Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 17: Tinkerbat

von Dilli

Mit allem und jedem hätte ich gerechnet, aber nicht mit der biestigen alten Fledermaus. Eigentlich hatte ich erwartet, dass eine gewaltige Spinne vor mir auftauchen würde, da ich felsenfest davon überzeugt war, dass das meine größte Angst war. Ich hasste Spinnen einfach wie Hölle und Pest, fand sie eklig, widerlich und einfach bäääh. Aber anscheinend war das nicht das, wovor ich mich am meisten fürchtete. Es war Snape, der mir die meiste Angst bereitete. Aber wieso? Warum? Ich hatte ihn doch aus meinem Leben und meinem Herzen verbannt. Er existierte doch gar nicht mehr für mich. Wie konnte es dann also sein, dass ich mich vor ihm fürchtete? Das war nicht möglich.
Tja, aber anscheinend doch, ansonsten würde er nicht hier vor mir stehen. Er sah genauso aus, wie heute, also es war nicht die Fledermaus aus meiner Jugend, sondern die, die heute ihr Unwesen in den Kerkern trieb. Er trug sein übliches Alltagsoutfit: schwarzes Hemd, schwarze Anzughose, meinen Umhang. Die Haare waren gewaschen und fielen ihm wie ein seidiger Vorhang auf die Schultern. Am liebsten hätte ich jetzt meine Hand danach ausgestreckt und sie angefasst. Ich war mir sicher, dass sie sich total weich und geschmeidig anfühlten und sie waren perfekt dafür, bei einem leidenschaftlichen Kuss die Hände darin zu vergraben und daran zu ziehen.
Sein Anblick und die Erinnerung an einen Kuss lösten unwillkürlich einen Gedanken in mir aus, auch wenn ich das eigentlich gar nicht wollte:

„Warum, Severus“, flüsterte ich.
Ich musste es einfach wissen. Ich wollte es hören. Noch einmal...
„Warum was, Mimi“, sagte er leise und legte mir die Hand auf die Wange. Er schaute mir tief in die Augen.
Und da begann mein Herz zu rasen. Diesen Blick kannte ich genau. Ich hatte ihn schon einmal gesehen. Vor acht Tagen im Klassenzimmer für Zaubertränke. Severus wollte mich küssen, das sah ich genau. Doch wollte ich das auch? Konnte ich das, nach allem was passiert war?
Doch zuerst musste ich ihm noch eine Frage stellen.
„Warum das alles, Severus? Warum hast Du die ganze Nacht bei mir verbracht und warum musstest Du wissen, ob es mir gut geht?“
„Ist das denn nicht ziemlich offensichtlich, Mimi?“
Er kam mir wieder näher. Vielleicht 10 Zentimeter trennten uns jetzt. Ich musste schlucken. Oh Gott, war ich nervös. Würde es jetzt endlich passieren? Würde ich jetzt endlich meinen ersten Kuss bekommen?
„Für mich nicht“, hauchte ich und wusste nicht, ob er mich überhaupt verstanden hatte.
„Weil ich Dich liebe, Mimi. Es war mir nicht sofort klar, aber jetzt bin ich mir sicher. Ich liebe Dich!“
Und dann überwand er endlich die letzten Zentimeter und legte sanft seine Lippen auf die meinen.


Das war mein erster Kuss überhaupt gewesen und er hatte unter freiem Himmel statt gefunden, so wie ich es mir insgeheim immer gewünscht hatte. Und was soll ich sagen, der Kuss hatte definitiv das gehalten, was in den Büchern immer versprochen wurde. Er war sogar um ein Vielfaches besser gewesen. So leidenschaftlich und zärtlich. Genauso hatte er sein sollen und Snape hatte mir dieses Geschenk gemacht. Ich war so glücklich in diesem Moment gewesen, denn ich hatte mir ja schon länger gewünscht, dass die Fledermaus mich endlich küssen würde. Wochenlang hatte er mich immer hin gehalten und ich musste erst tierisch sauer werden, damit er es endlich tat. Es war nach dem Halloweenfest gewesen, auf dem wir das erste Mal miteinander getanzt hatten.
Man mochte Snape viel nachsagen können, aber nicht, dass er ein schlechter Tänzer war. Er war sogar der beste, mit dem ich je getanzt hatte. Selbst Cole konnte ihm nicht das Wasser reichen.
Ich musste erneut die Augen schließen und eine kurze Erinnerung über mich ergehen lassen, diese zeigte mir, was wir nach dem Weihnachtsball getan hatten. Fucking Bat (im wahrsten Sinne des Wortes) war ja so heiß gewesen, genauso wie ich.

„Oh Mimi, ich will Dich“, stöhnte Severus.
„Dann nimm mich doch endlich“, gab ich zurück.
„Nichts lieber als das!“
Mein Schatz trug mich zu dem einzigen Möbelstück, dass es hier drinnen gab. Ein altes Pult. Wir hätten uns ja bloß loslassen, unsere Zauberstäbe ziehen und ein Bett oder so herauf beschwören brauchen, aber dazu waren wir beide nicht mehr in der Lage. Wir waren einfach viel zu heiß aufeinander um jetzt voneinander abzulassen. Aber so war es doch auch mal... heiß! Das war mal etwas anderes, als nur immer in einem Bett.
Severus setzte mich auf dem Tisch ab und schon waren seine Finger unter meinem Kleid, aber nur um mir meinen Tanga auszuziehen. Dann schob er den Rock nach oben, sodass ich entblößt und mit weit gespreizten Beinen vor ihm saß.
„Ich halte es keine Sekunde länger mehr aus, mein Kleines“, flüsterte er schwer atmend, als er seine Lippen von meinen löste. „Es tut mir leid, aber ich muss jetzt in Dir sein.“
Er presste seinen Mund auf meinen und zog mich an die Tischkante. Unterdessen ließ ich meine Hände nach unten zu seiner Hose gleiten. Ich öffnete seinen Gürtel und den Knopf und schob die Anzughose plus die schwarze Boxershort bis zu den Knien nach unten. Seine Erektion sprang mir entgegen und ich nahm sie in die Hand um ganz kurz darüber zu streicheln. Severus stöhnte auf. Oh ja, es gefiel mir sehr, ihn so erregt zu sehen und zu wissen, dass ich der Grund dafür war.
Mit einer einzigen flüssigen Bewegung drang er schließlich in mich ein. Jaaaa... das tat so was von gut, ihn zu spüren, ihn in mir zu fühlen und eins mit ihm zu sein. Ich stöhnte laut auf, als mein Schatz anfing aus mir herein und heraus zu gleiten. Doch heute war er nicht sanft und zärtlich sondern wild und hart, weil er mich so sehr wollte. Und was soll ich sagen... Auch das gefiel mir... sogar sehr. Es war völlig anders und zu wissen, dass rein theoretisch jemand herein kommen und uns beide sehen könnte, machte mich nur noch mehr an.
Severus legte beide Hände an meine Schultern und drückte meinen Oberkörper nach hinten, sodass ich nun auf dem Tisch lag. Er umfasste meine Hüften und begann, schnell in mich hinein zu pumpen. Jetzt war er genau im richtigen Winkel. Er stieß immer wieder an meinen G-Punkt und irgendwann konnte ich es nicht mehr aufhalten. Ich kam und schien dabei in eine Millionen Stücke zu explodieren. Ich löste mich vollkommen auf.
„Jaaaaa... Severus“, schrie ich laut auf und begann wie wild zu zucken.
Doch mein Liebster hörte nicht auf. Im Gegenteil, es spornte ihn nur noch mehr an. Er steigerte das Tempo und so ging der erste Orgasmus in einen zweiten über. Ich wusste nicht mehr, wer oder wo ich war und genoss einfach nur noch das Gefühl, vollständig von meinem Liebsten ausgefüllt zu sein.
„Mimi, ich komme“, stöhnte Severus auf einmal auf und ergoss sich in mir.


Oja, Snape und Sex. Es war wirklich herrlich gewesen und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich es seiner Zeit nicht genossen hätte. Mehr als das sogar. So befriedigt hatte ich mich nie mehr gefühlt. Nicht einmal das Joggen war so gut, wie richtig leidenschaftlicher Sex. Das Gefühl eines Schwanzes in mir... Das fehlte mir schon... Irgendwie... Aber nach IHM, der immer noch vor mir stand und mich anschaute, hatte es einfach nicht mehr den richtigen gegeben. Außerdem gehören zu Sex ja Gefühle und ich hatte für keinen Mann so empfunden, wie für ihn.
Aber ich durfte nicht mehr an diese Zeit denken, wollte es auch gar nicht mehr, doch ich konnte es nicht mehr aufhalten. Ich musste an die schönen Stunden denken, die ich mit der Fledermaus verbracht hatte: Wie er mich in die Welt der sexuellen Tätigkeiten eingeführt hatte, unser erstes Mal, der Tanzwettbewerb auf dem Halloweenfest, den wir gewonnen hatten, sein Blick, als ich am Weihnachtsball doch noch auftauchte, die Bescherung an Weihnachten...
Automatisch fuhr meine rechte Hand zu meinem Hals, zu der Kette, die ich von IHM zu Weihnachten bekommen hatte. Dort lag sie seit dreieinhalb Wochen und es fühlte sich mehr als gut an, sie zu tragen. Es war irgendwie gewohnt und doch auch wieder nicht. Auf jeden Fall war das das einzige Stück, dass ich aus meiner Vergangenheit mit hier her genommen hatte, an den Ort, wo sie hin gehörte und wo ich sie bekommen hatte. Sie erinnerte mich an die glückliche Zeit, die ich mit IHM hatte verbringen dürfen.
Mimi, lass es sein und hör endlich auf, an diese Scheiße zu denken, schimpfte mich meine innere Stimme, doch ich hörte nicht auf sie. Dieses eine Mal nicht. Das war mein Augenblick. Ich war Auge in Auge mit meiner großen Liebe, auch wenn sie nicht echt war. Diese Tatsache war mir durchaus bewusst. Vielleicht fiel es mir deswegen so leicht, die Erinnerungen zu zu lassen.
Doch plötzlich geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte, denn der Blick der Fledermaus veränderte sich auf einmal. Hatte er zuerst noch lieb drein geschaut und gelächelt, so funkelte er mich jetzt böse an. Wenn Blicke töten könnten, sage ich da nur.
„Du widerliche, elende Schlampe“, brüllte er los und ich zuckte vor Schreck zusammen. „Hör auf mich so anzustarren. Da wird einem ja schlecht.“
Es war, als hätte er mir eine schallende Ohrfeige verpasst. Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Ich hatte gedacht, er würde jetzt wieder mit seinem „Ich liebe Dich“ anfangen, aber das Gegenteil war der Fall.
„Du hast mich schon richtig verstanden, Du ekelerregendes Miststück“, schrie er weiter. „Ich bekomme das Kotzen, wenn ich Dich ansehe. Dich würde ich ja nicht einmal mit Handschuhen oder einer Kneifzange anfassen.“
Au, das tat weh, denn genau diese Worte hatte ich schon einmal aus seinem Mund gehört. Doch damals hatte er seine Kumpel belogen, heute sagte er es direkt zu mir. Mein Herz fühlte sich an, als hätte man mir ein Messer hinein gerammt, es einmal herum gedreht und anschließend die Klinge abgebrochen. Doch warum fühlte ich so? Ich wollte doch nichts mehr von diesem Widerling. Das war vorbei, Vergangenheit und für mich war er gestorben. Doch wenn dem wirklich so war, warum stiegen mir dann jetzt bitte so verfluchte Tränen in die Augen? Das durfte nicht...
„Marie, worauf warten Sie denn noch“, unterbrach Moodys Stimme meine Gedanken. „Erledigen Sie dieses Mistding endlich. Das dürfte doch für Sie ein Klacks sein.“
Doch so sehr ich auch wollte, ich konnte es einfach nicht. Ich konnte nicht meinen Zauberstab ziehen und ihn auf Snape richten. Das hatte ich einmal getan und ich hatte mir geschworen, dass ich es nie wieder tun würde. Auch wenn er mich noch so böse anschaute und ich mich mehr als bedroht fühlen sollte.
„Ich hab gesagt, Du sollst aufhören, mich so anzustarren, Du abscheuliches Stück Scheiße“, fuhr die Fledermaus fort und machte ein angewidertes Gesicht. „Bei Dir würde ich nicht mal einen hoch kriegen, wenn Du die letzte Frau auf Erden wärst. Früher habe ich das auch nur nach dem Prinzip 'Augen zu und durch' geschafft. Du warst quasi ein Mittel zum Druck ablassen. Ich meine, sieh Dich doch mal an, Du wertlose, hässliche Bitch. Deine Haare hängen schlaff herunter wie zu lang gekochte Spaghetti, Deine Titten hängen, Dein Arsch schwabbelt. Das ist echt ekelhaft. Und Deine Augen erst. Sie haben das falsche Grün. Die von Lilly waren viel schöner.“
Es fühlte sich an, als würde er mir bei lebendigem Leibe das Herz heraus reißen. Ich taumelte einen Schritt rückwärts und fasste mir an die Brust. Es waren Schmerzen, die ich fast körperlich spüren konnte, auch wenn sie sich nur in meinem Kopf anspielten. Die ersten Tränen liefen mir über die Wange.
„Marie, er ist nicht echt“, rief Moody nun wieder im Hintergrund. „Das ganze spielt sich nur in ihrem Kopf ab. Lassen Sie sich dadurch nicht runter ziehen. Machen Sie ihn endlich fertig. Sie schaffen das.“
Doch ich konnte es nicht. Ich war zu schwach dazu. Wie sollte ich es denn jetzt schaffen, etwas witziges zustande zu bringen, wo ich mich so elend und traurig fühlte? Das konnte ich nicht und es war aber das einzige, was einen Irrwicht vernichten konnte. Lachen...
„Was, hast Du etwa gedacht, ich würde Dich lieben“, meinte die Fledermaus nun und lachte dreckig. „So was Dreckiges wie Dich? Oh nein, Du Second-hand Schlampe! Wer will Dich schon? Ich mit Sicherheit nicht. Lilly war da viel geiler. Allein wenn ich sie sah, habe ich schon einen Steifen bekommen. Ihre geilen Titten, ihr himmlischer Arsch und ihre Muschi erst. Viel heißer und feuchter als Deine. Tja, kein Wunder, dass bei Dir nur ein Kran geholfen hätte. Oder eben die Pillen, die ich mir eingeworfen habe.“
Mein Herz begann zu bluten. Ich konnte nicht mehr, war kurz davor zusammen zu brechen. Es tat so weh. Bitte erschießt mich!
„Marie, hör nicht auf ihn“, sagte Moody erneut. „Er ist nicht real. Vernichte ihn endlich, Mädchen.“
„Du widerst mich an, Du abscheuliche Fotze“, schrie der Irrwicht-Snape jetzt. „Ich wünschte, ich hätte Dich nie gefickt. Lilly war ohnehin tausend Mal besser als Du. Sie hat alles gemacht, was ich wollte und ich habe es mehr als nur genossen, sie zu vögeln, vor allem an meinem Geburtstag.“
Das löste erneut einen Flashback aus, den ich nicht verhindern konnte, so sehr ich auch wollte.

Ich stand in einem wunderschönen Salon mit holzgetäfelten Wänden, einem Kamin, in dem ein herrliches Feuer prasselte und einem gigantischem Himmelbett mit schweren roten Samtvorhängen.
Doch irgendetwas stimmte hier nicht, ganz und gar nicht. Die Vorhänge waren zu gezogen und auf dem Boden lagen überall Klamotten verstreut. Ich erkannte Severus' schwarze Stoffhose und sein dunkelrotes Hemd. Was sollte das? Wieso hatte er sich ausgezogen? Uh, erwartete er mich etwa in seiner nackten Pracht auf dem Bett? Das wäre wirklich mal was.
Doch was war das für ein seltsames Atmen und Stöhnen? Hey, holte sich mein Schatz etwa gerade einen runter? Halt, stop, nicht, das ist mein Part. Ich will mit machen!
Ich ging leise auf das Bett zu um meinen Schatz zu überraschen. Doch als ich es erreichte, fiel mein Blick auf den Boden. Da waren noch mehr Kleidungsstücke, unter anderem ein weißes T-Shirt mit feinen Spitzenärmeln, das ich nur zu gut kannte. Ich erinnerte mich, dass ich es vor etwas mehr als zwei Wochen in silbernes Geschenkpapier eingewickelt und dann nach oben in die Eulerei getragen hatte. Es war mein Weihnachtsgeschenk an Lilly, meine liebe Freundin, gewesen.
Was zum Teufel ging hier vor? Mir wurde schlecht und die Welt um mich herum schien in Dunkelheit zu versinken. Was machte Lillys Shirt hier neben Severus'... Boxershort?! Die würden doch nicht... Die taten doch nicht... das was ich dachte, was sie vielleicht tun könnten? Oder doch? Das Stöhnen wurde lauter und die Federn des Bettes begannen in einem gleichmäßigen Rhythmus zu quietschen. NEIN! Bitte nicht!
Ich musste es wissen. Das konnte nicht sein, das DURFTE nicht sein. Langsam hob ich meine linke Hand, die wie verrückt zitterte, mit der rechten Hand hatte ich Severus' Geschenk an meine Brust gepresst. Ich schluckte heftig um den Kloß los zu werden, der sich in meiner Kehle gebildet hatte. Doch ich konnte es nicht länger hinaus zögern. Ich brauchte Klarheit, brauchte die Gewissheit, dass ich mich täuschte. Bitte mach, dass das, was ich denke, nicht wahr ist.
Mit einem Ruck riss ich den Vorhang beiseite und sah Severus und Lilly... die sich die Seele aus dem Leib vögelten.
KLIRR.
Severus' Geschenk, die magischen Spiegel, die ich für uns gekauft hatte, damit wir immer in Verbindung sein konnten, waren mir aus der Hand geglitten und am Boden in sicherlich tausend Scherben zerbrochen. Doch ich bekam das gar nicht richtig mit. Ich konnte nur geschockt auf das Bett starren, in dem Severus, meine große Liebe, gerade meine Freundin, seine EX, vögelte.
Das konnte nicht sein, das durfte nicht sein. Warum tat er mir so etwas an? Das musste ein böser Traum sein. Severus würde mich doch niemals so sehr verletzen. Er hatte mir versprochen, mir niemals weh zu tun. Aber das, was er jetzt gerade tat, zerbrach mein Herz in eine Millionen Stücke.
Ich war so geschockt, dass ich den Blick einfach nicht abwenden konnte. Jeder andere hätte sich schon lange umgedreht und wäre davon gelaufen, aber ich konnte es einfach nicht. Ich musste einfach dabei zusehen, wie Severus Lilly eng umschlungen hielt, seine Lippen auf ihren Mund presste und immer wieder in sie hinein pumpte, als hinge sein Leben davon ab. Die beiden stöhnten wie verrückt und waren so sehr in sich selbst versunken, dass sie gar nicht mitbekamen, dass ich neben ihnen stand und dieses Unheil mit anschaute. Wieso taten sie das? Ich hatte eigentlich immer gedacht, dass weder Lilly noch Severus zu so etwas grausamen fähig war, aber ich schien mich getäuscht zu haben und wurde eines besseren belehrt. Der Schmerz in mir wurde immer größer und in diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als auf der Stelle tot um zu fallen. Ich fühlte mich so verraten, von meiner großen Liebe, aber auch von meiner Freundin, der ich so etwas niemals zugetraut hätte. Immerhin war sie doch mit James zusammen und jetzt betrog sie ihn mit ihrem Exfreund, der gleichzeitig James' Erzfeind war. Und Severus... er hatte mir geschworen, dass er nichts mehr von Lilly wollte, aber anscheinend hatte er mich eiskalt angelogen. Wieso sonst fickte er sie gerade wie verrückt? Wieso sonst rammte er seinen Schwanz immer wieder in sie, um sie und auch sich selbst zum Höhepunkt zu bringen?


Immer mehr Tränen liefen mir jetzt die Wangen hinab. Ich versuchte, sie aufzuhalten, doch es ging nicht. Das tat so weh. Ich wollte nicht an das alles denken. Ich wollte mich nur noch in einem Loch verkriechen und meine Wunden lecken.
Ich sah die Fledermaus an, die mich immer noch verächtlich anschaute. So als wäre ich der größte Dreck, der auf auf Gottes Erdboden herum lief. Ich wusste, dass ich mich gegen ihn wehren sollte, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte.
Doch plötzlich geschah etwas seltsames. Der Irrwicht-Snape flackerte einmal kurz, so, als sähe man ein Hologramm. Und da war ich mir sicher, dass ich es irgendwie schaffen würde. Das hier war nicht real und ich musste nur einen Moment der Stärke aufbringen, dann konnte ich mich verziehen und heulen bis zum Geht nicht mehr.
Und in diesem Augenblick, als ich so da stand und krampfhaft überlegte, kam mir auch die zündende Idee. Diese letzte Erinnerung hatte mich an etwas erinnert, an den Da-und-Fort-Raum, der immer Snape und mir gehören würde. Und was hing da vor der Tür? Richtig, ein Gemälde von einem Zauberer, der drei Trollen im Tutu Ballett beibringen wollte. Das war es.
Mit zitternder Hand hob ich meinen weißen Zauberstab.
„Du ekelhaftes Stück Scheiße“, brüllte die Fledermaus.
„Machen Sie endlich, Marie“, schrie Moody.
Ich schloss die Augen und stellte mir ein Bild vor meinem geistigen Auge vor. Es dauerte einen Moment, bevor ich es richtig scharf stellen konnte.
„Riddikulus“, sagte ich mit bebender Stimme und der Zauber traf Snape in die Brust.
Es machte einmal Puff und er verschwand in einer Rauchwolke. Als sich diese wieder verzog, stand die Fledermaus vor mir, in einem pinken Turnanzug, rosa Strumpfhose und Tutu und er sah aus wie eine Primaballerina.
Hinter diesem wahrlich komischen Anblick, brach Moody in schallendes Gelächter aus. Ich hätte mit Sicherheit auch losgebrüllt, wenn ich nicht so fertig mit den Nerven gewesen wäre. Doch es reichte auch so. Der Irrwicht lief rot an und explodierte schließlich mit einem lauten Knall. Kleine rosa Stofffetzen rieselten durch die Luft und erweckten den Eindruck von rosa Schnee.
„Klasse Aktion, Mädel“, bellte Moody noch immer lachend
Ich war fix und fertig. Ich zitterte am ganzen Körper und ließ mich auf den erstbesten freien Stuhl fallen. Dann legte ich den Kopf auf den Tisch und begann haltlos zu schluchzen.


Das ging ein paar Minuten so und so sehr ich auch versuchte, mich zu beruhigen, es ging einfach nicht. Ich hatte Irrwichte schon immer gehasst, aber der hier hatte definitiv den Vogel abgeschossen. Hatte er mir denn ausgerechnet so etwas antun müssen? Hatte er mich unbedingt an diese Ängst und an diese grauenvolle Zeit erinnern müssen, die ich geglaubt hatte, sie hinter mir gelassen zu haben?
„Aber, aber“, brummte Moody und kam zu mir herüber gehumpelt. Bei jedem zweiten Schritt ertönte ein dumpfes Klong. „Das war sicher furchtbar für Sie, aber das ist noch lange kein Grund, sich dermaßen gehen zu lassen.“
Er setzte sich auf den Stuhl neben mich und tätschelte mir gütig die Schulter. Ich richtete mich auf und wischte mir die Tränen ab. Ich sah sicher aus wie ein Pandabär mit einem Mords-Schnupfen. Meine Augen waren dick und geschwollen, so fühlte es sich zumindest an, und ich glaubte nicht, dass meine Schminke gehalten hatte, bei der Menge an Tränen, die ich vergossen hatte.
„Geht's wieder“, wollte Moody wissen.
„Muss ja“, antwortete ich und schniefte ziemlich undamenhaft, aber es war mir egal. „Entschuldigen Sie, dass Sie das mit ansehen mussten, Alastor, aber...“
„Kein Grund zur Sorge. Jeder kann mal bei dem Anblick seiner größten Angst die Fassung verlieren. So, so, Snape also?!“
Ich wusste nicht, ob das eine Frage oder eine Feststellung war, aber ich antwortete trotzdem.
„Scheint so.“
„Na, vor dem hätte ich als Frau auch Angst, so wie der aussieht. Wie eine gigantische, blutsaugende Fledermaus.“
Woher wusste er, dass ich Snape so nannte? Oder hatte er sich das selbst ausgedacht?
„Ich habe ja nicht direkt Angst vor ihm, das hätte er wohl gern, sondern... Ach, ist ja auch egal. Ich möchte nicht mehr daran denken.“
„Das kann ich verstehen. Was wollten Sie denn eigentlich hier, Marie?“
„Ich war auf der Suche nach Minerva. Sie war nicht in ihrem Büro und da dachte ich, sie wäre vielleicht hier. Tja, da habe ich wohl falsch gedacht.“
„Es wurde eine außerplanmäßige Sitzung in Albus' Büro anberaumt. Da mussten die vier Hauslehrer antanzen. Es geht um die erste Aufgabe, aber fragen Sie mich nicht...“
„Das Turnier!“
Ich schlug mir mit der flachen Hand gegen den Kopf. Heilige Scheiße, vor lauter Aufregung hatte ich vergessen, dass ich ja die Drachen gesehen hatte. So ein Mist aber auch. Jetzt waren mir wertvolle Minuten verloren gegangen und das nur wegen diesem blöden Irrwicht.
„Was ist damit“, wollte Moody von mir wissen.
„Ich habe heraus gefunden, worin die erste Aufgabe besteht und wollte mit Minerva besprechen, was wir dagegen unternehmen können. Das Ministerium ist wahnsinnig, vollkommen übergeschnappt. Die wollen doch glatt die Champions abschlachten. Die Zuständigen gehören in diese Arena geschmissen und nicht die armen Schüler.“
„Ganz ruhig, Marie, ich verstehe nur Bahnhof. Was ist passiert?“
„Drachen, Alastor. Die Teilnehmer müssen gegen Drachen antreten. Und dabei meine ich nicht kleine, süße Spielzeug-Drachen, die man in der Luft fliegen lassen kann, sondern wirklich ECHTE Riesenechsen. Etwa sechs Meter groß, schuppige Haut, scharfe Zähne, spitze Stacheln. Und Feuer spucken können die auch noch. Ich frage mich ja wirklich, ob das Ministerium Lust auf Grillmännchen zum Festmahl hat.“
„Sind Sie sich da auch ganz sicher, Marie?“
„Natürlich bin ich mir sicher. (Für was hielt der mich denn?) Ich habe sie mit eigenen Augen gesehen, als ich den Waldweg entlang gejoggt bin. Und bevor Sie mich fragen, Halluzinationen hatte ich seit längerem nicht mehr.“
„Und was wollen Sie jetzt machen?“
„Ich habe keine Ahnung, aber meiner Meinung kann man doch nicht zulassen, dass sich die Schüler in so eine Gefahr begeben. Vor allem nicht der junge Mr Potter. Er ist doch erst vierzehn.“
„Sie machen sich Sorgen um Potter?“
„Ja, natürlich. Immerhin ist er – im Gegensatz zu den anderen – noch nicht volljährig und er hat sicher noch nicht so viele Zauber drauf.“
„Marie, stehen Sie denn in irgendeiner Verbindung zu dem Jungen?“
Was sollte denn das jetzt heißen? Meinte der etwa, ich würde auf Harry stehen? Oder dass ich vielleicht eine verschollene Verwandte oder so wäre? Wobei... Verschollen war ich ja nicht, sonst würde ich nicht hier sitzen.
„Nein, Harry ist...“
Doch ich kam nicht mehr dazu, die Frage zu beantworten, denn in diesem Moment ging die Tür zum Lehrerzimmer auf und herein kamen die Professoren McGonagall, Sprout, Flitwick und... Snape. Natürlich, das war ja so was von klar gewesen. Eingebauter Mimi-Radar. Wie hatte ich das nur vergessen können?
Die vier diskutierten noch heiß über das wohl eben besprochene, doch als sie Moody und mich am Tisch sitzen sahen, verstummten sie und blieben auf der Schwelle stehen.
„Nanu, was ist denn hier los“, piepste Professor Flitwick, der mittlerweile graue anstatt braune Haare hatte. „Ist jemand gestorben oder warum ist hier eine Stimmung wie sieben Tage Regenwetter?“
Moody setzte gerade zu einer Antwort an, als ein Schrei durch das Zimmer hallte.
„Um Gottes Willen, Mimi!“
Ich hatte die Stimme natürlich sofort erkannt, denn ich hatte sie vor ein paar Minuten gehört, allerdings nicht aus seinem Mund, sondern aus dem des Irrwichts.
Snape kämpfte sich durch seine Kollegen durch, denn er war ganz hinten gestanden, und kam auf mich zu geeilt. Mittlerweile trug er auch wieder „meinen“ Umhang, der hinter ihm her wehte, wie die Flügel einer gigantischen Fledermaus. Er ging neben meinem Stuhl in die Knie und ich sah deutlich, dass er mich am liebsten angefasst hätte, aber er hielt sich zurück und dafür war ich ihm sehr dankbar.
„Was ist passiert“, wollte er von mir wissen und seine Augen hatten wieder diesen gewissen Glanz. „Wieso hast Du geweint?“
Ich hätte ihm so gerne geantwortet, hätte mich bei ihm ausgeheult, aber ich durfte ja nicht. Ich musste ihn ja ignorieren, weil ich mir das selbst in meinen französischen Dickschädel gesetzt hatte. Außerdem war er ja der Grund, warum ich überhaupt in Tränen ausgebrochen war. Nein, nicht er... Sein anderes Ich... Der Irrwicht... Ach, was weiß denn ich...
„Mimi, bitte, rede mit mir“, hakte er nach.
Aber ich konnte es nicht. Ich war einfach zu stur. Zudem tobte in meinem Inneren ein Kampf: mein Kopf sagte, ich solle ja nicht nach geben und einfach weiter einen auf Eiskönigin machen. Aber mein Herz versuchte mich vom Gegenteil zu überzeugen und flehte mich beinahe an, mit der leibhaftigen Fledermaus neben mir zu sprechen.
Doch da ich von Natur aus ein Kopfmensch war, schob ich die Meinung meines Herzens weit von mir und wendete mich von Snape ab.
„Bitte, Mimi“, flüsterte er.
„Jetzt hör doch endlich mal auf damit, Severus“, schimpfte Minerva von hinten. „Du weißt doch ganz genau, dass Marie nichts mehr mit Dir zu tun haben will. Also lass sie endlich in Ruhe.“
Ich seufzte innerlich auf. Nicht schon wieder. Nicht noch ein Streit wegen mir. Das hatte ich in den letzten dreieinhalb Wochen schon oft genug mit gemacht. Zwischen Minerva und Snape hatte es nämlich mehr als einmal geknallt. Und jetzt schien es auch schon wieder los zu gehen.
„Ich wollte doch nur wissen, warum sie geweint hat“, rief die Fledermaus laut. „Das ist doch wohl nicht verboten. Ob Du es glaubst oder nicht, ich mache mir Sorgen.“
„Ja, genau“, wetterte Minerva nun. „Das nehme ich Dir sofort ab. Wahrscheinlich bist Du doch Schuld an diesem Scheiß.“
„Ich habe doch überhaupt nichts gemacht. Ich war bei der gleichen Besprechung wie Du, falls Du das vergessen haben solltest.“
„Nein, das habe ich nicht, aber wer weiß, was Du davor angestellt hast.“
„Überhaupt nichts. Ich war...“
„So, jetzt ist aber Schluss“, mischte sich Alastor nun lauthals in die Diskussion ein. „Hört endlich auf mit diesem Mist. Damit ist doch niemandem geholfen. Wir hatten es hier lediglich mit einem kleinen Irrwicht zu tun und das hat Marie ein bisschen zu schaffen gemacht.“
Toll, stell mich doch gleich wie den letzten Depp hin, der nicht mal mit dem einfachsten vom einfachen fertig werden kann. Aber nun einmal zur Info: Es ist verdammt nochmal sauschwer, mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden. Da würde JEDER zusammen brechen, vor allem wenn man bereits in seinen jungen Jahren so viel hatte durchmachen müssen, wie ich. Von seiner ersten Liebe enttäuscht und verraten und somit für das ganze Leben gezeichnet. Der Irrwicht-Snape hatte nämlich genau das gesagt, wovor ich immer am meisten Angst gehabt hatte, als ich noch mit der Fledermaus zusammen gewesen war. Ich hatte mich immer davor gefürchtet, dass ich Fucking Bat nicht gut genug gewesen war und er insgeheim immer noch auf Lilly gestanden hatte. Aber hatte sich diese Angst so lange in meinem Inneren versteckt? Ich hatte eigentlich gedacht, ich hätte das alles überwunden...
„Ein Irrwicht“, fragte Snape verwirrt und ich spürte seinen Blick wieder auf mir.
„Ja, ich war gerade dabei, ihn zu vernichten, als Marie herein kam“, erklärte Moody. „Er ist dann direkt auf sie los und hat sie mit ihrer größten Angst konfrontiert.“
„Und was war das?“
Ich riss den Kopf ruckartig in die Höhe und funkelte Alastor an. Wage es ja nicht, irgendetwas zu sagen, Du elender Mistkerl! Das ist ganz alleine meine Angst und die geht diese riesige Fledermaus neben mir ÜBERHAUPT NICHTS an. Nur ein Wort, Du zerhacktes Etwas und ich bringe Dich um!
Doch Alastor schien meinen bösen Blick nicht zu kapieren oder er juckte ihn nicht wirklich. Auf jeden Fall setzte er doch tatsächlich zu einer Antwort an.
„Nun ja, um ehrlich zu sein“, meinte er.
„ALASTOR“, kreischte ich nun laut und schüttelte heftig den Kopf.
Wehe, wenn Du auch nur ein weiteres Wort sagst, Du elender Verräter.
„Jaaa“, hakte Snape nach und schaute von Moody zu mir und wieder zurück.
„Nicht“, zischte ich meinen Kollegen scharf an, doch noch immer ließ ihn meine Wut kalt.
„Ach komm schon, Marie,“ meinte Alastor und grinste. „So schlimm war das doch auch wieder nicht.“
„Lass es“, giftete ich und meine Hand fuhr automatisch zu meinem Zauberstab.
„Kann mir mal jemand sagen, was hier abgeht“, rief Snape dazwischen.
„NEIN“, schrie ich auf, da ich genau sah, wie Moody antworten wollte.
„Jetzt hab Dich nicht so“, zerstörte er all meine Hoffnungen. „Ich fand es ziemlich witzig. Also lass mir den Spaß. Ich sage es jetzt einfach und es ist mir scheißegal, was Du mit mir anstellst. Severus, es warst Du!“
„Du blöder Arsch“, brüllte ich und sprang von meinem Stuhl auf.
„Wie, ich“, fragte Snape verwirrt.
Streng doch wenigstens Du mal Dein Gehirn an, Du Hohlbirne. Ja, ich habe Angst vor DIR, oder besser gesagt vor dem, was Du mir sagen könntest. Und, bist Du jetzt zufrieden? Führst Du jetzt gleich ein Freudentänzchen auf oder springst nackt um ein Feuer herum?
„Ja, Du“, erklärte Moody nun und ich vergrub vor Scham das Gesicht in den Händen. Ich wäre am liebsten davon gelaufen, aber ich kam nicht an der Fledermaus vorbei, der mittlerweile auch aufgestanden war. „Marie hat Dich vor sich stehen sehen.“
„Ach, hat sie das“, wollte Fucking Bat nun wissen und sah mich seltsam an.
„Ja, allerdings und ich muss schon sagen, Du warst nicht gerade freundlich zu ihr. Du hast ihr jede Menge böses Zeug an den Kopf geworfen. Aber das soll sie Dir besser selbst erklären.“
Ach, jetzt sollte ich auf einmal wieder her halten, ja? Eben hatte er doch auch darauf bestanden, es alleine zu erzählen, denn wenn es nach mir gegangen wäre, hätte Mr Fiesling gar nichts davon erfahren.
„Viel witziger war, wie sie sich Dich vom Hals geschafft hat“, sagte Moody und hatte bereits ein breites Lächeln aufgesetzt.
„Ach ja, wie denn“, fragte Snape und zog dabei skeptisch die Augenbraue hoch.
„Das kann ich Dir nicht erklären, ohne einen Lachkrampf zu bekommen.“
„Jetzt sag schon endlich, Alastor.“
Oh nein, das kommt überhaupt nicht in Frage. Das war MEINE Angst, über die wir hier sprachen und die elende Fledermaus wusste jetzt schon viel zu viel. Weiter durfte ich Alastor auf keinen Fall sprechen lassen. Aber wenn es doch nur sprechen gewesen wäre, denn plötzlich hatte Moody seinen Zauberstab in der Hand und richtete ihn auf Snape.
„Ungefähr so“, meinte er und es machte einmal Puff.
Die Fledermaus wurde in eine pinke Rauchwolke gehüllt und man hörte ihn kräftig husten. Ich stieß einen kleinen, aber spitzen Schrei aus und wäre vor Scham beinahe im Erdboden versunken. Bitte nicht, war das einzige, was ich denken konnte. Das konnte nicht gut aus gehen. Das würde furchtbar peinlich für mich werden.
Doch es wurde noch viel schlimmer, denn als sich der Rauch schließlich auflöste, stand Snape wieder in einem Ballettkostüm in Schweinchenrosa vor mir, doch dieses Mal hatte er noch pinke Flügel auf dem Rücken und ein silbrig glänzendes Diadem auf dem Kopf. Heilige Scheiße! Das hatte Moody nicht getan, oder?
Augenblicklich fingen Moody, Minerva, Flittwick und Sprout zu lachen und zu brüllen an. Ich hätte es wahrscheinlich selbst irrsinnig komisch gefunden, wenn es nicht um meine Angst gegangen wäre, die gerade durch den Dreck gezogen wurde.
„Was soll diese Scheiße“, tobte die Fledermaus nun los. „Wieso habe ich einen Rock an, verdammt nochmal?“
„Das ist ein Tutu“, brachte Minerva mühsam hervor und hielt sich den Bauch vor lauter Lachen. „Severus Snape in einem Tutu. Ich fasse es ja nicht.“
„Wirklich sehr hübsch“, quiekte nun Flitwick.
„Und das Krönchen, habt ihr das gesehen“, fragte Professor Sprout.
Mir war schlecht. Die ganze Sache war mir ungeheuer peinlich. Was hatte sich Moody nur dabei gedacht, diese Scheiße gleich zu demonstrieren? Er hätte Snape die Sache doch nur zu schildern brauchen. Oje, ich musste...
„Genau so hast Du vorhin auch ausgesehen“, japste Alastor und wischte sich die Lachtränen aus den Augen. „Ich habe nur ein paar Extras hinzu gefügt. Die Flügel stehen Dir übrigens ganz ausgezeichnet, alter Knabe. Du siehst aus wie eine Fee. Très chic, wie die die Franzosen sagen.“
„Haha, sehr witzig, Alastor, wirklich“, zischte die Fee-Fledermaus und zog seinen Zauberstab aus dem Ausschnitt des Turnanzugs.
Erneutes Brüllen machte die Runde, als Snape den jetzt pinken Stab mit Blumenaufsatz und Glitzer in die Höhe hob.
„Was zum Teufel“, rief er laut.
„Nur ein weiteres Extra“, lachte Moody.
„Na, so lange er trotzdem funktioniert...“
Das tat er auch, aber nicht so, wie die Elfe / Fee / Pinky Bat sich das vielleicht vorgestellt hatte. Denn als er seinen Zauberstab schwang um den Zauber aufzuheben, passierte nichts, außer dass ein Haufen Flitterkram aus der Spitze hervor trat.
Wieder lachten alle wie verrückt, nur Fucking Bat und ich nicht Ich fand das alles überhaupt nicht witzig. Erstens, weil man so nicht mit Menschen umging und sie auf eine Art und Weise verarschte, dass man es schon fast Diskriminierung nennen konnte. Und zweitens war das hier noch immer meine Angst und die Art, wie ich damit umgegangen war, über die man sich lustig machte.
„Toll nicht“, fragte Moody grinsend. „Das wäre sicher ein Brüller auf dem nächsten Fest. Vielleicht könntest Du so am Weihnachtsball auftauchen. Da hätten die Schüler wenigstens mal was zu lachen, denn ich Deinem Unterricht haben sie wahrscheinlich nur selten die Gelegenheit dazu. Aber dann müssten wir ein paar kleine Änderungen hinzufügen. Moment!“
Noch einmal machte es Puff und schon stand Snape im gleichen Outfit da, allerdings in babyblau und er hatte als Highlight noch ein paar spitze Ohren bekommen.
„Tadaaaa, Severus der Weihnachtswichtel“, rief Alastor und machte eine ausholende Geste mit den Armen.
Die Lehrer hinter uns kriegten sich fast gar nicht mehr ein.
„Verwandel mich gefälligst wieder zurück, Alastor“, brüllte Snape und versuchte erneut, sich selbst zurück zu verwandeln. Wieder rieselte ein Schauer Flitter auf ihn herab.
„Wieso? Ich finde, es steht Dir hervorragend! Marie hat wirklich einen sehr guten Geschmack, was Deine Kleidung angeht.“
So, das reicht. Jetzt ist definitiv Schluss mit lustig. Das war der Tropfen auf den heißen Stein gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Wie konnte es dieser Vollarsch es nur wagen, sich so über meine Angst lustig zu machen? Ich habe die Schnauze ja so was von gestrichen voll. Der kann was erleben. Er sollte sich lieber warm anziehen.
„Jetzt ist Schluss“, schrie ich auf. „Alastor, wie kannst Du so etwas nur tun? Man geht nicht so mit anderen Menschen um. Das ist absolut nicht komisch. Und schon dreimal nicht zieht man die Ängste von anderen durch den Dreck. Das ist absolut unterhalb der Gürtellinie. Und ich habe immer gedacht, dass Du anders bist, als die großkotzigen Slytherins, denn genau so eine Aktion hätten die gebracht. Aber Du bist keinen Deut besser. Mir reicht es!“
Ich deutete mit meinem Zauberstab auf Snape, der sich sichtlich anspannte und drei Schritte zurück taumelte. Es gab einen lauten Knall und schon stand er wieder da, so wie man ihn kannte. Groß, muskulös und schwarz angezogen.
„Und ihr“, meinte ich und drehte mich zu Minerva, Sprout und Flitwick um. „Es ist nicht nett, über andere Menschen und schon gar nicht über Kollegen zu lachen. Habt ihr dass denn schon vergessen? Artikel 3, Absatz vier der allgemeinen Umgangsverordnung. Und jetzt wünschte ich euch einen angenehmen Abend.“
Ich drehte mich auf dem Absatz um und stürmte zur Tür hinaus.
„Mimi“, hörte ich noch Snapes Ruf hinter mir, aber ich ignorierte ihn.
Es war alles wie eh und je. Es hatte sich nichts verändert. Oder etwa doch?


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Meine Figur spiegelt sich auf den Gesichtern vieler Kinder, die man trifft. Sogar wenn man normal gekleidet ist, starren sie einen an wie ein Alien.
Tom Felton