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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 14: Fledermäuse trinken nicht, sie saufen

von Dilli

Fast hilflos musste ich mit ansehen, wie meine große Liebe zusammen mit Minerva die Große Halle verließ. Mimi war mehr als nur kalt zu mir gewesen. Sie hatte mal wieder ihr altes Spielchen gespielt, das „Ignorieren wir die blöde, alte Fledermaus“ hieß. Das hatte sie früher immer schon gemacht, wenn sie wegen irgendetwas sauer auf mich gewesen war, doch heute hatte es mich besonders hart getroffen. Da sieht man sich nach so langer Zeit wieder und dann zeigt sie nicht einmal, dass sie mich noch wieder erkennt. Es war fast so, als wäre ich für sie gestorben. Aua, das tat extrem weh.
Gut, ich konnte es teilweise auch verstehen, dass sie mir die kalte Schulter zeigte, denn ich hatte ihr wirklich sehr weh getan, aber irgendwann musste damit auch mal Schluss sein. Ich wollte doch nur mit ihr sprechen, mehr verlangte ich gar nicht. Immerhin hatte ich mich doch mehr als nur einmal bei ihr entschuldigt und es war eine Ewigkeit vergangen, seit ich diese Scheiße gebaut hatte. Sagt man nicht immer, die Zeit heilt alle Wunden? Na, bei Mimi schien der Schuss gewaltig nach hinten los gegangen zu sein, denn sie machte fast den Eindruck, als wäre sie noch mehr verletzt als damals. Was war nur mit ihr passiert? Was hatte sie in den letzten Jahren getan, dass sie so traurig wirkte? Gut, sie versuchte das mit ihrer Eiskönigin-Art zu überspielen, aber ich kannte sie besser. Da war etwas in ihrem Blick gewesen.
Als wir uns in meinem Klassenzimmer gegenüber gestanden hatten, da war kurz etwas in ihren Augen aufgeflackert, bevor sie sich umdrehte und davon rannte. Doch was war es gewesen? Da war einmal das Entsetzen, mich zu sehen, ganz klar, aber da war auch noch etwas anderes. Schmerz, Trauer und noch etwas, aber ich konnte nicht sagen, was es gewesen war. Definitiv keine Liebe, so viel steht fest.
Doch jetzt beim Abendessen, hatte ich keine Gelegenheit gehabt, sie genauer zu verstehen, denn Mimi hatte sich ja abgewandt und mir eine kalte Schulter gezeigt, die die Temperaturen am Südpol um mindestens 100 Grad unterboten. Ich musste etwas tun, um sie dazu zu bringen, mir wenigstens eine Minute lang zu zu hören. Ich musste ihr zeigen, dass ich nicht Schuld an dem Betrug war. Zumindest nicht nur. Doch wie sollte ich das anstellen? Sollte ich sie vielleicht entführen und ihr einen Lähmtrank einflößen, damit sie gar nicht mehr in der Lage ist, weg zu laufen? Aber damit würde ich mein Können missbrauchen, eine Tatsache, die ich um jeden Preis verhindern wollte. Nein, so ging das nicht. Ich musste Mimi nur irgendwie dazu bringen, freiwillig mit mir zu reden. Koste es, was es wolle.
„Na, mein lieber Junge, ist alles in Ordnung mit Dir“, riss mich eine Stimme aus meinen Gedanken.
Ich sah auf und sah Albus neben mir stehen. Oh nein, nicht der auch noch. Den kann ich jetzt mit seiner Fürsorge definitiv nicht gebrauchen. Er meinte immer, er könne bei mir einen auf Vaterersatz machen, aber das zog nicht so wirklich bei mir. Ich wollte und ich brauchte keinen Vater. Mein eigener hatte mir als Kind schon immer gereicht und jetzt war ich schon zu alt für so etwas.
„Du siehst so traurig aus“, fügte Albus hinzu und versuchte mich mit einem seiner gutmütigen Blicke aus der Reserve zu locken. Nicht mit mir, Freundchen. Das zieht bei mir nicht.
„Es ist alles in Ordnung, Albus“, erwiderte ich und nestelte nervös an meinem Umhang herum.
Ich wollte ihm nicht die Wahrheit sagen, wollte ihm nicht zeigen, wie verletzt ich in Wirklichkeit doch war. Mimis Verhalten tat mir in diesem Moment so weh, dass ich es gar nicht beschreiben konnte.
„Kopf hoch, Severus, das wird schon“, meinte Dumbledore und lächelte immer noch. „Miss Duchesse ist immer noch sehr verletzt. Wieso sollte es auch anders sein? Frauen sind eben anders gestrickt wie wir Männer, sie geben nicht so schnell nach. Aber ich bin mir sicher, dass sie irgendwann mit Dir sprechen wird.“
„Was weißt Du denn schon“, giftete ich ihn an. „ Ich brauche Deinen Ratschlag zu diesem Thema nicht. Also mische Dich nicht in Sachen ein, die Dich absolut nichts angehen.“
„Es tut mir leid, ich wollte Dich nicht beleidigen, sondern Dich nur aufbauen, Severus. Ich meine es doch nur gut. Sieh endlich das Positive in den Dingen.“
Ich konnte nicht anders, ich musste seufzen. Das gleiche hatte Mimi schon so oft zu mir gesagt und genau nach dieser Philosophie lebte sie. Doch ich wollte jetzt nicht mehr mit meinem Vorgesetzten über mein Privatleben diskutieren. Das ging ihn eigentlich nichts an, auch wenn ich ihn als Freund bezeichnen würde. Aber jetzt hatte ich einfach nur Lust auf einen starken Drink um dieses ganze Gefühlschaos fort zu spülen.
„Entschuldige, dass ich Dich eben so angemault habe, Albus“, sagte ich, obwohl ich das gar nicht ernst meinte. „Ich bin einfach nicht ich selbst. Mimis Auftauchen hat mich so durcheinander gebracht, das ist alles. Aber wenn Du mich jetzt entschuldigen würdest, ich habe noch einige Aufsätze zu korrigieren.“
„Natürlich, Severus“, antworte Albus, doch ich sah ganz eindeutig, dass er mir meine Lüge nicht abnahm.
Ich stand von meinem Stuhl auf und machte mich auf den Weg in Richtung Kerker. Jetzt konnte ich das ja endlich wieder, denn bis vor drei Minuten hatte ich noch eine gigantische Latte gehabt, mit der ich mich nicht hätte zeigen können. Die Schüler hätte mich ausgelacht bis zum Sankt Nimmerleinstag. Aber Mimis Anblick hatte das einfach in mir ausgelöst. Ihre langen blonden Haare, ihre sportliche Figur und der Ansatz ihrer Titten, der aus dem Ausschnitt ihrer Bluse heraus geblinkt hatte. Und als sie dann eben aus der Halle entschwunden war, hatte ich ihr einfach auf ihren perfekten Hintern starren müssen. Er hatte sich wie zwei pralle Äpfel unter ihrer schwarzen Stoffhose abgezeichnet und ich hatte keinen Ansatz eines Slips gesehen, was bedeuten musste, dass sie einen Stringtanga trug.
Sofort war ein Bild vor meinem inneren Auge erschienen. Mimi, wie sie sich in einem schwarzen Spitzentanga vor mir rekelte. Sonst hatte sie nichts angehabt und ich konnte nicht nur ihren Anblick bewundern, sondern auch ihre weiche, samtene Haus unter meinen Händen spüren.
Das war der Zeitpunkt, an dem mir sämtliches Blut in meinen Schwanz gepumpt wurde und er sich zu seiner vollen Pracht aufrichtete. Wie gerne hätte ich Mimi jetzt damit beglückt, aber ich wusste genau, dass sie das nicht wollte. Nicht mehr. Früher hatte ich ihr nur meinen nackten Körper zu zeigen brauchen und sie war sofort darauf angesprungen, doch ich glaubte, dass diese Zeiten für immer vorbei waren. Ich würde nie wieder Mimis Wärme und ihre Zärtlichkeit fühlen dürfen, geschweige denn in ihre feuchte Muschi eindringen.
Wie sehr hatte ich Mimis Möse geliebt. Sie war einfach perfekt für mich gewesen, so eng, heiß und immer bereit für mich. Und wie gerne hatte ich sie geleckt. Das hatte ich zwar nicht oft getan, da Mimi das doch ein wenig peinlich gewesen war, aber trotzdem hatte ich den Geschmack ihrer Erregung geliebt. Es gab einfach nichts besseres. Nicht mal alles Eis der Welt konnte da mit halten. Mimi war und blieb einfach meine ganz persönliche Droge. Meine Lieblingsdroge, wenn man es so nennen will. Aber genau die würde ich nie wieder bekommen, auch wenn ich noch so süchtig danach war. Ich musste auf Entzug bleiben, mein Leben lang.
Diese Gedanken waren so deprimierend, dass ich so schnell wie nur irgend möglich in mein Büro stürmte, wo ich eine riesige Flasche Whisky deponiert hatte. Ich öffnete sie und sog tief das kräftige Aroma ein. Das war jetzt genau das richtige, um meine üblen Gedanken los zu werden.
Ich setzte die Flaschen an die Lippen und ließ den Schnaps einfach so in mich hinein laufen.


Isch muss su Mimi. Kosse es, was es wolle, aber isch muss schie schehn und ihr schagen, wie schehr isch schie liebe.
Genau diese Gedanken gingen mir doch den Kopf, als ich aus meinem Büro und durch die Kerker taumelte. Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, seit ich die Flasche Whisky geleert hatte, auf jeden Fall war ich vor ein paar Minuten an meinem Schreibtisch aufgewacht. Alles drehte sich und ich merkte selbst, dass ich hackedicht war, doch das war mir egal. Ich musste zu Mimi und das schnell.
Doch Mimi war mit Sicherheit bei Minerva im dritten Stock, trank mit ihr ein Schlückchen und bequatschte irgendeinen Weiberkram. Uiiiii, toll, da kann isch dosch glatt mal mitmachen. Isch kenne misch mit allem aus, nur nischt mit Tampons, die habe isch nosch nie benusst, aber isch probier es gern einmal aus.
Aber leider stellte sich der Weg nach oben als gar nicht so einfach heraus. Der Boden bewegte sich und machte es mir somit unmöglich, geradeaus zu laufen. Wer bitte hatte sisch scho einen Schwachsinn ausch gedascht? Schwankender Boden, also wirklisch.
Und die Treppen erst. Die waren alle krumm und buckelig und ich tat mir wirklich schwer, sie zu erklimmen. Also wirklich, ich musste dringend ein Wort mit Albus reden. SO ging das absolut überhaupt nicht. Durch diese gemeingefährlichen Stufen schaffte ich es glatt, dreimal voll auf der Fresse zu landen. Böse Treppe, echt hey! Schäm dich!
Zwischendurch musste ich auch plötzlich dringend aufs Klo, doch es war weit und breit keine Toilette in Sicht. Wo waren die nur alle, wenn man mal eine brauchte? Das konnte doch echt nicht wahr sein. Schonst wimmelt's dosch ausch immer von denen.
Doch meine Rettung sah ich in Form von einer kleinen Minufutzirüstung, die in einem Seitenalkoven stand. Na ja, solange ich mich nicht erwischen lasse... Ich steuerte direkt auf mein Ziel zu, öffnete unter einigen Schwierigkeiten das Visier, das genau auf Höhe meines Schwanzes war (Hihi, Standgebläse), und packte meine Nudel aus. Dann ließ ich es einfach nur laufen. Ah, herrlich.
„Hey“, ertönte da auf einmal ein Schrei aus dem Helm. „Sag mal, spinnst Du?“
Peeves, dieses kleine Monster kam heraus geflogen und funkelte mich wütend an. Was führte der sich denn so auf? Durch ihn flog doch eh alles hindurch.
„Was'n los“, lallte ich und packte mein Ding wieder ein, aber nicht, ohne vorher noch zweimal abzuschütteln. Schwanzregel Nummer 1: Nicht mehr als dreimal schütteln, sonst spielt Du damit. Wobei das auch ziemlichen Spaß machte.
„Es ist verdammt nochmal widerlich auf andere Leute zu pissen“, brüllte er mich an. Mann, man konnte es auch übertreiben.
„Bischt doch eh nur 'n Geischt!“
„Aber ich habe auch ein Recht darauf, dass Du mir nicht Dein Pimmelchen ins Gesicht streckst. Na warte, bis ich das unserem lieben Filchie erzähle. Der wird ausrasten, wenn er die Schweinerei hier sieht.“
„Fein, mach dasch nur ruhig. Isch gehe jess Mimi suchen. Du kannscht ihm meinetwegen dasch Gleische schagen, wie isch Dir jess.“
„Und das wäre, Du widerlicher Vollpfosten?“
„Wohl bekomm's!“
Ich musste kichern und torkelte dann einfach weiter, die schiefen Gänge entlang auf mein Ziel zu.


Ein paar Minuten später hatte ich es endlich geschafft und Minervas Bürotür direkt vor Augen. Von drinnen hörte ich leise Stimmen. Wahrscheinlich saßen die Weiber da drin und redeten fröhlich über ihre Probleme, während sie ihren Drink in sich hinein schütteten. Oh ja, isch will ausch!
Ich fixierte die Tür und nahm etwas Anlauf um anzuklopfen, doch ich traf leider nur die blöde Wand, die sich definitiv eben bewegt hatte. So ein Mist aber auch. Jetzt hatte ich doch glatt eine blutige Schramme an der Hand. Na ja, macht ja nichts, dann probiere ich es eben gleich nochmal.
Wieder holte ich aus, um mit meinem Arm Schwung zu holen, doch dieses Mal machte die Tür einen Bogen nach rechts und ich traf wieder nur die Mauer. Ja sag mal, bin ich denn mittlerweile zu blöd, um anzuklopfen? Jetzt aber, Severus!
Doch ich stolperte über meine eigenen Füße und knallte mit dem Gesicht voll gegen die Tür. Was war nur mit diesem Schloss los? Hatte es sich gegen mich verschworen? Ich fing meinen Sturz mit beiden Händen ab und landete an der Tür. So blieb ich einfach stehen. Das war gut, jetzt konnte sie nicht mehr weg laufen.
Drinnen waren die Stimmen verstummt. Wahrscheinlich lauschten die beiden gerade angespannt nach der Ursache des Knalls. Tja, meine Lieben, das war ich, der geile, heiße Severus!
Da ging drinnen auf einmal das Geflüster los. Weiber, müssen die denn alles immer bequatschen? Öffnet doch einfach die Tür und seht nach, was da los ist. Aber nööö, man musste ja lieber wieder einen auf bla bla bla machen.
Noch immer rührte sich nichts, deswegen nutzte ich die Gelegenheit, um noch einmal gegen die Tür zu pochen. Dieses Mal traf ich wenigstens das Holz. Nun kommt schon raus, ihr Zwei. Und zieht euch warm an, denn jetzt komme ich, die sexy Fledermaus! Wobei, Mimi sollte sich lieber ausziehen, damit ich ihre nackte Pracht bewundern konnte. Minerva stülpen wir lieber noch einen Müllsack drüber, denn die und nackt... Uuuuääääh, nein danke, lieber nicht!
„Ja, bitte“, ertönte da plötzlich ein Ruf von drinnen.
Halleluja, sie hatten mich gehört. Doch es war der alte Drache, der da geantwortet hatte und nicht meine liebe Mimi.
„Huhu, isch bin's“, rief ich laut gegen die Tür. „Miiiiiimiiiii, komm raaaaaausssss!“
Im Raum war wieder eine Totenstille. Ich konnte mir Mimi bildlich vorstellen, wie sie da auf einem Sessel saß und die Tür anstarrte. In ihrem sexy schwarzen Hosenanzug und der roten Bluse, die ihre Titten so gut zum Vorschein brachte.
„Wer ist denn da“, hörte ich nun die Stimme, für die zu hören ich ALLES gegeben hätte, sogar mein Allerheiligstes.
Yes, strike, sie redete wieder mit mir. Ich bin ja so was von gut. Da musste ich doch glatt mal etwas für mich singen: Isch bin so schön, isch bin so toll, isch bin der Sevi und stockvoll. Doch das ist mir scheißegal, selbst wenn ich blau bin wie ein Wal. Isch bin der Sevi und stockvoll!
Doch zu meiner Angebeteten sagte ich etwas anderes.
„Isch bin's, Mimi. Dein kleiner Schschschnuckipuss!“
Da ging drinnen wieder das Gebrabbel los. Ja klar, da musste man ja gleich wieder eine Diskussion führen. Herrgott, macht doch einfach die verfickte Tür auf. SO schwer ist das doch gar nicht. Einfach aufstehen, zur Tür watscheln, die Klinke runter drücken et voilà, auf ist sie. Weiber, warum müssen die denn alles so kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?
Doch schon hörte ich das, worauf ich schon die ganze Zeit wartete. Schritte und dann das leise Scharren einer herunter gedrückten Türklinke. Yippieh ya yeah, Schweinebacke! Hihi, den Spruch hatte ich auch von Mimi übernommen.
Die Tür ging auf und ich fiel erst mal nach vorne. Wieso trugen meine Füße mich denn nicht mehr? Irgendwas lief da ganz und gar nicht richtig. Und das schlimmste war, dass ich auch noch volle Kanne gegen Minerva fiel, die mich jedoch auffing und nicht auf die Fresse fallen ließ. Aber.... Bäääh, ich will nicht von der alten Schabracke in den Arm genommen werden, sondern von Mimi.
„Was willst Du, Severus“, giftete sie mich an.
„Isch will su, Mimi“, lallte ich und klang dabei fast wie ein kleines Kind.
„Aber sie will Dich nicht sehen.“
Aua, das tat weh, richtig weh. Da saß die Liebe meines Lebens in diesem Zimmer und der blöde, olle Wachhund wollte mich nicht rein lassen. Aber ihr Gebell würde ihr alles nichts nutzen, denn ich holte mir jetzt das, was ich wollte. Mimi!
„Bitte, Minerva, lasch misch rein!“
„Du solltest lieber nach unten gehen und Deinen Rausch ausschlafen, Severus. Du stinkst ja wie ein ganzer Schnapsladen. Was hast Du denn getrunken?“
„Nur ein Fläschchen Whisky.“
„Eine ganze Flasche? Großer Gott.“
„Dasch ischt doch nischts. Bitte, Minerva, isch will su Mimi.“
„Nein.“
„Wie nein?“
„Nein! Marie will nicht mit Dir reden. Sieh es endlich ein, Du hast es vergeigt.“
„Aber isch will jess zu Mimi.“
Und ohne ihre Antwort abzuwarten, gab ich meiner Kollegin einen kleinen Schubs und stürmte an ihr vorbei ins Büro.
Da saß sie mit ihrem Zauberstab in der Hand und starrte mich erschrocken an, meine Liebe, meine Göttin, meine Kleine. Allein bei ihrem Anblick bekam ich einen Steifen, dass es fast weh tat. Gott, war sie hot.
„Mimi, isch muss mit Dir reden“, sagte ich flehend.
Doch was machte sie, sie wendete sich einfach ab. Oh nein!

*****************************************************

Der Abend mit Minerva war richtig lustig. Wir gingen in ihr Büro, wo wir uns in zwei kuschelige Ohrensessel vor den Kamin setzten. Sie kredenzte mir einen fabelhaften Drambuie Whisky Likör. Er roch leicht nach Hustensaft, hatte eine sanfte Rauchnote, aber auch etwas Zitrusartiges in Verbindung mit frisch gemähten Gras. Zuerst dachte ich mir noch: Oje, was zur Hölle setzt Minerva mir denn da vor? Doch als ich den Schnaps dann probierte, war ich echt überrascht. Er schmeckte fruchtig umgeben von Honig und Kräutern, irgendwie sämig und süß, leicht pfeffrig und im Abgang kam eine leichte angenehme Würze. Das war echt lecker, dieses Zeug. Und ziemlich süffig. Da musste ich echt aufpassen, sonst hatte ich nachher noch einen ziemlich tödlichen Rausch.
Wir unterhielten uns über alles mögliche. Mein Leben, meine Ausbildung und allgemeines Frauengerede. Das Thema Fledermaus ließ Minerva allerdings komplett außen vor und dafür war ich ihr mehr als dankbar. Das Abendessen hatte mir schon völlig gereicht, da brauchte ich ihn jetzt nicht auch noch. Ich wollte jetzt einfach nur noch abschalten und runter kommen, damit ich nachher in Ruhe ins Bett gehen konnte und eben nicht irgendeine Scheiße daher träumte.
Doch unser Spaß sollte vielleicht nur eine Stunde lang andauern, denn plötzlich erklang ein donnernder Schlag gegen die Tür. Ich zog sofort meinen Zauberstab und richtete ihn in Richtung Tür. Wer auch immer da so einen Krach veranstaltete, der würde sein blaues Wunder erleben, wenn er hier herein kam. Dem würde ich einen Fluch aufhalsen, dass er drei Wochen lang Schweinsöhrchen herum lief.
„Was zur Hölle war denn das“, wollte Minerva wissen, als wir einige Zeit lang geschwiegen hatten um zu lauschen, wer oder was da vor der Tür solchen Unfug trieb. Vielleicht war es ja auch nur Peeves, der Poltergeist, der irgendeine Scheiße anstellte.
„Ich habe keine Ahnung“, gab ich leise zurück.
„Soll ich mal nachsehen gehen?“
„Nein, lass mal gut sein. Der- oder diejenige wird sich schon nochmal rühren. Vielleicht ist auch einfach nur etwas umgefallen.“
„Da hast Du vollkommen Recht, meine Liebe. Lass uns lieber noch ein Schlückchen von dem wunderbaren Likör genießen.“
„Das ist dann aber wirklich der letzte, Minerva. Denk daran, Du musst morgen morgen unterrichten.“
„Ach, das schaffe ich auch im Vollrausch, wenn es ist.“
„Das kann ich mir durchaus vorstellen.“
Ich musste grinsen. Ich verstand mich wirklich blendend mit meiner ehemaligen Lehrerin, eine Tatsache, die ich so niemals für möglich gehalten hatte. Vielleicht lag es auch daran, dass wir das gleiche Fachgebiet hatten und somit auch fachsimpeln konnten.
Minerva schenkte uns die Gläser nochmal voll und ich setzte meines gerade an die Lippen, als es erneut gegen die Tür pochte. Was sollte denn das? Wer steht da draußen vor der Tür und will etwas von McGonagall? Und das um diese Uhrzeit. Na ja, vielleicht hatte sie ja einen heimlichen Liebhaber. Wobei... das konnte ich mir irgendwie ganz und gar nicht vorstellen. Sie war nicht der Typ dazu, so verkniffen wie sie war.
„Was zur Hölle ist da los“, zischte sie in meine Richtung, doch dann erhob sie ihre Stimme und rief laut. „Ja, bitte?“
Vor der Tür waren ziemlich seltsame Geräusche zu hören oder sagen wir es so: Ich hörte sie, denn ich hatte ja ein Gehör, das mindestens doppelt so gut war wie bei normalen Menschen. Da war einmal ein komisches, tiefes Schnaufen, dann ein Herz, das in einem seltsamen Rhythmus schlug und es klang fast, als würde jemand versuchen, das Holz der Türe abzuknutschen.
„Huhu, isch bin's“, ertönte da auf einmal ein lauter Schrei, der beinahe meine Trommelfelle platzen ließ. „Miiiiiimiiiii, komm raaaaaausssss!“
Ich meinte, diese Stimme zu erkennen, aber ich war mir nicht hunderprozentig sicher, denn sie klang so seltsam verzerrt und auch irgendwie lallend. Minerva schien es genauso zu gehen, denn sie schaute mich mehr als nur fragend an und hatte ihre Augenbrauen bis zum Anschlag nach oben gezogen. In ihrem Kopf schien das gleiche vorzugehen wie in meinem. Wer zum Teufel ist das? Deswegen fragte ich einfach, ist ja auch nichts dabei.
„Wer ist denn da?“
Doch die Antwort kam nicht sofort, stattdessen hörte ich ein leises Kichern vor der Tür. Oje, mir schwante schreckliches. Ich glaubte, dass das Fucking Bat höchstpersönlich war, doch irgendetwas schien seltsam zu sein. Und tatsächlich hörte ich kurz darauf ein verrücktes Gezische.
„Isch bin's, Mimi. Dein kleiner Schschschnuckipuss!“
Heilige Scheiße. Er war es tatsächlich. Das durfte doch nicht wahr sein? Konnte er mich denn nicht in Ruhe lassen? Ich war gerade einmal seit circa zehn Stunden wieder in diesem Land und schon rannte er mir wieder hinterher. Was hatte ich verbrochen, dass ich das mitmachen musste?
„Soll ich ihn rein lassen“, riss mich Minerva aus meinen Flüchen, die mir durch den Kopf gingen, heraus.
„Bloß nicht“, gab ich flehend zurück. „Ich will ihn nicht sehen.“
„Das kann ich mir nur zu gut vorstellen, Marie. Ich weiß zwar nicht, was genau zwischen euch vorgefallen ist, aber so wie Du mit ihm umgehst, kann das nur schrecklich gewesen sein. Soll ich ihn abwimmeln?“
„Ich bitte darum.“
Wenn es jemand schaffte, die blöde Fledermaus wieder weg zu schicken, dann war es Minerva mit ihrer Beharrlichkeit. Das Problem war nur, dass Fucking Bat mindestens genauso stur war, wenn nicht sogar noch eine Spur mehr. Als Minerva zur Tür ging und sie öffnete, betete ich darum, dass er einfach nur ein braver Junge sein und wieder gehen würde und dass er endlich einsah, dass das zwischen uns nie wieder etwas werden würde.
Doch all meine Hoffnungen und Gebete durch Schreien, Toben und Flehen an Merlin, Gott oder was weiß ich wen, wurden leider nicht erhört, denn nach einer kurzen Diskussion – wobei Minerva diskutierte und die Fledermaus eher wie ein kleines Kind jammerte – stolperte McGonagall auf einmal rückwärts in den Raum hinein. Anscheinend hatte ihr das Riesenrindvieh einen Stoß verpasst und nutzte jetzt die Gelegenheit um sich an ihr vorbei zu schieben. Gott, gab der denn nie auf? Ich wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Wann checkte er das denn endlich?
Da stürmte er auch schon in den Raum hinein. Wobei stürmen vielleicht zu viel gesagt war. Torkeln traf es eindeutig besser. Er brauchte nahezu die gesamte Breite des Raumes und der war nicht gerade schmal. Alter Schwede, Fucking Bat war voll wie eine Haubitze. Und er stank wie eine ganze Schnapsfabrik. Puh, da wird einem ja fast schlecht davon. Mich überkam der Drang, mir mit der Hand vor dem Gesicht herum zu wedeln, aber ich ließ es sein. Das würde ja ein Zeichen setzen, dass ich ihn beachtete. Nein, nein, nein, immer schön immun bleiben, Mimi.
Aber ich konnte nicht anders, ich musste ihn kurz anstarren. Er sah schlecht aus, im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Haare sahen aus, als hätte man sie mit einem Fass Butter bestrichen und er hatte ziemlich dunkle Ringe unter den Augen. Doch die sahen immer noch genauso aus wie früher, als er jung gewesen war und ich ihn über alles geliebt hatte. Nur dass er jetzt einen verschleierten Blick hatte. Vom Alkohol natürlich.
„Mimi, isch muss mit Dir reden“, lallte er da, doch er nuschelte so sehr, dass ich ihn kaum verstand.
Ach, Du willst also mit mir reden? Wie schön für Dich! Geh erst mal in Dein Zimmer und schlafe Deinen Rausch aus, Du Schluckspecht! Aber selbst dann werde ich nicht mehr mit Dir sprechen. Du bist für mich GESTORBEN! Kapier' das doch endlich.
Also tat ich das einzig richtige: Ich wendete mich ab und tat so, als würde nicht gerade eine 1,90 Meter große Fledermaus vor mir stehen. Stattdessen nahm ich mein Glas mit dem Likör in die Hand und nahm noch einen großen Zug. Ich weiß, das war ein klein wenig kindisch, so auf die Art „Wenn ich Dich nicht sehe, dann siehst Du mich auch nicht“, aber es war mir scheißegal. Ich wollte einfach nicht zuhören, geschweige denn selbst etwas sagen! Ich ging ihn nichts mehr an.
„Mimi, bitte, isch will dosch nur mit Dir reden“, flehte er mich an.
Toll für Dich! Aber ich nicht mit Dir.
Doch Gott sei Dank gab es noch eine Person in diesem Raum und genau die kam jetzt so richtig in Fahrt. Sie funkelte die Fledermaus böse an und ihre Lippen waren so dünn, dass man sie fast überhaupt nicht mehr sah. Oh oh, zieh Dich warm an, Fucking Bat, jetzt kommt Minerva McGonagall.
„Sieh es doch endlich ein, Du Holzkopf“, rief sie laut und stellte sich schützend zwischen mich und meinen Albtraum. „Marie WILL nicht mit Dir sprechen. Was immer Du ihr auch angetan hast, ich kann sie verstehen. Mit so einer Person würde ich auch nicht mehr verkehren wollen. Egal wie. (Oh Gott, eindeutig zweideutig! Kenne ich das nicht irgendwo her?) Und jetzt schau endlich, dass Du Land gewinnst und aus meinem Büro verschwindest. Geh und schlafe Deinen Rausch aus. Das ist das allerbeste, was Du tun kannst.“
„Aber Minerva, isch will dosch nur“, stammelte er, doch die Professorin für Verwandlung wurde nun vor meinen Augen buchstäblich zum Drachen. Ich sah schon beinahe das Feuer, dass aus ihren Nasenlöchern schoss.
„Lass Marie endlich in Ruhe, Du Schnapsdrossel. Du ekelhafter, widerlicher Dreckskerl. Sie hat keinen Bedarf, denn sie könnte tausende Männer auf diesem verdammten Planeten haben (Ach, konnte ich das?), die alle ihre Gefühle mehr verdient haben als Du und die sie auch zu würdigen wüssten. Und jetzt hau endlich ab, bevor ich noch gewalttätig werde. Außerdem verpestest Du uns die Luft mit Deiner Fahne!“
Ich kannte Fucking Bat so gut, dass ich wusste, dass er unter normalen Umständen spätestens jetzt explodiert wäre und Minerva zur Schnecke gemacht hätte, doch er tat es nicht. Stattdessen nestelte er an seinem Umhang herum und sah aus, als würden ihm jeden Moment die Tränen in die Augen steigen.
„Worauf wartest Du denn noch“, schrie Minerva weiter. „Da drüben hat Godirc Gryffindor das Loch hinterlassen, dass sich Ausgang nennt. Verpiss Dich endlich, Severus Snape, bevor ich Dir einen Fluch aufhetze.“
Solche Worte aus Minerva McGonagalls Mund? Oha, die musste ganz schön sauer sein. Ich glaube, ich sollte lieber mal in Deckung gehen, bevor ihr Zorn noch mich in irgendeiner Art und Weise traf.
Aber am meisten überraschte mich die Reaktion der Fledermaus. Anstatt durch die Gegend zu brüllen wie ein tobender Hippogreif, schaute er noch trauriger drein. Ich konnte nicht sagen, wie er fühlte, aber er sah fast so aus, als hätte er üble Schmerzen. Oje, der konnte einem ja fast leid tun.
Mimi, so darfst Du gar nicht denken. Knicke jetzt ja nicht ein. Dieses Arschloch hat Dein Mitleid gar nicht verdient. Du machst das genau richtig, wenn ich das mal so anmerken darf.
„Mimi, bitte“, meinte der Wichser und wendete sich nun direkt an mich. „Bitte, isch flehe Disch an. Sag mir, was isch tun soll, damit Du wieder mit mir sprischt. Isch tu allesch.“
Doch es war nicht ich, die antwortete, sondern Minerva.
„Na, Hauptsache, Du ziehst Dich nicht wieder aus. Einmal im Leben Deinen Dödel zu sehen, reicht mir vollkommen. Davon habe ich wahrlich genug.“
Ich konnte nicht anders, ich musste in diesem Moment einfach zu Lachen anfangen. Heilige Scheiße, diese Aktion hatte ich wirklich fast verdrängt. Die Fledermaus hatte sich damals in McGonagalls Unterricht ausgezogen, damit er meine Aufmerksamkeit wieder erlangen konnte, weil ich mit ihm Schluss gemacht hatte. Oh ja, das war wirklich witzig gewesen.
Aber jetzt konnte ich wirklich gut und gerne darauf verzichten. Es sei denn... MIMI! Denk jetzt ja nicht so eine Scheiße! Wenn Du es mal wieder nötig hast, dann appariere nach Frankreich und treibe es mit Cole. Der hat das tausend Mal mehr verdient als dieser Schleimscheißer.
„Minerva“, rief die Fledermaus laut und riss mich somit aus meinen Gedanken.
„Was“, gab sie zurück und funkelte ihn weiterhin wütend an. „Willst Du mir jetzt etwa widersprechen? Glaub mir, so etwas vergisst man sein Leben lang nicht. Ich träume heute noch davon.“
„Nein, nein, nein. Minerva, Du bischt einfasch göttlisch. Isch danke Dir. Du hascht misch grade auf eine wunderbare Idee gebrascht.“
Oh nein, der würde doch nicht... Doch genau in diesem Moment schmiss er den Umhang von seinen Schultern und riss sein Hemd auf, sodass alle Knöpfe kreuz und quer durch den Raum flogen. Oh doch, er würde.
Verdammt, was sollte ich denn jetzt tun? Ich konnte doch nicht zulassen, dass er sich schon wieder bis auf die Knochen blamierte. Oh doch, Mimi, Du kannst! Lass ihn sich zum Affen machen und ignoriere ihn weiter. Das ist genau das, was er braucht und was er auch verdient hat.
„Severus, hör endlich auf mit diesem Mist“, tobte Minerva weiter. „Es will keiner hier Deinen Striptease sehen. Wir haben jetzt keine Lust auf Wurst und Bohnen.“
Wurst und Bohnen? Ich musste noch einmal kichern. Das schien Fucking Bat allerdings als Bestätigung auf zu fassen, denn jetzt riss er sich das Hemd vollends herunter. Ich konnte nicht anderes tun, als seinen nackten Oberkörper an zu starren. Er hatte sich nicht großartig verändert. Er war immer noch schlank, muskulös und perfekt enthaart. Und er hatte sogar einen kleinen Sixpack. Das ist... Wow... Ich...
MIMI, jetzt komm endlich wieder zu Sinnen. Das ist der Mann, der Dich betrogen hat, der sich da vor Dir auszieht. Bekomme also endlich Deine Hormone in den Griff und trockne Dein Höschen. Das ist ja furchtbar und widerlich!
Da öffnete er auch schon seine Hose.
„SEVERUS“, brüllte McGonagall und zog ihren Zauberstab. „Lass den Unsinn.“
„Nein“, meinte er und schob sie sich über die Hüften, sodass man seine schwarze Boxershort erkennen konnte. „Isch hole mir jess Mimi surück.“
„Marie, um Gottes Willen, jetzt tu doch auch mal was“, giftete mich Minerva nun an.
„Was soll ich denn tun“, wollte ich wissen und zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Irgendwas, damit er mit diesem Wahnsinn endlich aufhört. Noch einmal ertrage ich diesen Anblick wirklich nicht.“
Also ich würde ihn definitiv ertragen. MIMI!!! Du bist und bleibst ein kleines versautes Schweinchen und bist mehr als nur notgeil. Du könntest jeden haben, wenn Du willst und Du starrst den Mann an, der Dich so sehr verletzt hat. Jetzt reicht es aber.
Fucking Bat versuchte unterdessen, seine Schuhe auszuziehen, damit er sich seiner Hose komplett entledigen konnte. Aber das war gar nicht so einfach in seinem Zustand. Und schon passierte es. Während er noch auf einem Bein herum sprang – was ziemlich komisch aussah – verlor er das Gleichgewicht und flog mit einem gewaltigen Krachen auf seinen Hintern. Doch davon ließ er sich nicht entmutigen. Er riss sich die schwarzen Halbschuhe von den Füßen, zog sich die Socken aus und riss sich die Stoffhose von den Beinen. Dann sprang er wieder auf, torkelte nach links und nach rechts und hakte die Daumen in den Bund seiner Boxershort.
„Marie“, schrie Minerva laut. „Jetzt sei nicht so stur und unternimm endlich was!“
Och Menno, diese Spielverderberin. Lass mir doch diesen kleinen Spaß. Aber sie hatte schon irgendwie recht. Ich konnte das nicht machen. Wer wusste schon so genau, wie ich reagieren würde, wenn ich Bat Boys Schwanz sah. Okay, okay, ich gebe auf. Aber nur dieses eine Mal!
Gerade als er sich die Unterhose runter ziehen wollte, richtete ich meinen Zauberstab auf die Fledermaus und hielt ihn davon ab, zu Ende zu bringen, was er eben angefangen hatte. Er erstarrte mitten in der Bewegung, da ich seine Hände versteinert hatte.
„Es reicht, Snape“, sagte ich laut und deutlich und schaute ihm in die Augen. „Das hier will wirklich keiner sehen.“
Na ja, ich eigentlich schon, aber das sage ich jetzt lieber nicht, sonst gibt es noch Tote.
„M... M... Mimi“, stotterte er fragend. „Du... sprichst wieder mit mir?“
„Ja, das tue ich. Zumindest für den Augenblick. Hör zu, Du solltest jetzt wirklich nach unten gehen und Deinen Rausch ausschlafen. Das ist für alle Beteiligten das beste, glaub mir.“
„Aber... isch will dosch...“
Doch zu mehr kam er nicht, denn in diesem Moment begann er heftig zu schwanke. Er verdrehte die Augen und kippte vornüber. Ehe ich irgendetwas tun konnte, schlug er auch schon auf dem Boden auf. Heilige Scheiße, war der voll! Was hatte ich ihm nur angetan? Nur wegen mir hatte er sich überhaupt erst in diesen Zustand versetzt. Mimi, gib Dir jetzt nicht die Schuld daran, weil er sich dermaßen einen ansauft. Dafür kannst Du nichts. Er ist alt genug um selbst zu entscheiden, was er tut und was nicht.
Doch trotzdem machte ich mir Sorgen, weil er sich immer noch nicht rührte. Ich stand aus meinem Sessel auf, ging zu ihm und kniete mich neben ihn. Er lag auf dem Bauch, doch sein Kopf war leicht zur Seite gedreht. Ich konnte sehen, dass seine Augen geschlossen waren, aber immerhin atmete er noch.
„Sieht aus, als würde er schlafen“, meinte ich zu Minerva, die noch immer geschockt da stand.
„Das war wirklich haarscharf, Marie“, sagte sie und zwickte sich mit dem Daumen und dem Zeigefinger ihrer rechten Hand in den Nasenrücken. „Das nächste Mal reagierst Du aber ein bisschen früher, okay? Ich hatte schon Angst, dass Du ihn das wirklich durchziehen lässt.“
Na ja, eigentlich hatte ich das ja auch gewollt. Man gönnt sich ja sonst nichts. MIMI!!!
„Was sollen wir denn jetzt mit ihm machen? Wir können ihn ja schlecht hier liegen lassen.“
„Das sehe ich auch so.“
„Wo schläft er denn sonst?“
„In seinem Zimmer. Das ist neben dem Zaubertrankkerker.“
Das war ja klar. Fledermäuse hausten oft in Verliesen. Da passten sie bekanntlich gut hin. Da war es düster und feucht.
Doch was sollte ich jetzt mit dieser Alkoholleiche anstellen? Ich konnte ihn ja schlecht halbnackt auf dem Boden liegen lassen, aber ich konnte ihn auch nicht einfach mit einem Zauber in sein Zimmer schicken. Das war aufgrund der Schutzzauber im Schloss nicht möglich. Also hatte ich nur eine Möglichkeit.
„Ich bringe ihn nach unten“, meinte ich entschlossen.
„Bist Du Dir sicher, dass Du das schaffst“, wollte Minerva wissen. „Ich meine, nicht, dass Du...“
Ich wusste genau, was sie meinte. Sie hatte Angst, dass ich mich dadurch selbst verletzte, aber das tat ich nicht, denn ich machte das ganze ja freiwillig.
„Ich packe das schon, Minerva“ erwiderte ich deshalb. „Nur keine Angst. Danke für den Likör und den netten Abend. Das sollten wir wiederholen.“
„Auf jeden Fall. Aber das nächste Mal ohne irgendwelche Unterbrechungen.“
„Sehe ich auch so.“
Wir grinsten uns an. Dann sammelte ich schnell die umherliegenden Klamotten auf (Sie dufteten herrlich!), richtete meinen Zauberstab auf die schlafende Fledermaus und dachte „Locomotor“.
Er erhob sich in die Lüfte und folgte mir aus Minervas Büro heraus.


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Matthew Lewis