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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 8: "Happy" Halloween

von Dilli

Ich öffnete meine Augen und musste mich erst einmal orientieren. Ich saß immer noch in meinem Büro an die Wand gelehnt, wo ich gestern Abend zusammen gebrochen war. Ich hatte natürlich noch die ganze restliche Flasche Met ausgetrunken und war dann anscheinend eingepennt.
Doch im Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als noch zu schlafen, denn kaum hatte ich meine Augen geöffnet, da kamen die Erinnerungen an den gestrigen Tag wieder hoch. Wie ich wie der letzte Depp vor dem Schloss gewartet und mich wie ein kleines Kind gefreut hatte, weil jetzt gleich meine Angebetete erscheinen würde. Dann die Ankunft der Kutsche aus Beauxbatons und die bittere Enttäuschung, dass Mimi nicht dabei war und dann auch noch das Gespräch mit Madame Maxime, in dem ich erfuhr, dass Mimi eine Liaison mit ihrem neuen Kollegen eingegangen war. Wie hatte Maxime die beiden genannt? Ein Dreamteam? Na super. Da konnte ich wohl einpacken.
Mimi und ich, wir waren auch mal ein solches Traumpaar gewesen. Wenn ich daran dachte, wie gut wir in den Nachhilfestunden zusammen gearbeitet hatten oder wie toll wir harmonisiert hatten, als wir gemeinsam die Bestandteile des Vampirgifts entschlüsselt hatten, woraus ich dann wiederum den Wolfsbanntrank entwickelt hatte. Ohne Mimi hätte ich das nicht geschafft und ich hätte NIEMALS den Versuch eines solchen Unterfangens gewagt. Doch sie hatte mir gut zu geredet.
Und nicht nur im „normalen Leben“ hatten wir perfekt zusammen gepasst. Wenn ich daran dachte, wie himmlisch unser Sex gewesen war... Einen besseren hatte und habe ich nie erlebt. Wie gerne würde ich sie noch einmal spüren. Aber sie war ja jetzt vergeben, also wurde wahrscheinlich nichts daraus.
Vielleicht hatte Albus recht und ich musste einfach versuchen, mein Leben weiter zu leben. Aber das war gar nicht so leicht. Jeden Tag, wenn ich mein Klassenzimmer betrat, wurde ich auf schmerzliche Art und Weise daran erinnert, was Mimi und ich hier alles getan hatten. Ich sah deutlich das Bett vor mir, das ich herauf beschworen und in dem ich ihr ihren ersten Orgasmus bereitet hatte. Mimi war es immer unangenehm gewesen, dass sie so unerfahren gewesen war. Ich hingegen hatte es geliebt, ihr all das zeigen zu können, denn schon damals hatte ich gewusst, dass ich mich somit unwiderruflich in ihr Gedächtnis einbringen würde.
Wobei, da hatte ich vielleicht falsch gedacht, denn immerhin hatte sie ja jetzt einen anderen. Gut, ich hatte auch nicht abstinent gelebt, aber ich hatte es immer nur bei reinem Sex belassen. Eine Beziehung war ich nach Mimi nie mehr eingegangen. Das wollte ich auch gar nicht. Mimi sollte die letzte Frau sein, die ich geliebt hatte. Punkt, Ende, Aus! Und wenn ich nie wieder so etwas in der Art fühlte, dann bitte, soll es doch so sein.
Ich seufzte und rappelte mich vom Boden hoch. Meine Glieder waren steif von der unbequemen Position am Boden und mein Schwanz... Tja, der sagte schön „Guten Morgen“, weil ich eben noch an Mimi gedacht hatte. Eigentlich wäre ich jetzt gern unter die Dusche gegangen und hätte mir Erleichterung verschafft, aber das ging ja leider nicht, da ich in 20 Minuten Unterricht hatte. Nicht einmal Zeit für einen Kaffee hatte ich noch.
Na toll, der Tag schien echt immer schlimmer zu werden. Ich hatte einen Kater, keine Zeit für mein morgendliches Ritual und dann auch noch eine Doppelstunde bei Potter und seinen Leuten. Und zu allem Übel war heute Abend auch noch das Halloweenfest, bei dem die Champions des Trimagischen Turniers ausgelost wurden.
So eine Scheiße aber auch. Ich hatte keine Lust auf diesen ganzen Mist. Ich hätte mich am liebsten hier unten in den Kerkern verkrochen und würde erst wieder heraus kommen, wenn sich diese ganze Mimi-ist-nicht-gekommen-Sache als ein Albtraum entpuppt hatte. Aber ich wusste selbst, dass das nicht möglich war, denn Mimi war ja nachweislich nicht hier. Ich überlegte kurz, ob ich ihr einen Brief schreiben sollte, aber ich wusste, dass das keinen Sinn hatte. Sie würde mir ohnehin nicht antworten, sondern meine Worte wahrscheinlich gleich in Flammen aufgehen lassen. Vor allem jetzt, da sie in einer festen Beziehung steckte.
Tja, Snape, das ganze hättest Du Dir eben vorher überlegen sollen. Du hattest fast 18 Jahre lang die Chance, sie zurück zu gewinnen, aber Du hast Deine Zeit ja lieber auf Briefe verschwendet, anstatt einmal ein Mann zu sein und zu ihr nach Frankreich zu reisen.
Ich seufzte, schüttelte die Gedanken ab und ging in mein spärlich eingerichtetes Badezimmer um mir zumindest die Zähne zu putzen und ein wenig Katzenwäsche zu betreiben. Das musste heute genügen. Als ich mein Schlafzimmer durchquerte, fiel mein Blick auf Mimis Bild und unwillkürlich fuhr meine Hand an meinen Hals. Dort hing immer noch die Kette, mit dem Herzanhänger, auf dem das Wort „Dein“ stand. Mimi hatte das Gegenstück dazu. Ob sie mein Geschenk überhaupt noch trug? Ich vermutete, nein. Wieso sollte sie auch? Wahrscheinlich hatte sie sie abgelegt, kaum dass sie England verlassen hatte.
Als ich in den Spiegel im Bad blickte, fiel mir selbst auf, wie scheiße ich doch aussah. Ich hatte schwarze Ringe unter den Augen und auch meine Haare sahen verboten aus. Ich hatte schon immer Probleme mit Ihnen gehabt, da sie sehr schnell fettig werden, aber heute war es erst recht schlimm. Doch es war mir egal. Ich hatte heute nach dem Unterricht, der aufgrund des Festes eine halbe Stunde früher endete, genug Zeit um zu duschen und mein Aussehen einigermaßen in Form zu bringen. Früher hatte ich mich nie so gehen lassen, aber heute war mir einfach danach. Ich hatte ja auch gar keinen Grund, mich großartig heraus zu putzen, da es keine Frau an dieser Schule oder in diesem Land gab, die ich beeindrucken wollte. Ich wollte nur eine und die konnte ich nicht haben.
Als ich fertig war, ging ich zu meinem Kleiderschrank und holte mir die obligatorische schwarze Hose und das schwarze Hemd heraus und zog es an. Über meine Schultern legte ich meinen Umhang. So war Mimi immer bei mir.
Dann drehte ich mich um und machte mich auf den Weg in mein Klassenzimmer, vor dem schon eine zitternde Gruppe Zweitklässler stand.


Heute war ich in Hochform, was das Schikanieren meiner Schüler anging. Ich zog Hufflepuff 20 Punkte ab, weil Hannah Smith es gewagt hatte, in meinem Unterricht zu niesen, ließ Toby McAllistar seinen Kessel ausleeren, weil seine Schluckauflösung blattgrün und nicht smaragdgrün war und erteilte Cho Chang aus Ravenclaw eine Strafarbeit zu dem Thema Bezoare, weil sie doch glatt eine Frage zu diesem Thema gestellt hatte. Dabei hatten wir das schon mindestens tausend Mal durch gekaut. Ich wusste selbst, dass das nicht gerade fair von mir war, doch ich hatte eben miese Laune. Und einen Severus Snape, der schlecht drauf ist, den ärgert man einfach nicht oder frägt unnützes Zeug. Basta!
Doch am meisten brachte mich Katherine Miller in der letzten Stunde auf die Palme. Dieses Mädchen schaffte es doch immer wieder, mich zu nerven. Die vierte Klasse sollte heute einen Heiltrank gegen Schlafmangel brauen, ein wirklich einfacher Trank und der schlechteste Schüler, den ich jemals unterrichtet hatte, Neville Longbottom, schaffte es doch wieder einmal, den zu versauen. Also ging ich zu ihm an den Tisch und wollte ihn so richtig schön zur Schnecke machen, als hinter mir eine Stimme ertönte.
„Tun Sie das nicht, Sir.“
Das hatte noch niemand gewagt. Keine Menschenseele hatte mich jemals aufgehalten, wenn ich einen Schüler rund machen wollte, doch Katherine Miller tat es. Ich funkelte sie böse an, doch sie ließ sich dadurch nicht erweichen und sah mich weiterhin zornig an. Irgendwie erinnerte sie mich von ihrer Art her an Mimi, auch wenn sie mit ihren schwarzen, langen Haaren und den blauen Augen ganz anders aussah.
„Was soll ich nicht tun, Miss Miller“, giftete ich sie an. „Longbottom sagen, dass er eine absolute Niete ist? Das brauche ich nicht zu tun, denn das weiß bereits die ganze Schule. Aber da sie so freundlich waren, mich zu unterbrechen, haben wir es zumindest dieser Klasse noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Vielen Dank dafür!“
Ich drehte mich wieder um, um nach vorne zu meinem Schreibtisch zu gehen, als ich hinter mir ein Zischen, Flüstern und ein kleines Handgemenge hörte.
„Sie sind ja so was von unfair“, ertönte Miss Millers Stimme in meinem Rücken.
Ich schnellte herum und hatte sofort meinen tödlichen Blick aufgesetzt. Jeder andere hätte davor zurück geschreckt, aber sie tat es nicht, wie Mimi.
„Ich bin also unfair, Miss Miller“, fragte ich sie, natürlich rein rhetorisch.
„Ja, das sind Sie“, entgegnete sie und reckte herausfordernd ihr Kinn in die Höhe. „Sie behandeln die Schüler aus Ihrem eigenen Haus wie kleine Götter, während Sie uns andere ständig fertig machen.“
„Wie ich mit meinen Schutzbefohlenen umgehe, ist meine Sache, Miss Miller, und ich dulde es nicht, mir das von einer Rotzgöre wie Ihnen sagen lassen zu müssen.“
„Kate, lass es gut sein“, flüsterte die Granger neben Miller, doch sie dachte gar nicht daran, jetzt klein bei zu geben.
„Ich sage nur die Wahrheit“, rief sie laut. „Diese bescheuerte Fledermaus hat das letzte Mal jemanden von uns fertig machen wollen. Wenn wir alle zusammen halten, dann...“
So, das war zu viel des Guten. Sie wollte nicht nur eine Meuterei gegen mich anzetteln, nein, sie hatte mich auch noch beleidigt und genau das Wort verwendet, dass Mimi einst zu mir gesagt hatte. Also war es auch kein Wunder, dass ich jetzt explodierte.
„HALTEN SIE ENDLICH IHRE DUMME FRESSE, MILLER“, brüllte ich sie an. „SIE SIND EINE SCHÜLERIN UND VON SO EINER DUMMEN KUH, WIE SIE ES SIND, LASSE ICH MICH NICHT BELEIDIGEN. HUNDERT PUNKTE ABZUG FÜR GRYFFINDOR SOWIE EINEN MONAT LANG STRAFARBEITEN. UND JETZT RAUS AUS MEINEM KLASSENZIMMER! WAGEN SIE ES JA NICHT, HIER NOCH EINMAL AUFZUTAUCHEN!“
„Aber...“, setzte sie an.
„RAUS!!!“
„Aber Sie können doch nicht... Das lasse ich mit mir nicht...“
„RAUS!“
Und bevor ich überhaupt richtig nachdenken konnte, hatte ich auch schon meinen Zauberstab in der Hand. Die Augen der Klasse weiteten sich vor Entsetzen. So war ich noch nie ausgeflippt. Hastig packte Miller ihre sieben Sachen zusammen und hastete aus dem Kerker. Ich atmete erst einmal kurz durch.
„Noch irgendwelche Unklarheiten“, fragte ich giftig in die Klasse hinein.
Verneinendes Gebrummel war die Antwort.
„Dann fahren Sie endlich fort!“
Wutschnaubend ging ich zu meinem Schreibtisch, auf dem ich Mimi einst so leidenschaftlich geliebt hatte, und ließ mich auf meinen Sessel fallen. Das würde noch Ärger mit Minerva und wahrscheinlich auch mit Albus geben, aber das war mir so was von scheißegal. Die können mich doch alle Mal.


Nachdem der Unterricht vorbei war, ging ich schnurstracks zurück in meine Räumlichkeiten und rauchte erst einmal drei Kippen hintereinander, bevor ich mich unter die Dusche stellte. Der Tag heute war echt scheiße gewesen und ich hatte die Befürchtung, dass es noch schlimmer werden würde, denn immerhin stand noch das Halloweenfest und die Auswahl der Champions auf dem Plan.
Die volljährigen Schüler, die an dem Trimagischen Turnier teilnehmen wollten, mussten ihren Namen auf einem Zettel in den Feuerkelch werfen, der seit Jahrhunderten für die Auswahl der Teilnehmer zuständig war. Um zu gewährleisten, dass auch ja kein Schüler unter siebzehn Jahren seine Teilnahmeerklärung in den Kelch schmuggelte, hatte ich Albus eine Alterslinie vorgeschlagen, die das wahre Alter erkennt, sodass ein Alterungstrank zwecklos wäre.
Ich hoffte nur, alles würde reibungslos verlaufen, sonst hätte nur wieder ich den Ärger am Hals. Im Zweifelsfall ist Severus Snape immer der Dumme.
Ich stieg aus der Dusche und zog mich wieder einmal ganz schwarz an. Ich mochte diese Farbe einfach. Erstmal, weil man sie zu allem tragen konnte und zweitens war ich gar nicht in der Stimmung dazu, etwas buntes und fröhliches zu tragen. Ich war seit Jahren der wandelnde Trauernde und so würde es auch für immer bleiben.
Ich ging in die Große Halle, wo das zweite Festessen in zwei Tagen stattfand, doch ich konnte ich nicht so recht dafür begeistern. Meine miese Laune schlug mir immer auf den Magen und heute war es noch schlimmer als sonst, denn ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich im Unterricht so ausgeflippt war. Das hätte mir nicht passieren dürfen. Ich war doch sonst auch die Kontrolle in Person und wahrte stets den Schein.
Deswegen stocherte ich auch einfach nur in meinem Essen herum, ohne großartig etwas herunter zu bekommen.
„Allös in Ordnung mit Ihnön“, kam es da von links.
Ich blickte auf und sah, wie mich Olympe Maxime neugierig musterte. Wie lange beobachtete sie mich schon? Und warum? Ich ging sie doch überhaupt nichts an. Ich war nur irgendein Lehrer aus einer anderen Schule. Was ging also durch ihren Kopf?
„Sollte denn etwas nicht in Ordnung sein“, fragte ich bissig wie eh und je zurück.
Ich hasste es, wenn andere Menschen hinter meine Fassade zu blicken schienen. Ich war so, wie ich war und das war ganz alleine meine Sache.
„Isch weiß ös nischt, aber Sie söhen ein bischen traurig aus...“
„Das geht Sie überhaupt nichts an.“
Also bitte, was erlaubte diese Person sich eigentlich? Sie sprach einen völlig Fremden auf seine Gefühle an. Das ging doch wohl mal gar nicht. Was meinte sie eigentlich, wer sie war? Staatliche Beziehungsberatungsstelle für armselige Lehrer, oder wie?
„Öntschuldigen Sie, aber...“
Doch weiter kam sie nicht, denn in diesem Moment stand Albus auf und wandte sich nach dem prächtigen Essen an die Schüler. Halleluja, ich war gerettet! Vorerst...
Der Schulleiter ging zu seinem Rednerpult nach vorne, neben dem der pompöse Feuerkelch aufgebaut worden war. In ihm loderten eisblaue Flammen. Eisblau... Mimis Kleid am Weihnachtsball... Die pure Erotik danach...
Reiß Dich jetzt zusammen, Snape! Sie ist nicht da und Schluss. Aus die Maus!
„Nun“, sagte Albus und lächelte in die Menge, „der Kelch ist gleich bereit, seine Entscheidung zu fällen. Ich schätze, er braucht noch eine Minute. (Albus und seine innere Uhr schon wieder.) Wenn die Namen der Champions ausgerufen werden, bitte ich sie, hier aufs Podium zu kommen und am Lehrertisch vorbei in diese Kammer dort zu gehen, wo sie dann ihre ersten Anweisungen erhalten.“
Dumbledore deutete auf das kleine Nebenzimmer, in dem die Prüflinge der ZAG- und UTZ-Klassen immer auf ihre praktischen Prüfungen warteten. Dann dimmte er mit Hilfe seines Zauberstabs das Licht in der Großen Halle, sodass diese in einem bläulichen Schimmer da lag. Das war mal wieder typisch Albus. Er liebte nichts mehr als eine große Show.
Da verfärbten sich auf einmal die Flammen im Feuerkelch in ein kräftiges Rot (Rot... Gryffindor... Mimi...) und im nächsten Moment sprühten Funken aus der Glut. Jetzt ging es los. Der erste Champion wurde bekannt gegeben. Eine riesige Flammenzunge schoss in die Luft und ein verkohltes Stück Pergament flatterte aus dem Kelch.
Albus fing es gekonnt auf wie ein Sucher beim Quidditch und verlas laut in die Stille der Halle hinein.
„Der Champion für Durmstrang ist Viktior Krum!“
Sofort brandete Jubel und Beifall wie in einnem Quidditchstadion los. Auch ich applaudierte höflich, doch meine Gedanken sagten etwas anderes. Natürlich musste es dieser komische Quidditchstar sein. Wer denn auch sonst? Die arroganten und gut aussehenden Arschlöcher kommen immer zuerst zum Schuss. So ist es doch immer.
Ich sah dabei zu, wie der arrogante Schnösel sich vom Slytherin-Tisch erhob (Wenigstens hatte er diesbezüglich eine gute Wahl getroffen) und zu Albus aufs Podium und dann weiter in den Raum nebenan schlurfte.
Da wurde die Halle schon wieder in ein rotes Licht getaucht und das nächste Stück Pergament flog in Albus' ausgestreckte Hand.
„Champion für Beauxbatons (Aha, jetzt kam also einer von Mimis Schützlingen an die Reihe) ist Fleur Delacour!“
Ein lauter Schrei von links ließ mir beinahe das Trommelfell platzen. Olympe Maxime war aufgesprungen und applaudierte der hochnäsigen Ziege zu, deren blonde Haare mich gestern Nachmittag noch an Mimi erinnert hatten. Anscheinend war sie die Lieblingsschülerin der Riesin, die dadurch zeigte, wie sehr sie doch unter Geschmacksverirrung litt. Ich hasste nichts mehr, als arrogante, idiotische Schüler. So wie Potter.
Ich konnte nicht anders, als ihm einen zornigen Blick zu zu werfen. Er saß am Gryffindortisch, klatsche und schaute genauso doof drein, wie einst sein verblödeter Vater.
Meine Gedanken wurden abgelenkt, als die Flammen im Feuerkelch erneut rot wurden. Dieses Mal wurde der Hogwarts-Champion ausgelost. Ich hoffte natürlich, dass es ein Schüler aus meinem Haus sein würde, aber ich glaubte nicht recht daran. Die volljährigen Schüler aus Slytherin hatten alle nicht das Potential dazu. Die waren leider alle dumm wie Bohnenstroh.
Die Funken sprühten aus der Glut, eine Flamme züngelte hoch und aus ihrer Spitze zog Albus das dritte und letzte Stück Pergament. In der Halle war es totenstill, denn alle waren gespannt, wer unsere Schule in diesem Wettstreit vertreten würde. Mich eingeschlossen.
„Der Hogwarts-Champion“, rief Albus laut, „ist Cedric Diggory.“
Nein, nicht dieser Schwachkopf. Alle und jeder, nur nicht der. Er war so ein gutmütiges Etwas und ein Frauenheld noch dazu. Ich konnte ihn wirklich nicht ausstehen. Er war kein schlechter Schüler, aber das wusste er auch ganz genau.
Der Tumult, der jetzt in der Große Halle ausbrach, war mindestens genauso laut wie bei Krum zuvor, wenn nicht sogar noch lauter. Alle Hufflepuffs waren aufgesprungen und applaudierten ihrem Helden zu. Oi, man konnte es auch übertreiben, also wirklich. Gut, es war eine Ehre, seine Schule vertreten zu dürfen, aber deswegen musste man sich nicht gleich aufführen wie bei den Hottentotten.
„Bestens“, unterbrach Albus das Chaos, wozu er aber eine ganze Zeit gebraucht hatte. „Schön, wir haben nun drei Champions. Ich bin sicher, ich kann mich darauf verlassen, dass ihr alle, auch die nicht ausgewählten Schüler aus Beauxbatons und Durmstrang, euren Champion mit äußerster Kraft unterstützt. Indem ihr euren Champion anfeuert, könnt ihr durchaus dazu beitragen...“
Da brach er ab und ich erkannte natürlich sofort, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Die Flammen des Feuerkelches hatten sich erneut rot verfärbt. Heilige Scheiße, was ging denn da ab? Es sollten doch nur drei Teilnehmer für das Turnier ausgewählt werden. Ich selbst hatte die Alterslinie, die Dumbledore heute Morgen um den Kelch gezogen hatte, noch einmal kontrolliert und der Kelch war eigentlich so konzipiert, dass er nur drei Champions auswählte.
In diesem Moment züngelte erneut das Feuer nach oben und ein weiteres Stück Pergament flog daraus hervor. Wie in Trance griff Albus danach und las laut den Namen vor, der auf dem kleinen Zettel stand.
„Harry Potter.“
Natürlich, das war ja wieder mal glasklar gewesen. Wenn sich einer in dieser verfickten Schule nicht an die Regeln halten konnte, dann war es Potter. Er war genauso wie sein Vater. Der hatte auch immer einen Drang dazu gehabt, sich zu beweisen.
Doch als ich jetzt zu Potter schaute, sah ich, dass er mindestens genauso erschrocken war, wie alle in der Großen Halle. Damit hatte niemand gerechnet, am allerwenigsten wahrscheinlich er. Und wenn ich es mir so recht überlegte, dann hatte Potter gar nicht die Fähigkeiten, so einen mächtigen, magischen Gegenstand wie den Feuerkelch zu überlisten. Das konnte nur eines bedeuten. Jemand anders musste seinen Namen in den Kelch geworfen haben, aber wer? Das war die Frage aller Fragen, die mich noch den ganzen restlichen Abend beschäftigen sollte und die mich Mimi für einen Augenblick vergessen ließ.

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Das Halloweenfest war genau so verlaufen, wie ich es geplant hatte und die ganze Schule war restlos begeistert gewesen. Es ging schon bei der Dekoration los. Alle Schüler, die in den Speisesaal kamen, waren erst einmal mit offenem Mund stehen geblieben. Klar, der Raum hatte auch zu geil ausgesehen. Die Wände waren mit schwarzen Tüchern verhüllt und mit Spinnweben geschmückt worden. Überall wandelten lebende Skelette umher, das Licht war gedimmt gewesen und der Saal wurde nur von den schwarzen Kerzen beleuchtet, die auf großen silbernen Leuchtern auf den Tischen standen. Ein Highlight waren auch die zwei riesigen Särge gewesen, die ich in allerletzter Minute noch hatte organisieren können. Alles in allem hatte man den Eindruck, als befände man sich in einer Gruft. Wirklich sehr geil, wie ich sagen muss.
Dann war es mit dem Essen weiter gegangen. Schon als die Tomatensuppe mit den Augen serviert wurde, ertönten die ersten „Iiiiiih“- Schreie und beim Hauptgericht wurden sie noch lauter. In dem Salat, den es zusätzlich zu dem Rinderfilet mit Spinnen-Kartoffeln gegeben hatte, hatten sich noch ein paar „Käfer“ befunden. Natürlich keine echten, sondern aus schwarz gefärbten Brot. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, gab es zum Nachtisch auch noch eine Orangen-Panna-Cotta in Form eines Gehirns mit Erdbeersoße. Es war wirklich sehr, sehr lecker gewesen.
Nach dem Essen begann die Horrorshow. Es war eine Gruppe von 14 Magiern, die alle unterschiedliche Verkleidungen (Zombies, Banshees, Frankenstein, Vampire, Werwölfe etc.) trugen und auch verschiedene Zauber drauf hatten. Zuerst zeigten sie uns eine Aufführung, gemischt aus Magie und Tanz. Der eine Zauberer zum Beispiel, der als Vampir verkleidet war (Ich glaubte zumindest, dass es sich um eine Verkleidung handelte), ließ sich einfach so von einem Ninja den Kopf abschlagen und lief dann mit dem Kopf unter dem Arm herum. Das war schon echt gruselig. Genauso, als sich ein Zombie in den offenen Mund fasste, seinen Magen heraus zog und ihn anschließend mit Messer und Gabel verspeiste. Ich fragte mich wirklich, wie die das hin bekamen, dass das ganze SO echt ausschaute. Also ich verstand ja wirklich viel von Magie, aber manche Dinge gingen selbst über meinen Verstand hinaus.
Als der erste Teil beendet war, setzte für uns Normalsterbliche der Tanz ein, was auch gleichzeitig der Beginn von Phase zwei der Horrortypen war. Sie apparierten kreuz und quer durch den Speisesaal – ich hatte den Anti-Apparier-Schutz extra deswegen aufgehoben – und erschreckten und so beinahe zu Tode. Mehr als einmal spürte ich plötzlich eine kalte Hand im Nacken oder etwas schleimiges auf meiner Hand. Ich schrie dann jedes Mal so laut auf, als würde man versuchen, mich ab zu stechen.
Gott sei Dank war Cole die Ruhe selbst und er zog mich jedes Mal an sich, um mich „vor den bösen Monstern zu beschützen“. Das schien ihm ziemlich gut zu gefallen und ich fragte mich unwillkürlich, ob Cole die Typen nicht bestochen hatte, sodass sie mich extra oft erschreckten.
Apropos Cole. Wir waren fast den ganzen Abend zusammen auf der Tanzfläche. Er tanzte genauso gern wie ich und so war es auch kein Wunder, dass er ein super Tänzer war. Wenn auch nicht ganz so hervorragend wie...
MIMI! Du darfst nicht an die elende Fledermaus denken, schon vergessen? Soweit waren wir doch schon oft gewesen.
Ach ja, mein liebes Gewissen erinnerte mich wie immer freundlich an etwas, das ich selbst wusste. Doch besonders an Halloween fiel es mir immer mehr als nur schwer, nicht an Fucking Bat zu denken. Erstens, weil es überall von Fledermäusen nur so wimmelte und zweitens, weil es auch gleichzeitig der Jahrestag meines ersten Kusses war. Wie lange war das jetzt schon her? 18 Jahre. Wahnsinn, wie doch die Zeit vergeht.
Okay, gut, nicht daran denken. Das tut ohnehin nur weh. Außerdem war es höchste Zeit, das Fest zu beenden, weil morgen ja Unterricht war. So schwer es auch sein mochte, aber man soll bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.
Also trat ich schnell an mein Rednerpult und schickte die Schüler in ihre Betten, was mir natürlich ein lautes „OOOOOH“ und viele Male ein „Nein, wieso denn“ einbrachte. Aber es musste sein. Ich hätte auch gerne die halbe Nacht lang gefeiert, aber ich hatte morgen einen stressigen Tag vor mir und musste dafür einigermaßen fit sein.
Doch meine Hoffnung auf Ruhe und Entspannung wurde vernichtet, als Cole an meine Seite trat, sich nach vorne beugte und mir etwas ins Ohr flüsterte.
„Darf ich noch mit zu Dir kommen, Mimi“, meinte er leise und ich musste seufzen.
Wenn ich es mir recht überlegte, dann war Cole heute ziemlich anhänglich gewesen. Er hatte nur mit mir tanzen wollen, hatte hier und dort meine Hand berührt und mich immer wieder total süß angelächelt. Er sah schon gut aus, das musste man ihm lassen und ich genoss seine Gesellschaft wirklich sehr. Deswegen kam ich auch gar nicht auf die Idee, seine Frage jetzt mit einem Nein zu beantworten. Im Gegenteil, ich wollte, dass er mit in meine Räumlichkeiten kam und ich wollte mich noch sehr gerne mit ihm unterhalten. Und eine rauchen. Das brauchte ich nach all dem Stress, der jetzt von mir abfiel. Was das anging, hatte Cole einen schlechten Einfluss auf mich, denn ich rauchte in seiner Gegenwart mehr, als ich eigentlich wollte. Aber wie heißt es so schön? Nur ein Schwein raucht allein.
„Na klar, kannst Du noch mitkommen“, antwortete ich ihm und schenkte ihm ein Lächeln. „Ich freue mich doch immer, wenn Du bei mir bist.“
„Freut mich zu hören“, gab er zurück, nahm mich bei der Hand und zog mich nach oben in meinen Turm.


„Du hast wirklich Deinen Beruf verfehlt, Mimi“, sagte Cole, nachdem er sich auf mein Sofa fallen gelassen und sich eine Zigarette angezündet hatte.
„Wieso“, fragte ich zurück und verstand wieder einmal nur Bahnhof. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit mir. Bisher ist noch keiner meiner Schützlinge durch die Prüfung gerasselt. Das will doch schon mal was heißen.“
Meine Quote war wirklich tadellos. Seid ich in Beauxbatons unterrichtete, hatten alle Schüler in Verwandlung und Alte Runen einen ZAG oder UTZ geschafft. Das will doch schon was heißen, also konnte ich nicht alles falsch gemacht haben.
„Ich will Dir damit nicht sagen, dass Du eine schlechte Lehrerin bist“, ruderte Cole sofort zurück. „Ich finde nur, Du würdest eine noch bessere Partyplanerin abgeben.“
Er grinste mich schlemisch an und sah dabei aus wie der junge Mann, der er gewesen war, als ich ihn kennen gelernt hatte.
„Ach so, das meinst Du“, antwortete ich und fühlte mich geschmeichelt. „Dann hat es Dir also gefallen?“
„Es war gigantisch. Wirklich! Ich würde sogar sagen, dass das die beste Halloweenparty gewesen ist, auf der ich bis jetzt war. Und das will schon was heißen, denn die vom Ministerium waren auch nie übel.“
„Danke für das Kompliment.“
Ich lief rot an. Ich hasste so etwas einfach. Ich konnte es nicht leiden, wenn man mir derart Honig ums Maul schmierte. Ich hatte mein bestes gegeben und die Feier war auch genau so geworden, wie ich sie mir vorgestellt hatte, nämlich super. Das war aber noch lange kein Grund, mich in den Himmel zu heben. Immerhin gehörte das zu meinen Aufgaben als stellvertretende Schulleiterin.
„Hör endlich auf, Dich bei Schmeicheleien unwohl zu fühlen, Mimi. Ich meine das Ernst. Olympe hätte es nicht besser machen können. Also hast Du dieses Lob mehr als nur verdient.“
„Ich mag es einfach nicht, wenn man mich als ach so toll hinstellt. Das bin ich nicht. Ich bin einfach nur pflichtbewusst, das ist alles.“
„Oh doch, Du bist toll, Mimi.“
Was war denn das jetzt schon wieder? Ich wusste nicht, was ich daraufhin sagen sollte. Ein „Danke“ kam mir zu lapidar vor und meine ehrliche Meinung wollte ich Cole nicht sagen. Wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann war ich nicht so, wie er mich vielleicht fand. Ich sah nicht schlecht aus für mein Alter – man hatte mir schon des Öfteren gesagt, dass ich glatt für 22 durchging - aber das war es dann auch schon. Ich selbst würde mich als normal beschreiben, wenn man den seelischen Zustand einmal außer Acht ließ. Denn auch wenn ich mich gebessert hatte, was das Thema Männer anging, so war ich doch immer noch ein gebranntes Kind und das scheut bekanntlich das Feuer.
Doch bevor ich etwas erwidern konnte, rutschte Cole plötzlich zu mir herüber, und legte mir seine Hand auf die rechte Wange. Automatisch schmiegte ich mich hinein, denn ich mochte es, wenn er mir so kleine Berührungen schenkte. So eine Art der Aufmerksamkeit tat schon gut. Ich fühlte mich warm, sicher und geborgen in seiner Gegenwart.
Cole löste seinen Blick nicht von meinem und lächelte ganz leicht.
„Ich muss Dir das jetzt einfach sagen, Mimi“, setzte er an, doch ich unterbrach ihn.
Ich wusste, was jetzt kommen würde, doch ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Ich wollte nicht diese schöne Zeit und das tolle Verhältnis kaputt machen, das wir jetzt hatten. Dafür genoss ich Coles Gegenwart viel zu sehr. Doch ich wusste nicht, ob ich den letzten Schritt gehen konnte.
„Bitte nicht, Cole“, sagte ich daher. „Ich...“
„Oh nein, Du wirst Dir das jetzt anhören, Mimi. Ich trage das jetzt schon viel zu lange mit mir herum und ich halte es nicht mehr eine Sekunde länger aus. Ich platze, wenn ich noch länger schweigen muss und ich möchte, dass Du weißt, wie ich fühle. Wir haben uns – wenn auch stillschweigend – versprochen, uns niemals anzulügen, also sage ich Dir jetzt die Wahrheit. Ich mag Dich, Mimi, sogar sehr. Für mich bist Du die schönste Frau, die es auf Gottes wunderschöner Erde gibt und ich würde mich wirklich sehr geehrt fühlen, wenn ich mit Dir zusammen sein dürfte.“
Während er sprach, hielt er meinen Blick gefangen und streichelte mir sanft übers Gesicht. Ich musste schlucken. Heilige Scheiße, was sollte ich denn jetzt sagen? Ich hatte zwar damit gerechnet, dass so etwas irgendwann kommen würde, aber nicht so und vor allem nicht heute. Halloween schien echt nicht mein Tag zu sein. Oder der Tag der Liebe für mich, denn immerhin war das jetzt schon das zweite Liebesgeständnis, das ich am 31.Oktober erhalten hatte.
Aber was sollte ich denn jetzt machen? Ich mochte Cole, darin bestand gar kein Zweifel, aber meine Gefühle waren ein einziges Chaos. Einerseits konnte ich mir nicht vorstellen, die Zeit ohne ihn verbringen zu müssen, aber andererseits war ich noch nicht dazu bereit, eine Beziehung mit ihm einzugehen. Was sollte ich ihm also sagen? Und würde er es verstehen oder würde ich damit alles kaputt machen? Herr im Himmel, bitte hilf mir. Schicke mir ein Zeichen.
Cole schaute mich erwartungsvoll an und fuhr noch immer mit den Fingerspitzen über meine Wangen. Seine Haut fühlte sich sehr weich an und diese kleine Berührung konnte man nur als zärtlich beschreiben. Doch in seinen Augen stand deutlich die Frage „Und, was sagst Du?“
„Ich... ich...“, stotterte ich und musste einmal kräftig schlucken, bevor ich etwas heraus brachte. „Ich mag Dich auch, Cole.“
Na, das war ja eine tolle Aussage, Mimi. So etwas könntest Du auch zu Remus oder Sirius sagen, aber Cole Taylor möchte sicher etwas anderes hören. Doch genau das kannst Du mit Deinem Sturkopf wieder einmal nicht über die Lippen bringen. Hallo, Mimi, wann hast Du das letzte Mal Dein Gehirn richtig benutzt? Oder Deine Augen? Ich meine, der Kerl ist der pure Sex auf zwei Beinen und seien wir mal ehrlich. Deine Spinnweben müssten wirklich DRINGEND einmal entfernt werden. Was meinst Du, was sich in fast 18 Jahren da unten in Deiner Höhle alles angesammelt hat. Da sieht es sicher aus wie in einer Gruft.
SCHLUSS JETZT, Du dumme innere Stimme. Ich entscheide selbst, was richtig und was falsch ist. Warum musste sie denn ausgerechnet jetzt in Hochform sein? Eigentlich sollte sie doch schon lange schlafen.
„Aber...“, flüsterte Cole und schien dabei genau zu wissen, was durch meinen Kopf ging.
Doch das hielt ihn trotzdem nicht davon ab, noch ein Stückchen näher zu kommen. Unsere Gesichter waren jetzt vielleicht fünfzehn Zentimeter voneinander entfernt und ich konnte seinen unbeschreiblichen Duft riechen. Er roch wirklich gut, vor allem sein Aftershave. Wie hatte meine Mutter früher immer gesagt? „Ein guter Männerduft ist wie ein Orgasmus für die Nase.“ Und sie hatte ja so recht gehabt.
„Ich...“ Schluck. „Ich weiß nicht, ob ich schon so weit bin.“
„Ich zwinge Dich zu nichts, Mimi. Mir ist nur wichtig, dass Du weißt, wie ich für Dich empfinde. Und das sind sehr tiefe Gefühle, das solltest Du wissen. Ich habe nicht gedacht, dass ich noch einmal so für eine Frau fühlen könnte, aber bei Dir fällt es mir irgendwie so leicht. Du bist eine Frau, die man einfach gern haben muss.“
Oje, ich hatte nicht gedacht, dass er gleich SO für mich empfand. Das war zu viel nach der kurzen Zeit, vor allem, weil ich noch nicht so weit war. Doch ich brauchte nichts sagen, denn Cole schien auch so zu verstehen.
„Ich gebe Dir alle Zeit der Welt, Mimi. Nehme sie Dir, wenn Du sie brauchst, doch Du sollst wissen, dass ich bereit für Dich bin, wenn Du mich haben willst. Und ich werde auf Dich warten, ganz egal, wie lange es dauert.“
Heilige Scheiße, das war ja wirklich... Ich weiß einfach nicht, wie ich das beschreiben soll. Es freut mich schon irgendwie, dass Cole mich liebte, denn auch wenn er es nicht direkt aussprach, so hörte man das doch ganz deutlich in seinen Worten und man sah es auch an seiner Körpersprache. Er kam mir immer näher.
„Ich würde gerne etwas versuchen, Mimi.“
Ich musste schlucken. Was kam jetzt?
„Was denn“, hauchte ich ziemlich nervös, auch wenn ich es eigentlich schon wusste.
Oh Gott, konnte ich das? War ich dazu bereit?
„Schließe die Augen“, sagte er leise.
Ich sah ihn skeptisch an. Ich mochte keine Überraschungen – nicht mehr. Davon hatte ich wirklich schon genug in meinem Leben bekommen und einige davon waren wirklich böse gewesen. Vielen Dank, aber ich verzichte.
„Bitte, Mimi, tu es für mich.“
Noch immer machte ich keine Anstalten, meine Augen zu schließen.
„Vertraust Du mir denn nicht?“
Mist, die Frage war gemein. Natürlich vertraute ich Cole, mehr als irgendjemandem sonst auf der Welt. Ich vertraue eigentlich niemandem, was eigentlich kein Wunder war, wenn man sich mal so anschaut, was mir schon so alles passiert war. Das wusste Cole ziemlich gut und ich fand es gemein, dass er jetzt davon anfing.
Doch ich wollte ihm keine Szene machen und damit den heutigen Abend ruinieren, der doch so schön gewesen war. Deswegen gab ich wieder einmal nach. Ich sollte wirklich langsam lernen, anderen gegenüber härter zu sein.
„Doch, das tue ich“, gab ich deshalb zurück und sah ihm tief in seine eisblauen Augen.
„Dann tu mir bitte diesen einen Gefallen, Mimi, mehr verlange ich nicht“, bat er.
Ich schaute ihn noch ein letztes Mal an, seufzte und machte die Augen zu.
„Danke“, hauchte er.
Dann begann er, mit seinen Fingerspitzen sanft meine Wangen zu streicheln. Doch es blieb nicht nur dabei. Er fuhr mir auch durch die Haare und am Hals entlang. Tiefer ging er nicht, vielleicht aus Angst, wie ich darauf reagieren würde.
Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass sich diese Zärtlichkeiten nicht gut anfühlten. Cole war so sanft und vorsichtig, dass ich mich doch ein kleines bisschen fallen lassen konnte, auch wenn ich trotzdem ein komisches Bauchgefühl hatte. War es denn richtig, so zu fühlen oder das hier zu tun? Sollte ich nicht lieber den Rest meines Lebens darauf verzichten? Männer taten einem doch ohnehin nur weh und ich hatte eigentlich genug durch gemacht. Wollte ich mir denn so etwas noch einmal antun? Oder sollte ich lieber als vertrocknete alte Jungfer sterben? Gott, ich war ja so durcheinander.
Da spürte ich auf einmal Coles Atem auf meinem Gesicht. Er war mir sehr nahe und ich konnte den Zigarettenrauch riechen, der noch in seinen Lungen steckte.
„Vertrau' mir, Mimi“, flüsterte er ganz leise und ich spürte seine Hände nun an meinen Wangen.
Und ehe ich es mich versah, lagen seine weichen, warmen Lippen sanft auf den meinen.


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