
von Thorrus
All Good Things ?
Albus Dumbledore stand, von Harry, McGonagall und Flitwick flankiert vor den Toren von Hogwarts. Alle hatten ihre Zauberstäbe erhoben. Albus fluchte, als er einen weiteren tödlichen grünen Strahl von einem der Junior-Todesser ablenkte. Er wurde von einem schwebenden silbernen Spiegel reflektiert und zurück geworfen. Die Todesser standen in engen Gruppen, ein Idiotischer Fehler, Harry war überglücklich diesen Vorteil für sich nutzen zu können. Er warf Steine auf sie, erhitzte den Boden unter ihnen, zerkleinerte sie mit einem schrumpfenden Blasenzauber, beschwor massive Ringe um sie herum und setzte das Innere in Brand. Die Liste ging immer so weiter.
McGonagall war ähnlich gut gelaunt. Sie verfluchte den Boden unter den Todessern und lockte diese in die Löcher. Sie zauberte eine riesige Kreissäge mitten in eine Gruppe Todesser hinein, damit sie entzwei geschnitten wurden. Danach verwandelt sie die Säge in eine tödliche Kobra, die Harry auf eine weitere Gruppe Todesser schickte.
Flitwick arbeitete nicht ganz so. Sein Spezialgebiet waren eins-zu-eins Duelle. Etwas, dass diese Kämpfe ganz offensichtlich nicht waren. Er schlug sich jedoch nicht schlecht. Er hatte die scharfen Felsen rund um die Todesser so verzaubert, dass diese dadurch ihr Leben beendeten. Das einzige Problem bei diesem Plan war, dass diese Felsen sich gelegentlich unerwartet verschoben und dabei McGonagall beinahe enthaupteten.
Dumbledore schlug sich, trotz seiner mangelnden Bereitschaft zu töten, hervorragend. Ein großer Haufen von komatösen und gefesselten Todessern lag zu seinen Füßen. Dazu bereit, von ihm erweckt werden zu können, und zwar nur von ihm. Er konnte nicht wissen, dass Flitwick heimlich einen Felsen verzauberte, um jeden komatösen Todesser zu töten, der in Dumbledores nähe war, damit diese Monster nie wieder töten konnten.
Bald ließ die Kraft der siebenundfünfzig Todesser nach und sie waren tot. Die verschiedensten Substanzen flossen aus den Löchern in ihren Körpern.
Dumbledore rieb sich die Hände. "Das war einfacher, als ich dachte. Jetzt sollten wir einen der Gefangenen wecken, damit wir herausfinden können, was zu Hölle los ist."
Flitwick sah Albus schuldbewusst an. "Entschuldige, Albus. Ich habe alle deine Geiseln getötet, als du nicht hingesehen hast."
Dumbledore sah den Haufen toter Körper geschockt an. "Was?", krächzte er.
Harry sah Dumbledore mit einem Stirnrunzeln an. "Wissen sie Professor, irgendwann müssen sie in diesem Krieg töten."
Dumbledore seufzte und nickte. "Das nehme ich mal an."
Den Leichen den Rücken zugewandt, begannen sie, zurück zum Schloss zu gehen. Harry hielt plötzlich inne und legte seinen Kopf schief. Er drehte sich wieder zurück, um nachzusehen und wurde bleich vor Entsetzen. "Professoren", begann er, "wir haben ein Problem."
Die anderen drehten sich herum und auch sie sahen geschockt auf den blassen Körper von Lord Voldemort der sie, mit gehobener Waffe, angrinste. Seine leuchtenden Finger befanden sich in einer ungezwungenen Pose und er sprach leise. Auch wenn seine Stimme leise war, konnten sie jedes seiner Worte so deutlich hören, als ob er in seiner hohen, grausam kreischenden Stimme sprach. "Grüße, Albus", sagte er und hob die Augenbrauen. "Harry, es ist so schön, dich zu sehen."
Dumbledore, der fast unbeweglich da stand, neigte nur leicht seinen Kopf. "Tom."
Voldemorts Augen blitzten vor Wut, aber er beherrschte sich schnell. "Dieser Name hat keine Bedeutung für mich, Albus."
Dumbledore lächelte gelassen. Er trat beiläufig vor, um Harry und die anderen zu schützen. "Ich bin es, den du willst, Tom", sagte er und hob seine leeren Hände leicht. "Lass die Schüler gehen."
Voldemort lächelte böse. "Wir wissen beide, dass dies nicht stimmt."
Dumbledore sah für einen Moment traurig drein. "Es muss nicht so sein", bat er, indem er seine Arme leicht hob.
Voldemort starrte ihn an. "Ist das der Teil, in dem du mir über deine lächerliche zweite Chance erzählst? Menschen ändern sich nicht. Ich würde gar nichts ändern wollen."
Dumbledore sah ihn traurig an. "Ich stimme nicht mit dir überein, aber aus diesem Grund, stehen wir auf den entgegengesetzten Seiten des Schlachtfeldes."
Harry, der sah, dass Voldemort abgelenkt war, feuerte einen Fluch unter Dumbledores Arm hindurch auf ihn. Voldemort lachte nur und schlug den Fluch mit der bloßen Hand weg.
"Hat Dumbledore dir nichts beigebracht, Junge?", verhöhnte Voldemort ihn. "Du wirst sehr viel mehr, als einen einfachen Knochenbrecher benötigen, um den größten dunklen Lord der Geschichte zu besiegen."
Dumbledore hatte seinen Zauberstab gezogen und machte sich bereit. "Harry, du bist noch nicht bereit", sagte er leise .
Voldemort lachte grausam. "Niemand ist es, Albus."
Dumbledore lächelte und lachte sogar leicht, als ob Voldemort einen amüsanten Witz erzählt hatte. "Sollen wir dann Beginne, Tom?"
"Zunächst sollten wir die Etikette beachten. Verbeugen wir uns", sagte er. Es klang gepresst, wie unter Zwang.
Dumbledore neigte den Kopf, während Voldemort das Gleiche tat. Auf einmal kamen sie in Bewegung. Blaue Blitze zuckten aus Voldemorts Fingern, schlugen dort ein, wo der Schulleiter Sekunden zuvor noch war. Dumbledore erschien hinter Voldemort, aber der dunkle Lord hatte dies erwartet und beschwor eine Mauer hinter sich. Gerade rechtzeitig für Dumbledores Koma Fluch, der an der Mauer verpuffte und sie in Schutt legte. Voldemort begann, Dumbledore mit Todesflüchen einzudecken. Dumbledore beschwor mehrere klare Schilde, die jeden Fluch blockierten, noch bevor sie auf fünf Meter an ihn herankamen. Voldemort knurrte wütend.
"Dies ist eine Muggel-Erfindung. Sie wird Plexiglas genannt", kommentierte Dumbledore lässig. Voldemorts Frustration wuchs. Sein Gesicht verzerrte sich vor Wut, als jeder einzelne Fluch durch diese Muggel-Substanz blockiert wurde.
Schließlich hatte Voldemort genug. "Incendio Maxima!", rief er und ein massiver Feuerball schoss aus seiner Hand. Dumbledore beschwor erneut eine Plexiglaskuppel und der Feuerball prallte ohne Schaden anzurichten daran ab. Schnell, bevor der Ball sich zerstreuen konnte, feuerte Voldemort einen weiteren Zauber. "Crearecaeli!", schrie er, wie verrückt gackernd. Ein massiver auf den Feuerball gerichteter Windstoß aus seinem Zauberstab, ließ diesen auf einen enormen Umfang anwachsen. Schnell, bevor Dumbledore entkommen konnte , warf Voldemort einen Anti-Apparations Bann.
Voldemort hatte nicht erwartet, von hinten in sein eigenes Feuer beschworen zu werden. Harry warf schnell einen Blasenzauber und verkleinerte ihn, verdichtete so das Feuer, den Wind und Voldemort in dem kleinen Raum. Das Feuer flammte für nur wenige Sekunden bevor es vollständig erstarb, sodass Voldemort sich völlig unverletzt befreien konnte. Er apparierte schnell aus der Blase heraus und grinste beiläufig.
"Du hast nicht wirklich geglaubt, dass ich zu Tode verbrannt werden kann, nicht wahr?" Voldemort lachte amüsiert. "Zauberer entkamen schon seit Tausenden Jahren dieser misslichen Lage."
Harry biss die Zähne zusammen, feuerte kleinere Flüche und Verwünschungen auf Voldemort und versuchte, ihn unvorbereitet zu erwischen. Voldemort hob nicht einmal seinen Finger, er lenkte die Flüche allein mit seinen Gedanken ab. "Du musst besseres als das tun, Harry", verhöhnte er ihn in seiner kindlichen Stimme.
Harrys smaragdgrüne Augen starrten in Voldemorts spöttische, rote Kugeln und seine Wut erreichte ihren Höhepunkt. "AVADA KEDAVRA!", schrie er und feuerte den einen Fluch, den er am meisten verabscheut ab. Voldemort grinste vor wahnsinniger Freude und bewegte sich und hin und her. Ihre grünen Zwillingsstrahlen verbanden sich und Harry hörte, die sich leise erhebende Stimme des Phönix. Innerhalb von Sekunden, waren die Lichtperlen miteinander auf einem Strahl verbunden, an dem ihre Flüche bereits anfingen, sich ihm zu nähern. Mit jedem Zentimeter, schauderte er. Es war, als wenn die Perle wie ein Dementor war, je näher sie kam, desto schlechter fühlte Harry sich.
Jedes Nervenende in seinem Körper schrie. Es war so, als wäre er zu lange in der Kälte des Winters gewesen und erst jetzt würde dieses brennende eisige Gefühl, seine Haut überziehen. Mit jeder Faser seines Seins kämpfte Harry gegen den Vormarsch der Perle, aber egal wie sehr er sich auch konzentrierte, sie wurde nicht langsamer. Innerhalb von Sekunden war die Perle nur Zentimeter vor seiner Zauberstabsspitze.
'Dies ist das Ende', dachte Harry, verzweifelt kämpfend. 'Ich werde sterben.'
Harry sah den triumphierenden Blick auf Voldemorts Gesicht und dachte an die Schüler in der Burg. 'Auch sie werden sterben. Jeder wird wegen mir sterben.'
Harry dachte an die Menschen in der Burg, die wegen seines Scheiterns Voldemorts Zorn ausgeliefert waren. 'Fred, George, Alicia, Katie, Angelina.' Mit jedem weiteren Namen verzog sich sein Magen vor Schuld. 'Ron, Hermine, Gabrielle.' Bei ihrem Namen, explodierte seine Brust in brennenden Flammen.
"Wenn es eine Sache gibt, die Voldemort nicht versteht, ist es die Liebe", hallte Dumbledores Stimme in seinem Ohr. Innerhalb von Sekunden, schloss Harry die Augen. 'Ich werde meine Eltern wieder sehen.'
Bei diesem Gedanken, änderte sich das Brennen. Es tat ihn nicht mehr weh, es wärmte ihn. Harry öffnete seine Augen. Die Perle stand still.
Voldemorts Augen waren vor Schreck weit aufgerissen. Harry starrte ihn an und öffnete seinen Mund, um zu schreien. "DU WIRST NIE GEWINNEN!", schrie Harry. Seine Haare stellten sich auf, obwohl niemand einen Windzug spürte.
Voldemort schrie vor Wut und versucht, die Perle weiter in Richtung Harry zu drücken. Es gelang nicht. Die Perle wurde blockiert.
Harry schloss wieder die Augen und dachte an seine Freunde. 'Ron!', dachte er. Erinnerte sich an die glücklichen Zeiten, als sie gemeinsam unter dem Tarnumhang umhergeschlichen waren oder die unzähligen Schachpartien, die er grundsätzlich gegen ihn verloren hatte. Die Perle bewegte sich langsam und schob sich in Richtung Voldemort.
'Hermine!' Er erinnerte sich an ihre Vorträge, ihr Lachen, den Moment, als sie Malfoy verprügelt hatte und vor allem erinnerte er sich daran, wie sie gemeinsam zu dritt lachten. Die Perle beschleunigte sich, bekam mehr Kraft und wuchs dabei.
Voldemort hatte Angst. Er schob mit dem letzten Bisschen seiner Macht und doch kam die Perle auf ihn zu. Seine Hände begannen zu zittern und er spürte, wie seine Knochen heiß wurden.
'Gabrielle!' Harry dachte an ihr Lächeln. Die Art, wie sie ihn heimlich anstarrte, als sie dachte, dass er nicht hinsehen würde, an dem Tag mit ihrer Familie in Frankreich. Ihre glücklich wild funkelnden Augen, als er sie aus dem kalten See gerettet hatte. Er dachte an das Aufwachen im Krankenflügel, ihre sarkastischen Kommentare, die ihn ohne Ende amüsierten. Die Perle bewegte sich, in ihrer Intensität immer stärker werdend, drehend und pulsierend weiter.
Sirius. Er dachte an seine Paten, der von Ratten lebte, nur um in seiner Nähe zu sein. Er dachte an seine Verbindung zu seinen Eltern und die lustigen Kommentare, die Sirius gern wie goldene Sternaufkleber in einem Vorschulklassenzimmer verteilte. Er dachte an die grauen Augen seines Paten, die leuchteten, wenn er Harry sah.
Mit einem Schrei, öffnete Harry seine Augen und starrte intensiv in Voldemorts. "Diesmal nicht", sagte er leise. Auf die erhebende Melodie hörend, wuchs sein Strahl immens. Die grüne Energie wurde langsam zu Gold, während sie sich verstärkte. "FREUNDSCHAFT!", brüllte er. "FAMILIE!" Er atmete tief durch. "Für die Liebe."
Daraufhin explodierte der Strahl nach außen. Splitter kristallisierten Grüns brachen daraus hervor und verteilten sich in alle Richtungen. Voldemort hatte kaum Zeit, um zu schreien, bevor der goldene Strahl in seine spröden Finger fuhr. Ähnlich wie sein Fluch, zersplitterten die Stücke seines Zauberstabkerns im Inneren seiner Fingerknochen nach außen und rissen Voldemorts Hände in blutige Fetzen.
Voldemort sah entsetzt auf seine Hände. Mit einem unbeschreiblichen Ausdruck des Schmerzes auf seinem Gesicht, disapparierte er und ließ nichts als Knochensplitter, Fleisch und Blut zurück.
Harrys Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln. Die Hände über den Kopf hebend, begann er einen Siegesschrei auszustoßen. "Ha! Habt ihr das alle gesehen? Ich hab ihm in seinen schwabbeligen weißen ?" Harry blieb wie angewurzelt stehen. McGonagall und Flitwick beugten sich über den leblos daliegenden Körper seines Mentors.
Als er zu ihm rannte, erkannte er erleichtert, dass Dumbledore noch atmete. Albus drehte schwächlich seinen Kopf und starrte besorgt in Harrys Augen. "Harry", keuchte er. "Denke immer daran ?"
Dumbledores Atem stockte und er brach ab. Harry sah ihn besorgt an. "Bleiben sie bei mir, Professor."
Mit einem eindringlichen Blick sah Dumbledore in Harrys in die Augen. Gerade so, als würd er ihm in seine Seele schauen. "Nenne mich Albus."
"Bleib bei mir!", schluchzte Harry, da Dumbledore ihm entglitt.
Albus schwankte und starrte in den blauen Himmel. Er zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf Harry. "Mein letztes Geschenk an dich, Harry", sagte er und Tränen rollten über die Spitze seiner krummen Nase. "Omnes."
Ein schwaches gelbes Licht blitzte aus der Spitze seines Zauberstabes und ein weißer Nebel umkreiste Harry wie eine Schlange. Stoßweise atmend, ergriff Dumbledore fest Harrys Hand. "Bleibe golden ?"
Harry lachte durch sein ersticktes Schluchzen. Er nickte heftig und hielt Dumbledores Hand mit eisernem Griff. Gerade so, als könne er Dumbledore dadurch körperlich ans Leben binden. Dumbledores Hand erschlaffte. Seine Augen brachen, und seine qualvolle Atmung endete.
Albus Dumbledore, der größte Schulleiter den Hogwarts je gesehen hatte, schloss seine Augen zum letzten Mal und schritt seinem nächsten großen Abenteuer entgegen.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel