Elenor Amabilis - Knapp daneben ist auch vorbei
von Zauberfeder
@Anett: Ja, ich weiß, dass es einige Fragen aufwirft. Das Kapitel hier beantwortet schon mal eine, wenn auch nur im Ansatz. Aber Elenor kennt ja so gut wie niemand und das hat natürlich Gründe. Weitere kommen dann erst viel später. Ich hoffe aber, dass dir dieses Kapitel gefällt und wünsche viel Freude beim Lesen. LG :)
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Kapitel 3 – Knapp daneben ist auch vorbei
„Kommen Sie doch herein“, sagte Elenor. Wortlos betrat Severus Elenors Räumlichkeiten. Er ließ seinen Blick schweifen, bis seine Augen bei ihr anhielten und sie von neuem ansahen. Er sagte immer noch nichts. Er wollte sie einfach nur ansehen. Elenor fing an sich nervös auf der Unterlippe rumzubeißen und starrte einfach zurück.
„Wie kann ich Ihnen helfen“, wiederholte sie. „Ich erwarte eigentlich noch meine Begleitung für den Spaziergang, also, ich will nicht unhöflich sein, aber wären Sie so freundlich und würden mir sagen was mir die Ehre verschafft?!“, sagte Elenor entschlossen und auch etwas ängstlich, denn seine dunklen Augen durchbohrten sie und irgendwie war das ein Wenig unheimlich. „Wie hießen Sie doch gleich?“, fragte sie schüchtern.
„Snap-pe-perus“, fing Snape an zu stottern. „Ich meine Snape, Professor Snape.
Mir vertraute Personen und Freunde nennen mich Severus.“
„Gut“, erwiderte die schöne Frau. „Da wir uns noch nicht so vertraut sind, werde ich sie wohl mit Professor Snape anreden, wenn das in Ordnung für Sie ist.
Aber bitte nennen Sie mich Elenor. Das Professor-Gefasel mag ich nicht besonders, vor allem nicht wenn ich danach meinen Namen höre“, versuchte sie betont gelassen fort zu fahren.
Severus nickte und sie verstand es als Zustimmung.
„Also, Professor. Was verschafft mir die Ehre?“
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„Ich“, begann Snape auffällig ruhig. „Ich habe mich gefragt, ob Sie vielleicht ein Buch über gewisse Zaubersprüche und Tränke des Mittelalters besitzen? Mir ist klar, dass die Sprache dieser Bücher eine andere ist, als die Unsere, aber ich bräuchte Informationen für meine Forschungen. Und da ich mich zurzeit mit altertümlichen Tränken beschäftige, kam mir in den Sinn, dass Sie vielleicht die passende Lektüre für mich hätten?“
Die letzten drei Worte sprach er äußerst langsam
und mit einer Pause nach jedem Wort.
„Ah, das ist aber ein schönes Forschungsgebiet“, antwortete Elenor interessiert. „Und tatsächlich besitze ich Bücher über diese Zeit. Die Sprache in diesen Büchern ist durchaus etwas kompliziert zu verstehen und auch zu lesen, da es alles Handschriften sind. Alte Überlieferungen, verstehen Sie?“, während sie dies sagte drehte sie sich um und ging in Richtung der kleinen Bibliothek.
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Severus beobachtete ihre langen Haare, die bei jedem Schritt hin und her wehten und ihren Rücken zu streicheln schienen. Seine Augen blieben einen Moment lang an ihrem Po hängen. Er war rund und sah wohl geformt aus in ihrer Jogginghose. Severus musste aufpassen seine Fassung zu wahren.
„Wie gerne würde ich meine Hände durch ihre Haaren gleiten lassen sie an mich heran ziehen meine Hände auf ihren Po legen warum ist sie so schön was macht diese Frau mit mir? Ich glaube wenn ich nicht aufpasse dann bringt sie mich noch um den Verstand. Blödsinn. Aber ich möchte ihren Duft um mich haben ich will ihr nahe sein und …“
„Dort oben ist es“, unterbrach sie seine Gedanken. „Und gleich daneben ist noch ein zweites Buch. Ich werde es ihnen gleich herausholen“, fügte Elenor hinzu und fing an sich zu strecken um an das oberste Regal zu gelangen, um die Bücher für Severus herauszufischen. Sie schaffte es aber nicht. Sie stand bereits auf Zehenspitzen und renkte sich so ziemlich alles aus, um sich so groß wie nur irgend möglich zu machen.
„Professor“, sagte sie etwas außer Atem und mit gequetschter Stimme. „Sie sind doch groß. Könnten Sie vielleicht versuchen…“, doch sie kam nicht mehr dazu ihren Satz zu beenden.
Severus stand bereits hinter ihr. Er streckte seine Hand aus und griff nach einem Buch. „Das hier?“, fragte er.
„Ja, das mit dem roten Buchrücken und das mit dem Schwarzen gleich rechts daneben“, antwortete sie.
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Elenor konnte spüren, dass Severus ihr gerade sehr nah war. Als er seinen Arm hob merkte sie, wie sein Oberkörper leicht ihren Rücken streifte und sie nahm den Geruch von Kräutern war, gemischt mit dem fruchtigen Duft von Orangen und einer, ihr unbekannten Note, die ihr aber die Sinne zu rauben schien.
„Wenn er jetzt noch näher kommt und ich ihn weiter einatme dann ist es um mich geschehen… reiß dich zusammen Elenor…. er ist dein Kollege und er will sich nur diese Bücher ausleihen… er ist nicht hier um …“,
„Vielen Dank“, sagte Severus in seiner gewohnt sonoren Stimme und unterbrach somit ihren inneren Monolog.
„Gerne“, gab sie zur Antwort. „Wenn es Probleme geben solle, beim Entziffern, dann fragen Sie mich, ich helfe Ihnen gerne, bei der Forschungsarbeit“, sagte sie schon fast etwas zu schüchtern.
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Mittlerweile hatte sie sich zu ihm herum gedreht und stand direkt vor ihm.
Severus hatte seinen Platz noch nicht verlassen und stand immer noch so nah an ihr, wie vor einigen Minuten. Dies war ihr jedoch etwas zu nah. Elenor wich einen Schritt zurück und stieß dabei gegen den kleinen Hocker, der schräg hinter ihr stand und sie verlor das Gleichgewicht. Severus reagierte geistesgegenwärtig. Er packte sie am Arm, um einen Sturz zu verhindern und zog sie wieder auf die Füße. Er zog sie, wenn auch unbeabsichtigt, nah an sich heran und versank sofort in ihren Augen und sie in seinen.
„Sie sollten aufpassen, wo Sie hintreten“, hauchte er ihr entgegen und sein Gesicht bewegte sich langsam ihrem entgegen.
Elenor nickte nur leicht. Severus ließ ihren Arm los, um seine Hand um ihre Hüfte zu legen. Seine andere Hand machte sich auf den Weg zu ihren Haaren und ihrem Gesicht und Elenor schien es zu gefallen. Sie wehrte sich nicht und sie sagte auch nichts. Sie bekam es im Grunde gar nicht mit, was seine Hände veranstalteten, denn sie hatte nur Augen für seine Augen und sie wollte nur noch seine Lippen auf ihren Lippen fühlen. Auch sie kam seinem Gesicht entgegen, es trennten sie Millimeter von einander. Sie drückte sich etwas an seinen Körper und er konnte ihre weichen Brüste spüren, wie sie sich sanft an seinen Oberkörper bemerkbar machten. Die eine Hand zog ihren weiblichen Körper an ihn heran, die andere Hand lag an ihrem Gesicht und hielt sie fest.
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„Oh mein Gott, noch keinen ganzen Tag an der neuen Schule und einem Kuss so nah wie schon lange nicht mehr“, dachte Elenor. Sie schloss ihre Augen und wartete darauf, dass er sie küsste. Auch Severus schloss seine Augen, er konnte ihren Atem auf seinen Lippen spüren und wollte diese mit den Seinen verschließen.
Da klopfte es heftig an der Tür.
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Beide erschraken und fuhren auseinander. Sie blickten sich an, wie zwei Teenager, die gerade von ihren Eltern beim Knutschen erwischt wurden. Dabei war so etwas wie ein Kuss ja nicht passiert. Dennoch schauten sie sich verstohlen an.
„Wollen Sie nicht zur Tür gehen?“, unterbrach Severus die peinliche Stille.
„Natürlich“, sagte Elenor schnell.
Sie rannte förmlich zur Tür und als sie sie öffnete stand davor, Hagrid.
„Ich komme doch nicht ungelegen, Fräulein Elenor?“, fragte der freundliche, übergroße Mann.
„Nein, nein. Wir. Also Professor Snape ist nur gerade hier, um sich Bücher auszuleihen. Wir können auch direkt los.“
Snape trat an die Tür heran und verabschiedete sich mit einem: „Vielen Dank Elenor, Sie haben mir damit sehr geholfen.“ Er sah zu Hagrid und nickte diesem zu. Hagrid erwiderte die Geste und Snape verschwand in Richtung seiner Räumlichkeiten.
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„Nun denn, Fräulein Elenor“, sagte Hagrid und hielt ihr seinen Arm hin, als Aufforderung sich darin einzuhaken. „Ich werde ihnen unseren Wald zeigen und die schöne Natur um das Schloss herum. Wir müssen uns noch etwas beeilen. Es wird nämlich bald dunkel und das Abendessen gibt es auch schon in fast zwei Stunden.“
Elenor lächelte und hakte sich bei Hagrid unter. „Übrigens“, sagte Elenor. „Sagen Sie doch einfach Elenor, ohne ‚Fräulein‘. Es klingt zwar niedlich, aber Elenor reicht völlig aus. Und verraten sie mir noch ihren Namen?“, fragte sie freundlich hinterher.
„Oh, aber natürlich. Ich bin Rubeus. Rubeus Hagrid. Aber alle sagen Hagrid, also sagen Sie oder Du doch auch einfach Hagrid zu mir, wenn Sie, also Du willst“ antwortete der Halbriese umständlich.
„Wenn es alle sagen, dann sage ich es auch, Hagrid und wir können beim Du bleiben, sonst werden unsere Unterhaltungen nur unnötig kompliziert.“
Hagrid nickte und grinste sie breit an, dann verschwanden beide hinaus.
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Pünktlich zum Abendessen kamen die beiden Spaziergänger wieder im Schloss an und machten sich direkt auf den Weg zu ihren Kollegen, um gemeinsam zu essen.
Hagrid und Elenor liefen beschwingt und kichernd durch den Saal, hin zum Lehrertisch. Hagrid ließ sich auf dem Stuhl neben Professor Trelawney fallen und Elenor hatte wieder das Glück auf dem einzig freien Stuhl Platz zu finden.
Neben Snape.
Sie wusste nicht so recht wie sie das finden sollte, aber seine Gegenwart und Anwesenheit empfand sie nicht als unangenehm. Dennoch rutschte sie etwas verlegen auf ihrem Sitz hin und her.
„Sitzen Sie bequem“, merkte Severus an, dem das nervöse Hin-und-Her-Rutschen seiner Kollegin nicht entgangen war.
„Wie“, entwich es ihr. „Ja, danke. Ich sitze gut.“
„Dann sitzen Sie doch still, oder warum sind Sie so nervös?“, fügte er hinzu und blickte sie fragend an. „Nichts, es ist nur. Ach nichts“, sagte Elenor schnell.
„Haben Sie denn schon etwas in den Büchern finden können?“, lenkte sie ab.
„Durchaus, aber es gibt dort eine Stelle, die sich mir nicht erschließt. Vielleicht haben sie Lust nach dem Essen bei mir vorbei zu schauen? Wir könnten bei einem Glas Rotwein oder einer Tasse Tee zusammen drüber sehen. Wenn Sie nicht schon zu müde sind“, antwortete er ihr leise.
„Gerne. Aber erst möchte ich mich noch etwas frisch machen, nach dem Essen und dann helfe ich Ihnen“, strahlte sie zurück.
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Elenor liebte Sprache und mysteriöse Zeichen und Symbole. Sie liebte viele Dinge, die schwer zu begreifen waren und Runen und unleserliche Schriftzeichen gehörten definitiv dazu.
Sie freute sich jemanden gefunden zu haben, mit dem sie diese Liebe teilen konnte, wenn auch seine Motive, diese Bücher, ihre Bücher, zu lesen andere waren als die ihren, erfüllte sie es mit Stolz gebraucht zu werden und ihrer Leidenschaft nachgehen zu können. Wie lange hatte sie darauf gewartet?
Sie war gerade 30 geworden. Ihre Forschungen hatten sehr viel Zeit verschlungen und die Ausbildung zur Lehrkraft war auch nicht gerade kurz gewesen. Bei ihr dauerte alles etwas länger, denn sie ging nie nach Hogwarts. Ihre Eltern bestanden darauf, dass sie diese Muggelschule besuchte bis sie 16 war. Diesem Wunsch kam sie nach. Dennoch wollte sie alles über ihre Gabe zaubern zu können erfahren und so suchte sie jemanden, der sie unterrichtete. Es war gar nicht so leicht, denn für solche Fälle hatte man in der Zauberwelt noch nichts vorgesehen.
Immer wieder bekam sie diesen Brief, den Hogwarts-Brief, wie sie ihn nannte. Irgendwann schrieb sie zurück und bat darum, die Post einzustellen, denn sie hatte sich entschieden der Bitte ihrer Eltern nachzukommen. Auf ihre Bitte folgte noch genau ein Brief, der wie alle anderen auch, von einer Eule gebracht wurde.
Darin stand:
Liebe Elenor Amabilis,
ich verstehe ihre Entscheidung und bedaure sie gleichzeitig.
Wir werden keine weiteren Briefe an sie senden und wann immer sie sich entscheiden sollten, doch noch in die Kunst der Zauberei eingeweiht zu werden, dann müssen sie nur danach suchen.
mit den besten Wünschen
der Schulleiter
Für lange Zeit hatte sie den Brief vergessen, erst als sie den Drang verspürte die Zabuerkunst zu erlernen fiel ihr dieses Schreiben wieder ein und so begann sie zu suchen und wurde fündig und dieser Umweg brachte sie an diese Schule und nun durfte sie ihr Wissen an junge Zauberer weiter geben. Es war ein Wenig so, als würde sie die Zeit, die sie als junges Mädchen in Hogwarts hätte erleben dürfen, nachholte und jetzt genießen durfte. Wenn auch nicht als Schülerin. Dafür hatte sie eine verantwortungsvolle Aufgabe und sie machte es gerne und wollte es auch so und sie fühlte sich so wohl hier, obwohl sie erst seit ein paar Stunden hier war.
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Als Voldemort jagt uns Ralph wirklich Angst ein. Man spürt, dass er wahnsinnig ist – seine Augen verraten das. Wenn er auf der Leinwand erscheint, bin ich jedes Mal starr vor Schreck.
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