
von Mina84
Erster Streich
Mancher gibt sich viele Müh`
Mit dem lieben Katzenvieh;
Einesteils der Schüler wegen,
Macht sie ihnen doch das Leben
Schwerer, als es diese lieben,
Denn die Katze ist durchtrieben.
Huscht durch`s Schloss auf leisen Pfoten
Um zu sehen, was verboten
Und von Schülern doch getan.
Sie ist Argus` Untertan;
Bringt ihm Kunde von den Gängen,
Schleicht sich durch die Schülermengen
Und ihr Meister kümmert sich
Um Mrs. Norris königlich.
Fred und George W. dachten nun:
Was ist hier jetzt wohl zu tun?
Ganz geschwinde eins, zwei, drei,
Zaubern sie `nen Hund herbei;
Hexen ihm die schärfsten Zähne,
Denn sie haben große Pläne
Mit dem neugestalt`ten Hunde.
Zunächst gehn sie eine Runde
Durch des Schlosses weite Gassen,
Wolln sie doch das Kätzchen fassen.
Als sie um die Ecke gehn
Sehn sie Mrs. Norris stehn.
Wie versteinert ist das Tier,
Als Fred ruft: "Los, schapp sie dir!"
Schon schießt der Hund in Richtung Katze,
Sie schlägt nach ihm mit ihrer Tatze,
Trifft ihn mitten ins Gesicht,
Blendet so des Hundes Sicht.
Aufgestachelt von den Schmerzen
Ist mit dem Tier nicht mehr zu scherzen.
Fred und George W. sehen zu,
Mit genüßlich sel`ger Ruh,
Wie der rasend wilde Rüde,
Selbst nach langem Lauf nicht müde,
Mrs. Norris jagt und scheucht,
Bis sie ihm nicht mehr entfleucht.
Wir wollen hier nicht weiterreden,
Es ist wohl klar für einen jeden,
Was passiert wenn eine Katze,
Landet in des Hundes Tatze.
Argus Filch in seiner Kammer,
Hört im Bette diesen Jammer;
Ahnungsvoll tritt er heraus,
Ach, was war das für ein Graus!
Leblos und verletzt dort liegt,
Seine Katz` vom Hund besiegt.
Drohend hebt der Mann die Faust,
Sein Haar noch ganz vom Schlaf zerzaust,
"Hütet euch wer das getan,
Irgendwann, da seid ihr dran!"
Fred und George W. lachen leise
"Der Alte hat doch eh ne Meise!"
Dieses war der erste Streich,
Doch der zweite folgt sogleich.
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