
von Dilli
Ich pumpte in sie hinein. Kräftig, wild, hart. Normalerweise stand ich gar nicht so darauf. Ich mochte es lieber sanft, zärtlich, sinnlich, gefühlvoll. Aber dies hier hatte absolut nichts mit Gefühlen zu tun. Das hier war nur ein Mittel zum Zweck und der hieß „Druck ablassen“. Ich konnte ja nicht ewig mit geschwollenen Eiern durch die Gegend laufen und das tat ich in letzter Zeit schon oft genug. Doch wirklich Spaß machte es mir nicht. Ich schlief nicht mit der Nutte, die unter mir lag, sondern ich fickte sie, hart, wild, ungezügelt und mit geschlossenen Augen. Sie törnte mich nicht mal so richtig an, aber das Bild, das ich vor Augen hatte, tat es. Definitiv. Ich sah langes, blondes Haar, smaragdgrüne Augen und ein Lächeln, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Mimi.
Das Bild veränderte sich und ich stieß noch härter zu, sodass die Frau unter mir aufschrie. Wahrscheinlich hatte ich zu tief gestoßen, aber es war mir egal. Ich wollte nicht leidenschaftlich und zärtlich sein, sondern suchte nur die Erlösung. Ich sah Mimi unter mir liegen, sah wie sie den Kopf zurück warf und den Mund leicht öffnete, nur um kurz darauf zu stöhnen. Gleich war sie so weit, gleich würde sie kommen und ich allein war der Grund dafür. Ich bildete mir ein, ihre feuchte Vagina zu spüren, wie sie sich um meinen Schwanz zusammen zog und wie sie zu zucken begann, weil ein gewaltiger Orgasmus sich in ihr aufbaute.
Das war der Augenblick, in dem ich los ließ und mit voller Wucht kam. Ich spritzte heftig in der Nutte ab und pumpte noch ein paar Mal in sie hinein, bis ich schließlich fertig war. Das hatte gut getan, doch wirklich zufrieden war ich nicht. Mit Mimi, meiner lieben, kleinen, süßen Mimi, wäre es viel schöner gewesen. Aber sie würde ich nicht mehr fühlen, würde sie nie wieder sehen und nie wieder ihr Lachen hören. Das war vorbei, Vergangenheit, unwiderruflich beendet.
Sofort rollte ich mich von der Frau herunter und fühlte mich schon wieder einmal schmutzig und eklig. Was hatte ich mir nur damit gedacht? Und was hatte ich geglaubt? Dass so ein kleiner Fick, der gerade einmal drei Minuten gedauert hatte, meine Qualen weg blasen würde? Das konnte nichts auf dieser Welt. Außer einer Sache, beziehungsweise einer Person. Mimi... Sie könnte all die Schmerzen lindern, die ich seit siebzehneinhalb Jahren mit mir herum trug.
Ich rollte das Kondom von meinem Schwanz und schmiss es in den Papierkorb, der neben meinem Bett stand. Dann stand ich hastig auf und stieg in meine Boxershort und die schwarze Stoffhose, die am Boden lagen. Mein schwarzes Hemd hatte ich angelassen. Es hatte schnell gehen sollen und das war es ja auch. Gott sei Dank.
Die Schlampe richtete sich auf und sah mich verwirrt an. Ich hatte sie in Cornwall an einer Ecke stehen sehen, nachdem ich diese Bar verlassen hatte und hatte sie kurzerhand mit zu mir nach Spinner's End genommen. Sie war nicht einmal hübsch. Sie hatte kinnlanges, braunes Haar, war schlank aber nicht durch trainiert, und hatte ein komisches Gesicht, dass mich irgendwie an einen Fuchs erinnerte. Ich wusste auch nicht so ganz, welcher Teufel mich da geritten hatte. Vielleicht war es einfach schon zu lange her gewesen, dass ich es mit einer Frau getrieben hatte. Ich hatte schon des öfteren solche Aktionen gebracht. Ich war immerhin ein Mann und ständig einen auf Handbetrieb machen und sich einen von der Palme wedeln, ist auch scheiße. Das machte auf die Dauer keinen Spaß. Ein Mann muss auch mal ficken. Aber es machte mir nicht wirklich Spaß. Im Gegenteil, ich fühlte mich danach immer noch schlechter als zuvor.
Kein Wunder, dass ich ständig so miesepetrig war. Mein Leben machte mir keinen Spaß. Es gab nichts, wofür es sich wirklich zu Leben lohnte. Mein Alltag war immer derselbe. Ich stand auf, ging in den Unterricht – wenn nicht, wie jetzt gerade, Ferien waren – drangsalierte meine Schüler (die waren aber auch nervig und dumm wie Bohnenstroh) und abends arbeitete ich entweder an einem Experiment oder gab mir die Kante. Was sollte ich denn auch sonst anderes tun? Ich las nicht gerne, höchstens einmal das eine oder andere Fachkundebuch, und ich verabscheute Sport. Außer Tanzen, das liebte ich, aber zum Tanzen braucht man eine Partnerin und für mich gab es auf dieser Welt nur eine, mit der ich tanzen wollte. Mimi. Doch sie war weg, war nach dem Tod ihrer Eltern einfach so nach Frankriech abgehauen und hatte mich vollkommen alleine hier zurück gelassen. Gut, ich hatte Scheiße auf ganzer Linie gebaut, aber daran wollte und durfte ich jetzt nicht denken.
Ich ging zu meinem Schreibtisch hinüber, entriegelte mit einem ungesagten Zauer die oberste Schublade und holte mein Portemonnaie hervor, indem sich Muggel- sowie magisches Geld befand. Ich holte eine Hundert Pfund Note hervor und ging zurück zu der Hure in meinem Bett.
„Hier“, giftete ich sie an und warf den Schein auf ihren Bauch. „Das ist mehr als vereinbart, aber so kannst Du Dir ein Taxi nach Hause nehmen.“
Ich war nicht gerade freundlich, das wusste ich selbst, aber ich war einfach nicht mehr der Typ für irgendwelche Freundlichkeiten. Das war ich einmal gewesen, vor langer Zeit.
Die Schlampe schaute zuerst mich an, dann richtete sie den Blick auf mein Schlafzimmerfenster. Draußen war es stockdunkel, klar, es war immerhin schon halb zwei Uhr morgens.
„Du wirfst mich raus“, fragte sie verwirrt.
Was sollte diese Scheiße denn jetzt? Hatte sie etwa erwartet, dass sie bei mir pennen konnte? Das war nicht im drin, Miststück.
„Nenn es, wie Du willst“, gab ich zurück. „Du hast Deinen Job erledigt und ich bin befriedigt und müde. Also schau, dass Du Land gewinnst. Kuscheln ist nicht!“
„Oh... okay!“
Sie stand auf und griff hastig nach ihren Klamotten. Iiiih, wie hatte ich mich nur auf sie einlassen können? Sie war überhaupt nicht mein Typ. Sie war ja nicht einmal rasiert. Sie hatte einen Wahnsinnsbusch zwischen den Beinen. Eklig! Ich mochte es, wenn die zarte Haut einer Möse glatt wie ein Babypopo war und man den Blick auf dieses kleine Stückchen Fleisch hatte. Mimi war immer rasiert gewesen.
„Gut, dann zieh Dich an und verzieh Dich“, war das letzte, was ich zu der Hure sagte, bevor ich mein Schlafzimmer verließ.
Ich ging nach unten in das hässliche Wohnzimmer und machte mich direkt auf den Weg zur Bar. Ich holte mir eine Flasche Cognac heraus und setzte mich dann in meinen ledernen Ohrensessel. Das war das einzige, was ich in diesem Haus leiden konnte, den Rest verabscheute ich, denn ich fühlte mich immer an meine Kindheit zurück erinnert. Aber ich hatte leider nicht die Kohle, um hier einmal zu renovieren. Ich hatte auch schon versucht, diese Bruchbude zu verkaufen, aber niemand wollte sie haben. Zu gerne hätte ich auch die Ferien in der Schule verbracht, denn dort gefiel es mir wesentlich besser, aber es ging ja leider nicht. Albus hatte etwas dagegen und schickte mich daher immer hierher zurück. In dieses vermaledeite Dorf, in dem ich Mimi das erste Mal gesehen hatte.
Das war auf dem Spielplatz gewesen, der ein ganzes Stück entfernt lag. Trotzdem war ich immer dorthin gegangen, um mal etwas anderes zu sehen. Ich war damals noch an Lilly gehangen und wollte einfach nur meine Ruhe haben. Doch als ich dann an meinem Lieblingsplatz angekommen war, hatte auf der Schaukel dieses fremde, unergründliche Wesen gesessen. Ich war nicht gerade freundlich zu ihr gewesen, das wusste ich selbst, doch natürlich war mir ihre Schönheit aufgefallen. Mimi sah wirklich gut aus. Sie war schlank und trotzdem muskulös (Das kam sicher vom Laufen), ihre langen blonden Haare waren so weich und ihre Augen erst. So tiefgründig und glänzend. Und grün... Ich liebte grüne Augen.
Unwillkürlich musste ich mir meine einstige große Liebe nackt vorstellen. Ihre Brüste, die zwar klein, aber trotzdem perfekt für mich waren, mit den kleinen süßen Brustwarzen, die so herrlich schmeckten. Ihr sexy Hintern, der wie zwei kleine runde Äpfel aussah. Und natürlich ihre Muschi. Gott, wie lecker sie geschmeckt hatte, als ich mit der Zunge durch ihren Spalt geglitten war und ihren Kitzler umspielt hatte. Dieser Geschmack war wohl der beste der Welt und ich würde ihn nie wieder schmecken dürfen.
Fuck, jetzt hatte ich schon wieder einen Steifen und dabei hatte ich doch gerade erst diese Schlampe gefickt. Aber so ging es mir immer, wenn ich an Mimi dachte. Ich war immer noch total heiß auf sie, auch wenn schon eine so lange Zeit vergangen war.
Ich stand auf und ging zurück in mein Schlafzimmer. Für heute hatte ich genug getrunken. Immerhin ging es morgen zurück in die Schule, da die Ferien Gott sei Dank vorbei waren. Ferien waren für mich immer das schlimmste, denn ich wusste dann nie etwas mit mir anzufangen. In Hogwarts hatte ich wenigstens etwas zu tun, sei es Unterricht, das Korrigieren von Aufsätzen oder einen Schüler nachsitzen zu lassen. Dort hatte ich auch meine Zaubertrankutensilien, denn ich hatte keinen Bock, alles mit hierher zu schleppen. Ab morgen würde es endlich wieder anders sein, doch noch musste ich ein paar Stunden durchhalten.
Ich zog mich aus und legte mich in mein Bett, das mit einer schwarzen Satinbettwäsche überzogen war, doch ich fand keinen Schlaf. Ich hatte eigentlich gedacht, dass das heute Abend anders sein würde, da ich ja vorhin heftig abgespritzt hatte, aber Scheiße war's gewesen. Die gleichen Gedanken wie immer quälten mich. Ich musste an die letzten Worte denken, die Mimi mir entgegen geschleudert hatte:
„Und weißt Du, was Du bist? Eine elende, widerliche, verlogene, hinterhältige, hirnverbrannte, ekelerregende FLEDERMAUS!“
Das war das letzte, was ich aus ihrem Mund gehört hatte. Und sie hatte ja so recht gehabt. Ich war ekelerregend, ein Monster in meinen und auch in ihren Augen. Ich hatte mit Lilly gefickt und wusste nicht einmal, wieso. Zumindest damals noch nicht. Heute wusste ich es. Vor einigen Jahren, als ich im Dienste meines Herren als Todesser unterwegs war, hatte ich heraus gefunden, dass wieder einmal Avery, Nott und Mulciber dahinter gesteckt hatten. Sie hatten mir doch tatsächlich einen Verwirrungstrank in meinen abendlichen Kürbissaft geschüttet, sodass ich nicht mehr gewusst hatte, was ich tat. Ich konnte mich noch an alles erinnern, was ich bis zur vollständigen Entfaltung des Trankes getan hatte, doch danach war alles weg. Bis ich Mimis Stimme neben mir gehört hatte.
„Severus“, hatte sie so leise geflüstert, dass man es eigentlich kaum wahrnehmen konnte.
Doch ich hatte es gehört und war so geschockt gewesen, dass ich mit einem Mal wieder klar im Kopf geworden war. Ich hatte mich umgedreht und meine große Liebe angeschaut. Niemals würde ich diesen Anblick vergessen. Sie sah nicht nur traurig, sondern auch angewidert aus. Eine Tatsache, dich ich durchaus nachvollziehen konnte.
Ich hatte versucht, sie zu halten, aber sie ließ nicht mit sich reden. Dabei hatte ich ihr alles erklären wollen. Nachdem sie Hogwarts verlassen hatte, hatte ich so viele Briefe an sie geschrieben, doch ich hatte nie eine Antwort von ihr erhalten. Auch das verstand ich, auch wenn es mir mehr als nur weh tat. Doch ich hatte nie die Hoffnung aufgegeben, eigentlich auch jetzt noch nicht. Ich war mir sicher, dass sich unsere Wege irgendwann noch einmal kreuzen würden. Nur eine Minute, mehr brauchte ich nicht. Gott, wenn es denn einen gab, würde doch nicht so grausam sein und mir das einzige nehmen, was ich jemals so wirklich geliebt hatte. Oder etwa doch? Was hatte ich so grausames getan? Gut, okay, das war eine blöde Frage. Immerhin war ich, nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, ein Todesser geworden, aber auch nur, weil ich nicht wusste, was ich sonst hätte tun sollen. Aber ich hatte nie einen Menschen getötet oder freiwillig gefoltert. Ich hatte das nur getan, wenn mir gar nichts anderes übrig geblieben war, weil ich sonst mein eigenes Leben aufs Spiel gesetzt hätte. Es hatte mir noch nicht einmal Spaß gemacht, auf der Dunklen Seite zu stehen, aber ich hatte mich überreden lassen. Doch ich war nicht lange ein Todesser gewesen, nur so lange, bis man meine Kindheitsliebe umgebracht hatte. Ich hatte Lilly nicht mehr geliebt, sie aber immer noch als das Mädchen gesehen, dass sie einst war und deshalb war ich auf Rache aus. Also hatte ich mich wieder auf die gute Seite gestellt und arbeitete nun als Spion für Albus und seinen Orden. Auch wenn das hinfällig war, denn den Dunklen Lord gab es ja nicht mehr.
Doch immer wieder galten meine Gedanken Mimi. Wenn ich nichts zu tun hatte oder in der Nacht, wenn ich eigentlich schlafen sollte, dachte ich nur an sie. Ich würde sie immer lieben, auch wenn ich wahrscheinlich nie eine zweite Chance bekommen würde.
Ach Gott, das war doch alles beschissen. Ich lag hier in meinem Bett, mit einer Mordslatte, weil ich ständig an Mimi denken musste und ich konnte nichts dagegen tun. Sicher hätte ich ihr einen Brief schreiben können, aber sie würde ohnehin nicht darauf antworten, also brachte das ganze nichts. Schon mehr als einmal hatte ich überlegt, einfach so nach Frankreich zu reisen und sie zu besuchen, aber auch das wäre sinnlos, denn ich kannte Mimi zu gut um zu wissen, dass sie wahrscheinlich nicht mit mir sprechen und mich vollends ignorieren würde. Sie konnte mir die Sache mit Lilly einfach nicht verzeihen, dazu war Mimi zu stur. Wobei, das traf es nicht ganz, denn immerhin konnte ich ja verstehen, dass sie so von mir dachte.
Das brachte doch alles nichts. Ich musste jetzt schlafen, damit ich in der Früh einigermaßen fit war und mich auf nach Hogwarts machen konnte. Die Schüler kamen zwar erst am Nachmittag (Hurra!), aber ich konnte trotzdem nicht wie eine lebende Leiche dort auftauchen. Das würde nur Albus auf den Plan rufen, der mir wieder irgendwelche Tipps in Sachen Liebe geben wollte. Nein, nein, nein, das wollte ich mir nicht schon wieder anhören müssen. Tausend Mal in den letzten siebzehneinhalb Jahren reichte wohl.
Also stieg ich wieder aus dem Bett und schnappte mir den silbernen Bilderrahmen vom Nachttisch. Darin war das Foto, das Mimi mir damals zu Weihnachten geschenkt hatte. Sie war dort am Strand, lächelte und winkte in die Kamera und warf mir immer wieder das eine oder andere Kusshändchen zu. Wie glücklich sie doch auf dem Bild wirkte. So ganz anders wie das letzte Mal, als ich sie gesehen hatte. Draußen auf den Ländereien von Hogwarts, kurz bevor sie mit ihrer Tante disappariert war. Sie hatte dabei so traurig ausgesehen, so als hätte man ihr das Herz aus der Brust gerissen. Und ein großer Teil der Schuld, lag da bei mir.
Ich nahm das Bild meiner Liebsten – meiner Kleinen – mit ins Bett und drückte es mir an die Brust, genau über dem Herzen und der Kette, mit dem Herzanhänger, die ich seit damals trug und nie abgelegt hatte. Mit den Gedanken bei meiner großen Liebe, die mir in diesem Moment so nahe war, schlief ich schließlich ein.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich nicht fit und ausgeruht, wie es eigentlich sein sollte, sondern ich war müde und schlecht gelaunt. Und ich hatte einen Brummschädel von dem Cognac, den ich gestern getrunken hatte. Na super, ganz toll. Das hatte ich wirklich prima hingekriegt.
Ich ging nach unten in die Küche und setzte mir erst einmal eine Kanne Kaffee auf, bevor ich ins Bad ging um zu duschen und mir die Zähne zu putzen. Das war das einzige, was ich morgens brauchte. Ganz viel Kaffee und die eine oder andere Zigarette. Ich Blödmann hatte nach der Trennung von Mimi doch tatsächlich wieder richtig damit angefangen. Es war nicht gerade förderlich für meine Gesundheit, aber wen juckte das denn schon. Mich mit Sicherheit nicht. Sollte ich doch abkratzen. Es war mir scheißegal! Im Gegenteil, dann hätte ich es endlich hinter mir gehabt. Mich würde sowieso niemand vermissen.
Ich putzte mir in Windeseile die Zähne und stellte mich dann unter die Dusche. Das heiße Wasser lief meinen nackten Körper hinab und entspannte meine Muskeln. Was für eine Wohltat. Hier konnte ich der sein, der ich wirklich war. Ich konnte meinen Gefühlen freien Lauf lassen, denn hier würde mich niemand beobachten. Und im Moment sagten meine Gefühle mir, dass es Mimi-Time war. Sprich, dass alle meine Gedanken ihr galten und ich mir einen runter holen sollte. Ich war zwar erst heute Nacht gekommen, aber das war schließlich kein Hindernis. Ich konnte des öfteren abspritzen, vor allem wenn ich an Mimi und ihren sexy, nackten Körper dachte.
Ich umfasste meinen Schwanz und bewegte ihn schnell auf und ab, während ich an Mimi und unser erstes Mal dachte. Nie zuvor hatte sich etwas so gut angefühlt. Nicht, als ich mein erstes Mal mit Lilly gehabt hatte, nicht die ganzen Berührungen von Mimi zuvor. Sex mit ihr war einfach ein Highlight gewesen. Wenn ich langsam – oder schnell – in sie hinein geglitten war und ihre feuchte Muschi meinen Penis umschlossen hatte... Das war einfach der Wahnsinn gewesen. Als ich das erste Mal mit ihr geschlafen hatte, hatte ich ein seltsames Gefühl verspürt. Es hatte sich so angefühlt, als wären wir füreinander geschaffen. Mein Schwanz hatte perfekt in ihre kleine Möse gepasst. Sie war quasi der Topf, während ich ihr Deckel gewesen war.
Tja, Mimis erstes Mal, das war so eine Sache gewesen. Es war quasi Versöhnungssex gewesen, denn in diesem Moment waren wir nach unserer Auszeit wieder zusammen gekommen. Schon da hatte ich Mist gebaut (Wie so oft, wie ich leider zugeben muss.). Ich hatte Mimi eine lange Zeit lang hin gehalten, nicht nur, weil ich ihr alles zeigen wollte, was sie hatte wissen müssen, sondern weil ich einfach das Gefühl gehabt hatte, dass sie noch nicht so weit war. Und ich war es auch noch nicht gewesen. Ich hatte Angst gehabt, ihr weh zu tun. Doch dieser Augenblick, nachdem sie mich zurück genommen hatte, der schien mir einfach perfekt zu sein. Und das war es auch gewesen. Ich hatte den Raum der Wünsche, der danach unser Raum gewesen war, in einen Strand verwandelt. Ich hatte Mimi überall geküsst und ihr schließlich gesagt, dass ich mit ihr schlafen wollte. Gott, war ich nervös gewesen. Doch als wir es dann taten, hatte es sich angefühlt wie der Himmel auf Erden. So war das auch jedes weitere Mal gewesen.
Das war der Moment, in dem ich es nicht mehr halten konnte. Ich spritzte heftig ab und lehnte mich an die Fliesen, immer noch mit Mimis Bild vor Augen. Sie fehlte mir... Immer noch... Nach dieser langen Zeit.
So ging das nicht weiter, ich musste mich ablenken. Deswegen seifte ich mich schnell ein und trat aus der Dusche, als ich fertig war. Dann schnappte ich mir ein raues Handtuch und rubbelte mich trocken. Ich sprang in meine Klamotten, die ich vorher noch zurecht gelegt hatte – natürlich waren sie schwarz – und ging dann zurück in die Küche, wo schon der fertige Kaffee auf mich wartete.
Ich schenkte mir meinen großen Becher voll und gab zwei Löffel Zucker hinzu. Anschließend setzte ich mich an den Tisch, steckte mir eine Zigarette in den Mund und genoss mein „Frühstück“.
Ablenkung, okay. Also, was wollte ich heute noch machen? Es war der 1. September und ich hatte noch jede Menge Zeit, die ich gar nicht haben wollte. Also beschloss ich, nach dem Kaffee nach oben zu gehen, meinen Koffer zu packen und dann von diesem grauenhaften Ort zu verschwinden. Albus würde sich zwar wie jedes Jahr wundern, warum ich denn schon so früh auftauchte, aber das interessierte mich nicht. In der Schule hatte ich zumindest was zu tun. Ich konnte mein Eingangsfach durchgehen, den Stundenplan anschauen, den Unterricht für den nächsten Tag vorbereiten und so weiter und so fort. Und danach könnte ich den einen oder anderen Zaubertrank brauen. Mein Vorrat an Wolfsbanntrank ging langsam aber sicher zur Neige, da ich Lupin jeden Monat davon etwas schickte.
Und bumm, da waren sie wieder, die Gedanken, die mich so herunter zogen. Wenn es Mimi nicht gegeben hätte, dann hätte ich diesen Trank niemals entwickelt.
Schluss jetzt, Snape. Hör endlich auf mit dieser Trübsalblaserei. Hast Du es denn noch immer nicht begriffen? Nach siebzehneinhalb Jahren? Na herzlichen Glückwunsch aber auch, Du bist ein Vollidiot wie er im Buche steht.
Ja, das war ich wirklich, aber ich hatte schließlich auch noch nie so für eine Frau empfunden wie für Mimi.
Schnell erhob ich mich von meinem Stuhl, spülte die Tasse und die Kaffeekanne aus und ging dann nach oben in mein Schlafzimmer. Dort wuchtete ich meinen Koffer aufs Bett und packte meine Sachen. Ich hätte das zwar mit einem Schlenker meines Zauberstabs erledigen können, aber heute war mir einfach danach, die Dinge, die ich brauchte, selbst einzupacken. So konnte ich immerhin auch etwas Zeit raus schlagen und ich wäre noch nicht zu früh in der Schule.
Ich hörte Albus jetzt schon sagen: „Es ist immer das gleiche mit Dir, mein lieber Severus. Kannst Du denn Deine Freizeit nicht genießen? Immerhin sind doch Ferien.“
Drauf geschissen. Ich brauchte keine Ferien und Freizeit schon gleich dreimal nicht. Da kam ich nur auf dumme Gedanken. Sah man ja ganz deutlich an der Nutte in meinem Bett.
Unten legte ich zwei Paar schwarze Halbschuhe und ein paar Turnschuhe hinein, darauf kamen die Badutensilien – ja, auch ein Severus Snape, Hasslehrer fast aller Schüler in Hogwarts, benutzte so etwas – wie Deo, Duschbade, Zahnbürsten, Zahnpasta, Haargel und so weiter, dann folgte meinen Klamotten, Unterwäsche et cetera und darauf legte ich meinen Umhang. Auch diesen hatte ich von Mimi zu Weihnachten bekommen, damals, als wir noch zusammen gewesen waren, und ich trug ihn jeden Tag. Wie sie es mir erklärt hatte, änderte sich der Stoff gemäß den Wärmebedingungen. Wenn es kalt war, wärmte er mich und wenn es heiß war, war er angenehm kühl auf der Haut. Und er sah noch genauso aus wie früher, als sie ihn mir geschenkt hatte. Ich hatte ihn auch sehr gut gepflegt. Ich ließ ihn von den Hauselfen nur per Hand waschen und auch kein Trocknungszauber kam da ran.
Fehlte nur noch die letzte Sache: Mimis Foto. Das war der einzige persönliche Gegenstand, den ich, außer den Klamotten und Co, mit in die Schule nahm. Mehr brauchte ich auch nicht.
Als ich endlich fertig war, hielt mich nichts mehr. Ich ging noch einmal durch das verhasste Haus meiner Kindheit, schloss alle Fenster und Rollläden und machte mich dann auf den Weg nach draußen. Das Haus lag in einer Seitenstraße, sodass ich direkt von dort aus disapperieren konnte.
Ich drehte mich auf der Stelle und kehrte zurück zu dem Ort, wo so viele glückliche Erinnerungen auf mich warteten, die mich aber tief in meinem Inneren verletzten.
Ich landete genau vor den Toren von Hogwarts. Ich löste kurz die Schutzzauber von ihnen, ging durch das Tor, das von zwei geflügelten Ebern flankiert war und machte mich dann auf den Weg, den kiesigen Zufahrtsweg hinauf. Hier hatte ich Mimi... Verdammt nochmal, Snape, jetzt hör endlich mal auf mit dieser Scheiße. Ihr seid nicht mehr zusammen, also lass es endlich gut sein. Willst Du etwa Dein ganzes restliches Leben so mies drauf sein?
Ja, genau das wollte ich, auch wenn mich dadurch niemand leiden konnte. Aber so konnte ich wenigstens den Schein wahren und mein wahres Ich verstecken. Niemand sollte wissen, dass ich tief in meinem Inneren auch ein netter Kerl sein konnte. Sonst würden die Schüler vielleicht noch jeglichen Respekt vor mir verlieren und das ging einfach nicht.
Ich ging schnurstracks in meine Räumlichkeiten, die neben meinem Klassenzimmer für Zaubertränke lagen. Ich residierte in den Kerkern. Na, das passte ja irgendwie. Severus Snape, das Monster aus dem Verlies.
Neben dem Klassenzimmer, in dem ich in jeder verdammten Unterrichtsstunde daran denken musste, was Mimi und ich hier getrieben hatten, hatte ich noch ein Büro, ein Badezimmer und ein Schlafzimmer. Das Arbeitszimmer hatte ich recht dunkel und gruselig eingerichtet, damit die Schüler, die zu mir zum Nachsitzen kamen, auch nicht vergaßen, wen sie vor sich hatten. Das Schlafzimmer war ein wenig heller, aber auch hier war die vorherrschende Farbe schwarz. Ich mochte sie einfach. Sie passte zu mir und meiner Stimmung, denn auch der Stein in meiner Kette, der den I-Punkt des Wortes "Dein" symbolisierte, war immer schwarz.
Ich packte meine Sachen aus, diesmal mit einem Zauber, und stellte Mimis Foto auf mein Nachtkästchen. Dort könnte ich es immer anschauen, wenn mir abends danach war. Dann machte ich mich auf den Weg in mein Büro und setzte mich an meinen Schreibtisch. Es wartete nicht wirklich viel auf mich. Meine monatliche Ausgabe von „Zaubertränke heute“, mein Stundenplan, sowie eine Nachricht von Albus, dass er mich sprechen wollte, wenn ich heute "hier rein schneite". Natürlich, kaum war ich wieder da, da musste er mir auch schon wieder einmal den Kopf waschen. Wahrscheinlich würde es um meine Ferien gehen, denn ich konnte ja schlecht mit meinen miesen Unterrichtsmethoden geglänzt haben.
Aber zuerst schaute ich mir meinen Stundenplan an.
Montag: Doppelstunde 2. Klasse, Doppelstunde 5. Klasse, Mittagspause, Doppelstunde 3. Klasse, Doppelstunde 4. Klasse
Dienstag: Sprechstunde, Doppelstunde 7. Klasse, Mittagspause, Doppelstunde 6. Klasse, Doppelstunde 1. Klasse
Mittwoch: Doppeltstunde 4. Klasse, Doppelstunde 3. Klasse, Mittagspause, Doppelstunde 1. Klasse Doppelstunde 6. Klasse
Donnerstag: Doppelstunde 5. Klasse, Doppelstunde 7. Klasse, Mittagspause, Doppelstunde 2. Klasse, Doppelstunde 3. Klasse
Freitag: Doppelstunde 7. Klasse, Doppelstunde 6. Klasse, Mittagspause, Doppelstunde 1. Klasse, Doppelstunde 4. Klasse
Oje, drei Doppelstunden in der vierten Klasse, wo Potter und seine Freunde waren. Na super, ganz toll. Den brauchte ich mit absoluter Sicherheit nicht. Potter war genauso arrogant wie sein Vater. Es steckte kein bisschen von Lilly in ihm. Er war faul, sturköpfig und immer darauf aus, Ärger zu machen. Kurz: Ich mochte ihn nicht, wobei das noch untertrieben war.
Aber das war ja auch egal jetzt. Ich konnte mich nun einmal nicht davor drücken, ihn zu unterrichten, immerhin war ich Professor für Zaubertränke. Wenn ich es mir so recht überlegte, dann hätte ich diesen Weg auch nie und nimmer eingeschlagen, wenn Mimi nicht gewesen wäre. Sie hatte mich überhaupt erst auf die Idee gebracht. Und nachdem der Dunkle Lord erstmal gefallen war...
„Severus, wusste ich es doch, dass Du schon wieder hier bist“, riss mich eine Stimme von meinen Gedanken los. Ich sah auf und sah Albus vor mir stehen. Er trug einen violetten Umhang mit goldenen Tüpfeln. Iiiih. „Du hast auch nichts besseres in Deiner Freizeit zu tun, als hier unten herum zu hängen, oder?“
„Was sollte ich denn auch anderes tun, Albus“, gab ich pampig zurück. Ich hatte jetzt keine Lust auf seine Ratschläge und seine gute Laune.
„Mit mir spazieren gehen zum Beispiel.“
Oje, Albus und seine Spaziergänge. Immer, wenn er mir was wichtiges mitzuteilen hatte, dann musste ich mit ihm nach draußen gehen. Das lag wahrscheinlich daran, dass er Angst hatte, dass ich irgendetwas in seinem heiligen Schloss zerstören könnte. Mehr als einmal hatte ich vor Wut schon gegen die Wand geschlagen. Aber Hogwarts stand ja noch, also brauchte er sich nicht gleich aufregen.
„Muss das denn wirklich sein“, wollte ich wissen und klang dabei mehr als nur genervt. Ich hatte keine Lust darauf, mir irgendwelche Geschichten über seinen Badeurlaub in Italien anzuhören.
„Ja, es muss. Also komm mit, mein Junge.“
Ich seufzte einmal tief. Widersprechen würde nichts bringen, dazu kannte ich ihn zu gut. Albus war einfach zu stur, genauso wie eine andere Person, die ich kannte.
Also erhob ich mich von meinem Stuhl und ging widerwillig mit ihm nach draußen.
Wie ich es geahnt hatte, erzählte mir Albus von jedem einzelnen Tag in seinem Urlaub. Auch er hatte sich zwischendurch das eine oder andere Spiel der Quidditchweltmeisterschaft angesehen, aber die meiste Zeit hatte er an der Adria verbracht. Ich sah ihn deutlich in einem blau gestreiften Badeanzug und Hexenhut vor mir und versuchte verzweifelt, nicht laut los zu lachen. Mein Kopfkino ging einfach manchmal mit mir durch.
Danach löcherte mein Freund natürlich auch mich, aber es gab nicht viel zu erzählen. Ich sagte zu Albus, dass ich eigentlich nur die ganze Zeit in meinem Haus in Spinner's End verbracht hatte, ließ aber aus, dass ich des öfteren sternhagelvoll gewesen war. Aber Albus kannte mich zu gut und so brachte mir das nichts weiter als einen Rüffler von ihm ein.
„Severus, wie oft muss ich Dir denn noch sagen, dass Du endlich Dein Leben weiter leben sollst“, fragte er mich. „Es gibt so viel schönes da draußen und Du verschwendest Deine Zeit mit Trübsalblaserei.“
Ich hatte es ja gewusst. So war Albus nun einmal. Aber ich gab darauf keine Antwort und lief einfach nur stumm neben ihm her.
„Sie wird sich nicht bei Dir melden, Severus“, gab der Schulleiter nun zum besten. „Nicht nach allem, was Du ihr angetan hast.“
„Ich weiß selber, dass ich Scheiße gebaut habe, okay“, giftete ich ihn an. Natürlich kannte Dumbledore die ganze Geschichte. „Das brauchst Du mir nicht immer wieder unter die Nase zu reiben.“
„Ich will nur, dass Du wieder glücklich bist.“
„Für mich gibt es kein Glück mehr, Albus. Ich hatte es einst gefunden, aber habe es durch meine eigene Blödheit wieder verloren. Also hör auf, mir gut zureden zu wollen. Ich bin so wie ich bin und nichts wird sich daran ändern.“
„Ist ja schon gut. Es tut mir leid, dass Du Dich meinetwegen so aufregen musst. Das wollte ich nicht.“
Jetzt kam er wieder mit seiner Gutmütigkeit daher. Mich nervte das. Ständig nahm er die Schuld auf sich. Aber gut, mir soll es recht sein.
Ich warf einen Blick auf meine schwarze Armbanduhr. Was? So lange waren wir jetzt schon unterwegs gewesen? Mist, das bedeutete, dass die Schüler bald ankamen und ich mich wieder einmal mit lauter Vollpfosten in die Große Halle setzen und einen auf Friede, Freude, Eierkuchen machen musste. Bäh, ich hasste das.
„Wir sollten langsam zurück, Albus“, meinte ich deshalb zu ihm. „Die Schüler müssten bald kommen.“
Leider.
„Stimmt, Du hast recht. Also gut, gehen wir, mein Freund.“
Zurück im Schloss, eilte ich zurück in mein Schlafzimmer und holte meinen obligatorischen schwarzen Umhang aus dem Schrank. Ich liebte dieses Teil. Es war eines der wenigen Erinnerungsstücke, die ich an Mimi, meine große Liebe, hatte. Ich schlüpfte hinein und kehrte zurück in die Große Halle, wo nun schon einige Schüler saßen.
Ich setzte mich an meinen üblichen Platz und funkelte böse in der Halle umher. Ja, die Schüler sollten bloß Acht geben. Ich wusste, dass viele, außer die Schüler aus meinem eigenen Haus, sich vor mir fürchteten. Und das war auch gut so. Keiner sollte jemals den echten Severus zu Gesicht bekommen.
Als die Halle schließlich voll war, kam Minerva mit den neuen Erstklässlern herein. Ich sah sie mir genau an. Lauter kleine Nichtsnutze. Na, ob da was gutes bei raus käme. Also, ich weiß ja nicht. Besonders fähig sahen sie mir nicht aus.
Dann begann auch schon die Auswahlzeremonie mit dem Lied des Sprechenden Hutes gefolgt von der Verteilung der neuen Schüler auf die unterschiedlichen Häuser. Ich hörte nicht richtig hin, bekam aber trotzdem mit, dass das Haus Slytherin jetzt sechs neue Schüler bekam. Vier Mädchen und zwei Jungen. Ich hoffte nur, sie würden mich nicht enttäuschen.
Dann erschien auch schon das Essen, doch ich hatte nicht wirklich Hunger, also aß ich nur ein klein wenig, damit ich später noch den einen oder anderen Schnaps trinken konnte. Wenn ich eines bei meinen unzähligen Sauftiraden gelernt hatte, dann nie auf nüchternen Magen zu trinken.
Doch als Albus sich schließlich zu seiner Jahresantrittsrede erhob, war ich doch so freundlich, ihm mein Gehör zu schenken. Das gehörte sich schließlich als Lehrer. Man musste stets ein gutes Vorbild sein. Bäääh! Ich hasste es. Ich war nun einmal nicht der Mensch, der eine gute Vorbildfunktion an den Tag legte. Ich war lieber so, wie ich bin. Von Natur aus ein Griesgram, der Angst und Schrecken verbreitete.
„So“, meinte der Schulleiter und lächelte in die Runde. „Nun, da wir alle gefüttert und gewässert sind, muss ich noch mal um eure Aufmerksamkeit bitten und euch einige Dinge sagen.
Mr Filch, der Hausmeister (Oh nein, nicht dieser Schwachkopf!), hat mich gebeten, euch zu sagen, dass die Liste der verbotenen Gegenstände in den Mauern des Schlosses für dieses Jahr erweitert wurde und nun auch Jaulende Jo-Jos, Fangzähnige Frisbees und Bissige Bummerangs enthält. Die vollständige Liste zählt, soviel ich weiß, etwa 437 Gegenstände auf und kann in Mr Filchs Büro eingesehen werden, falls jemand sie zu Rate ziehen will.“
Bestimmt, das würde jeder der hier anwesenden Schüler tun. Mit Ausnahme vielleicht von der Granger, der alten Streberin. LAAAAANGWEILIG!
„Wie immer“, fuhr er fort, „möchte ich euch daran erinnern, dass der Wald auf dem Schlossgelände für Schüler verboten ist, wie auch das Dorf Hogsmeade für alle Schüler der ersten und zweiten Klasse.“
Schnarch. Das wusste doch schließlich jeder.
„Ich habe zudem die schmerzliche Pflicht, euch mitzuteilen, dass der Quidditch-Wettbewerb zwischen den Häusern dieses Jahr nicht stattfinden wird.“
Dies löste natürlich einen Tumult aus. Klar, Quidditch war äußerst beliebt bei den Schülern. Aber ich konnte nur eines denken: Juhuuuu! Ein Jahr ohne die Schmach der ständigen Niederlage. Die letzten drei Jahre hatten mir gereicht. Da war der Pokal immer an Minerva und ihr ach so tolles Gryffindor gegangen. Noch einmal würde ich das nicht durchstehen. Mir fehlte die Trophäe in meinem Büro einfach. Und das alles war nur Potters Schuld. Wenn er nicht...
„Der Grund ist eine Veranstaltung“, rief Dumbledore laut, um sich wieder Gehör zu verschaffen, „die im Oktober beginnt und den Lehrern das ganze restliche Schuljahr viel Zeit und Kraft abverlangen wird.“
Wie, was, wo? Ich verstand nur Bahnhof. Was sollte denn der Scheiß jetzt schon wieder? Extraarbeit nur wegen irgendeinem Mist, den sich Albus schon wieder in seinen Schädel gesetzt hatte. Na super, vielen Dank auch! Dazu sagte ich nur eines: Nur über meine Leiche! Das konnte er selber machen.
„Mit größtem Vergnügen möchte ich ankündigen, dass dieses Jahr in Hogwarts...“
Doch weiter sollte er nicht kommen, denn in diesem Moment gab es ein ohrenbetäubendes Donnergrollen und die Flügeltüren der Großen Halle schlugen krachend auf.
Herein kam kein Geringerer als Alastor Moody, Ex-Auror und zu seiner Zeit einer der größten Widersacher des Dunklen Lords. Oh nein! Hatte er etwa die Stelle als Lehrer in Verteidigung gegen die Dunklen Künste angenommen? Und ich hatte schon gehofft, dass Lupins Nachfolger hätte gekniffen und ich würde vielleicht die Stelle als Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste doch noch bekommen. Ich hatte dieses Fach geliebt, als ich noch ein Schüler gewesen war und mich schon mehrfach auf die Stelle beworben, aber Albus ließ mich nicht. Er meinte, ich sei als Zaubertrankprofessor viel besser aufgehoben, aber ich wusste es besser. Er wollte mich so weit wie möglich von den Dunklen Künsten fernhalten, da er Angst hatte, dass ich wieder rückfällig und somit ein Todesser wurde. Schwachsinn! Auf diese Idee käme ich niemals.
Ich sah dabei zu, wie Moody mit seinem Holzbein und auf seinen Stock gestützt zu Dumbledore humpelte und die beiden leise miteinander flüsterten. Die Schüler unterdessen, starrten den Neuankömmling mit offenen Mündern an. Herrgott nochmal, das ist doch nur ein verkrüppelter Ex-Auror, nichts weiter. Die taten gerade so als wäre er ein Engel oder dergleichen. Reißt euch doch einmal zusammen.
Da kam Moody zum Lehrertisch gewankt und setzte sich auf den linken Stuhl neben Albus. Das sollte eigentlich mein Platz sein, nach allem, was ich in den letzten Jahren geleistet hatte. Ich hatte Potter in seinem ersten Schuljahr das Leben gerettet und ich hatte den Wolfsbanntrank entwickelt. War das denn gar nichts?
„Ich möchte euch euren neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste vorstellen“, meinte Albus in das Schweigen in der Halle hinein. „Professor Moody.“
Kein Mensch rührte sich. Alls Kinder sahen zum Lehrertisch hinauf und starrten Moody an, der sich fröhlich seine Würstchen in sein breites Mundwerk stopfte. Kein Applaus ertönte, nichts, nicht einmal Geflüster. Die Menge war einfach zu geschockt. Ich musste mir ein Grinsen unterdrücken. Haha, willkommen in Hogwarts. Du wirst es hier nicht leicht haben, Al!
Da räusperte sich Albus und alle wandten die Aufmerksamkeit wieder ihm zu.
„Wie ich eben erwähnte, werden wir in den kommenden Monaten die Ehre haben, Gastgeber einer sehr spannenden Veranstaltung zu sein, eines Ereignisses, das seit über einem Jahrhundert nicht mehr stattgefunden hat. Mit allergrößtem Vergnügen teile ich euch mit, dass dieses Jahr in Hogwarts das Trimagische Turnier stattfinden wird.“
„Sie machen Witze“, rief einer der Weasley-Zwillinge am Gryffindortisch laut und sprach dabei genau die Worte aus, die mir soeben durch den Kopf gegangen waren.
Das Trimagische Turnier war ein Wettkampf, an dem die drei führenden magischen Schulen, Hogwarts, Durmstrang und Beauxbatons teilnahmen. Beauxbatons... Ich wusste von niemand geringerem als Albus, dass Mimi dort inzwischen Lehrerin geworden war. Das war schon immer ihr Traum gewesen und ich hatte mich sehr für sie gefreut, als ich gehört hatte, dass sie sich diesen erfüllt hatte. Aber wenn nun eine Delegation dieser Schule hierher kam... Vielleicht war Mimi ja dabei. Vielleicht wurde sie dazu berufen, ihre Schüler zu begleiten und ich würde sie wiedersehen. Dann könnte ich...
Halt! Stop, stop, stop, Severus, immer langsam mit den jungen Pferden. Du weißt genauso gut wie ich, dein liebes Gewissen, dass Mimi niemals freiwillig hierher kommen würde. Zu viele fruchtbare Dinge hatte sie hier erlebt.
Ich kannte sie zu gut um zu wissen, dass sie lieber ein Fass voll Bobutubler Eiter getrunken hätte, als nach England zurück zu kehren. Ob sie überhaupt wusste, dass ich hier in der Schule als Lehrer arbeitete, wie sie es mir einst vorgeschlagen hatte? Wenn ja, dann standen meine Chancen, dass sie kommen würde bei Null, aber wenn nicht... Dann bestand durchaus die Möglichkeit...
Unwillkürlich keimte die Hoffnung in mir auf. Ich würde vielleicht meine große Liebe wiedersehen. Vielleicht würde mein größter Wunsch doch wahr werden. Sofort ging es mir um einiges besser und ich musste grinsen.
„Die Abordnungen aus Beauxbatons und Durmstrang werden im Oktober hier eintreffen und den größten Teil des Jahres bei uns bleiben. (Juhuuuu!) Ich weiß, dass ihr unseren ausländischen Gäste mit größter Herzlichkeit und den Hogwarts-Champion mit Leib und Seele unterstützen werdet, sobald er oder sie gewählt ist. Und nun ist es spät und ich weiß, wie wichtig es ist, dass ihr alle wach und ausgeruht seid, wenn ihr morgen in die Klassen geht. Schlafenszeit! Husch, husch!“
Während sich die Schüler erhoben, um in ihre Häuser zu gehen, stürmte ich auf Albus zu.
„Warum hast Du mir nichts gesagt“, wollte ich von ihm wissen. „Warum hast Du...“
„Ruhig, Severus“, gab er zurück. „Ich wollte Dir keine falschen Hoffnungen machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Madame Maxime, die Leiterin von Beauxbatons selbst hierher kommen wird und nicht...“
„Aber es ist doch möglich, dass sie eine zusätzliche Begleitung mit hierher bringt, um die Schüler zu betreuen, oder?“
Ich musste es einfach wissen.
„Möglich ist alles, mein Lieber, aber ich kann Dir nichts versprechen.“
„Bitte, Albus, kannst Du nicht versuchen...“
Ich wusste, wenn es einer schaffte, die olle Maxime zu überreden, Mimi mit nach Hogwarts zu bringen, es Albus war. Mein Herz raste fast und drohte aus meiner Brust zu springen. Die Hoffnung strahlte in meinem Inneren. Ich würde Mimi wieder sehen.
„Ach, Severus, Du bist einfach unverbesserlich. Ich werde es vielleicht versuchen, aber ich kann Dir nichts versprechen.“
Das war alles, was ich wissen musste.
„Danke, Albus, vielen, vielen Dank!
Und ohne eine Antwort abzuwarten, stürmte ich an den letzten Schülern vorbei in die Eingangshalle.
An der Flügeltür hatte sich ein kleiner Stau gebildet und so konnte ich nicht gleich zu der Tür, die in die Kerker führte, gelangen. Doch heute machte es mir nichts aus. Ich war in Hochform, was auch deutlich meine nächste Aktion zeigte.
Ich war genau hinter Potter und seinen Freunden, Ron Weasley, Hermine Granger und Katherine Miller zum Stehen gekommen, was mir die Gelegenheit gab, die vier zu belauschen. Wer wusste schon so genau, ob ich ihnen nicht eine Strafe aufbrummen konnte. Das würde meine Stimmung noch besser werden lassen. Ah, ich war einfach so fies, aber ich mochte es. Und tatsächlich gab mir Miller doch gleich die Gelegenheit, meine Autorität so richtig raus zu lassen.
„Habt ihr denn das Gesicht von Snape gesehen, als er hörte, dass Extrastunden auf ihn zukommen“, wollte sie von ihren Freunden wissen. „Dabei hat er mehr denn je ausgesehen wie die fiese olle Fledermaus, die er ja ist.“
Es gab mir einen Stich ins Herz, als ich das hörte. So etwas hatte Mimi auch zu mir gesagt, als sie mich verlassen hatte.
„Und weißt Du, was Du bist? Eine elende, widerliche, verlogene, hinterhältige, hirnverbrannte, ekeleregende FLEDERMAUS!“
Na warte, Miller. Ich werde mich an Dir rächen, dafür dass Du mich wieder daran erinnert und mir meine gute Laune verdorben hast.
„Ach wirklich, habe ich das, Miss Miller“, rief ich laut.
Zu meiner Belustigung sah ich, wie sie heftig zusammen zuckte und sich dann langsam zu mir umdrehte und mich anstarrte. Sie war weiß wie die Wand.
„Professor, ich... es...“, stotterte sie, doch ich ließ mich nicht erweichen.
„Das bedeutet Nachsitzen, Miller. Morgen Abend, sechs Uhr in meinem Büro. Und wagen Sie es nicht, zu spät zu kommen, sonst zeige ich Ihnen, wie ich wirklich sein kann. Von wegen Fledermaus. Tobender Hippogreif trifft es eher. Ein wirklich sehr schöner Start in Ihr viertes Schuljahr, Miller.“
Der Stau lichtete sich und ich ging einfach an ihr und den anderen vorbei in Richtung Kerker.
Dort angekommen, nahm ich Mimis Bild in die Hand und sah sie an, als sie mir ein Küsschen zuwarf.
„Ich werde Dich wieder sehen“, flüsterte ich leise und strich mit dem Zeigefinger zärtlich über das kalte Glas des Bilderrahmens.
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