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Fanfiction

Elenor Amabilis - Alles anders als gedacht

von Zauberfeder

@Anett: Danke für dein Kommentar und auch vielen Dank für deine Anmerkungen. Es freut mich, dass es dir gefallen hat und ja, im Moment bin ich wohl der Schnellschreiber. Es schreibt sich gerade so schön runter und da dachte ich mir, dass ich es auch gleich veröffentlichen kann. Und die beiden finden es übrigens selbst als schnell, aber das steht in dem heutigen Kapitel, bei dem ich dir wieder viel Freude wünsche. LG ^^

@Mabji: *lach* Es ist ja auch grün mit Blümchen. :) Es ist auch ziemlich schnell und ich gehöre da auch eher zu der "langsameren Sorte" ;) Und selbst den beiden geht es zu schnell. Ich dachte, somit ist die Verwirrung bei beiden komplett, deshalb ging der erste Kuss auch so rasch. :) Mich freut es, dass es dir gefallen hat und hoffentlich gefällt dir auch das neue Kapitel. LG ^^

@Zaubertrankmeisterin: Ich weiß nicht, ob ich es lange schaffe in diesem Tempo hochzuladen, aber im Moment läuft es gut. :) Ich finde es toll, dass dir die Geschichte gefällt und beim Rest stimme ich dir zu. Auch dir wünsche ich viel Spaß beim Weiterlesen und hoffe, dass dir das neue Chap gefällt. LG ^^


____________________________


Kapitel 5 – Alles anders als gedacht

Beim Frühstück bekam sie kaum einen Bissen runter, und dass sie auch noch nebeneinander saßen erleichterte die Situation nicht gerade. Während sie nur Augen für ihn hatte, spielte er seine Rolle des unterkühlten Zeitgenossen, wie immer, in Perfektion. Elenor verstand das überhaupt nicht.

„Warum benimmt er sich nur so abweisend, wenn die anderen Kollegen dabei sind?“, fragte sie sich und fühlte sich etwas gekränkt.

Sie fing wieder an auf ihrem Stuhl hin und her zu rutschen und endlich sprach er mit ihr: „Sitzen Sie doch still. Das macht einen ganz nervös und die Anderen gucken auch schon.“ Seine Stimme klang alles andere als nett. Er klang überaus gereizt. Seine Worte waren abgehackt. Alles Liebevolle in seiner Stimme war diesem Befehlston gewichen.

Erschrocken sah sie ihn an und diesmal leuchteten ihre Augen nicht. Seine sahen aus wie immer, dennoch konnte sie im Moment nichts empfinden, wenn sie in sie sah, denn er war so kalt zu ihr, schon den ganzen Morgen lang.

* - * - * - * - *


Gestern Abend hatte er sie so leidenschaftlich und so zärtlich geküsst und in seinen Armen gehalten wie sie es sich nur erträumen konnte. Auch hatten sich beide mit einem langen und innigen Kuss verabschiedet. Ihre Haare hatte er dabei in seinen Händen gehalten und mit ihnen gespielt, so dass sie völlig zerzaust in ihre Privaträume ging. Er hielt ihr Gesicht ganz nah an seinem und hatte ihr ein:
„Bis morgen“, zugeflüstert. „Dann zeige ich Ihnen den Rest des Schlosses. Ich freu‘ mich schon“, hatte er gesagt und jetzt.

Jetzt saß er neben ihr, als würde er sie nicht kennen und hatte auf einmal kein liebes Wort mehr für sie drüber. Was sollte das alles nur? Elenor war zum Heulen zu Mute und eigentlich hatte sie nicht sonderlich Lust auf die Schlossführung, wenn er so mit ihr umging.

„Er benutzt mich nur“, dachte sie plötzlich. „So wie es all die anderen getan haben. Ich lass mich auch immer viel zu schnell auf irgendwelche Männer ein.“ Und mit einem Mal fühlte sie sich schlecht und elend, weil sie sich wieder ein Mal mehr von einem Mann hatte einlullen lassen. Weil sie so schnell zu ließ, dass er ihr nahe sein durfte. „Es war nur ein Kuss“, versuchte sie sich selbst zu beruhigen. „Ok, es waren mehrere und sie waren schön. Es muss ihm doch auch gefallen haben. Oder vielleicht doch nicht?“

* - * - * - * - *


„Elenor was ist mit Ihnen?“, hörte sie Minervas Stimme fragen. „Sie wirken so abwesend und in sich gekehrt. Stimmt etwas nicht? Geht es Ihnen nicht gut? Haben Sie Heimweh oder fühlen Sie sich nicht wohl hier in Hogwarts? Was immer es auch ist, sagen Sie es. Ich sehe Ihnen an, dass etwas nicht stimmt.“ Minerva war Elenor schon fast ein Bisschen zu mütterlich, aber wenigstens interessierte sich jemand wie es ihr ging.

Eigentlich erhoffte sie sich dieses Interesse von jemand anderem, doch der hatte weiterhin seine Maske auf und tat so, als würde er sie nicht wahrnehmen.

„Ich fühle mich heute nicht so gut, Minerva“, antwortete Elenor. „Ich glaube, ich habe irgendetwas Falsches gegessen oder getrunken“, log sie.

„Gegen Bauchschmerzen hilft ein schöner Kamillentee. Das habe ich neulich in einem Muggelbuch gelesen“, warf Professor Sprout ein. „Kamille, wer hätte das gedacht. Ich bringe Ihnen gerne ein paar Blüten, die können Sie dann mit heißem Wasser übergießen und ganz normal trinken. Haben Sie das gewusst?“

„Ja, natürlich“, antwortete Elenor etwas gequält. „Meine Eltern sind beide Muggel, ich kenne diese Hausmittelchen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob mir der Tee hier Glück bringt“, fügte sie etwas lauter hinzu und sah in Severus‘ Richtung, der sie mittlerweile ansah. Und er sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. Er sah, dass sie verletzt war. Er sah auch und vor allem hörte er zwischen ihren Worten, dass er daran schuld war. Und das wusste er. Aber was sollte er denn machen. Sie durften doch nicht.
Nur schien die schöne Frau das nicht zu wissen.

* - * - * - * - *


Professor Sprout blickte Elenor indes verwirrt an, verstand sie doch kein Wort von dem was Elenor da von sich gab. Sie verstand sehr wohl die Wörter an sich, aber nicht die Bedeutung die dahinter lag.

„Ich hätte nicht gedacht, dass Kamillentee ein Glückstee sein soll. Das stand nicht in diesem Buch“, sagte Sprout.

„Ist er ja auch nicht“, erwiderte Elenor leise. „Das meinte ich auch nicht. Ich. Ach schon gut. Ich nehme gerne ein paar von Ihren Blüten. Vielleicht helfen sie mir ja.“
Traurig schaute Elenor in ihre Teetasse und starrte auf ihr verzerrtes Spiegelbild in der Flüssigkeit vor ihr.

Severus sehnte sich noch nie so sehr danach, dass das Frühstück endlich vorbei geht. Er wollte Elenor doch das Schloss zeigen und dabei konnte er gleich das Ein oder Andere aufklären.

Doch zu seinem Erstaunen sagte Elenor, beim Verlassen des Frühstückstisches: „Die Besichtigung müssen wir verschieben, ich fühle mich einfach nicht danach mit Ihnen umher zu schlendern.“
Sie hielt dabei ihre Tränen zurück, dies fiel ihr zwar sichtlich schwer, aber sie hatte sich einiger Maßen im Griff.

Sie sah Severus ins Gesicht, verletzt und gekränkt. Dann rollte doch eine kleine Träne aus ihrem Augenwinkel. Er sah es und sie wusste, dass er es sah. Sie drehte sich schnell um und rannte in ihre Gemächer.

* - * - * - * - *


Sie wollte nur noch weg und so vergrub sie sich weinend in ihrem Bett. Sie hatte das Kissen und die Bettdecke über sich gezogen und heulte vor Wut über sich selbst und ihre verdammte Naivität und Gutgläubigkeit, vor Wut über ihn, weil er sie behandelte als wäre der letzte Abend nie geschehen und sie heulte aus Verzweiflung, denn sie wollten diesen Job hier unbedingt machen, dafür hatte sie hart arbeiten müssen, um so weit zu kommen. Und sie weinte, weil ihre kleine Seele verletzt war. Weil sie Gefühle immer zu schnell investierte und immer enttäuscht wurde. Sie weinte, weil es einfach weh tat. Dabei waren sie nicht einmal ein Paar. Er hatte sie auch nicht verlassen, aber die Art und Weise wie kalt er sie ansah, wie abweisend er mit ihr sprach und wie ablehnend seine Haltung ihr gegenüber war, versetzte ihr einen gewaltigen Stich.

„Vielleicht bin ich einfach zu emotional. Vielleicht ist das auch alles nicht für mich gedacht“, sagte sie laut zu sich, wenn auch mit tränenerstickter Stimme.

„Aber, aber Kindchen“, hörte sie jemanden sagen. Erschrocken fuhr sie hoch und schmiss alles von sich was sie sich über den Kopf gezogen hatte. Und sah die Person vor ihrem Bett an.

„Wie lang sind Sie denn schon hier? Schon mal was von Anklopfen gehört? Und was wollen Sie von mir?“, fragte Elenor sichtlich aufgebracht.

„Bleiben Sie ganz ruhig“, antwortete Professor Sprout. „Ich habe hier die versprochenen Blütenblätter und heißes Wasser. Ich schlage vor Sie trinken etwas davon und ruhen sich aus. Heute Abend ist doch das Fest. Da wollen Sie doch nicht fehlen, oder?“

„Ich weiß nicht, ob ich hingehen werde. Es ist alles so neu und fremd für mich, obwohl ich mich auf der anderen Seite auch sehr wohl hier fühle“, sagte Elenor nun wieder in gewohnt ruhiger Art.

„Natürlich werden Sie hingehen. Sie sind jung und außerdem eine neue Lehrerin, die neuen Schüler müssen Sie doch kennen lernen. Und eine junge Frau gehört bei einer Feier nicht in ihr Zimmer! Bis heute Abend sind Sie wieder fit“, die nette kleine gemütliche Frau lächelte Elenor an und sprach weiter: „Erlauben Sie mir die Frage, eigentlich geht es mich nichts an, aber was meinten Sie mit ‚Das ist alles nicht für mich gedacht‘? Verzeihen Sie wenn ich so neugierig bin, aber es bedrückt Sie doch etwas.“

„Nun“, begann Elenor. „Ich weiß nicht, ob ich der Aufgabe hier gewachsen bin. Es sind so viele schon fast zu viele neue Eindrücke und Geschehnisse auf ein Mal.
Ich habe Angst zu versagen, meinen Anforderungen und denen meiner Kollegen nicht gerecht zu werden. Ich unterrichte doch zum ersten Mal. Ich hatte noch nie eine Klasse und noch nie Kollegen. Verstehen Sie?“

Natürlich war das nur die halbe Wahrheit, aber dennoch waren ihre Worte nicht gelogen, denn schon bevor Elenor nach Hogwarts kam, hatte sie diese Bedenken und Selbstzweifel.

Die nette etwas rundliche Zauberin setzte sich zu Elenor aufs Bett, nahm ihre Hand und sagte:
„Diese Gefühle sind ganz normal. So ist das immer, wenn man neue Herausforderungen annimmt. Es gibt zwei Dinge gegen die noch kein Kraut gewachsen ist. Eines davon ist Lampenfieber oder auch die Angst vor neuen Dingen und das man in die Welt hinaus muss, um diese Dinge anzupacken. Und um zu wissen, ob diese Zweifel berechtigt sind hilft nur eins“,

Elenor lauschte aufmerksam und sah die Frau vor sich fragend an.
„Was ist es?“, fragte sie.

„Sie müssen sich den Dingen stellen. Sie müssen sich auf Ihre Füße stellen, die Tränchen in Ihren Augen wegwischen und selbstbewusst an Ihre neuen Aufgaben gehen. Erst wenn Sie dann scheitern, dann ist es wirklich nicht für Sie gedacht.
Aber wenn Sie Erfolge haben, wenn auch nur kleine und Sie sich mit Ihrer Arbeit wohl fühlen, dann ist es das Richtige. Das finden Sie aber nur heraus, wenn Sie jetzt aufhören zu weinen und da raus gehen und das machen, was ihr Herz Ihnen sagt. Ganz egal was es ist. Aber das können nur Sie.“

* - * - * - * - *


Da hatte sie 30 werden müssen, bis ihr das mal jemand sagte. „Schon komisch“, dachte Elenor. Noch nie hatte jemand so mit ihr gesprochen und es tat ihr verdammt gut und es öffnete ihr die Augen.

„Danke“, sagte Elenor. „Genau diese Worte habe ich jetzt gebraucht.“ Wie ganz selbstverständlich lehnte sich Elenor etwas nach vorn und umarmte die Professorin. Diese erwiderte die Umarmung und sagte: „Nun ruhen Sie sich aus und trinken den Tee und wehe ich sehe Sie heute Abend nicht. Dann komme ich Sie persönlich aus Ihrem Bett holen.“ Mit diesen Worten zwinkerte Sie Elenor zu und stand auf, um wieder zu gehen.

„Ach und Verzeihung“, fügte Pomona Sprout hinzu. „Ich hatte vorhin geklopft, aber es kam keine Antwort und die Tür war nicht abgeschlossen und da dachte ich, es sei vielleicht etwas noch Ernsthafteres mit Ihnen und da wollte ich nur nach Ihnen schauen. Ich wollte Sie nicht erschrecken und auch nicht einfach so in Ihre Wohnung platzen.“ Irgendwie fühlte sich Pomona für die junge Frau verantwortlich. Schließlich hätte sie locker ihre eigene Tochter sein können.

„Schon gut“, sagte Elenor mit warmer Stimme. „Sie haben mir sehr geholfen. Ich danke Ihnen für die Blüten und Ihre aufbauenden Worte. Aber Professor..“

„Ach bitte sagen Sie doch Pomona und wenn Sie wollen lassen wir das Sie auch gleich weg.“ Elenor nickte erfreut und fuhr fort.

„Gut, Pomona. Du sagtest vorhin es gäbe zwei Dinge gegen die noch kein Kraut gewachsen sei. Was ist das Zweite?“, fragte Elenor.

„Die Liebe, Elenor. Die Liebe.“ Mit diesen Worten drehte sich Professor Sprout um und verschwand aus Elenors Räumen.

* - * - * - * - *


Das Fest war schon in vollem Gange, als Elenor erschien. Heute Abend sollte nur gefeiert werden und das Aufteilen der neuen Schüler in ihre Häuser fand dann morgen statt. Dieser Abend stand also völlig unter dem Motto: „Wiedereröffnung feiern, egal wie laut und wie lange.“

Alle schienen ihren Spaß zu haben. Die Tische waren reichlich gedeckt. Musik wurde gespielt und überall hörte man Stimmen, Unterhaltungen und Lachen.

Elenor erreichte den Lehrertisch und die erste die sie anlächelte war Pomona.
„Ich wusste doch, dass du kommst. So ein Fest darf man sich nicht entgehen lassen. Komm setz dich und greif zu, du musst doch hungrig sein“, sagte Professor Sprout.

Elenor ließ sich das nicht zwei Mal sagen und setzte sich neben Pomona und fing an zu essen und sich mit ihr zu unterhalten.

Dennoch fiel ihr auf, dass einer fehlte. Severus saß nicht am Tisch und sie konnte ihn auch nicht in der Menschenmenge ausmachen und sie war ihm auch unterwegs nicht begegnet.

„Wo ist denn Professor Snape?“, fragte Elenor beiläufig. „Kommt er denn nicht zum Fest? Ich sehe ihn gar nicht. Alle anderen sind hier.“
Professor Snape ist“, begann Sprout. „Gerade eingetroffen“, beendete Severus den Satz. Er stand hinter Elenors Stuhl und beugte sich zu ihr vor.

„Können wir uns irgendwo unterhalten. Allein?“, fragte er sie leise aber dennoch bestimmt. „Ich esse gerade“, klang es von ihr zurück. „Setzen Sie sich hin und entweder essen Sie auch etwas oder Sie warten bis ich fertig bin. Danach können wir uns unterhalten.“ Elenor war in ihrer Ansage sehr selbstbewusst. So selbstbewusst, dass sie schon fast vor sich selbst erschrak. Aber ihre Worte und ihr Ton zeigten Wirkung.
Mit einem leisen Brummen ließ sich Severus neben ihr auf den Stuhl sinken und aß eine Kleinigkeit aber eigentlich wartete er darauf, dass Elenor endlich mit dem Essen fertig wurde.

* - * - * - * - *


Nach einer gefühlten Ewigkeit - Elenor ließ ihn absichtlich zappeln und unterhielt sich demonstrativ nicht mit ihm – war sie fertig.
Tupfte sich mit der Serviette den Mund ab und wandte sich dann an den Mann, der sie heute Morgen so unflätig behandelt hatte.

„Ich bin dann fertig. Also, was gibt es zu besprechen?“, begann Elenor das Gespräch. „Nicht hier“, erwiderte er. „Kommen Sie mit.“
„Aber wohin denn? Das ganze Schloss wimmelt von Menschen. Eine ungestörte Ecke zu finden ist gerade wie ein Sechser im Lotto“, sprach Elenor.

„Ein bitte was?“, runzelte Severus verwundert die Stirn.

„Ach nichts, das ist eine gängige Muggel-Redewendung, um auszudrücken, dass etwas äußerst unwahrscheinlich zu realisieren sein wird und wenn doch, dann mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million, oder so ähnlich“, versuchte sie zu erklären. „Also wohin jetzt?“, fragte Elenor etwas ungeduldig.

„Zu mir“, sagte er schnell.

„Auf gar keinen Fall“, kam es schlagfertig und vor allem laut aus ihr heraus.

„Noch lauter“, belehrte er sie. „Halb Hogwarts hat das gerade gehört. Also dann zu Ihnen, wenn das recht ist. Wenn nicht, dann kann ich Sie jetzt im Dunkel der Nacht auch in den Wald schleppen. Suchen Sie sich etwas aus.“

Er schaute sie auffordernd an und sie willigte ein, dass er mit zu ihr kam.

* - * - * - * - *


Auf den Weg hin zu ihrer Wohnung sprachen beide kein einziges Wort mit einander. Sie kamen an sehr vielen feierfreudigen Gästen vorbei und den Ein oder Anderen stellte Severus ihr vor. Sie schüttelten dann kurz ihre Hände und gingen dann aber schnell weiter. Severus schien es sehr eilig zu haben und sie erhoffte sich wenigstens eine Erklärung für sein Verhalten und so etwas wie den Ansatz einer Entschuldigung.

Sie verschloss die Tür hinter sich. Severus stand etwas verloren im Raum herum und wartete bis Elenor von der Tür zurück kam.

„Also“, begann sie. „Setzen Sie sich.“

„Ich will mich nicht setzen. Ich habe lange genug gesessen. Ich will“, mit diesen Worten trat er näher und seine rechte Hand streckte sich ihrem Gesicht entgegen.

Elenor wich zurück:
„Nein, so nicht. Ich meine was bilden Sie sich eigentlich ein? Sie küssen mich und ja es hat mir gefallen und heute Morgen behandeln Sie mich als wäre ich Luft und nicht existent und jetzt kommen Sie wieder an und wollen mich anfassen. So läuft das nicht! Zufällig bin ich kein Gegenstand, den man einfach so nach Belieben benutzt. Es tut mir leid Professor, aber ich bin nun mal eine Frau mit Gefühlen. Mit Gefühlen, die sie geschafft haben zu verletzen. Ich hoffe Sie sind zufrieden. Sie spielen nicht mit mir! Da kommen Sie zu spät, das haben schon andere vor Ihnen getan und wenn Sie auch so ein Mann sind, dann möchte ich Sie bitten zu gehen und zwar sofort.“

Doch Severus blieb stehen, hörte ihr zu und wartete darauf was sie noch zu sagen hatte. Er hatte nicht erwartet, dass Sie ihm gegenüber so resolut sein wird. So war noch nie jemand ihm gegenüber. Es war eine völlig neue Erfahrung, dass eine Frau, die er küssen und berühren wollte ihm wiedersprach und ihm die Richtung wies.

„Was ist?“, sprach sie weiter. „Haben Sie vielleicht auch etwas zu sagen. Irgendetwas. Ich meine, hatten Sie überhaupt schon mal eine Frau an ihrer Seite?“

„Vorsicht“, unterbrach er sie. „Ganz vorsichtig. Es gibt Dinge, die Sie nicht wissen. Noch nicht wissen. Und sonst habe ich Frauen eher dafür bezahlt, dass sie meine Gesellschaft teilen. Aber das ist auf Dauer nicht nur teuer sondern auch unbefriedigend in vielerlei Hinsicht.“

„So, so und da brauchen Sie jetzt mal eine Frau, die das alles mit ihnen macht, ohne dass sie Geld verlangt. Wie erbärmlich!“
Elenors Stimme war mittlerweile lauter und sie schrie ihn schon fast an. Er machte sie im Moment einfach nur wütend. Denn sie hätte erwartet, dass er sich bei ihr entschuldigte, aber das tat er nicht.

„Sie glauben doch nicht wirklich“, und sie wurde immer lauter und fing an wild um sich herum zu gestikulieren, „dass ich Sie auch nur einen kleinen Millimeter an mich heran lasse?“ Wieder stiegen Tränen in ihr auf, denn eigentlich wollte sie genau das. Sie wollte, dass er sich entschuldigte und sie dabei in den Arm nahm. Sie war doch bereit ihm zu verzeihen, aber das lief alles gar nicht so, wie sie es sich ausgedacht hatte. In ihrer Verzweiflung wurde sie immer lauter, weil sie hoffte, dass dies den gewünschten Effekt hervorrief. Er gefiel ihr doch, obwohl er ihr weh getan hatte. Aber sie dachte sich, dass man bestimmte Dinge auch ändern könnte, wenn man darüber spricht und zu vergeben ist doch eine Geste von Verständnis und Zuneigung. "Warum versteht er das denn nicht? Warum entschuldigt er sich nicht einfach?", kreiselte es in ihren Gedanken.

„Sie halten es noch nicht einmal für nötig zu erklären warum sie so zu mir waren. Vielleicht haben Sie nicht einmal bemerkt, dass Sie etwas falsch gemacht haben oder mich damit gekränkt haben“, ihre sonst so angenehme Stimme war schrill und hoch und Severus konnte sich das Spektakel nicht mehr mit anhören.

Er fing ihre gestikulierenden Arme ein und zog sie an sich. Sein Griff war etwas fester, aber das war auch so beabsichtigt, denn irgendwie musste er sie dazu bringen auzuhören ihn anzuschreien. Und es klappte. Er umschloss ihre Handgelenke, daraufhin unterbrach Elenor ihr Gekeife und versuchte sich aus seinem Griff zu lösen, indem sie hin und her zappelte. "Lassen Sie mich gefälligst los", sagte sie immer noch leicht aufgebracht und zerrte weiter, in der Hoffnung sich aus seinen Händen lösen zu können.

„Jetzt halten Sie doch still und lassen mich erklären“, sagte Snape in ruhigem Ton zu ihr und er klang wieder so freundlich. All die Kälte in seiner Stimme war verflogen.
„Wir dürfen das hier eigentlich nicht. Es ist Lehrern in Hogwarts nicht erlaubt eine Beziehung mit einem anderen Lehrer oder eben Lehrerin dieser Schule zu führen. Das Ministerium ist der Meinung, dass verwirre die Schüler und sei nicht gut für das Klima im Team und wenn ich mir Ihr Geschrei so anhöre, dann glaube ich fast, dass das Ministerium recht hat.“

Damit hatte sie nicht gerechnet. Es soll verboten sein. Elenor empfand das als totalen Blödsinn: „Das haben Sie sich doch gerade ausgedacht, um sich nicht entschuldigen zu müssen und mich ruhig zu stellen.“

„Durchaus nicht“, erwiderte Snape. „Und wer sagt denn, dass ich mich nicht entschuldigen will?“

„Das ist doch alles Blödsinn.“ Doch in seinen Augen sah sie, dass er die Wahrheit sagte. „Wir müssen vorsichtig sein“, fuhr er fort. „Wie alt ist denn diese bekloppte Regel?“, fragte sie leise und dennoch aufgebracht. „So alt wie Hogwarts selbst“, antwortete er.

Elenor nickte und sagte: „Und Sie wollten sich wirklich entschuldigen?“
„Ja, aber Sie lassen mich ja kaum zu Wort kommen. Aber vorher will ich noch anmerken, dass mir dieses förmliche Gequatsche tierisch auf die Nerven geht!“, dabei lächelte er sie wieder an und sie bekam ein weiches Gefühl in den Knien.

Endlich ließ er ihre Arme los, um die Seinen um ihren Körper zu legen.
„Hör zu. Es tut mir wirklich leid. Ich wollte dich nicht verletzen, aber ich habe angst, dass sie uns beide rausschmeißen, wenn sie uns hier Hand in Hand durch die Gänge schlendern sehen. Mein Verhalten tut mir aufrichtig leid, ich hätte nicht gedacht, dass es zu hart dir gegenüber war. Herr Gott, ich habe Frauen dafür bezahlt, dass sie mich küssen und darüber hinaus, na du weißt schon. Diese Frauen waren mir doch aber egal. Bei dir ist das alles irgendwie anders, obwohl wir uns überhaupt noch nicht kennen, bist du mir nicht egal. Ich bin vielleicht auch etwas mit dieser Situation überfordert und alles ging so verdammt schnell. Auch wenn man mir es nicht ansieht, auch ich fühle mich etwas überrumpelt und bin von mir selbst überrascht. Du erscheinst einfach vor meinen Augen, verdrehst mir komplett die Sinne, beraubst mich jeder Kontrolle, was noch nie jemand geschafft hat und auf der anderen Seite weiß ich, dass ich das nicht zu lassen darf. Das wir es nicht zu lassen dürfen. Ich habe einfach aus der Vernunft heraus gehandelt, wie immer. Kannst du mir verzeihen?
Das letzte was ich will ist, dir weh zu tun. Ganz ehrlich. Ich wollte dich nur schützen.“ Severus sprach äußerst ruhig, streichelte ihr sanft dabei über den Rücken und genoss ein Wenig die Wärme, die ihr Körper ausstrahlte.

Elenor lauschte seinen Worten. Sie hatte dabei ihren Kopf an seine Brust gelegt. Sie konnte seinen Herzschlag hören, dieser war so ruhig wie seine Stimme und sie ließ es zu, dass er sie an sich drückte. Bei seinen Worten kullerten ihr ganz still Tränen über die Wangen. Diesmal aber nicht, weil sie sich gekränkt fühlte, sondern weil sie sich geborgen fühlte. Dieses Gefühl war komplett neu für sie. Es war ein schönes Gefühl und sie begriff, dass es etwas sehr Kostbares war. Noch nie hatte sie ein Mann so gerührt und diese Gefühle in ihr geweckt, dabei kannten sie nur den Namen des jeweils anderen und dennoch schien er ihr so vertraut. Leise sickerten ihre Tränen in sein schwarzes Hemd und sie ließ ihnen freien Lauf, weil sie sich verstanden und geliebt fühlte.

„Ja, das kann ich“, flüsterte sie gegen seine Brust. „Ich kann dir verzeihen, aber nur wenn du mir versprichst, mich nie wieder so zu behandeln. Wir können uns doch trotzdem unterhalten auch vor unseren Kollegen. Aber bitte geh mit mir nicht noch einmal so um, als wäre ich Luft oder eine komplett Fremde für dich. Versprichst du mir das?“

Er nahm ihr Gesicht in seine beiden Hände. Er sah ihr tief in die Augen, wischte mit seinen Daumen sanft ihre Tränen von ihrer zarten Haut und sagte:
“Ich verspreche es dir.“
Seine Hände umschlossen immer noch ihr Gesicht und er beugte sich zu ihr runter und küsste sie. Ihre Arme legten sich um seinen Hals und pressten somit seine Lippen fester auf ihre.
So standen sie da. Sich in den Armen liegend. Sich verzeihend und sich küssend. Lange und innig.

* - * - * - * - *


Hoffentlich vermisste die beiden keiner auf dem Fest, denn sie waren schon etwas länger weg. Hoffentlich würde ihr kleines Geheimnis nicht auffliegen.

Da schepperte es vor Elenors Tür.


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