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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 7: Die französische Delegation

von Dilli

Zeit... Das leidige Thema. Wie schnell sie doch einerseits dahingehen konnte und wie sehr sie manchmal doch auch kroch. Damals, nachdem ich mich von Fucking Bat getrennt hatte und meine Eltern gestorben waren, war mir jeder verdammte Tag so lang vorgekommen wie ein Lebensalltag auf der Erde. Ich hatte nichts mit mir anzufangen gewusst, war mehr oder weniger so dahin vegetiert. Aber jetzt, in den letzten Wochen, war sie auf einmal so schnell vergangen. Zu schnell für meinen Geschmack.
Mir kam es so vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass Cole und ich die halbe Nacht gelacht hatten oder dass mich Olympe in das Amt der Schulleiterin eingewiesen hatte. Das war am 2.September gewesen und heute war schon der 30.Oktober und die Delegation aus Beauxbatons für das Trimagische Turnier würde heute noch nach Hogwarts reisen.
Ihr fragt euch sicher, was in den letzten Wochen alles so passiert war. Ich würde aus meiner Sicht der Dinge sagen, dass es nicht viel war, aber es gab da doch so ein paar Sachen, die mir im Gedächtnis geblieben waren.
Also zuerst einmal waren da die „Zusatzstunden“ bei Olympe gewesen. Ich hatte gar nicht gewusst, dass man als Direktorin so viel Scheiße um die Ohren hatte. Jede noch so kleine Kleinigkeit musste von ihr beziehungsweise mir abgesegnet werden. Und ständig diese ewigen Besprechungen und Beschwerden. Vor allem unsere Hausmeisterin, Madame Dubios, machte uns das Leben zur Hölle. Wegen jedem Stinkkügelchen, das irgendwo in der Schule fallen gelassen worden war, kam sie sofort in das Büro der Schulleitung, in dem ich jetzt immer öfter meine Zeit verbrachte. Na, mit der alten Ziege würde ich noch meinen Spaß haben, das sah ich jetzt schon kommen. Sie würde Argus Filch, dem miesepetrigen Hausmeister der anderen Schule, mit Sicherheit Konkurrenz machen. Aber nicht mit mir. Ich würde ihr mit Sicherheit mehr als einmal die Meinung geigen müssen, denn ich war bei weitem nicht so nachgiebig wie Olympe.
Neben meinem Unterricht – wie ich den bewältigen sollte, während ich doch die Schule leiten sollte, wusste ich auch noch nicht so ganz – fiel mir die Organisation des Halloweenfests zu. Ich veranlasste, dass unser Speisesaal, der normalerweise in weiß und silber gehalten war, komplett mit schwarzen Tüchern und künstlichen Spinnweben behangen wurde. Zudem bestellte ich lauter lebende Skelette und organisierte sogar eine Horrorshow. Das würde mit Sicherheit ein Highlight werden. Natürlich durfte auch eine Band nicht fehlen und ich hatte es sogar geschafft, die „Magic Brothers“ zu organisieren, die hier in Frankreich gerade ihren großen Durchbruch gehabt hatten. Auch das Essen bekam etwas kleines Horrormäßiges. Die Tomatensuppe, die es als Vorspeise geben würde (Ihr versteht schon, rot, Blut usw.) würde mit essbaren Augäpfeln bestückt werden. Beim Hauptgericht würde es neben dem Steak Kartoffeln geben, die nicht nur mit Lebensmittelfarbe schwarz gefärbt, sondern auch noch in Form von Spinnen dargeboten wurden. Das sah dann aus wie lauter schwarze Witwen. Bei den Getränken hatte ich mich für Horrorbowle entschieden, die es in Giftgrün, Blutrot und Königsblau geben würde. Auch hier gab es einige Einlagen, die Gedärmen tierisch ähnlich sahen. Ich glaube, ich hatte meine Sache ziemlich gut gemacht. Zumindest sagte das Cole.
Ja, Cole und ich, das war so eine Sache. Wir hatten uns in den letzten Wochen echt super verstanden. Wir hatten jede freie Minute miteinander verbracht. Da er meine Leidenschaft, das Joggen, teilte, ging er jetzt jeden Morgen und jeden Abend mit mir laufen. Danach setzten wir uns meistens noch bei mir ins Wohnzimmer / Büro und unterhielten uns oder schauten fern. Mehr als einmal war es schon vorgekommen, dass Cole dabei seinen Arm um mich gelegt hatte und ich mich an seine Brust gekuschelt hatte. Es hatte richtig gut getan.
Auch an den Wochenenden hatten wir ziemlich viel unternommen. Da zu meinen Aufgaben als Schulleiterin (Olympe hatte mir diese Aufgabe großzügiger Weise schon übertragen) die Diensteinteilung (Wachdienst, Gangpatrouille usw.) der einzelnen Lehrer gehörte, hatte ich natürlich geschaut, dass Cole und ich möglichst oft zusammen frei hatten. Nicht, dass ich in ihn verliebt war oder so, aber ich genoss einfach seine Nähe und die Zeit mit ihm. Es tat gut, mal wieder ich sein zu können. Einmal zum Beispiel waren wir nach Paris appariert und ich hatte ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezweigt, das heißt Eiffelturm, Triumphbogen, den Louvre und noch vieles mehr. Danach waren wir natürlich noch shoppen gegangen, das durfte in Paris echt nicht fehlen und den Abend hatten wir im Kino verbracht. Da der Film, den wir angeschaut hatten, anscheinend schon länger lief, hatten wir den ganzen Saal für uns alleine gehabt. Wenn ihr jetzt denkt, dass wir diese Zweisamkeit genutzt haben, um hemmungslos miteinander zu knutschen, dann muss ich euch enttäuschen. So war es zwischen mir und Cole nicht. Wir kuschelten zwar, aber geküsst hatten wir uns noch nie. Wobei meine innere Stimme jetzt nicht wusste, ob sie das gut oder schlecht finden sollte. Nein, im Kino hatten wir stattdessen eine riesige Popcornschlacht veranstaltet. Das war echt witzig gewesen.
Überhaupt hatten Cole und ich sehr viel Spaß zusammen und das war genau das, was ich genoss. Es war eine Freundschaft, mehr nicht. Doch genau die tat mir gut, denn Cole war der einzige, der verstand, wie es mir wirklich ging und er wusste auch, was ich brauchte.
Deswegen war es auch kein Wunder, dass er mich begleitete, als ich an diesem Morgen nach unten auf die Ländereien ging um mich von der französischen Delegation für das Turnier verabschiedete. Insgesamt traten 12 Schüler und Schülerinnen die Reise nach England an. 11 davon hatte Olympe und ich gemeinsam ausgewählt. Sie hatten sich allesamt freiwillig gemeldet und waren volljährig, was eine Bedingung für die Teilnahme war. Nur unser Prinzesschen, Fleur Delacour, musste wieder einmal eine Ausnahme machen. Sie war eine sehr fähige Schülerin, gar keine Frage und sie hatte es wirklich drauf. In Verwandlung war sie schon mit 15 Jahren soweit gewesen, dass sie locker die UTZ-Prüfung hätte bestehen können. Irgendwie erinnerte sie mich, was das anging, sehr stark an mich, als ich in ihrem Alter gewesen war. Aber hinzu kam diese ständige Arroganz. Fleur wusste, dass sie toll aussah und gut zaubern konnte und das ließ sie alle und jeden spüren. Zudem war sie Olympes Lieblingsschülerin und so hatte sie einige Vorteile, die die anderen Schüler nicht hatten. Ich fand das unfair, konnte aber nichts dagegen unternehmen, weil ich mich sonst mit Olympe angelegt hätte und das wollte ich um jeden Preis vermeiden.
Auch jetzt wieder musste Mademoiselle Ich-bin-ja-so-toll ihren französischen Dickschädel durchsetzen. Sie stellte nämlich eine Bedingung um überhaupt „in dieses blöde, verregnete England“ mitzukommen. Sie wollte unbedingt ihre kleine, dreizehnjährige Schwester Gabriele mitnehmen, die gerade in die dritte Klasse gekommen war.
„Ohne sie gehe ich nirgendwo hin“, hatte Fleur lauthals geschrien und dabei die Arme vor der Brust verschränkt.
Ich war drauf und dran gewesen, ihr zu antworten, dass sie gefälligst von ihrem hohen Ross herunter kommen sollte und sich ihre Forderung sonstwo hin stecken konnte. Ich meine, ging's noch? Da bot man ihr die einmalige Chance, ein Jahr im Ausland zu verbringen und an einem großen Turnier teil zu nehmen, das schon was weiß ich wie lange nicht mehr stattgefunden hatte und sie stellte Bedingungen. Ich war der Meinung, dass Gabriele besser in Beauxbatons bleiben und dort in Ruhe die Schule besuchen sollte, aber nö, Olympe musste mir ja wieder mal einen Strich durch die Rechnung machen.
Sie war nämlich der Meinung, dass Fleur die besten Chancen hatte, das Trimagische Turnier zu gewinnen, also gab sie wieder einmal nach. Sie erlaubte, dass Gabriele ihre große Schwester begleiten durfte, deswegen standen hier jetzt auch 12 Schüler plus Olympe.
Cole und ich gingen auf die gewaltige Kutsche zu, vor der die Gruppe stand. Die Kutsche ähnelte einem riesigen Haus auf Rädern und es gab darin acht Schlaf- und drei Badezimmer, sodass die Gruppe problemlos darin wohnen konnte. Auf der Tür war das Wappen unserer Schule angebracht, zwei gekreuzte Zauberstäbe aus deren Spitzen jeweils drei Funken sprühten. Gezogen wurde dieses gigantische Ding von Olympes heißgeliebten fliegenden Palominos, auch zwölf Stück an der Zahl. Sie hatten ein wunderschönes sandfarbenes Fell und eine cremefarbene Mähne. Ihre Hufe sahen aus, als wären sie aus reinem Silber. Das einzige, was seltsam an ihnen war, waren die Augen. Sie waren feuerrot und guckten ziemlich böse drein.
Eigentlich hätte Olympe ja mit den Schülern apparieren können, aber sie nahm lieber die Kutsche, weil sie so nicht in dem anderen Schloss schlafen müsste. Sie war einfach ihren Standard gewöhnt und H... dieser schreckliche Ort war teilweise kühl und mittelalterlich. Außerdem gab es dort sicher kein Bett, in das Olympe Maxime rein gepasst hätte. Aber das nur so am Rande gemerkt.
Ich war selbst einmal mit dieser Kutsche gereist. Es war zu einem Seminar bezüglich Änderungen im magischen Schulsystem gegangen. Das ganze hatte eine Woche lang gedauert und da Olympe es geschafft hatte, sich eine dicke Erkältung ein zu fangen, hatte sie kurzerhand mich geschickt. Dabei hatte ich auch Professor Dumbledore wieder getroffen, aber wir hatten nur kurz die Gelegenheit gehabt, uns zu unterhalten, bevor er auch schon weiter musste. Deswegen wusste ich auch, dass es nicht gerade angenehm war, in diesem Ding zu fliegen. Die ganze Bude wackelte wie verrückt. Ständig schwang man hin und her und an laufen war gar nicht zu denken. Es fühlte sich an, als wäre man mitten auf See und man hat Monsterwellen um sich herum.
Deswegen musste ich mich auch fragen, wie Olympe es aushalten konnte, acht oder neun Stunden damit in den Norden Englands zu fliegen. Aber gut, mein Magen war es ja nicht, der sich umdrehen würde.
„Habt ihr alles, was ihr braucht“, fragte ich die Schüler und sah sie alle noch einmal an.
„Ja“, ertönte ein elfköpfiger Chor, nur eine musste mal wieder eine Ausnahme machen.
Ich spreche selbstverständlich von Miss Ich-bin-so-schön höchstpersönlich.
„Natürlich“, meinte sie schnippisch. „Wofür halten Sie uns denn?“
Seht ihr, was ich meine? Ich hasse diesen Tonfall. Am liebsten würde ich sie bei den Schultern packen und einmal kräftig durchschütteln. Vielleicht würde dann wieder alles an den rechten Platz rutschen. Oder ihr einen Schlag auf den Hinterkopf geben, der fördert bekanntlich das Denkvermögen.
„Ich habe es nur gut gemeint, Fleur“, erwiderte ich und reckte das Kinn in die Höhe, damit sie sah, mit wem sie sprach. Gut, sie war zwar größer als ich mit meinen 1,62 Metern, aber ich ließ mir nicht alles gefallen. Ich saß am längeren Hebel. „Und mäßige bitte Deinen Ton in meiner Gegenwart. Ich kann Dir genauso gut...“
„Ach komm schon, Marie“, mischte sich Olympe ein. Grrrr. „Fleur ist mit Sicherheit nur aufgeregt. Das wäre ich an ihrer Stelle auch. Immerhin ist sie unsere größte Hoffnung auf den Sieg“
Und was waren dann bitte die anderen Schüler? Ein lästiges Anhängsel für unseren Star oder was? Also bei aller Liebe, aber ich fand das wirklich unfair von Olympe, Fleur so in den Himmel zu heben. Sie war so schon arrogant genug – eine typische Französin eben – und die Schulleiterin förderte das mit ihrem Benehmen. Aber gut, ich hatte die nächsten Monate ja meine Ruhe vor Miss Obertoll, also konnte Olympe die Früchte ernten, die sie selbst gesät hatte. Viel Spaß dabei!
„Ihr solltet nun langsam aber sicher los“, sagte ich, ohne auf den Tadel einzugehen. „Sonst kommt ihr niemals pünktlich in England an.“
„Bist Du sicher, dass Du das alles schaffst, Marie“, wollte Olympe noch wissen.
Na toll, zuerst gab sie mir die Stelle als ihre Stellvertreterin und jetzt da sie weg musste, machte sie sich auf einmal doch Sorgen, ob das so alles klappte. Vielen Dank für das Vertrauen, würde ich einmal sagen.
„Aber sicher, Olympe“, gab ich ein klein wenig schnippisch zurück. „Du hast mir alles gezeigt, was ich wissen muss und wenn es irgendwelche Fragen gibt, dann weiß ich ja, wie ich Dich erreichen kann. Also schaut endlich, dass ihr loskommt!“
„Du hast recht. Also kommt, meine Lieben.“
„Einen Moment noch“, rief ich nun doch. „Ich war doch noch nicht fertig. Ich möchte euch allen viel Glück wünschen, egal, ob ihr nun als Champion ausgewählt werdet oder nicht. Ich werde stolz auf euch und eure Leistung sein. Zeigt einfach, was ihr drauf habt. Diese Engländer werden sich über den französischen Charme noch wundern.“
Alle Schüler, die da standen, grinsten mich an, außer Mademoiselle Rümpf-die-Nase.
Dann musste ich dabei zuschauen, wie sie alle einstiegen und sich aus den beiden großen Fenstern lehnten, die die Tür flankierten. Sie winkten alle kräftig zum Abschied, als die Kutsche sich schwankend in die Lüfte erhob. Ich winkte und rief ihnen noch ein „Viel Glück“ hinterher.
Das war es also. Jetzt war Olympe mit den Auserwählten fort und ich hatte die Beauxbatons-Akademie für Zauberei zu leiten. Heilige Scheiße, wenn mir das jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, ich hätte ihm ein Zertifikat über seine Dummheit ausgestellt, aber wirklich. Ich hoffte nur, ich bekam das alles so hin, wie es von mir verlangt wurde. Ganz so sicher, wie ich es meiner Vorgesetzten gegenüber gesagt hatte, war ich mir da nämlich nicht. Na ja, ich werde das Kind schon irgendwie schaukeln. Ich war immerhin nicht umsonst Marie Duchesse, Weltmeisterin im Arschbacken zusammen kneifen.
„Mimi, ist alles in Ordnung“, riss mich Cole aus meinen Gedanken. „Was geht durch Deinen süßen Kopf?“
„Einiges“, erwiderte ich wahrheitsgemäß. „Ich frage mich, ob ich das alles so hin bekomme, wie ich möchte.“
„Da bin ich mir sicher. Du wirst das ganz toll hin machen. Was möchtest Du denn jetzt eigentlich tun? Immerhin ist Sonntag und wir haben beide frei. Hättest Du vielleicht Lust...“
„Tut mir leid, Cole, aber ich habe wirklich noch so viel zu tun. Morgen ist Halloween und ich muss nachsehen, wie es mit der Dekoration des Speisesaales und des Schlossen voran geht. Dann muss ich nach unten in die Küchen und die Hauselfen fragen, ob sie auch wirklich alles für das Menü haben. Anschließend muss ich nach oben und meine Rede schreiben. Und dann...“
„Stop, stop, stop, Mimi. Mach mal langsam. Da wird einem ja ganz schlecht bei all dem, was Du noch zu erledigen hast. Weißt Du was? Ich helfe Dir.“
„Hast Du denn nicht noch irgendwelche Aufsätze zu korrigieren?“
„Doch, schon, aber das kann ich doch später auch noch machen.“
„Ich möchte Dich aber nicht von Deiner Arbeit abhalten. Es reicht schon, wenn ich ins Hintertreffen gerate, da musst Du das nicht auch noch tun. Machen wir es einfach so: Du gehst und korrigierst Deine Aufsätze und wenn Du fertig bist, dann kommst Du zu mir. Wenn ich bis dahin überhaupt schon fertig bin.“
„Übertreibe es nicht, Mimi.“
„Das werde ich schon nicht.“
„Und was willst Du dann machen, wenn ich zu Dir komme? Möchtest Du vielleicht eine Runde laufen gehen?“
„Um Gottes Willen, bloß nicht. Ich kann wahrscheinlich von Glück reden, wenn ich mich nach meinen unzähligen Runden durchs Schloss noch auf den Beinen halten kann. Da kommen weitere 10 Kilometer gar nicht in Frage.“
„Okay, dann fällt Joggen also flach. Was hältst Du dann stattdessen von einer Nackenmassage?“
Was sollte das denn jetzt schon wieder bedeuten? Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Cole eindeutig mehr wollte, als die Freundschaft, die ich ihm bieten konnte. Wir hatten zwar noch nie darüber gesprochen, aber die Anzeichen waren eigentlich eindeutig. Immer wenn wir in irgendeiner Art und Weise Körperkontakt hatten, dann ging das eindeutig von ihm aus. Sei es eine Umarmung zur Begrüßung oder das Kuscheln auf meinem Sofa. Es war immer er, der mich an sich zog. Ich meine, gut, ich ließ es dann auch zu, aber ein ungutes Gefühl hatte ich immer. Ich konnte Cole einfach nicht das geben, was er sich vielleicht von mir wünschte. Dazu war ich noch nicht bereit.. Ich hatte gerade wieder erst das Laufen gelernt, nachdem ich jahrelang am Boden gelegen hatte, da konnte ich doch noch nicht gleich wieder los rennen.
Doch mein Freund war Gott sei Dank so verständnisvoll, dass er gleich zurück ruderte.
„Es ist nur ein Freundschaftsdienst“, erklärte er mir sanft. „Nicht mehr.“
„Na dann, werde ich dieses Angebot mit Freuden annehmen“, gab ich nach kurzer Bedenkzeit zurück und grinste ihn an.
Es war immer noch ungewohnt für mich, einem Mann näher zu stehen, als meine üblichen 1,50 Meter Sicherheitsabstand, aber gegen eine Massage war immerhin nichts einzuwenden. Ich war nämlich wirklich verspannt ohne Ende.
„Siehst Du, es ist doch gar nicht so schwer, Mimi.“
„Ja, da hast Du recht. Aber ich sollte jetzt wirklich dringend loslegen, sonst bin ich morgen noch nicht fertig mit meinen Aufgaben.“
„Dann lass uns gehen.“
Cole hielt mir seinen Arm hin und ich hakte mich bei ihm ein. Das fühlte sich wirklich gar nicht mal so schlecht an. Cole war immerhin stark und er würde es nicht zulassen, dass ich auf die Fresse fiel. Eine Tatsache, die bei mir immer wieder möglich war. Als wir gemeinsam zurück ins Schloss gingen, konnte ich nur eines denken: Wie schön, dass ich ihn zum Freund hatte.

*****************************************************

Ich wartete mit den Schülern meines Hauses vor dem Schloss auf die Ankunft der ausländischen Delegationen. In mir tobte ein Sturm. Was sollte ich machen, wenn Mimi nicht dabei war? Oder, noch schlimmer, was sollte ich tun, wenn sie doch hierher gekommen war?
Am liebsten würde ich ja auf sie zu stürmen und sie fest in meine Arme nehmen. Da gab es nur zwei klitzekleine Probleme. Erstens: Die ganze Schule stand drum herum plus die ausländischen Ankömmlinge. Doch dieser Punkt war mir egal. Meinetwegen konnte es jeder sehen, dass ich tiefe Gefühle für Mimi hatte und das nichts auf der Welt mich aufhalten konnte.
Zweitens: Was war, wenn Mimi das nicht wollte? Wenn sie sich mit Händen und Füßen gegen meine Zuneigung währen würde? Das war das dringlichere Problem, denn ich rechnete fest damit, dass sie das nicht so hinnehmen würde. Dazu kannte ich sie zu gut. Mimi würde mir meinen Fehltritt noch immer nicht verziehen haben, denn ansonsten hätte sie mir ja auf meine vielen Briefe geantwortet. Also galt absolute Vorsicht. Ich musste es langsam angehen lassen, um sie zurück zu gewinnen. Aber ich wollte sie wieder haben, um jeden Preis.
Die letzten Wochen waren anstrengend und gleichzeitig aufregend für mich gewesen. Ich war ganz normal in meinen Unterricht gegangen und hatte meine Schüler drangsaliert, doch wenn ich einmal Zeit für mich hatte, dann konnte ich nur an Mimi denken. An ihre Schönheit, an das Gefühl ihrer Haut an meiner, an ihren wunderbaren Duft. Ob es wohl immer noch so sein würde? Würde sie sich immer noch so gut anfühlen? Würde sie immer noch so gut aussehen? Mit Sicherheit. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie sich großartig verändert hatte. Mimi war einfach das schönste Wesen auf diesem Planeten und sie würde es immer sein.
Ich hatte mir wohl tausend Möglichkeiten vorgestellt, wie es sein könnte, meiner großen Liebe wieder zu begegnen. Meine liebste davon war gewesen, dass, wenn Mimi mich sah, sich das breite Lächeln, das ich so sehr liebte, auf ihrem Gesicht ausbreiten würde. Sie würde erleichtert und glücklich zugleich aussehen, weil es unsere Liebe geschafft hatte, diese lange Zeit zu überdauern. Dann würde sie die Arme ausbreiten und auf mich zu gestürmt kommen. Ich würde ihr entgegen laufen und genau in der Mitte würden wir uns treffen. Mimi würde in meine Arme springen, mich ganz doll an sich drücken und mir schließlich ein „Ich liebe Dich, Severus“ ins Ohr flüstern.
Doch ich wusste genau, dass es nicht dazu kommen würde. Oje, ich und mein Konjunktiv schon wieder. Das hatte Mimi früher immer aufgeregt, weil ich mir immer gerne Dinge ausmalte, die vielleicht sein könnten. Aber ich brauchte das einfach, gerade was Mimi anging, sonst hätte ich die letzten Jahre definitiv nicht überstanden. Außerdem war träumen doch nicht verboten und sich Sorgen zu machen keine Schande.
Natürlich hatte Albus, den ich wohl als Freund bezeichnen konnte, gemerkt, dass mit mir etwas nicht stimmte, aber er hatte es aufgegeben, mich eines Besseren belehren zu wollen. Dafür war ich ihm ziemlich dankbar. Ich hätte ein weiteres „Lebe endlich im Hier und Jetzt“ nicht ertragen.
„Da“, rief plötzlich ein Schüler und zeigte auf den Verbotenen Wald.
Das löste natürlich einen kleinen Tumult in der Menge aus, denn die Schüler waren doch ziemlich aufgeregt gewesen, was den Besuch der Fremden anging.
„Ruhe“, wies ich die Kinder aus meinem Haus an und sofort standen sie still.
Sie hatten natürlich einen Wahnsinnsrespekt vor mir, was gut war. Ich hasste es einfach, wenn man mir auf der Nase herum tanzte. Ich wollte einen guten Eindruck auf die Ankömmlinge machen. Vor allem, wenn Mimi dabei war. Sie sollte sehen, was aus mir geworden war, ein Professor, wie sie es einst vorgeschlagen hatte.
Nun richtete ich auch meinen Blick auf die Bäume und erkannte sofort, was Seamus Finnigan aus Gryffindor gemeint hatte. Ich sah den immer größer werdenden Punkt an, der sich rasend schnell näherte. Es sah aus, wie ein fliegendes Haus. Aber in Wahrheit war es eine Kutsche, die von geflügelten Pferden gezogen wurde.
„Ah, es sieht so aus, als wäre das die Delegation aus Beauxbatons“, meinte Albus und sofort wurde ich stocksteif.
Das war er, der Augenblick der Wahrheit. Beauxbatons, das bedeutete Mimi. Heilige Scheiße, war ich nervös. Was sollte ich nur tun? Okay, ganz ruhig bleiben, Snape. Lass das alles erst einmal auf Dich zukommen.
Doch es funktionierte nicht. Mein Herz begann zu rasen und meine Hände wurden feucht. In nicht einmal fünf Minuten würde ich meine große Liebe wiedersehen, da war ich mir sicher. In den letzten Wochen hatte ich mich so darauf gefreut und die Zeit bis zu diesem Augenblick war dahin gekrochen wie eine Nacktschnecke. Doch jetzt war es endlich soweit.
Die Kutsche kam immer näher und näher und ich wurde immer aufgeregter.
Da setzten die geflügelten Pferde direkt vor der Treppe auf und hätte beinahe Hagrid zerquetscht. Geh weg, Du Idiot! Jetzt hat Mimi ihren großen Auftritt, da kann ich Dich nicht in meinem Blickfeld gebrauchen. Ich möchte ihre Schönheit voll und ganz genießen.
Ich freute mich schon unheimlich und fragte mich, wie sie wohl jetzt aussehen würde. Immerhin waren siebzehneinhalb Jahre vergangen, seit wir uns zuletzt gesehen hatten. Doch ich war mir sicher, dass Mimi immer noch genauso wunderschön sein würde wie damals. Ich kannte sie zu gut, sodass ich wusste, dass sie wahrscheinlich immer noch ihrem Joggen nachgehen würde, sodass sie sich nicht in ein tanzendes Nilpferd verwandelt hatte. Und selbst wenn, das Aussehen zählte ja nicht. Ihre Art war es, die ich so sehr liebte. Ihren Humor, ihren Charme... Das Aussehen war nur ein weiteres Extra, das es einfacher machte, sie zu verehren.
Da erschien auf magische Weise eine Treppe an der Kutschentür, die sich kurz darauf öffnete. Das erste, was ich sah, war ein riesiger, hochhackiger Schuh, der die Größe eines Kinderschlittens zu haben schien. Meine Fresse, was war denn das? Das konnte nur Olympe Maxime sein, die Leiterin der Beauxbatons-Akademie für Zauberei. Sie trat aus der Kutsche und zog dabei alle Blicke auf sich. Sie stellte sogar Hagrid, der in etwa 2,50 Meter groß war, in den Schatten. Sie trug einen schwarzen Umhang mit silbernen Sprenkeln darauf, hatte das Haar zu einem Knoten im Nacken gesteckt und trug eine gewaltige Kette aus Opalen um den Hals. Also, wenn das nicht mal ein Auftritt war.
Aber sie reizte mich nicht, ganz und gar nicht. Ich starrte sie auch nicht so an wie die anderen um mich herum. Meine Augen galten der Tür. Gleich würde dort meine große Liebe erscheinen, da war ich mir sicher.
Madame Maxime trat endlich zur Seite, um ihrem Anhang Platz zu machen. Zuerst trat ein ziemlich dünner Junge heraus, der einen ziemlich hochnäsigen Eindruck machte. Danach folgte noch einer, der aussah wie ein Wiesel. Danach kamen die Mädchen. Eines nach dem anderen trat hervor, doch keine war meine Angebetete. Wo blieb sie nur? Ich warf einen Blick auf Albus, der freudestrahlend am Fuße der Treppe stand und die Ankunft beobachtete.
Da sah ich auf einmal etwas blondes und mein Kopf schnellte herum. Doch es war nicht Mimi, die ich da sah, sondern ein Mädchen, das in etwa 17 Jahre alt war. Sie war hübsch, gar keine Frage, doch sie schaute auch drein, als wäre sie das Allerbeste, was es auf dieser Welt gab. Na, so etwas mochte ich ja ganz gern. Eine Tussi, die sich für ach so toll hielt. Die konnte gleich weiter gehen und meiner lieben Mimi Platz machen. Die war eh tausendmal schöner als sie.
Wo war sie nur? Wo war meine liebe Kleine? Wartete sie etwa in der Kutsche, bis alle weg waren und sie in Ruhe aussteigen konnte, sodass sie nicht im Mittelpunkt stand? Das würde ihr ähnlich sehen. Ich kannte Mimi, sie hasste große Auftritte. Damals, auf dem Weihnachtsball 1976, war es ihr extrem peinlich gewesen, als alle in der Halle sie anstarrten, als sie herein kam. Sie hatte umwerfend ausgesehen damals in ihrem eisblauen Ballkleid mit Strasssteinen und geschlitztem Saum. Es war ein Kleid ihrer Mutter gewesen, die Schneiderin gewesen war, und es war wie für eine Eiskönigin gemacht. Das war sie an jenem Abend für mich gewesen. Meine Königin. Doch ihr war die Situation unangenehm gewesen. Das hatte sie mir damals in der Nacht erzählt und ich hatte ihre Bedenken mit vielen Komplimenten beiseite gewischt.
Wo blieb sie also jetzt? Warum kam sie nicht heraus?
Doch es tauchte niemand mehr in der Kutschentür auf und sie schloss sich automatisch. Albus ging auf die Gruppe zu und begrüßte sie lächelnd. Dann gab er Hagrid die Anweisung, die Kutsche weg zu bringen und die Pferde zu versorgen.
Moment mal, MOMENT! Der konnte doch jetzt nicht so einfach die Kutsche weg bringen. Mimi war doch noch da drin. Dann müsste sie hinterher doch nur den ganzen Weg von Hagrids Hütte, wo ein Gehege für die Pferde aufgebaut worden war, her laufen. Das war doch auch...
Doch da fiel es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen. Mimi war nicht mehr dort drin, weil sie überhaupt nicht hierher gekommen war. Klar, wieso sollte sie auch zurück kommen an den Ort, an dem sie so viele Qualen erlebt hatte? Wo sie mehr als einmal beinahe vergewaltigt worden wäre, wo ich ihr das Herz gebrochen und sie erfahren hatte, dass ihre Eltern gestorben waren? Natürlich war sie nicht gekommen. Das hätte mir eigentlich sofort klar sein müssen.
Ich war doch so ein Vollidiot! Wie hatte ich nur auf die Idee kommen können, mir derartige Hoffnungen zu machen? Ich hätte es doch eigentlich besser wissen müssen. Mimi würde nie wieder nach Hogwarts kommen, denn hier warteten nur schreckliche Erinnerungen auf sie. Allen voran ich, die fiese, ekelerregende Fledermaus, die ihre Freundin und seine Ex vor ihren Augen gevögelt hatte. Auch wenn ich nichts dafür konnte, weil Avery, Nott und Mulciber mir einen Verwirrungstrank untergejubelt hatten, so konnte ich das, was ich getan hatte, nicht von mir weisen. Ich hatte Scheiße auf ganzer Linie gebaut und sie dadurch verloren. Meine große Liebe... Mimi...
Wie gern hätte ich ihr damals schon alles erklärt, doch ich war mir sicher, dass sie mir ohnehin nicht geglaubt hätte. Und selbst wenn, so hätte sie mir wahrscheinlich nicht verzeihen können. Hatte es bis jetzt noch nicht getan. Und ich konnte das sogar verstehen. Immerhin war mein Schwanz in Lilly gewesen, obwohl ich doch mit Mimi zusammen gewesen war.
Plötzlich überkam mich das dringende Bedürfnis, hier alles stehen und liegen zu lassen um nach Frankreich zu reisen. Ich wollte Mimi alles erklären und sie um eine zweite Chance bitten. Ich würde es nicht mehr eine Sekunde länger aushalten können.
Aber das war unmöglich. Erstens, weil ich hier meinen Pflichten als Lehrer nachgehen und Albus bei den Sicherheitsvorkehrungen für das Trimagische Tunier helfen musste. Ich war sozusagen sein Sicherheitschef. Und zweitens wusste ich nicht, wie Mimi auf mein Auftauchen reagieren würde. Wahrscheinlich würde sie mich anschreien und mich zur Schnecke machen. Oder noch schlimmer, sie würde mich wieder einmal ignorieren und ich glaube kaum, dass dieses Mal die Nummer mit dem Striptease ziehen würde. Das hatte einmal funktioniert, doch jetzt nicht mehr.
Was sollte ich also tun? Ich wollte Mimi um jeden Preis wiedersehen, aber es ging nicht. Ich musste meine Hoffnungen begraben. Doch das konnte ich nicht. Mein Herz tat so weh, als würde es in der Mitte entzwei gerissen werden. Ich hatte mich so sehr auf meine große Liebe gefreut und jetzt...
Meine Unterlippe fing zu Beben an und ich spürte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen, weil es so sehr weh tat.
Herrgott, reiß Dich jetzt endlich mal zusammen, Snape. Du bist ein Mann und Männer heulen nicht. Sie lösen ihre Probleme anders, nämlich indem sie sie in Alkohol ertränken. Und genau das würde ich auch tun. Später nach diesem bescheuerten Fest, das noch auf mich wartete, würde ich nach unten in mein Büro gehen und mir die Flasche Honigmet einverleiben, die ich dort noch deponiert hatte.
Aber zuerst musste ich noch mit Albus sprechen. Vielleicht war das alles ja nur ein großes Missverständnis und Mimi kam noch nach. Das war immerhin gut möglich. Sie brauchte ja nur hierher zu apparieren und dann...
Snape, Du machst Dir schon wieder etwas vor. Sieh es doch endlich ein, sie wird nicht hierher kommen. Sie hat hier zu viel erlebt, was sie verletzt hat. Wach doch endlich auf, Du blöder Vollidiot!
In diesem Moment blubberte es im See und ich wusste, dass jetzt die Delegation aus Durmstrang ankam, doch es interessierte mich nicht. Ich war noch viel zu sehr in meinem Schmerz gefangen. Deswegen war ich auch nicht so beeindruckt, wie alle anderen, als das majestätische Schiff auftauchte und die 12 Männer ausstiegen, die nun auch von Albus höflich begrüßt wurden.
Einen von denen kannte ich sogar, den Schulleiter höchstpersönlich. Es war mein ehemaliger Todesserkollege, Igor Karkaroff. Wow, nicht schlecht, dass er trotz seiner Vergangenheit so eine Chance bekommen hatte. Immerhin war er eine Zeit lang in Askaban eingesperrt gewesen, aber er hatte sich mehr oder weniger frei kaufen können, indem er die Namen einiger Anhänger seiner Lordschaft verraten hatte.
Aber ich hatte dringlichere Probleme. Ich musste mit Albus sprechen und zwar schnell. Er begleitete gerade die Ankömmlinge von Durmstrang in die Große Halle, wo die Franzosen schon am Ravenclaw-Tisch saßen, mit Ausnahme von Maxime, die ausgerechnet auf dem Platz neben mir saß. Na toll, eigentlich hatte ich gehofft, dass Mimi heute auf diesem Platz sitzen würde, aber sie war ja nicht da.
„Albus“, rief ich ihm hinterher, als ich zwischen meinen Schülern die Halle betrat.
Ich versuchte mir einen Weg nach vorne zu kämpfen, doch das war gar nicht so einfach. Die Kinder waren so aufgeregt, weil Victor Krum, ein internationaler Quidditchstar, bei den Schülern aus Durmstrang dabei war. Das durfte doch jetzt nicht wahr sein.
„Lasst mich gefälligst durch, ihr kleinen Schei...“, setzte ich an, doch ich wurde von Minerva unterbrochen.
„SEVERUS!“
Natürlich, war ja klar. Sie hasste es, wenn ich so mit den Schülern sprach.
Doch ich achtete nicht auf sie und drängte mich an den Kindern vorbei nach vorne, wo Albus am Lehrertisch mit Karkaroff sprach. Als ich endlich bei ihm angekommen war, war ich ganz schön aus der Puste.
„Albus, ich muss sofort mit Dir sprechen“, japste ich und sah ihm tief in die Augen.
Er war der einzige, der mir helfen konnte, der einzige, der wusste, was mit Mimi war. Warum sie nicht hier war, wie er es mir versprochen hatte.
„Entschuldige mich kurz, Igor“, meinte er zu seinem ausländischen Pendant. Dann stand er von seinem Stuhl auf und ging ein paar Schritte mit mir zur Seite. „Ich weiß genau, was Du mich fragen willst, mein Lieber, aber ich kann Dir nicht sagen, warum...“
„Albus, Du hattest es mir mir versprochen“, unterbrach ich ihn rüde. Ich wusste zwar, das man so etwas nicht tat, aber das war mir sowas von scheißegal! „Du hast gesagt, Du würdest alles versuchen, dass Mimi hierher kommt. Aber sie ist nicht hier, sie...“
Ich musste abbrechen und die Tränen hinunter schlucken, die mir wieder in die Augen gestiegen waren. Es tat einfach so weh. Ich hatte mir solche Hoffnungen gemacht und war doch nur wieder enttäuscht worden.
„Wenn Du mir gerade eben zugehört hättest, Severus, dann hättest Du gehört, dass ich nicht weiß, warum Miss Duchesse nicht hier ist. Ich habe an Olympe geschrieben und ihr vorgeschlagen, eine weitere Person zur Betreuung ihrer Schüler mitzubringen, aber wie Du siehst, hat sie darauf verzichtet. Wieso und warum, kann ich nicht sagen, denn diese Entscheidung lag bei ihr. Aber ich habe alles mögliche getan, ohne dass es zu auffällig gewesen wäre. Und jetzt entschuldige mich, ich muss mich um meine Gäste kümmern. Du kannst ja Madame Maxime selbst fragen, was Miss Duchesse gerade macht.“
„Nie im Leben, Albus, das kann ich nicht.“
„Tja, dann wirst Du wohl damit leben müssen, Severus. Ich habe jetzt leider keine Zeit, mich weiter darum zu kümmern. Es tut mir leid für Dich, aber ich kann es im Moment nicht ändern, so gerne ich es auch täte. Genieße einfach das Fest und versuche, den Schmerz für eine Weile zu vergessen.“
Dann drehte er sich einfach um und ließ mich stehen. Na, der hatte vielleicht Nerven. So hatte er mich noch nie abgekanzelt. Aber gut, ich konnte es ja verstehen, immerhin hatte er ziemlichen Stress, was das Turnier anging. Und heute hatte er wirklich wichtigeres zu tun, als sich um meine Sorgen zu kümmern.
Ich ging zu meinem Platz und ließ mich auf meinen Stuhl fallen. Ich seufzte einmal tief und wischte mir mit der rechten Hand über mein Gesicht. Ich brauchte einen klaren Kopf für das Fest, bis ich mir später in Ruhe einen ansaufen konnte.
„Öntschuldigen Sie“, riss mich eine Stimme von links aus meinen Gedanken. „Wir wurdön uns nosch gar nischt vorgestöllt. Madame Maxime, Schulleiterin der Beauxbatons-Akadömie.“
Ich sah die Riesin erschrocken an, die neben mir saß und mich anlächelte. Meinte die tatsächlich mich? Anscheinend, denn sie streckte mit ihre riesige Pranke hin. Das war sie, die Gelegenheit um heraus zu finden, was mit meiner geliebten Mimi war. Doch hatte ich wirklich den Arsch in der Hose? Ich konnte sie doch nicht einfach so nach einer ihrer Lehrerinnen fragen.
„Severus Snape“, gab ich zurück und schüttelte ihre Hand. „Fachlehrer für Zaubertränke und Beauftragter für die Sicherheitsbestimmungen während des Turniers.“
„Angönöhm“, sagte sie und schaute mich plötzlich seltsam an. Aber vielleicht bildete ich es mir nur ein. „Severus... Ein wirklisch seltönör Namö...“
Doch, sie schaute mich komisch an. Da war ich mir ganz sicher. Wusste sie etwa irgendetwas? Hatte sie vielleicht mit Mimi gesprochen? Hatte ihr meine Liebe irgendetwas erzählt, so wie ich Albus? Ich versuchte es kurz mit Legilimentik, stieß aber auf eine undurchdringliche Mauer. Verdammt!
„Ich wurde nach meinem Großvater mütterlicherseits benannt. Aber sagen Sie, gefällt es Ihnen hier in England?“
Scheiße, wie konnte ich das Gespräch nur auf das Thema lenken, dass mir so sehr am Herzen lag? Das musste doch irgendwie möglich sein. Streng endlich Dein Gehirn an, Alter, Du bist doch sonst nicht auf den Kopf gefallen.
„Isch war schon ein paar Mal 'ier. Außerdöm weiß isch siemlisch viel übör dieses Lond. Einö Kollegin von mir ist sur Hälftö Englönderin. Sie 'at mir viel davon ersöhlt.“
Bumm, es traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ob bewusst oder unbewusst hatte Maxime genau das Thema angeschnitten, dass mich brennend interessierte. Ich musste einfach mehr über Mimi erfahren, musste wissen, was sie jetzt machte und ob es ihr gut ging.
„Meinen Sie etwa Marie Duchesse“, fragte ich deshalb nicht gerade unauffällig und mit deutlicher Hoffnung in der Stimme. Informationen, nur her damit.
Na, das hast Du ja super hingekriegt, Snape. Sogar der Riesin war Deine Dummheit aufgefallen, so wie sie die Augenbraue nach oben zog.
„In dör Tat“, antwortete sie mir. „Einö äußerst fähigö und liebö Frau ist sie. Und einö Meistörin in ihrön Fäschörn. Kennön Sie sie?“
„Ja, wir sind hier ein paar Monate zusammen zur Schule gegangen.“
Nur nicht zu viel Informationen Preis geben, Snape. Verberge Dein wahres Ich. Das geht die alle nichts an. Doch noch immer sah mich die Schulleiterin von Beauxbatons so seltsam an. Als hätte bei ihr irgendetwas Klick gemacht...
„Ach so“, sagte sie und schaute neugierig drein. „Sie wollön sischer wissön, wie es Ihr göht?!“
Ich wusste gar nicht, dass man mich so leicht durchschauen konnte.
„Ja“, antwortete ich trotzdem, wenn auch mit einem unguten – fast schon peinlichem – Gefühl in der Magengegend.
„Ihr göht es sehr gut, so viel kann isch Ihnen sagen. Sie vertritt misch in meinör Abwesön'eit. Und natürlisch hat sie dabei einö sehr gutö Unterstüsung in Form Ihrös neuön Kollegön. Ein wirklisches Dreamteam sind die swei.“
Sofort loderte der Schmerz in mir auf. Mimi war nicht alleine? Sie hatte also einen Freund? Das tat mehr als nur weh. Aber es war ja auch irgendwo klar gewesen. So eine Schönheit und gleichzeitig liebe, witzige und hochintelligente Person wie sie, blieb nicht lange alleine. Was hatte ich mir nur dabei gedacht, mir noch irgendwelche Hoffnungen zu machen? Es war doch nur zu verständlich, dass Mimi mich vergessen oder besser gesagt, mich aus ihrer Erinnerung gestrichen hatte. Ich hatte sie zu sehr verletzt.
„Ist allös in Ordnung mit Ihnön“, wollte Olympe Maxime wissen.
„Nein, es... ich...“, stotterte ich und versuchte den Knoten in meinem Hals herunter zu schlucken. „Entschuldigen Sie mich bitte.“
Und ohne ihre Antwort abzuwarten, sprang ich auf und rannte aus der Großen Halle.


Ich stürmte direkt in mein Büro und auf das versteckte Barfach zu, das wie immer gut gefüllt war. Ich zog die Flasche Honigmet hervor und trank den Schnaps direkt aus der Flasche, kippte ihn einfach nur so in mich hinein, ohne ihn zu genießen. Ich wollte einfach nur den Schmerz lindern, der mich von innen her aufzufressen drohte.
Mimi war nicht gekommen. All die Hoffnungen für die Katz'. Ich hatte es vergeigt, es würde keine Chance mehr für uns geben. Sie hatte mich vergessen, mich aus ihrem Leben verdrängt. Sie hatte sich anderen Dingen zugewandt.
Ich war ja so blöd gewesen, dass ich sie nicht fest gehalten hatte. Ich hätte ihr gleich hinterher reisen sollen, damals, als sie gegangen war.
Doch was sollte ich jetzt tun? Ich konnte nicht mehr so weiterleben. Ich wollte... ich konnte nicht... ich... ich...
„MIMI“, schrie ich laut auf und sank an der Wand zusammen.
Dort ließ ich meinen Tränen freien Lauf.


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Alfonso Cuarón