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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 16: Räudige Köter und anderes Getier

von Dilli

Dreieinhalb Wochen waren vergangen, seit ich wieder hier an diesem schrecklichen Ort war. Dreieinhalb Wochen, in denen ich weder mit Fucking Bat gesprochen noch ihn angesehen hatte. Er saß nach wie vor bei jedem Essen neben mir, aber ich ignorierte ihn weiterhin. Ich versuchte es zumindest. Ab und an warf ich ihm einen Blick zu, meistens, wenn ich die Große Hallte betrat und er schon da war.
Aber ansonsten versuchte ich, ihn so gut es ging auszublenden, auch wenn das gar nicht so einfach war, da er immer noch versuchte, mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich blendete das immer aus, doch manchmal gelang es mir einfach nicht.
Er versuchte es auf vielerlei Art und Weise. Beim Essen redete er einfach vor sich hin, erzählte mir, wie sein Tag war et cetera oder stellte mir die eine oder andere Frage wie zum Beispiel „Wie geht es Dir“ oder „Hast Du gut geschlafen?“ Und wenn ich ihm dann nicht antwortete, dann gab er nicht etwa auf. Nein, das wäre nicht sein Stil gewesen, er plapperte einfach weiter. Ich war dann oftmals so genervt, dass ich einfach meinen vollen Teller stehen ließ und den Saal verließ.
Aber er hatte auch schon das eine oder andere Mal versucht, mich abzufangen. Nach dem Essen, wenn ich zum Joggen ging oder mich auf zu meinen Schülern machte, die ich in den letzten Wochen in den Fächern Verwandlung, Alte Runen, Zauberkunst, Muggelkunde, Astronomie und Zauberkunst unterrichtete. Ich hatte Minerva auch angeboten, ein paar englischen Schülern (Ich brachte das Wort mit H immer noch nicht über meine Lippen) Nachhilfe zu geben und sie hatte mir versprochen, auf mich zu zu kommen. Ich brauchte nämlich dringend ein wenig Abwechslung, sonst würde ich vor Langeweile nämlich sterben.
Ich hatte auch schon bei anderen Lehrern im Unterricht zu geschaut, damit ich mir einige Tipps und Tricks abschauen konnte, vor allem wenn es um die Unterrichtsfächer ging, die ich eigentlich gar nicht unterrichtete. Vor allem Professor Moodys Stunden gefielen mir dabei sehr, denn er war – wie Cole – ein Genie auf seinem Fachgebiet. Das lag wahrscheinlich daran, dass auch er ein Auror gewesen war.
Zu Cole kann ich kurz sagen, dass er sich in den letzten Wochen sehr oft bei mir gemeldet hatte, aber ich blockte ihn dann immer ab, mit der Ausrede, dass ich jetzt keine Zeit hätte oder mir über unsere Zukunft Gedanken machen musste. In Wahrheit hatte ich noch nicht eine Minute daran verschwendet. Ich war mir einfach sicher, dass ich noch nicht soweit war, mich wieder zu verlieben.
Aber nun zurück zu Fucking Bat: Wie ich schon gesagt habe, ließ er mir einfach keine Ruhe. Mehr als einmal lauerte er mir in den Gängen auf und rief nach mir. Wenn er das tat, dann ging ich immer stur weiter und tat so, als hätte ich ihn nicht gehört. Sein dummes Gelaber musste ich mir mit Sicherheit nicht auch noch in meiner Freizeit geben. Das hatte ich während den Mahlzeiten schon zur Genüge.
Doch er hatte es auch schon einmal gewagt, mich am Ellenbogen zu fassen und mich in eine Nische zu ziehen.
„Ich will jetzt mit Dir reden“, hatte er mich angeschnauzt.
Schön für Dich, ich aber nicht mit Dir, war mir durch den Kopf gegangen. Wann würde er das denn endlich begreifen? Wahrscheinlich niemals. Fledermäuse sind, meiner Erfahrung nach, ziemlich schwer von Begriff.
Ich hatte mich also wehren müssen, aber nicht verbal, so viel steht fest. An ihn würde ich nie wieder das Wort richten, koste es, was es wolle. An meinem ersten Tag hier war das eine absolute Ausnahme gewesen, da ich in der ersten Situation ja gar nicht gewusst hatte, wer mir da sein hübsches Popöchen (Mimi!) zu wandte und später am Abend war er so hackedicht gewesen, dass ich gewusst hatte, dass er sich nicht mehr daran erinnern könnte. Und tatsächlich erwähnte er diesen Vorfall nicht einmal.
Also hatte ich nur eine Wahl, mich zur Wehr zu setzen: mit einem Zauber. Da Snape genau den Arm fest umklammert hatte, den ich gebraucht hätte um meinen Zauberstab aus meinem Ärmel zu ziehen, hatte ich nur eine Möglichkeit. Den Zauber mittels Gedankenmanipulation durch zu führen. Das dauerte zwar einen kleinen Tick länger als üblich, aber am Ende schaffte ich es doch, einen heißen Schauer über meinen Körper laufen zu lassen, sodass sich die Fledermaus ziemlich übel die Hand verbrannte und mich los ließ. Ich hatte natürlich die Gelegenheit genutzt, um so schnell wie möglich davon zu laufen.
Das nächste, was ich tat, war gewesen, dass ich mir per Eulenexpress einen Zauberstabholster schicken ließ, den ich fortan um die Hüfte geschnallt hatte. Das war zwar vielleicht nicht gerade stylisch, aber so kam ich immer an meinen Zauberstab heran, wenn ich ihn brauchte.
Die nächste Aktion, die dieser blöde Arsch machte, war gewesen, mir beim Joggen hinterher zu rennen. Er hatte es ganze drei Kilometer (Weltwunder, früher hatte er gerade einmal einen überlebt) geschafft, dann war er schnaufend zurück geblieben. Tja, mit meiner Kondition, die ich in den letzten Jahren noch verbessert hatte, hatte er wohl nicht gerechnet. Ich ließ ihn dann einfach stehen und lief weiter. Eigentlich hatte ich die gleiche Strecke wieder zurück laufen wollen, aber da ich Angst gehabt hatte, dass er dort auf mich warten würde, wählte ich einen weiteren Weg und lief die Strecke am See entlang zurück, in dem das prächtige Schiff von Durmstrang thronte.
Und als ob das noch alles nicht genug wäre, träumte ich in der Nacht auch noch ständig von diesem Vollidioten. Es waren überwiegend erotische Träume und ich war schon beinahe süchtig nach ihnen, weil ich mich dort immer fallen lassen konnte. Im wahren Leben erlaubte ich mir das natürlich nicht.
Das einzige, was mir neben dem Unterricht und dem Joggen noch einigermaßen Spaß machte, waren die Abende mit Minerva, die wir mal bei ihr und mal bei mir verbrachten. Sie rauchte sogar auch, allerdings Pfeife, mit dem ich mich so gar nicht anfreunden konnte. Mit Minerva allerdings schon. Mittlerweile verstanden wir uns richtig gut und ich hatte ihr erzählt, warum sich Snape und ich uns damals getrennt hatten. Beziehungsweise, warum ich Schluss gemacht hatte. Sie hatte mich vollkommen verstanden und fand auch meine Konsequenz, nach Frankreich abzuhauen, mehr als nur logisch. Damals hatte sie es nämlich nicht verstanden. Heute tat sie es. Doch was ich am besten fand, war die Schimpftirade, in die Minerva hinterher ausbrach. Solche Schimpfwörter habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört und es wunderte mich, dass ausgerechnet SIE sie kannte. „Verknitterter Fettsack“, „Schneckenfressender Wurm“, „Schweinefurz schnüffelndes Blubbermaul“ und „Eckiges, dreckiges, fettiges, speckiges Ultraschwein“ waren dabei noch die harmlosen. Die anderen nahm ich lieber nicht in den Mund, auch wenn sie ziemlich witzig gewesen waren.
Heute war Sonntag und ich hatte einen freien Tag. Am Dienstag würde die erste Aufgabe des Trimagischen Turniers stattfinden und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Olympe war schon nervös ohne Ende, ob es ihr Fleurchen auch ja gut überstehen würde. Wir hatten bis jetzt noch keine Ahnung, worum es gehen würde, aber das war ja auch Teil des Plans. Ich fand das auch irgendwie gut. Wie sollten sonst die einzelnen Fähigkeiten der Champions überprüft werden? Olympe hatte mich in dieser Woche dazu gezwungen, mit unserem Prinzesschen ein paar Verwandlungszauber zu üben. Für mich war das die reinste Hölle gewesen. Fleur ging mir ja schon immer auf die Nerven, wenn noch fünfzehn andere mit im Raum waren. Alleine war sie der Teufel in Person. Ständig ließ sie heraus hängen, dass sie doch etwas besseres war. Mehr als einmal war ich versucht gewesen, ihr einen Fluch aufzuhalsen, aber ich hatte es gerade noch geschafft, mich zurück zu halten. Ich war richtig stolz auf mich. Doch am Ende von diesen drei Einheiten hatte sie es zumindest geschafft, ihren Stein in einen Labrador zu verwandeln. Das hatte sie vorher nie zustande gebracht, also war das doch schon einmal ein Vorteil.
Aber trotzdem war ich heute froh, einmal einen Tag für mich zu haben. Ich beschloss, zuerst Sirius zu besuchen und anschließend noch im Honigtopf vorbei zu schauen, um mich mit Süßigkeiten einzudecken. Irgendetwas brauchte Frau ja auch. Außerdem wollte ich mir noch Zigaretten kaufen, da mein Vorrat langsam aber sicher zur Neige ging.
Aber bevor ich diese durchaus notwendigen Sachen besorgte, lief ich den steilen Hügel hinauf, um meinem Freund einen Besuch ab zu statten. Ich hatte einen großen Rucksack auf dem Rücken, in dem ich einiges an Essen verstaut hatte, das ich mir heute Morgen von einem Hauselfen hatte bringen lassen. Das Frühstück hatte ich nämlich geschwänzt, um einem gewissem Jemand aus dem Weg zu gehen. Hihi!
Ich hatte in den letzten Wochen Sirius nicht vergessen und ihm fast jeden Tag ein kleines Fresspaket geschickt. Außerdem hatte ich ihn über alle Neuigkeiten, die das Turnier und seinen Patensohn betrafen, auf dem Laufenden gehalten. Mittlerweile hatte er auch selbst wieder Kontakt zu Lillys Sohn, wobei ich ihm gesagt hatte, dass er ja vorsichtig sein sollte, was seinen Aufenthaltsort anging. Nicht dass er am Ende doch noch von Auroren erwischt wurde und mich mit in die Scheiße zog. Das hätte ich nicht auch noch gebrauchen können. Mein eigenes Chaos reichte mir vollkommen.
Sirius wartete an der Spitze des Hügels schon auf mich, in Gestalt des großen schwarzen Hundes. Als ich auf ihn zu ging, wedelte er fröhlich mit dem Schwanz. Na, wenigstens einer. Gut, dazu muss ich sagen, dass ich im Moment zwei Männer zur Verfügung hatte. Wenn ich mit den Fingern schnipsen würde, dann würden sie sofort angerannt kommen und mich bis zum Geht nicht mehr vögeln. Aber das wollte ich ja gar nicht. Für den einen hatte ich nur freundschaftliche Gefühle und der andere hatte mir das Herz gebrochen. Verständlich, dass ich da nicht sofort die Beine breit machte, oder?
„Hey, mein Großer“, dachte ich und streichelte dem wuscheligen Hund über den Kopf. „Wie geht es Dir denn, mein Junge?“
Irgendwie hatte ich mir angewohnt, mit Sirius wie mit einem Hund zu sprechen, wenn er in dieser Gestalt war, auch wenn er das nicht sonderlich mochte. Aber wenn uns jemand beobachtete, dann waren wir so auf der sicheren Seite. Das musste er einfach einsehen.
„Hi Mimi“, antwortete er in meinem Kopf. „Schön, dass Du endlich mal wieder bei mir rein schneist. Ich langweile mich schon zu Tode.“
„Das kann ich verstehen. Dann lass uns mal gehen.“
Sirius lief vor mir her auf die Höhle zu und ich folgte ihm. Hier hatte sich nichts großartig verändert, außer dass es aussah wie im Schweinestall. Überall lagen Essensreste und Klamotten herum, genauso wie Federn von dem gigantischen Hippogreif, der mittlerweile auch hierher gekommen war. Sein Name war Seidenschnabel und auf ihm war Sirius letztes Jahr geflohen. Nur leider hatten wir ihn aus Frankreich nicht per Apparieren mitnehmen können, da es für ein Tier seiner Größe doch zu gefährlich war, zu zersplintern. Deswegen kam er seinem neuen Herren kurzerhand hinter geflogen.
Aber zurück zu dem Chaos: Wie konnte es ein Mann nur schaffen, innerhalb von dreieinhalb Wochen so eine Unordnung zu veranstalten? Das war ja grausam. Ich glaube, ich sollte dringend mal ein bisschen aufräumen. Gut, ich war vielleicht auch nicht die Ordentlichste. Ich schmiss meine Klamotten auch immer aus dem Schrank, wenn ich etwas bestimmtes suchte, aber danach wendete ich immer sofort einen Aufräumzauber an. Das war ja wohl wirklich kein Problem. Okay, Sirius hatte noch keinen Zauberstab, aber dieser Zauber war wirklich leicht, auch per Gedankenmanipulation.
Apropos Zauberstab: Vielleicht sollte ich Sirius einen zu Weihnachten besorgen. Das wäre doch eine super Geschenkidee. Ich weiß, da gab es dieses Ding von wegen „der Zauberstab sucht sich den Zauberer“, aber lieber ein nicht hundertprozentig astreiner Zauberstab, als gar keiner. Das war zumindest meine Meinung.
Doch jetzt hatte Sirius ja noch keinen, deswegen musste ich halt den ganzen Müll beseitigen. Das war aber das erste und gleichzeitig letzte Mal, das schwöre ich. Ich zog meinen eigenen Stab und mit einem Schwung war das ganze auch schon erledigt.
„Das hättest Du doch nicht machen brauchen, Mimi“, meinte Sirius, der sich mittlerweile zurück verwandelt hatte, und hatte wenigstens den Anstand, verlegen drein zu schauen.
„Oh doch, das war bitternötig“, gab ich zurück und warf ihm einen strengen Blick zu. Ganz die Frau Professor. „Wie kann man sich in so einem Chaos nur wohl fühlen?“
„Ach, so schlimm war es doch nun auch wieder nicht.“
„Stimmt, Du hast recht. Es war viel schlimmer.“
„Man kann es auch übertreiben, Mimi.“
„Das ist aber nicht übertrieben. Jetzt kann man sich wenigstens wieder aufs Sofa setzen.“
Und genau das tat ich auch, während ich mich immer noch über die Unordentlichkeit der Männer ärgerte. Was bitte war so schwer daran, seine Stinkesocken weg zu räumen oder zu waschen? Oder die Essensreste zu entsorgen. Ich hatte mehr als ein schimmliges Etwas herum liegen sehen. Das war doch widerlich.
„Also, Mimi, was gibt es neues oben im Schloss“, wollte mein Freund wissen, als er sich neben mich fallen ließ. „Weiß man schon, worin die erste Aufgabe besteht?“
„Leider nein“, antwortete ich ihm und sah ihn mitleidig an. Es tat mir wirklich leid, dass ich keine besseren Nachrichten für ihn hatte. „Das ist ein streng gehütetes Geheimnis. Soweit ich weiß, ist der zuständige Gesandte vom Zaubereiministerium der Einzige, der weiß, was wirklich auf die Champions zukommt.“
„Und Harry muss immer noch mit machen?“
„Ja, auch diesbezüglich gibt es nichts neues.“
„Ich verstehe die alle nicht. Wie können die es zulassen, dass ein vierzehnjähriger Junge daran teilnehmen muss?“
„Da bin ich echt überfragt, Sirius. Ich kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen. Ich hätte das nie erlaubt und ihn einfach als Teilnehmer gestrichen. Aber jetzt kann man es ohnehin nicht mehr ändern. Harry muss daran teilnehmen. Ob wir es wollen oder nicht.“
„Aber er ist doch immer noch ein Kind.“
„Oh, lass ihn das bloß nicht hören. Jugendliche in diesem Alter sind sehr empfindlich, wenn man sie noch als Kinder bezeichnet. Sie sehen sich doch schon als Erwachsene.“
„Und wie geht es ihm?“
„Gut, denke ich mal, aber vermutlich weißt Du das besser wie ich, da Du mit ihm in Kontakt stehst. Ich sehe ihn nur immer in der Großen Halle oder mal auf dem Schulgelände. Aber er macht einen gesunden und fitten Eindruck. Diesbezüglich brauchst Du Dir also keine Sorgen zu machen.“
„Mache ich auch gar nicht. Was mich beinahe umbringt, ist die Tatsache, dass ich hier in dieser bescheuerten Höhle sitzen muss, während ich ihn doch eigentlich bei seiner Aufgabe unterstützen sollte. Ich sollte ihm zur Seite stehen wie ein Vater. Wie James es getan hätte.“
„Das kannst Du aber nicht, Sirius. Du bist immer noch ein gesuchter Schwerverbrecher, vergiss das nicht.“
„Ich weiß ja, aber...“
„Komm gar nicht auf die Idee!“
„Was denn? Ich habe doch gar nichts gesagt.“
„Aber ich kenne diesen Blick. Du hast irgendetwas vor, Sirius.“
Sirius schaute nämlich drein, wie ein kleiner Junge. So schelmisch grinsend und in seinen Augen funkelte es. Da war etwas im Busch, ganz sicher.
„Nein, habe ich nicht“, meinte er und wagte es dabei kaum, mir in die Augen zu schauen, aber der Blick blieb.
„Oh doch, Sirius Black. Du willst Dich in die Schule schleichen.“
„Woher weißt Du das?“
„Ich kenne Dich gut genug. Besser wahrscheinlich, als Du ahnst. Also, raus mit der Sprache!“
„Nein, ich...“
„SIRIUS!“
Meine Hand wanderte automatisch zu meinem Zauberstab. Ich würde nicht zögern und ihn verfluchen, wenn es sein musste. Er wusste doch genau, dass man sich mit mir besser nicht anlegte. Vor allem nicht, wenn ich wütend wurde, so wie jetzt. Dann kam die Französin in mir heraus und das wollte er lieber nicht erleben.
So sah Sirius es anscheinend auch, denn er seufzte tief und sah mich anschließend an.
„Also schön, Du hast gewonnen, Mimi. Ja, ich will mich nach oben schleichen. Ich will bei der ersten Aufgabe dabei sein.“
„Bist Du wahnsinnig? Was ist, wenn Dich irgendjemand erkennt?“
„Ach, wer sollte mich denn schon erkennen? Es gibt wenige, die davon wissen, dass ich ein Animagus ist.“
„Was ist mit Snape, der da oben sein Unwesen treibt? Der weiß immerhin, dass Du ein nicht registrierter Animagus bist. Na, da staunst Du, was? Damit hast Du wohl nicht gerechnet, dass er immer noch an der Schule ist. Als Lehrer wohlgemerkt.“
„Wieso soll ich da staunen?“
„Was meinst Du denn damit?“
„Na, ich weiß doch schon lange, dass unser lieber Schniefelus da oben Unfug treibt. Er war es doch, der mich letztes Jahr den Dementoren zum Kuss vorwerfen wollte.“
„Er... Du... WAAAAAAAS?“
Das war ja wohl die absolute Höhe. So eine Frechheit. Reichte es denn nicht schon, dass Remus mich belogen hatte? Musste Sirius das auch noch unbedingt tun? Was war denn das bitte für ein Scheißspiel? „Wer lügt am besten die doofe Mimi an?“ Oder „Lying extreme“? Was sollte dieser Mist? Was hatte ich getan, dass mir meine so genannten Freunde alle nicht die Wahrheit sagten? Das konnte doch wohl echt nicht angehen. Na warte, Du elender Köter. Du bekommst jetzt den gleichen Arschtritt wie Remus.
„Bist Du eigentlich komplett bescheuert, Du dreckige Töle“, schrie ich so laut, dass die Wände wackelten. „Wie kannst Du mir das antun? Ausgerechnet mir, die Dir dabei geholfen hat aus diesem elenden Loch namens Askaban heraus zu kommen. Also sag mir jetzt schnell, welcher Teufel Dich dabei geritten hat, Du flohbesetztes Wollknäuel, bevor ich Dir dermaßen in den Hintern trete, dass Du zum Mond fliegst.“
„Reg Dich nicht gleich so auf, Mimi. Ich habe es weder vergessen noch sonst etwas. Ich wollte es Dir nur nicht sagen, weil ich genau weiß, wie Du auf diesen Scheißkerl reagierst. Du hättest nur gleich wieder umsonst aufgeregt. So wie jetzt.“
„Aber Du hast mich belogen!“
„Ich habe nicht gelogen, sondern Dir etwas verschwiegen. Das ist ein Unterschied.“
„Ach ja? Für mich ist das das Gleiche. Was meinst Du eigentlich, wie blöd ich geschaut habe, als ich ihm auf einmal über den Weg gelaufen bin? Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich wollte diesem Mistkerl nie wieder begegnen und jetzt muss ich jeden verfickten Tag neben ihm mein Essen einnehmen. Glaubst Du etwa, dass ist angenehm? Nur zu Deiner Info, dabei kommt mir jedes Mal das Zeug wieder nach oben und ich würde es am liebsten quer über den Tisch kotzen.“
„Was hätte ich denn Deiner Meinung nach tun sollen, Mimi? Verrate mir das mal.“
„Du hättest es mir sagen müssen.“
„Aber was hättest Du denn dann getan? Hättest Du ernsthaft Deinen Job, den Du über alles liebst, riskiert nur wegen diesem Vollidioten?“
Darüber musste ich kurz nachdenken. Was hätte ich getan? Auch jetzt wusste ich keine Antwort darauf, auch wenn mir die Frage schon seit längerem durch den Kopf ging.
„Ich weiß es nicht“, erwiderte ich deshalb wahrheitsgemäß. „Trotzdem finde ich es nicht richtig, dass Du mir das nicht gesagt hast. Ich vertraue Dir, Mann. Du bist mein Freund und Freunde erzählen sich alles. Auch wenn es für den einen oder anderen unangenehm werden kann. Ich bin wirklich enttäuscht von Dir.“
„Ich weiß“, sagte Sirius und schaute wenigstens betröppelt drein. „Und es tut mir leid. Ich habe mich selbst lange gefragt, ob ich es Dir sagen soll oder nicht. Aber ich hielt es für besser, es nicht zu tun. Ich kenne Dich Mimi, und ich weiß, dass Dir alleine der Gedanke an Schniefelus immer noch weh tut.“
Woher wusste er das? Ich hatte meine Gedanken und Gefühle sorgsam unter Verschluss gehalten. So dachte ich zumindest. Aber anscheinend lag ich da falsch. Sirius schien mich durchschaut zu haben.
„Mach so etwas nie wieder, Sirius, sonst...“
„Ja, ja, schon klar. Das nächste Mal sage ich Dir so etwas, okay?“
„Deal!“
„Eine Frage hätte ich da noch.“
„Nur zu.“
Wobei ich mir nicht so sicher war, ob ich das wirklich hören wollte. Sirius und Snape... Das war wirklich keine sehr gute Kombination. Ich erinnerte mich daran, wie sehr Sirius die Fledermaus immer verarscht und gedisst hatte und seine Denkweise hatte sich immer noch nicht geändert.
„Jetzt, da Du wieder da bist, wäscht er sich da wenigstens die Haare“, fragte Sirius und ich war so überrascht, dass ich die Frage erst einmal nicht verstand.
Doch dann prustete ich los. Mit allem hatte ich gerechnet, aber nicht damit. Von all den Dingen, die er hätte fragen können, interessierte ihn das also am meisten, Fucking Bats Haare. Ich fasste es ja nicht.
Ich brauchte eine Weile, bis ich mich wieder beruhigt hatte und musste mir dann erst einmal die Tränen aus den Augen wischen, bevor ich wieder sprechen konnte.
„Und, was ist jetzt“, hakte Sirius nach.
„Ob Du es glaubst oder nicht, aber das tut er tatsächlich.“
Ich glaube, das habe ich vergessen zu erwähnen. Nachdem ich Snape das erste Mal in den Kerkern gesehen und ihn am Abend ins Bett gebracht hatte, hatte er nicht mehr so schlecht ausgesehen, wie an diesem Tag. Er trug zwar immer noch dieselben Klamotten – in Schwarz, was auch sonst – aber sein Äußeres war um ein Vielfaches gepflegter. Er rasierte sich jeden Tag und er wusch sich seine Haare. Sie sahen seidig weich und glänzend aus und mehr als einmal überkam mich der Wunsch, sie anzufassen.
„Das glaube ich ja nicht“, meinte Sirius und lachte mindestens genauso wie ich vorhin. „Du lügst mich doch jetzt an, Mimi, oder?“
„Nein, das tue ich nicht. Versprochen. Er achtet wirklich sehr auf sein Aussehen, auch wenn ich glaube, dass er das tut, um mich zu beeindrucken.“
„Das kann schon sein. Aber weißt Du was, ich glaube, davon muss ich mich selbst überzeugen.“
„Oh nein, Sirius, nicht schon wieder.“
„Was denn?“
„Bitte fang nicht wieder damit an, dass Du zu der ersten Aufgabe kommen willst.“
„Aber Mimi, ich... Ich muss dahin. Ich kann mich doch nicht einfach hier in der Höhle verschanzen, während Harry so einer Gefahr ausgesetzt wird. Ich würde vor Angst sterben. Bitte Mimi, ich muss nur sicher gehen, dass ihm nichts zustößt, dann haue ich auch sofort wieder ab, das verspreche ich.“
Ich seufzte. Wieso nur musste Sirius so eine passende Erklärung für dieses Dilemma liefern? Ich konnte ihn ja so gut verstehen. Er musste einfach sehen, ob sein Patensohn heil da raus kam oder nicht, weil er sich tierische Sorgen um ihn machte. Er würde es nicht eine Sekunde lang hier in dieser Höhle aushalten.
Aber die Sache war viel zu gefährlich. Was ist, wenn ihn irgendjemand sah? Würden sie ihn dann gefangen nehmen und zurück nach Askaban schleppen? Oder würde ihm wieder einmal die Flucht gelingen?
„Bitte, Mimi“, flüsterte er.
„Es ist zu gefährlich, Sirius“, gab ich zurück.
„Nein, ist es nicht. Ich komme als Tatze und ich verstecke mich im Wald. Ich werde mir eine Stelle suchen, von wo aus ich zwar den Verlauf der ersten Aufgabe beobachten kann, aber ich quasi unsichtbar bleibe. Bitte, Mimi!“
„Wieso fragst Du mich eigentlich um Erlaubnis? Du bist doch alt genug, um solche Entscheidungen selbst zu treffen. Oder meinst Du nicht auch?“
„Doch schon, aber Du bist meine Freundin und nur Dir habe ich es zu verdanken, dass ich überhaupt in Freiheit bin. Ich frage Dich auch nicht um Erlaubnis, sondern ich bitte Dich vielmehr um Deinen Segen. Ich hätte einfach ein besseres Gefühl, wenn Du es billigst.“
Ich seufzte wieder. Musste er mir denn gleich so viel Honig ums Maul schmieren? Ich konnte so etwas nicht leiden.
„Ich billige es nicht, aber ich verstehe Dich“, sagte ich daher schnell, bevor noch mehr von solchen Schleimereien kam. „Also schön, Sirius, meinetwegen kannst Du kommen, aber nur, wenn Du Dich wirklich an Dein Versprechen hältst. Du bleibst verborgen, auch wenn Harry in noch so großer Gefahr schwebt, verstanden? Du darfst Dich nicht selbst ans Messer liefern. Überlass so etwas mir und vertraue mir da bitte auch. Ich werde eingreifen, bevor Harry etwas schreckliches zustößt, okay?“
Doch bevor ich noch mehr sagen konnte, hatte ich einen großen Mann am Hals hängen. Sirius hatte mich in eine stürmische Umarmung gezogen und wenn mich nicht alles täuschte, dann schluchzte er auch leicht.
„Oh danke, Mimi, danke, danke, danke“, jubelte er. „Alles was Du willst, das verspreche ich. Aber ich bin ja so glücklich und gleichzeitig erleichtert.“
„Ja, ja, ist gut“, keuchte ich und tätschelte ihm den Rücken. „Kein Grund mich gleich zu erwürgen. Und ich warne Dich gleich mal vor. Wenn Du Dich nicht an unsere Absprache hältst, dann werde ich Dich in einen Mistkäfer verwandeln und Dich irgendwo in der Wildnis aussetzen.“
„Einverstanden.“
„Gut, dann wäre das ja geklärt. Ich sollte auch jetzt langsam aber sicher wieder los. Ich muss in Hogsmeade noch ein paar Kleinigkeiten besorgen und dann zurück ins Schloss, weil ich noch ein paar Aufsätze korrigieren muss.“
„Schade, ich habe Deine Gesellschaft ziemlich genossen. Aber eine Bitte hätte ich da noch, Mimi.“
„Und die wäre?“
„Kannst Du in Zukunft eine andere Eule für Deine Lieferungen nehmen?“
„Warum denn das?“
„Horst scheißt mir immer auf den Kopf.“
Ich konnte nicht anders, ich musste schon wieder lachen, bis mir die Tränen kamen. Alleine die Vorstellung davon war ziemlich komisch.
„Das ist nicht witzig“, rief Sirius.
„Oh doch, das ist es.“
„Nein, ist es nicht. Das Zeug stinkt und ist furchtbar schwer aus den Haaren heraus zu bekommen.“
„Na ja, dann sieh es doch einfach als 100% rein biologische Haarkur.“
„Du kleines...“
Er versuchte, mich zu schnappen und mich vermutlich von oben bis unten durch zu kitzeln, aber ich war schneller. Ich rief ihm noch kurz ein „Mach's gut“ zu und stürmte dann aus der Höhle hinaus.


Als ich mit Schokolade und Zigaretten beladen ins Schloss zurück kehrte, hatte ich urplötzlich keine Lust mehr, die blöden Aufsätze zu korrigieren, die meine Schüler geschrieben hatten. Das hatte auch noch bis später Zeit, fand ich. Immerhin war es erst früher Nachmittag und ich hatte hier ohnehin nicht viel zu tun. Also beschloss ich, eine Runde Laufen zu gehen, bevor das Wetter vielleicht noch umschlug und es zu regnen anfing. Ich hasste Regen immer noch genauso wie früher, daran hatte sich nichts geändert. Aber so ein bisschen Bewegung würde mir definitiv nicht schaden, dann konnte ich wenigstens abschalten und meine Männerprobleme vergessen. Und damit meine ich jetzt nicht Snape oder Cole, sondern eindeutig Sirius. Ich machte mir Sorgen, dass man ihn erwischte, wenn er sich übermorgen auf das Schlossgelände schlich. Was sollte ich denn dann bloß tun? Ich konnte doch nicht dabei zuschauen, wie er schreiend abgeführt wurde, weil er nicht in dieses schreckliche Gefängnis zurück wollte.
Deswegen entschied ich mich für sportliche Betätigung, das war immerhin auch gesund. Ich schlüpfte in meine schwarze Trainingshose, wählte ein pinkes T-Shirt dazu und schlüpfte in die schwarze Laufjacke und die dazu passenden Laufschuhe. Meinen Zauberstab schob ich mir in den hinteren Hosenbund. Dann machte ich mich auf den Weg nach draußen.
Als ich in der Eingangshalle ankam, sah ich wie sich die Kerkertür öffnete und heraus kam... Fucking Bat. Natürlich, wer denn auch sonst? Hatte ich vielleicht einen eingebauten Sensor, mit dem er mich immer aufspürte? Oder hatte er mich vielleicht mit einem Zauber belegt? Vielleicht roch ich auch einfach nur schlecht, sodass er mich aus einer Entfernung von fünf Kilometern noch wahrnehmen konnte. Moment, kurzer Check: Nein, alles okay. Daran konnte es schon einmal nicht liegen.
Die Fledermaus war wieder einmal in ganz schwarz gekleidet. Doch dieses Mal war es eine Jeans und ein Rollkragenpullover. Das stand ihm sogar außerordentlich gut, aber ich zwang mich, den Blick von ihm abzuwenden und einfach weiter zu gehen. Ich sehe ihn nicht. Hier steht keine gigantische Fledermaus mit sexy Hintern (MIMI!) vor mir. Nein, nein, nein.
„Hi, Mimi“, sagte er und lächelte mich leicht an.
Doch ich antwortete nicht darauf. Ist doch auch ganz klar, immerhin hatte hier keiner gesprochen.
Ich ging durch das Schlossportal und lief los. Die Luft war herrlich frisch und sofort fühlte ich mich um ein Vielfaches besser. Ich liebte es, draußen an der frischen Luft zu sein und meine Gedanken auszublenden. Hier draußen gar es nichts, keinen Druck, keinen Stress und keine elenden Männer, die einem Probleme machten. Hier gab es nur mich, Marie Duchesse, und die Natur um mich herum.
Ich lief in Richtung Wald und dort auf dem Waldweg entlang. Wenn ich dieser Strecke folgte und am Ende wieder umdrehte, dann waren es ungefähr zehn Kilometer, die ich zurück legte. Genau richtig um sich auszupowern und hinterher mit einem Gläschen Wein in die Badewanne zu steigen.
Aber leider, wie so oft, wenn ich mir was vornahm, wurden meine Pläne durchkreuzt, denn auf der Hälfte des Waldweges, hörte ich auf einmal viele Männerstimmen durcheinander schreien und ein gigantisches, monströses Brüllen. Was zur Hölle war denn das? Was veranstaltete denn hier so einen Lärm?
Ich lief weiter, obwohl ich vielleicht hätte umdrehen sollen. Wer wusste denn schon genau, was da für eine Bestie auf mich wartete. Aber ich war viel zu neugierig, um jetzt einfach meinen Schwanz einzuziehen. Ich meine, Halloooo... Ich bin Marie Duchesse, Lehrerin und auch noch ehemalige Schülerin des Hauses Gryffindor, das ja bekanntlich für Mut steht. Und ich hatte schon mehr als einmal einem leibhaftigen Werwolf gegenüber gestanden. Also, wenn das nicht mutig ist, dann weiß ich auch nicht.
Es dauerte ein kleines bisschen, bis ich die Ursache des Lärms gefunden hatte, denn wegen meinem guten Gehör, hatte ich das Brüllen und so schon viel früher vernommen. Doch als ich schließlich um eine Kurve bog, sah ich es. In einem von Holzplanken umgrenzten Gehege, standen wir gewaltige ausgewachsene Drachen. Sie brüllten, fauchten und spuckten Feuer. Da war ein blaugrauer Drache mit langen, spitzen Hörnern, ein glattschuppiger grüner Drache, der ein bisschen eine Ähnlichkeit mit einer Schlange hatte und ein roter Drache mit einem merkwürdigen Kranz aus Goldzacken um sein Gesicht herum. Doch am meisten beeindruckte mich der gigantische schwarze Drache, der einen langen Schwanz hatte, der mit mit rasiermesserscharfen Stacheln besetzt war.
Heilige Scheiße, was hing denn hier vor? Was machten diese vier Bestien hier? Ich meine, in Großbritannien hat es doch seit Jahrhunderten keine Drachen mehr gegeben und doch standen jetzt gleich vier Stück direkt vor mir. Sie waren wirklich riesig und ich bekam es beinahe mit der Angst zu tun, als der schwarze in meine Richtung schaute und ein tiefes Knurren ausstieß.
Doch da fiel auch bei mir der Groschen. Vier Drachen, vier Champions. Ich war gerade unbeabsichtigt auf die erste Aufgabe gestoßen. Aber, sag mal, hatten die sie denn noch alle? Ich meine DRACHEN! Das ist doch fürchterlich gefährlich. Die beißen einem ganz schnell den Kopf ab, wenn es sein muss oder machen Dich in zehn Sekunden zum Grillhähnchen. Das war WAHNSINNIG! Wie konnte Dumbledore so etwas zulassen? Das hatte nichts mehr mit Sport, Können oder ähnlichem zu tun, das war ja schon fast Mord. Zumindest meiner Meinung nach. Poah, die können jetzt was erleben. Wenn sie unbedingt vier Schüler abschlachten wollen, dann können sie die doch gleich vom Astronomieturm schmeißen. Das ginge viel schneller.
„Hey, was machen sie denn da“, riss mich eine Stimme auf einmal aus meinen Gedanken.
Ich sah auf und sah einen großen, schlanken Mann mit rotblonden Haaren auf mich zukommen. Im Gesicht hatte er einige kleine Brandnarben und auch seine Hände sahen schwielig aus.
„Ich... ähm... ich...“, stotterte ich, weil ich keine Ahnung hatte, was ich sagen sollte. „Mein Name ist Marie Duchesse und ich bin Professorin an der Beauxbatons-Akademie.“
Lieber erst mal höflich sein und sich vorstellen.
„Aha und was wollen Sie dann hier“, wollte der Kerl wissen.
Guten Morgen, mach doch mal Deine Augen auf. Ich trage ein Trainingsoutfit, also bin ich sicher nicht zum Shoppen hier. Was sollte es hier auch schon großartig geben? Einmal Drachen zum mitnehmen vielleicht? Außerdem schien der Kerl nicht gerade gute Manieren zu haben, denn ich hatte mich immerhin vorgestellt, während er mich nur an gepampt hatte. Vielen Dank auch, Du Vollpfosten.
„Ich bin mehr oder weniger unfreiwillig auf DAS hier gestoßen“, giftete ich jetzt auch zurück. Alles brauchte ich mir ja nicht gefallen lassen. „Ich war nur eine Runde laufen, nicht mehr und nicht weniger und dann biege ich um die Ecke und sehe mich diesen gigantischen Monstern gegenüber.“
„Das sind keine Monster. Das sind zutiefst missverstandene Lebewesen.“
Oh nein, noch so einer wie Hagrid. Der redete auch immer so einen Mist daher, wenn es um irgendwelches Getier gibt. Ein Drache? Das ist doch ein Kuscheltier, dass man abends mit ins Bett nehmen kann, dann wird es einem wenigstens nicht kalt. Klar, wenn die Decke in Flammen steht.
„Sie haben vollkommen recht, die sind absolut zum Schmusen gedacht“, meinte ich deshalb ironisch. „Hören Sie, ich mag Tiere ja auch leidenschaftlich gerne, aber in deren Gegenwart... ich weiß nicht, ich finde das irgendwie ein bisschen brenzlig.“
„Das kann ich verstehen, wenn man diesen Riesen das erste Mal gegenüber steht.“ Jetzt lächelte er doch das erste Mal und wirkte nicht mehr ganz so arrogant und unhöflich. „Ich bin übrigens Charlie Weasley und ich habe diese Babys mit hierher begleitet.“
BABYS? Oh Gott...
„Dann sind sie also tatsächlich für die Champions?“ Oh Gott, bitte nicht.
„Ja, das sind sie.“
„Aber ist das nicht fürchterlich gefährlich?“
„Doch, das ist es, aber wir stehen beireit, wenn irgendetwas schief gehen sollte.“
„Na, das will ich doch hoffen.“
„Charlie, wir haben da ein Problem mit dem Hornschwanzweibchen“, rief auf einmal ein anderer der Wärter zu uns herüber.
„Ich komme“, rief Charlie Weasley zurück und wendete sich dann noch einmal an mich. „Hören Sie, ich muss mich darum kümmern. Ich möchte Sie dennoch darum bitten, den Champions nichts von der Aufgabe zu erzählen. Ich musste einen Schwur leisten, dass sie nichts davon erfahren, bevor sie in die Arena kommen.“
ARENA? Das klang ja, als ob wir bei den Gladiatoren wären, sowie nach Gemetzel und Blut. Heilige Scheiße!
„Ich... ich... okay“, stotterte ich daher. Ich hatte Angst, dass er mir vielleicht eines von diesen Viechern auf den auf den Hals hetzen könnte, wenn ich ihm widersprach.
„Gut, dann wäre das ja geklärt“, meinte Charlie und drehte sich um. „Wir sehen uns dann am Dienstag würde ich sagen.“
„Ja, bis dann“, erwiderte ich und dachte dabei im Stillen: Na, hoffentlich nicht.
Ich wandte mich um und machte mich auf den Weg zurück. Dabei konnte ich nur an eines denken: Ich musste mit jemandem sprechen und diesen Wahnsinn unterbinden.


So schnell ich konnte rannte ich zurück und überlegte dabei, an wen ich mich wenden konnte. Zuerst dachte ich an Olympe, aber die würde mit Sicherheit Fleur von den Drachen erzählen und das wollte ich nicht.Jeder Champion sollte die gleiche Basis haben und ich glaubte nicht, dass die beiden ihr Geheimnis teilen würden. Das aber fand ich unfair, denn so könnte sich Fleur ja vorbereiten und die anderen nicht. Nein, entweder alle oder keiner.
Da fiel mir Minerva ein. Vielleicht konnten wir beiden stellvertretenden Schulleiterinnen ja irgendetwas erreichen. Außerdem würde sie auch nicht wollen, dass ein minderjähriger Schüler ihres Hauses einem Drachen zum Fraß vor geworfen wurde. Das konnte ich mir nicht vorstellen. Oje, Sirius würde ausrasten, wenn er davon erführ. Und wenn ich ihm nichts davon erzählte, erst recht. Scheiße, was sollte ich denn nun tun?
Ich sprintete die Treppen nach oben in den dritten Stock, wo sich Minervas Räumlichkeiten befanden. Gott sei Dank war von Fucking Bat weit und breit nichts mehr zu sehen. Der würde mir schon in zwei Stunden reichen, wenn ich mich beim Abendessen wieder neben ihm setzen musste.
Ich schlug halb die Tür zu Minervas Büro ein, doch sie antwortete mir nicht. Das bedeutete wohl, dass sie nicht da war. So ein Mist aber auch. Wieso musste sie denn ausgerechnet jetzt weg sein? Und wo konnte sie sich aufhalten?
Mimi, denk doch einmal nach. Wo können Lehrer sein, wenn sie nicht in ihrem Büro sind und aber freiwillig keinen Fuß aus dem Schloss bekommen?
Das Lehrerzimmer! Ich hatte das von H... dieser Schule noch nie betreten, aber ich wusste von meiner eigenen Schulzeit, dass es sich im Erdgeschoss befand. Noch ehe ich den Gedanken richtig zu Ende gedacht hatte, sprintete ich auch schon wieder los, dieses Mal die Treppe nach unten. Ich rannte die Gänge entlang und achtete nicht auf das protestierende Brennen in meinen Lungen. Beim Joggen juckte mich das auch nicht und das hier war immerhin ein Notfall.
Schlitternd erreichte ich die hölzerne Tür, die von zwei grässlichen Wasserspeiern flankiert war.
„Du kannst da jetzt nicht rein“, sagte der Linke.
„Ich muss aber da rein. Ich muss...,“ meinte ich, doch ich wurde unterbrochen.
„Streng geheime Angelegenheit da drin“, warf nun der Rechte ein.
Grrr, das war ja zum Haare ausraufen. Ich glaube, ich bekomme gleich einen Schreikrampf. Was kann wichtiger sein, als wild gewordene Drachen, die auf hilflose Schüler los gehen? Richtig, absolut gar nicht.
„Ach, scheiß doch auf euer dummes Gelaber“, rief ich deshalb und stürmte an ihnen vorbei.
Das brachte mir natürlich ein Schreien, Toben und Meckern von den beiden ein, aber von zwei Steinen ließ ich mich doch nicht aufhalten. Was sollten sie denn schon tun? Sie konnten sich ja nicht bewegen, also konnten sie mich auch nicht mit Kieselsteinchen bewerfen.
Ich flog beinahe durch die Tür, doch von Minerva war weit und breit nichts zu sehen. Dafür war aber Alastor, also Professor Moody, hier, der vor dem großen Garderobenschrank stand, dessen Türen weit offen standen.
Anscheinend hatte er mich nicht herein kommen gehört, denn Alastor bewegte sich nicht einen Zentimeter. Stattdessen starrte er auf den Boden. Mein Blick folgte dem seinen und ich wäre beinahe umgefallen vor Schreck.
Zu Moody Füßen kauerte ein blonder Jüngling, der die Arme um sich geschlungen hatte und immer wieder vor und zurück wippte. Es sah beinahe so aus, als hätte er unheimliche Schmerzen. Er tat mir unendlich leid. Aber was wollte der hier? Es war kein Lehrer und auch kein Schüler, ich hatte ihn noch nie gesehen.
„Bitte, bestraft mich nicht, mein Herr“, schrie der Kerl auf einmal auf. „Ich habe euch doch alles gegeben, was ich konnte. Ich bin seit Monaten in diesem Körper gefangen und spioniere für euch. Ich bin kurz davor, entdeckt zu werden, denn euer eigener Diener versucht, mir auf die Schliche zu kommen. Bitte, mein Herr, ich... ich... NEEEEEIIIIIIN!“
Auf meinem Körper stellten sich sämtliche Härchen auf. Was war das? Ich musste doch etwas tun, ich...
„Riddikulus“, sagte Moddy da auf einmal und richtete seinen Zauberstab auf den blonden Mann.
Wie, was, wo, hä? Ri... Natürlich, das war ein Irrwicht und Alastor versuchte, ihn zu vernichten. Aber wieso hatte er denn ausgerechnet vor dem Jungen Angst? Das musste er mir schon erklären.
Doch bevor ich noch etwas weiteres sagen konnte, verwandelte sich der Irrwicht in einen bunten Ball und rollte genau auf mich zu. Ich wäre am liebsten davon gelaufen, denn ich hasste Irrwichte, weil ich genau wusste, wozu sie fähig waren. Sie zeigten einem seine größte Angst und ich wusste genau, was meine war.
Aber ich konnte es nicht ändern. Der Ball blieb zu meinen Füßen liegen. Es machte einmal Puff und er verwandelte sich.
Vor mir stand kein geringerer als Fucking Bat höchstpersönlich.


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