
von Lord Marijo
Einige Tage später begann es zu regnen. Es war nur ein leichter Regengewesen, allerdings verließ kein Schüler das Schloss, außer, wenn sie zu den Gewächshäusern mussten. Seit Chris Randel die Schulleitung übernahm, versuchte er ein neues Hogwarts aufzubauen. Er wollte einiges verändern, denn er wusste ganz genau, was die Schüler mochten und was nicht. So hatte er natürlich Filch entlassen, denn er war schon viel zu alt für diesen Posten und er hatte andauernd etwas zu meckern.
Der Regen beruhigte sich wieder, die Wiese am Quidditchfeld war pitschnass gewesen, doch trotzdem flogen viele Schüler mit ihren Besen umher. Einige trainierten für die Quidditchauswahlspiele, andere flogen aus Spaß und manche hatten andere Dinge im Kopf...
Tom betrat mit geschultertem Feuerbliutz den riesigen nassen Rasen, er ließ die Truhe am Boden fallen, die er zusammen mit Kathleen trug. Langsam öffnete er die Truhe und ließ den Schnatz und die Klatscher frei. ER lächelte Kathleen leicht an, sie lächelte zurück und sah sich um.
Sirius und Joel waren ebenfalls anwesend, der kleine Vampir stand nicht weit von Kathleen und Tom weg. Er blickte beide ein wenig misstrauisch an. Tom sah sich nun nach seinem verhassten Zwillingsbruder, Sirius, um. Er entdeckte ihn schließlich in der Luft und rief:
„Hey, Sirius! Komm mal her!“
Sirius blieb sofort in der Luft „stehen“ und sah hinunter zu Tom.
Schließlich flog Sirius zu Tom hinunter, landete am Boden und sah seinen Bruder an.
„Was willst du?“ fragte er, sein Bruder lächelte.
„Na, willst du vielleicht ein kleines Spiel spielen? Kathleen und ich, gegen dich und Joel? Oder vielleicht wir zwei gegen Kathleen und Joel?“ fragte Tom.
Kathleen sah hinüber zu Joel, der sofort rot wurde und den Rasen ansah, langsam näherte er sich aber Sirius und stellte sich zu ihm.
Sirius war einverstanden, er nickte beiden zu und sah nun zu Joel. Natürlich hassten sich die beiden Brüder, doch sie liebten Quidditch, und da schlossen sie immer Frieden. Dieser kleine Frieden würde nicht lange anhalten, das war beiden klar, doch beide wollten auch Spaß haben im Leben. Dies war eine Gemeinsamkeit, die sie niemals verlieren würden.
Kathleen war ebenfalls einverstanden.
„Feuerblitz 3000. Leider bekomme ich keinen neuen Besen, da meine Eltern nicht jedes Jahr viel Geld ausgeben wollen. Ich muss also noch warten“ erklärte sie und fügte noch einen Satz hinzu.
„Nun, welche Position wirst du wählen?“ fragte sie Tom, er zuckte mit den Schultern.
„Nun, wir müssen alles machen, wenn wir Zwei gegen Zwei spielen“ meinte Tom grinsend, sie begann sofort zu lächeln.
Kathleen mochte den Humor von Tom, auch, wenn er keine richtigen Witze machte.
Joel flüsterte Sirius ins Ohr.
„Sirius, du weißt doch, dass ich noch keine Flugstunden hatte. Mein Vater hatte mich zwar eine Weile unterrichtet, aber das ist schon eine Weile her“ meinte er, aber er wusste auch, dass er Sirius nicht alleine spielen lassen konnte.
„Aber ich wird es trotzdem versuchen“ meinte er schließlich, Sirius nickte.
„Du schaffst das schon, Joel.“
Sirius und Joel spielten in einem Team, und Tom spielte mit Kathleen in einem Team. Sie warteten noch einige Minuten, dann begann das Spiel endlich.
Ein anderer Schüler, der ein großer Fan von Sirius war, eröffnete das kleine Spiel, und ging einige Schritte zurück.
Sofort stieß Kathleen mit ganzer Kraft vom Boden ab, sie merkte nicht einmal, dass sie die erste in der Luft war. Sie war viel zu nervös, um das alles mitbekommen zu haben, denn sie freute sich auf das Spiel, wie die anderen.
Auch Joel stieß nun vom Boden ab, er war unsicherer gewesen als die anderen, da er noch ein Anfänger war. Trotzdem gab er sich Mühe, keinen Fehler zu machen. Joel brauchte einen Augenblick, bis er seinen Besen endlich unter Kontrolle hatte, nun rief er zum gegnerischen Team:
„Möge das bessere Team gewinnen!“
Kathleen nickte leicht.
Sofort flog Joel durch die Lüfte und schnappte sich den erstbesten Ball, den er sah. Aber Joel hatte Kathleen nicht abhängen können, sie flog an ihm vorbei, kehrte um, schnappte sich den Quaffel von Joel und flog auf die gegnerischen Tore zu. Joel merkte dies viel zu spät, so schoss Kathleen das erste Tor.
Joel wollte aber keine Zeit verlieren, er holte sich bereits den zweiten Quaffel, erneut verfolgte Kathleen ihn, doch dieses mal schaffte es Joel sie abzuhängen, er flog auf die Tore zu. Kurz vor den Toren beschleunigte Kathleen mit ihrem Besen, aber Joel schoss den Quaffel auf die Tore zu, er zielte nicht, aber trotzdem bekamen sie nun 10 Punkte. Jetzt begannen beide Teams wieder bei 0, das Spiel hatte jetzt erst begonnen, doch trotzdem war es spannend gewesen.
Sirius und Tom warteten noch, sie wollten noch ein wenig zusehen, doch nun flog Sirius in die Höhe.
Sirius flog durch das ganze Feld, er jagte den Schnatz, ebenso wie Tom, der ihm dicht an den Fersen war. Beide rasten über das Quidditchfeld, beide verfolgten den goldenen Schnatz. Aber Tom hatte nun etwas anderes im Visier, er konzentrierte sich auf den Quaffel, den er gerade in die Hand bekam. Tom flog direkt auf die Tore zu, allerdings erkannte Sirius sofort, dass sein Bruder etwas anderes vor hatte, so kehrte er um und versuchte den Plan seines Bruder zu verhindern. Dabei verlor Sirius kurze Zeit die Kontrolle des Besens, er begann zu schwitzen, er hatte schon lange nicht mehr so ein spannendes Spiel gespielt.
Tom nutzte diese Gelegenheit und schoss ein weiteres Tor. Nun stand es 20:10 für das kleine Team aus Gryffindor. Sirius wollte keine Zeit verlieren, so schnappte er sich einen Quaffel und raste auf das gegnerische Tor zu. Kathleen konnte ihn nicht mehr aufhalten, so schoss er ein Tor.
Tom entdeckte plötzlich den goldenen Schnatz, sofort verfolgte er ihn mit einer schnellen Geschwindigkeit, sein Bruder, Sirius, folgte nun Tom. Beide flogen in die Höhe, man konnte sie kaum noch sehen, nu waren sie so klein wie Ameisen. Nun flogen beide wieder hinunter, hinter dem Schnatz her. Der Schnatz war verschwunden, doch Sirius merkte es nicht, aber Tom schon. Er grinste in sich hinein, flog direkt auf den Boden zu. Ein paar Zentimeter vor dem Boden hob er mit voller Kraft ab, flog in die Höhe, doch Sirius knallte auf den Boden hart auf und rollte einige Meter weiter seitlich.
Tom flog hinunter, legte den Besen auf den Boden und ging zu seinem Bruder.
„Alles klar?“ fragte er ihn, und Sirius grinste leicht, als er ihm den Schnatz zeigte, der sich in seiner rechten Hand befand.
Tom zuckte zusammen, für einen Moment lang dachte er, dass Sirius einen Zauber verwendet hatte, aber nein. Sirius hatte fair gewonnen. Nein, Joel und Sirius hatten das Spiel gewonnen.
Sirius stand wieder auf.
Sirius, der ein junger begabter Zauberer war, heilte einige seiner Wunden, doch sein Bein war immer noch verletzt. Er sah zu Joel.
„Ich denke, ich sollte zum Krankenflügel“ meinte er, Joel nickte entschlossen und half ihm zum Krankenflügel.
Tom folgte den beiden zum Krankenflügel, ebenso wie Kathleen.
Eli Strobolz hatte bereits alles für die heutige Muggelkundestunde vorbereitet. Er drehte sich zur Klasse um und begrüßte sie herzlich.
Das Schuljahr lief bereits seit fast einem Monat, und trotzdem begann erst heute die erste Muggelkundestunde. Es gab einige Probleme im Personal, Chris Randel musste vieles streichen, allerdings machte es den Schülern nichts aus, Eli Strobolz in Muggelkunde zu haben. Für die 1.Klasse war eigentlich Natalie Parker, eine alte gute Freundin von Chris Randel, vorhergesehen. Sie musste aber urplötzlich ins Ausland, nach China.
„So, hat einer von euch den Begriff >>Muggel<< schon mal gehört?“ fragte Professor Strobolz in die Runde, einige setzten ein fragendes Gesicht auf.
Tom zeigte auf, Eli nickte ihm leicht zu.
„Ja, ich habe den Begriff schon oft gehört, und ich weiß auch was Muggel sind“ sagte er und sah hinüber zu Sirius, denn er wusste, dass Sirius Muggel nicht leiden konnte.
„Sie sind nicht Magier“ antwortete schließlich Tom.
„Richtig, 5 Punkte für Gryffindor!“ rief Eli Strobolz.
Strobolz blickte in die Gesichter der Kinder, er konnte es immer noch nicht glauben, dass er hier stand, unterrichtete und den Kindern etwas beibrachte. Um genau zu sein, war er stolz auf sich.
„Wer von Ihnen stammt von Muggeln ab?“ fragte er nun, einige hoben die Hand.
„Pah, ich stamme über Generationen über Zauberer ab“ meinte sirius mit einem bösen Unterton.
Tom hob eine Augenbraue.
„Tust du nicht! Dein Vater ist Halbblütig!“ rief er seinem verhassten Bruder zu, sofort sprang Sirius wütend auf.
„WIE KANNST DU ES WAGEN?“ schrie Sirius laut auf und zückte sofort seinen Zauberstab und richtete ihn auf seinen Bruder.
„Recuctio!“ rief Sirius, der rote Strahl sauste auf Tom zu.
Aber Tom war vorbereitet, er sprach leise etwas aus, der Zauber wurde in Stücke gerissen, in kleine wunderschöne Funken. Eigentlich hätte er nun einen Gegenangriff gestartet, aber er setzte sich wieder hin und versuchte sich zu beruhigen.
Nun sprang Eli Strobolz voller Aufregung auf, er suchte verzweifelt nach seinem Zauberstab, doch es war zu spät.
Sirius sprach den Fluch erneut aus, und dieses mal hatte Tom keine Chance mehr. Der Fluch traf Tom.
Tom wurde am Kopf getroffen, flog durch das Klassenzimmer, das Bücherregal stürzte ein und begrub ihn. Eli Strobolz hob die Hände, er zitterte leicht.
Er wusste nun nicht so Recht, was er machen sollte, solch eine Situation hätte er sich niemals vorstellen können beziehungsweise wollen. Er rannte zum Bücherregal und versuchte Tom da raus zu holen, aber vorher starrte er Sirius an.
„Raus hier! Das wird große Konsequenzen haben!“ rief er Sirius nach, der soeben das Klassenzimmer verließ.
Eli befahl den Schülern sitzen zu bleiben, er trug Tom sofort zum Krankenflügel. Tom hatte eine Verletzung am Kopf, die Wunde blutete. Langsam wachte Tom wieder auf und sah den Professor verwirrt an.
„Professor, was ist passiert?“ fragte er.
„Äh, Sie äh...also, Sie sind gestolpert. Über meine Sache. Ja...Äh...bitte entschuldigen Sie, ich habe Sie einfach im ganzen Klassenzimmer zerstreut....ah, da sind wir ja schon“ erklärte Eli, allerdings log er, denn er wollte nicht schlecht da stehen.
Er war viel zu nervös, um etwas unternehmen zu können.
Der unterricht wurde sofort beendet, Eli ging mit schnellen Schritten durch die Gänge, dann erreichte er eine Tür, öffnete sie und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Dieser Riddle.. Er hat etwas getan!“ sagte Eli ein wenig verwirrt, Chris stand auf, der gerade beschäftigt war.
Allerdings hatte Chris für seine Freunde immer Zeit.
„Was? Was genau ist passiert?“ fragte Chris und wollte sofort alle Einzelheiten wissen.
„Dieser Riddle.. Er hat seinen Bruder verflucht. Aber ich habe ihn natürlich sofort zum Krankenflügel gebracht“ erklärte Eli, Chris ballte seine linke Hand zu einer Faust.
„WAS? Dieser Riddle ist wohl vollkommen durchgeknallt. Gehen wir zum Krankenflügel, damit ich mich über seinen Zustand erkundigen kann“ sagte Chris und machte sich zum Gehen bereit.
Aber schon stand Tom bei der Tür da und starrte beiden Lehrer an.
„Das wird nicht nötig sein“ sagte er.
In den nächsten Minuten erklärte Tom dem Schulleiter, was vorgefallen war. Chris war natürlich erschüttert, doch er wusste auch, dass eines Tages etwas passieren würde.
Das Schuljahr hatte begonnen, und schon stand die erste Krise vor der Tür, die er lösen musste. Aber solche Dinge sollten ihn nicht daran hindern, eine Schule gut zu leiten, denn in der Vergangenheit hatte er schlimmere Dinge erlebt.
Doch er wollte sich nicht an die Vergangenheit erinnern, denn sie war schmerzhaft.
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