
von Dumbledoria
1. Prolog
„Ich verstehe nicht, warum wir Potter einweihen müssen Direktor”, sagte Severus Snape sichtlich verärgert. „Er wird alles seinen kleinen Anhängern erzählen und sie werden sich einmischen.“
„Das werde ich nicht”, sagte Harry trotzig. „Ich denke, ich habe meine Lektion gelernt, als ich die DA Mitglieder mit hineingezogen habe.“
„Ja, seit einer von ihnen getötet worden ist”, erwiderte Snape ruhig und starrte den unverschämten Bengel an.
„Harry”, sagte Albus, “Severus hat Recht. Du darfst es niemandem erzählen.”
„Das werde ich nicht”, sagte er mit zusammengepressten Zähnen.
„Und Severus”, fuhr Albus fort, „wir müssen Harry einweihen, nur für den Fall, dass mir oder Ihnen etwas geschieht. Eine glaubwürdige Person muss wissen, dass Draco nun für uns arbeitet.“
„Ich muss hier raus”, sagte Snape dunkel.
„Sie haben zu gestimmt, sich mit mir zu treffen, nachdem wir Harry eingeweiht haben“, erinnerte ihn Albus.
„Ja, gut. Ich werde einen Spaziergang machen, wenn Sie nichts dagegen haben”, sagte er knapp.
Das hatte er definitiv gebraucht. Harry Scheißkerl Potter, der sich in seine Angelegenheiten einmischte und dachte, er würde etwas wirkliches Wichtiges tun, während alles, was er tat war, sich hinter Dumbledores Roben zu verstecken und Verwüstungen in Hogwarts anzurichten. Er macht es uns nur noch schwieriger.
Albus hatte Recht, dass wusste Severus. Potter musste über Dracos neue Situation Bescheid wissen? Ein Lächeln breitete sich über seinen Lippen aus. Potter war schockiert gewesen, als er herausgefunden hatte, dass der Junge sich gegen seinen Vater wenden würde.
Draco war geĂĽbt in Dingen, die das LĂĽgen und BetrĂĽgen betraf, so wie Severus es selbst war, was Potter aber nicht wusste. Alle reinblĂĽtigen Familien, zu meist Slytherins, brachten ihren Kindern schon im frĂĽhen Alter bei, auf sich selbst aufzupassen.
Bevor Lucius im vergangenen Jahr nach Azkaban verfrachtet worden war, hatte er Draco gut vorbereitet. Severus seufzte „Noch ein Jahr mit Potter und seinen Groupies. Nur noch eins.“ Nach diesem würden sie ihren Abschluss machen und für erste hinaus in die reale Welt gehen. Was würde der Wunderknabe ohne Dumbledores Hilfe tun? Gerade als sich Severus dem kleinen Bach hinter den Gebäuden näherte, hörte er einen Zweig brechen. Was zur Hölle?
Lautlos und mit gezücktem Zauberstab näherte er sich dieser Stelle. Der Dunkle Lord würde es nicht wagen ihm jemanden zu schicken ohne ihn vorher zu warnen, oder doch? Als sich die Wolken teilten und den Mond offenbarten, zog er eine Augenbraue nach oben.
Am Rand des Baches war ein fast nackter Junge, der mit seinem Körper jemanden anderen verdeckte. Severus sprach einen Stillezauber über sich und näherte sich dem Gebüsch.
„Komm schon Hermine”, murrte Weasley. „Können wir nicht mehr tun, als nur küssen?”
„Du hast gesagt, wir werden nur schwimmen”, sagte sie unsicher. „Ich bin noch nicht dafür bereit Ron”.
“Fuck”, fluchte er. „Schau was du machst”. Er nahm ihre Hand und platzierte sie auf seiner Hose. „Er will in dich gleiten und dich dazu bringen meinen Namen zu schreien.“
„Das klingt absolut barbarisch!”, spöttelte sie.
“Wenn du so denkst…”, sagte er und rückte von ihr ab. „Wir haben viel Zeit während unseres sechsten Jahres miteinander verbracht und die ganzen Sommerferien über. Die ganze Zeit liegst du neben mir. Fühlst du denn nicht…irgendetwas?“
„Nun, ich liebe dich. Reicht das nicht für den Moment? Ich habe ein wenig Angst und deine großen Hände, die überall auf mir herumtatschen und quetschen, sind dabei keine Hilfe.“
„Ich habe dich nie gequetscht!“
„Du weißt was ich meine”, antwortete sie. „Ich will es, aber es soll richtig sein und das ist nicht richtig. Es fühlt sich falsch an.“
„Mine, lass dir das gesagt sein. Wenn das”, er deutete zwischen sich und Hermine, „sich falsch anfühlt, denke ich, wir beenden die Sache. Ich will doch so sehr, das es schmerzt, wenn ich dich um mich herum habe.“
„Gut”, sagte sie und versuchte aufzustehen. Der Junge legte ihr die Hand auf den Arm und zog sie wieder herunter.
„Ich habe das nicht so gemeint. Ich bin bloß frustriert. Ich meine, jeder tut es. Selbst Neville hatte ein Mädchen. Ich fühle mich sozusagen ausgelassen”, sagte er schmollend. „Kannst du nicht darüber nachdenken? Nächste Woche fängt wieder die Schule an. Ich möchte nicht der einzige Siebtklässler sein, der noch nicht mit seinem Mädchen… hat.“ Er beugte sich vor und küsste sanft ihren Nacken. „Bitte Hermine.“
Sie nickte. „Ich werde darüber nachdenken.”
“Na gut. Ich werde ins Haus gehen und mir einen runterholen. Kommst du auch bald?“
“Ja. Ich wollte heute Nacht wirklich schwimmen. Möchtest du nicht auch?”
“Nein, nicht jetzt. Ich muss mich um etwas kümmern”, sagte er mit einem Lachen und sah an sich hinab. „Wir sehen uns dann.“
„Ok“, erwiderte sie und sah ihm nach, als er ging.
Als der Junge weg war, konzentrierte sich Severus auf das Mädchen vor sich. Gütiger Lord! Um ins Wasser gehen zu können, zog sie ihr Top aus und warf es auf den Boden. Der Mondschein ließ ihre Haut leicht bläulich schimmern. Er fragte sich, ob ihre Haut so glatt war, wie sie aussah. Soweit er sehen konnte, hatte sie einen netten Arsch und pralle Schenkel. ´Dreh dich um.´ Um seinen Verstand von diesen Gedanken zu befreien schüttelte er den Kopf. Was sollte der Mist? Mit einem letzten Blick auf das Mädchen, welches bis zur Taille im Wasser stand, machte er sich auf den Rückweg. Nach diesem „Studium“ brauchte er dringend einen Drink.
„Sind Sie ok?”, fragte Albus, als er den Raum betrat.
„Wunderbar.“
„Severus, wegen Harry, er wird -“
„Ich weiß Direktor. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich wünschte die Kinder würden aufhören zu versuchen sich einzumischen“, sagte Severus, bevor er seinen Drink hinunterstürzte. Ein scharfer Schmerz durchfuhr seinen Arm und das Dunkle Mal verfärbte sich schwach. „Ich werde gerufen“, sagte er und hielt sich seinen Arm. „Wir müssen das später fortsetzen.”
Schnell schritt er wieder zur TĂĽr und lief Richtung Bach. Er war sich nicht sicher, warum er dort hin ging um zu apparieren, aber er tat es. Gerade als er um die letzte Ecke trat, lief jemand in ihn hinein. Hermine.
„Entschuldigen Sie Miss Granger“, sagte er und hielt sie an ihren Armen fest. Sie sah irgendwie gekränkt aus. Ihr nasses Haar hing ihr wie ein Vorhang ins Gesicht und verlieh ihr ein sinnliches Aussehen. Ihre Bluse war aufgeknöpft und bot ihm einen Ausblick auf ihr schönes Dekolletee und einen kleinen Teil ihrer Brüste. Severus sah woanders hin.
„Es tut mir leid Sir”, sagte sie und ging schnell an ihm vorbei. Er sah auf seine Hände, die bis eben ihre Arme umschlossen hatten, hinab. Ihre Haut war so weich, wie er es sich vorgestellt hatte.
„Verdammt”, murmelte er. Schnell berührte er das Dunkle Mal auf seinem Arm und apparierte in die Nähe des Lords. Sofort kniete er nieder und erhob sich. „Mein Lord.“
„Severusss”, fauchte er. „Ich hoffe, alles verläuft zur Zufriedenheit.”
„Perfekt”, sagte er. „Bei Draco hatte ich leichtes Spiel und Dumbledore hatte es sehr eilig, Potter mit einzubeziehen.” Severus lachte in sich hinein. „Natürlich habe ich versucht es ihm auszureden, doch er wusste es besser.“
Voldemort gackerte. „Natürlich wirst du unseren jungen Malfoy leiten?“
„Das werde ich“, antwortete Snape.
„Gibt es nichts, was du als Belohung möchtest Severus? Du hast meine Befehle immer ausgeführt und hast dafür nur Kleinigkeiten zurückverlangt.“ Rubinfarbene Augen drangen in schwarze ein. „Mein treuester Diener! Du willst eine Frau.“
„Nicht wirklich. Ich hatte lediglich ein Zusammentreffen mit Potters weiblichem Kompagnon, Granger. Wie es scheint, hatte Weasley versucht sie zu überzeugen ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, doch er wurde zurückgewiesen.“ Severus lachte. „Ihr hättet den Schwachkopf hören müssen. Nachdem Weasley gegangen war, zog sie sich aus, um ein Bad zu nehmen.”
Der dunkle Lord lachte anerkennend. „Ich kann sehen, was es bei dir bewirkt hat… du bist erregt Severus. Das ist interessant. Die zwei besten Freunde von Potter sind liiert aber der Eine möchte etwas mehr als der Andere. Wäre es nicht schwierig für Potter sich auf etwas anderes zu konzentrieren, wenn seine zwei Genossen uneins sind?“, gackerte er erfreut. „Wir müssen sicher gehen, dass sie anderweitig interessiert ist. Kümmere dich darum und geh sicher, dass sie sich trennen.“
„Ich werde es Draco sofort wissen lassen“, sagte Severus.
Eine kalte Hand legte sich auf seine Schulter.
„Nein mein Sohn, Draco wird nichts erfahren, dafür wirst du sorgen. Das ist ein Job für einen Mann, nicht für einen Jungen. Das ist der Grund warum Weasley scheitert. Weiß sie von deiner Spionagetätigkeit für den Orden?“
Severus war schockiert. „Ja”, versicherte er.
“Severussss”, sagte der Dunkle Lord sichtlich amüsiert, „du verdienst es. Du kannst mit ihr machen was du willst. Wenn wir Potter und die anderen Ordensmitglieder getötet haben, kannst du sie behalten, wenn du möchtest. Das hast du dir verdient.“
„Ich danke Euch mein Lord.”
„Wir haben sehr viel Zeit, bevor ich plane Dumbledore und Harry gegenüberzutreten. Nutze die Zeit. Zerstöre die Freundschaft des kleinen Trios.“
„Ja, Sir.”
„In ein paar Wochen werden wir wieder in Verbindung treten”, sagte sein Lord. „Ich erwarte zu erfahren, wie sich Draco hält und ich möchte alles über seine Fortschritte erfahren. Mach mich Stolz.“
„Das werde ich. Guten Abend”, sagte Severus mit einem Nicken. Mit vielen Gedanken in seinem Kopf apparierte er zu seinem Landhaus. Was würde der Direktor ihm als Belohung anbieten? Würde er ihm so schnell eine Belohung aus unschuldigem Fleisch überlassen, mit dem er verfahren konnte, wie es ihm beliebte? Sicher nicht. Dumbledore würde ihn mit höherer Bezahlung, Medaillen und Titeln belohnen wollen. Die Frage war, wie der Direktor mit diesem neuen Aspekt umgehen würde. Sollte er es ihm gegenüber erwähnen, damit keine Störung eintrat? Störung? Was zur Hölle sollte er tun? Sie war doch erst eine Siebtklässerin.
Er seufzte. Der Dunkle Lord hatte Recht, er brauchte eine Frau. Ein verdammtes Kind würde nicht reichen. Bald sollte er eine seiner Freundinnen aufsuchen, um sich Erleichterung zu verschaffen. Es war lange her. Die letzten Jahre war er sehr beschäftigt gewesen, und jetzt, mit seiner Tätigkeit als Doppelspion war das wieder der Fall. Er zog sich aus und legte sich ins Bett. Seine Hand fand den Weg zu seinen Leisten und begann seine Hoden und seine pralle Erektion zu liebkosen. „Hermine Granger“, sagte er laut. Er dachte an ihren runden Hintern, ihre weiblichen Beine und schloss die Augen, dachte an ihre Brüste und an das Gefühl ihrer Haut. Er stellte sich vor, wie er hinter ihr ins Wasser watete, sie bis zu seiner Taille hochhob, um in ihre Hitze zu gleiten. Mit jedem Stoß den er sich vorstellte, strich er über sich, bis er mit einem lauten Ächzen kam. Nachdem er sich säuberte, war es entschieden. Er würde sie haben, mit oder ohne Dumbledores Einwilligung. Der Dunkle Lord hatte Recht. Eine Verführung war der Job eines Mannes. Er würde es so behutsam und perfekt tun, dass sie nie wissen würde, was sie trieb, wenn sie ihn schließlich darum bat, sie zu nehmen.
~~~~~~~~~~~~~~
Hermine shampoonierte sich die Haare und dachte ĂĽber Ron nach. Dieser Bastard. Sie wollte mit ihm zusammen sein, aber es gab viele Dinge, die sie fĂĽrchtete.
Was, wenn sie etwas Falsches tat? Was, wenn er nicht dasselbe fühlte wie sie? Es war lediglich nur Nervosität, das wusste sie, doch er machte es ihr nicht leichter. Der Abend hatte bewiesen, dass er seine Geduld mit ihr verlor. ´Wenn er mich wirklich liebt, würde er warten, bis ich soweit bin.´
Während Harry ein Treffen mit Dumbledore und Snape hatte, erzählte er ihr, er wolle schnell eine Runde schwimmen gehen.
Professor Snape! Hermine schauderte leicht. Sie hatte ihn nicht gesehen, als sie in ihn hinein gelaufen war, denn sie hatte es letzte Nacht eilig gehabt zurückzukehren. Die Art, wie er sie angesehen hatte, hielt sie für weitere Stunden wach. Als sie ihren Blick gehoben hatte, trafen ihre Augen auf seine, und sie erwartete Verärgerungen in ihnen zu sehen, was ihr gegenüber meist zeigte. Stattdessen sah es so aus, als würde er abschätzen, was er vor sich sah. Sein starrer Blick flog für einen kurzen Moment über ihren Körper und seine Hände schienen sich auf ihrer nackten Haut einzubrennen. Seine Daumen liebkosten sie leicht und gemein war er auch nicht gewesen. Sie seufzte. Offensichtlich hatte er etwas anderes im Kopf gehabt.
Warum konnte Ron sie nicht so ansehen? Sie liebte ihn. Meistens sah er sie so an, wie er sie immer angesehen hatte, nur schmusten und küssten sie jetzt mehr. Er war nur etwas schroff. Wäre sie letzte Nacht in ihn hineingelaufen, hätte er ihre Arme festgehalten, versucht seine Zunge in ihr Ohr oder ihren Mund zu schieben und grob nach ihren Brüsten gegrapscht. „Vielleicht sollte ich ihm sagen, dass er zu grob ist?“. Sie musste lachen und schloss die Augen, um sich die Haare und ihren Körper abzuspülen. Sie versuchte sich vorzustellen, wie er sanft ihre Arme streichelte, seinen Kopf neigte und sanft ihre Brüste küsste, so, wie sie eigentlich geküsst werden sollten. Doch es war nicht Rons Gesicht, was ihr erschien, es war das von Professor Snape. „Verdammt“. Das durfte doch nicht wahr sein. Abgetrocknet ging sie runter, um zu frühstücken.
„Iss auf”, sagte Mrs. Weasley und deutete auf den Teller, der vor ihr stand. „Ich möchte sicher gehen, dass du alles aufgegessen hast, bevor Tonks und ich in die Winkelgasse gehen um deine Schulsachen zu kaufen. Sieh bitte nach, ob deine Liste fertig ist.“
Hermine blickte auf und sah Harry, der das Essen auf seinem Teller mit der Gabel hin und her schob. Irgendetwas schien ihn zu beschäftigen. Ginny sah mehr schlafend als wach aus und Ron schaufelte sich munter das Essen in den Mund. Sie knabberte an einem Stück Toast und an den Eiern. „Mine“, wisperte Ron, nachdem seine Mutter den Raum verlassen hatte.
Was er wohl wollte, fragte sie sich und nickte. Wollte er die Sache beenden? Der Gedanke ließ ihr die Tränen in die Augen steigen. Sie wollte ihn nicht verlieren. Er war die erste richtige Liebe ihres Lebens. Wie konnte sie jemals wieder den anderen in die Augen sehen, wenn sie herausfanden, dass sie in ihrer Beziehung versagt hatte.
„Ok, ihr alle, ich bin jetzt weg. Sind das alle Listen?” Bejahendes Murmeln war die Antwort. Die müde Obermutter Weasley versuchte zu lächeln und umarmte jeden, bevor sie ging. „Verlasst unter gar keinen Umständen das Haus. Bald wird jemand kommen und nach dem Rechten sehen. Ich kann leider nicht darauf warten, ich habe eine Verabredung einzuhalten.“
„Tschüss”, sagte Ginny und sobald ihre Mutter verschwunden war, sprang sie vom Tisch auf. „Harry, komm, bevor sie zurück ist. Du hast mir versprochen Okklumentik zu zeigen.”
Er gähnte und erlaubte ihr, ihn mit sich zu ziehen. „Ok, einverstanden.“
Hermine sah zu Ron. „Über was willst du reden?”
Er umrundete den Tisch. „Schau Liebes. Letzten Abend war ich etwas harsch. Ich wollte nur, dass du weißt, dass ich dich liebe und es tut mir leid. Es war ein wenig frustrierend für mich. Verzeihst du mir?“
Sie grinste breit. „Ja. Es tut mir auch leid. Ich bin nur…du weißt, ich bin nervös.”
„Kein Problem. Ich versuche mich ein wenig zurückzuhalten und so du kannst ein wenig relaxen.”
„Ich werde daran arbeiten”, sagte sie sanft und drückte leicht seine Hand.
„Wie rührend”, sprach eine seidige Stimme von der Tür her.
Als Hermine sah, dass Professor Snape den Raum betrat, reckte sie ihr Kinn und zog ihre Hand schnell von Ron weg. „Guten morgen Professor“, sagte sie und versuchte seinen Augen nicht zu begegnen. Harry sagte immer, so wie er einen ansah, brauchte er keine Legilimentik um Gedanken lesen zu können. Es wäre nicht gut, wenn er wüsste, was sie über ihn dachte.
„Was tun Sie hier?”, fragte Ron ungläubig.
„Ich bin hier um den Babysitter zu spielen”, sagte er lässig und trat über die Türschwelle, schenkte sich selbst einen Kaffee, den Molly gemacht hatte, ein, und nahm am Kopf des Tisches Platz, auf dem Stuhl, der zwischen Ron und Hermine stand. „Ich störe doch nicht bei etwas wichtigem, oder?“ Seine Stimme nahm einen sarkastischen Ton an.
„Würde das etwas ändern?“, schnappte Ron respektlos.
„Nein”, sagte der Professor schroff und sah zu Hermine. „Miss Granger, würden Sie so freundlich sein und mir diese Ausgabe des Tagespropheten reichen?“
„Sicher”, sagte sie und langte nach der Zeitung. Eine Zeitungsbeilage fiel heraus, als sie gerade dabei war, sie ihm auszuhändigen und sie beugte sich hinab, um das Pergament vom Flur aufzuheben. Als sie aufsah errötete sie leicht, denn er sah sie intensiv an. „Hier bitte.“
„Danke”, sagte er und nahm sie ihr aus der Hand. Einen Augenblick studierte er sie, bevor er sie auf den Tisch legte.
Aus den Augenwinkeln sah Hermine ihm zu, während sie ihr Frühstück aß. So, wie er mit seiner Zeitung und seinem Kaffe da saß, sah es aus, als hätte er es sich gemütlich gemacht. Offensichtlich machte ihn Rons ärgerliches Starren nichts aus, wenigstens nicht für den Moment. Irgendetwas war anders an ihm, doch sie konnte nicht sagen, was es war. Wie in der letzten Nacht inhalierte sie seinen Duft und war nahe daran in Ohnmacht zu fallen. „Ja, Miss Granger?“, fragte er plötzlich.
Endlich bemerkte sie, wie sie ihn anstarrte. „Ich …er…Was ich sagen wollte, wie kommt es, dass Sie den Auftrag haben, hierher zu kommen?”
Sich langsam nach vorne lehnend, ließ er die Zeitung sinken. „Wie es scheint, haben die anderen wichtigere Dinge zu tun. Da ich keine Pläne hatte und dumm genug war, das zu erwähnen, bin ich auserwählt worden, hierher zu kommen. Glauben Sie mir, es ist kein Vergnügen-“
„BAM!“
„Was zum…?“
Ron begann zu lachen. „Ginny, sie muss wohl wegen Harry die Tür zugeschlagen haben. Irgendetwas stimmt wohl nicht. Mädchen, wir wissen doch wie sie sind“!
„Mädchen? Ich versichere Ihnen Mister Weasley, dass ich auf einem persönlichen Level nicht mit Mädchen verkehre. Ich schlage vor, Sie ersuchen die Kleine ihr Temperament heute zu zügeln.“
„Ja, Sir”, sagte Ron beißend. „Komm mit Mine.”
Hermine wollte ihr Frühstück beenden, aber sie wusste nicht, wie lange sie seinem penetranten Starren noch standhalten konnte. „Ok“, stimmte sie zu und ergriff seine ausgestreckte Hand. Als sie den Raum verließ, hatte sie das Gefühl, Snape würde ihr nachschauen. Was war los mit ihr?
Sie benahm sich wie eine Idiotin. Warum musste sie rot werden, wenn er da war? Das war komplett neu für sie. Wenn er ihre Arme nur nicht auf diese Weise berührt hätte. Ron berührte sie nie so, aber das war genau das, wonach sie sich sehnte.
Zärtlichkeit. Eine sanfte Liebkosung. Sie folgte Ron, als er Ginny ermahnen wollte aufzuhören. Ihre Hand wie gefangen in seiner. Der Schweiß auf seiner Handfläche brannte sich langsam in ihre Haut. Es war nicht dasselbe Gefühl, nicht dasselbe brennende Erlebnis, wie die zärtlichen Daumen von Professor Snape auf ihrer Haut. Rons Griff tat ihr weh. Als er die Tür zu Harrys Zimmer öffnete, entzog ihm Hermine ihre Hand und betrachtete sie auf eventuelle Schäden.
„Verdammt, er schläft schon wieder”, wisperte er und sie folgte ihm zu Ginnys Tür. Sie war abgeschlossen und sie konnten dahinter ihr wimmern hören.
Hermine nickte. Nach ihrer letzten Verletzung, die sie Voldemort zu verdanken hatte, war sie nur langsam genesen. Ihr Freund, Dean, wurde getötet. Harry hatte herausgefunden, dass ein Angriff in Hogsmeade bevorstand. Die meisten der DA-Mitglieder gingen mit ihm, um zu helfen, doch es stellte sich als eine falsche Information heraus.
Auf dem Weg zurück zum Schloss, gerieten sie in einen Hinterhalt von einer Bande Todessern, die versuchten Harry zu ergreifen. Dean verlor an diesem Tag sein Leben, während Padma Patil geschnappt wurde. Niemand hatte sie je wieder gesehen. Der Dunkle Lord wusste nichts über die vermisste Hexe, darauf bestand Snape. Es wurde spekuliert, sie habe völlig alleine gehandelt und sie sei freiwillig mit einem jungen Todesser davongelaufen. Nun, das dachten zumindest Harry, Ron und Hermine. Der Rest der Zauberer nahm weiterhin an, sie sei verschleppt worden.
Sie war auf dem Rückweg zur Hausbibliothek. Hermine wusste, sie könnte sich die Zeit mit Lesen vertreiben, wenn sie schon nichts anderes tat. Nachdem sie 30 Minuten gelesen hatte, quietschte die Tür und kündigte Rons Eintreten an. „Dieses Mal hat sie einen richtigen Anfall. Langsam wird es psychisch, vermute ich“, sagte er in einem verärgerten Ton. „Schon den ganzen Sommer kümmern wir uns um sie. Es geht uns allen nah. Zur Hölle, bin ich froh, wenn die Schule wieder anfängt.“
Hermine kicherte. „Nimm Platz. Ich lese nur noch das Kapitel fertig.” Ron setzte sich neben sie und seine Hand glitt sofort auf ihr Bein. „Stopp Ronald.“
„Warum?”
„Professor Snape ist da.”
„Er ist in der Küche. Ich habe ihn dort gesehen. Ich will dich nur berühren. Bitte“, bettelte er.
Es war dieser Ton in seiner Stimme, der sie weich werden ließ und ihm erlaubte seine Finger unter den Saum ihrer Shorts zu schieben. Sie versteckte ihr Gesicht hinter dem Buch, damit sie es nicht sehen konnte. Rons Hand bahnte sich seinen Weg zu ihrer Brust. „Autsch, Ron!“
„Sorry”, sagte er und registrierte seinen festen Griff, als er ihre harten Nippel berührte. Seine andere Hand lag weiterhin unten und ein Finger strich ihre Unterhose entlang, erkundete das darunter liegende Schamhaar.
„Ron”, schnaufte sie. „Vielleicht sollten wir das nicht tun.”
„Ich tue doch gar nichts. Lass mich nur Einen einführen, Mine. Nur Einen und ich verspreche, ich werde mich nicht bewegen. Ich möchte nur wissen, wie es sich anfühlt. Bitte“, drängte er und schob seinen Finger sie hinein, ohne auf ihre Antwort zu warten.
„Ronald, Stopp”, fauchte sie und versuchte zu fliehen. Die Hand auf ihrer Brust verhinderte das und drückte sie wieder hinunter.
„Lieg still. Ich werde mich nicht bewegen. Du willst doch nicht, dass Snape das hört, oder?”, fragte er. „Gott Mine“, schnaufte er. „Es ist so heiß.” Mit zitternden Fingern brachte sie das Buch vor ihrem Gesicht wieder in Position. Was war nur bloß los mit ihr? Sie sagte nichts, als sein Finger ein wenig heraus glitt um sofort wieder zurück zu gleiten. Es stieß sie ab und erregte sie zur gleichen Zeit. Sie fühlte sich unwohl, doch sie wollte mehr.
Wie von selbst öffneten sich ihre Beine und dadurch angespornt stieß Ron einen Finger unsanft in sie. Sie schrie auf und versuchte wieder zu flüchten. „Nein“, piepste sie, das Buch wegwerfend. „Das tut weh.“ Es fühlte sich an, als würde ein langer Fingernagel ihr das Fleisch von innen abziehen.
Verärgert zog sich Ron zurück. „Wenn ein verdammter Finger weh tut, kannst du mir dann zur Hölle erklären, wie es das hier aufnehmen soll?“ sagte er, und deutete auf seinen Schritt.
„Vielleicht wenn du wüsstest was zur Hölle du machen-“
„WAS?”
„Mäßigen Sie Ihre Stimme Mister Weasley”, sagte Professor Snape von der Tür aus.
Zu Hermines Horror, lehnte er an dem Türstock, so als ob er es sich schon länger dort bequem gemacht hätte. Er sah verärgert aber auch angeekelt aus. Schnell stand sie auf und griff nach dem fallen gelassenen Buch.
„Er….Prof…sehen Sie, wir waren-“, begann Ron.
„Hüten Sie Ihre Zunge Mister Weasley.” Der große Mann schritt von der Tür weg, bis er direkt vor Hermine stehen blieb.
Hermine hatte zuviel Angst seinen Augen zu begegnen und starrte auf seine Schuhe. Was hatte er gesehen? Was musste er von ihr denken? Eine blasse, anmutige Hand kam in ihre Sicht und die Finger legten sich unter ihr Kinn, um es anzuheben. Sie hatte keine Wahl, ihre tränennassen Augen trafen auf seine.
„Sind Sie in Ordnung Miss Granger?” Sie nickte und biss sich auf die Lippen. „Sehr gut. Ich denke es wäre klug, wenn Sie auf Ihr Zimmer gehen, bis Mrs. Weasley wieder hier sein wird. Ich werde mit ihr reden müssen.“ Sie nickte und rannte weg. Das letzte, was sie hörte war, die verärgerten Worte, die Snape an Ron richtete. „Ich finde dieses lüsterne Verhalten Ekel erregend. Offensichtlich möchte sie nicht an dem teilnehmen, wozu Sie sie überreden wollten. Haben Sie keinen Anstand?“
Schnell schlĂĽpfte sie in ihr Schlafzimmer, welches sie mit Ginny teilte, und warf sich auf das Bett. Ginny war nicht mehr im Zimmer. Hermine konnte nur hoffen, dass sie von all dem nichts mitbekommen hatte.
~~~~~~~~~~~~~~~~~
Ohne sie noch einmal zu sehen verließ Severus den Grimmauld Platz, doch es kümmerte ihn nicht. Die Dinge entwickelten sich erfreulich. Er hätte Weasley für sein Gegrapschte erdrosseln können, doch es war besser dies nicht zu tun. Dies könnte später für ihn von Vorteil sein. Bei zwei Gelegenheiten war er Zeuge von ihrer Abneigung gegenüber dem Geschlechtsakt geworden. Er lachte. Das Heilmittel war ein Leichtes. Sie musste lediglich verführt und nicht überrollt werden.
Molly würde darauf achten, dass das Paar für den Rest der Ferien getrennte Wege gehen würde. Und wenn sie erst einmal zurück im Schloss war, würde er seinen Plan in die Tat umsetzen, denn seine Pläne waren mehr als simple. Langsam würde er ihr Freund werden, würde ihr näher kommen, ihr seine Absichten näher bringen und langsam beginnen sie zu lieben.
„Liebe machen“, sagte er laut und lachte in sich hinein. „Interessante Wortwahl.“
Hier spielte Ronald Weasley eine Rolle. Soweit er sehen konnte, war der Junge auf dem besten Weg sie endgültig zu verlieren. Das würde auf Dauer kein Problem sein. Er konnte sehen, sie sorgte sich immer noch um den kleinen Nichtsnutz. Wahrscheinlich würde sie am Boden zerstört sein, und wie der dunkle Lord vorhersagte, würde das Trio eine Weile getrennt sein.
Er wĂĽrde diesen Augenblick nutzen, fĂĽr sie da sein und ihr helfen, sich davon zu erholen.
Mit einem Lächeln ging Severus zum Büro des Direktors. Dumbledore sollte davon erfahren, das wusste er, aber er war nicht bereit sich ihm anzuvertrauen. Nicht jetzt. Es gab andere Probleme, die diskutiert werden mussten.
TBC
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel