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Fanfiction

Sündenweber - Gula

von Svelita

Lavender atmete erleichtert aus, merkte wie sie dadurch all ihre Anspannung verlor. Als sie ihre Augen öffnete, befand sie sich in gewohnter Umgebung. Sie erkannte sich in einem Ballsaal. Es war nicht allzu lange her, dass sie hier gewesen war. Hier hatte sie vor kurzem erst getanzt.

Drei Schritte lang stellte das edle Stück Holz den Mittelpunkt des nachtgeschwärzten Raumes dar. Rot wie teurer Lebenssaft erstreckte sich das Seidendeckchen über den angerichteten Tisch, lud trügerisch zur tiefen Befriedigung lang vernachlässigter Bedürfnisse ein. Das einzige Licht warfen Kerzen, welche Gutes daran taten, das Fleisch in einem grünlichen Ton schimmern zu lassen. Der da wirkte schön, wie es das lebende Wesen gewesen war und reich, wie die Ausgiebigkeit dieses Mahles.

Sie spürte ein befremdliches Gefühl in sich. Wie ein Wesen, das nicht zu ihr gehörte, nährte es sich von ihrem Körper. Und so falsch es sich auch anfühlen mochte, so einladend war es in diesem Moment, nicht alleine zu sein.

Und nun greift Koch zum Topf am Tisch,

wo jener Koch braut ein Gemisch.

Das Mädchen zuckte. Die Stimme hallte dumpf in einer hinteren Ecke ihres Kopfes. Sie schien sie vollends auszufüllen. Beflügelnd. Das Licht in der Dunkelheit. Sie musste Lächeln vor Erleichterung.

Wer glaubte, die schwerste Arbeit wäre es gewesen, die Leckerei des heutigen Abends in den Käfig zu bezwingen, watete in Unrecht. Er erkannte nicht die Vorarbeit, die es verlangte, Perfektion zum Besten zu geben. Mit einer gähnenden Leere im Herzen hatte sich unser Koch nach einer Inkarnation von Reinheit, Appetit und Ästhetik umgesehen, sorgfältig ausgewählt und wie ein Jäger zugeschlagen, bevor andere Ungetüme Jagd auf Unschuld machen konnten.

Die Tränen mit Blut melangiert,

Knochenreste hübsch verziert.

Haare werden ausgerupft,

Sekrete werden abgetupft.

Das Messer setzte vorsichtig an das feuchte Fleisch an. Ein angespanntes Lächeln spiegelte sich in dem Werkzeug wider. Die Stunde der Wahrheit wurde eingeläutet, in der sich offenbaren würde, ob ihre Arbeit lohnenswert gewesen war. Auch Musik geleitete den Abend. Die Schneide, die sägend durch das Fleisch glitt, die Gabel die oberhalb zwischen dem Blut einstach, das Klirren auf dem Porzellan.

Koch wär nicht Koch, wenn er nicht wüsste,

dass man sie vorher häuten müsste.

Stück für Stück aneinander gereiht. Jedes heiliger als das andere. Nichts wurde verschwendet, wo doch nur ein einziger Bissen etwas in ihr verändern könnte. Würde ihr ein Heiligtum zur Heiligkeit verhelfen? Ihre Lippen zitterten vor Hungerslust, so sehr verzerrte sie sich nach dem unberührten Fleisch. Ihr Mund umschloss das geweihte Segment.

Es fällt das naturelle Kleid,

die Fettschicht liegt für ihn bereit.

Der Darm erfüllt Zweck Zweierlei:

Schmeckt und leitet ein zur Feierei.

Ein wellenartiges Gefühl durchfuhr ihren gesamten Körper und gebot ihr ihre Augen hingeblich zu schließen. Der saure Geschmack der Verzweiflung, der den ereilenden Hinterhalt des Wesens bezeugte. Drauf folgte der bittere Geschmack, der dessen Schmerz verriet, der aber nicht vermeidbar war, wo Betäubungsmittel einen doch unausstehlichen Beigeschmack gesetzt hätten. Der salzige Geschmack des Fleisches, der die Traurigkeit preisgab, die das Wesen erreichte, da es sein Schicksal des Todes akzeptiert haben musste. Und zum Schluss die alles entscheidende Note. Der unvergleichliche Geschmack der Süße, der ihr Gewissheit für die Rechtmäßigkeit ihrer Tat gewährleistete. Süß wie die Unschuld, die es in sich verborgen hielt und die ihr nun ein Geschenk der Vollkommenheit bescherte.

Mit Fleischgewinde um den Kopf

wirft man die Nieren in den Topf.

Aroma setzt man stets voraus,

drum drückt man Herz und Lunge aus.

Sie konnte dem Geschehen keine Worte verleihen. Die Ungewissheit machte sie stumm. Wie konnte man durch ein Sakrileg so heilig werden? Wie konnte sie ein Leben nehmen und sich dadurch lebendig fühlen? Wenn Wahrheit existierte, so würde sie sich vor diesem Ereignis verschließen wollen.

Als Tipp: Im Feuer noch entfachen,

dann kann das Meisterwerk erwachen.

Das Besteck schien unwichtig und eine Hand war gleich zu wenig. Beinahe übermütig schob sich unser Koch sein Abendmahl zwischen Zähne und Gaumen und konnte nicht mal so schnell kauen, wie er schlucken wollte. Maß war bloß noch ein Wort. Gefräßigkeit zeichnete sich durch die Anerkennung ihrer Hingabe an dem Mädchen aus. So schnell wie unser Koch der Mädchenseele den gar aus gemacht hatte, so rapide füllte sich nun sein Magen. Der Berg aus Delikatessen wurde in minutenschnelle unsichtbar gemacht. Spritzer von Blut, die sich ungewollt auf der Tischplatte platziert hatten, wurden mit einem Finger aufgesogen und genüsslich auf den Lippen verteilt. Eiserner Geschmack, der selbst einem Koch der Traurigkeit ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte.

Schließlich wird nun dargeboten:

Ein Dinner mit der Lieblingstoten.

Seit so langer Zeit der Leere fühlte sie sich zum ersten Mal gesättigt. Die Machterkenntnis hatte das schreiende Bedürfnis in ihr gedeckt. Müde stimmte sie die Erleichterung ihres Selbstwerts, der sich in den saubergeleckten Tellern widerspiegelte. Sie war nicht allein, hatte sie doch sich selbst. Etwas war anders, sie war anders. Sie betrachtete sich selbst. Etwas war neu, sie war neu geschaffen.


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