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Fanfiction

Bat in my heart - Kapitel 33: Klein Mimi auf feindlicher Mission

von Dilli

Mit einem lauten Krachen fiel die Tür hinter meiner Liebsten ins Schloss. Ich stieß ein lautes Seufzen aus und ließ mich zurück aufs Bett fallen.
Was hatte ich denn jetzt schon wieder angestellt? So war das doch überhaupt nicht geplant gewesen und so hätte es auch niemals laufen dürfen. Ich hatte mir die Versöhnung mit Mimi in den letzten Tagen oft genug vorgestellt und so hatte sie definitiv nie geendet. Auch als Mimi in meinem Klassenzimmer aufgetaucht war, hatte ich mich gefreut, auch wenn ich vielleicht nicht so gewirkt hatte. Aber diese rasenden Kopfschmerzen, die mich nach meinem gestrigen Saufgelage gequält hatten – ohne Mimi bin ich einfach nicht ich selbst – hatten es einfach notwendig gemacht, dass ich einen Heiltrank dagegen nehmen musste. Doch Mimis plötzliches Erscheinen hatte mich einfach so aus dem Konzept gebracht, dass ich nach der falschen Phiole gegriffen hatte. Schon als ich die drei Tropfen hinunter geschluckt hatte, hatte ich gespürt, dass etwas falsch gelaufen war. Ich hatte nicht die heilende Wirkung gespürt, sondern eine seltsame Art von Schweben. Anders konnte man es einfach nicht beschreiben. Ich war auf Wolke 23 gewesen, Wolke 7 war zu tief für diese Art von Gefühl. Tja und dann hatte selbst ich es gecheckt, auch schon bevor Mimi die bittere Wahrheit ausgesprochen hatte: Ich hatte Veritaserum getrunken, ich Vollpfosten. Wie hatte mir nur so etwas passieren können? Immerhin war ich doch ein Meister in Zaubertränke. Da sieht man mal wieder, wie sehr die Liebe einen durcheinander bringen kann.
Auf jeden Fall hatte ich selbst da noch gedacht, dass alles gut werden würde, vor allem nachdem Mimi mir ihre Sicht der Dinge geschildert und ich endlich begriffen hatte, warum sie dieses Arschloch von Black gerettet und beschützt hatte. Und als ich sie dann geküsst hatte... Es war, als hätte es diese letzten schrecklichen Tage nie gegeben. Ich war so glücklich gewesen. Endlich hatte ich meine Liebe, meinen persönlichen Schutzengel, wieder und ich hatte sie mit Haut und Haaren fühlen dürfen.
Aber nein, ich, Severus Snape – Vollidiot, Arschloch und riesenhafte Fledermaus – hatte ja wieder einmal alles kaputt machen müssen. Das hatte ich ja prima hinbekommen! Wie hatte ich nur so bescheuert sein können? Es war doch so heiß gewesen, mit Mimi zu schlafen. Gerade als sie auf mir gewesen war. Aber Pustekuchen und Veritaserum sei Dank hatte ich ja unbedingt meine tiefsten Geheimnisse ausplaudern müssen. Ich hatte schon immer einmal Dirty Talk mit meiner Angebeteten ausprobieren wollen. Allein der Gedanke daran hatte mich schon immer hart werden lassen. Auch vorhin hatte es mich richtig angetörnt, aber ich hätte merken müssen, dass es Mimi nicht gefällt. Sie hatte es ja sogar noch gesagt, verdammte Scheiße nochmal, aber ich hatte ja wieder einmal mein Ding durchziehen müssen.
Als Mimi mir mitgeteilt hatte, dass es sie ablenkt war, da hätte ich einfach damit aufhören und stattdessen lieber das Gefühl genießen sollen, eins mit ihr zu sein. Doch wie hatte ich reagiert? Mit Zorn und Trotz und genau deswegen hatte ich ihr diese furchtbaren Worte an den Kopf gedonnert. Dabei meinte ich das gar nicht wirklich so, denn ich wusste selbst, dass meine Liebe in den letzten Wochen alles andere als prüde gewesen war. Das Problem war nur... Gott, wie erkläre ich das nur? Der Fehler an Veritaserum ist, dass es einen alles sagen lässt, was einem im Moment durch den Kopf geht und da ich so enttäuscht gewesen war, dass Mimi nicht das gleiche empfand wie ich, hatte ich es einfach gesagt. „Du bist einfach nur frigide!“
Dabei dachte ich normalerweise nicht im geringsten daran, dass Mimi in irgendeiner Art und Weise prüde sein könnte. Im Gegenteil. Sie hatte mich in der letzten Zeit mehr als nur überrascht. Was sie alles mit mir gemacht hatte und auch mit sich hatte machen lassen... Das war einfach der pure Wahnsinn gewesen.
Und dann hatte ich ihr auch noch VORGEWORFEN, dass sie in den letzten Jahren mit keinem anderen geschlafen hatte und dabei fand ich doch gerade diese Tatsache so toll an ihr. Natürlich hatte ich mich immer schon gefragt, warum dem so war, denn so wirklich hatte Mimi nie mit der Sprache heraus gerückt. Doch jetzt wusste ich es. Sie hatte es nicht getan, weil sie mich tief in ihrem Inneren immer noch geliebt hatte und mich nicht hatte vergessen können. Ihr war es wie mir ergangen.
Ich war doch so ein riesen Hornochse. Wie konnte ich diese Scheiße nur wieder gut machen? Konnte ich das denn überhaupt? Wenn ich an Mimis Stelle wäre, ich würde mir selbst nicht so schnell vergeben. Aber ich musste es trotz allem versuchen, koste es was es wolle. Und ich wusste auch schon eine Möglichkeit, wie ich das wieder hinbekommen würde, aber dazu musste ich erst einmal wieder klar im Kopf werden. Dabei half nur eines: Eine kalte Dusche.
Also sprang ich aus dem Bett und schwankte hinüber in mein Badezimmer. Ich hoffte, nein, ich betete, dass am Ende dieses langen Tages alles wieder gut sein würde. Dass ich meine Liebe wieder gewonnen hätte, meine Sonne, meinen Engel.

****************************************************************

Natürlich lief ich nicht vollkommen nackt durch das Schloss. Soweit kommt's noch. Nein, so weit hatte ich meine Gefühle dann doch noch unter Kontrolle gehabt. Kaum hatte ich Severus' Schlafzimmer verlassen, hatte ich mich in den nächsten Seitenalkoven verdrückt und war schnellstmöglich in meine Klamotten gesprungen. Außerdem hatte ich die klitzekleine (Ja gut, sie war gewaltig gewesen) Hoffnung gehabt, dass mein so genannter Schatz seinen Fehler einsehen und mir hinterher laufen würde.
Aber das hatte er natürlich nicht getan. Klar, warum auch? Er war ja der ach so tolle Severus Snape, der immer recht hatte und der nie etwas falsches tat. Ha, von wegen! Diese Sache war mehr als nur falsch gewesen. Er hatte mehr als nur einen Treffer unterhalb der Gürtellinie gesetzt und das würde er jetzt von mir zu spüren bekommen. Ich lasse ja wirklich viel mit mir machen, aber irgendwann war auch mal Schluss. Sollte er doch sehen, was er davon hatte. Ich ziehe jetzt genau die gleiche Show ab wie er in den letzten fünf Tagen und wenn das bedeutet, dass ich Weihnachten alleine feiern muss, dann bitteschön, soll es doch so sein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Minerva froh wäre, wenn ich auf ein Schnäpschen bei ihr rein schauen würde und dann könnten wir gleich fröhlich und vergnügt über diesen Schleimscheißer herziehen. Jawoll, genau so mache ich das! Wieso sollte ich jetzt einen auf Depri machen, wenn die ganze Sache auch ganz anders laufen kann. Ich sage nur: Eiskönigin! Das würde Severus so richtig schön wahnsinnig machen und genau das hatte er auch verdient.
Mit diesen... na ja, nennen wir es Rachegedanken (Ich bin ja immerhin ein ehrlicher Mensch) machte ich mich auf den Weg nach oben in mein Gemach im Astronomieturm. Als ich dort ankam, stürzte ich mich natürlich sofort auf meine Kippen, die schon auf dem gläsernen Couchtisch auf mich warteten. Meine Hände zitterten, als ich mir die Zigarette in den Mund steckte und ich versuchte, sie mir anzuzünden. Natürlich wollte es mir im ersten Augenblick nicht gelingen und ich begann innerlich zu fluchen. Verdammt verfluchte Scheiße aber auch. Es kann doch nicht sein, dass heute aber auch wirklich alles schief läuft. Zuerst die Versöhnung mit meinem Liebsten und dann auch noch mein Allheilmittel gegen nahezu alles. Was sollte denn noch kommen? Ein Überfall vielleicht oder ein Unfall? Oder vielleicht ein miefender Bergtroll, der auf dem Weihnachtsball einen Striptease hinlegt?
Der Ball!!! Heilige Scheiße, den hatte ich ja in diesem ganzen Chaos fast vergessen. Er sollte in nicht einmal zwei Stunden losgehen und ich war noch nicht einmal geduscht. Okay, ganz ruhig bleiben, Mimi! Es ist alles cool und Du hast alles im Griff! Ungefähr einhundert Minuten sind eine Menge Zeit um sich zu duschen, sich die Haare zu machen, sich die Fingernägel zu lackieren, sich anzuziehen und zu schminken. Du hast wahrlich andere Probleme, die Dich bewegen sollten.
Oh ja, wie recht meine innere Stimme doch hatte. Na ja, eigentlich hatte ich nur ein riesiges Problem, aber die anderen... Schwierigkeiten gingen mit dem einher. Ist ja wohl ganz klar, von was ich spreche! Von der biestigen, hirnverbrannten Fledermaus, die unten in den Kerkern hauste. Was er sich da eben erlaubt hatte, ging wirklich gar nicht. Wie war er nur auf die Idee gekommen, mich als frigide zu bezeichnen? Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, war sein Hauptargument auch noch gewesen, dass ich in den letzten 18 Jahren mit keinem anderen Mann im Bett gewesen war. Das konnte ja wohl echt nicht wahr sein! Aber wenigstens hatte ich ihm gesagt, was ich davon hielt. Ich war das erste Mal mutig genug gewesen.
Oh Mann, wenn ich so darüber nachdachte, dann hatte ich wirklich keine Lust, mich jetzt fertig zu machen und nach unten auf diesen blöden Ball zu gehen. Was sollte ich denn da überhaupt? Ich war eh nicht in der Lage dazu, fröhlich zu sein und zu allem Übel würde ich dort sicherlich diesem Hornochsen von Freund über den Weg laufen. Wie sollte ich nur reagieren, wenn ich ihn sah? Mit Sicherheit würde er versuchen, mich wieder einzulullen, aber das konnte er sich sonstwo hinschieben. Meinetwegen auch in seinen fetten... ja gut, ja gut... in seinen süßen, sexy, knackigen Hintern. Aber wie zum Teufel sollte ich mich denn verhalten, wenn ich ihm gegenüber treten würde? Denn ob ich wollte oder nicht, ich hatte die Pflicht auf dieses vermaledeite Fest zu gehen.
Gott, ich bekam schon Kopfschmerzen von diesem ganzen Mist. Ich legte die Fingerspitzen an meine Schläfen und massierte sie leicht. Ganz ruhig, Mimi. Es wäre doch gelacht, wenn Du für dieses Dilemma nicht auch eine Lösung finden würdest. Du musst nur einen kühlen Kopf bewahren. Darin bist Du doch der Champion.
Gut, gehen wir die Sache doch mal ganz unvoreingenommen an. Welche Möglichkeiten habe ich denn?
1. Nicht hingehen und mich krank / vielleicht sogar tot stellen: Geht nicht. Olympe würde mir den Kopf abreißen und mir irgendetwas von wegen Gemeinschaft und Einheit unter den magischen Schulen erzählen.
2. Hingehen und ein klärendes Gespräch mit Severus führen: Kommt ja überhaupt nicht in Frage. Was er sich erlaubt hat, war wirklich unterste Schublade und das ließ ich nicht mit mir machen. Wo kommen wir denn da hin? Nee, nee, nee. Severus sollte schon sehen, was er von seiner Aussage hat. Außerdem, wenn ich jetzt nachgeben würde, dann würde er denken, dass er jederzeit so eine Scheiße bauen konnte und das konnte er definitiv NICHT. Ich meine, ich mache ja viel mit und ich schaffe es auch, über viele Dinge hinweg zu sehen, aber das vorhin war einfach zu viel des Guten. Punkt, Aus, Ende der Diskussion!
3. Hingehen und Severus einfach ignorieren: Das wäre schon einmal eine Möglichkeit, mit der ich leben konnte, aber ich kannte Severus gut genug, um zu wissen, dass er auch dann versuchen würde, sich wieder bei mir einzuschleimen. Und wie sollte ich dann reagieren? Ihn vor der ganzen Schule anschreien oder weiterhin einen auf Eiskönigin machen? Womit wir wieder am Anfang wären, dass er mich zulabern würde. Das war ein verdammter Teufelskreis.
Gott, war das alles scheiße! Was sollte ich nur machen? Für irgendeine von diesen drei Punkten musste ich mich entscheiden, denn mir wollte keine vierte einfallen. Außer vielleicht meinen Liebsten vor allen bloß zu stellen oder ihn zu verfluchen bis zum Sankt Nimmerleins Tag. Das wäre natürlich voll und ganz nach meinem Geschmack, aber das ging selbstverständlich nicht. Erstens weil ich dann vermutlich Ärger bekommen würde und zweitens war ich ja auch kein Unmensch. Blieb also nur doch Punkt 3, denn für die zweite Möglichkeit war ich einfach zu stur.
Also gut, dann nehmen wir eben Drittens. Auf diesen verfickten Weihnachtsball gehen, aber die Fledermaus einfach nicht wahrnehmen. Er würde für mich nicht existieren. Ja, damit konnte ich leben, denn irgendwie passte diese Lösung auch zu mir. Und immerhin war ich ja eine Meisterin darin, wenn es darum ging, jemandem die kalte Schulter zu zeigen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich es darin ja zur Perfektion gebracht.
Aber ich wäre nicht Marie Lucie Duchesse, wenn ich mir nicht ein kleines bisschen Rache gönnen würde. So war ich nun einmal, wenn ich verletzt war – fies ohne Ende. Severus sollte schon sehen, was er von dieser ganzen Scheiße hatte. Oh, er sollte ja so was von leiden. Sein Herz sollte bluten wie meines vorhin und er sollte vor Sehnsucht vergehen. Auf Knien soll er hinterher angerutscht kommen und ich würde das ganze so richtig schön genießen.
Mimi, Mimi, Mimi... Du kleines, hinterhältiges Biest! Ich bin mir sicher, dass ich jetzt kleine Teufelshörner sehen würde, wenn ich einen Blick in den Spiegel werfen würde. Aber das machte mir überhaupt nichts aus. So war ich nun einmal.
Gut, wie lautet also Regel Nummer 1, wenn es darum geht, sich an einer Fledermaus zu rächen? Richtig: Hinreißend aussehen... Und sexy, nicht zu vergessen. Nichts leichter als das.
Ich drückte meine Zigarette im Aschenbecher aus, sprang auf und rannte ins Bad.

Mission „Rache ist ja so was von süß“ wurde erfolgreich gestartet.
Zuerst sprang ich unter die Dusche und tat dort alles, was für meinen Vergeltungsakt notwendig war. Das bedeutet Achseln, Beine und Bikinizone rasieren, Haare waschen, Spülung hinein kneten und mich anschließend mit meinem Lieblingsduschgel einseifen. Das brauchte natürlich eine gewisse Zeit, aber das war mir egal. Mir sollte es nur recht sein, wenn ich ein paar Minuten zu spät kam. Dann hätte ich nämlich einen großen Auftritt und Severus würde mit Sicherheit schon sämtliche Qualen des Fegefeuers durchleiden, weil er denken würde, dass ich nicht erscheine.
Als ich schließlich fertig war, trat ich aus der Dusche, rubelte mich mit einem Handtuch trocken, das ich mir anschließend zu einem Turban gebunden um den Kopf schlang. Danach sprühte ich mich von oben bis unten mit Deodorant ein und ging dann zurück in mein Zimmer, um das Styling zu vervollständigen.
Zunächst waren die Augenbrauen an der Reihe. Ich zupfte sie heute extra mit ein klein wenig mehr Schwung, auch wenn mich das etwas mehr Zeit kostete, aber scheiß' doch drauf. Danach folgten die Finger- und die Fußnägel. Da ich heute offene Schuhe tragen würde, lackierte ich mir die Fußnägel in einem Hochglanz-Silber, das ich hinterher für ein kompliziertes Muster auf den mit im French Design gestalteten Fingernägeln verwendete. Hinzu kamen noch ein paar kleine Strasssteine. Ein bisschen Bling Bling schadet bekanntlich nicht.
Ich war gerade dabei, die sexy Wäsche, die ich mir eigens für mein Balloutfit gekauft hatte, aus der Kommode zu holen, als ich ein leises Klopfen an der Tür zu meinen Räumlichkeiten vernahm. Ich erstarrte sofort zu einer Eisskulptur. Wer in drei Teufels Namen störte mich denn jetzt schon wieder? Konnte man denn nicht einmal seine wohlverdiente Ruhe haben? Ich will mich doch nur für diesen bescheuerten Weihnachtsball fertig machen. Ist das denn zu viel verlangt?
„Mimi“, ertönte es da leise und gleichzeitig ziemlich reuevoll.
Ich ließ vor Schreck die Dessous fallen. Was wollte er denn hier? Hatte er denn noch nicht genug auf meinen Gefühlen herum getrampelt?
„Mimi, ich bin es. Darf ich rein kommen, bitte?“
Das war ja so was von glasklar gewesen, dass er hier auftauchen würde. Irgendwie hatte ich schon damit gerechnet. Aber ich würde jetzt definitiv nicht nachgeben. Er hatte fürs erste wahrlich genug gesagt. Und ich würde einen Scheißdreck tun und jetzt die Tür öffnen, auch wenn er noch so betteln würde, was er zweifellos gleich beginnen würde. Aber nicht mit mir. Außerdem war ich gerade splitterfasernackt und meinen Traumkörper (Ja, ja, ich weiß, Eigenlob stinkt) würde er so schnell nicht wieder zu Gesicht bekommen. Die Gelegenheit hatte er vorhin gehabt und er hatte sie lieber dazu genutzt, mir irgendwelche falschen Dinge an den Kopf zu donnern.
Ach, beinahe hätte ich es vergessen: Vor der Tür stand natürlich Fucking Bat höchstpersönlich. War er mittlerweile wieder von seinem Trip runter und kam jetzt angekrochen, um mit dem Schwänzchen zu wedeln? Tja, das hättest Du Dir vorher überlegen sollen.
„Mimi, bitte, ich... ich will doch nur mit Dir reden.“
Uiiii, das ist ja ganz toll für Dich, aber ich habe für heute schon genug gehört. Und was war das gewesen? Richtig, ein riesiger Haufen SCHEIßE!!!
Es vergingen ein paar Minuten, in denen ich es nicht wagte, mich zu rühren. Vielleicht hatte ich ja Glück und er würde denken, ich sei gar nicht da, sodass ich mir nicht noch mehr von derlei Müll anhören müsste. Aber natürlich wusste ich es besser, denn ich kannte Severus einfach zu gut, nahezu in- und auswendig würde ich sagen. Ich wusste einfach, dass er wie ein begossener Pudel vor der Tür stand (Er tat mir in diesem Augenblick auch überhaupt nicht leid!) und darauf wartete, dass ich ihm öffnete. Aber darauf konnte er lange warten (Wiederhole ich mich vielleicht gerade ein klein wenig häufig? Na ja, auch egal!), eher würde die Hölle zufrieren, als dass ich nur wieder einmal nachgeben würde. Die Weisheit „Der Klügere gibt nach“ interessierte mich im Moment Null.
„Mimi, bitte“, ertönte es noch einmal. „Ich... ich... es tut mir leid!“
Was war denn das für ein komisches Schniefen? Heulte der? Hm, sollte ich vielleicht... Nein, Mimi, komm gar nicht auf die Idee. Setze wenigstens einmal Deinen Dickschädel durch.
Ja genau... Vielleicht sollte ich wirklich auf meine innere Stimme hören, die wieder einmal in Topform war. Aber sie hatte einfach Recht, das muss ich zugeben.
Also verharrte ich in meiner Position und wartete, bis Severus endlich abzog. Und das tat er dann endlich nach gefühlten 300 Stunden, aber nicht, ohne vorher noch etwas zu sagen.
„Ich war ein verdammter Idiot, Mimi. Bitte verzeih mir. Ich will... ich... Ich hoffe wir sehen uns gleich unten.“
Dann machte er auf dem Absatz kehrt und ging die Treppe hinunter, die den Astronomieturm hinauf führte. Und was machte ich? Ich vergaß einen Moment meine Rachemission und sank zitternd auf die Kante meines Bettes.

**************************************************

Die Dusche hatte mehr als nur gut getan und das beste war, dass ich endlich dieses nervige Wolke-23-Gefühl los wurde. Doch als die Wirkung des Veritaserums nachließ, wurde mir auch das ganze Ausmaß meines wohl kaum glorreichen Auftritts bewusst.
Scheiße, was hatte ich nur getan? Ich hatte Mimi nicht nur beleidigt und gedemütigt, sondern auch ihre Würde verletzt. Das würde sie mir niemals verzeihen, denn sie wusste, dass ich zumindest in diesem Augenblick so gedacht hatte. Mistiger Trollmist aber auch. Da war ganz klar eine Entschuldigung fällig, auch wenn sie wahrscheinlich nicht viel bringen würde. Dazu kannte ich meine Liebste einfach zu gut. Und sie hatte ja auch irgendwo recht. Ich war ja schon an die Decke gegangen, weil sie mir die Wahrheit über Black verschwiegen hatte. Das hier war um ein Vielfaches schlimmer.
Doch es musste einfach sein. Ich hatte mich wie der letzte Neandertaler verhalten, also musste ich in den sauren Apfel beißen und Mimi um Verzeihung bitten. Und das ganze am besten gleich.
Am liebsten wäre ich ja sofort los gelaufen, doch ausgerechnet heute musste dieser verfickte Weihnachtsball sein, der in diesem Jahr wohl eine Nummer für sich werden würde, da ja auch noch die Delegationen aus Durmstrang und Beauxbatons daran teilnehmen würden. Und natürlich hatte Albus mir die Anweisung gegeben, dass nicht nur die Sicherheitsbestimmungen denen eines Hochsicherheitsgefängnisses entsprechen sollten, sondern auch noch, dass ich ja nicht auf die Idee kommen sollte, in meinem Alltagsoutfit dort zu erscheinen. Er wollte, dass dieses Fest perfekt wurde und da mussten auch die Lehrer auf ein gepflegtes Äußeres achten. Als wäre ich nicht selbst darauf gekommen. Manchmal behandelte mich Albus wirklich wie ein Kleinkind, eine Tatsache, die mich ziemlich nervte. Aber als wäre das nicht schon genug, hatte auch Mimi mich letzte Woche – also vor diesem ganzen Mist – darauf hingewiesen, dass ich mir doch einen Festumhang besorgen sollte. Und da ich meinem Engel einfach keinen Wunsch abschlagen konnte, hatte ich mir doch tatsächlich einen bestellt, auch wenn Mimi davon nichts ahnte, denn als sie mir das ganze gesagt hatte, hatte ich gemault wie ein Baby.
Doch leider bedeutete das ganze, dass ich nicht jetzt gleich zu Mimi konnte, sondern ich musste mich noch herrichten. Wenn es denn sein muss...
Also rasierte ich mich schnell im Gesicht, schnitt mir die Fingernägel und frisierte mir die Haare mit viel Gel und Pomade aus dem Gesicht. Es sah fast so aus wie bei Fred Astaire, nur dass meine Haare länger waren. Unwillkürlich breitete sich ein Schmunzeln auf meinen Lippen aus. Wenn ich Fred war, dann war Mimi meine Ginger. Was unser Talent beim Tanzen anging würde das auf jeden Fall passen.
Als nächstes ging es daran, meinen Festumhang anzuziehen. Natürlich hatte ich mich für einen in Schwarz entschieden. Was anderes käme bei mir auch überhaupt nicht in Frage, denn keine andere Farbe passte so gut zu mir. In Blau, Grün oder was weiß ich würde ich nicht nur lächerlich sondern auch total bescheuert aussehen. Unter das Festgewand zog ich eine meiner zahlreichen schwarzen Anzughosen, ein weißes Hemd (Ja, ich habe nicht nur schwarze, das bitte ich doch zu beachten) und legte mir die schwarze Fliege um, die zu dem Umhang gehörte. Ich hasste diese Dinger. Sie waren eng und unbequem und schnürten einen ein wie ein Halsband. Was bin ich denn? Ein Hund vielleicht. Aber was tut man nicht alles, um seiner großen Liebe zu gefallen?
Zu guter Letzt kamen noch meine auf Hochglanz polierten Halbschuhe, sowie eine purpurrote Rose (Mimis Lieblingsblumen), die ich mir ans Revers des Festumhangs steckte. Ein finaler Blick in den Spiegel zeigte mir, dass ich wirklich kaum mehr wieder zu erkennen war. Ich war ja gespannt, ob ich meiner Angebeteten gefiel. Ich hoffte es ja. Aber vorher hatte ich noch etwas zu erledigen, etwas, das wirklich nicht warten konnte. Ich musste versuchen, die Scheiße, die ich gebaut hatte, wieder gut zu machen.
Ich ging noch schnell an meinen Schreibtisch und holte dort etwas aus der obersten Schublade, das ich beim letzten Hogsmeadeausflug erstanden hatte. Wer wusste schon so genau... Vielleicht würde ich es heute noch brauchen. Ich wollte auf jeden Fall für alles gerüstet sein. Ich schob den mysteriösen Gegenstand in die Innentasche meines Umhangs und verließ dann meine Räumlichkeiten. Ich betete darum, dass ich nicht alleine sein würde, wenn ich wieder hierher kam.

Ich ging auf direkten Weg nach oben in den Astronomieturm. Die Schüler und auch die Kollegen, die mir entgegen kamen, warfen mir überraschte Blicke zu. Klar, sie mussten wahrscheinlich dreimal hinschauen, bevor sie mich erkannten. Immerhin sah man nicht jeden Tag eine top gestylte Fledermaus.
Als ich an Mimis Tür ankam, war ich mehr als nur nervös. Ich musste mich unwillkürlich fragen, ob ich auch das richtige tat. War es besser, das ganze gleich zu klären oder sollte ich Mimi doch lieber in Ruhe lassen? Sicherlich war sie fuchsteufelswild, was nur allzu verständlich war. Doch ich konnte einfach nicht anders. Ich musste es einfach versuchen. Ich würde es mir sonst ewig vorhalten, wenn sie nie mehr mit mir sprechen würde. Und ich wusste, dass das durchaus im Bereich des Möglichen war, denn ich konnte nun einmal die Tatsache nicht leugnen, dass ich Scheiße auf ganzer Linie gebaut hatte. Gott, ich hatte Mimi wirklich nicht verdient. Schon mehr als einmal hatte ich mich gefragt, wie sie es überhaupt mit mir aushielt und warum sie mir immer wieder meine Aussetzer verzieh. Sie schien mich wirklich zu lieben und ich dämliches Trampeltier brachte es doch immer wieder fertig, diese Liebe zu missbrauchen. Anders konnte man es wohl kaum ausdrücken. Dabei wollte ich das doch gar nicht. Ich wusste selbst nicht, wie ich so etwas immer wieder zustande brachte. Ich liebte Mimi doch und das mehr als mein eigenes beschissenes Leben. Ich musste ihr das zeigen und ich hoffte, dass sie mir die Chance dazu geben würde. Das wäre wirklich das allerbeste Weihnachtsgeschenk.
Also dann, auf in den Kampf, Snape! Sei kein Frosch und klopfe endlich an diese Tür. Es kann nichts schlimmeres passieren, als dass Mimi die Tür öffnet und dir den Kopf abreißt. Und seien wir mal ehrlich, das hast Du wirklich mehr als nur verdient.
Ich atmete ein letztes Mal tief durch, hob schon fast zaghaft meine Hand und klopfte leise an die Tür. Mimi würde es hören, wenn sie da war, denn seit Lupins Angriff als Werwolf damals verfügte meine Liebste ja über ein super Gehör. Aber um auch wirklich ganz sicher zu gehen, richtete ich das Wort an meine Liebe.
„Mimi“, sagte ich leise und wartete gespannt auf eine Reaktion. „Mimi, ich bin es. Darf ich reinkommen, bitte?“
Ich lauschte ziemlich angespannt, doch es kam nichts. Ich hatte nichts anderes erwartet. Mimi würde nicht gleich freudig zur Tür gesprungen kommen, nur weil ich auf einmal davor auftauchte. Doch mit jeder Sekunde, die ich dort stand, wurde ich immer nervöser. Ich versuchte es noch einmal.
„Mimi, bitte, ich... ich will doch nur mit Dir reden.“
Bitte, meine Süße, mehr verlange ich doch gar nicht. Ich will Dir doch nur erklären, dass ich mich wie ein gigantisches Arschloch verhalten habe und meinen Fehler wieder gut machen. Bitte gib mir diese eine Chance. Ich flehe Dich an.
All das sollte ich ihr normalerweise sagen, aber ich wollte auch nicht wirken wie ein kriecherischer Köter. Dazu war ich dann doch zu stolz. Das war eben ein großes Manko von mir. Mir fiel es nicht leicht, mich zu entschuldigen und ich tat das auch mehr als nur ungern, aber in diesem speziellen Fall war es einfach mehr als nur angebracht. Und wenn ich Mist gebaut habe, dann gebe ich das auch offen und ehrlich zu, auch wenn es noch so unangenehm ist.
Wieder wartete ich vergeblich, doch es geschah immer noch nichts. Mimi sagte nichts, ganz zu schweigen davon, dass sie mich einließ. Ich überlegte kurz, ob ich nicht einfach in ihre Gemächer gehen sollte, wie so oft in den letzten Wochen, doch ich wollte nicht auch noch Öl ins Feuer gießen. Ich wusste, wie Mimi darauf reagieren würde. Sie würde mich ungespitzt in den Boden rammen und mir anschließend die Rübe abhauen. Oder sie würde mir bei lebendigem Leibe die Haut abziehen oder – noch schlimmer – mich von meinen Testikeln befreien. Nur über meine Leiche. Die behalte ich und wenn es das letzte ist, was ich tue. Das war mein Allerheiligstes und daran hing ich eben. Ja, ich bin nun mal ein Mann, okay? Verklagt mich ruhig.
Also gut, dann eben noch ein Versuch. Der Schmerz schnürte mir beinahe die Luft ab, so weh tat es, hier zu stehen und zu wissen, dass meine verletzte Liebe nur wenige Meter von mir entfernt und höchstwahrscheinlich stinksauer auf mich war.
„Mimi, bitte“, flehte ich sie schon beinahe an. „Ich... ich... es tut mir leid!“
Sie sollte wissen, wie ich empfand. Es tat mir mehr als nur leid, dass ich diese gemeinen Worte zu ihr gesagt hatte. Ich würde meine Seele dafür geben, dass ich die Zeit zurück drehen und diese Gemeinheiten zurück nehmen könnte. Aber das ging ja leider nicht.
Ich starrte das Holz an, aus dem die Tür bestand und versuchte allein mittels Gedankenkraft meine Liebste dazu zu überzeugen, dass sie endlich nachgab. Aber ich wusste, dass ich vergeblich darum betete. Ich hatte Mimi zu sehr verletzt und das wollte sie mich jetzt wahrscheinlich spüren lassen. Es wäre das beste, wenn ich jetzt auf dem Absatz kehrt machen und sie alleine lassen würde, aber ich konnte es einfach noch nicht. Nicht, solange ich noch eine Chance hatte.
Was zur Hölle machst Du Dir eigentlich vor, Du Vollpfosten? Mimi wird Dir diese Scheiße nicht so schnell verzeihen und sie hat jedes Recht der Welt das zu tun. Du hast Dich wie das letzte Arschloch benommen, das weißt Du selbst. Und wenn Du das selbst schon sieht, dann sieht es Mimi doch erst recht.
Plötzlich fühlte ich mich einfach nur noch müde, kaputt und fertig. In meiner Brust breitete sich ein alles umfassender Schmerz aus. Ich hatte das Gefühl, als würde ich tief in meinem Inneren verbrennen oder als würde mein Herz entzwei gerissen werden. Ich wollte zu Mimi, meiner Liebsten, und wollte sie in die Arme schließen. Nur sie konnte diese Qual beenden.
Doch ich wusste selbst, dass es keinen Sinn mehr hatte, noch länger zu warten. Meine Süße war einfach zu verletzt und sie brauchte ihre Zeit. Vielleicht wurde ja später alles besser, wenn sie auf den Ball kam und... Der Ball! Würde sie denn überhaupt auftauchen? Oder war sie vielleicht gerade dabei, ihre Sachen zu packen und nach Frankreich abzuhauen, wie sie es schon einmal getan hatte? Oh mein Gott, bitte nicht. Bitte, bitte, das überlebe ich nicht. Bitte, lass mich nicht hier zurück, mein Engel. Bleib hier, bei mir!
Ich konnte es nicht verhindern, dass mir die Tränen in die Augen stiegen. Ich legte die Hand auf die hölzerne Tür, als könnte es mich IHR näher bringen.
„Ich war ein verdammter Idiot, Mimi“, meinte ich noch, als mein letzter Hoffnungsfunken verglühte. „Bitte verzeih mir. Ich will... ich... Ich hoffe wir sehen uns gleich unten.“
Und ich liebe Dich.
Ich wischte mir eine Träne von der Wange (Oh Gott, ich hatte seit fast 18 Jahren nicht geheult und auch damals war es nur wegen Mimi gewesen), dann drehte ich mich um und machte mich auf den Weg in die große Halle.

************************************************

Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich wieder einigermaßen im Griff hatte. In meinem Inneren tobte ein Kampf und ich wusste selbst nicht so wirklich, was ich denken sollte. War es richtig von mir gewesen, einen auf stur zu machen? Hätte ich Severus vielleicht doch herein lassen sollen?
Nein, ich hatte goldrichtig gehandelt. Er hätte sich eben vorher überlegen sollen, ob er so eine Scheiße verzapft oder nicht. Ich meine, er war noch keine zwei Minuten aus mir draußen, da beschimpfte er mich als prüde. Ich meine, geht’s noch? Nein, nein und nochmals nein. Er hatte es verdient zu leiden. Punkt, Aus, Ende, Finito!!!
Genau, das war doch schon einmal die richtige Einstellung. Ich sollte mir von seinem Auftauchen kein schlechtes Gewissen machen lassen. Das wäre ja wohl noch schöner. ICH hatte immerhin nichts falsch gemacht. Ich hatte ihn lediglich daraufhin gewiesen, dass mir die Sache mit dem Dirty Talk nicht gefällt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass er gleich wie eine absolute Oberzicke reagiert. Das war normalerweise uns Frauen vorbehalten. Aber anscheinend steckte in jedem Mann doch eine weibliche Seite, auch wenn wahrscheinlich 90 % der Männer diese Tatsache leugnen würden, Schwule einmal ausgenommen.
Gut, dann wäre das ja geklärt und ich kann mich endlich wieder auf meine Mission konzentrieren. Severus sollte schon sehen, was ihm durch die Lappen ging. Also, dann blieb mir nur noch eine Sache zu tun. Ich musste endlich meinen Hintern von diesem Bett kriegen und zu Ende bringen, was ich vorhin angefangen hatte. Auf, auf, Duchesse, sonst sitzt Du an Ostern noch da!
Mit neu gewonnenem Elan stand ich endlich auf und hob meine Unterwäsche vom Boden auf. Wenn man denn überhaupt von Wäsche sprechen konnte. Eigentlich war es eher ein Hauch von nichts. Ich schlüpfte zuerst in den weißen Stringtanga aus durchsichtiger Spitze. Dadurch konnte man wirklich ALLES sehen, aber er würde sich unter dem Kleid nicht abzeichnen, das sich wirklich wie eine zweite Haut um meinen Hintern legte. Da dieser weiße Traum neben dem Neckholder auch noch einen verboten tiefen Rückenausschnitt hatte, trug ich keinen normalen BH. Nein, ich brachte einen weißen Klebe-BH auf meinen Brüsten an, der hinten keinen Verschluss, dafür aber einen wunderbaren Push-up Effekt hatte. Wenn Severus mich so sehen würde... Oh, er würde sofort über mich herfallen. Tja, sein Pech, denn er würde DAS hier nie zu Gesicht bekommen. Das schwöre ich, so wahr ich Marie Lucie Duchesse heiße.
Nun hieß es Make-up auflegen. Dabei betonte ich vor allem meine Augen in verschiedenen Grau- und Silbertönen und verlängerte mit einem Zauber sogar noch meine Wimpern. Das tat ich wirklich nur sehr selten, weil ich es selbst ein klein wenig übertrieben fand. Aber wenn das hier kein Anlass zum Übertreiben war, dann wusste ich auch nicht. Ein Blick aus meinen gigantisch wirkenden Augen würde Severus in die Knie zwingen, das wusste ich.
Als nächstes schlüpfte ich in das Kleid, das ich in Ians beziehungsweise meinem Laden gekauft hatte. Es saß wirklich perfekt. Es war weiß und außerdem über und über mit Strassteinen bedeckt. Es hatte nicht nur einen Neckholder und einen tiefen Rückenausschnitt, sondern ließ auch vorne einige Einblicke gewähren. Doch das Highlight war der Schlitz, der bis zum rechten Oberschenkel verlief. Ich wusste selbst, dass das für eine Lehrerin ziemlich sexy gekleidet war, aber seien wir mal ehrlich. Ich war mit meinen 34 Jahren noch keine Oma und ich hatte mich immerhin so gut gehalten, dass ich so ein Kleid definitiv tragen konnte. Und nur weil ich vielleicht ein Vorbild sein sollte, musste ich noch lange nicht herum laufen wie eine Nonne. Wem es nicht passt, der braucht ja nicht hinschauen. Außerdem ziehe ich ja zu Beginn auch noch ein bodenlanges Cape darüber, das aber nur den Rücken bedeckte. Trotzdem alles im grünen Bereich würde ich sagen.
Meine Vorbereitungen gingen nun in die letzte Runde. Meine Haare ließ ich mir zu einem strengen Knoten stecken, in den ich aber noch einen silbernen Haarkamm steckte, der wunderschöne Strahlen über den Knoten laufen ließ. Dann fehlten nur noch Schmuck und Schuhe. Ich wählte fast riesenhafte Ohrringe, die an Eiskristalle erinnerten und das dazu passende Armband. Das harmonierte wunderbar mit der Kette, an der ich Filou trug. Der Diamant, der aus der Asche meines Hundes entstanden war, ruhte genau auf dem Brustansatz und lenkte sämtliche Blicke auf den Ausschnitt. Besser ging es ja wohl kaum.
Und zu guter letzt: die Schuhe. Was würde zu diesem Outfit denn besser passen als silberne Riemchensandalen mit 12 Zentimeter hohen Absätzen? Eben, nichts! Sie waren zwar extrem gefährlich und nicht gerade meine bequemsten Schuhe, aber wer schön sein will, muss eben leiden. Und wer Rache üben will gleich dreimal.
Ich sprühte mich noch schnell mit Parfum ein. Natürlich wählte ich genau den Duft, den Severus am liebsten mochte. Dann warf ich mir das Cape über und schaute ein letztes Mal in den Spiegel. Yes! Mission zu hundert Prozent erfüllt, würde ich sagen. Genau so hatte ich aussehen wollen. Wie ein sexy Engel, der die wohl heißesten Sexträume in Sevs Kopf zum Leben erweckt.
Ich atmete ein letztes Mal tief durch, schob noch schnell meinen Zauberstab und meine Zigaretten (Mein weiß ja schließlich nie was kommt) in die Innentasche meines Capes und machte mich dann mit klopfendem Herzen auf den Weg nach unten in die Große Halle. Auf in den Kampf!

***************************************************

Immer wieder warf ich einen prüfenden Blick auf meine Uhr. Die Zeit spielte gerade verrückt. Zuerst war es so schnell 19 Uhr – um diese Zeit war der Beginn des Balls – geworden, doch jetzt wollte sie gar nicht mehr vergehen. Es zog sich alles in die Länge und jede Minute dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Es war erst sieben Minuten nach sieben, aber es kam mir trotzdem so vor, als würde ich bereits Jahre hier sitzen. Zu meiner Rechten ein leerer Stuhl.
Ich hatte es ja gewusst: Mimi würde nicht kommen. Wahrscheinlich saß sie jetzt da oben in ihrem Turm und heulte sich die Augen aus dem Kopf. Oder noch schlimmer, sie plante schon, wie sie mich verlassen konnte. Vielleicht war sie schon für immer aus meinem Leben verschwunden. Aber heute würde ich das nicht zulassen. Heute würde ich ihr überall hin folgen. Oh bitte, das darf doch nicht wahr sein. Ich habe keine Lust hier zu sitzen und einen auf Party des Jahres zu machen, während ich doch oben bei meiner Liebsten sein und ihr alles erklären sollte.
Aber nööööö, dieses verdammte Fest musste ja für die Lehrer aus Hogwarts eine Pflichtveranstaltung sein. Egal, ob man wollte oder nicht, man hatte zu erscheinen. Hmmm... Galt das eigentlich auch für die ausländischen Professoren? Igor saß an seinem Platz und auch die olle Maxime war anwesend und unterhielt sich ziemlich anregend mit Alastor. Doch Mimi war nicht hier. Vielleicht sollte ich die Riesin mal fragen, ob sie nicht mal die Chefin raus lassen und meiner Liebsten befehlen könnte, ihren geilen Arsch hier runter zu bewegen. Ihr könnte sie sich mit Sicherheit nicht widersetzen. Nicht, wenn ihr ihr Job lieb war. Vielleicht sollte ich...
„Wo ist Marie“, kam es da von links.
Ich drehte meinen Kopf zur Seite und begegnete Minervas Blick. Oh mein Gott, was kuckte die denn so böse? Ihre Lippen waren so dünn wie schon lange nicht mehr und wenn Blicke hätten töten können, dann wäre ich jetzt sicherlich vom Stuhl gekippt.
Das war ja wieder mal so was von klar gewesen. Sie hatte keine Ahnung, was abging und trotzdem schob sie mir die Schuld in die Schuhe. Aber das war ja ganz normal. Severus – Fiesling, Oberarsch und biestige, alte Fledermaus – war ja immer der Dumme. Ich konnte einfach nur ganz normal irgendwo sitzen und trotzdem wäre es mein Fehler, dass die Welt um uns herum im Chaos versinkt. Wer bin ich denn? Hogwarts' Sündenbock vielleicht? Brauchen wir einen Schuldigen? Nehmen wir doch den dummen Severus. Der hat es ohnehin nicht anders verdient. Grrrr... ich könnte echt kotzen.
Doch trotzdem versuchte ich, ruhig zu bleiben. Albus würde es nicht gut heißen, wenn ich vor unseren Gästen den Vollidioten rauslassen und seine Stellvertreterin dumm anmachen würde. Wobei ich gute Lust dazu hätte. So zuckte ich also nur mit den Schultern und machte einen mehr oder weniger gleichgültigen Eindruck.
„Ich weiß es nicht“, gab ich zurück und wich den tödlichen Augen meiner Kollegin aus.
Ich wusste zwar, wo Mimi sich aufhielt, aber ich wollte nicht mit der Wahrheit heraus rücken. Das ging Minerva ja auch überhaupt nichts an. Sie würde mir wahrscheinlich ohnehin den Kopf abreißen, wenn sie wüsste, was ich ihrer Freundin an den Kopf gehauen hatte.
„Was hast Du jetzt schon wieder angestellt, Du Riesenrindvieh“, überraschte sie mich trotzdem.
„Bitte was“, wollte ich wissen und versuchte, mich dumm zu stellen.
Oh oh, McGonagall und ihre Intuition. Sie roch tatsächlich schon Lunte. Alarm, Alarm, alle Mann in Deckung!
„Du hast mich schon verstanden, Severus“, giftete sie zurück. „Was hast Du jetzt schon wieder getan? Mimi hätte nie und nimmer freiwillig auf den Ball verzichtet, auch wenn ihr in den letzten Tagen nicht miteinander geredet habt. Es muss also irgendetwas passiert sein. Also rück endlich raus mit der Sprache!“
Ich musste einmal kräftig schlucken.
„Minerva, ich... weiß wirklich nicht, wie Du auf diesen Blödsinn kommst, aber es ist rein gar nichts...“
„Das kannst Du vielleicht Deiner Großmutter oder sonstwem erzählen, Severus, aber nicht mir. Ich kenne Marie und ich weiß, dass sie sich sehr auf den Ball gefreut hat. Sie liebt solche Veranstaltungen. Deswegen frage ich Dich jetzt ein letztes Mal: Was hast Du jetzt schon wieder verbockt?“
„Ich... ich...“
Ich hatte keine Ahnung, was ich darauf sagen sollte. Fuck, die alte Schabracke war wirklich gut. Was sollte ich denn jetzt machen? Oh Gott, bitte hilf mir doch irgendjemand. Meinetwegen kann sich auch die Erde auftun und mich verschlingen, aber ich WILL nicht auf diese Frage antworten. Aber Minerva war unerbittlich.
„Jaah“, hakte der alte Drachen nach.
„Ich... ich...“, stotterte ich. Verdammte Scheiße!
„Ich warte, Severus, und ich habe nicht ewig Zeit. Wenn ich also bitten darf, dann mach endlich hinne, Du widerlicher, verblödeter...“
In diesem Moment lenkte meine Kollegin irgendetwas ab und unterbrach sie somit in ihrer Schimpftirade. Ich achtete zuerst gar nicht darauf, sondern wischte mir in Gedanken den imaginären Schweiß von der Stirn. Puh, nochmal Schwein gehabt, Alter! Was immer Minerva auch unterbrochen, ich dankte Gott oder wem auch immer aus tiefsten Herzen dafür. Da war ich ja gerade nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.
Da merkte ich auf einmal, dass sämtliche Gespräche in der Großen Halle verstummt waren. Was bitte ging denn jetzt ab? War mir irgendetwas entgangen? Brannte es oder hatte irgendjemand einen alles umfassenden Schweigezauber ausgesprochen? Oder war Albus vielleicht aufgestanden, um seine Rede zu halten? Ich warf einen Blick auf ihn. Nein, er saß noch an Ort und Stelle, aber er schaute über die vielen Tische hinweg, die heute anstatt der Haustische in der Halle standen, und blickte in Richtung Flügeltür. Im Augenwinkel nahm ich einen weiß-silbernen Schimmer war. Ich drehte meinen Kopf und schaute in dieselbe Richtung wie alle anderen...
… und erblickte meinen wahr gewordenen Traum, meinen lieblichen, strahlenden Engel und die Liebe meines Lebens.


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