauchen…in Verwandlung…mit dem Aufsatz." Stotterte Neville vor sich hin und Hitze die seine Wangen rot werden ließen stieg ihm ins Gesicht.
„Oh ähm… ja klar, kein Problem Neville." Antwortete Hermione und begann in ihrer Tasche zu kramen, bis sie gefunden hatte, wonach sie suchte. „Hier. Nimm meinen Aufsatz. Ist zwar erst die Rohfassung, aber im Prinzip ist er fertig. Schreib ihn doch einfach in deinen Worten um und…ich schreibe einfach einen Neuen. Ist kein Problem, ich fand es nicht so schwer."
Hermione drückte dem perplexen Neville ihre Notizen in die Hand und lächelte ihm aufmunternd zu, als Ron und Harry gleichzeitig ihre Gabeln auf die Teller fallen ließen. Die Hexe drehte sich zu ihnen, als Neville, einen Dank stammelnd abrauschte und sah die Beiden fragend an. „Was?"
„Was zur Hölle war das denn Hermione?" fragte Ron und starrte sie mit offenem Mund an.
„Ähm… ich hab' ihm lediglich geholfen."
„Du hast ihm deinen Kompletten Aufsatz in die Hand gedrückt." Sagte Harry, und sein Gesichtsausdruck sagte ich, dass er das ganz und gar nicht begreifen konnte.
„Ja man! Ich dachte, eigentlich sollten wir das Privileg haben, solltest du mal gratis Hausaufgaben verteilen, dass wir, Harry und Ich in den Genuss kommen, von deinem Grips zu profitieren!" sagte Ron und schüttelte den Kopf.
„Was redest du da für einen Unsinn? Ich verteile doch nicht gratis Hausaufgaben, ich…ich…helfe Neville doch nur, ich also… Irgendwie stehe ich…in seiner Schuld." Hermione war am Ende des Satzes immer leiser geworden und biss nun ein großes Stück von ihrem Brötchen ab.
„Was? Wieso stehst du in Nevilles Schuld? Was haben wir da schon wieder nicht mitbekommen?" fragte Harry aufgeregt, doch Hermione versuchte ihn zu beschwichtigen.
„Das…war gar nichts. Er… hat mir geholfen und ich habe ihm angeboten, wenn er Hilfe braucht, soll er zu mir kommen. So einfach ist das." Sie wusste, dass Ron und Harry sich nicht damit zufrieden geben würden und brachte sie so mit einem etwas bösen Blick zum Schweigen. Sie schloss ihre Tasche, wobei ihr Blick auf das kleine Fläschchen fiel und musste ein Seufzen unterdrücken. „Hey ähm… wir sehen uns etwas später ok? Ich…muss noch etwas erledigen…Bibliothek und…so."
Harry und Ron murmelten einen Abschiedsgruß und Hermione verließ schnell die große Halle, damit sie es sich nicht noch einmal anders überlegen konnte. Für gewöhnlich hielt sie an ihren Entscheidungen fest, wusste sie doch meist, dass sie richtig waren, doch in letzter Zeit hatte sie sich immer weniger auf sich selbst verlassen können und so lief sie Schnurstracks Richtung Schulsprecherturm. Eine Chance… Es wäre eine einzige Chance, die sie ihm geben würde…die sie sich selbst geben würde…um zu verstehen…
Der Gemeinschaftsraum des Schulsprecherturms war so behaglich und freundlich, wie sie ihn schweren Herzens zurĂĽckgelassen hatte. Ein kleines Feuer brannte im groĂźen Kamin und erhellte den Raum, lieĂź ihn gemĂĽtlich und einladend wirken. Hermione stellte ihre Tasche zu Boden und setzte sich dann langsam auf die weiche Couch.
Und dann wartete sie.
HPHPHPHPHPHPHPHP
„Am besten, du legst dich noch einmal hin Draco. Es hat mich sowieso gewundert, wieso du überhaupt aufgestanden bist."
Malfoy zuckte nur die Schultern, als er gemeinsam mit Blaise durch die Gänge ging. Er hatte schon seit Tagen ein flaues Gefühl im Magen, das von Minute zu Minute schlimmer zu werden schien und seinen Höhepunkt erreichte, sobald er Lebensmittel erblickte. Hackbraten, Tomatensuppe, Pilzravioli, Rührei. Was er einst so gerne gegessen hatte, lies ihn nun erbrechen…und das im wahrsten Sinne des Wortes. Anfangs wusste er nicht, was plötzlich los war, dachte, er würde krank werden, doch je schlimmer es wurde und je öfter es passierte, desto nachdenklicher wurde er. Aber realisiert, was mit ihm los war, hatte er es an dem Tag, als er sich vor Granger aus Leibeskräften Übergeben hatte, nachdem er versucht hatte, eine Pilzcremesuppe zu essen… Es ging ganz einfach und allein um Macht… um Kontrolle und Macht.
„Am besten ich leg mich hin und steh nie wieder auf." Murmelte der Blonde und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare.
„Sag so etwas nicht. Das alles wird bald vorbei sein. Du wirst sehen." Sagte Blaise und versuchte so, seinen Freund etwas aufzuheitern.
„Wenn du das sagst…" Malfoy verabschiedete sich murmelnd und stieg dann allein die letzten Treppen zum Schulsprecherturm empor. Ersehnte die Ruhe, die ihn dort seit Wochen…eigentlich schon seit Monaten umgab. Wenn er ehrlich war, machte es kaum einen Unterschied, ob Granger nun da war, oder nicht… er hatte immer irgendwie seine Ruhe gefunden… es machte keinen Unterschied…eigentlich. Und trotzdem hatte er nie gewusst, welch ein Unterschied es sein konnte, ob man nun willentlich die Stille genoss, oder… ob man gezwungen war, von der Stille der Einsamkeit umgeben zu sein. Nun wusste er, was der Unterschied war…
Ein seufzen unterdrĂĽckend murmelte er das Passwort und kletterte dann, durch das Portraitloch in den Gemeinschaftsraum. Er wollte seine Tasche abstellen, hielt dann aber in seiner Bewegung inne, als er eine Bewegung aus seinem Augenwinkel wahrnahm. Er drehte sich um und erblickte die Hexe auf der Couch, die ihn mit einem unlesbaren Gesichtsausdruck ansah.
„…Hey…" murmelte sie und fuhr sich mit den Fingern nervös durch die Haare. Sie hatte keine Ahnung, was sie sagen oder tun sollte und fühlte sich irgendwie fehl am Platz… und diese Nagende Stimme in ihrem Kopf, die ihr sagte, dass Draco Malfoy ein kaltblütiger Mörder war, machte die Sache auch nicht besser. Als Malfoy jedoch keine Anstalt machte, etwas zu tun oder zu sagen, räusperte Hermione sich, zog das kleine Kristallfläschchen und das Blütenblatt hervor und stellte es gut sichtbar für Malfoy auf den kleinen Couchtisch.
Langsam blickte sie ihm in die grau-silbernen Augen und versuchte seinen Blick standzuhalten. „Ist…das dein Ernst? Meinst…du das wirklich ernst?" fragte sie dann leise und deutete leicht in Richtung Couchtisch. Sie dachte schon fast, keine Antwort auf ihre Frage zu bekommen, als Malfoy doch noch sprach.
„…ja."
„Und…und was…was soll das…bringen?" fragte die Hexe und versuchte den schmerzenden Klos in ihrem Hals loszuwerden.
Malfoy seufzte leise und ließ plötzlich seine Schultern sacken. Ein Zeichen dafür, dass er völlig am Ende war. Langsam ging er auf Hermione zu und ließ sich dann mit etwas Abstand neben sie sinken. „Ich… ich will dir zeigen, was…wirklich passiert ist. Will…dir zeigen, was die ganzen Jahre über passiert ist…damit du…hoffentlich verstehst und… ich glaube… ich… will dich davon überzeugen, dass… dass ich…kein… Monster bin." Sagte er leise und starrte dabei auf den Zaubertrank vor sich.
„Hermione nickte leicht und zog dann die Luft scharf ein. „Ok. Aber…ich mache das für mich Malfoy. Nicht für dich. Nur für mich. Damit…ich…" doch sie ließ den Satz in der Luft hängen, wusste nicht, wie sie ihn beenden sollte. Sie seufzte leise und setzte wieder zum Sprechen an. „Wenn…es das ist, was…du willst, dann… ok. Aber… du solltest dir darüber im klaren sein, dass… ich wohlmöglich in der Lage sein werde… alles zu sehen…" Hermione hatte sich dazu entschieden. Auch wenn es etwas erschreckend auf sie wirkte, wenn sie daran dachte, in Malfoys Kopf einzudringen und all seine Gedanken und Erinnerungen, all seine Geheimnisse zu sehen…aber…es war seine Idee gewesen, sein Angebot und Hermione wusste, dass er sie auf diese Weiße versuchte um Verzeihung zu bitten.
„Ich…zeige dir alles, was du willst." Flüsterte Malfoy leise und blickte Hermione fest in die Augen. Er griff nach dem Fläschchen und tippte dieses mit seinem Zauberstab an, woraufhin er plötzlich zwei identische Fläschchen in der Hand hielt. Er entkorkte sie und steckte in eines der beiden das Blütenblatt, welches bei Berührung mit der Flüssigkeit sofort in violettem Rauch aufging und an der Oberfläche Blasen schlug. Dann streckte er dieses Hermione hin.
Ohne ein Wort nahm sie es entgegen und gemeinsam leerten sie den Inhalt der Fläschchen.
Jetzt gab es kein Zurück mehr. Für keinen von Beiden und Hermione musste daran denken, dass sie froh war, dass Malfoy nicht gezögert hatte. Sie war sich sicher, sie hätte sofort einen Rückzieher gemacht. Doch jetzt spürte sie einen eigenartigen Sog in ihrem Kopf, hörte ein wellenartiges Rauschen und spürte, wie ihre Augen immer schwerer wurden. Die Bilder vor ihrem Auge begannen sich zu drehen und dann sackte sie auf der Couch weg. Die Augen geschlossen und mit dem Kopf an Malfoys schlafenden Körper gelehnt.
HPHPHPHPHPHPHPHP
Ich weiß, ich habe kein Recht danach zu fragen *mich schäm* aber.... Review? Ich würde mich so sehr freuen und würde gerne wissen, was ihr denkt, was euch so durch den Kopf geht! Bussi und danke fürs lesen, bela_isa
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich war völlig panisch. Meine Eltern tanzen beide sehr gut, haben mir das aber anscheinend nicht vererbt. Alle Kids hatten etwa drei Wochen Zeit, um die Tänze einzuüben, aber weil ich so viele andere Szenen drehen musste, blieben mir nur ganze vier Tage. Sobald ich die Schritte halbwegs kapiert hatte, kam ich völlig aus dem Takt. Zum Glück soll Harry gar kein toller Tänzer sein.
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