
von Thorrus
Infinite Regress
In den Kammern des ICW, herrschte Chaos. Großbritannien hatte wieder einmal seine Grenzen überschritten und Frankreich den Krieg erklärt. Der temporäre Supreme Mugwump, Jonathan Archer, der Dumbledore während seiner Abwesenheit vertrat, versuchte die Versammlung zur Ordnung aufzurufen, aber der Aufruhr verblasste nicht.
"FEIGE BRITEN!", schrie Aston Gilbert aus Deutschland laut.
"DRECKIGER ABSCHAUM, HEIMLICHE ANGRIFFE!" James Lavern aus den USA zerschlug sein Glas auf seinem Schreibtisch und Wasser spritzte über die Berichte.
"MIESE BASTARDE!", schrie Mai Althaus aus Österreich.
"RUHE!", hallte Archers Stimme durch den Gerichtssaal, um alle Proteste zum Schweigen zu bringen. "Lasst uns wie die zivilisierten Botschafter handeln, die wir sind."
Althaus schnaubte. "Großbritannien ist nicht zivilisiert, John."
Jonathans Lippen kräuselten sich leicht im Einvernehmen. Dennoch schlug er mit seinem Hammer auf den Tisch. "Ruhe! Britannien, ihnen wird das Wort erteilt."
Dolores Umbridge trug ihre lächerliche rosa Strickjacke, lächelte breit und trat bis zur Mitte des riesigen Halbkreises. Der Boden, in den das ICW-Symbol geprägt war, begann auf eine respektable Höhe zu schweben. "Verehrte Botschafter aus aller Welt, heute wurden wir in diese heiligen Hallen berufen ?"
Archer unterbrach sie. "Kommen sie zum Punkt, Botschafterin!"
Dolores hustete und ein rosa Schimmer erschien auf ihrem aufgeblähten Wangen. "Natürlich, Supreme Mugwump", sagte sie leise. Ihrer Konzentration wiedererlangend, fuhr sie schnell mit ihrer Rede fort. "Botschafter aus aller Welt! Frankreich behinderte die Ergreifung und Befragung eines sehr gefährlichen Verbrechers. Einem vierfachen Mörder, glaube ich." Einige der Botschafter begannen untereinander zu murren. So sehr, dass Archer seinen Hammer schlagen musste, um ihre Aufmerksamkeit zurückzugewinnen. "Danke, Supreme Mugwump. Frankreich hatte ihm Asyl gewährt und weigerte sich, auf unsere Kommunikationsversuche zu antworten. Wir schickten ihnen Auroren, die den Schuldigen ergreifen und zurück bringen sollten."
Wieder einmal wurde Umbridge unterbrochen. "Einspruch, Supreme Mugwump", sprach Pierre Lavinie, der Botschafter Frankreichs laut. "Der Verbrecher, der hier infrage kommt, war nur ein Verdächtiger und wurde nicht wegen einer Straftat verurteilt."
"Zur Kenntnis genommen", intonierte Archer ernst. "Das Gericht würde es Ihnen danken, wenn sie sich an die Fakten halten. Fahren sie fort."
Dolores knirschte mit den Zähnen, bevor Sie fortfuhr. "Wir schickten ihnen Auroren und die Franzosen vernichteten gut die Hälfte von ihnen. Minister Fudge nahm an, dass dies genug Gründe für einen Krieg sind und gab sofort die Meldung heraus."
Pierre lehnte sich zu Althaus. "Das ist nicht wahr. Sie erklärten den Krieg, bevor sie ihre Auroren geschickt haben."
Mai Althaus flüsterte zurück. "Können Sie das beweisen?"
Pierre biss die Zähne zusammen. "Nein!"
Umbridge grinste triumphierend. Die anderen Botschafter sahen sie, aus ihrer selbstgerechten Sichtweise heraus, unterstützend an. Sie wusste sofort, dass sie die Schlacht gewonnen hatte. "Ich erteile ihnen das Wort."
Pierre stand auf und begann zu sprechen. ?Supreme Mugwump, Frankreich fordert die Erlaubnis, das Ganze niederzuschlagen."
Archer sah nun Pierre voll Ekel an. "Verweigert! Frankreich hat den ICW-Vertrag gebrochen und wird aus den Kammern ausgeschlossen. So soll es sein." Archer schlug mit dem Hammer auf seinen Tisch und besiegelte so das Schicksal der Welt. "Wachen! Begleitet ihn hinaus."
Dolores lehnte sich einfach zurück, ein breites Grinsen ruhte auf ihrem Krötengesicht.
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Harry Potter lag im Krankenflügel. Violettes Licht fiel strahlend durch die Fenster. Seine Augen waren geschlossen, seine Atmung flach. Jedoch war ein pneumatisches Zischen zu hören und seine Wangen bekamen in ihrer kränklichen Blässe langsam einen Rotstich.
Rund um sein Bett standen, wie eine Gruppe von Bäumen, seine Freunde. Die verschiedensten Gefühle flackerten über ihre Gesichter, als würde Harry mit seinem Feuerblitz über sie hinweg fliegen. Dumbledore stand mit gesenktem Kopf etwas abseits. Hermine weinte leise in Rons Shirt und Gabrielle umklammerte fest Harrys Laken.
Mit einem verzweifelten Ausdruck auf ihrem Gesicht wandte Gabrielle sich um, um Dumbledore direkt anschauen zu können. "Wird er wieder gesund?", fragte sie. Tränen flossen dabei aus ihren Augen.
Dumbledore schüttelte den Kopf. "Wir wissen nicht, mit welchem Zauber er getroffen wurde. Er könnte in wenigen Minuten aufwachen oder er könnte auch nie wieder aufwachen."
Gabrielle schluchzte. "Ich will ihn nicht sterben lassen", rief sie schwach. Hermine schluchzte stärker an Rons Shirt und auch der wischte sich ein paar vereinzelte Tränen aus dem Gesicht.
"Ich auch nicht, Gabrielle", sprach Dumbledore, während man ihn jedes bisschen seines Alters ansah. "Ich auch nicht. "
Harry grunzte und sie hielten den Atem an. Langsam, die Augen zögerlich öffnend, setzte er sich auf. "Was ist passiert?", stöhnte er.
Gabrielle begann vor Erleichterung zu lachen, während Hermine sich an Harrys Brust warf und ihr Gesicht tief in seinem Hemd vergrub. "Harry!", schrien sie im Chor. Harry sah sie an. "Wir waren so besorgt!"
Er starrte sie an. "Irgendetwas stimmt hier nicht", erklärte er, während er in Panik geriet. Sofort wurden ihre Gesichter wieder ängstlich.
"Was ist los, mein Junge?", fragte Dumbledore besorgt.
Harrys Gesicht verzog sich in einem Ausdruck von immensem Verlust. Das violette Licht warf einen Schatten auf sein Gesicht. "Ich fühle mich ... leer. So, als wenn mir etwas genommen wurde."
Dumbledores Atem stockte. "Nein ?", flüsterte er entsetzt.
"Ich fühle nichts." Harry sah Dumbledore angstvoll an. "Ich kann meine Gefühle nicht fühlen."
Hermine sah ihn mit wachsender Panik an. "Harry? Du hast nichts gefühlt, als ich dich umarmt habe?"
Harry schüttelte seinen Kopf. "Kein Glück, keine Freundschaft. Nichts, was ich fühlen sollte."
Dumbledore fiel auf die Knie. "Das kann nicht sein. Das darf nicht wahr sein! Es ist unmöglich geschehen!" Große Qual erfüllte seine Stimme und seine Augen stumpften ab.
Ron sah entsetzt aus. "Nichts, Kumpel?"
Harry nickte. "Nichts, als Leere und Hunger. Ich bin sehr hungrig." Er sah leidenschaftslos zu seinen schluchzenden Freunden und sein Magen knurrte. "Kann einer von euch mir etwas zu essen bringen?"
Dumbledore lag auf dem kalten Steinboden und murmelte. "Es kann nicht möglich sein. Es ist ein Traum, und ich werde in meinem Quartier aufwachen."
Harry sah ihn ohne jeden Ausdruck auf seinem Gesicht an. "Das ist kein Traum", sagte er gnadenlos.
Dumbledore schüttelte . "NEIN!" Er sprang auf und begann umher zu laufen. "Es ist nicht wahr. Die Prophezeiung würde es verhindern." Er hielt abrupt inne. "NEEEIN! Ich lag falsch!"
Harry starrte Dumbledore voller Ärger an. "Von was zum Teufel reden sie?"
Dumbledore sah ihn an , als wäre ihn gerade erst klar geworden, dass er nicht allein war. "Es wurde eine Prophezeiung gemacht, bevor du geboren wurdest. Sie besagt, dass du der Einzige bist, der Voldemort besiegen könne und du hättest eine Macht, die er nicht kennt. Die Macht ist die Liebe, Harry und du kannst sie nicht mehr fühlen", schrie er verzweifelt.
Harry hielt einen Moment inne. "Nun, das ist wirklich überaus brillant. Kann ich jetzt ein verdammtes Sandwich haben? "
Dumbledore sah Harry an. "Was? Ich sagte dir, dass du Voldemort nicht mehr besiegen kannst und du fragst nach einem Sandwich?"
Harry knurrte. "Ich bin hungrig!"
Dumbledore sah verblüfft aus. "Aber du hasst Voldemort!"
Harry starrte ihn an. "Früher habe ich Voldemort gehasst, als ich die Liebe spürte. Nun, ich weiß nicht, ich habe keinen Grund, ihn zu hassen."
Dumbledore war baff. "Harry, er tötete deine Eltern!"
Harry zuckte mit den Schultern. "Gut für ihn. Ich vermute, sie werden mir kein Sandwich geben?"
"Wie kannst du das sagen?", fragte Dumbledore entsetzt.
"Ich kann nichts über meine Eltern fühlen, denn ich kann nicht lieben", erklärte Harry verärgert. "Und wenn Sie mir nichts zu Essen geben, muss ich es mir selbst holen."
Sich aus dem Bett schwingend, ließ Harry seine Freunde und seinen Mentor mit offenen Mündern hinter sich.
HPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHPHP
Bolt humpelte auf den Burgmauern entlang und starrte auf das überirdische violette Licht rund um das Schloss. Er zog sein Hinterbein nach und hinterließ aus einer offenen Wunde eine Spur einer silbrigen Flüssigkeit auf den Zinnen. Der Wolf blickte auf das schwankende Feld des Nichts und schloss die Augen. Hogwarts war sicher, aber etwas fehlte.
Er zermarterte sich seinen Verstand, während er darüber nachdachte, was falsch sein könnte. Seine Verbindung zu Harry sagte ihm, dass er noch am Leben war, sodass es dies nicht sein konnte. Mit einer Grimasse auf seinem Gesicht wandte er sich von dem Nichts dieser Dimension ab. Er leckte seine Wunden und versuchte, jedoch ohne Erfolg, sie auf magische Weise zu schließen. Die Wunde weigerte sich einfach, sich zu schließen.
Bolt wusste, dass er nicht auf unbestimmte Zeit mit einem klaffenden Loch in seinem Bein überleben könnte, und war sicher, dass er nur noch ein paar Tage hatte. Er rollte sich zusammen, wimmerte leise und schlief ein.
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Voldemort war wütend. Der Rekrut, der mit dem Auftrag zu ihm gesandt wurde, ihn zu informieren, lag voller Agonie auf dem Boden, während Voldemort ihn folterte.
"Ihr habt Potter entkommen lassen? Ich werde es euch zeigen!", schrie Voldemort wie verrückt. "Wie könnt ihr es wagen!"
Der Rekrut wimmerte. "Bitte, mein Herr. Erbarmt euch!"
Voldemort erwachte aus seiner Wut und beendete den Fluch. "Lass dir gesagt sein, dass Lord Voldemort nicht barmherzig ist", sagte er kalt.
Der Rekrut lächelte erleichtert. "Danke, mein Herr. Ihr seid weise und mächtig." Er huschte schnell davon, bevor Voldemort seine Meinung ändern konnte.
Voldemort setzte sich auf seinen Thron und schüttelte den Kopf. "Warum sind meine Todesser so inkompetent."
Bella warf entsetzt einen Blick auf Voldemort . "Habe ich Sie enttäuscht, Mylord?"
Voldemort seufzte. "Nein, Bella", sagte er gönnerhaft, "du hast mich nicht enttäuscht. Allerdings hat es Lucius. Rufe ihn für mich, Bella."
Bella lächelte ein breites Lächeln. Sie liebte es, wenn Voldemort, diesen dreisten Idioten folterte. Ihren Zauberstab auf ihr dunkles Mal drückend, rief sie den Namen Lucius. Sie wartete einige Sekunden, bevor sie panisch wurde. "Milord! Lucius Mal reagiert nicht!"
Voldemorts Augen weiteten sich. "Was?!", rief er aus. "Das ist unmöglich, es sei denn ?"
Bella sah Voldemort voller Panik an.
"Er ist tot!", schrie Voldemort vor Wut. "INKOMPETENTER BASTARD!" Voldemort hob eine schön gestaltete Vase mit seinem kleinen, kindlichen Händen und schleuderte sie durch den Raum zu Bellatrix . Ihr Gesicht spiegelte den Schock, als das Keramik-Projektil, mit erschütternden Auswirkungen, auf ihrer Brust einschlug. Scherben aus gehärtetem Ton durchbohrten ihre Brust und ihr Herz schlug schneller vor Angst. Ein besonders gezacktes Stück schlug in ihr Herz und riss es wie eine tödliche Klinge in Fetzen. Bellatrix riss geschockt ihren Mund auf und starrte in Voldemorts kalte rote Augen. Sie atmete ihre letzten Atemzug. Als Letztes die Frage "Warum?", auf ihren Lippen, während sie auf den harten unnachgiebigen Boden fiel.
Voldemort starrte in ihre brechenden Augen und stieß einen Schrei der Wut aus.
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