
von Valkyr
« Der Schattenpakt »
7. Kapitel - Verführerisches Bad
Etwa zwei Wochen zogen unbemerkt vorbei. In dem Anwesen war nie klar, ob es Tag oder Nacht war, denn trotz der großen Fenster waren es die blick-dichten Vorhänge, welche die Außenwelt zurück hielten. Hier herrschte keine Zeit und auch kein Gefühl dafür, wie spät es war. So hatte Hermine sich schon mitten in der Nacht in die Bibliothek geflüchtet, um ihre Langeweile zu bewältigen. Die anderen Räume hatte sie schon an einem Tag besichtigt, einer schöner, einer schäbiger als das andere.
Manche Türen blieben verschlossen vor ihr und sie hörte lieber auf Bellatrix' wohl weniger gut gemeinten Rat, die Finger davon zu lassen, so versuchte sie auch nicht mit Zaubern, diese zu öffnen. Lediglich die Neugier über den Turm ließ ihr keine Ruhe. Die Treppe wirst du nicht finden, und wenn,... Ein Aber barg sich dahinter, also war der Weg dorthin nicht völlig unerreichbar für sie. So hatte sie den einen oder anderen Tag damit verbracht, danach zu suchen, bisher erfolglos. Die Todesserin selbst war ihr in der ganzen Zeit nur einmal über den Weg gelaufen und sie fragte sich manches Mal, wo Bellatrix sich die ganze Zeit aufhielt. Allerdings war das Anwesen auch groß genug, sodass man sich schnell aus den Augen verlor.
Mittlerweile hatte Hermines Unterarm aufgehört zu schmerzen, dennoch deckte sie ihn stetig ab, um durch das dunkle Mal nicht daran erinnert zu werden, in welchen Kreisen sie nun verkehrte. Beim besten Willen wollte sie das noch nicht akzeptieren. So verwarf oder eher verdrängte sie die Tatsachen und versuchte fürs Erste, sich hier einzuleben.
Sie stellte schließlich fest, dass ihr ein Bad gut tun würde. Ein richtiges, ausgiebiges Bad. Zwar war in jedem Badezimmer eine Wanne vorhanden, doch diese waren viel zu klein, als dass man sich wirklich hätte entspannen können. So hatte Hermine bisher nur im recht kühlen Wasser gesessen und sich, so gut das mit schlichter Handseife möglich war, gewaschen. Eigentlich hatte sie vorgehabt, Bellatrix über die Existenz von Duschgel und Shampoo aufzuklären, doch bisher hatte sich keine Möglichkeit ergeben... Und zudem würde die Todesserin das höchstwahrscheinlich nicht einmal interessieren.
Letztendlich beschloss Hermine, in das Badezimmer im Nordflügel zu gehen. Es war der einzige Raum, den sie noch nicht besichtigt hatte, aus Angst, Bellatrix dort zu begegnen und womöglich noch zu stören. Und da die Todesserin alles andere als nachsichtig war, war Hermine sicher, dass jede Störung ihr Ärger bereiten könnte.
Diesmal aber war ihr das egal und wieder einmal siegte allein schon die Neugier, so klappte sie das Buch zu, welches sie ohnehin nur halbherzig gelesen hatte und legte es zur Seite. Sie erhob sich aus dem kuscheligen Sessel und verließ die Bibliothek, welche in die Richtung jedes Korridors eine Tür besaß. Das erleichterte Hermine den Weg, denn musste sie somit nicht drum herum laufen und gelangte direkt zum Nordteil des Anwesens. Dort angekommen, musste sie sich kurz orientieren, dann ging sie auf eine der Holztüren zu und öffnete sie.
Als sie das Badezimmer betrat, war sie verblüfft. Es ähnelte sehr stark dem Vertrauensschülerbad in Hogwarts und war mindestens genauso groß. Über zwanzig verschiedene Wasserhähne inmitten einer Badewanne, die größer war, als ihr Schlafzimmer. Alles was fehlte, war die Nixe, die einen - meist gelangweilt - beobachtet hatte. Hermine konnte auf diese jedoch auch gut und gerne verzichten.
Sie entledigte sich ihrer Kleidung, steckte die Haare hoch und drehte die verschiedensten Wasserhähne auf. In bunten Farben füllte sich die Wanne, Seifenblasen flogen durch die warme Luft und dichter Schaum schwamm an der Wasseroberfläche. Hermine kniete sich hin und stieg mit einem entspannten Aufseufzen ins heiße Wasser, bis sie bis über die Brüste mit Schaum bedeckt war.
Aus dem Nichts tat sich eine Sitzbank unter Wasser auf, wodurch Hermine sich bequem nieder lassen konnte und den Kopf nach hinten neigte, sodass er auf dem Rand lag. Die Augen schloss sie und so träumte sie vor sich hin. Da sie so oder so kein Zeitgefühl hatte, bemerkte sie gar nicht, wie lange sie im Wasser weilte und schlief darüber hinweg schließlich ein.
Die Tür wurde geöffnet und Bellatrix kam herein, begrüßt von einigen Seifenblasen, die sie mit der flachen Hand zur Seite wedelte. Ihr Blick fiel auf die schlafende Hermine, was ihr ein vages Schmunzeln entlockte. Sie selbst hatte zu baden vorgehabt und da sie nicht gerade für Hemmungen bekannt war, begann sie sich auszuziehen. Die Haare strich sie über die Schulter und schnürte die Bände am Rücken geschickt auf. Als alle gelöst waren, glitt das Kleid sanft an ihrem Körper zu Boden. Sie stieg über den Saum und ging auf das Wasser zu. Der Schaum war bereits etwas verblasst und so zeichneten sich Umrisse von Hermines Körper ab, die Bellatrix einen kurzen Moment lang musterte.
Dann ließ sie den Blick kurz durch das Badezimmer schweifen, atmete tief durch und schloss die Augen, ehe sie mit dem Kopf voran in das Wasser eintauchte.
Sie schwamm mehrmals um die Anlage der Wasserhähne herum und spürte förmlich, wie ihre Muskeln sich abwechselnd an- und entspannten.
Erst als sie bemerkte, dass Hermine allmählich erwachte, nahm sie einen tiefen Luftzug und tauchte gänzlich unter, als wäre sie auf der Lauer.
Hermine schlug indessen die Augen auf und sah sich verschlafen um. Sie hatte so tief geschlafen, dass sie vorerst verwirrt war, im Badezimmer aufzuwachen, erinnerte sich dann aber zurück und grinste über die Tatsache, dort wirklich eingeschlafen zu sein. So entspannt war sie lange nicht mehr gewesen. Jetzt wollte sie einen Tee und in Ruhe das Buch weiterlesen. Mittlerweile hätte sie mit Sicherheit mehr Konzentration dafür und so erhob sie sich aus dem Wasser. Die glänzenden Tropfen rannen an ihrem Körper herab und hinterließen eine nasse Spur, als sie zu ihrer Kleidung ging. Blöder weise hatte sie vergessen, sich Wechselkleidung mitzunehmen, doch fürs Erste tat es auch ein Handtuch.
Nachdem sie sich abgetrocknet hatte band sie sich das Tuch um und wollte soeben das Bad verlassen, da entdeckte sie das Kleid von Bellatrix, welches auf dem Boden lag. Ihre Augen weiteten sich und gerade in dem Moment, als sie sich umdrehte, stieg die Todesserin elegant aus dem Wasser. Sie kam mit sanft gesetzten Schritten und einem verführerischen Hüftschwung auf Hermine zu. Auch ihr Leib glänzte von der Nässe, die Haare tropften und lagen verwunderlicher Weise bloß in seichten Wellen auf ihrer Schulter. Langsam blinzelte Bellatrix und setzte ein lockendes Lächeln auf. Hermine konnte nicht anders, als sie anzusehen. Eine Erklärung hatte sie dafür nicht. Sie konnte ihre Augen einfach nicht abwenden, obwohl sie es mehrmals versuchte.
Zudem kam es ihr vor, als würde die Welt sich langsamer drehen und sich alles in Zeitlupe bewegen - demnach auch Bellatrix.
Endlich, nach vermutlich nur wenigen Sekunden schon, gelangte Bellatrix zu ihrem Kleid und stand nun direkt vor Hermine. „Geht's dir besser?“, fragte sie, diesmal jedoch nicht gehässig oder ironisch. Es schien ernst gemeint zu sein. Leicht nickte Hermine und schmunzelte unsicher. „Ja... das Bad hat gut getan. Dir auch?“
Darauf erhielt sie keine Antwort. Stattdessen beugte Bellatrix sich hinunter, um anscheinend das Kleid aufzuheben, worin Hermine sich aber getäuscht hatte: Die Todesserin griff zwar nach dem Kleid, ließ es dann jedoch liegen und wandte den Blick zu Hermine. Ein verruchtes Grinsen huschte über ihre Lippen, dann kniete sie gänzlich vor der jungen Hexe nieder und sah zu ihr auf. Sachte schlängelte sich ihre Hand unter das Handtuch und sie strich an Hermines Innenschenkel entlang, woraufhin diese scharf die Luft einsog und die Augen weitete. Die Finger bahnten sich ihren Weg Stück für Stück weiter nach oben. Ihr Atem stockte.
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